Krefeld

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Krefeld
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Krefeld
Krefeld
Deutschlandkarte, Position der Stadt Krefeld hervorgehoben
51.3369444444446.564166666666738
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: DĂŒsseldorf
Verwaltungsverband: Landschaftsverband Rheinland
Höhe: 38 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 137,75 kmÂČ
Einwohner:

235.076 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 1707 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 47798–47839
Vorwahl: 02151
Kfz-Kennzeichen: KR
GemeindeschlĂŒssel: 05 1 14 000
Stadtgliederung: 9 Stadtbezirke
mit 19 Stadtteilen
Adresse der
Stadtverwaltung:
Von-der-Leyen-Platz 1
47798 Krefeld
WebprÀsenz: www.krefeld.de
OberbĂŒrgermeister: Gregor Kathstede (CDU)
Lage von Krefeld in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen MĂŒlheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann DĂŒsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis DĂŒren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna MĂ€rkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln StĂ€dteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis StĂ€dteregion Aachen Kreis Euskirchen MĂŒnster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis GĂŒtersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-LĂŒbbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Die Stadt Krefeld (bis 1929 auch Crefeld) ist eine kreisfreie Stadt am linken Niederrhein, nordwestlich von DĂŒsseldorf, sĂŒdwestlich von Duisburg in Nordrhein-Westfalen. Aufgrund der Seidenstoffproduktion des 18. und 19. Jahrhunderts wird sie auch als „Samt- und Seidenstadt“ bezeichnet. Krefeld ist mit rund 235.000 Einwohnern eine Großstadt mittlerer GrĂ¶ĂŸe. Innerhalb des Regierungsbezirks DĂŒsseldorf nimmt sie gegenwĂ€rtig der Einwohnerzahl nach den sechsten Platz ein.

Die Stadt besteht in ihren heutigen Grenzen im Wesentlichen seit 1929, als der damalige Stadtkreis Krefeld (Crefeld) mit der Stadt Uerdingen und anderen Gemeinden zur Stadt Krefeld-Uerdingen vereinigt wurde. 1940 wurde diese in Krefeld umbenannt und 1975 nochmals geringfĂŒgig vergrĂ¶ĂŸert. In der Landesplanung ist Krefeld als Oberzentrum eingestuft.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

RĂ€umliche Lage

Krefeld liegt am westlichen Ufer des Rheins, an der „Krefeld-Kempener Platte“ zur mittleren Niederrheinebene. Das Stadtzentrum liegt etwa sieben Kilometer vom Rheinufer entfernt, doch reicht das Stadtgebiet seit der Eingemeindung Linns bis an den Fluss heran. Die UferlĂ€nge auf Krefelder Gebiet betrĂ€gt 6,2 Kilometer. Die Breite des Flusses variiert zwischen 320 und 400 Meter. Die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung des Stadtgebiets betrĂ€gt in Nord-SĂŒd-Richtung 12 Kilometer und in West-Ost-Richtung 13,1 Kilometer. Die Höhenlage der Stadtmitte betrĂ€gt 39 m ĂŒ. NN. Die höchste natĂŒrliche Erhebung im gesamten Stadtgebiet ist mit 63 m ĂŒ. NN der HĂŒlser Berg, die höchste Erhebung ĂŒberhaupt ist der Inrather Berg, eine alte Schuttdeponie aus den TrĂŒmmern des Zweiten Weltkriegs mit 87 m ĂŒ. NN. Eine weitere Erhebung, die seit 2004 auch von der Allgemeinheit begangen werden kann, ist der Kapuzinerberg (77 m), eine ehemalige HausmĂŒlldeponie.

Klima

Klimadiagramm Krefeld

In Krefeld fallen ĂŒber das Jahr gesehen durchschnittlich 762 mm Niederschlag. Damit liegt Krefeld ĂŒber dem Deutschlandmittel von 700 mm. Die Temperatur liegt im Durchschnitt bei 10,3 Â°C. Im Januar betrĂ€gt das Mittel 2,5 Â°C.

Geologie

Die Stadt Krefeld liegt im Niederrheinischen Tiefland. Die oberflĂ€chennahen Schichten bestehen ĂŒberwiegend aus Kies- und Sandablagerungen des Eiszeitalters. Die bis zu 30 m mĂ€chtigen Schichten setzte der Rhein hier ab. Vor 240.000 Jahren wurden diese Schichten teilweise von den RĂ€ndern der Eisschildmassen zu StauchmorĂ€nen aufgepresst. Der HĂŒlser Berg ist ein Beispiel hierfĂŒr. Unter den Kies und Sandschichten befinden sich Meeressande die sich dort im TertiĂ€r (2,4 bis 65 Mio. Jahre vor heute) ablagerten. Sie reichen bis in eine Tiefe von 250 m hinab. Darunter sind Meeresablagerungen (ĂŒberwiegend aus Sandstein, Tonstein und Kalkstein bestehend) Ă€lterer Erdgeschichtlicher Phasen zu finden. Am nördlichen Stadtrand sind in grĂ¶ĂŸerer Tiefe auch kohlefĂŒhrende Schichten aus dem Karbon zu finden, die Verbindung zu den Kohlegebieten in Belgien und an der Ruhr haben.

Auf den höhergelegenen FlĂ€chen des Krefelder Stadtgebiets findet man ĂŒberwiegend Parabraunerden und Braunerden. Diese stellen gute Ackerstandorte. Die im westlichen Stadtgebiet gelegene durch Bruchtektonik etwas herausgehobene Kempener Platte hat eine etwa 1 m dicke Deckschicht aus Löss. Diese ist wĂ€hrend der letzten Eiszeit hier abgelagert worden. Die daraus entstandenen fruchtbaren Lehmböden werden als Getreide- und RĂŒbenfelder geschĂ€tzt. In den Altarmrinnen des Rheins entstand Niedermoortorf, der auch an den Niepkuhlen abgebaut wurde, heute aber keine wirtschaftliche Bedeutung mehr hat.

Zum Ende der letzten Eiszeit hat der Rhein, östlich der Terrassenkante Dießem – Inrath – HĂŒls sandige bis lehmige Sedimente abgelagert. Durch Grundwassereinfluss entstanden in den tiefergelegenen Bereichen Gleyeböden. Diese FlĂ€chen werden wie z. B. der HĂŒlser und Latumer Bruch als GrĂŒnland und Wald genutzt. In der ĂŒberflutungsgefĂ€hrdeten Rheinaue entstanden aus angeschwemmtem Bodenmaterial fruchtbare Böden.

Stadtgebiet

Stadtbezirke in Krefeld

Das Stadtgebiet Krefelds gliedert sich in die 9 Stadtbezirke: Stadtmitte, West, Nord, HĂŒls, SĂŒd, Fischeln, Oppum-Linn, Ost und Uerdingen. Jeder Stadtbezirk hat eine eigene Bezirksvertretung und einen Bezirksvorsteher. Die Bezirksvertretung wird von der Bevölkerung des Stadtbezirks bei jeder Kommunalwahl gewĂ€hlt. Des Weiteren existieren 19 Stadtteile, diese sind in mehrere statistische Bezirke unterteilt. Siehe hierzu Liste der Stadtteile von Krefeld.

Die 19 Stadtteile mit ihren amtlichen Nummern:

NachbarstÀdte

Die Stadt Krefeld grenzt im Norden an die StĂ€dte Neukirchen-Vluyn und Moers im Kreis Wesel, im Osten und Nordosten an die kreisfreie Stadt Duisburg, im SĂŒden an die Stadt Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss sowie im Westen an die StĂ€dte Willich, Tönisvorst und Kempen im Kreis Viersen.

Demografie

Siehe auch: Einwohnerentwicklung von Krefeld

1861 hatte Krefeld mehr als 50.000 Einwohner. 1890 ĂŒberschritt die Einwohnerzahl der Stadt die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde. Bis 1957 verdoppelte sich diese Zahl auf 200.000. Im Jahre 1994 erreichte die Bevölkerungszahl mit rund 250.000 ihren historischen Höchststand. Im Juni 2009 lebten in Krefeld 235.860 Menschen. Davon waren 121.423 (51,48 %) weiblich.[2]

Die Bevölkerungsdichte betrĂ€gt 17,4 Einwohner je ha. Die Arbeitslosenquote liegt bei 9,0 % (Juni 2010). Der AuslĂ€nderanteil belĂ€uft sich auf 13,6 %. Von den etwa 84 000 Sozialversicherungspflichtig beschĂ€ftigten Arbeitnehmern sind etwa 30 % im verarbeitenden Gewerbe angestellt, nur 0,5 % in der Landwirtschaft. 17,5 % der Krefelder sind unter 18 Jahren, 62,5 % sind zwischen 18 und 65 Jahre alt und 20 % sind ĂŒber 65 Jahre alt.

Geschichte

Von den AnfÀngen bis zum 17. Jahrhundert

Ein Modell des Kastells Gelduba

Im 1. Jahrhundert n. Chr. erbauten die Römer am Rhein auf dem Gebiet des heutigen Krefelder Stadtteils Gellep das Kastell Gelduba. An verschiedenen anderen PlĂ€tzen im Krefelder Stadtgebiet fanden sich die Überreste römischer LandhĂ€user sowie einer Tempelanlage.

Im Mittelalter wuchs eine Bauernsiedlung an einem Ort namens „Krinvelde“.

Ob ein „KrĂ€henfeld“ der Namensgeber ist, ist bislang nicht eindeutig geklĂ€rt. Die Trutzburg Krakau lag östlich der Stadtmauern inmitten des heutigen Stadtgebietes. „Krah-Kau“ in der Krefelder Mundart bedeutet KrĂ€henkĂ€fig, so dass Krefeld ebenso ein KrĂ€henfeld sein kann. Die „Hohe Straße“ zwischen Köln und Geldern war eine bedeutende Straße, die ihren Namen „Hochstraße“ bis heute behalten hat. Sie wurde so genannt, weil sie nicht unmittelbar am Rheinufer entlang fĂŒhrte, sondern oberhalb einer GelĂ€ndekante verlief, wodurch sie vor Überschwemmungen sicher war.

Erstmals wird Krefeld 1105 im Urbar des Klosters Werden erwĂ€hnt. Ebenfalls im 12. Jahrhundert begann Otto von Linn nach seiner RĂŒckkehr vom Dritten Kreuzzug die Burg Linn zu einer Festung auszubauen. Um 1200 errichteten die Herren von Rode Haus Rath wahrscheinlich als befestigte Zollstation an der Hohen Straße im heutigen Stadtteil Elfrath. Haus Rath wird erstmals 1246 in einer Urkunde des Grafen von Geldern als Lehen erwĂ€hnt.

1361 erhielt das Dorf Krefeld das Recht, einen Jahr- und Wochenmarkt abzuhalten.

Am 1. Oktober 1373 verlieh Kaiser Karl IV. „Crefeld“ die Stadtrechte.[3] Dadurch war der Ort, der zur Grafschaft Moers gehörte, besser vor Übergriffen durch RĂ€uberbanden geschĂŒtzt. Insbesondere die Herren auf der nahegelegenen Burg Linn betrieben Raubrittertum. Die Burg gehörte damals zur Grafschaft Kleve. Heinrich von StrĂŒnkede war Amtmann der Mechthild von Kleve auf der Linner Burg und wurde zu RaubzĂŒgen gegen Krefeld ausgeschickt.

Um 1400 wurde zur besseren Verteidigung Krefelds die Burg Krakau etwa 800 Meter östlich der Stadt errichtet. Sie existierte bis ins 17. Jahrhundert, heute sind nur noch ein paar Mauerreste der Wehranlagen an der Bogenstraße ĂŒbrig. Die Ă€lteste Krefelder Kirche, die Dionysiuskirche (heute Alte Kirche [4]), wurde auf einem aus dem 12. Jahrhundert stammenden Bau errichtet und erhielt 1472 einen neuen Turm.

Schon wenige Generationen spÀter breiteten sich die Ideen der Reformation in Europa aus, und 1560 wurde die Grafschaft Moers nach dem Grundsatz cuius regio, eius religio protestantisch. Allerdings gab es in den Wirren der folgenden Jahre weiterhin Katholiken in Krefeld, die katholische Pfarrei wurde erst durch die NeutralitÀtsvereinbarung von 1607 aufgehoben, und auch danach wurden Katholiken geduldet.

1584 wurde Krefeld im Truchsessischen Krieg völlig zerstört und blieb fĂŒr zwei Jahrzehnte nahezu unbewohnt. 1594 verschenkte GrĂ€fin Walburga, die Witwe des Grafen Adolf von Neuenahr-Moers, die Herrlichkeit Krefeld an Prinz Moritz von Oranien. Die Grafschaft Moers, und damit auch Krefeld, wurden daraufhin am 4. Juli 1598 von den Generalstaaten und Erzherzog Albrecht VII. von Österreich fĂŒr neutral erklĂ€rt. Die Bedeutung dieser NeutralitĂ€t fĂŒr die politische und wirtschaftliche Entwicklung Krefelds kann nicht hoch genug eingeschĂ€tzt werden. Sie wurde in mehreren FolgevertrĂ€gen erneuert und bezog sich auf den UnabhĂ€ngigkeitskampf der Niederlande, auf den DreißigjĂ€hrigen Krieg und auf die Folgezeit.

Das neutrale Krefeld wurde nun zum Zufluchtsort fĂŒr Mennoniten, die in den benachbarten katholischen Regionen wegen ihres Glaubens verfolgt wurden. Es kamen mehr AndersglĂ€ubige, als die alteingesessenen Krefelder ertragen wollten. Nicht zuletzt waren diese frommen Menschen oft tĂŒchtige Handwerker und GeschĂ€ftsleute und daher waren viele von ihnen schon bald recht wohlhabend. Dies schĂŒrte natĂŒrlich den Neid und verbreitete damit Unmut unter der sonst eher Ă€rmlichen Krefelder Bevölkerung. 1646 beklagten sich die reformierten Pfarrer Krefelds öffentlich beim Grafen von Moers darĂŒber, dass die Mennoniten in Krefeld Versammlungen abhielten. Aufgrund dieser fĂŒr Nicht-Mennoniten undurchsichtigen Treffen wurden die Mennoniten der AufrĂŒhrerschaft und Verschwörung bezichtigt.

