Korsika

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Korsika
Korsika
Flagge Korsikas Wappen Korsikas
Lage Korsikas in Frankreich
Basisdaten
Verwaltungssitz Ajaccio
Präsident des Exekutivrats Paul Giacobbi PRG
Bevölkerung

 ‚Äď gesamt 2007
 ‚Äď Dichte

299.209 Einwohner
34,5 Einwohner / km²

Fläche

 ‚Äď gesamt
 ‚Äď Anteil an Frankreich:

8.680 km²
1,4 %

Départements 2
Arrondissements 5
Kantone 52
Gemeinden 360
ISO 3166-2-Code FR-H

Korsika (Korsisch Corsica, Frz. Corse [k…Ē Äs]) ist eine zum gro√üen Teil aus Hochgebirge bestehende Insel im Mittelmeer und stellt politisch eine Region Frankreichs dar. Sie liegt westlich von Italien, auf der H√∂he der Abruzzen, n√∂rdlich der italienischen Insel Sardinien und s√ľd√∂stlich des Mutterlandes. Nach Sizilien, Sardinien und Zypern ist Korsika die viertgr√∂√üte Mittelmeerinsel.

Korsika hat rund 299.000 Einwohner (Stand: 2007), die Hauptstadt der Region ist Ajaccio. Das fr√ľhere D√©partement Korsika wurde 1976 in zwei D√©partements aufgeteilt: Corse-du-Sud und Haute-Corse.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Karte von Korsika
Sart√®ne oder Sart√® ‚Äď die ‚Äěkorsischste aller korsischen St√§dte‚Äú

Die Mittelmeerinsel Korsika liegt zwischen 43¬į 01‚Ä≤ und 41¬į 22‚Ä≤ n√∂rdlicher Breite und 9¬į 34‚Ä≤ und 8¬į 33‚Ä≤ √∂stlicher L√§nge. Von Norden (Cap Corse) bis S√ľden (Capo Pertusato) misst die Insel 183 km, von Osten (Alistro) nach Westen (Capo Rosso) 83 km. Die Fl√§che betr√§gt ca. 8680 km¬≤. Aufgrund der zahlreichen Buchten hat Korsika eine √ľber 1000 km lange K√ľste. Ein Drittel davon ist Strand, der Rest Felsk√ľste. Zu gro√üen Teilen besteht die Insel aus Hochgebirge, lediglich die Ostk√ľste besitzt einen maximal 10 km breiten ebenen Streifen.

Die Insel liegt im Mittelmeer und wird dabei im Norden vom Ligurischen Meer, im Osten und S√ľden vom Tyrrhenischen Meer und im Westen vom Westlichen Mittelmeer begrenzt.

Die Entfernung nach Frankreich (Nizza) betr√§gt 180 km, das italienische Festland ist dagegen nur 83 km entfernt (Livorno), die italienische Insel Sardinien an der Stra√üe von Bonifacio im S√ľden sogar nur 12 km.

Die Insel ist sehr gebirgig. Etwa 86 % der Insel sind Bergland und nur 14 % K√ľstentiefland. Korsika hat eine durchschnittliche H√∂he von 568 m (Sardinien: 344 m, Sizilien: 441 m). Auf Korsika ragen 50 Zweitausender in den Himmel. Der h√∂chste Berg ist der Monte Cinto mit 2706 m, der nur 24 km von der Westk√ľste entfernt liegt.

Korsika entstand wie die Alpen im Terti√§r. Es besteht zu zwei Drittel aus einem kristallinen Granitsockel, vor allem im Westen. Der Osten besteht √ľberwiegend aus Schiefer, der sich aus Meeressedimenten gebildet hat, und aus Schwemmland.

Städte

Bedeutende Städte (in Klammern jeweils der korsische Name):

  • Ajaccio (Aiacciu): Hauptstadt des Departements Corse-du-Sud, Geburtsstadt Napoleons
  • Bastia (Bastia): Hauptstadt des Departements Haute Corse, wichtige Hafenstadt
  • Bonifacio (Bunifaziu): s√ľdlichste Stadt Korsikas
  • Calvi (Calvi): wichtige Hafenstadt im Nordwesten
  • Corte (Corti): alte Hauptstadt Korsikas im Zentrum der Insel, Sitz der Universit√§t Pascal Paoli Korsika
  • Sart√®ne (Sart√®): gilt als die ‚Äěkorsischste aller korsischen St√§dte‚Äú

Verwaltungsgliederung

Bereits zwischen 1793 und 1811 war die Insel in zwei Départements gegliedert, Golo und Liamone. Die heutigen beiden Départements der Region Corse bestehen seit dem 1. Januar 1976.

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondissements Kantone Gemeinden Einwohner (Jahr) Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
Corse-du-Sud Ajaccio FR-2A 2 22 124
000000000140953.0000000000140.953 (2008)
000000000004014.00000000004.014 000000000000035.100000000035,1
Haute-Corse Bastia FR-2B 3 30 236
000000000162013.0000000000162.013 (2008)
000000000004666.00000000004.666 000000000000034.700000000034,7

Geologie

NASA-Satellitenbild Korsikas

Korsika ist nach Sizilien, Sardinien und Zypern die viertgr√∂√üte Insel des Mittelmeeres. Die Insel ragt stellenweise aus 2500 m Tiefe des Mittelmeers als eine imposante Gebirgslandschaft empor. Nur 24 km von der Westk√ľste entfernt erreicht sie mit dem Massiv des Mt. Cinto (2706 m) ihre h√∂chste Erhebung.

