Kosovo-Krieg

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Kosovo-Krieg
LĂŒckenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: es sollte schon noch auf die ZustĂ€nde im Kosovo selbst eingegangen werden, Stichwort Menschenrechtsverletzungen auf beiden Seiten, Hinrichtungen von Zivilisten etc. - chronologisch im Kriegsverlauf eingebettet, sachlich, ausgeglichen und nicht chauvinistisch wĂ€re toll.

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Kosovokrieg
Teil von: Jugoslawienkriege
Karte des Kosovo
Karte des Kosovo
Datum 24. MĂ€rz 1999 bis 10. Juni 1999
Ort Bundesrepublik Jugoslawien, Kosovo
Casus belli Nichtunterzeichnung des Vertrages von Rambouillet durch die BR Jugoslawien
Ausgang Sieg der NATO, UN-Verwaltung und Besetzung des Kosovos durch die KFOR
Konfliktparteien
UÇK

NATO

Bundesrepublik Jugoslawien
Befehlshaber
Agim Çeku
Hashim Thaci
Wesley Clark
Javier Solana
FR YugoslaviaFR Yugoslavia Slobodan Miloơević
FR YugoslaviaFR Yugoslavia Dragoljub Ojdanić
FR YugoslaviaFR Yugoslavia Nebojơa Pavković
FR YugoslaviaFR Yugoslavia Vladimir Lazarević
TruppenstÀrke
12.000 - 50.000 KĂ€mpfer FR YugoslaviaFR Yugoslavia 114.000 Soldaten
FR YugoslaviaFR Yugoslavia 20.000 Polizisten
Verluste
3000+ getötet [1] FR YugoslaviaFR Yugoslavia 703 getötet
FR YugoslaviaFR Yugoslavia 2000 vermisst

Der Kosovokrieg wurde vom 24. MĂ€rz 1999 bis zum 10. Juni 1999 zwischen einer von den Vereinigten Staaten von Amerika angefĂŒhrten NATO-Koalition und der Bundesrepublik Jugoslawien um die Provinz Kosovo gefĂŒhrt.

Die Intervention der NATO erfolgte ohne UN-Mandat, als Reaktion auf Menschenrechtsverletzungen der jugoslawischen SicherheitskrĂ€fte gegen die seit 1997 mit terroristischen Mitteln operierende UÇK in der mehrheitlich von Albanern besiedelten serbischen Provinz Kosovo. Jugoslawien bestritt solche Verletzungen, beklagte anderseits sezessionistische Tendenzen bei großen Teilen der albanischen Bevölkerung des Kosovo, die mit terroristischen Mitteln umgesetzt werden sollten und die von serbischer Seite bekĂ€mpft werden mĂŒssten.

An dem von NATO-LuftstreitkrĂ€ften ohne Einsatz von Bodentruppen gefĂŒhrten Luftkrieg (Operation Allied Force) waren anfĂ€nglich 430 Flugzeuge beteiligt. Durch den unvorhergesehenen langen Kriegsverlauf mussten aber bis Kriegsende insgesamt 1200 Kampfflugzeuge von 14 NATO-Mitgliedstaaten mobilisiert werden.

Da den NATO-LuftstreitkrĂ€ften trotz der vielfachen Überlegenheit kein militĂ€rischer Sieg gegen die Vojska Jugoslavije (VJ) gelang, und sowohl erhebliche taktische wie strategische Fehler des ersten vollstĂ€ndigen Informationskrieges die Operation begleiteten, gilt die MilitĂ€rdoktrin des ĂŒberwiegend mit PrĂ€zisonswaffen gefĂŒhrten, hochtechnisierten kurzen und im nachhinein ĂŒberbewerteten Luftkrieges, der durch chirurgische LuftschlĂ€ge und technischer Überlegenheit dem Gegner die eigene Taktik aufdrĂ€ngt und diesen in wenigen Tagen bezwingt, durch die Unmöglichkeit die Kampfgeschehnisse am Boden zu kontrollieren und die hohe Zahl ziviler Opfer als weitgehend gescheitert.[2][3]

Im Ergebnis des Krieges wurde, basierend auf der Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrates, eine UN-Verwaltung in der Provinz eingerichtet, gleichzeitig aber auch die Zugehörigkeit des Gebietes zur Bundesrepublik Jugoslawien bestÀtigt.[4]

Inhaltsverzeichnis

HintergrĂŒnde

Vorgeschichte

1878 erhielten Serbien und Montenegro auf dem Berliner Kongress die UnabhĂ€ngigkeit, Kosovo und Albanien dagegen verblieben im Osmanischen Reich. WĂ€hrend der beiden Balkankriege (1912/1913) annektierte Serbien den Kosovo, Albanien wurde unabhĂ€ngig. 1945 wurde Kosovo in der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien (bzw. ab 1963 Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien) zur autonomen Provinz innerhalb der Republik Serbien. In den sechziger Jahren galt Adem Demaçi als fĂŒhrende Persönlichkeit der albanischen Widerstandsbewegung. Durch eine schrittweise Dezentralisierung gelang es dem jugoslawischen PrĂ€sidenten Josip Broz Tito in der Folgezeit, die Spannungen zwischen den Volksgruppen im Land zu beruhigen. 1974 erhielt das Kosovo (wie auch die Vojvodina) weitreichende Autonomierechte und weitgehende Selbstverwaltung. 1981 forderten Albaner im Kosovo fĂŒr die Provinz den Status einer Republik innerhalb Jugoslawiens; daraufhin kam es zu schweren Unruhen zwischen Albanern und den jugoslawischen SicherheitskrĂ€ften, in deren Folge die jugoslawische Regierung den Ausnahmezustand ĂŒber den Kosovo verhĂ€ngte. Die Unruhen wurden niedergeschlagen.

Aufhebung der Autonomie des Kosovo

Jugoslawischer PrĂ€sident Slobodan MiloĆĄević.

Am 28. MĂ€rz 1989 wurde die Autonomie der Provinz Kosovo durch das serbische Parlament aufgehoben, was einen Bruch der jugoslawischen Bundesverfassung von 1974 darstellte. 1989/90 ließ Slobodan MiloĆĄević Parlament und Regierung des Kosovo im Rahmen der sogenannten antibĂŒrokratischen Revolution auflösen. Nahezu sĂ€mtliche Albaner wurden aus öffentlichen Ämtern entlassen.

WĂ€hrend des Zerfalls von Jugoslawien wurde im September 1991 nach einem geheimen Referendum die „Republik Kosova” proklamiert, die nur von Albanien anerkannt wurde. Eine quasistaatliche Schattenstruktur etablierte sich. Seither versuchten Albaner durch passiven Widerstand die Weltöffentlichkeit auf ihre Seite zu ziehen. 1992 wĂ€hlten die Kosovoalbaner den Schriftsteller Ibrahim Rugova zum PrĂ€sidenten der „Republik Kosova”. Auch ein Parlament wurde gewĂ€hlt, das jedoch nicht zusammentrat. Die von Rugova ernannte Regierung nahm ihre AmtsgeschĂ€fte aus dem Exil wahr.

WĂ€hrend des Bosnienkrieges wendete die NATO 1995 erstmals starke Luftangriffe (Operation Deliberate Force) an, um die Respektierung der UN-Schutzzonen durch die bosnisch-serbische Armee zu erzwingen. In der Folge kam es zum Dayton-Vertrag und zur Stationierung von NATO-Truppen in Bosnien und Herzegowina. Der friedliche Widerstand im Kosovo erschien fĂŒr die betroffenen Kosovaren dagegen als erfolglos und die UÇK trat 1996 in Erscheinung, um zum bewaffneten Kampf ĂŒberzugehen.

Die meisten Kosovoalbaner boykottierten die Wahlen zum serbischen Parlament im September und Oktober 1997; es kam zu schweren ZusammenstĂ¶ĂŸen mit der serbischen Polizei im Kosovo. Bei den PrĂ€sidenten- und Parlamentswahlen der „Republik Kosova” wurde Rugova als PrĂ€sident bestĂ€tigt.

Konflikt zwischen der UÇK und dem jugoslawischen Staat

Seit dem FrĂŒhjahr 1996 fĂŒhrte die UÇK Operationen im Kosovo gegen staatliche Einrichtungen und Zivilbevölkerung durch (Die UÇK wurde im deutschen Verfassungsschutzbericht 1998 als in „ihrer Heimat terroristisch operierend“ eingestuft).[5].

Im MĂ€rz 1998 unternahmen die serbische Sonderpolizei und Einheiten der Jugoslawischen Armee eine Großoffensive gegen die UÇK; dabei kam es auch zu Übergriffen auf die Kosovo-albanische Bevölkerung. Unterdessen beschließen die Vereinten Nationen am 31. MĂ€rz 1998 in der Resolution 1160 des Weltsicherheitsrates ein Embargo gegen Jugoslawien, um die jugoslawische StaatsfĂŒhrung zum Einlenken oder zumindest zu GesprĂ€chen zu zwingen. DarĂŒber hinaus verlangte der Weltsicherheitsrat in genannter Resolution unter anderem von Jugoslawien, dass „die Einheiten der Sonderpolizei abgezogen“ werden mĂŒssten und das „Vorgehen gegenĂŒber der Zivilbevölkerung“ einzustellen sei. Die EuropĂ€ische Union verhĂ€ngte entsprechend Sanktionen. Im Juli 1998 unternahmen serbische Einheiten erneut eine Großoffensive gegen die UÇK im Kosovo, die auf beiden Seiten zahlreiche Opfer forderte. Innerhalb des Kosovo befanden sich rund 230.000 Menschen – grĂ¶ĂŸtenteils Kosovoalbaner – auf der Flucht. Die UÇK rief zum allgemeinen Kampf gegen die „serbische Herrschaft“ auf.