Von grĂ¶ĂŸter Bedeutung fĂŒr Krefeld war die Niederlassung des 1656 aus Radevormwald ausgewiesenen Mennoniten Adolf von der Leyen. Seine Söhne begrĂŒndeten die Seidenweberei in Krefeld. Von der Leyen war der Stammvater einer ganzen Dynastie von Seidenfabrikanten, unter ihnen die sogenannten Seidenbarone, die Krefeld zu großem Wohlstand verhalfen.

Gedenkstein fĂŒr die Auswanderer unweit der Dionysiuskirche

Der Strom von GlaubensflĂŒchtlingen aller Konfessionen hielt stetig an – es waren mehr, als die Stadt fassen konnte. Die Stadt wurde erst bei der 1. Stadterweiterung von 1693 gezielt vergrĂ¶ĂŸert. Schon bald kam es zu Ausschreitungen und Übergriffen auf die AndersglĂ€ubigen. 1683 wanderten daher die ersten 13 Familien auf einem Schiff mit dem Namen „Concord“ nach Amerika aus und grĂŒndeten in Pennsylvania die Ortschaft Germantown (eigentlich Deitscheschteddel). Sie waren hauptsĂ€chlich QuĂ€ker und Mennoniten, welche die in Pennsylvanien vom Gouverneur William Penn zugesicherte absolute Meinungs- und Religionsfreiheit lockte. Heute ist Germantown ein Stadtteil von Philadelphia. Diese 13 Familien waren die ersten Deutschen, die als geschlossene Gruppe nach Amerika auswanderten. Die Deutsche Bundespost nahm 1983 die 300 Jahrfeier „Deutsche in Amerika“, die in Philadelphia und in Krefeld als „Philadelphiade“ gefeiert wurde, zum Anlass eine Sonderbriefmarke herauszugeben.

18. Jahrhundert

Seidenweber-Denkmal Meister-Ponzelar; SĂŒdwall, Ecke Ostwall
51° 19â€Č 42″ N, 6° 34â€Č 4″ O51.3283333333336.5677777777778

1702 starb Wilhelm III. von Oranien, und Krefeld fiel daraufhin an Preußen. Die beiden BrĂŒder Friedrich und Heinrich von der Leyen verließen 1731 den elterlichen Betrieb und grĂŒndeten ein eigenes Textilunternehmen, welches sich in den nĂ€chsten Jahren zu einem Unternehmen mit Weltruf entwickelte und zunehmend Einfluss auf die VerhĂ€ltnisse der Stadt ausĂŒbte. Friedrich war der ReprĂ€sentant des Unternehmens, Heinrich ihr Organisator. Die beiden reichen BrĂŒder unterstĂŒtzten ihre Mennonitengemeinde, indem sie die Prediger bezahlten, ein Armenhaus stifteten und eine neue Kirchenorgel kauften. Dennoch hat der Reichtum der von der Leyens mit ihrem fĂŒrstlichen Lebensstil die einstigen Glaubensgedanken wie Frömmigkeit und Bescheidenheit verdrĂ€ngt. Friedrich Wilhelm I. erkannte bei seinem Besuch in Krefeld 1738:

„Die Mennonisten sind hier keine rechten Mennonisten, sondern Bastarde, sonst aber gute Christen und biedere Leute.“

Den Von der Leyens machte er dennoch, oder gerade deshalb ZugestÀndnisse:

„Sie können sich auf mich verlassen, ich werde sie zu jeder Zeit protegieren, daß dero Fabrik und Handlung kein Mensch Tort tun kann.“

Die Stadt wurde im 18. Jahrhundert wieder durch mehrere Kriege in Mitleidenschaft gezogen (s. Spanischer Erbfolgekrieg, Polnischer Thronfolgekrieg). Der nĂ€chste preußische König Friedrich II. erlaubte den Katholiken in Krefeld eine eigene Kirche, die Dionysiuskirche, zu bauen. Die Grundsteinlegung erfolgte am 9. August 1754 bei einem schon fortgeschrittenen Bauzustand.

Die SeidenweberhÀuser waren Wohnort und Arbeitsplatz zugleich
51° 19â€Č 43″ N, 6° 33â€Č 46″ O51.3286111111116.5627777777778

Durch Monopole förderte Friedrich II. in Krefeld die Seidenweberei. Somit entwickelte sich in Krefeld eine stark ausgeprĂ€gte Textilindustrie. Diese Situation machte die Stadt Krefeld sehr wohlhabend und sie bekam ihren noch heute gĂŒltigen Beinamen „Samt- und Seidenstadt“. Hundert Jahre spĂ€ter war die HĂ€lfte der Krefelder Bevölkerung in der Seidenindustrie beschĂ€ftigt. An die vielen Weber der Stadt erinnert heute am SĂŒdwall Ecke Ostwall das Seidenweberdenkmal, die Statue eines Seidenwebers mit geschulterter Tuchrolle, von den Krefeldern Meister Ponzelar genannt. Auf dem Bild unter der Statue, im Sockel eingelassen, ist ein fĂŒr damals typisches Weberhaus dargestellt. Gewebt wurde seinerzeit in Heimarbeit in einer eigens dafĂŒr mit einer Webmaschine eingerichteten Webstube eines Weberhauses. Einige dieser typischen HĂ€user haben die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg und mehrere Stadtmodernisierungen unversehrt ĂŒberstanden und stehen heute unter Denkmalschutz.

Denkmal der Schlacht an der HĂŒckelsmay
51° 17â€Č 56″ N, 6° 31â€Č 49″ O51.2988888888896.5302777777778

Durch die „Schlacht bei Krefeld“ ging der Name der friedliebenden Stadt in die Kriegsgeschichte ein: Im SiebenjĂ€hrigen Krieg trafen am 23. Juni 1758 preußische Truppen unter dem Kommando des Prinzen Ferdinand von Braunschweig und ein französisches Heer am sĂŒdlichen Stadtrand zusammen. Trotz ihrer Übermacht wurden die Franzosen besiegt – ein Gedenkstein am einstigen Schlachtfeld, der HĂŒckelsmay, erinnert heute noch an die ĂŒber 2.800 Gefallenen, die dort begraben liegen. Friedrich II. besuchte zweimal die Stadt Krefeld: 1751 und 1763. Bei seinem zweiten Besuch verlieh er der Familie von der Leyen Monopolrechte fĂŒr die Seidenproduktion, so dass aufkommende Konkurrenten gezwungen waren, in das benachbarte Herzogtum JĂŒlich-Berg beziehungsweise das KurfĂŒrstentum Köln abzuwandern. An die 4.000 BĂŒrger arbeiteten bereits fĂŒr die Von der Leyens, das war etwa die HĂ€lfte aller Einwohner der Stadt. 80 % der produzierten Waren gingen in den Export auch nach Amerika und Russland. Das Portfolio umfasste Seiden- und SamtbĂ€nder, Paramenten, Borten, Hals- und TaschentĂŒcher und SeidenstrĂŒmpfe sowie Tuchware, all dies in exklusiven und erlesenen QualitĂ€ten. Um 1768 liefen allein fĂŒr die beiden BrĂŒder von der Leyen ĂŒber 700 WebstĂŒhle. Der zweitgrĂ¶ĂŸte Krefelder Seidenfabrikant, das Unternehmen Floh, besaß etwa 100 SeidenwebstĂŒhle. Die WebstĂŒhle waren stets Eigentum des jeweiligen Fabrikanten und wurden an die angestellten Weber lediglich ausgeliehen. Gewebt wurde meist in Heimarbeit. 1781 vermerkte Friedrich II., König von Preußen:

„Crefeld und die dasigen Manufacturen sehe ich als ein Kleinod an, von welchem die Werber wegbleiben mĂŒssen; zeigt Mir daher nur die Regimenter nĂ€her an, welche sich dergleichen Exzesse zu Schulden kommen lassen. Ich werde ihnen schon den Weg zur Stadt und ihren Manufacturen zu versperren wissen. AuswĂ€rts mögen sie werben, soviel sie wollen, von dergleichen nĂŒtzlichen Fabriquen sollen sie aber durchaus wegbleiben.“

Dies bedeutete, dass in Krefeld von nun an keine Rekruten von der Armee angeworben werden durften. Die ĂŒbliche Methode der Werber bestand darin, abends vor den Kneipen angetrunkenen jungen MĂ€nnern aufzulauern und ihnen sofort einen Betrag als Vorschuss auf den Sold auszuzahlen. Wer dieses „Handgeld“ annahm, verpflichtete sich quasi umgehend zum Wehrdienst. WĂ€hrend anderenorts ganze Stammbelegschaften in den Krieg zogen, konnte in Krefeld auch in Kriegszeiten mit nahezu gleicher QuantitĂ€t die gewohnt hohen QualitĂ€ten gefertigt werden. Zudem verfĂŒgte man in Krefeld durch diese Protektion ĂŒber die höchste Dichte an Webermeistern, welche ebensolche meisterlichen Arbeiten ablieferten.

1794 betrug das Betriebsvermögen der Von der Leyens enorme 1.280.000 Taler. Ein Webergeselle verdiente zu der Zeit im Monat etwa 10 Taler, ein Seidenweber das doppelte, Bandweber sogar bis zu 30 Taler. Eine einfache Wohnung kostete 1 Taler Miete pro Monat. FĂŒr einen Webstuhl musste man schon 80 Taler bezahlen, ein Roggenbrot von 500 g kostete 4 Deut und der Liter Bier 1 StĂŒber und 3 Deut. Ein Taler kam 60 StĂŒber gleich und ein StĂŒber hatte 8 Deut. Ein Taler von 1770 entspricht heute etwa 25,- Euro.

Der Wohlstand lockte auch Ganoven und Banditen an. Oft wurden die frommen und gutglĂ€ubigen Mennoniten zu ihren Opfern. RĂ€uberbanden zogen um Krefeld umher und verbreiteten Angst und Schrecken. Die „Krefelder Bande“ war nur eine von vielen. Der Grefrather Matthias Weber, ob seiner Art des Kampfes vielen besser bekannt als „Der Fetzer“, war seinerzeit wohl das prominenteste und gefĂŒrchtetste Mitglied dieser Gruppe.

In den auf die Französische Revolution folgenden Koalitionskriegen wurde Krefeld erstmals am 16. November 1792 durch Revolutionstruppen unter General La MarliĂ©re besetzt. Von den Franzosen wurde ein Kriegskontribution in Höhe von 300.000 hollĂ€ndischen Gulden verlangt, die die Stadt Krefeld nicht aufbringen konnte. Zur Sicherung dieser Forderung wurden die Vertreter der wohlhabendsten Krefelder Familien als Geiseln genommen. Erst Ende Januar konnte die Forderung beglichen werden. Im Zuge des Herbstfeldzuges von 1794 wurde auch Krefeld, wie das ĂŒbrige linksrheinische Territorium, von den französischen Revolutionstruppen besetzt. Die Stadt wurde wie das gesamte linksrheinische Gebiet von Frankreich annektiert und 1798 zum Verwaltungssitz eines Arrondissements des DĂ©partement de la Roer bestimmt. 1801 wird das DĂ©partement de la Roer französisches Staatsgebiet und Johannes Jakobus Bouget aus Odenkirchen wird UnterprĂ€fekt des Arrondissement de CrĂ©velt. Im Jahr 1802 wird die Gewerbefreiheit nach französischem Recht eingefĂŒhrt. In dieser Zeit wurde auch gezielt Jagd auf die umherstreunenden Banditen und RĂ€uber gemacht. Mit den meisten wurde kurzer Prozess gemacht. So endete 1803 auch das Leben von Matthias Weber auf einer Guillotine in Köln.

19. Jahrhundert

Krefeld 1856; Blickrichtung von SĂŒd-Osten. viereckiger Bau mit vier TĂŒrmchen ganz links:Hauptbahnhof; Kirchturm mitte-links: Alte Kirche; mittlerer Kirchturm: Dyonisiuskirche; Kirchturm mitte-rechts: Synagoge; großes Kirchenschiff mitte-rechts: Stephankirche

Die Gedanken der Revolution fanden durchaus Zustimmung bei vielen BĂŒrgern, die auch Napoleon Bonaparte 1804 bei seinem Besuch in der Stadt zujubelten. Aus den Aufzeichnungen der Familie von Beckerath geht zum Besuch Napoleons in Krefeld folgendes hervor:

„Bonaparte wurde auf dem Felde bei Königshof empfangen. Der Kaiser hatte einen gelblichen Teint, graue Augen, dunkles Haar und seine ZĂŒge waren nicht unangenehm. Nachdem der Maire von der Leyen seine Rede abgelesen hatte, nickte er freundlich mit dem Kopf, sah auf seine Uhr und befahl fortzufahren. Er war kaum in der Stadt, so sahen wir ihn mit dem Maire Arm in Arm gehen. Nachdem Bonaparte die Fabriken besehen, ließ er den Gemeinderat zusammenkommen und fragte unter anderem, wie viele MillionĂ€re denn in Crefeld seien.“

Die Franzosenzeit endete am 14. Januar 1814 – von nun an war Krefeld wieder preußisch.

Historische Stadtkarte von 1842

1816 wurde Krefeld Sitz des Kreises Krefeld, der 1929 im Kreis Kempen-Krefeld aufging. 1828 rebellierten Seidenweber des Unternehmens von der Leyen gegen LohnkĂŒrzungen. Preußische Husaren schlugen die AufstĂ€ndischen nieder.

Um 1840 wurden die das heutige Stadtbild prĂ€genden Boulevards (Nord-, West-, SĂŒd-, Ostwall) angelegt. Dies wird fĂ€lschlicherweise dem Baumeister und Architekten Adolph von Vagedes zugeschrieben. Der wahre Baumeister bleibt jedoch unbekannt. Vagedes indes machte bereits 1819 PlĂ€ne fĂŒr die Erweiterung der Stadt.

1843 wurde Krefeld nach PlĂ€nen von Umpfenbach bis zu den heutigen Ringstraßen erweitert. Die MĂ€rzrevolution von 1848 war auch in Krefeld spĂŒrbar – im Januar 1849 gab es bei StraßenkĂ€mpfen sogar ein Todesopfer. Das technische Zeitalter begann in Krefeld 1849 mit Eröffnung der Eisenbahn von Aachen nach Oberhausen (Bergisch-MĂ€rkische Eisenbahn-Gesellschaft).