Restonicatal, die Felswand zeigt aufgeschlossenen Quarzporphyr

Geologisch wird die Insel durch eine Linie von der √éle Rousse im Nordwesten bis nach Sari-Solenzara im S√ľdosten in zwei v√∂llig unterschiedliche geomorphologische Bereiche getrennt. Im Westen finden sich √ľberwiegend variszische Granite und Tiefengesteine, wie z. B. der Quarzporphyr aus dem Karbon. Der √∂stliche Teil der Insel besteht aus gefaltetem Schiefer (Tonschiefer, Glanzschiefer), dessen Entstehung auf die gewaltigen Landmassenbewegungen w√§hrend der Auffaltung der Alpen in der geologischen Epoche des Eoz√§n zur√ľckgeht. Stellenweise weist der Tonschiefer fein verteilte Pyriteinschl√ľsse auf. Die Glanzschieferdecke ist weniger klastisch gepr√§gt und enth√§lt daf√ľr zahlreiche Radiolarite.

Das √∂stlich gelegene Schiefergebirge bleibt mit seinen Gipfelh√∂hen deutlich unter 2000 m und besitzt damit den Charakter eines Mittelgebirges. Das granithaltige Grundgebirge im Westen dagegen besitzt einen von Nordwesten nach S√ľdosten ziehenden √ľber 2000 m hohen, meist gratf√∂rmigen Hauptkamm mit S-f√∂rmigen Verlauf und zeigt typischen Hochgebirgscharakter. Von diesem Hauptkamm aus, der gleichzeitig die Wasserscheide darstellt, laufen zahlreiche steil abfallende Seitenk√§mme und Seitent√§ler hinunter bis zur buchtenreichen Westk√ľste. Diese Gel√§ndemorphologie erm√∂glicht einzigartige Ausblicke und gab Korsika das Synonym ‚ÄěGebirge im Meer‚Äú. Direkt in diesem Hauptkamm beziehungsweise unweit davon befinden sich die h√∂chsten Berge der Insel:

Der Hauptkamm des Gebirges wird von insgesamt vier P√§ssen durchquert (Col de Bavella, Col de Verde, Col de Vergio, Col de Vizzavona), von denen der Col de Vergio mit einer H√∂he von 1.470 m der h√∂chste und der Col de Vizzavona (1.163 m) der verkehrsreichste ist. Weitere Passstra√üen erschlie√üen in √ľber 1000 m H√∂he die Seitenausl√§ufer. Das Gebirge wird auf seiner ganzen L√§nge durch den GR 20 erschlossen, der als schwierigster Wanderweg Frankreichs gilt.

W√§hrend der Hochzeit der letzten Eiszeit des Pleistoz√§ns, also vor 30.000 bis 20.000 Jahren, war Korsika stark vergletschert. Als √úberbleibsel dieser Zeit finden sich in den Bergen Kare, die zum Teil Wasser gef√ľllte Karseen bilden und zahlreiche durch Gletscher geformte T√§ler mit Endmor√§nen. In den Zungenbereichen der ehemaligen Gletscher liegen heute noch ausgedehnte Schutt- und Ger√∂llhalden, die bis in die Sommermonate nicht selten von abflie√üendem Schmelzwasser durchstr√∂mt werden.

Aiguilles de Bavella

Erw√§hnenswert sind die schroffen Felst√ľrme der Aiguilles de Bavella, die auch als die korsischen Dolomiten bezeichnet werden, obwohl sie aus Graniten aufgebaut sind. Ferner geologisch interessant ist der K√ľstenabschnitt zwischen Porto und Piana, der auch als ‚ÄěCalanche de Piana‚Äú bekannt ist und f√ľr seine Tafoni-Verwitterungen bekannt ist. Diese Bezeichnung wurde der korsischen Sprache entlehnt.

Steilk√ľste bei Bonifacio

Nach S√ľden hin nimmt das Relief der Insel deutlich an Prominenz ab. Am S√ľdende bei Bonifacio trifft man gro√üfl√§chig sedimentierte Dolomit-Kalke an, die vermutlich durch sekund√§re Dolomitisierung von Kalkschlamm marinen Ursprungs entstanden. Die verkarsteten Kalkfelsen von Bonifacio sind sowohl von den Gezeiten als auch von St√ľrmen eindrucksvoll gezeichnet.

Klima

Klimadiagramm Bastia

Auf Korsika herrscht ein typisches Mittelmeerklima: hei√üe, trockene Sommer und milde, feuchte Winter. Dabei wirkt im Winter das Mittelmeer (13‚Äď24 ¬įC) als W√§rmespeicher. Aufgrund der hohen Berge und starker Winde gibt es auf Korsika allerdings einige Abweichungen.

Die Niederschlagsmenge ist abh√§ngig von der H√∂he. Auf 2000 m H√∂he ist der Niederschlag etwa viermal so stark wie an der K√ľste, wo im Sommer fast kein Regen f√§llt. Sommerliche Gewitterg√ľsse lassen nur kurz die Fl√ľsse anschwellen. Korsika hat mit ca. 2750 Stunden mehr Sonnenschein als das franz√∂sische Festland.

Die Winter sind an der K√ľste mit Tagestemperaturen um 12 ¬įC recht mild, wenn auch gelegentlich Nachtfrost auftritt. Im h√∂heren Bergland gibt es regelm√§√üig Schneef√§lle und geschlossene Schneedecken, wobei Wintersport bis ins Fr√ľhjahr durchaus m√∂glich ist. Das Fr√ľhjahr ist mit Werten zwischen 15 und 20 ¬įC recht angenehm, wobei es nachts noch recht frisch werden kann. Ab Juni steigen die Temperaturen jedoch auf Werte von 25 ¬įC und mehr. Im Juli und August ist es mit rund 30 ¬įC hei√ü, allerdings k√ľhlt es Nachts auf Temperaturen um die 20 ¬įC ab. Auch im Sommer ist auf den hohen Bergen noch oft Schnee zu sehen. Der Herbst ist mit rund 20 ¬įC wieder wesentlich angenehmer, jedoch k√∂nnen hier wie im Fr√ľhling die N√§chte deutlich k√ľhler (teils unter 10 ¬įC) werden.