Am 24. August 1998 erklĂ€rte der Weltsicherheitsrat seine tiefe Sorge ĂŒber die „heftigen KĂ€mpfe im Kosovo, die verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung haben“, und forderte eine sofortige Waffenruhe. Er gab mit der Besorgnis Ausdruck, dass „sich die Situation im Kosovo in Anbetracht der wachsenden Zahl der Vertriebenen und des herannahenden Winters zu einer noch grĂ¶ĂŸeren humanitĂ€ren Katastrophe entwickeln könnte.“ [6]

Resolution des Weltsicherheitsrates

In der Resolution 1199 verurteilte der Weltsicherheitsrat am 23. September 1998 scharf den „exzessiven Gebrauch von Gewalt“ durch serbisches MilitĂ€r und PolizeikrĂ€fte und bezeichnete ihn als „Bedrohung des Friedens“.[7] Er verzichtete aber darauf, Gewalt gegen Jugoslawien zur Unterbindung von Menschenrechtsverletzungen anzuordnen.

Nach einem Ultimatum der NATO erklĂ€rte sich der serbische PrĂ€sident MiloĆĄević im Oktober 1998 bereit, der UN-Resolution Folge zu leisten, den grĂ¶ĂŸten Teil der serbisch-jugoslawischen Truppen und der Sonderpolizei aus dem Kosovo abzuziehen, die FlĂŒchtlinge heimkehren zu lassen und den Prozess von einer 2000 Mann starken internationalen Beobachterkommission der Organisation fĂŒr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ĂŒberwachen zu lassen.

Im Januar 1999 flammten die KĂ€mpfe im Kosovo erneut auf. Bei einem Massaker in Račak wurden ĂŒber 40 Kosovo-Albaner getötet. WĂ€hrend Untersuchungen der OSZE und der EU ergaben, dass es sich bei den Opfern um unbewaffnete Zivilisten gehandelt habe, die durch KopfschĂŒsse hingerichtet worden seien, behaupteten serbische SicherheitskrĂ€fte, die Toten seien gefallene UÇK-KĂ€mpfer gewesen, deren Uniformen und Waffen nachtrĂ€glich von Albanern entfernt worden seien. Die NATO erneuerte ihre Androhung eines Luftangriffs und ermĂ€chtigte ihren GeneralsekretĂ€r Javier Solana zu MilitĂ€raktionen gegen Jugoslawien; zugleich forderte die Balkan-Kontaktgruppe (USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Italien) ultimativ direkte Verhandlungen zwischen der serbischen StaatsfĂŒhrung und Vertretern der Kosovo-Albanern.

Verhandlungen von Rambouillet

Die seit 6. Februar 1999 in Rambouillet unter NATO-Vermittlung laufenden FriedensgesprĂ€che zwischen der jugoslawischen FĂŒhrung und den FĂŒhrern der Kosovo-Albaner wurden am 19. MĂ€rz 1999 unterbrochen. WĂ€hrend die Delegation der Kosovo-Albaner das ihr vorgelegte Papier – wonach der Kosovo innerhalb von Serbien eine umfassende Autonomie erhalten, aber unter serbischer Hoheit bleiben sollte, die UÇK entwaffnet und NATO-Truppen im Kosovo stationiert werden sollten – unterzeichnet, wurde dies von der jugoslawischen Delegation verweigert, weil sie eine Stationierung auslĂ€ndischer Truppen sowohl im Kosovo als auch in der gesamten BR Jugoslawien, unter Zuerkennung vollstĂ€ndiger zivilrechtlicher und strafrechtlicher ImmunitĂ€t von NATO und NATO-Personal, sowie kostenlose und uneingeschrĂ€nkte Nutzung der gesamten jugoslawischen Infrastruktur durch die NATO ablehnte.

„Tendenzen zu ethnischen SĂ€uberungen sind weiterhin nicht zu erkennen.“ stand am 22. MĂ€rz 1999 in der Tagesmeldung des Amtes fĂŒr Nachrichtenwesen der Bundeswehr.[8] Laut OSZE-Beobachtern gab es im MĂ€rz 1999, vor den NATO-Angriffen, im gesamten Kosovo 39 Todesopfer auf beiden Seiten. Am 22. MĂ€rz 1999 wurden die OSZE-Beobachter wegen erwarteter NATO-Angriffe aus dem Kosovo abgezogen.

Am 23. MĂ€rz wurde von jugoslawischer Seite ein Teil des Rambouillet-Papiers akzeptiert, der Anhang B wurde weiterhin abgelehnt. Dieser sah die Stationierung einer NATO-Friedenstruppe im Kosovo vor, ferner die Versorgung dieser Truppe ĂŒber jugoslawisches Hoheitsgebiet, dies unkontrolliert und ohne Mitwirkungsrecht der jugoslawischen Regierung, inklusive Nachschublieferungen auf jugoslawischem Staatsgebiet, oft als „Manöver“ missverstanden. Der entsprechende Annex B sprach folgerichtig von „manövrieren“ (to maneuver).[9] Sowohl die NATO als auch die albanische Delegation bestanden auf einer PrĂ€senz von NATO-Truppen im Kosovo, da sie den Zusicherungen der serbischen Regierung nicht trauten.

Kriegsverlauf

Beginn der Operation Allied Force am 24. MĂ€rz 1999

Wesley Clark Oberbefehlshaber der NATO im Kosovo-Krieg auf einer Besprechung am 9. Mai 1999 in der Luftwaffenbasis Aviano

Die Absicht, im Kosovo militĂ€risch zuzuschlagen, verfolgte die NATO seit 1998. Vorbereitend wurden schon im Juni 1998 militĂ€rische LuftĂŒbungen ĂŒber Albanien und Mazedonien abgehalten und Einheiten der Marines zu Übungen nach Albanien gebracht.[10] Die Planung fĂŒr die Luftangriffe waren im September unter den NATO-Mitgliedern abgeschlossen.[11] Sie waren fĂŒr ein Scheitern der GesprĂ€che zwischen MiloĆĄević und Holbrooke fĂŒr den Oktober 1998 vorgesehen. Die schon in der Luft auf den Angriffsbefehl wartenden B-52 Bomber der US-Air Force wurden noch am 13. Oktober 1998 in letzter Sekunde zurĂŒckbeordert.[12]

Im Verlauf des MĂ€rz 1999 verdichteten sich neuerlich Informationen zu einem bevorstehenden Luftschlag der NATO. Die Luft- und SeestreitkrĂ€fte der NATO hatten ihre Positionen eingenommen, der von der USS Theodor Roosevelt angefĂŒhrte amerikanische FlottentrĂ€gerverband wurde aus dem Persischen Golf in die Adria beordert und die Beobachter der OSZE an der KVM-Mission am 20. MĂ€rz aus dem Kosovo abgezogen. Ein Angriff auf die Bundesrepublik Jugoslawien war damit jetzt imminent.[13] Russland, das bis zuletzt an einer friedlichen Beilegung gearbeitet hatte und wichtigster VerbĂŒndeter Serbiens war, wurde ĂŒber die bevorstehenden LuftschlĂ€ge noch am 24. MĂ€rz informiert. Der amerikanische PrĂ€sident Bill Clinton benachrichtigte Boris Jelzin dabei in einem Brief und einem lĂ€ngeren TelefongesprĂ€ch ĂŒber den Beginn und die Ziele des Krieges.[14] In einem in der Diplomatie einzigartigen Vorfall ließ der sich am 24. MĂ€rz gerade auf dem Weg nach Washington befindliche Außenminister Russlands, Jevgenij Primakov, nach einer telefonischen Auseinandersetzung mit dem US-amerikanischen VizeprĂ€sidenten Al Gore, der ihm mitteilte, dass die LuftschlĂ€ge nicht mehr aufzuhalten seien, sein Flugzeug ĂŒber dem Atlantik wenden und kehrte nach Moskau zurĂŒck.[15]

Am Abend des 24. MĂ€rz 1999 gaben NATO-GeneralsekretĂ€r Javier Solana und NATO-Oberbefehlshaber US-General Wesley Clark Luftangriffe (Operation Allied Force) gegen die Bundesrepublik Jugoslawien bekannt. Die NATO-LuftstreitkrĂ€fte begannen ab ca. 20 Uhr mit Angriffen auf Ziele der serbischen Luftverteidigung in Pančevo, Belgrad, PriĆĄtina, Novi Sad und Podgorica.[16] Bei diesem Angriff waren von U-Booten in der Adria sowie von B-52-Bombern abgefeuerte Marschflugkörper und Kampfflugzeuge beteiligt.[17]

Auch deutsche Truppen beteiligten sich an den LuftschlĂ€gen. FĂŒr sie stellte der Kosovokrieg den erste Kampfeinsatz seit dem Zweiten Weltkrieg dar. Die deutsche Luftwaffe beteiligte sich mit Jagdbombern vom Typ Tornado von den italienischen LuftwaffenstĂŒtzpunkten Piacenza und Aviano. Es wurden AufklĂ€rungs- und SEAD-EinsĂ€tze geflogen. Unter anderem wurden ĂŒber 200 Raketen des Typs AGM-88 HARM gegen feindliche Radarstellungen eingesetzt. Die Deutsche Luftwaffe hatte dabei keine eigenen Verluste zu verzeichnen. Allerdings gingen einige zu AufklĂ€rungszwecken eingesetzte Drohnen des Typs CL 289 verloren, wobei ĂŒberwiegend feindlicher Beschuss durch Flak angenommen wird. In der Adria wurde die Fregatte „Rheinland-Pfalz“ stationiert und spĂ€ter durch den Zerstörer LĂŒtjens abgelöst.