1863 kam es zu einem Eklat beim Besuch von König Wilhelm I.. Außer den Mitgliedern des Preußenvereins verweigerten die meisten Krefelder dem König die ĂŒblichen Ehrenbezeugungen und blieben einfach zu Hause. Als ihm 1870 ein Denkmal gesetzt werden sollte, verlangte Wilhelm, der die Beleidigung nicht vergessen hatte, es mĂŒsse der Stadt den RĂŒcken zukehren. Der Sockel dieses Denkmals ist noch heute im Krefelder Stadtgarten zu sehen. Die Statue selber wurde im Zweiten Weltkrieg fĂŒr die RĂŒstung eingeschmolzen.

1872 schied Krefeld aus dem Kreis Krefeld aus und wurde kreisfreie Stadt. Am 17. Juni 1894 starb der Luftfahrtpionier Hermann Lattemann in Krefeld bei einem fatalen Experiment, als er seinen Ballon zum Fallschirm umwandeln wollte.

20. Jahrhundert

Postkarte von 1908 zeigt die Hochstraße wahrscheinlich Ecke Schwanenmarkt
51° 19â€Č 54″ N, 6° 33â€Č 45″ O51.3316666666676.5625
Protestkundgebung auf dem Karlsplatz am 31. MĂ€rz 1947

Am 9. Juni 1902 wurde die 3. Sinfonie Gustav Mahlers in Krefeld unter der Leitung des Komponisten uraufgefĂŒhrt. Elf Tage spĂ€ter jubelten die Krefelder Kaiser Wilhelm II. zu – die ZurĂŒckhaltung, die sie seinem Großvater entgegengebracht hatten, war vergessen.

1914 zogen auch Krefelder in den Ersten Weltkrieg – die pazifistischen Privilegien waren schon seit 1794 Geschichte. Nach Kriegsende wurde Krefeld am 6. Dezember 1918 von belgischen Truppen besetzt (bis 31. Januar 1926). Anfangs waren 7500, spĂ€ter bis zu 6000 Soldaten in Krefeld stationiert. Das Deutsche Reich musste ihnen laut Versailler Vertrag angemessene UnterkĂŒnfte zur VerfĂŒgung stellen. Von 1918 bis 1921 waren ĂŒber 1220 Quadratmeter in PrivathĂ€usern beschlagnahmt, von 1923 bis 1924 etwa 900. 1921 baute man die ersten WohnhĂ€user fĂŒr Offiziere – im seitdem so genannten „belgischen Viertel“. Die Belgier zensierten die Tageszeitungen und kappten Verbindungen zum anderen Rheinufer.[5]

Am 22. Oktober 1923 stĂŒrmten rheinische Separatisten das Krefelder Rathaus. Es gab Tote und Verletzte; die Aktion blieb ohne politische Folgen.

1929 wurde Krefeld mit Uerdingen, Fischeln, Gellep-Stratum und anderen Gemeinden zum Stadtkreis Krefeld-Uerdingen vereinigt und der Restkreis in Landkreis Kempen-Krefeld umbenannt. Bereits 1907 hatte es eine große Erweiterung des Stadtgebietes gegeben, damals wurden Bockum, Oppum und Verberg eingemeindet.(siehe auch „Kreisreformen in Preußen“)

Am 9. November 1938 wurden auch in Krefeld die Synagogen niedergebrannt und GeschĂ€fte jĂŒdischer Kaufleute zerstört. Im Zweiten Weltkrieg wurden am 21. Juni 1943 bei einem britischen Luftangriff im Rahmen der moral-bombing-Strategie große Teile des Ostens der Stadt getroffen, die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. Wundersamerweise blieb der große Hauptbahnhof bis auf wenige BeschĂ€digungen unversehrt.

Am 3. MĂ€rz 1945 marschierten US-amerikanische Truppen in Krefeld ein. Nach Kriegsende sollten die Krefelder Stahlwerke ursprĂŒnglich demontiert werden, man konnte dies aber noch abwenden.

In den 1950er Jahren erlebten sie ebenso wie die Textilindustrie einen neuen Aufschwung. 1975 wurde Krefeld durch die Eingemeindung von HĂŒls erneut vergrĂ¶ĂŸert.

1980 war der Name Krefeld noch einmal Synonym fĂŒr eine pazifistische Bewegung: Am 16. Oktober 1980 wurde in der Stadt auf einer Konferenz der Friedensbewegung (unter anderem mit Petra Kelly und Gert Bastian) der „Krefelder Appell“ gegen den NATO-Doppelbeschluss formuliert. Bei einem Staatsbesuch des US-VizeprĂ€sidenten George H. W. Bush anlĂ€sslich der Philadelphiade in Krefeld am 25. Juni 1983 demonstrierten ĂŒber 20.000 Menschen, dabei kam es zu schweren Auseinandersetzungen zwischen militanten Demonstranten und der Polizei.[6]

Wachstum bis 1843

Wachstum bis 1843
  • ï»żUrsiedlung
  • ï»żnach der Stadterhebung 1373
  • ï»ż1. Stadterweiterung 1693
  • ï»ż2. Stadterweiterung 1711
  • ï»ż3. Stadterweiterung 1738
  • ï»ż4. Stadterweiterung 1752
  • ï»ż5. Stadterweiterung 1766
  • ï»ż6. Stadterweiterung 1819
  • ï»ż7. Stadterweiterung 1843
Niedertor (HĂŒlser Tor) A, B, C
Obertor (Fischelner Tor) D, E
Neues Tor (Linner Tor) F
Bröcksken (BrĂŒcke ĂŒber den Stadtgraben) G
Pforte nach Cracau H
Westtor (Pforte nach St. Tönis) I

Eingemeindungen

Folgende StÀdte und Gemeinden beziehungsweise Gemarkungen wurden nach Krefeld eingemeindet:

Jahr Eingemeindete Gebiete
1901 Linn (Stadtrecht seit dem 14. Jahrhundert)
1907 Bockum, Verberg und Oppum (alle BĂŒrgermeisterei Bockum)
1. August 1929 Bildung des Stadtkreises Krefeld-Uerdingen (am 25. April 1940 in Stadtkreis Krefeld umbenannt) durch Vereinigung folgender StÀdte und Gemeinden:
Stadtkreis Krefeld
Stadt Uerdingen, Landkreis Krefeld (Stadtrecht seit 1255/1324 mit dem 1927 eingegliederten Hohenbudberg, BĂŒrgermeisterei Friemersheim)
Fischeln, Landkreis Krefeld
Traar, Landkreis Krefeld
Gellep und Stratum (BĂŒrgermeisterei Lank), Landkreis Krefeld
Forstwald (Amt Vorst), Landkreis Krefeld
Benrad und HĂŒlserberg (Amt HĂŒls), Kreis Kempen
1. Januar 1975 HĂŒls, seit dem 1. Januar 1970 Ortsteil der Stadt Kempen, Kreis Kempen-Krefeld (Orbroich war bereits 1936 eingemeindet worden.)[7]

Religionen

Christen

Die Mennoniten-Kirche an der Königstraße
51° 19â€Č 58″ N, 6° 33â€Č 48″ O51.3327777777786.5633333333333
Die Katholische Hauptpfarrkirche Krefelds, St. Dionysius
51° 19â€Č 58″ N, 6° 33â€Č 37″ O51.3327777777786.5602777777778
Evangelische Kirche Alt-Krefeld
51° 19â€Č 52″ N, 6° 33â€Č 45″ O51.3311111111116.5625

Krefeld und Uerdingen gehörten anfangs zum Erzbistum Köln und waren dem Archidiakonat des Domdekans, beziehungsweise dem Dekanat Neuss unterstellt. 1560 fĂŒhrten die Grafen von Moers in Krefeld die Reformation ein. Durch die VerpfĂ€ndung Krefelds an die Oranier galt in Krefeld eine begrenzte Religionsfreiheit, die sich auf das private religiöse Leben beschrĂ€nkte. Das Kloster Johannes Baptista wurde von den Katholiken weiter genutzt. Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen waren jedoch dem reformierten Pfarrer vorbehalten. Diese, wenn auch eingeschrĂ€nkte, Religionsfreiheit fĂŒhrte viele aus religiösen GrĂŒnden verfolgte Menschen aller Konfessionen in die Stadt. Eine besonders starke Gruppe bildeten die Mennoniten, die schon im Jahre 1693 eine eigene Kirche bauen konnten. Erst unter den Preußen durften ab 1744 die Katholiken wieder selber Taufen, Hochzeiten und BegrĂ€bnisse vornehmen. 1748 bauten die Lutheraner ihre eigene Kirche; 1755 wurde die katholische Dionysiuskirche fertiggestellt.

Obwohl die Bevölkerung mehrheitlich immer katholisch war, dominierten die Reformierten die Stadt. Alle öffentlichen Ämter bis hinab zum NachtwĂ€chter wurden von Reformierten bekleidet. Die soziale Struktur der Konfessionen ließ sich auf einen einfachen Nenner bringen: Die Mennoniten hatten das Geld, die Reformierten das Sagen und die Katholiken die Arbeit.

Anders war es in Uerdingen. Durch die Zugehörigkeit der Stadt zum Erzbistum Köln blieb die Stadt auch nach der Reformation katholisch. Alle katholischen Pfarrgemeinden im heutigen Stadtgebiet gehörten bis 1802 zum Erzbistum Köln. Nach dessen Auflösung kamen die Gemeinden zum Bistum Aachen, das jedoch 1821/1825 bereits wieder aufgehoben wurde, so dass das Gebiet ab 1821 erneut zum wieder errichteten Erzbistum Köln kam, HĂŒls und Benrad kamen jedoch zum Bistum MĂŒnster. Krefeld wurde Sitz eines Dekanats. 1930 wurden alle Pfarrgemeinden des gesamten Gebiets dem neu errichteten Bistum Aachen zugeordnet. Das Dekanat Krefeld wurde in die drei Dekanate Mitte, SĂŒd und Ost aufgeteilt. Heute gehören alle Pfarrgemeinden der Stadt Krefeld zu den Dekanaten Mitte, Ost, Bockum/Oppum, West, SĂŒd und Nordwest innerhalb der „Region Krefeld“, zu der weitere Gebiete außerhalb Krefelds gehören. Hauptkirche der Stadt Krefeld ist die Pfarrkirche St. Dionysius. Weitere Kirchen sind St. Andreas, St. Anna, St. Antonius, St. Bonifatius, Christus König, St. Clemens, St. Cyriakus, St. Elisabeth, St. Elisabeth von ThĂŒringen, St. Franziskus, St. Gertrudis, Heilige Schutzengel, St. Heinrich, Herz-Jesu Königshof, Herz-Jesu Bockum, St. Hubertus, St. Johann Baptist, St. Josef Krefeld-Mitte, St. Josef Krefeld-Nordwest, Liebfrauenkirche, St. Karl BorromĂ€us, St. Margareta, St. MariĂ€ Himmelfahrt, Maria Waldrast, St. Martin, St. Michael, St. Norbertus, St. Paul, Pax-Christi, St. Peter, St. Pius X., St. Stephan und St. Thomas Morus.

Mit dem Übergang an Preußen gehörten die protestantischen Gemeinden Krefelds zur rheinischen Provinzialkirche der der Evangelischen Kirche in Preußen. 1947 wurde die Kirchenprovinz als Evangelische Kirche im Rheinland selbstĂ€ndige Landeskirche. Krefeld wurde Sitz eines Superintendenten, aus dem spĂ€ter der Kirchenkreis Krefeld (heute Krefeld-Viersen) innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Die Kirchengemeinden wurden in mehrere Kirchengemeinden aufgeteilt beziehungsweise neue Kirchengemeinden entstanden. Der heutige Kirchenkreis Krefeld-Viersen umfasst außer den Krefelder Kirchengemeinden auch viele Gemeinden außerhalb der Stadt Krefeld. In Krefeld gibt es heute folgende Kirchen (in Klammer die zugehörige Kirchengemeinde und soweit bekannt das Baujahr der Kirche):

Alte Kirche, Erlöserkirche und Johanneskirche (alle Kirchengemeinde Alt Krefeld), Friedenskirche (Friedenskirchengemeinde, 1874), Pauluskirche (Pauluskirchengemeinde, 1900/1901), Lutherkirche (1904) und Markuskirche (beide Kirchengemeinde Krefeld SĂŒd), Christuskirche (Kirchengemeinde Krefeld Ost), Kreuzkirche und Auferstehungskirche (beide Kirchengemeinde Oppum), Lukaskirche, Thomaskirche und das Gemeinsame Haus (ökumenisch) in Elfrath (alle Kirchengemeinde Nord), Kreuzkirche (Kirchengemeinde HĂŒls), Michaelskirche und Johanneskirche (beide Kirchengemeinde Uerdingen).

Neben der bereits erwĂ€hnten Mennonitengemeinde gibt es in Krefeld weitere Freikirchen, darunter eine Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Gemeinde der Apostolischen Gemeinschaft, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), eine Freie evangelische Gemeinde und die Heilsarmee. Sie sind – zusammen mit der römisch-katholischen Kirche und den evangelischen Kirchen – Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), wie ebenso die Alt-Katholische Pfarrgemeinde und die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde.

Daneben sind auch die Christengemeinschaft und die Neuapostolische Kirche in Krefeld ansÀssig.