Die Extremwerte in Ajaccio liegen bei ‚ąí8,1 ¬įC im Januar und +40,5 ¬įC im August.

Winde auf Korsika

Winde-korsikas.jpg
Windrichtungen im Jahresschnitt

Die in den Sommermonaten am häufigsten wehenden Winde:

  • Nord: Tramontana: kalt und trocken; von jenseits der Alpen
  • Nordwest: Mistral (Maestrale): kalt und trocken; bringt klare Sicht
  • Nordost: Grecale: feucht und schw√ľl
  • Ost: Levante: warm und feucht; ist verantwortlich f√ľr die D√ľnenbildung und die Entstehung der Lagunen an der Ostk√ľste
  • S√ľdost: Scirocco: feucht und hei√ü; bringt Gewitterst√ľrme
  • S√ľdwest: Libeccio (Libeccu): weht am h√§ufigsten; m√§√üig stark; gro√üe Temperaturschwankungen; sagt Regen voraus
  • West: Ponente: sehr selten, hei√ü

Zusätzlich gibt es auch Land- und Seewinde, die sich aufgrund der unterschiedlich starken tageszeitlichen Erwärmung ergeben:

  • Die Seebrise Mezziornu setzt etwa 2‚Äď4 Stunden nach Sonnenaufgang ein, erreicht ihren H√∂hepunkt zwischen 13‚Äď14 Uhr und endet 1‚Äď2 Stunden vor Sonnenuntergang.
  • Die Landbrise Terranu weht in der Nacht und tr√§gt h√§ufig den Duft der Macchia ins Meer hinaus.

Bei einer Fahrt entlang der K√ľste sollte man immer im Hinterkopf haben, dass der Wind von einem Kap zum anderen aus unterschiedlicher Richtung und in unterschiedlicher St√§rke wehen kann. Die steil aufragenden Berge verursachen besonders dort wo sie direkt aus dem Meer aufsteigen eine starke Kreuzsee. Bei schwerem Seegang erreicht diese enorme Ausma√üe und gl√§ttet sich erst weit drau√üen auf dem offenen Meer.

Gezeiten und Wasserstände

Wie √ľberall auf der Erde, treten auch im westlichen Mittelmeer gleiche Gezeiten in Abst√§nden von knapp zw√∂lfeinhalb Stunden auf. Der Tidenhub an der K√ľste Korsikas betr√§gt bei Springtide 30 cm, bei Nipptide 10 cm. Abweichungen zwischen Morgen- und Abendpegel k√∂nnen bis zu 10 cm betragen. Winde erh√∂hen oder vermindern, je nach Richtung, den Wasserstand erheblich.

Vegetation

Höhenstufen

Laricio-Kiefernwald unterhalb des Hangtrogs nahe Lac de Nino, Forêt de Valdo-Niellu. Hinten links Paglia Orba, recht das Monte Cinto-Massiv
Azonaler Buchenwald bei Cozzano (Kanton Zicavo) bildet in extrem niederschlagsreichen Staulagen die h√∂chstgelegene Waldgesellschaft, im Vordergrund eine W√ľstung bedeckt mit einer Heide gepr√§gt von Salzmann-Ginster und Tragant

Mediterrane Stufe 0‚Äď900/1000 m

Submediterrane Stufe

Mediterran-montane Stufe (1100‚Äď1800 m)

Waldfreie hochmontane Stufe (1600‚Äď2000 m)

Alpine (Nordseiten) bis kulminale (Sonnseiten) Stufe (2000‚Äď2700 m)

  • Geb√ľsche, Grasheiden, Schutt- und Felsengesellschaften.

Macchia

Garigue und Macchia auf Korsika

Die Macchie, auf korsisch Macchia genannt, ist ein immergr√ľner Buschwald, der rund die H√§lfte der Insel bedeckt. Dieser Vegetationstyp ist typisch f√ľr mediterane Winterregenklimate, und ist f√ľr die Insel besonders pr√§gend. Die Pflanzen haben oft ledrige Bl√§tter und sie unterseits behaart, um die Verdunstung m√∂glichst gering zu halten. √Ėlhaltige und starkt aromatisch duftende Pflanzen sind ebenfalls typisch f√ľr die Macchia.

Schon im ausgehenden Winter erbl√ľht die Macchia in bunten Farben, und ein intensiver Duft l√§sst die Insel auch vom Meer her duften, bereits Napol√©on Bonaparte sagte, er k√∂nne seine Heimatinsel schon allein daran erkennen. Wichtige Pflanzen sind beispielsweise Lavendel, Ginster, Zistrose, Myrte, Baumheide und Erdbeerbaum. In den hei√üen Sommermonaten vertrocknet die Vegetation in vielen Bereichen g√§nzlich, sodass die Landschaft ein steppenhaftes Aussehen erreicht.