Russland kritisierte die NATO-Luftangriffe sofort scharf und drohte bei einer Eskalation des Konfliktes mit militĂ€rischen Gegenmaßnahmen. Eine schon laufende militĂ€rische UnterstĂŒtzung Russlands an Serbien durch mehrere Transportflugzeuge mit schwerem KriegsgerĂ€t wurde durch die entzogenen Überflugrechte ĂŒber RumĂ€nien und Bulgarien sowie einen Eingriff der Behörden in Aserbaidschan vereitelt.[18]

Der GeneralsekretĂ€r der Vereinten Nationen Kofi Annan erklĂ€rte am 24. MĂ€rz, dass der Weltsicherheitsrat „die erste Verantwortung“ fĂŒr die Aufrechterhaltung von Frieden und Sicherheit habe. „Dies ist ausdrĂŒcklich anerkannt im Nordatlantischen Vertrag (NATO-Vertrag)“. Ohne die NATO-Luftangriffe auf Ziele im Kosovo und im ĂŒbrigen Jugoslawien zu kritisieren, Ă€ußerte Annan sein „tiefes Bedauern“, dass trotz aller BemĂŒhungen die jugoslawische Regierung auf der Ablehnung einer politischen Lösung bestanden habe. „Es ist in der Tat tragisch, dass die Diplomatie versagt hat. Aber es gibt Zeiten, in denen die Anwendung von Gewalt fĂŒr die BemĂŒhungen um den Frieden legitim sein könnte.“

Mobilisierung der Jugoslawischen Armee (VJ)

Aufgrund der Angriffe wurde die Jugoslawische Armee (Vojska Jugoslavije) am 24. MĂ€rz teilmobilisiert, das Kriegsrecht noch am Abend ausgerufen. Insbesondere wurde die Luftverteidigung (RV - Ratno Vazduhoplovstvo und PVO - Protiv VazduĆŸna Odbrana) auf eine Gegenwehr eingerichtet und die einzig relevante Jagdstaffel moderner JĂ€ger von ca. 15 Mig 29, der praktisch obsoleten Luftwaffe des RV, in Einsatz gerufenen und zu je einem Tandem auf die Flugbasen in Golubinci, Lađevci, NiĆĄ, Slatina und Batajnica verteilt. Alle Einheiten der Jugoslawischen Armee und die militĂ€rische AusrĂŒstung wurden in sichere MilitĂ€robjekte verlegt oder auf das Territorium des Landes verteilt.[19] Nachdem Tito wĂ€hrend des Kalten Krieges ĂŒberall im ehemaligen Jugoslawien befestigte MilitĂ€robjekte errichten ließ, verfĂŒgte die Jugoslawische Armee ĂŒber zahlreiche bombensichere unterirdische Kavernen, Bunker und Depots. Die meisten der militĂ€rischen Basen, die im Verlauf der LuftschlĂ€ge der NATO zerstört wurden, waren demnach schon lange von der VJ evakuiert, was das strategische Potential eines alleinigen Luftkrieges nachhaltig in Zweifel zog, aber im Kosovo-Krieg die dominierende militĂ€rische Doktrin des westlichen MilitĂ€rbĂŒndnisses blieb, auch wenn insbesondere Tony Blair Ende April die Option zu einer Bodenoffensive gegen die VJ nicht mehr ausschloss.[20]

Um gegen die NATO und die verbĂŒndeten UÇK-Rebellen in dieser Situation eine strategische VerstĂ€rkung der Position im Kosovo zu erreichen und einen möglichen Bodenangriff abzuwehren, beschloss der Generalstab und der Kommandant der 3. Jugoslawische Armee (VJ- Vojska Jugoslavije) NebojĆĄa Pavković am spĂ€ten Abend des 28. MĂ€rz 1999 eine der stĂ€rksten Einheiten der 1. Armee, die 252. motorisierte Brigade, unter völliger Geheimhaltung aus Kraljevo in den Kosovo zu verlegen und die dortigen Einheiten des PriĆĄtina Korpuses unter Vladimir Lazarević zu unterstĂŒtzen. Die Kolonne des Großkonvois von 60 km LĂ€nge bestand aus schwerer Artillerie, Panzern und Truppentransportern. Die Brigade konnte von der LuftaufklĂ€rung der NATO unbemerkt ĂŒber die Eisenbahnlinie, die EisenbahnbrĂŒcken wurden erst Anfang April bombardiert, innerhalb von vier Tagen nach Kosovska Mitrovica und Lipljan verlegt werden. Die Tarnung des Konvois, der tagsĂŒber in den zahlreichen Tunneln der Eisenbahnlinie versteckt lag, und schlechtes Wetter verhinderten seine Entdeckung. Damit gelang es der VJ, eine fĂŒr sie strategisch gĂŒnstige Ausgangslage am Boden einzunehmen und damit die NATO in einen nicht geplanten und unvorhergesehenen lĂ€ngeren Konflikt zu ziehen.[21]

FlĂŒchtlingslager in Albanien im Juni 1999 östlich von KukĂ«s.

Nach dem Beginn des Bombardements wurden mehrere hunderttausend Menschen (460.000 allein nach Albanien)[22], meist Kosovo-Albaner, von jugoslawischen MilitĂ€r- und Polizeieinheiten aus dem Kosovo vertrieben oder flĂŒchteten vor den Kriegseinwirkungen[23]. Sie suchten zumeist in den NachbarlĂ€ndern Albanien und Mazedonien Zuflucht.[24] Die vom damaligen Deutschen Verteidigungsminister Rudolf Scharping vorgebrachte BegrĂŒndung fĂŒr die Bombardierung, dass ein sogenannter serbischer Hufeisenplan (Potkovica) existiere, der darauf abzielte, die Albaner zu vertreiben, stellte sich schon wĂ€hrend des Krieges als Kostrukt heraus und rief anhaltende Kontroversen ĂŒber Aussagen zum Krieg innerhalb der NATO hervor.[25] Bis heute wird die Vertreibung der Albaner wĂ€hrend des Krieges kontrovers diskutiert, doch sind die Auswirkungen der durch die Bombardierung hervorgerufenen FlĂŒchtlingsströme nicht zu leugnen.[26]

Am 31. MĂ€rz gerieten im Grenzgebiet zwischen dem Kosovo und Mazedonien drei US-Soldaten (Cpt. Peter Lamp, Airman Miles, AFC MC Grom in die Gewalt der jugoslawischen Armee. Sie wurden wenige Tage spĂ€ter wieder freigelassen. Am 7. April schloss Jugoslawien seine Grenzen zu Albanien und Mazedonien und trieb die soeben vertriebenen Kosovaren zurĂŒck ins Landesinnere.

Bodengefechte an den Grenzposten Morina und KoĆĄare

Die UÇK war durch die VJ aus ihren Stellungen in die NachbarlĂ€nder vertrieben und plante ab dem 9. April aus Albanien kommend in den Kosovo einzudringen. KĂ€mpfe zwischen der UÇK und der VJ fanden insbesondere an den in unĂŒbersichtlichem Bergland gelegenen Grenzposten Morina und KoĆĄare im Gebirgsgebiet der Prokletije statt. Die zwischen April und insbesondere im Mai gefĂŒhrten KĂ€mpfe bildeten die schwersten BodenkĂ€mpfe im Kosovo. Die Aktion der UÇK war generalstabsmĂ€ĂŸig geplant, gut vorbereitet und von Artillerie-Einheiten französischer FremdenlegionĂ€re unterstĂŒtzt.

Eine zahlenmĂ€ĂŸig bedeutende Einheit der Infanterie der UÇK, SchĂ€tzungen gehen von ca. 9000 KĂ€mpfern aus, nahmen an den KĂ€mpfen teil, die dadurch ca. maximal 500 Meter in das Territorium des Kosovo eindringen konnten und den Grenzposten KoĆĄare (Karaula KoĆĄare) (⊙42.323320.2587700) einnahmen. Die NATO unterstĂŒtzte die UÇK durch Bombardierung der VJ und nahm am 10. und 11. Mai insbesondere FlĂ€chenbombardierungen gegen Truppenmassierungen der VJ mit Clusterbomben auf.

Die Planung der UÇK-KoĆĄare-Offensive war eng mit NATO-StĂ€ben abgesprochen und hatten sowohl die logistische als auch taktische UnterstĂŒtzung der in Albanien stationierten amerikanischen Einheiten, sowie der Luftwaffe der NATO. Durch die Eröffnung, dass ein versehentlicher NATO-Angriff auf vermeintlich noch von der VJ gehaltene Positionen bei KoĆĄare, hohe Verluste der UÇK verursachte,[27] wurde die Koordinierung der Offensive durch die NATO weitlĂ€ufig bekannt.[28]

Die VJ hatte bei den Gefechten ihre schwersten Verluste des Krieges zu beklagen,[29] erlaubte der UÇK aber durch eine fortlaufende VerstĂ€rkung, mehrere Gegenoffensiven und schwerste Abwehrgefechte, tiefer als ĂŒber die Grenzlinie in das Kosovo einzudringen. Da die Bergregion nicht mit schwerem GerĂ€t erreichbar war, wurden die KĂ€mpfe ĂŒberwiegend von der Infanterie gefĂŒhrt. Ein Versuch der VJ, mit Panzern in den dichten BergwĂ€ldern zu operieren, sollte vor allem demoralisierende Wirkung haben, blieb aber militĂ€risch weitgehend wirkungslos.