Juden

Synagogendenkmal, Marktstraße
51° 19â€Č 51″ N, 6° 33â€Č 56″ O51.3308333333336.5655555555556

Nach der Ordnung der jĂŒdischen Gemeinden aus der napoleonischen Zeit war in Krefeld die bedeutendste jĂŒdische Gemeinde im Rur-Departement. Folglich war hier das Konsistorium, die Verwaltung aller Gemeinden aus dem DĂ©partement, ansĂ€ssig. Der Krefelder Rabbiner war als Oberrabbiner zustĂ€ndig fĂŒr ein weites Gebiet von Kleve im Norden bis Köln im SĂŒden. Die jĂŒdische Gemeinde hatte in Krefeld zusĂ€tzlich eine besondere Stellung, weil sie nicht die einzige Minderheit in der Stadt reprĂ€sentierte. Zu Beginn der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts lebten in Krefeld, einschließlich des erst spĂ€ter eingemeindeten Ortsteils HĂŒls, etwa 1.600 Juden, etwa ein Prozent der Bevölkerung. Die Tendenz war eher abnehmend, da die jĂŒngeren Leute in die grĂ¶ĂŸeren StĂ€dte, besonders nach Berlin, abwanderten. In Krefeld existierten mehrere Synagogen bzw. BethĂ€user und zwar in Krefeld-Mitte, Fischeln, HĂŒls, Linn und Uerdingen. Es gab und gibt weiterhin einen jĂŒdischen Friedhof. Erfolgreiche Kaufleute und Akademiker jĂŒdischer Herkunft waren gesellschaftlich weitgehend akzeptiert, besonders wenn die Familien seit mehreren Generationen in Krefeld lebten. Trotzdem kam es auch in Krefeld seit Mitte der 1920er Jahre zu antisemitischen Übergriffen, die im Novemberpogrom 1938 gipfelten. Bis 1939 war die HĂ€lfte der Krefelder Juden aus Deutschland ausgewandert. Mindestens 737 Krefelder Juden wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ermordet.

Die JĂŒdische Gemeinde Krefeld erstreckt sich heute von Krefeld bis Kleve. Umfasste sie 1980 nur rund 130 Mitglieder, sind es zurzeit 1.200. Die meisten davon sind OsteuropĂ€er, die nach dem Fall des Eisernen Vorhangs nach Deutschland eingewandert sind. Im Juli 2005 wurde der Grundstein fĂŒr den Neubau einer Synagoge an der Wiedstraße in der östlichen Innenstadt gelegt. Am 14. September 2008 wurde sie eröffnet. Seit dem 1. Mai 2007 hat die Gemeinde mit Yitzhak Mendel Wagner erstmalig seit dem Nationalsozialismus wieder einen Rabbiner.

Muslime

In Krefeld leben etwa 14.000 Muslime, dies sind rund 5,6 Prozent der Krefelder Bevölkerung. Die meisten von ihnen kamen ab den 1960er Jahren hauptsĂ€chlich als Gastarbeiter aus der TĂŒrkei in die Samt- und Seidenstadt und fanden hier eine neue Heimat. Die Krefelder Muslime schlossen sich unter dem Dachverband „Union der tĂŒrkischen und islamischen Vereine in Krefeld und Umgebung e. V.“ zusammen, um bĂŒrokratische Angelegenheiten mit der Stadt Krefeld einfacher und schneller zu handhaben. Derzeit existieren in Krefeld sieben muslimische GotteshĂ€user. Die Ă€lteste Moschee wurde 1973 an der Gerberstraße vom Verein Islamische Gemeinschaft Krefeld e. V., nahe der Innenstadt, eröffnet. Sie befindet sich seit 1987 in der Viersener Straße. DarĂŒber hinaus gibt es einen muslimischen Friedhof am Elfrather See.

Sonstige

Des Weiteren gibt es ein buddhistisches Zentrum in der Stadtmitte.

Politik

Das Krefelder Rathaus
51° 20â€Č 3″ N, 6° 33â€Č 33″ O51.3341666666676.5591666666667

An der Spitze des alten Dorfes Krefeld stand zunĂ€chst ein Amtmann, der im Namen der Grafen handelte. Nach der Stadterhebung leiteten die Schöffen die Stadtverwaltung. Ihnen traten spĂ€ter BĂŒrgermeister und RatsmĂ€nner zur Seite. Im 15. Jahrhundert nahmen auch Gemeinsleute als Vertreter der BĂŒrgerschaft an der Stadtverwaltung teil. Schöffen, BĂŒrgermeister und Gemeinsleute bildeten spĂ€ter den Magistrat. Ab 1738 wurde der Magistrat stĂ€ndig. Ihm gehörten 4 BĂŒrgermeister, ein Schöffe, ein Secretarius und 3 Gemeinsleute an. Nach 1740 handelte es sich beim Magistrat um eine königliche Behörde des Staates Preußen, zu dem Krefeld seinerzeit bereits gehörte. In französischer Zeit wurde 1800 die Munizipalverfassung eingefĂŒhrt. Krefeld wurde Hauptort eines Kantons mit einem Maire an der Spitze. Ferner gab es einen Munizipalrat. 1845 wurde die Rheinische Landgemeindeordnung und 1856 die Rheinische StĂ€dteordnung eingefĂŒhrt. Danach leitete ein OberbĂŒrgermeister die Stadtverwaltung, auch gab es weiterhin einen Rat.

Auch in Uerdingen gab es nach der Stadterhebung einen Rat und mehrere BĂŒrgermeister. Ab 1648 gab es nur noch einen BĂŒrgermeister. Auch Uerdingen wurde in französischer Zeit Sitz einen Kantons mit einem Maire an der Spitze. In preußischer Zeit leitete ein BĂŒrgermeister die Stadt. Nach der Vereinigung beider StĂ€dte gab es einen OberbĂŒrgermeister fĂŒr die neue kreisfreie Stadt Krefeld-Uerdingen.

Die ehemalige Hauptverwaltung der VerSeidAG ist heute das Stadthaus
51° 20â€Č 23″ N, 6° 32â€Č 42″ O51.3397222222226.545

WĂ€hrend der Zeit der Nationalsozialisten wurde der OberbĂŒrgermeister von der NSDAP eingesetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte die MilitĂ€rregierung der Britischen Besatzungszone einen neuen OberbĂŒrgermeister ein, und 1946 fĂŒhrte sie die Kommunalverfassung nach britischem Vorbild ein. Danach gab es einen von den BĂŒrgern gewĂ€hlten „Rat der Stadt“, dessen Mitglieder man als „Stadtverordnete“ bezeichnet. Der Rat wĂ€hlte anfangs aus seiner Mitte den OberbĂŒrgermeister als Vorsitzenden und ReprĂ€sentanten der Stadt, welcher ehrenamtlich tĂ€tig war. Des Weiteren wĂ€hlte der Rat ab 1946 ebenfalls einen hauptamtlichen Oberstadtdirektor als Leiter der Stadtverwaltung. 1999 wurde die Doppelspitze in der Stadtverwaltung aufgegeben. Seither gibt es nur noch den hauptamtlichen OberbĂŒrgermeister. Dieser ist Vorsitzender des Rates, Leiter der Stadtverwaltung und ReprĂ€sentant der Stadt. Er wurde 1999 erstmals direkt vom Volk gewĂ€hlt. OberbĂŒrgermeister ist Gregor Kathstede (CDU).

OberbĂŒrgermeister seit 1848

Oberstadtdirektoren 1946–1999

  • 1946–1949: Johannes Stepkes
  • 1949–1964: Bernhard Heun
  • 1964–1986: Hermann Steffens
  • 1986–1988: Alfred Dahlmann
  • 1988–1999: Heinz-Josef Vogt

Ergebnisse OberbĂŒrgermeisterwahlen (seit 2004)

2004 2009
Gregor Kathstede (CDU) 44,43 % 39,59 %
Ulrich Hahnen (SPD) 34,21 % 39,12 %
Harry van Bargen (GrĂŒne) 8,73 % 9,16 %
Joachim C. Heitmann (FDP) 7,70 % 7,25 %

Ergebnisse Stadtratswahlen (seit 2004)

→ Siehe auch: Ergebnisse der Kommunalwahlen in Krefeld

CDU SPD GRÜNE FDP Die Linke Sonstige Wahlbeteiligung
26. September 2004 42,45 % 28,64 % 12,65 % 9,13 % – 7,13 % 48,44 %
30. August 2009 35,54 % 30,70 % 14,44 % 10,21 % 3,70 % 5,41 % 48,78 %

Sitzverteilung nach Fraktionen im Stadtrat (seit 2004)

CDU SPD GRÜNE FDP Die Linke KK/UKB KWG KK KB Fraktions / Gruppenlos Gesamt
2004 25 18 8 5 – 3 – – 2 1 62
2009 21 18 8 6 2 – 1 1 1 – 58

Nach der Kommunalwahl 2004 waren einige Mitglieder aus der Ratskoalition von CDU und FDP ausgetreten. OberbĂŒrgermeister Kathstede verfĂŒgte somit nicht mehr ĂŒber die Mehrheit der Sitze im Stadtrat.

Abgeordnete fĂŒr Krefeld

FĂŒr den Bundestagswahlkreis Krefeld I – Neuss II sitzen seit 2009 im 17. Deutschen Bundestag der per Direktmandat gewĂ€hlte Ansgar Heveling (CDU), Otto Fricke (FDP) und Bernd Scheelen (SPD) sind ĂŒber die jeweilige Landesliste eingezogen. Den Bundestagswahlkreis Krefeld II – Wesel II vertritt Siegmund Ehrmann (SPD) als Direktkandidat sowie Sevim Dağdelen (Die Linke), die ĂŒber die Landesliste in den Bundestag eingezogen ist.

Direkt gewĂ€hlte Abgeordnete im nordrhein-westfĂ€lischen Landtag sind in der 15. Wahlperiode (Wahl am 9. Mai 2010) Ulrich Hahnen (SPD) im sĂŒdlichen Wahlkreis I und Winfried Schittges (CDU) im nördlichen Wahlkreis II.

Stadtwappen

Krefelder Wappen in moderner Form (normales: siehe oben)
fĂŒr die Geschichte und weitere Informationen siehe Wappen der Stadt Krefeld

Das mit Ministerialerlass vom 3. Juli 1950 genehmigte Stadtwappen wurde von dem Heraldiker Wolfgang Pagenstecher entworfen. Der gespaltene Schild zeigt vorn in Silber den Heiligen Dionysius von Paris mit Heiligenschein und rotem Ornat, den Bischofsstab in der Rechten, das abgeschlagene Haupt in der Linken, zu seinen FĂŒĂŸen ein goldenes Schildchen mit schwarzem Balken, hinten in blau ĂŒber rot geteiltem Felde zwei abgewendete goldene SchlĂŒssel, begleitet von silbernen Schilden mit schwarzen Balkenkreuzen.

Der abgeschlagene Kopf des hl. Dionysius, der im dritten Jahrhundert erster Bischof von Paris und spĂ€ter frĂ€nkischer Nationalheiliger wurde, deutet seinen MĂ€rtyrertod an. Das Moerser Landeswappen zu seinen FĂŒĂŸen erinnert an die frĂŒhere Zugehörigkeit von Stadt und Herrlichkeit Krefeld zur Grafschaft Moers. Die kurkölnischen Schilde im Uerdinger Wappen weisen auf die Landesherrschaft des KurfĂŒrsten von Köln ĂŒber die Stadt Uerdingen hin und versinnbildlichen zugleich die Zugehörigkeit einiger Teile des alten Amtes Linn-Uerdingen zum heutigen Stadtgebiet.

Stadtfarben

Die Farben der Stadt Krefeld sind schwarz und gold.

StÀdtepartnerschaften

StÀdtepartnerschaften:
Flag of the Netherlands.svg Venlo in den Niederlanden, seit 1964
Flag of the United Kingdom.svg Leicester in Großbritannien, seit 1969
Flag of France.svg DĂŒnkirchen in Frankreich, seit 1974
Flag of the Netherlands.svg Leiden in den Niederlanden, seit 1974
Flag of the United States.svg Charlotte in den USA, seit 1986
Flag of Brandenburg.svg Landkreis Oder-Spree in Brandenburg,
seit 1990
Flag of Russia.svg Uljanowsk in Russland, seit 1993
Flag of Turkey.svg Kayseri in der TĂŒrkei, seit Mai 2008

Die niederlĂ€ndische Grenzstadt Venlo war die erste offizielle StĂ€dtepartnerschaft Krefelds. Die Partnerschaft wurde 1964 offiziell begrĂŒndet, auch wenn Kontakte zwischen den Krefeldern und den Nachbarn aus Venlo bereits vor dem Zweiten Weltkrieg gepflegt wurden. Die bekannteste Errungenschaft der Partnerschaft ist der alljĂ€hrliche Besuch des „Sinter Klaas“, der mit seinen Swarten Pieten immer am ersten Advent am Rhein-Steiger in Uerdingen festmacht und von einem begeisterten Publikum empfangen wird.

Am 14. Mai 1969 wurde die englische Stadt Leicester Partnerstadt. Zwischen den beiden StĂ€dten gibt es seit Jahren zahlreiche Kontakte. In den Bereichen Kultur, Politik und Sport werden regelmĂ€ĂŸig Besuche organisiert. Auszubildende der Krefelder Stadtverwaltung und Lehrlinge des Handwerks nutzen die Chance eines Auslandspraktikums in der Partnerstadt.

Das französische DĂŒnkirchen ist seit dem 15. Juni 1974 Partnerstadt. Die StĂ€dtepartnerschaft wird unter anderem von Sportlern, Schulen und Sprachinteressierten gepflegt.

Kurz darauf wurde Leiden am 3. Oktober 1974 Krefelds Partnerstadt. Ebenso wie Krefeld ist das sĂŒdhollĂ€ndische Leiden eine traditionelle Textilstadt.

Charlotte im amerikanischen Bundesstaat North Carolina ist seit dem 23. Mai 1986 Krefelds Partnerstadt. Einen Schwerpunkt der partnerschaftlichen Beziehungen bildet der Jugendaustausch: Über die Concord-Gesellschaft besuchen regelmĂ€ĂŸig Krefelder Jugendliche Charlotte sowie junge Charlotteans die Seidenstadt.

Seit dem 22. September 1990 ist der Landkreis Oder-Spree (damals Kreis Beeskow) Partner der Stadt Krefeld. Mit der Einrichtung eines „Krefeld-BĂŒros“ leistete die Stadt Krefeld dem Kreis tatkrĂ€ftige UnterstĂŒtzung beim Aufbau der kommunalen Selbstverwaltung. Kontakte zum Oder-Spree-Kreis werden heute unter anderem von Schulen, Chören und Parteien gepflegt.