Wald- und Buschbrände werden auf Korsika mit Löschflugzeugen bekämpft

Allj√§hrlich kommt es im Hochsommer zu Waldbr√§nden, die meistens auf Brandstiftung oder zumindest Fahrl√§ssigkeit zur√ľckzuf√ľhren sind. Hirten legen absichtlich Br√§nde, um die ‚Äěwertlose‚Äú Macchia zumindest also Weideland aufzuwerten. In der Vergangenheit war Brandstiftung auch Mittel von Bauspekulanten, die so die Macchia als Natur entwerteten, und dann leichter Baugenehmigungen erhielten. Ein kleiner Teil dieser Br√§nde entsteht auch durch Selbstentz√ľndung der ausgetrockneten Vegetation (Feuer√∂kologie). Zum L√∂schen gr√∂√üerer Waldbr√§nde werden spezielle L√∂schflugzeuge eingesetzt, die im k√ľstennahen Bereich Seewasser aus dem Meer aufnehmen, um es im Landesinneren direkt √ľber den Brandherden abzuwerfen. Dies kann stellenweise zu Versalzungen des Oberboden f√ľhren und das Wiederaufkommen der Vegetation erschweren.

Garigue

Die Garigue ist leicht mit der Macchia zu verwechseln, allerdings erreichen die Pflanzen meist nur eine H√∂he bis zu einem Meter, und es sind andere Pflanzen zu finden. Auf besonders d√ľnnen B√∂den finden sich Zistrosen, Wolfsmilchsarten, Ginster, Rosmarin, Thymian, Lavendel, Salbei und Geophyten wie zum Beispiel Orchideen, Affodill oder die Merendera.

Bäume und Kulturpflanzen

Korkeichen, Filitosa, (Corse-du-Sud)

Die wichtigsten Ertragswaldb√§ume Korsikas sind Laricio-Kiefern (31 %), Steineichen (21 %), Seestrandkiefern (29 %), Buchen (15 %), Korkeichen (4 %) und Wei√ü-Tanne (1 %).

Die Laricio-Kiefer, auch Korsische Schwarzkiefer (Pinus nigra ssp. laricio) genannt, kann eine Wuchsh√∂he bis zu 50 Meter und ein Alter von nahezu tausend Jahren erreichen. Der Baum ist auf Korsika in den h√∂heren Gebirgslagen ab etwa 800 bis 1800 m stark verbreitet. Die Korsische Schwarzkiefer ist sehr anspruchslos. Auf den kargen, felsigen B√∂den der Hochlagen w√§chst sie naturgem√§√ü sehr langsam. Sie √ľbersteht ohne Probleme l√§ngere Frostperioden.

Mächtige Edelkastanie bei Zicavo

Die Edelkastanie, die auch als Esskastanie bezeichnet wird, bedeckt allein im Gebiet der Castagniccia etwa eine Fl√§che von 15.000 ha, auf der gesamten Insel sind 40.000 ha mit Edelkastanienpflanzungen bestanden. Die Anlage von siedlungsnahen Edelkastanien-Selven wurde ma√ügeblich von den Genuesen auf der gesamten Insel gef√∂rdert, um die damals immer wieder auftretende Hungersn√∂te zu lindern. Daf√ľr wurden auch zahlreiche frischere Stein- und Flaumeichenstandorte gerodet und in die heute noch charakteristische mediterane Kastanienlandschaft umgewandelt. Neben der Viehzucht (Schafe, Ziegen) waren die Kastanien die Hauptnahrungsquelle der Korsen ‚Äď deshalb auch die Bezeichnung als ‚ÄěBrotbaum‚Äú.

Im S√ľden der Insel rund um Porto-Vecchio und Figari, ist die Korkeiche verbreitet. Kleinere Vorkommen gibt es auch im Norden zum Beispiel bei Saint Florent. Alle 10 bis 20 Jahre kann der Baum zur Gewinnung von Naturkork gesch√§lt werden.

In den zur Malariabek√§mpfung trockengelegten Sumpfgebieten wurde vielfach Eukalyptus angepflanzt, der schnell w√§chst und sehr viel Wasser verdunstet. Eukalyptus wird bis zu 40 m hoch und hat eine silbrig-graue Rinde, die meist in senkrechten Fetzen und Streifen vom Stamm herab h√§ngt. Die Bl√§tter sind lang sichelf√∂rmig gebogen und verstr√∂men den typischen ‚ÄěHusten-Bonbon‚Äú-Duft, ebenso die Fr√ľchte. Eine Anpflanzung mit teils stattlichen B√§umen befindet sich im Golf von Porto an der Westk√ľste, der Hain beherbergt unter anderem den √∂rtlichen Camping Municipal d'Ota Porto.

Soweit die Bodenverh√§ltnisse es zulassen, gedeihen bis auf eine H√∂he von etwa 400 Meter weitere typische Pflanzen, die im gesamten Mittelmeerraum anzutreffen sind. Dazu geh√∂ren beispielsweise Zypressen, √Ėlb√§ume, Oleander, Platanen, Mimosen und Dattelpalmen. Wichtige landwirtschaftliche Kulturen sind in dieser H√∂henstufe Zitrusfr√ľchte (Zitronen, Orangen, Clementinen, Limonen), Feigenb√§ume, Mandel- und Pfirsichb√§ume sowie der Anbau von Wein.

Fauna

Korsika beherbergt mehrere endemische, also ausschließlich auf dieser Insel vorkommende Tierarten.

Amphibien

Korsischer Feuersalamander ‚Äď inzwischen eine eigene Art

Unter den Amphibien sind als Endemiten der Korsische Gebirgsmolch, der Korsische Feuersalamander und der Korsische Scheibenz√ľngler zu nennen, s√§mtlich Arten, die ihren Verbreitungsschwerpunkt in mittleren und gro√üen H√∂henlagen haben.