Insgesamt wehrte die VJ ein weiteres Vordringen als ĂŒber die eigentlichen Grenzposten hinaus, erfolgreich ab und kontrollierte damit bis zum 10. Juni auch das komplette Territorium des Kosovo.

Strategischer Luftkrieg der NATO

Der Luftkrieg der NATO war ursprĂŒnglich nur fĂŒr wenige Tage vorgesehen, die Ziele fĂŒr die Angriffe nach einem bestimmten Schema organisiert. Es gab erste, zweite und dritte Kategorien je nach Zieltyp und geplanten Eskalationsverlauf der LuftschlĂ€ge. Dabei entsprachen die Typen eins und zwei den militĂ€rischen Zielen, die dritte Kategorie den Zielen der zivilen Infrastruktur. Da Milosevic aber frĂŒh zu erkennen gab, dass er sich der Gewalt der Luftstreitmacht nicht ohne weiteres FĂŒgen wird und seine Armee vorzeitig in Deckung beordert wurde, war die NATO gezwungen, eine Eskalation herbeizurufen und frĂŒh Ziele der dritten Kategorie anzugreifen.

Innerhalb der NATO-Befehlskette gab es von Anfang an große Differenzen, die nicht nur unter den einzelnen NATO-Mitgliedern betrĂ€chtlich waren, sondern auch innerhalb der militĂ€rischen Strukturen, auch auf persönlicher Ebene zu schweren ZerwĂŒrfnissen fĂŒhrten. So war die Kommunikation zwischen dem Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten William Cohen und dem Oberkommandierenden der Operation Wesley Clark durch ein schlechtes persönliches VerhĂ€ltnis geprĂ€gt und Clark hatte innerhalb seiner eigenen Befehlskette in seinem Luftwaffenchef Michael Short, sowie dem Britischen Kommandanten Sir Mike Jackson erhebliche Widersacher ĂŒber Strategie und Taktik, was sogar zu Befehlsverweigerungen fĂŒhrte und in den kritischsten Situationen des Krieges nur durch wiederholte Intervention auf höchster politischer Ebene zu lösen war.[30] Insbesondere wurde der schwere Fehler Clarks, den Gegner völlig unterschĂ€tzt zu haben, zum nachhaltigen VerhĂ€ngnis der limitierten NATO-Strategie, die allein auf der Überlegenheit der eingesetzten LuftstreitkrĂ€fte basierte und, ohne das MilitĂ€r des Adversaten entscheidend geschwĂ€cht zu haben, auch nicht die anvisierten diplomatischen Ziele allein ĂŒber die militĂ€rische Komponente erreichen konnte.

Integrierte Luftverteidigung der VJ

Flugabwehrrakete SA-3 Neva (S-125) der Serbischen Armee

Die integrierte Luftverteidigung (PVO) der Vojska Jugoslavije bestand aus der 250. Raketenbrigade, sowie den Jagdgeschwader der Jugoslawischen Luftwaffe. Der VJ standen nur militĂ€rtechnisch veraltete GerĂ€te zur VerfĂŒgung, diese aber in großer Anzahl. Darunter 24 SA-2, 16 SA-3 und 60-80 SA-6 Einheiten.[31] Die operativ bedeutendsten Raketendivisionen bestanden aus sechs Mobilen Divisionen mit SA-6 Lafetten, sowie den als Ring um Belgrad (Batajnica, Jakovo, Mala Vrbica (Mladenovac), Zuce und Pancevo) angeordneten fĂŒnf Divisionen mit S-125 Neva Batterien.

Die Luftverteidigung der VJ operierte nach den Lehren, die man aus den taktischen Fehlern bei der schlagartigen Eliminierung der Luftverteidiung der Irakischen Armee im ersten Golfkrieg, die mit Ă€hnlichen Waffensystemen ausgestattet war, zog. Um die Radaranlagen und Raketenbatterien nicht wie bei Desert Storm durch spezielle HARM-Raketen schon nach sechs Tagen zu verlieren, wurden alle Luftverteidigungsbatterien aus den bekannten Garnisonen gebracht und ĂŒber das Land verteilt.[32] Zudem vermied die VJ die Radaranlagen lĂ€nger als nötig einzuschalten und Reaktionszeiten von unter einer Minute reichten aus, um die Boden-Luft-Raketen zu aktivieren, was durch die konzentrierte Kommandostruktur, die ĂŒber gehĂ€rtete unterirdische Objekte vernetzt war und ĂŒber mehrere verteilte FrĂŒhwarnsysteme verfĂŒgte auch funktionierte. Die limitierte Nutzung der Radaranlagen fĂŒhrte dazu, das zwischen der PVO sowie den SEAD-Missionen der NATO ein stĂ€ndiger Wettlauf zur Aktivierung der eigenen Waffensysteme und sehr hoher Belastung bei den Besatzungen fĂŒhrte.

Die Aufgabe, die divers verteilten Raketenbatterien und selektiv agierende Luftverteidigung der VJ auszuschalten, kam, wie Admiral Leighton W. Smith betonte, dem Versuch gleich Kartoffeln einzeln nach einander auszugraben,[33] das dies nicht gelang bestÀtigt auch der Vizeadmiral der 6. Flotte Daniel Murphy: Wir haben nie ihre integrierte Luftverteidigung (IADS) neutralisiert. Wir waren am 78. Tag nicht sicherer als am Ersten.[34] Ein Ergebnis dieser Taktik war aber auch die geringe Zahl abgeschossener Flugzeuge, die NATO verlor nur zwei Flugzeuge.

Am ersten Tag der LuftschlĂ€ge blieb die Luftverteidigung der VJ praktisch inaktiv, am zweiten Tag wurden nur zehn SA-6-Raketen abgefeuert, doch in spĂ€teren Phasen wurden auch dutzende Salven von SA-6 ĂŒber dem ganzen Territorium abgefeuert, was die NATO-Flugzeuge zu schwierigen Manövern und Vermeidung von Flugrouten, die nĂ€her als 5 km von Straßen lagen, zwang. Das integrierte Luftverteidigungssystem der VJ konnte so die 78 Tage des Luftkrieges trotz der tĂ€glichen Angriffe gut ĂŒberstehen. Von 25 SA-6-Batterien waren bis zum Schluss der Kampfhandlungen nur drei ausgeschaltet worden. Dadurch behinderte die andauernde Gefahr von Boden-Luftraketen der VJ die Operation der NATO, auch wenn die veralteten Raketen-Systeme aus den 1970er Jahren keine ernsthafte Bedrohung fĂŒr die modernen Jagdflugzeuge darstellten.[35] Insgesamt wurden bis zum 2. Juni 1999 266 SA-6, sowie 175 SA-3 von der PVO der VJ abgefeuert.[36] Letztlich wurden fast ein Drittel aller Missionen der NATO zur UnterdrĂŒckung der Luftverteidigung aufgebracht. Von insgesamt 38.000 AngriffsflĂŒgen galten 12.200 der PVO.[37]

Belgrad als Hauptangriffsziel der NATO wurde hauptsĂ€chlich auch von mit S-125 Neva-M bestĂŒckten Divisionen verteidigt. Dabei konnten die fĂŒr mittlere Strecken geeigneten Raketen auch noch 15 km entfernte, sowie hochfliegende Flugzeuge der NATO bedrohen. Durch eine Modifikation am sowjetischen P-12-Radar wurden auch erstmalig die Flugrouten der Tarnkappenbomber ausgespĂ€ht.[38] Aufgrund der wĂ€hrend der gesamten Operation intakt gebliebenen Luftverteidigung um Belgrad war die NATO gezwungen die SEAD-Missionen stĂ€ndig aufrechtzuerhalten und einen Abstand von 15 km zu S-125-Newa-Batterien einzuhalten.

Als am 27. MĂ€rz ĂŒber dem Dorf Buđanovci, 50 km NW von Belgrad, ĂŒberhaupt zum ersten Mal, ein Tarnkappenbomber vom Typ F-117 „Nighthawk“ von der dritten Division der 250. Raketenbrigade in Jakovo mit einer sowjetischen Boden-Luft Rakete S-125 Newa abgeschossen wurde, gelang der Luftverteidigung der VJ ein weitreichender taktischer Erfolg, der das operative Vorgehen der NATO-Luftwaffe nachhaltig Ă€nderte und die Sicherheitsregeln fĂŒr die Angriffe dauerhaft erhöhte. Tarnkappenbomber konnten von nun an nicht mehr ohne Begleitschutz fliegen und die SEAD-Operation zum Zerstören gegnerischer Raketen- und Radarstellen machten nun einen großen Teil der gesamten Luftoperation aus, was die Flugzeuge hinderte, ihre eigentlichen Ziele zu bekĂ€mpfen. Der Pilot der abgeschossenen F-117 A wurde noch in der Abschussnacht von Spezialeinheiten der US Air Force gerettet. Das Flugzeugwrack steht heute im Flugmuseum der Stadt Belgrad.[39] Die F-117 A wurde nach Analysen der Luftkampagne in Jugoslawien letztlich eingemottet, was nicht zuletzt darauf zurĂŒckzufĂŒhren ist, dass sie keine GPS-gesteuerten Waffensysteme nutzen kann.