Die vorletzte StÀdtepartnerschaft wurde am 19. Mai 1993 mit dem russische Uljanowsk geschlossen. Die partnerschaftlichen Kontakte in die Geburtsstadt Lenins werden unter anderem durch die deutsch-russische Gesellschaft, die StÀdtischen Werke, das Klinikum Krefeld sowie kirchliche und soziale VerbÀnde gepflegt.

Des Weiteren unterhÀlt die Stadt Krefeld eine freundschaftliche Beziehung zur japanischen Stadt Hamamatsu.

Im Mai 2008 ging Krefeld mit der tĂŒrkischen Stadt Kayseri eine Partnerschaft ein.

Öffentliche Einrichtungen und Bildung

Als Oberzentrum ist Krefeld Standort einiger ĂŒberregionaler Institutionen. So ist Krefeld Sitz der Industrie- und Handelskammer (IHK) Mittlerer Niederrhein – Körperschaft des öffentlichen Rechts, deren Kammerbezirk die kreisfreien StĂ€dte Krefeld und Mönchengladbach sowie den Rhein-Kreis Neuss und den Kreis Viersen umfasst. Weitere HauptgeschĂ€ftsstellen befinden sich in Mönchengladbach und Neuss. Seit 2004 befindet sich das Deutsche Modeinstitut in Krefeld. Des Weiteren ist der Geologische Dienst NRW sowie ein Staatliches VeterinĂ€runtersuchungsamt hier ansĂ€ssig. Ein Amtsgericht, ein Landgericht und ein Arbeitsgericht haben ihren Sitz in Krefeld.

Krefeld verfĂŒgt ĂŒber 37 Grundschulen, acht Hauptschulen, sechs Realschulen, zehn Gymnasien und fĂŒnf Gesamtschulen. Des Weiteren existieren vier Berufskollegs sowie neun Förderschulen.

Krefeld ist außerdem der Hauptsitz der Hochschule Niederrhein. Sie wurde 1971 durch Zusammenschluss von 13 Fach- und Ingenieurschulen gegrĂŒndet. In Krefeld befinden sich die Fachbereiche Chemie, Design, Elektrotechnik und Informatik, Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Wirtschaftsingenieurwesen und Gesundheitswesen. Bis 2008 gab es auch ein AuslĂ€nder-Studienkolleg. Weitere Fachbereiche dieser Fachhochschule sind in Mönchengladbach angesiedelt.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Mundart

In Krefeld wird Krefelder Mundart gesprochen. Der Krefelder nennt diese Sprache Krieewelsch oder Krieewelsch-Platt, ein sĂŒdniederfrĂ€nkischer Dialekt.

Theater

Stadttheater
51° 20â€Č 7″ N, 6° 33â€Č 49″ O51.3352777777786.5636111111111

Das Stadttheater Krefeld kooperiert seit 1950 mit den stĂ€dtischen BĂŒhnen Mönchengladbach und bietet moderne und klassische AuffĂŒhrungen aus Oper, Operette, Ballett und Schauspiel. Über die Grenzen Krefelds hinaus haben sich die Sinfoniekonzerte der Niederrheinischen Sinfoniker einen Namen gemacht. Das heutige TheatergebĂ€ude von Gerhard Graubner mit seinem markanten Kupferdach wurde 1963 eröffnet und bietet 832 Besuchern platz. Siehe dazu Vereinigte StĂ€dtische BĂŒhnen Krefeld und Mönchengladbach.

Fabrik Heeder
51° 19â€Č 22,7″ N, 6° 34â€Č 20,1″ O51.3229833333336.5722361111111

Seit 1989 wird die alte Tapeten-Fabrik Heeder auf der Virchowstraße, gegenĂŒber der RĂŒckfront des Hauptbahnhofs, unter Leitung des KulturbĂŒros der Stadt Krefeld als stĂ€dtisches Kulturzentrum genutzt. Das KulturbĂŒro bietet ein vielfĂ€ltiges kulturelles Programm an. Unter anderem bringt das KRESCH – Kinder- und Jugendtheaterzentrum der Stadt Krefeld hier Eigenproduktionen und Gastspiele.

Das Krefelder Wohnzimmertheater PODIO ist ein fester Bestandteil der Krefelder Kulturszene und bietet ausgesuchte Produktionen aus den Bereichen Theater, Kabarett, Kleinkunst, Comedy, Literatur und Musik. Mit rund 60 PlĂ€tzen stellt das Wohnzimmertheater Krefelds kleinste BĂŒhne dar.

Das seit 1979 bestehende Marionettentheater Krieewelsche pappköpp bietet Kleinkunst in Krefelder Mundart (Krieewelsch). Seit 2008 ist das Theater „Krieewelsche Pappköpp“ auch Schauplatz des „Krefelder GlĂŒhwein Cabaretts“, einer jĂ€hrlich stattfindenden Comedy-Mixedshowserie ĂŒber 5 Tage, die vom Krefelder Wohnzimmertheater PODIO prĂ€sentiert und veranstaltet wird.

Das Theater am Marienplatz (TAM) genießt im Bereich der modernen und experimentellen Musik einen ausgezeichneten Ruf. Es hat sich wĂ€hrend seiner fast dreißigjĂ€hrigen kontinuierlichen Arbeit auf wenig bekannte sowie zeitgenössische Werke spezialisiert.

Der KulturPunkt-Friedenskirche Krefeld, bietet das ganze Jahr ein internationales Kulturprogramm mit bekannten KĂŒnstlern. Im Gemeindehaus und in der Kirche sowie im Turm finden Ausstellungen, Konzerte, Lesungen, Kabarett und vieles mehr statt.

Der Werkhaus Krefeld e.V ist mit seinem Programm (Weiterbildung, Kultur) seit ĂŒber 20 Jahren traditioneller Förderer von Kultur und Kommunikation in Krefeld und wurde kĂŒrzlich mit dem Preis fĂŒr „Engagement und Courage“ fĂŒr sein konstantes Engagement ausgezeichnet. Die ihm angeschlossene WerkbĂŒhne bietet ein kurzweiliges, breit gefĂ€chertes, modernes Programm in Sachen Kleinkunst, Kabarett, Theater und Musik.

Nachtleben

Livemusik

Kulturfabrik
Außenansicht der KuFa im Oktober 2007

In der Kulturfabrik, kurz KuFa genannt, finden das ganze Jahr ĂŒber Live-Auftritte von Bands und SolokĂŒnstlern, Kabarettisten, Comedians aber auch Theatergruppen und KleinkĂŒnstlern statt; das Spektrum der bisherigen GĂ€ste reicht von den Ärzten ĂŒber Dieter Nuhr und Herbert Grönemeyer bis zu Helge Schneider, Harald Schmidt und Klee. National und International bekannt ist die Kulturfabrik durch regelmĂ€ĂŸige Festivals, vor allem im Elektro- und Rhythm-’n’-Noise-Bereich (Pluswelt-Festivals). Des Weiteren finden regelmĂ€ĂŸig Themenpartys (80er, 90er usw.) statt. Die Kulturfabrik besitzt zwei SĂ€le, einen kleinen fĂŒr 350 Besucher und einen grĂ¶ĂŸeren fĂŒr etwa 1100. Untergebracht ist sie in einem Teil des alten stĂ€dtischen Schlachthofes.

Kulturrampe

Die Kulturrampe hat sich seit 2006 auf dem Großmarkt etabliert und bereichert das besondere Flair in den alten Großmarkthallen neben Gastronomie, KĂŒnstlern und dem traditionellem Großmarkt. Mit bis zu 15 Liveveranstaltungen pro Monat bietet die Kulturrampe das reichhaltigste und musikalisch abwechslungsreichste Live-Programm in Krefeld. Nach bereits 4 Jahren haben schon ĂŒber 650 KĂŒnstler die Kulturrampe besucht.

Jazzkeller

Bis ĂŒber die Grenzen Krefelds hinaus bekannt ist der bereits seit 1958 bestehende Jazzkeller Krefeld, heute auf der Lohstraße. Hier traten schon einige JazzgrĂ¶ĂŸen sowie diverse Bands, die zumeist dem Blues, Jazz oder Rock zugeordnet werden können, auf. RegelmĂ€ĂŸig findet die Veranstaltung JazzAttack, eine organisierte Jamsession mit bekannten Musikern der deutschen Jazz-Szene sowie vereinzelt internationalen GĂ€sten, statt.

Diskotheken / Clubs

Die wohl bekannteste Diskothek Krefelds ist die Königsburg Krefeld. Sie wurde Ende 2005 nach etwa 4-jĂ€hriger Ruhepause wiedereröffnet. Vor der zwischenzeitlichen Schließung 2001 erfreute sie sich auch ĂŒberregional großer Beliebtheit.

  • Bosi Bar
  • Königsburg Krefeld
  • Meilenstein
  • Magnapop
  • Mikroport
  • Schlachthof /-garten
  • Asgaard

Kino

Ein modernes Multiplex-Kino der Kette Cinemaxx befindet sich mit seinen zehn VorfĂŒhrsĂ€len direkt neben dem Hauptbahnhof. Nach dem Bau des Cinemaxx wurden das Passage-Filmtheater mit den Kinos Royal, Studio 55, Chrystal und Passage und die Miniatur-Hollywood-Kinos geschlossen. Bereits in den 1970ern wurde das Atrium[8] zum heutigen Blue Movie. Vor einigen Jahren musste dann der Seidenfaden mit dem Intimes[9] dem Neubau der Dresdner Bank weichen. Als einziges weiteres Kino hĂ€lt das Cinema/Casablanca (ehemals Primus und Lux)[10] mit zwei SĂ€len der Konkurrenz mit einem alternativen Programm stand.[11]

Museen und Galerien

Kaiser-Wilhelm-Museum
51° 19â€Č 49″ N, 6° 33â€Č 34″ O51.3302777777786.5594444444444

Kaiser-Wilhelm-Museum

Der Bau des Kaiser-Wilhelm-Museums geht auf den Schulrat Hermann Keussen zurĂŒck. Dieser griff nach dem Tod des Kaisers 1888 eine Anregung des Architekten Hugo Koch wieder auf, ein Kaiser Wilhelm Museum zur Pflege von Werken des Friedens, der Kunst, Bildung und Gesittung zu errichten. Ein Streit um den Standort des Museums wurde 1890 zugunsten des Karlplatzes am Westwall entschieden. 1894–1897 wurde das Museum nach PlĂ€nen von Hugo Koch erbaut und am 5. September 1899 eingeweiht.

1910–1912 wird das Museum erweitert. Lag der Schwerpunkt zunĂ€chst auf neuzeitlichem Kunstgewerbe und Kleinkunst, wurde dieser seit 1922 mehr auf die bildende Kunst verlagert. 1942 wurde das Museum kriegsbedingt geschlossen, ĂŒberstand den Krieg aber ohne SchĂ€den. Gegenwartskunst bekam nach dem Krieg einen immer grĂ¶ĂŸeren Stellenwert. 1960 schloss das Museum wegen Umbauarbeiten, die im Dezember 1968 abgeschlossen wurden. Am 30. April 1969 wurde das Museum schließlich wieder eröffnet.

Bis 2008 liegt der Schwerpunkt der Sammlung in der zweiten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts. Durch den Abzug der Sammlung Lauffs im Jahre 2008 verliert das Museum jedoch die meisten seiner Kunstwerke und muss die LĂŒcken aus dem eigenen Bestand eingelagerter Werke fĂŒllen. Über den Verbleib der Werke des in Krefeld geborenen Joseph Beuys, der mit einem von ihm selbst eingerichteten Ensemble noch prĂ€sent ist, wird derzeit verhandelt.

Haus Lange/Haus Esters

Haus Esters (links), Haus Lange (rechts)
51° 20â€Č 49″ N, 6° 34â€Č 57″ O51.3469444444446.5825

Museum Haus Lange an der Wilhelmshofallee wurde zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe, als Wohnhaus fĂŒr die Familie von Hermann Lange (Direktor der Vereinigten Seidenwebereien, Krefeld), im Bauhaus-Stil erbaut. 1955 stellte die Familie das Haus der Stadt fĂŒr Ausstellungen aktueller Kunst zur VerfĂŒgung. 1968 schenkte der Sohn des Bauherrn und Kunstsammlers das Haus der Stadt mit der Auflage, hier 99 Jahre lang Ausstellungen zeitgenössischer Kunst zu zeigen. 1976 konnte die Stadt Krefeld das benachbarte Haus Esters erwerben. Es wurde ebenfalls zwischen 1928 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe erbaut. 1981 wurde Museum Haus Esters als weiteres Ausstellungsinstitut fĂŒr Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst eröffnet. Zwischen 1998 und 2000 sind beide HĂ€user umfassend saniert worden. Im Zuge der Euroga 2002+ konnten zwei Jahre spĂ€ter auch die GĂ€rten dem ursprĂŒnglichen Zustand wieder angenĂ€hert werden. Die beiden HĂ€user sind selbst als Museum fĂŒr Baugeschichte anzusehen.

Museumszentrum Burg Linn

Burg Linn mit angrenzendem Jagdschlösschen
51° 20â€Č 0″ N, 6° 38â€Č 7″ O51.3333333333336.6352777777778

Unter dem Oberbegriff Museumszentrum Burg Linn werden die Burg Linn, Das Jagdschloss und das Niederrheinische Landschaftsmuseum zusammengefasst.

Auf der, bis zum 12. Jahrhundert zurĂŒckgehenden Burg Linn, eine polygonale Rundburg, einer von vielen Burgentypen Kurkölns, werden Ausstellungen zur Entstehung der Burg und das damalige Leben auf dieser gezeigt.

Das Jagdschloss aus dem Barock ist in der Vorburg der Burg Linn gelegen. Erbaut wurde es im 18. Jahrhundert fĂŒr KurfĂŒrst Clemens August. Zu sehen gibt es hier zeitgenössisches Inventar aus zwei Jahrhunderten und eine Sammlung mechanischer Musikinstrumente, welche sonntags vorgefĂŒhrt werden. Besonders hervorzuheben ist ein mechanisches Glockenspiel mit Glocken aus Meißener Porzellan an der Vorderseite des Schlosses, das stĂŒndlich eine Melodie spielt.