Die tieferen Lagen sind Verbreitungsschwerpunkt von Arten, die auch andernorts im Mittelmeerraum anzutreffen sind: Sardischer Scheibenz√ľngler, Wechselkr√∂te, Tyrrhenischer Laubfrosch sowie Italienischer Wasserfrosch.

Reptilien

Zu den Reptilienarten Korsikas, die vor allem die tieferen Lagen besiedeln geh√∂ren die Griechische Landschildkr√∂te, die Europ√§ische Sumpfschildkr√∂te, Europ√§ischer Halbfinger, Mauergecko sowie die Ruineneidechse. Je nach Relief kommt die Tyrrhenische Gebirgseidechse in auch Meeresn√§he vor, so beispielsweise an der teils sehr schroffen Westk√ľste. Generell besiedelt sie aber die hohen Lagen, und ist als einzige Eidechse noch in den Gipfellagen jenseits von 2500 m regelm√§√üig anzutreffen. Tyrrhenische Mauereidechse, Gelbgr√ľne Zornnatter sowie die Ringelnatter, die hier als eigene Unterart vorkommt, sind in beinahe jeder H√∂henstufe der Insel zu finden, nur die Gipfellagen werden nicht besiedelt. Sehr selten kommen auf Korsika noch der Europ√§ischer Blattfinger und Zwerg-Kieleidechse, beides Arten die nur noch Refugiallebensr√§ume besetzen k√∂nnen.

Korsenkleiber (Sitta whiteheadi)

Vögel

Da Korsika eine wichtige Zwischenstation des europ√§ischen Vogelzugs ist, lassen sich in den Lagunen der Ostk√ľste zwischen Oktober bis M√§rz gro√üe Schw√§rme von Wasser- und Wattv√∂geln beobachten, darunter sehr seltene Arten wie z. B. Gro√üer Brachvogel, Bekassine, Kn√§kente, Rotschenkel, Trauerente und Zwergseeschwalbe. Die meisten Arten sind durch die EG-Vogelschutzrichtlinie gesch√ľtzt und d√ľrfen auch in Korsika nicht bejagt werden. Der Triel wurde in Korsika stellenweise auch als Brutvogel festgestellt.

Greifv√∂gel sind oft zu beobachten, zum Beispiel Fischadler (an der Westk√ľste, beispielsweise im Naturreservat La Scandola), Steinadler und Bartgeier (vor allem im Hochgebirge), Rotmilan, M√§usebussard, Schlangenadler und Turmfalke. Einzige nur auf Korsika vorkommende, also endemische Vogelart ist der Korsenkleiber.

Tiere in Gewässern

Die K√ľstengew√§sser sind fischreich, man kennt hier etwa 300 Brack- und Salzwasserarten. In den Flie√ügew√§ssern sind Forellen und Aale anzutreffen, die zum Teil eingesetzt werden. Dies bereitet vor allem der urspr√ľnglich heimischen Mittelmeer-Bachforelle Probleme, die nur noch in wenigen Flie√ügew√§ssersystemen der Insel h√§ufiger zu finden ist. Eine weitere Besonderheit der S√ľ√ügew√§sser Korsikas sind S√ľ√üwassergarnelen, die in den Unterl√§ufen kleinerer Fl√ľsse stellenweise h√§ufig anzutreffen sind.

Säugetiere

Die wildlebende S√§ugetierfauna ist aufgrund der Insellage, der gebirgigen Topografie und der intensiv betriebenen Bejagung nicht sehr artenreich. Der heute auf Korsika dominierende S√§uger ist das Wildschwein. Selten ist der Europ√§ische Mufflon geworden, der durch starke Bejagung in ganz Europa ausgerottet war und einzig auf Korsika und Sardinien √ľberleben konnte. Auf Korsika sind nur zwei Populationen erhalten geblieben, und zwar im Monte-Cinto-Massiv n√∂rdlich von Calacuccia und in der Umgebung des Col de Bavella zwischen Zonza und Solenzara. In der N√§he von Venaco am Monte Rotondo-Massiv wurden Mufflons wieder angesiedelt, um nach und nach wieder auf dem gesamten Hauptkamm des korsischen Hochgebirges zu besiedeln.

Der Korsische Zwerghirsch wurde auf Korsika ausgerottet und konnte als Unterart nur auf Sardinien √ľberleben. Inzwischen wurden sardische Tiere auf der n√∂rdlichen Nachbarinsel wieder angesiedelt. In den Macchie- und Garrigue-Landschaften trifft man auf Hasen, Mauswiesel sowie F√ľchse und Wildkatzen. Pottwale und Delfine sind besonders h√§ufig am Cap Corse und in der Stra√üe von Bonifacio zu beobachten wenn sie von ein in ein anderes Becken des Mittelmeeres wechseln.

Insekten und Malaria

Unter der großen Gruppe der auf Korsika verbreiteten Insekten befindet sich auch die Europäische Gottesanbeterin. Bemerkenswerte Spinnentiere sind die Europäische Schwarze Witwe und die Tarantel.