Der höchstrangige Offizier der VJ, der im Krieg starb, LjubiĆĄa Veličković, ehemaliger Kommandant der LuftstreitkrĂ€fte der VJ, starb bei einem Angriff auf eine Stellung der PVO am 30. Mai 1999.[40] GerĂŒchte, dies sei im Zusammenhang mit einer Aufstellung der mutmaßlichen modernen Batterie der russischen S-300SA-10 (S-300) passiert, wurden offiziell nie bestĂ€tigt.[41]

LuftschlÀge auf zivile Infrastruktureinrichtungen

WĂ€hrend zu Anfang der NATO-Luft-Kampagne die Luftverteidigung sowie die Kommando-, Kontroll- und Kommunikations-Zentren der VJ vorrangig Ziel der LuftschlĂ€ge waren,[42] Ă€nderte die NATO auch durch den politische Druck innerhalb des gespannten BĂŒndnisses, ein schnelles Ende herbei zu fĂŒhren, die Taktik und griff auch innerhalb der Zentren der GroßstĂ€dte an, obwohl es den Flugzeugen nicht gelungen war, die serbischen Kommando- und Kontroll-Zentren auszuschalten und die Luftverteidigung bis Ende des Krieges aktiv blieb, was die Bomber der NATO zur kontroversen Situation zwang, nicht unter 5000 Meter zu operieren und damit einen Großteil der PrĂ€zision der eingesetzten Waffensysteme einzubĂŒĂŸen.[43] Ein besonderes Problem stellte zudem das notorisch schlechte Wetter im FrĂŒhjahr dar, was viele nicht erfolgreiche Missionen nach sich fĂŒhrte.[44]

Der erste große Angriff auf ein bedeutendes innerstĂ€dtisches Objekt war in der Nacht vom 22. zum 23. April das GebĂ€ude des Rundfunks und Fernsehens Serbien (RTS) in der Aberdareva-Straße in Belgrad. Durch den Angriff wurden 16 Zivilisten getötet und der Sendebetrieb des Fernsehens fĂŒr wenige Stunden unterbrochen. Der nĂ€chste große Angriff in Belgrad erfolgte in der Nacht vom 29. zum 30. April auf die GebĂ€ude des Generalstabs der StreitkrĂ€fte Jugoslawiens und das bereits beschĂ€digte GebĂ€ude der Bundespolizei. Bei diesem Angriff wurde auch der Belgrader Fernsehturm zerstört.

Die NATO eskalierte ihre Angriffe im Verlauf des Mais und Junis weiter, was durch die bessere Witterungsbedingungen begĂŒnstigt wurde und da durch die Verluste der jugoslawischen Luftverteidigung Angriffe teilweise auch wĂ€hrend des Tages möglich wurden.[45] Die NATO zielte mittlerweile auch vorrangig auf die Stromversorgung in Serbien. In der Nacht vom 2. zum 3. Mai setzten NATO-Flugzeuge auch erstmals spezielle Stoffe, die im Hochspannungsnetz einen Kurzschluss hervorrufen (Grafitbomben) ein und nahmen auch die WĂ€rmekraftwerke „Nikola Tesla“ in Obrenovac sowie in Kostolac ins Visier. Der Angriff in Kostolac verursachte den Zusammenbruch des elektroenergetischen Systems Serbiens. Ohne Strom blieben sowohl Belgrad, die ganze Vojvodina, alle StĂ€dte der Morava-Region, NiĆĄ, Kragujevac, Smederevo, Valjevo und andere StĂ€dte, sowie Teile der Republika Srpska, die aus den genannten WĂ€rmekraftwerken Strom bekommt. Wegen Havarien hatten viele StĂ€dte auch kein Wasser.

BeschÀdigtes GebÀude in Belgrad

In der Nacht vom 7. zum 8. Mai erfolgte der bisher heftigsten Angriff auf Belgrad. Die GebĂ€ude des Generalstabs der StreitkrĂ€fte Jugoslawiens und das Bundesinnenministerium wurden erneut bombardiert und vier GPS-gesteuerten Bomben eines B2-Bombers auf die Botschaft Chinas in Neu Belgrad abgeworfen. Dabei wurden vier Botschaftsangehörige getötet und vier schwer verletzt, was zu einer schweren Krise im VerhĂ€ltnis der USA und China fĂŒhrte. Das Hotel „Jugoslavija“ wurde stark in Mitleidenschaft gezogen, ein Gast kam ums Leben. Beim abermaligen Angriff mit Grafitbomben auf das WĂ€rmekraftwerk in Obrenovac und mehrere Umschaltstationen wurde das Stromversorgungsystem beschĂ€digt und die ganze Stadt blieb ohne Strom.

Arrow-Offensive der UCK

Zudem Ă€nderte die NATO ihre Waffentaktik beim eigentlichen Ziel dem Kampf gegen die VJ im Kosovo, da schon Anfang MĂ€rz die Anzahl der Cruise Missiles am unteren Limit angekommen und daher die F-117 A vermehrt EinsĂ€tze ĂŒbernehmen mussten.[46] Als absehbar wurde, dass die VorrĂ€te an PrĂ€zisions-Waffen und Cruise Missiles Ende Mai zu Ende gingen,[47] nahmen die schweren Einheiten der NATO im Laufe des Mais und Junis auch konventionelle FlĂ€chenbombardierungen mit strategischen B-52 Bombern im Kosovo auf, die mit der eingespielten Propaganda des NATO-Sprechers Jamie Shea ĂŒber angebliche erhebliche Verluste der Jugoslawischen Armee, wĂ€hrend des konzentrierten Angriffes einer B-52 Staffel auf Positionen der Serbischen SicherheitskrĂ€fte am Berg PaĆĄtrik (⊙42.2120.521900) bei Prizren, erstmals der Presse prĂ€sentiert wurden.[48]

Die schweren Bombardements am PaĆĄtrik resultierten, als die NATO die Arrow-Offensive der UCK vor dem Scheitern bewahren wollte. Die UCK versuchte am 26. Mai den Durchbruch ĂŒber die Grenze Albaniens nach Prizren. Schwere Artilleriegefechte, die ĂŒber die Grenze von Albanien und Kosovo gefĂŒhrt wurden, begleiteten die Gefechte.[49] Die UCK-Offensive stand am 2. Juni vor dem Scheitern und man wand sich direkt an die NATO um LuftunterstĂŒtzung.[50]

Die anfÀnglich mitgeteilten hohen Opferzahlen vom 7. Juni 1999 bei den Bombardierung von B-52- und B-1-Bombern der VJ konnten nach dem Krieg nicht mehr bestÀtigt werden,[51] Nachkriegs Analysen fanden auch keine der auf zwischen 400 - 800 geschÀtzten Toten der VJ.[52] Das MissverhÀltnis zwischen der Propaganda und den Nachkriegsanalysen wurde dabei mehrfach bestÀtigt, die FlÀchenbombardierung blieb vom militÀrischen Aspekt ohne Wirkung hatte aber diplomatischen Nutzen.[53]

Die notwendig gewordenen AnhĂ€ufungen der VJ an den GrenzĂŒbergĂ€ngen nach Albanien bei den Gefechten gegen die UCK machten es der NATO leichter, die Truppen der Serben zu treffen. Gefechtsanalysen ergaben, dass so 60 Prozent der serbischen Verluste im Kosovo die letzten zwei Wochen betrafen.

Planungen einer Nato-Bodenoffensive

In Albanien stationierte US-amerikanische Kampfhubschrauber vom Typ AH-64 Apache und Transporthubschrauber vom Typ UH-60 Black Hawk im April 1999.

Die zunehmende Kritik an der IneffektivitĂ€t, die serbischen Truppen durch beschrĂ€nkte LuftschlĂ€ge aus dem Kosovo zu drĂ€ngen, ließ Ende Mai das Gespenst einer Bodenoffensive erneut auftauchen. Am 28. Mai flog Tony Blair zu Beratungen nach Washington um darĂŒber mit Bill Clinton zu diskutieren. GrĂ¶ĂŸtes Hindernis fĂŒr eine Bodenoffensive war aber, dass es Monate brauchte, um eine zahlenmĂ€ĂŸig ĂŒberlegene Armee aufzustellen.[54] Nach dem Krieg wurde bekannt, dass der britische Premierminister Anfang Juni mit dem amerikanischen PrĂ€sidenten ĂŒberein gekommen war, eine zum Sieg ĂŒber die VJ tatsĂ€chlich notwendige Bodenoffensive am 10. Juni 1999 ausrufen werde, die frĂŒhestens im September 1999 losgetreten werden könnte.[55]

Ende der Kampfhandlungen und RĂŒckzug der VJ aus dem Kosovo

Am 9. Juni einigten sich die NATO und Jugoslawien bei MilitĂ€rverhandlungen in Kumanovo auf einen Abzug der serbischen Truppen aus dem Kosovo und die Stationierung einer NATO-gefĂŒhrten Friedenstruppe (KFOR) unter UN-Mandat.[56] Die NATO beendete daraufhin das Bombardement. Ein großer Teil der serbischen Bevölkerung verließ das Kosovo aus Angst vor Racheakten von albanischer Seite.

