Krack

Erhard Krack als Oberbürgermeister von Berlin (1987)

Erhard Krack (* 9. Januar 1931 in Danzig; † 13. Dezember 2000 in Berlin) war ein deutscher Politiker (SED).

Inhaltsverzeichnis

Leben

Erhard Krack während der Öffnung des Brandenburger Tores (1989)

Nach einer Ausbildung als Installateur machte Krack sein Abitur. 1951 er trat in die SED ein. Er studierte Wirtschaftswissenschaften und war an der Warnow-Werft in Warnemünde tätig. Von 1974 bis 1990 war er Oberbürgermeister von Berlin, Hauptstadt der DDR. Zuvor gehörte er dem Ministerrat als Minister für bezirksgeleitete und Lebensmittelindustrie an. Er war Abgeordneter der Volkskammer und Mitglied des Zentralkomitees der SED. Als Oberbürgermeister setzte er sich gegen Kahlschlag-Sanierungen ein und erreichte, dass manche Viertel vor allem in Berlin-Mitte und im Prenzlauer Berg saniert statt abgerissen wurden. Auch den Wiederaufbau des Gendarmenmarktes, der Friedrichstraße und des Nikolaiviertels hat er angeregt und durchgesetzt. Krack war wegen seiner Volksnähe beliebt und galt nicht als "Bonze".

Die Wende

Der Vorsitzende des DDR-Ministerrates Hans Modrow, Bundeskanzler Helmut Kohl, der Regierende Bürgermeister (West-Berlin) Walter Momper (mit Tochter Friederike) und im Hintergrund zwischen Kohl und Momper der Oberbürgermeister (Ost-Berlin) Erhard Krack während der Öffnung des Brandenburger Tores am 22. Dezember 1989

Bei den Kommunalwahlen der DDR am 7. Mai 1989 war Krack als Wahlleiter in Ost-Berlin aktiv an der Manipulation dieser Wahl zugunsten der SED beteiligt. Im Oktober dieses Jahres begannen die Sonntagsgespräche, auf dem Platz vor dem Rathaus versammelten sich tausende von Menschen, um mit dem Bürgermeister über ihre Wünsche nach Reformen und Demokratisierung zu diskutieren. Im Rathaus fand später auch der Berliner Runde Tisch statt, der Krack doch für seinen späten Einsatz für die Wende bei den Sonntagsgesprächen akzeptiert hatte. Bei der Öffnung des Brandenburger Tors traf er mit dem damaligen Regierenden Bürgermeister West-Berlins, Walter Momper, und Helmut Kohl zusammen.

Späte Jahre

Am 12. Februar 1990 erklärte Krack seinen Rücktritt und übernahm somit die Mitverantwortung für die Fälschung der Ost-Berliner Kommunalwahl von 1989. Im Jahr 1993 wurde er aufgrund dessen, unter Berücksichtigung eines Geständnisses, zu einer Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Als sein Nachfolger hatte die Stadtverordnetenversammlung am 27. Februar 1990 Christian Hartenhauer gewählt, der übergangsweise bis zum Mai 1990, den ersten freien Wahlen, das Amt des Oberbürgermeisters übernahm.

Die letzte Ruhe fand er auf einem Pankower Friedhof.

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