Bis in die 1950er Jahre war die Malaria auf Korsika noch ein gro√ües Problem, insbesondere an den ausgedehnten Brackwasserfl√§chen der Ostk√ľste. Diese eigentlich landwirtschaftlich interessante weil ertragreiche K√ľstenebene war traditionell zwar nie dicht besiedelt, weil die Korsen in der Vergangenheit die Piraten f√ľrchteten. Aber die vor allem durch die Anopheles-M√ľcken √ľbertragenen Krankheit war auch ein Hinterungsgrund, vor der sich die Korsen traditionell w√§hrend des Hochsommers in h√∂here Lagen zur√ľckzogen. Ab 1944 bek√§mpfte die amerikanische Luftwaffe im M√ľndungsdelta des Stabiacco bei Porto-Vecchio die Malariam√ľcke durch Verspr√ľhen von DDT, was die Ansiedlung der ‚ÄěAlgerien-Auswanderer‚Äú (frz. 'pieds-noirs') und die Urbarmachung der K√ľstenebene und sp√§ter den Tourismus erst m√∂glich machte. Bis in die 1970er Jahre gab es jedoch immer wieder aufkeimende Malaria, heute gilt die Insel als malariafrei.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte Korsikas und Korsika im Altertum

Filitosa - Schl√ľsselort zur korsischen Vorgeschichte

Die korsische Urbev√∂lkerung, J√§ger und Sammler, wurde um 6000 v. Chr. von einwandernden Neolithikern der Impresso-Kultur verdr√§ngt. Im S√ľden der Insel entwickelte sich etwa 3000 v. Chr. eine mehrphasige Megalith-Kultur (Filitosa), die auch zahlreiche Menhire errichtete und um 1800 v. Chr. von der Kultur der Torreaner abgel√∂st wurde, die Torren, nuraghenartige Turmbauten eigener Pr√§gung errichteten. Zuletzt waren Teile Korsikas unter griechischer (Alalia) und r√∂mischer (Aleria) Herrschaft. Auch Vandalen, Ostr√∂mer und Goten eroberten die Insel.

Nachdem Korsika zun√§chst den r√∂mischen P√§psten untertan war, geh√∂rte es ab 1300 zu Genua. Nach Aufst√§nden der Bev√∂lkerung gegen die Genuesen wurde 1755 die Unabh√§ngigkeit ausgerufen. Zuvor, am 15. April 1736, machten korsische Rebellen den deutschen Abenteurer Baron Theodor von Neuhoff (1694‚Äď1756) im Kloster von Alesani in der Castagniccia zu ihrem K√∂nig. K√∂nig Theodor I. von Korsika war der einzige K√∂nig, den Korsika je hatte.

Die B√ľste von Pascal Paoli in L'√éle-Rousse

Unter F√ľhrung des als Vater der Nation (Babbu di a Patria) bezeichneten Pascal Paoli schufen die Korsen eine demokratische Verfassung und ein relativ fortschrittliches Staatswesen. Daraufhin verkaufte Genua die Insel an Frankreich, das 1769 die korsischen Truppen in der Schlacht bei Ponte Nuovo besiegte. Korsika ist seitdem ‚Äď abgesehen von einem kurzen Zeitraum im Verlauf der Franz√∂sischen Revolution als die Insel zu England geh√∂rte ‚Äď franz√∂sisches Staatsgebiet.

Am Golo entschied sich 1769, dass Korsika ein Teil Frankreichs wurde.

Ajaccio auf Korsika ist der Geburtsort Napol√©on Bonapartes, dessen Eltern dem niederen korsischen Adel angeh√∂rten. Korsika stand damals unter franz√∂sischer Besatzung, und korsischen Adeligen wurde angeboten, franz√∂sische Adelstitel anzunehmen, wenn sie ihre Herkunft l√ľckenlos nachweisen konnten. Um dem nachzukommen, reisten seine Eltern nach Frankreich und schickten den jungen Napoleon dort zur Schule.

Im Laufe des 20. Jahrhunderts erfolgte eine stetige Einwanderung von Festlandfranzosen. Vor allem nach dem Algerienkrieg wurden gezielt aus Algerien vertriebene und geflohene Franzosen (frz. 'pieds-noirs') angesiedelt, so dass die Korsen zur Minderheit auf der eigenen Insel wurden. Gleichzeitig wurde die korsische Sprache durch ihre Verbannung aus Schule und öffentlichem Leben zielstrebig bekämpft, um die korsische Identität der Bewohner zu zerstören.

Auf der Insel gibt es seit langer Zeit eine Bewegung f√ľr die korsische Unabh√§ngigkeit. Die franz√∂sische Regierung lehnt diese strikt ab in der Bef√ľrchtung, sie w√ľrde die franz√∂sische Einheit bedrohen. Einige Unterst√ľtzer der korsischen Unabh√§ngigkeit, insbesondere die FLNC, versuchen durch Bombenanschl√§ge und Mord die Regierung zur Gew√§hrung der Unabh√§ngigkeit zu zwingen. Im Jahr 2000 stimmte Ministerpr√§sident Lionel Jospin im Rahmen des Prozesses von Matignon einer gr√∂√üeren Autonomie Korsikas im Gegenzug zu einem Ende der Gewalt zu. Dem stand die gaullistische Opposition in der franz√∂sischen Nationalversammlung entgegen, die bef√ľrchtete, dass andere Regionen wie die Bretagne, Provence und Elsass ebenfalls Autonomie fordern w√ľrden und dies in einer Aufspaltung Frankreichs enden w√ľrde.

Die vorgeschlagene Autonomie f√ľr Korsika w√ľrde einen gr√∂√üeren Schutz des Korsisch (corsu) als zentralem Identifikationpunkt der Inselbev√∂lkerung beinhalten. Frankreich lehnt jedoch traditionell den Gebrauch regionaler Sprachen oder Minderheitensprachen ab, da das Vorherrschen der franz√∂sischen Sprache als Absicherung f√ľr die Existenz des franz√∂sischen Staates angesehen wird (siehe Edikt von Villers-Cotter√™ts).