Am 12. Juni rĂŒckte die KFOR in das Kosovo ein. Dabei stießen sie am Flughafen PriĆĄtina auf knapp 200 russische FallschirmjĂ€ger, die ihn in einer handstreichartigen Aktion von Bosnien aus in den frĂŒhen Morgenstunden eingenommen hatten und durch sechs in einer Geheimoperation aufgestellten Iljushin 76 Truppentransporter durch 2000 regulĂ€re FallschirmjĂ€ger VerstĂ€rkung erwarteten, die jedoch durch die Blockade der Überflugsrechte ĂŒber Ungarn am 11. Juni aufgehalten wurde.[57] Auf die Nachricht, dass die Russen vor den NATO-Truppen eintreffen wĂŒrden, reagierte der Oberbefehlshaber der NATO Wesley Clark ungewöhnlich scharf und befahl dem britischen Truppenkommandanten Mike Jackson, diese um jeden erdenklichen Preis, auch mit militĂ€rischen Mitteln, zu stoppen. Jackson verweigerte den Befehl mit den Worten Ich werde wegen Ihnen nicht den Dritten Weltkrieg auslösen mehrmals.[58] Erst eine Demarche der obersten Befehlshaber in Washington stoppte Clark, der nach dem Krieg durch seine Eigenwilligkeit und auch auf privaten Motiven basierenden Entscheidung, zum Krieg in Bosnien und Kosovo, im Pentagon schnell in Ungnade viel und trotz seines militĂ€rischen Erfolges als NATO-Oberkommandierender SĂŒdost, zwei Jahre frĂŒher als geplant, von seinem Posten abberufen wurde. Die NATO-Truppen interpretierten die russische Einheit als Vorhut grĂ¶ĂŸerer Kontingente, was zu Spannungen zwischen beiden Parteien fĂŒhrte, da die NATO-VerbĂ€nde den Flughafen Slatina hermetisch abriegelten und zu verstehen gaben, dass die russischen Truppen völlig isoliert sind. In Verhandlungen billigte die NATO Russland die Teilnahme an der KFOR schließlich zu, verweigerte ihnen jedoch einen eigenen Sektor.[59]

WĂ€hrend des Krieges wurden von der NATO mindestens 35.000 Geschosse (etwa zehn Tonnen) mit abgereichertem Uran verschossen. Auch Cluster- und Splitterbomben wurden eingesetzt. Im Kosovo blieben zahlreiche Landminen sowie nicht explodierte Munition von Clusterbomben der NATO zurĂŒck [60].

Folgen des Krieges

Serbien und Kosovo

LĂŒckenhaft In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Was passierte nach dem Abzug der VJ bis zur UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung? Bei allen Unterabschnitten gibt es noch teilweise thematische Überschneidungen. Dies liegt sicherlich daran, dass immer mal jemand hier ein Schnippsel und da mal ein Wort hingerotzt hat. Eine deutlichere Trennung und SĂ€uberung von sekundĂ€ren Informationen wĂŒrde den Artikel, der in den letzten Wochen erheblich an QualitĂ€t gewonnen hat, weiter aufwerten.

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Am 17. Februar 2008 erklĂ€rte das Parlament des Kosovo die UnabhĂ€ngigkeit der Republik Kosovo. 54 der 192 UN-Mitgliedstaaten erkennen den Kosovo bisher als unabhĂ€ngigen Staat an, darunter die Mehrzahl der EU-Staaten und die USA. Nicht anerkannt wird die Loslösung von Serbien, Russland und der Mehrzahl der sĂŒdamerikanischen und asiatischen LĂ€nder.

NATO

Erst nach Ende des Konfliktes erhellte sich das Bild ĂŒber die Opferzahlen bei den Angriffen auf die Serbischen Truppen und die VJ hatte wesentlich geringere Verluste erlitten, als es die tĂ€glichen NATO-Briefings nahe legten, was ernste VorwĂŒrfe an dem Nato-Oberbefehlshaber fĂŒr Europa brachte und die FĂ€higkeit der NATO, in der Kampagne militĂ€rische Ziele auszuschalten, in Zweifel zog.[61] Die 3. Jugoslawische Armee unter FĂŒhrung von NebojĆĄa Pavković blieb trotz der erheblichen LuftĂŒberlegenheit der NATO intakt und war zu keinem Zeitpunkt ernstlich bedroht.[62]

Zielvideo der Rakete, die auf den Passagierzug bei Grdelica vom 12. April 1999 abgefeuert wurde

GrĂŒndliche militĂ€rische Analysen nach Ende der Kampfhandlungen in den Zielgebieten der LuftschlĂ€ge und die ZĂ€hlungen des zerstörten militĂ€rischen GerĂ€tes der VJ erhĂ€rteten die Kritik an der US-Air Force und General Wesley Clark, der militĂ€rische Erfolgsmeldungen und die Zahl zerstörter serbischer Panzer schön geredet hatte, wĂ€hrend die Einheiten der Serbischen Armee das Kosovo praktisch unbeschadet verlassen konnten.[63] Die Luft-Kampagne des Kosovo-Krieges wurde insbesondere auf den tĂ€glichen NATO-Briefings als erfolgreichste MilitĂ€raktion der Geschichte gepriesen, in der die NATO nicht einen Toten zu beklagen hatte. Dennoch stellte sich im Nachhinein heraus, ob dies nicht nur prinzipielles MilitĂ€r-Marketing war, da auch die offiziellen Analysen der Royal Air Force ein vernichtendes Bild der Erfolge des Luftkrieges zeichneten.[64] Insbesondere wurde dabei auch die bekannte geringe PrĂ€zision beim Einsatz von Cluster-Munition kritisiert und die starken KollateralschĂ€den bei den BombenabwĂŒrfen beklagt. Zum weiteren Image-Schaden der NATO trug zudem auch der Angriff auf den Personenzug bei Grdelica bei, der durch die Zielkamera erfasst wurde. Ein drei mal schneller als normal ablaufendes Band des Zielvideos ließ Zweifel an der Unabsichtlichkeit des Angriffs eines F-15-E-Piloten aufkommen.[65]

Verluste

Grabstein fĂŒr vier junge Kosovo-Albaner

Sowohl zu den Opfern auf albanischer als auch auf serbischer Seite gibt es bis heute nur unterschiedliche und widersprĂŒchliche Angaben. In einem Bericht fĂŒr das UN-Kriegsverbrechertribunal von 2002 wurde die Zahl der albanischen Kriegsopfer auf ĂŒber 10.000 geschĂ€tzt.[66] Bis Ende 2001 wurden im Kosovo 4.211 Leichen exhumiert.[66] Im gleichen Jahr schĂ€tzte die serbische Regierung die Zahl der serbischen und anderen nicht-albanischen Opfer auf 2.000 bis 3.000.[67]

Die VJ hatte im Konflikt 514 Tote, bei NATO-Luftangriffen starben 164, in Gefechten mit der UCK 291 und durch UnglĂŒcksfĂ€lle ohne Kampfeinwirkung 59 Soldaten. Dazu kommen noch Opfer unter den Einheiten des MUP (Polizei) sowie FreischĂ€rler und zivile Opfer. Die NATO hatte nach offiziellen Darstellungen keine Opfer. Informationen legen aber nahe, dass bei verdeckten Operationen durch Delta Forces und weiteren Spezialeinheiten, die wĂ€hrend des Krieges im Kosovo operierten (so die britische SAS)[68], und insbesondere bei den schweren und mehrere Wochen dauernden Gefechten am Grenzposten KoĆĄare, auch Soldaten aus Spezialeinheiten des westlichen BĂŒndnisses umgekommen sind.[69]

Die NATO-Bombenangriffe töteten auch viele Zivilisten, unter anderem durch versehentliche Bombardements von FlĂŒchtlingstrecks. Die Bombardierung mehrerer Chemieanlagen fĂŒhrt zu einer teilweise starken SchĂ€digung der Umwelt. Große Mengen von giftigen Chemikalien verschmutzen FlĂŒsse und das Erdreich. Durch einen IrrlĂ€ufer wurde ein Wohnviertel auf dem Hoheitsgebiet Bulgariens durch die Bundeswehr bombardiert.[70] Diese SchĂ€den wurden hĂ€ufig unter dem verharmlosenden Begriff KollateralschĂ€den zusammengefasst.

Nach einem Bericht des IKRK waren Ende 2000 2900 Personen als vermisst gemeldet, davon 2400 Kosovo-Albaner, 400 Serben, 100 anderer NationalitÀt.[71]

WĂ€hrend des Kriegs tötete die UÇK nach VorwĂŒrfen von Carla Del Ponte, der ehemaligen ChefanklĂ€gerin am Internationalen Strafgerichtshof fĂŒr das ehemalige Jugoslawien in Den Haag, serbische Zivilisten und Gefangene, um die Organe zu verkaufen.[72] Da aber zunĂ€chst nur schwache Indizien vorlagen, konnte das Tribunal keinen Prozess mit weiteren Ermittlungen in diese Richtung beginnen.

SchÀden und KollateralschÀden der Bombardierung in Jugoslawien

Straßenszene in Belgrad 1999

Durch die Bombardierung der offenen StÀdte von Belgrad, Niƥ und Novi Sad [73] wurden neben den SchÀden an der Verkehrs- und Versorgunsinfrastruktur auch bedeutende kulturelle Einrichtungen sowie öffentliche GebÀude von NATO-Bombern sowie Marschflugkörpern beschÀdigt oder zerstört. Insgesamt wurden neben 54 Objekten der Verkehrsinfrastruktur 148 GebÀude, 300 Schulen, KrankenhÀuser und Verwaltungseinrichtungen sowie 176 KulturdenkmÀler, darunter 23 mittelalterliche Kloster, beschÀdigt.