Das Niederrheinische Landschaftsmuseum zeigt FundstĂŒcke aus dem römischen und frĂ€nkischen GrĂ€berfeld in Gellep und dem dortigen ehemaligen Castell Gelduba. Unter anderem ist das berĂŒhmte FĂŒrstengrab des frĂ€nkischen FĂŒrsten Arpvar mit seinem Spangenhelm aus Gold zu besichtigen. Außerdem gibt es weitere AusstellungsstĂŒcke zur Geschichte der Umgebung sowie einen bereits 1972 bei Baggerarbeiten am Rheinhafen geborgenen Rheinkahn aus dem 13. Jahrhundert, welcher nach einem ĂŒber 30 Jahre dauernden Bad in einer speziellen Holzschutzlösung nun in einer eigens errichteten Halle ausgestellt ist.

Sonstige Museen

Deutsches Textilmuseum in Linn
51° 20â€Č 2″ N, 6° 38â€Č 13″ O51.3338888888896.6369444444445

Das Deutsche Textilmuseum in Linn gehört heute zu den international wichtigsten Sammlungen mit historisch kostbaren Textilien und BekleidungsstĂŒcken aus verschiedensten Zeitepochen. Die Sammlung umfasst ĂŒber 25.000 Objekte aus allen Teilen der Welt. Die Vielfalt der Exponate reicht von der Antike bis zur Gegenwart. Allerdings sind nicht alle Textilien der Öffentlichkeit zugĂ€nglich.

Das Haus der Seidenkultur befindet sich in der ehemaligen Paramentenweberei Hubert Gotzes. Im Jahr 2000 wurde es als Museum eingerichtet. In dem Industriedenkmal sind neben wechselnden Ausstellungen zu Technik, Kunst und Handwerk auch mehr als 100 Jahre alte JacquardwebstĂŒhle zu besichtigen.

Literatur

Das Literaturleben der Stadt erfuhr von den 1970er Jahren an durch den Buchdrucker und ehemaligen Galeristen Klaus Ulrich DĂŒsselberg einen starken Aufschwung. Er war GrĂŒnder der Literaturwerkstatt, des Sassafras-Verlags und der Zeitschrift „Literatur in Krefeld“, spĂ€ter in „Literatur am Niederrhein“ umbenannt. Auch organisierte er in den Reihen Literatur bei Herbst Pitt und Literatur im Kaiser-Wilhelm-Museum zahlreiche Lesungen mit regional und ĂŒberregional bekannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern. Seit 1992 verleiht die Stadt Krefeld jĂ€hrlich den mit 5.000 € dotierten Niederrheinischen Literaturpreis an regionale Autoren oder Autoren, deren Werke bezug auf den Niederrhein nehmen. Die Tochter des Krefelder Schriftstellers Otto BrĂŒes, die Kunsthistorikerin und ehemalige Direktorin des Museums Schloss Rheydt, Eva BrĂŒes, vereinbarte 1998 eine spĂ€tere Schenkung an die Stadt, um das Niederrheinische Literaturhaus der Stadt Krefeld – BrĂŒes-Haus zu grĂŒnden. Dort finden heute zuweilen Lesungen und VortrĂ€ge vor allem des Otto-BrĂŒes-Freundeskreises statt.

Zu den auch ĂŒberregional bekannten Schriftstellern und Schriftstellerinnen, die in Krefeld geboren wurden oder aufwuchsen, zĂ€hlen Herbert Genzmer, Bernhard Hennen, Thomas Hoeps, Andreas Mand, Ulrich Peltzer, Matthias Schamp, Elke Schmitter und Eckard Sinzig.

Krefeld hat eine sehr aktive und produktive Szene von Dichtern und Schriftstellern in den lokalen sĂŒdniederfrĂ€nkischen Dialekten.[12]

Musik

Haus SollbrĂŒggen im SollbrĂŒggenpark beherbergt die Musikschule
51° 20â€Č 40″ N, 6° 36â€Č 36″ O51.3444444444446.61

Das Musikleben der Stadt Krefeld hat eine bis in das 18. Jahrhundert zurĂŒckzuverfolgende Tradition, die im wohlhabenden, musikinteressierten BĂŒrgertum ihre Wurzeln hat. Eine besondere BlĂŒte erlebte das Musikleben bis in die Zeit des Nationalsozialismus (eigenes Konservatorium, aktiver TonkĂŒnstlerverein, eigenes Musiktheater und StĂ€dtisches Orchester). Nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte eine Umorientierung. An die Stelle des Konservatoriums trat eine Musikschule; Musiktheater und Orchester wurden schon zu Beginn der 1950er Jahre mit demjenigen des benachbarten Mönchengladbach fusioniert. Das Orchester erhielt zunĂ€chst den umstĂ€ndlichen Namen „Orchester der vereinigten BĂŒhnen Krefeld/Mönchengladbach“, bis es in den 1990er Jahren zu „Niederrheinische Sinfoniker“ umbenannt wurde. Einige spĂ€ter berĂŒhmt gewordene Dirigenten (z. B. Lothar Zagrosek, Yakov Kreizberg) starteten in Krefeld/Mönchengladbach ihre internationale Karriere.

Einen besonderen Stellenwert hat die Chormusik in Krefeld. Über 100 MĂ€nner-, gemischte und Kirchenchöre zĂ€hlt Christoph Dohr in seiner Krefelder Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts auf. Die AktivitĂ€ten mehrerer Kirchenmusiker, z. B. Andreas Cavelius, Reinhold Birk, Dieter Schulte-Bunert, Hans Heinrichs, Ulrich Stuers, bereicher(te)n das StĂ€dtische Musikleben durch eigene Konzertreihen. Dazu traten privat organisierte Konzerte und Konzertreihen.

In der Musikschule der Stadt Krefeld, gegrĂŒndet 1934 als Volksmusikschule durch Helmut Mönkemeyer, werden z. Zt. ĂŒber 2.000 MusikschĂŒler von 54 Musikschullehrern unterrichtet. Die Musikschule ist in drei GebĂ€uden, die sich im und am SollbrĂŒgenpark befinden, beheimatet. Sie ist Mitglied im Verband deutscher Musikschulen e. V..

Bauwerke

Portal der Mennonitenkirche von 1694
51° 19â€Č 58″ N, 6° 33â€Č 47″ O51.3327777777786.5630555555556
Die Burg Linn bei Nacht
51° 19â€Č 58″ N, 6° 38â€Č 4″ O51.3327777777786.6344444444445
Das Stadtwaldhaus
51° 21â€Č 8″ N, 6° 35â€Č 12″ O51.3522222222226.5866666666667
GroßbĂ€ckerei Im Brahm an der Ritterstraße
51° 19â€Č 29″ N, 6° 34â€Č 22″ O51.3247222222226.5727777777778
TeilstĂŒck des Behnisch-Hauses
51° 19â€Č 55″ N, 6° 33â€Č 54″ O51.3319444444446.565
Haupteingang der Mediothek am Theaterplatz
51° 20â€Č 5,8″ N, 6° 33â€Č 47,2″ O51.3349527777786.5631027777778

Krefeld wurde, wie viele rheinische StĂ€dte, im Krieg erheblich zerstört. Am 21. Juni 1943 wurden bei einem britischen Luftangriff große Teile des Ostens der Stadt getroffen, die Innenstadt wurde durch einen von Brandbomben verursachten Feuersturm erheblich zerstört. Bei dem teilweise raschen Aufbau der Nachkriegszeit wurde der historisch gewachsene Bestand nicht immer berĂŒcksichtigt. Trotzdem sind in der SĂŒd- und Weststadt ganze StraßenzĂŒge mit ihren prĂ€chtigen Fassaden aus der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert erhalten geblieben.

In der Abrisswut der 1960er und -70er Jahre wurde das Krefelder Stadtbild nochmals teilweise stark in Mitleidenschaft gezogen. Als grĂ¶ĂŸte Verluste sind der Wasserturm an der Gladbacher Straße und das Hotel Krefelder Hof am Ostwall zu nennen.

Über die Grenzen Krefelds bekannt ist die Wasserburg Burg Linn im gleichnamigen Stadtteil. Die AnfĂ€nge der Burg liegen im 12. Jahrhundert. Heute ist sie als Museum zugĂ€nglich. (siehe: Museen und Galerien)

Ebenfalls auf das 12. Jahrhundert geht Haus Rath im Stadtteil Elfrath zurĂŒck. Die Burganlage gilt als Ă€ltestes in seinem Ursprung erhaltene profane Bauwerk Krefelds. Haus Rath befindet sich in Privatbesitz.

Im Stadtteil HĂŒls findet man die Burg HĂŒls, die in den letzten Jahren restauriert wurde und heute fĂŒr Veranstaltungen und Trauungen benutzt wird.

Die GeismĂŒhle, heute an der gleichnamigen AutobahnraststĂ€tte der A57 gelegen, wurde wahrscheinlich als Wachtturm der Linner Burg im 14. Jahrhundert errichtet. Als MĂŒhle tritt der Turm 1575 erstmalig in Erscheinung. Seit dem Jahr 2007 ist die MĂŒhle wieder vollkommen restauriert und bis auf den MĂŒhlstein einsatzfĂ€hig. Bei schönem Wetter kann man die Segelbespannten FlĂŒgel im Wind bestaunen. Außerdem sind im Ortsteil Traar noch zwei weitere TurmwindmĂŒhlen erhalten, die EgelsbergmĂŒhle und die Elfrather MĂŒhle.

Die Mennonitenkirche an der Königstraße wurde 1696 eröffnet. Historisch wertvoll ist das original erhaltene Portal auf der RĂŒckseite. Es stellt das Ă€lteste Kulturdenkmal innerhalb der vier WĂ€lle dar.

Die Katholische Hauptpfarrkirche St. Dionysius wurde von 1753 bis 1755 errichtet. Aufgrund der Verschiebung des Bauplatzes durch zwei Adelsfamilien ist sie nicht geostet. 1769 erhielt sie einen Turm. Von 1840 bis 1844 wurde sie wegen der steigenden Einwohnerzahl um ein dreischiffiges Querhaus nach PlĂ€nen des Kölner Dombaumeisters Ernst Friedrich Zwirner erweitert und erhielt 1894 einen neuen Glockenturm. Im Krieg schwer beschĂ€digt, wurde sie bis 1954 instand gesetzt. 1987 wurde sie renoviert. Im Turm hĂ€ngt an gekröpften Stahljochen ein fĂŒnfstimmiges GelĂ€ute aus dem Jahre 1946. Die Glocken wurden beim Bochumer Verein fĂŒr Gussstahlfabrikation gegossen und haben die Schlagtöne c1, es1, f1, g1 und b1. Im Inneren ist der Fensterzyklus des Krefelder Glasmalers Hubert Spierling besonders sehenswert. 2007 erhielt die Kirche eine neue Orgel der Bonner Orgelmanufaktur Klais.

Das wohl bekannteste GebÀude Krefelds ist das ehemalige Stadtpalais der Familie Von der Leyen, das heutige Rathaus. Es wurde 1794 im Stil des rheinischen Klassizismus errichtet. Wegen der historischen Bedeutung dieses Palais kann dieses GebÀude als ein Wahrzeichen der Stadt angesehen werden. (Bild siehe: Politik)

Ein Teil der Musikschule ist im Haus SollbrĂŒggen untergebracht. Dieses alte Ausflugsschlösschen eines Seidenfabrikanten befindet sich mitten im SollbrĂŒggenpark. Des Weiteren ist das Ausflugsschlösschen Haus Greiffenhorst im Greiffenhorstpark zu nennen. Es wird heute als Ausstellungsraum genutzt.

Das Stadtbad auf der Neusser Straße galt um die Jahrhundertwende des vorletzten Jahrhunderts als die schönste und prĂ€chtigste Badeanstalt Deutschlands. Im Jahr 2000 wurde der Betrieb nach einem Erdbebenschaden vorerst eingestellt und das Bad geschlossen. Die weitere Nutzung ist strittig.

Nach der Restaurierung erstrahlt das ehemalige Straßenverkehrs- und Kreiswehrersatzamt an der Westparkstraße seit dem Jahr 2008 wieder im alten Sandsteinglanz. Das denkmalgeschĂŒtzte Ensemble aus dem Jahr 1906 wurde als Teil einer Husarenkaserne unter Kaiser Wilhelm II. erbaut. Heute befindet sich dort ein Gesundheitszentrum und das Berufskolleg Vera Beckers, gleich gegenĂŒber der Rheinlandhalle.

Sehr zentral am „Kopf“ des Ostwalls liegt der Hauptbahnhof Krefeld. Er wurde 1907 als Ersatz fĂŒr den zu klein gewordenen und unpraktischen VorgĂ€nger erbaut. (Bild siehe: Infrastruktur und Verkehr)

Das Stadtwaldhaus Krefeld mit dem grĂ¶ĂŸten Biergarten Nordrhein-Westfalens ist direkt im Stadtwald gelegen und wurde in der jetzigen Form 1911 fertig gestellt und konnte 1959 AbrissplĂ€ne, die einen Neubau vorsahen, ĂŒberstehen.

Die Krefelder Galopprennbahn wurde 1912 nach den PlĂ€nen des Architekten August Biebricher mitten im Stadtwald gebaut. Die Galopprennbahn mit ihren JugendstiltribĂŒnen erfreut sich bei Renntagen großer Beliebtheit.

Die Villa MerlĂ€nder ist das Wohnhaus des im Vernichtungslager Treblinka wegen seines jĂŒdischen Glaubens von den Nazis ermordeten Kaufmannes Richard MerlĂ€nder. Es enthĂ€lt WandgemĂ€lde von Heinrich Campendonk und ist heute GedenkstĂ€tte fĂŒr NS-Opfer.

Die Bauhaus-HĂ€user: Haus Esters und Haus Lange auf der Wilhelmshofallee wurden zwischen 1927 und 1930 von Ludwig Mies van der Rohe fĂŒr die GrĂŒnder der Vereinigten Seidenwebereien AG (Verseidag) Hermann Lange und Josef Esters errichtet. Heute sind die beiden HĂ€user Bestandteil der Kunstmuseen Krefeld (siehe: Museen und Galerien). Ludwig Mies van der Rohe entwarf und realisierte darĂŒber hinaus 1930 eines der FabrikgebĂ€ude der Verseidag, das so genannten FĂ€rberei - und HE GebĂ€ude an der Girmesgath. Am Entwurf eines weiteren Wohnhauses, das zwei seiner Mitarbeiter realisierten, war er 1932 möglicherweise beteiligt: Haus Heusegen, Talring, Krefeld.