Im Juli 2003 stimmten knapp 51 % der Korsen in einer Befragung gegen den Prozess von Matignon. Obwohl diese keinen politisch bindenden Charakter besa√ü, respektierte die franz√∂sische Regierung das Votum und stoppte die weitere Umsetzung des Vorhabens. Die Gr√ľnde f√ľr das Scheitern werden vor allem im Vorwurf gegen Jospin gesehen, er habe durch die Verhandlungen mit Vertretern der Unabh√§ngigkeitsbewegung die von Teilen derselben ausge√ľbte Gewalt legitimiert.

Herkunft des Namens

Der Name der Insel Corsica bzw. Franz√∂sisch Corse geht wohl auf den ph√∂nizischen Begriff Korsai zur√ľck, was in etwa ‚Äěmit W√§ldern bedeckt‚Äú bedeutet. Gelegentlich wird die griechische Bezeichnung f√ľr die Insel Kalliste (‚Äědie Sch√∂ne‚Äú) als Wurzel f√ľr den heutigen Namen vermutet.

Das korsische Wappen

Das korsische Wappen am Portal eines Tunnels der Chemins de fer de la Corse

Das korsische Wappen zeigt einen Mohrenkopf mit krausem Haar und weißem Stirnband. Dieses Wappen ist eigentlich ein Freiheitssymbol der Korsen, allerdings ist nicht sicher, wer dargestellt ist. Es gibt zahlreiche Legenden um die Entstehung und Bedeutung des Symbols.

Der einen Legende nach entf√ľhrte im 13. Jahrhundert ein maurischer Herrscher eine junge Korsin nach Spanien. Deren korsischer Verlobter reiste hinterher, um sie zu befreien, woraufhin der Maure einen seiner tapfersten Getreuen gegen ihn in den Kampf schickte. Der Korse schlug jedoch dem Mauren den Kopf ab und hielt diesen als Zeichen des Triumphs hoch.

Ein weiterer Erkl√§rungsansatz geht in Richtung der Reformen von Pascal Paoli: √Ąhnlich wie bei der Nachbarinsel Sardinien zeigte das korsische Wappen urspr√ľnglich einen Mohrenkopf mit verbundenen Augen. Pascal Paoli verschob die Binde in Richtung Stirn und entfernte auch den Ohrring, denn beides galt als Zeichen der Sklaverei, von der sich die Korsen durch seine Reformen befreit hatten.

Musik

Paghjella ist der polyphone Männergesang der traditionellen korsischen Volksmusik. Dabei trägt die mittlere Stimme die Melodie, die zweite, tiefere bildet die Begleitung, die dritte, höchste, singt die Koloratur.

In dieser Tradition stehen unter anderem die Gruppen I Muvrini und A Filetta.

Kulinarisches

Schweine werden auf der Insel meist in der Waldweide gehalten
Brocciu passu ‚Äď Molkenk√§se aus Schafs- oder Ziegenmilch
Pietra - Korsisches Bier hergestellt aus Kastanienmehl

Korsika besitzt eine sehr reichhaltige und meist deftige K√ľche. Typisch sind die freilaufenden, oft halbwilden Hausschweine, die sich von Kastanien, Eicheln und Bucheckern ern√§hren und deren Fleisch dann √ľber Kastanienholz ger√§uchert wird.

Spezialitäten sind beispielsweise:

Wurstwaren:

Käse:

Getränke:

Weinbau auf Korsika

Hauptartikel: Weinbau auf Korsika

Auf Korsika wird eine gro√üe Vielfalt an Weinen produziert: Rotwein, Ros√©, Wei√üwein, still und sch√§umend, trocken und s√ľ√ü. Das Relief sowie unterschiedliche B√∂den sind f√ľr diese Vielfalt verantwortlich. Reben werden bis in einer H√∂he von ca. 300 m kultiviert. Traditionell verwendet man die Rebsorten Cinsault, Carignan, Grenache, Ugni Blanc und Syrah. Inzwischen sind Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Viognier, Merlot sowie Pinot Noir hinzugekommen. Regionale Bedeutung haben die Sorten Niellucciu, Sciaccarellu und Vermentinu.

In Korsika gibt es 8 Weinbaugebiete deren Weine das Pr√§dikat AOC tragen d√ľrfen. Diese Appellationen sind

  • Cote orientale ‚Äď AOC Vin de Corse: die Ostk√ľste zwischen Bastia und Solenzara. Hauptrebsorten: Niellucciu und Vermentinu
  • Cap Corse ‚Äď AOC Coteaux du Cap Corse: die schroffe Felshalbinsel n√∂rdlich von Bastia, Hauptrebsorten: Niellucciu, Grenache, Malvoisie, Vermentinu, Muscatellu
  • Patrimonio ‚Äď AOC Patrimonio: Gegend zwischen Cap Corse und der D√©sert des Agriates, schiefrige Sand- und Tonb√∂den, Hauptrebsorten: Nielluciu, Grenache, Vermentinu
  • Balagne ‚Äď AOC Calvi Balagne: zwischen Calvi und der D√©sert des Agriates, sandige Tonb√∂den, Hauptrebsorten: Syrah, Sciaccarellu, Vermentinu, Ugni Blanc
  • Ajaccio ‚Äď AOC Coteaux d'Ajaccio: Westk√ľste n√∂rdlich von Sart√®ne bis Ajaccio, Hauptrebsorten: Sciaccarellu, Grenache, Verentinu
  • Sart√®ne ‚Äď AOC Sart√®ne: um Sart√®ne im S√ľdwesten von Korsika, ton- und kieselhaltige B√∂den, Hauptrebsorten: Niellucciu, Sciaccarellu, Barbarossa, Cinsault, Vermentinu
  • Figari ‚Äď AOC Figari-Pianottoli: S√ľdspitze Korsikas, Hauptrebsorten: Carcajolo, Barbarossa, Sciaccarellu, Malvoisie de Corse
  • Porto-Vecchio ‚Äď AOC Porto-Vecchio: Gegend um Porto-Vecchio, Granitb√∂den, Hauptrebsorten: Niellucciu, Sciaccarellu, Malvoisie de Corse