Zu den grĂ¶ĂŸten kulturellen Verlusten zĂ€hlt die Vernichtung eines Teils des Depots der weltweit einzigartigen und zu den fĂŒnf grĂ¶ĂŸten Filmarchiven zĂ€hlenden Sammlung der Jugoslawischen Kinemathek (Jugoslovenska kinoteka) in Bubanj potok, wobei 80.000 BĂ€nder verloren gingen.[74]

Unter den beschĂ€digten kunsthistorisch bedeutenden architektonischen DenkmĂ€lern gehören die reprĂ€sentativen GebĂ€ude im Stadtzentrum von Belgrad, das GebĂ€ude der Regierung Serbiens (Architekt Nikola Krasnov, 1936) und die denkmalgeschĂŒtzten GebĂ€ude des neuen und alten Generalstabs in der Nemanjina Ulica, fĂŒr die nach wie vor keine stĂ€dtebauliche Lösung gefunden wurde, sowie die Klosterkirchen von Rakovica und Pavlovica.[75]

Das aus dem 15. Jahrhundert stammende Kloster von Rakovica, das auf dem HĂŒgel des speziellen MilitĂ€robjektes 909 StraĆŸevica bei KneĆŸevac gelegen ist,[76] wurde wĂ€hrend des Krieges 36 mal von NATO-Flugzeugen, die hier bis 3000 kg schwere bunkerbrechende Bomben einsetzten, stark beschĂ€digt.[77] Auch die fĂŒr die moderne Architektur Serbiens herausragenden GebĂ€ude wie das erste Hochhaus in Novi Belgrad, das ehemalige GebĂ€ude des Zentralkomitees, der Palata Usče (Mihailo Janković, 1961) und das erste Luxus-Hotel der Hauptstadt, Jugoslavija, waren Ziele der Bombardierung und wurden beschĂ€digt.[78]

Sowohl ein Teil des Museumskomplexes 25. Mai, das aus dem Mausoleum und den Residenzen Titos auf dem Dedinje besteht, als auch die historisch Ă€ußerst bedeutende Villa in der Uzicka 15 (Alexander Acovic, 1933), in der der ehemalige PrĂ€sident Jugoslawiens, wie auch der Wehrmachtskommandierende fĂŒr SĂŒdosteuropa Alexander Löhr im Zweiten Weltkrieg und spĂ€ter auch Slobodan MiloĆĄević wohnten, wurden am 23. April 1999 mit mehreren Projektilen ausgebombt.[79]

Auch die als versehentlich bezeichnete Bombardierung der Chinesischen Botschaft ist zu den KollateralschÀden der Bombardierung Jugoslawiens zu rechnen.

Als Erinnerung an die BombennĂ€chte entstanden in vielen Gemeinden in Serbien ErinnerungsstĂ€tten fĂŒr die zivilen wie militĂ€rischen Opfer.[80]

Rechtliche Beurteilung des Krieges

Abgeschossene MiG-29 der JNA.

Nach den Regelungen der Charta der Vereinten Nationen ist ausschließlich der Sicherheitsrat befugt, militĂ€rische Zwangsmaßnahmen gegen einen Staat zu verhĂ€ngen. Allerdings lag fĂŒr den NATO-Einsatz kein Beschluss der Vereinten Nationen vor, da Russland einer militĂ€rischen Intervention nicht zustimmte. Viele Völkerrechtler sind der Ansicht, dass die NATO dem in Artikel 2 Abs. 4 der UN-Charta formulierten Gewaltverbot zuwidergehandelt habe und der Angriffskrieg gegen Jugoslawien völkerrechtswidrig erfolgt sei. (Simma S. 22, Cassese S. 23-24, Hilpold S. 437-442, Joyner S. 597)

Dem gegenĂŒber sehen BefĂŒrworter der Luftoperationen der NATO den Tatbestand der Vorbereitung eines Angriffskrieges nicht erfĂŒllt und gehen ferner davon aus, dass auch der 2+4-Vertrag nicht verletzt wurde, u.a auch deswegen, weil bereits vor Beginn der Angriffe von einem „friedlichen Zusammenleben der Völker“ im Kosovo nicht die Rede habe sein können. Die NATO-Aktion sei sowohl völkerrechtlich als auch verfassungsrechtlich zulĂ€ssig gewesen. Das ergebe sich aus einem notstandsĂ€hnlichen Recht auf humanitĂ€re Intervention, das es gestatte, zur Abwendung einer humanitĂ€ren Katastrophe nach Ausschöpfung aller anderen Mittel militĂ€rische Gewalt anzuwenden. Dieses Nothilferecht steht damit im direkten Gegensatz zur Ausschließlichkeit der Entscheidungen des Sicherheitsrats ĂŒber Krieg und Frieden - seine Herleitung ist ungeklĂ€rt und Ă€ußerst umstritten, wobei allerdings teilweise auf Ableitungen aus dem humanitĂ€ren Kriegsvölkerrecht der Genfer Konventionen und der allg. gesteigerten Bedeutung der Menschenrechte im Völkergewohnheitsrecht seit 1945 verwiesen wurde. Der militĂ€rische Einsatz der NATO habe zur Schaffung des Friedens und zur Abwendung einer humanitĂ€ren Katastrophe stattgefunden und sei notwendig und gerechtfertigt gewesen, weil der Weltsicherheitsrat, – obwohl er am 23. September 1998 in der Resolution 1199 das serbische Vorgehen als „exzessiven Einsatz von Gewalt“ und ausdrĂŒcklich auch als „Bedrohung des Friedens“ verurteilt hatte – nicht wirksam handeln konnte oder wollte. Dagegen sind viele Völkerrechtler bis heute der Meinung, dass der unscharfe Begriff einer „humanitĂ€ren Katastrophe“ das Gewaltverbot der UN-Charta nicht außer Kraft setzen konnte (Hilpold S. 448-454, Simma S. 5).

Nachdem alle politischen BemĂŒhungen fĂŒr eine Friedensregelung zwischen den Konfliktparteien erfolglos geblieben waren, beruhte die faktische Entscheidung zum Krieg auf dem Beschluss des NATO-Rats vom 8. Oktober 1998 ĂŒber begrenzte und in Phasen durchzufĂŒhrende Luftoperationen zur Abwendung einer humanitĂ€ren Katastrophe im Kosovo.

Laut der parlamentarischen Versammlung der NATO – ein von der Allianz unabhĂ€ngiges Gremium, das als Bindeglied zwischen dem BĂŒndnis und den nationalen Parlamenten fungiert – habe die UÇK mit Provokationen auf eine Eskalation der Lage im Kosovo hingearbeitet und einen akuten Handlungsbedarf der NATO inszeniert.

Am 29. April 1999 reichte Jugoslawien beim Internationalen Gerichtshof (IGH) in Den Haag Klage gegen zehn NATO-Mitgliedstaaten (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kanada, die Niederlande, Portugal, Spanien und die USA) ein. Nicht beklagt wurden DĂ€nemark, Griechenland, Island, Luxemburg, Norwegen, Polen, Tschechien, TĂŒrkei und Ungarn. Die Anklagepunkte der zehn Einzelverfahren beziehen sich in erster Linie auf VerstĂ¶ĂŸe gegen völkerrechtliche GrundsĂ€tze wie das Gewaltverbot, Völkermord, das Interventionsverbot sowie die Missachtung des SouverĂ€nitĂ€tsprinzips.

Das Verfahren wurde ohne Entscheidung in der Sache wegen NichtzustÀndigkeit des Gerichtes eingestellt, da Jugoslawien wÀhrend des Krieges kein Mitglied der UN war.

Deutschland

Der deutsche Bundestag stimmte der Beteiligung von StreitkrÀften der Bundeswehr am 16. Oktober 1998 zu. Der damals amtierende Justizminister als das fachlich zustÀndige Kabinettsmitglied, Prof. Dr. Schmidt-Jortzig, beteiligte sich nicht an der Abstimmung. Er hatte seinen Protest gegen die seiner Auffassung nach völkerrechtswidrige Kabinettsvorlage zu den Kabinettsakten gegeben.

Die Beteiligung der Bundesrepublik Deutschland wird von manchen als Verstoß gegen den 2+4-Vertrag gesehen. So lautet der Vertragstext:

Nach der Verfassung des vereinten Deutschlands sind Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die FĂŒhrung eines Angriffskrieges vorzubereiten, verfassungswidrig und strafbar. Die Regierungen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik erklĂ€ren, dass das vereinte Deutschland keine seiner Waffen jemals einsetzen wird, es sei denn in Übereinstimmung mit seiner Verfassung und der Charta der Vereinten Nationen.

Trotz zahlreicher beim Generalbundesanwalt eingereichter Strafanzeigen wegen Verstoß gegen den § 80 StGB (Vorbereitung eines Angriffskrieges) wurden keine Ermittlungen aufgenommen. Allerdings wurde beim Einreichen der Strafanzeigen ĂŒbersehen, dass § 80 StGB sich von Art. 26 des Grundgesetzes herleitet, der ausdrĂŒcklich nur „Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören“ unter Strafe zu stellen anordnet. Angesichts der bereits vorhandenen Störung des friedlichen Zusammenlebens im Kosovo und des friedenserzwingenden Motivs im SelbstverstĂ€ndnis der Bundesregierung fĂŒr ihr Handeln fehle eine Absicht im Sinne des Art. 26 I GG und § 80 StGB laufe ins Leere.

