Kosmos (Rakete)


Kosmos (Rakete)

Kosmos (russisch Космос) ist die Bezeichnung für eine sowjetische bzw. russische Trägerrakete. Sie wurde, wie damals in der Sowjetunion üblich, nach ihrer ersten Nutzlast, dem Satelliten Kosmos-1, benannt. Mit Kosmos verfügte die Sowjetunion über eine im Gegensatz zu früheren sowjetischen Trägerraketen kleinere Rakete, um leichtere Satelliten zu starten.

Inhaltsverzeichnis

Kosmos B-1

Die erste Kosmos-Rakete wurde Kosmos B-1 genannt. B stand in der US-Aufklärung für den zweiten Grundtyp von Trägerraketen, 1 für die Anzahl von Oberstufen, andere Namen: SL-7 (US-Verteidigungsministerium), Kosmos 2I, Kosmos 11K63, Kosmos 63S1, Sandal; Variante Kosmos 63SM; Variante Kosmos 63S1M, auch bezeichnet als Kosmos 2M. Sie ging aus der Mittelstreckenrakete R-12 (im Westen als SS-4 Sandal bekannt) hervor, die im Konstruktionsbüro Jangel (OKB-586) entwickelt wurde. Die maximale Nutzlast in ein niedriges Erdorbit betrug 420 kg. Der Erststart erfolgte am 26. Oktober 1961 in Kapustin Jar. Bis 1977 gab es 166 Starts, davon schlugen 21 fehl. Die erste Stufe der Rakete wurde mit RP-1 (eine Kerosinart) und Salpetersäure, die zweite Stufe mit flüssigem Sauerstoff und UDMH (unsymmetrischem Dimethylhydrazin) betrieben. Die Erststufe hatte ein Vierkammer-Triebwerk RD-214 mit Pumpenförderung. Die Zweitstufe verwendete das Triebwerk RD-119 mit vier festen Steuerdüsen. Der Start erfolgte aus einem Silo. In verschiedenen Darstellungen wurde das Aufsetzen der Oberstufe in den Silo gezeigt.

Kosmos C-1 und 3M

Kosmos-3M

Der Nachfolger Kosmos C-1 (das entsprach dem dritten Grundtyp mit einer Oberstufe, andere Namen: SL-7 (US-Verteidigungsministerium), Kosmos 1, Kosmos 65S3, Skean; Variante Kosmos 11K65, öfter bezeichnet als Kosmos 3) ging aus der größeren Mittelstreckenrakete R-14 (US-Bezeichnung SS-5 Skean) hervor. Die Nutzlast ist mit 1400 kg in ein Orbit in 400 km (700 kg in ein 1.600 km-Orbit) deutlich größer. Der Erststart erfolgte am 15. Mai 1967. Die erste Stufe der Rakete verwendet im Triebwerk RD-216M UDMH und Distickstofftetroxid, die zweite Stufe Salpetersäure, Distickstofftetroxid und UDMH. Somit enthält die Rakete nur lagerfähige Treibstoffe.

Die Variante Kosmos 11K65M, auch bezeichnet als Kosmos 3M, verwendet eine verbesserte zweite Stufe S-3M und ist bis heute in Verwendung. Die Rakete ist 32,4 m lang, bei einem Durchmesser von 2,4 m, und besitzt ein Startgewicht von 109 t. Damit kann sie eine Nutzlast von 1.500 kg in eine Umlaufhöhe von 250 km transportieren. Die Maximalhöhe beträgt 1.700 km.

Der Start erfolgt entweder in Kapustin Jar (48° Inklination) oder Plessezk (66° bis 98° Inklination).

Mit der Variante Kosmos 65MP, auch bezeichnet als Kosmos 3MP, wurden die Raumfährenmodelle Bor-4 und 5 auf ihre Wiedereintrittseigenschaften getestet. Es wurden suborbitale oder erdnahe Umlaufbahnen erreicht.

Die Firma PO Poljot in Omsk, Russland, arbeitet seit längeren an einer Weiterentwicklung Kosmos 3MU auch "Vslet" (russisch Взлёт - zu deutsch Abheben). International vermarktet die Firma COSMOS International Satellitenstart in Bremen, eine Tochterfirma von OHB Technology, die Trägerrakete.

Die Verwendung dieser Rakete soll demnächst eingestellt werden.[1]

Technische Daten

Für Kosmos 3M.

  • Größe
    • Höhe: 32,4 m
    • Durchmesser: 2,4 m
    • Startmasse: 109 t
    • Stufen: 2
  • Kapazität
    • Nutzlast zu LEO 1500 kg
    • Nutzlast zu SSO 775 kg
  • Startgeschichte
    • Status : im Einsatz
    • Startplatz: Plessezk oder Kapustin Jar
    • Anzahl der Starts: 439 (419 davon erfolgreich)
    • Erststart: 15. Mai 1967
  • Erststufe R-14U
    • Triebwerk: 1 RD-216
    • Bodenschub: 1486 kN
    • Vakuumschub: 1728 kN
    • Spezifischer Impuls: 2429 Ns/kg
    • Brennzeit: 170 s
    • Brennstoff: Distickstofftetroxid/UDMH
  • Zweitstufe
    • Triebwerk: 1 RD-219
    • Schub: 883 kN
    • Spezifischer Impuls: 2875 Ns/kg
    • Brennzeit: 1620 s
    • Brennstoff: Distickstofftetroxid/UDMH

Siehe auch

Katastrophen der Raumfahrt

Weblinks

Quellen

  1. Russland nimmt Produktion von Trägerrakete Kosmos-3M nicht wieder auf. RIA Novosti (9. April 2010). Abgerufen am 9. April 2010.

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