Die HĂ€user des Krefelder Architekten Karl BuschhĂŒter – die so genannten BuschhĂŒter-HĂ€user fallen durch ihre Bauart sofort auf. Besonders sind die HĂ€user im Kliedbruch, an der Lindenstraße, dem Westwall, am Bismarckplatz und der Ritterstraße zu nennen.

Das Seidenweberhaus auf dem Theaterplatz bietet den verschiedensten Veranstaltungen Platz und ist wegen der hohen FunktionalitĂ€t des GebĂ€udes fast immer ausgebucht. Trotzdem möchten viele Krefelder den „1970er Jahre Betonklotz“ am liebsten abreißen.

Das Behnisch-Haus zwischen Lohstraße und Petersstraße beherbergt Praxen, EinzelhandelsflĂ€chen und Gastronomie. Um das Behnisch-Haus herum entstand der Krefelder Stadtmarkt. Rund 40 feste StĂ€nde bieten tĂ€glich ihre Waren an.

Der KönigPALAST ist eine Multifunktionshalle und Eishockey-Arena der Krefeld Pinguine mit 8.000 PlÀtzen. Er wurde 2004 fertiggestellt und ersetzte die benachbarte traditionsreiche Rheinlandhalle.

Weitere bemerkenswerte Bauwerke

  • St. Matthias in Hohenbudberg; erhaltener romanischer Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert
  • WindmĂŒhle auf dem Egelsberg; Krefeld-Traar
  • Haus Rath, heute das Ă€lteste erhaltene GebĂ€ude in Krefeld
  • Haus Traar
  • Bockumer Rathaus
  • Grotenburg Stadion, Heimat des KFC Uerdingen
  • Gymnasium am Moltkeplatz
  • Amts- und Landgericht Krefeld; erbaut 1892, erweitert 1922
  • Sinn-Haus; 1906 erbautes Kaufhaus
  • Stadttheater am Theaterplatz; erbaut 1964
  • Hansa Haus; etwa 1907 ehemalige Seidenbörse, nach 1980 Hotel, seit 2006 Altenwohnheim und Sitz des Caritasverbandes fĂŒr die Region Krefeld
  • Hochhaus am DampfmĂŒhlenweg; von den Krefeldern auch „Mississippidampfer“ genannt
  • Mediothek am Theaterplatz; im Jahr 2008 eröffnet gilt Sie als eine der modernsten Bibliotheken Deutschlands

DenkmÀler

Puppenbrunnen, SĂŒdwall
51° 19â€Č 40″ N, 6° 33â€Č 55″ O51.3277777777786.5652777777778

Der Meister Ponzelar ist ein Seidenweber-Denkmal auf dem SĂŒdwall, Ecke Ostwall. Dieses Denkmal kann als Wahrzeichen Krefelds angesehen werden.(Bild siehe: Geschichte)

Das Kaiser-Wilhelm-Standbild stand ursprĂŒnglich im Treppenhaus des Kaiser-Wilhelm-Museums, dass seinerzeit als Gedenkhalle fĂŒr Kaiser Wilhelm I. konzipiert und eingerichtet worden war. Auf einem Absatz der großen Freitreppe stand in einer Nische das ĂŒberlebensgroße Standbild aus carrarischem Marmor, das der Bildhauer Gustav Eberlein geschaffen hatte. Zum Umbau des Museums 1966–1969 wurde das Kaiserdenkmal vom Sockel gehoben und in die ehemalige Husarenkaserne gebracht. 1979 wurde das Standbild zurĂŒckgeholt und an der Nordseite des Museums im Freien provisorisch und ohne Sockel aufgestellt. Dort verweilt es bis zum heutigen Tag.

Das Synagogendenkmal befindet sich auf der Marktstraße Ecke Petersstraße – dort wo die Synagoge bis zu ihrer Zerstörung durch die Nationalsozialisten stand.

Der Stadtrat Krefeld unter FĂŒhrung der CDU lehnte 2005 gemeinsam mit der jĂŒdischen Gemeinde die Verlegung vom Stolpersteinen zur Ehrung von NS-Opfern, so auch fĂŒr den Krefelder Landtagsabgeordneten Fritz Lewerentz, mit der BegrĂŒndung ab, dass auf diese Weise die Namen der Opfer stĂ€ndig mit FĂŒĂŸen getreten wĂŒrden. Nach einem erfolgreichen BĂŒrgerbegehren mit rund 15.500 Unterschriften wurde ein Kompromiss gefunden: Wenn die jeweiligen HauseigentĂŒmer und die Angehörigen der Opfer zustimmen, können die Stolpersteine verlegt werden.

Der Puppen-Brunnen mit beweglichen Figuren aus der Stadtgeschichte befindet sich auf dem Mittelstreifen des SĂŒdwalls, dort wo die Hochstraße ihn quert.

Die mehr als 800 Jahre alte Eibe auf Haus Rath ist ein geschĂŒtztes Naturdenkmal und gilt als der Ă€lteste Baum auf Krefelder Stadtgebiet.

Freizeit und Erholung

Krefeld bietet eine Vielzahl von Erholungsmöglichkeiten. Diese erstrecken sich vom einfachen CafĂ©s ĂŒber Naherholungsgebiete wie den Stadtwald bis hin zum Zoo. Der Elfrather See lĂ€dt im Sommer zum Schwimmen oder Beachvolleyball ein. Die Stadt Krefeld verfĂŒgt zudem ĂŒber drei HallenbĂ€der sowie mehrere FreibĂ€der.

Krefelder Parkanlagen

siehe auch Krefelder Parkanlagen
Haus Greiffenhorst im gleichnamigen Park
51° 20â€Č 11″ N, 6° 39â€Č 8″ O51.3363888888896.6522222222222

Krefeld ist reich an GrĂŒn und nach eigenen Angaben sogar die zweitgrĂŒnste Stadt Deutschlands. Dies beweist die große Zahl an Alleen und öffentlichen GrĂŒnflĂ€chen, mehrere Parks und allem voran der Krefelder Stadtwald, ein im weiteren Umkreis der Stadt beliebtes Erholungs- und Waldgebiet nahe dem Zentrum von Krefeld.

Krefeld nahm an dem Projekt Euroga 2002 plus, der dezentralen Landesgartenschau, teil und sanierte dafĂŒr eine Vielzahl seiner historischen Parkanlagen. Diese wurden hierfĂŒr wieder in ihre ursprĂŒngliche Form zurĂŒckversetzt. Von den Krefelder Parkanlagen wurden alleine neun, nĂ€mlich Haus Esters und Haus Lange, Burgpark Linn, Greiffenhorstpark, Landschaftspark und Arboretum Heilmannshof, Schönwasserpark, SollbrĂŒggenpark, der Krefelder Stadtwald und der Schönhausenpark 2004/2005 in die Straße der Gartenkunst zwischen Rhein und Maas aufgenommen.

Bei den meisten der historischen Parkanlagen handelt es sich um Schenkungen von reichen Textilfabrikanten. Einer der großzĂŒgigsten Stifter war der Seidenbaron Friedrich Heinrich von Friedrich Freiherr von der Leyen. Die WohltĂ€ter ließen diese Parks nicht ganz uneigennĂŒtzig entstehen, besuchten sie doch selbst gerne diese Anlagen fĂŒr AusflĂŒge und Picknicks. Deshalb findet sich auch in beinahe jeder historischen Parkanlage ein Ausflugs- oder Jagdschlösschen oder ein Pavillon, der an den Stifter erinnern soll. Beste Beispiele sind das Haus SollbrĂŒggen, das heute als Musikschule dient oder Haus Greifenhorst, das als Ausstellungsraum genutzt wird. Auch der Krefelder Zoo ist aus solch einem Ausflugspark entstanden, das Haus Grotenburg dient heute als Zoorestaurant und Ausflugslokal. Viel in Sachen GrĂŒnflĂ€chen hat Krefeld auch dem BĂŒrgermeister Johann Johansen zu verdanken, der wĂ€hrend seiner Amtszeit zwischen 1911 und 1930 die Bildung eines Krefelder GrĂŒngĂŒrtels vorantrieb.

Einen großen Beitrag zum öffentlichen GrĂŒn tragen auch die beiden Hauptfriedhöfe bei.

Krefelder GrĂŒnanlagen.png

GrĂ¶ĂŸte Krefelder GrĂŒnanlagen:

  • Bruckhausen-Park (1)
  • Burgpark HĂŒls (2)
  • Burgpark Linn (3)
  • Crön Park (4)
  • Greiffenhorstpark (5)
  • Holthausens Kull (6)
  • Kaiser-Friedrich-Hain (7)
  • Kaiser-Wilhelm-Park (8)
  • Kaiserpark (9)
  • Neuenhofen-Park (10)
  • Rheinpromenade Uerdingen (11)
  • Schönhausenpark (12)
  • Schönwasserpark (13)
  • SollbrĂŒggenpark (14)
  • Stadtgarten (15)
  • Stadtpark Fischeln (16)
  • Stadtpark Uerdingen (17)
  • Friedhöfe (18)
  • Forstwald (19)
  • HĂŒlser Berg (mit Kliedbruch und HĂŒlser Bruch) (20)
  • Stadtwald (21)

Botanischer Garten

Der Botanische Garten in Krefeld bietet dem Besucher viele exotische und heimischen Arten in einer gepflegten Anlage zum betrachten. Er liegt am Rand des Schönwasserparks im Stadtbezirk Oppum-Linn (Stadtteil Bockum). Bereits 1928 entwickelte sich der Botanische Garten aus einem kleinen Schulgarten heraus. Auf einer FlĂ€che von 3,6 ha wachsen hier heute rund 5000 Pflanzenarten in wissenschaftlichen Abteilungen und ThemengĂ€rten. Der Eintritt ist kostenlos, ausgenommen bei Sonderveranstaltungen.

Krefelder Zoo

Der Krefelder Zoo wurde 1938 gegrĂŒndet. Er beherbergt auf einer FlĂ€che von 13 ha derzeit einen Tierbestand von etwa 1300 Tieren aus 225 verschiedenen Arten. Zu den besonderen Attraktionen gehören das Affentropenhaus in welchem drei Menschenaffenarten ohne Trenngitter oder Trennscheiben leben, die tiergeografisch gegliederte Vogeltropenhalle, das 1998 eröffnete Regenwaldhaus, die Elefantendressur von Wolfgang Nehring, eine Vogelfreifluganlage und vor allem viele seltene Tierarten. Die neueste Attraktion ist das Wildkatzengehege. JĂ€hrlich besuchen rund 380.000 Besucher den Zoo.

HĂŒlser Berg

Beim HĂŒlser Berg handelt es sich um einen in der letzten Eiszeit entstandenen Geröllberg (EndmorĂ€ne), der heute vollstĂ€ndig bewaldet ist und als Ausflugsziel dient. Auf dem HĂŒlser Berg befindet sich die HĂŒlser Bergschenke. Weiterhin befindet sich dort ebenfalls ein Aussichtsturm, der damit auch den höchsten Punkt Krefelds darstellt. Der Fachbereich Jugend veranstaltet auf dem HĂŒlser Berg jedes Jahr im Sommer ein Seifenkistenrennen.

Elfrather See

Das Naherholungsgebiet Elfrather See bietet viele Möglichkeiten fĂŒr Wassersport und einen Badesee. Der See entstand zwischen den 1970er und 2000er Jahren aus einer Kiesgrube. Auf der 3 km langen Regattastrecke werden WettkĂ€mpfe im Segeln, Rudern und Windsurfen ausgetragen. Aber auch Taucher, Angler, Jogger, Bootsmodellbauer und SpaziergĂ€nger kommen auf ihre Kosten. Der Elfrather See ist Austragungsort der Ruderbundesliga (durch den Crefelder Ruderclub 1883 e.V.).

Sport

Eishockey-Fans des KEV

Der Sport hat in Krefeld einen sehr hohen Stellenwert. In ĂŒber 250 ansĂ€ssigen Sportvereinen kann man ĂŒber 200 Sportarten nachgehen. In zahlreichen Sportarten ist Krefeld in den ersten Ligen vertreten.

In Krefeld gibt es in jedem Stadtteil mindestens eine stĂ€dtische Sportanlage mit einem Asche- oder Rasenfußballplatz und einer Laufbahn. Des Weiteren existieren drei Eisstadien, wobei der KönigPALAST nur von den Krefeld Pinguinen genutzt wird. Krefeld verfĂŒgt ĂŒber drei öffentliche Badeanstalten sowie mehrere FreibĂ€der. Einen großen Stellenwert im Krefelder Sport hat der Bayerkonzern. Er unterhĂ€lt mehrere Sportvereine verschiedenster Sportrichtungen, die zusammengenommen eine Mitgliederzahl von fast 18.000 Mitgliedern erreichen, sowie mehrere SportstĂ€tten verschiedenster Art.

Eishockey hat in Krefeld eine lange Tradition. Der Eishockey-Verein Krefeld Pinguine ist einer der bekanntesten Vertreter des Krefelder Sports. Er spielt in der DEL und konnte sich zuletzt in der Saison 2002/03 den Meistertitel sichern. Siehe auch: Eishockey in Krefeld

Den grĂ¶ĂŸten fußballerischen Erfolg konnte der 1905 als FC Uerdingen 05 gegrĂŒndete KFC Uerdingen im Jahre 1985 (damals unter dem Namen FC Bayer 05 Uerdingen) als DFB-Pokalsieger feiern. In der Saison 2010/2011 spielte er in der Niederrheinliga und stieg dort in die NRW-Liga auf.

Derzeit erfolgreicher prÀsentiert sich der Crefelder Hockey und Tennis Club. Er spielt sowohl auf dem Feld als auch in der Halle in der Hockey-Bundesliga und wurde in der Saison 2005/2006 Deutscher Feldhockey-Meister und in der Saison 2006/2007 Deutscher Hallenhockey-Meister.