Rezeption

Deutschland

Zu Beginn der Bombardierung Serbiens am 24. MĂ€rz 1999 war die Opposition gegen den Krieg und gegen die Beteiligung der Bundeswehr marginal. Medienberichte und Aussagen von Politikern wie dem Bundesminister fĂŒr AuswĂ€rtige Angelegenheiten Joschka Fischer und Bundesverteidungsminister Rudolf Scharping, die die Handlungsweise der serbischen Truppen im Rahmen des sog. Hufeisenplanes als Teil eines Völkermordes bezeichneten, waren vor allem im öffentlichen Bewusstsein prĂ€sent. So hatte Bundesaußenminister Joschka Fischer insbesondere an seine Partei Die GrĂŒnen appelliert: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“[81]

Gleichwohl gab es von wenigen deutliche Proteste gegen die von ihnen so bezeichnete „Instrumentalisierung deutscher Geschichte“ fĂŒr einen Krieg unter deutscher Beteiligung. Es wurde an den letzten Krieg Deutschlands und die alte, aus dem Ersten Weltkrieg stammende Parole „Serbien muss sterbien“ erinnert und gefordert, dass vor diesem Hintergrund die Bundesrepublik sich aus dem kriegerischen Konflikt herauszuhalten habe. Der Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein warf bereits am 3. Mai den USA vor, sie hĂ€tten in Rambouillet militĂ€rische Bedingungen gestellt, die „kein Serbe mit Schulbildung“ hĂ€tte unterschreiben können.[82]

Zu den prominenten deutschen Politikern, die gegen die Bombardierung Serbiens opponierten, zĂ€hlten der damalige SPD-Politiker Oskar Lafontaine, der PDS-Vorsitzende Gregor Gysi, die ehemalige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sowie der ehemalige OSZE-VizeprĂ€sident und Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer (CDU), der von einem „ordinĂ€ren Angriffskrieg“ sprach und der damaligen Bundesregierung, insbesondere Außenminister Joschka Fischer und Verteidigungsminister Rudolf Scharping, „Manipulationen“ vorwarf. Auch Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt gehörte zu den Kriegsgegnern. Der CSU-Politiker Peter Gauweiler zog 2004 Parallelen zum Irak-Krieg: „Sowohl die Intervention der USA im Irak als auch die Bombardierung Jugoslawiens und seiner Hauptstadt Belgrad durch die NATO geschah ohne Mandat der Vereinten Nationen. Dies ist von der deutschen Völkerrechtslehre zutreffend und mit Nachdruck als völkerrechtswidrig bewertet worden“.[83] Gysi reiste auf dem Höhepunkt des Konfliktes zu GesprĂ€chen mit Milosević nach Serbien. Wenig spĂ€ter bekannte er nach persönlichen GesprĂ€chen mit FlĂŒchtlingen – ohne von seiner Kritik am NATO-Einsatz abzurĂŒcken – von diesem ĂŒber die Vertreibungen und ihr Ausmaß getĂ€uscht worden zu sein.[84]

Der Philosoph JĂŒrgen Habermas fĂŒhrte in Verteidigung des Vorgehens der Nato aus, dass eingriffslegitimierende MĂ€ngel im Völkerrecht nicht zur Tatenlosigkeit gegenĂŒber Völkermorden fĂŒhren dĂŒrften: „Aus dem Dilemma, so handeln zu mĂŒssen, als gĂ€be es schon den voll institutionalisierten weltbĂŒrgerlichen Zustand, den zu befördern die Absicht ist, folgt jedoch nicht etwa die Maxime, die Opfer ihren Schergen zu ĂŒberlassen. Die terroristische Zweckentfremdung staatlicher Gewalt verwandelt den klassischen BĂŒrgerkrieg in ein Massenverbrechen. Wenn es gar nicht anders geht, mĂŒssen demokratische Nachbarn zur völkerrechtlich legitimierten Nothilfe eilen dĂŒrfen.“ [85].

In den Medien wurde der Kosovokrieg auch nach Ende der Kampfhandlungen heftig diskutiert. In Deutschland spielte dabei die am 8. Februar 2001 gezeigte WDR-Dokumentation Es begann mit einer LĂŒge eine prominente Rolle, deren Inhalt darauf abzielte, nachzuweisen, die BegrĂŒndung, mit den NATO-LuftschlĂ€gen „eine humanitĂ€re Katastrophe im Kosovo verhindern“ zu wollen (Gerhard Schröder, 24. MĂ€rz 1999), habe auf LĂŒgen beruht.[86]. Dieser Bericht wurde wiederum von der FAZ [87] und dem Magazin Der Spiegel [88] massiv wegen selektiver Wiedergabe von Zeugenaussagen und „unsauberer“ Recherchemethoden kritisiert. Dieser Kritik schlossen sich Rupert Neudeck und Norbert BlĂŒm an, die beide den WDR-Film durch eigene Recherche ĂŒberprĂŒften.[89] [90] Der WDR blieb bei seiner Darstellung.

Literatur

  • Mertus, Julie A. 1999. Kosovo: How Myths and Truths Started a War, Berkeley: University of California Press.
  • Jens Reuter, Konrad Clewing: Der Kosovo-Konflikt. Klagenfurt 2000 ISBN 3851-2932-90
  • Gisela Edelbauer: Rechtsgrundlagen der humanitĂ€ren Intervention unter besonderer BerĂŒcksichtigung des Kosovo-Konflikts, Diss. an der UniversitĂ€t der Bundeswehr, Neubiberg 2005.
  • Forschungsgesellschaft Flucht und Migration, Dietrich, Glöde (Hrsg.): FFM-Heft 7: Kosovo. Der Krieg gegen die FlĂŒchtlinge, ISBN 3-922611-79-6
  • Papasotiriou, Harry. 2002. “The Kosovo War: Kosovar Insurrection, Serbian Retribution and NATO Intervention.” The Journal of Strategic Studies 25(1):39-62.
  • Daalder, Ivo H. & Michael E. O’Hanlon. 2000. Winning Ugly: NATO’s War to Save Kosovo, Washington, DC: Brookings Institute.
  • Heinz Loquai, Der Kosovo-Konflikt - Wege in einen vermeidbaren Krieg: die Zeit von Ende November 1997 bis MĂ€rz 1999, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2000, ISBN 3-7890-6681-8
  • Larry Minear, Ted van Baarda, Marc Sommers: NATO and Humanitarian Action in the Kosovo Crisis. Providence: Brown University, 2000.
  • Malte Olschewski: Der Krieg um den Kosovo. Serbiens neue Schlacht am Amselfeld. Nidda-Verlag 1999. ISBN 3-9806814-1-6
  • Cathrin SchĂŒtz: Die NATO-Intervention in Jugoslawien. HintergrĂŒnde, Nebenwirkungen und Folgen. WILHELM BRAUMÜLLER UniversitĂ€ts- und Verlagsbuchhandlung 2003. ISBN 3-7003-1440-X.
  • Daniel H. Joyner: The Kosovo Intervention: Legal Analysis and a More Persuasive Paradigm. In: European Journal of International Law. 13, Nr. 2, 2002, S. 597-619

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ The War Street Journal Invents Kosovo (KLA casualties)
  2. ↑ Spektrum der Wissenschaft, Januar 2000 Die Grenzen technischer KriegsfĂŒhrung
  3. ↑ PDF-Kopie des Artikels Die Grenzen technischer KriegsfĂŒhrung, Spektrum der Wissenschaft, Januar 2000 [1]
  4. ↑ Resolution 1244, 10. Juni 1999 [http://www.mfa.gov.rs/Foreinframe1.htm Resolution 1244 Adopted by the Security Council at its 4011th meeting, on 10 June 1999 ]
  5. ↑ Verfassungsschutzbericht 1998 des Bundesamtes fĂŒr Verfassungsschutz, S.141
  6. ↑ UN-Bericht
  7. ↑ UN-Bericht
  8. ↑ Heinz Loquai, Der Kosovo-Konflikt - Wege in einen vermeidbaren Krieg: die Zeit von Ende November 1997 bis MĂ€rz 1999, Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 2000, ISBN 3-7890-6681-8
  9. ↑ Rambouillet Accord - Interim Agreement for Peace and Self-Government in Kosovo
  10. ↑ CNN, 11. Juni 1998 NATO making plans for military action in Kosovo - Air exercises to start soon in Albania, Macedonia
  11. ↑ New York Times, 25.09.1998 Allies Inch Toward Action Against Serbs
  12. ↑ BBC, 13. Oktober 1998 Countdown begins to Kosovo strikes
  13. ↑ BBC, 24. MĂ€rz 1999 B-52 bombers head off
  14. ↑ Vreme, Sondernummer 1. 27. MĂ€rz 1999 Agresija i odbrana
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  87. ↑ Matthias RĂŒb: Ein Fall von Bulldozer-Journalismus. Was der WDR-Film "Es begann mit einer LĂŒge" ĂŒber das Kosovo verschweigt , in : FAZ vom 1. MĂ€rz 2001, S.51
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  90. ↑ Norbert BlĂŒm: Versöhnung braucht Wahrheit, in : FAZ vom 13. MĂ€rz 2001, S. 16

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