Tourismus und Wirtschaft

Korsika ist trotz des idealen Naturpotenzials touristisch relativ wenig erschlossen. Von der korsischen Bev√∂lkerung wird auch bef√ľrchtet, dass eine weitere Erschlie√üung durch den Massentourismus die Eigenst√§ndigkeit der korsischen Kultur gef√§hrden k√∂nnte. Nach korsischer Tradition ist der Strand √ľberall allgemein zug√§nglich; es gibt kaum gr√∂√üere Hotelkomplexe oder Hotels mit ausl√§ndischen Eigent√ľmern. An der Ostk√ľste gibt es s√ľdlich von Phare d¬īAlistro und s√ľdlich von Porto-Vecchio zahlreiche FKK-Urlaubsanlagen und Str√§nde.

Im Jahr 1995 waren 73 % aller Touristen, die Korsika besuchten, Festlandfranzosen. Besonders beliebt ist Korsika bei den Fahrrad- und Motorradfahrern, nicht zuletzt wegen der Kombination von Bergstra√üen und Meerblick. Die Rennradfahrer sch√§tzen an der Insel den Trainingseffekt der anspruchsvollen Passstra√üen. Der umfangreiche Fernwanderweg GR 20 mit zahlreichen Kletterpartien zieht sehr viele Wanderer an.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gewinnt auch das Klettern als touristische Einnahmequelle zunehmend an Bedeutung. Die zahlreichen bizarren Felsformationen, auch als ‚ÄěTafoni‚Äú bezeichnet, sind extrem griffig. Die bekanntesten Kletterzentren sind das Restonica-Tal und der Bavella-Pass.

Trotz der s√ľdlichen Lage kann im Winter ein Skibetrieb aufrechterhalten werden. Am Col de Vergio zwischen Porto und Calacuccia, unterhalb des Monte Renoso bei Ghisoni (Capannelle) sowie auf dem Plateau d'Eze nord√∂stlich von Bastelica gibt es drei kleinere Skigebiete mit jeweils 3 bis 6 Schleppliften. Ein weiteres Skigebiet bei Haut-Asco n√∂rdlich des Monte Cinto ist seit dem Winter 1997/98 nicht mehr in Betrieb, da der Hauptskilift durch einen Steinschlag besch√§digt wurde. Skilanglauf kann man auf dem Plateau de Coscione zwischen Zicavu und Monte Incudine sowie oberhalb von √Čvisa betreiben.

Eine echte Großindustrie gibt es auf Korsika nicht. Das produzierende Gewerbe beschränkt sich im Wesentlichen auf landwirtschaftliche Produkte, Bau- und Dienstleistungen. Die meisten auf der Insel hergestellten Produkte wie beispielsweise die traditionellen heimischen Taschenmesser werden an Ort und Stelle an Touristen verkauft.

Im Vergleich mit dem BIP der Europ√§ischen Union ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreichte Korsika 2006 einen Index von 85,8 (EU-27  100).[1]

Verkehr

Straßenverkehr

Typische Bergstraße

Die Stra√üen in Korsika sind sehr unterschiedlich in ihrer Breite und Qualit√§t. Im felsigen Gebiet der Westk√ľste und im Gebirge findet man teilweise sehr enge Stra√üen in schlechtem Zustand, die nur einspurig befahren werden k√∂nnen. Teilweise ist eine Befahrung mit Wohnmobilen nicht m√∂glich. Etwas besser ist die Verkehrssituation an der flachen Ostk√ľste. Zwischen den gr√∂√üeren St√§dten gibt es teilweise gut ausgebaute Schnellstra√üen.

Schienenverkehr

Mit nur zwei Linien ist die Insel mittels des Eisenbahnverkehrs wenig erschlossen. Die Chemins de fer de la Corse (CFC) - eine Tochter der französischen Staatsbahn SNCF - ist die einzige Eisenbahngesellschaft auf Korsika.

Die Strecken (als durchweg eingleisige Schmalspurbahn) verbinden die beiden Hafenst√§dte Bastia an der Ostk√ľste und Ajaccio an der Westk√ľste. Zudem erschlie√üt sie die Nordk√ľste der Insel mit der Hafenstadt Calvi. Die Gesamtl√§nge betr√§gt 231 km.

Luftverkehr

Korsika verf√ľgt √ľber Flugh√§fen in folgenden St√§dten:

Wichtige Fluggesellschaften, die Korsika anfliegen, sind Air France und Air Corsica sowie aus Deutschland, √Ėsterreich und der Schweiz Germanwings, Tuifly, Lufthansa, Germania Airlines, Air Berlin, Intersky und easyJet.

Schiffsverkehr

Autofähre von Corsica Ferries

Die F√§hrh√§fen Ajaccio, Porto-Vecchio, Propriano und Bonifacio bedienen S√ľd-Korsika, w√§hrend die in Bastia, Calvi und L'√éle Rousse vor allem Nord-Korsika an das europ√§ische Festland anschlie√üen.

Autofährverbindungen gibt es beispielsweise von Marseille, Nizza und Toulon in Frankreich sowie von Sardinien, Savona, Livorno, La Spezia, Piombino und Genua in Italien. Die wichtigsten Schifffahrtsgesellschaften sind SNCM, Moby Lines und Corsica Ferries.

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Korsika ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Commons: Corse ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Quellen

  1. ‚ÜĎ Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)

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