Im Rollhockey spielen sowohl die Damen- als auch die Herrenmannschaft des HĂŒlser Sportverein jeweils in der 1.Bundesliga.

Gleich drei Krefelder Vereine spielen beim Wasserball in der Deutschen Wasserball-Liga. Der SSF Aegir Uerdingen 07, der SV Bayer Uerdingen 08 sowie die Schwimm-Vereinigung Krefeld 1972.

Auf das Konto der Badminton-Abteilung vom SC Bayer 05 Uerdingen gehen insgesamt sechs Titel als Deutscher Mannschaftsmeister. In den Jahren 1993, 1994 und 1995 als FC Bayer 05 Uerdingen und als SC Bayer 05 Uerdingen in den Jahren 1998, 2002 und 2003.

Der Inline-Skaterhockey-Verein, „Skating Bears“, mehrfacher Deutscher Meister und Europameister, ist der grĂ¶ĂŸte Skater-Hockeyverein in Deutschland.

In der Tennisbundesliga ist Krefeld durch den HTC Blau-Weiß Krefeld vertreten.

Im Handball spielt der SC Bayer 05 Uerdingen in der Regionalliga West. Der TV Oppum wurde 1931 (Deutscher Turngau) sowie 1966 und 1968 deutscher Feldhandballmeister.

FĂŒr Nordrhein-WestfĂ€lische VerhĂ€ltnisse ist Krefeld mit seinen drei Stockschieß-Vereinen eine Hochburg. Die Vereine EC Krefeld, SK Bayer Uerdingen und SeidenstĂ€dter ES stellen bei Damen, Herren und im Mixed Spitzenmannschaften Nordrhein-Westfalens.

In Deutschland ist der 1. MSC Strandkaiser.de Krefeld bislang der einzige eingetragene Verein, der die Fußballvarianten Futsal, Footvolley und Beachsoccer praktiziert.

Des Weiteren stammen viele Reiter von Weltrang aus Krefeld. So die BrĂŒder Peter Schiergen (Rennreiten) und Heiner Schiergen (Dressur). Krefeld beherbergt das Trainingslager der spanischen Equipe (Kornaue, Trainer Jean Bemelmanns) und war Standort fĂŒr die Ausbildung der deutschen Olympiamannschaft in der Vielseitigkeit (Stall KĂŒhnen, Reiter Ralf Ehrenbrink). Auch dient die Pferderennbahn im Krefelder Stadtwald renommierten RennstĂ€llen als Quartier (MĂ€der/Hofer).

Außerdem ist der in Crefeld ansĂ€ssige Crefelder Ruderclub (CRC 1883) ein bundesweit bekannter Verein , der in der Ruderbundesliga rudert und schon mehrmals deutsche Meister gestellt hat.

Seit 1995 gibt es im TC Seidenstadt Krefeld die Abteilung Rollstuhltanz[13]

Sportveranstaltungen

Der SSV Krefeld-Gartenstadt richtet jedes Jahr im Juni Deutschlands grĂ¶ĂŸtes DHB Masters-Turnier im Beachhandball aus. 16 Mannschaften (8 Frauen und 8 MĂ€nnerteams) kĂ€mpfen auf der Sandanlage am Elfrather See um Masterpunkte und um den Einzug ins Finale der Deutschen Meisterschaft in Cuxhaven. Weiter finden an den Tagen Donnerstag bis Sonntag die offenen Stadtmeisterschaften im Beachhandball statt, an der 42 MĂ€nner- und Frauenteams teilnehmen.

Kurz nach Tour de France und Deutschland Tour finden jedes zweite Jahr die SWK Classics statt. Bei diesem Radrennen ĂŒber etwa 40 Runden und insgesamt 90 km treten neben lokalen Radrennfahrern auch Radrennprofis an.

Der SC Bayer 05 Uerdingen richtet seit 1988 jÀhrlich den Krefeld Triathlon am Elfrather See aus.

Im Tischtennis richtet der SC Bayer 05 Uerdingen jĂ€hrlich eine Woche nach Ostern in der Uerdinger Halle das Bayer-FrĂŒhjahrsturnier aus, welches weit ĂŒber die Grenzen Deutschlands bekannt ist.

Der TC Seidenstadt Krefeld richtete 2011 die Deutsche Meisterschaft Latein aus.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

In Krefeld findet eine Vielzahl von regelmĂ€ĂŸigen Veranstaltungen statt. Im Februar fĂ€ngt es, wie im Rheinland ĂŒblich, mit dem Rosenmontagszug an. Um die 180.000 Menschen sĂ€umen jedes Jahr den Zugweg.

Am ersten Maiwochenende wird im Botanischen Garten die Art of Eden veranstaltet. Im Rahmen des zum Leben erwachten, blĂŒhenden Gartens prĂ€sentieren sich internationale KĂŒnstler mit ihren Skulpturen.

Am zweiten Maiwochenende steht dann der Niederrheinische PottbĂ€ckermarkt an. Von Rathausplatz ĂŒber die Karl-Wilhelm Straße bis zum Theaterplatz erstrecken sich die StĂ€nde von rund 120 Keramikern aus mehreren LĂ€ndern. Rund 50.000 Besucher werden jedes Jahr gezĂ€hlt. Kurz darauf findet wie auch im Herbst die Sprödentalkirmes auf dem Sprödentalplatz mit ĂŒber 100 Schaustellern statt.

Flachsmarkt 2006

Jedes Jahr am Pfingstwochenende findet um die Burg Linn und in der angrenzenden Linner Altstadt der ĂŒberregional bekannte Flachsmarkt statt. Der mittelalterliche Handwerkermarkt ist der grĂ¶ĂŸte Handwerkermarkt Deutschlands. Hier bieten mittlerweile ĂŒber 300 HĂ€ndler ihre Waren an.

Im Rahmen des Krefelder Kultursommers werden eine Vielzahl an Veranstaltungen angeboten, so das Jazzfestival Jazz an einem Sommerabend auf der Burg Linn. Auf dem vom Jazzklub veranstalteten Festival treten neben regionalen Jazzmusikern auch namhafte JazzgrĂ¶ĂŸen auf. Ebenfalls eine Veranstaltung des Krefelder Kultursommers ist das am letzten Ferienwochenende der Sommerferien stattfindende Folklorefest (Folk- und Weltmusikfestival) „umsonst & draußen“ am Platz an der Alten Kirche. Im SpĂ€tsommer findet dann im Stadtteil HĂŒls der Bottermaat, ein mittelalterlicher Handwerkermarkt statt.

Seit 1992 richtet Krefeld jĂ€hrlich im FrĂŒhherbst die grĂ¶ĂŸte Straßenmodenschau der Welt aus. EinzelhĂ€ndler, Designer und Hersteller verwandeln das Zentrum der Samt- und Seidenstadt fĂŒr ein Wochenende in einen großen Laufsteg. Auf GroßbĂŒhnen prĂ€sentieren Models den meist mehr als 500.000 Zuschauern die jĂŒngsten Trends in Mode und Design. Musik, Moderation und viele Sonderaktionen ergĂ€nzen den Schaulauf. Im Rahmen der Veranstaltung verleiht die Stadt jedes Jahr den anerkannten Modemarketingpreis „Die Goldene Seidenschleife“ und das Deutsche Krawatteninstitut kĂŒrt den „Krawattenmann des Jahres“.

Weiter gehts am 1. und 2. Advent. Da findet in Krefeld der Suedgang statt, ein Tag der offenen Ateliers. Und mit dem ebenfalls im Advent öffnenden Weihnachtsmarkt klingt das Jahr dann aus. Die StĂ€nde erstrecken sich vom Dionysiusplatz ĂŒber die Rheinstraße bis zur Hochstraße.

Des Weiteren veranstaltet der Einzelhandel ĂŒbers Jahr verteilt in nicht festgelegten AbstĂ€nden die so genannten Krefelder Samstage. In der Innenstadt finden dann in vielen GeschĂ€ften, aber auch in der FußgĂ€ngerzone themenbezogene Ausstellungen, Beratungen und Aktionen statt.

An den JĂŒdische Kulturtage im Rheinland nimmt die Stadt regelmĂ€ĂŸig teil, das letzte Mal im MĂ€rz 2007.

MĂ€rkte

Schwanenmarkt
51° 19â€Č 54″ N, 6° 33â€Č 44″ O51.3316666666676.5622222222222

Krefeld erhielt 1361 das Marktrecht zugesprochen. Der Ă€lteste Handelsplatz in Krefeld ist der „Schwanenmarkt“, ein Platz unweit Krefelds Ă€ltester Kirche, der „Alten Kirche“. Der Name stammt von einem Brunnen mit einem Schwan, der sich auf dem Platz befand. Hier werden heutzutage keine MĂ€rkte mehr veranstaltet, doch wurde 1971 das „Schwanenmarkt-City-Center“, ein modernes Einkaufszentrum mitten in der Innenstadt eröffnet. Der Haupteingang befindet sich am Schwanenmarkt.

1900 wurde die Krefelder Markthalle an der Friedrichstraße eröffnet. 120 StĂ€nde waren in der prunkvollen Halle untergebracht. Die Halle wurde im Krieg schwer getroffen, der Marktbetrieb aber nach notdĂŒrftigen Reparaturen wieder aufgenommen. 65 Jahre spĂ€ter – 1965 war die Markthalle Geschichte. Sie wich dem Neubau eines Kaufhauses. Ebenfalls auf der Friedrichstraße, nahe der Gartenstraße, eröffnete im selben Jahr eine neue Markthalle, allerdings bot sie nur noch Platz fĂŒr 25 HĂ€ndler. 1986 schließlich schloss auch diese nachdem nur noch ein HĂ€ufchen HĂ€ndler ĂŒbrig geblieben war, und der GrundstĂŒckseigentĂŒmer dort einen Neubau plante.

In der Politik wurde seitdem das Wiederbeleben der Markthallentradition immer wieder ohne Ergebnis diskutiert. 2006 erledigte sich dieses Thema von selbst. Aus privater Initiative wurde der „Krefelder Stadtmarkt“ aus der Taufe gehoben. Rund um das Behnisch-Haus fĂŒhren tĂ€glich 20 feste Marktbeschicker sowie zusĂ€tzlich wechselnde StĂ€nde die Markthallentradition, wenn auch ohne Halle, fort.

Des Weiteren existieren heutzutage 17 WochenmĂ€rkte auf dem Krefelder Stadtgebiet. Der mit Abstand grĂ¶ĂŸte Markt findet jeden Dienstag und Freitag auf dem Westwall statt.

Kulinarisches

Braukunst

Hausbrauerei Gleumes
51° 20â€Č 16″ N, 6° 33â€Č 34″ O51.3377777777786.5594444444444

Altbier hat in Krefeld Tradition. Es gab hier einst eine betrĂ€chtliche Zahl von BrauhĂ€usern mit noch heute klangvollen Namen wie Tivoli, Wienges oder Rhenania. Von der Vielzahl an Brauereien hat jedoch nur das Traditionshaus Gleumes ĂŒberlebt, das auch heute noch sehr erfolgreich nicht nur fĂŒr den Hausausschank selber in Krefeld braut. Gleumes braut auch das Bier fĂŒr das wieder eröffnete und ebenso traditionsreiche Krefelder Brauhaus „Herbst Pitt“ nach Originalrezept.

Letztes Opfer des großen Brauereisterbens war die Brauerei Rhenania in Krefeld-Königshof. Rhenania-Alt wird nun von der Krombacher Brauerei in Kreuztal-Krombach gebraut. Die alte Brauerei Rhenania wurde 2003 als Brauerei Königshof wieder eröffnet und braut seitdem sehr erfolgreich Bier unter eigenen Namen sowie als Lohnbrauerei fĂŒr Fremdmarken.

Als das bekannte „Krefelder“ bezeichnet man heute meistens ein MischgetrĂ€nk aus Altbier und Cola. UrsprĂŒnglich war damit jedoch die Mischung von Alt mit Dunkelbier (Malzbier) gemeint. Im Raum Krefeld heißt dieses Bier „Alt-Schuss“.

Gastronomie

GaststÀtte Nordbahnhof
51° 20â€Č 21″ N, 6° 33â€Č 10″ O51.3391666666676.5527777777778
  • Vom „Gasthof Korff – Zum Königshof“ an der Kölner Straße wird angenommen, dass er der Ă€lteste Gasthof Krefelds ist. Sein Ursprung geht auf den „Großbeekerhof“ im Jahr 1792 zurĂŒck in dem viele BerĂŒhmtheiten der Geschichte abstiegen, wie zum Beispiel 1811 Napoleon Bonaparte sowie zehn Jahre spĂ€ter König Friedrich Wilhelm III. von Preußen. Seit diesem königlichen Besuch ist es dem Haus gestattet, den Beinamen „Königshof“ zu fĂŒhren. Der Name „Königshof“ gab dem dortigen Stadtteil den Namen. Den Namen „Gasthof Korff“ erhielt der Gasthof 1869 durch den damaligen gleichnamigen Besitzer.
  • Der „Dachsbau“ an der Hubertusstraße befindet sich seit 1858 am selben Platz und bietet heute neben regionaler KĂŒche 18 Biere vom Fass und weitere 25 Flaschenbiere.
  • Im „Nordbahnhof“ am Oranierring, dem Bahnhof fĂŒr den historischen Dampfzug Schluff, befindet sich im alten Wartesaal ein Restaurant der rheinischen KĂŒche. FĂŒr Gesellschaften wird der „Blaue Wagon“ genutzt, ein alter Speisewagen auf einem eigenen Gleis des Bahnhofs.

Naschwerk

Bereits 1863 produzierte der niederlĂ€ndische BĂ€ckermeister Johann Wilhelm Gruyters auf der Petersstraße Kekse und anderes GebĂ€ck. Bis heute erwuchs aus dieser kleinen BĂ€ckerei das Unternehmen W. Gruyters, nach eigenen Angaben fĂŒhrender deutscher GebĂ€ck-Anbieter auf dem Markt fĂŒr Gemeinschaftsverpflegung, vor allem fĂŒr KrankenhĂ€user und Kantinen. Produziert wird auch heute noch mitten in Krefeld, seit 1940 jedoch auf der Tannenstraße.

Die rautenförmigen NougatstĂŒckchen mit SchokoladenĂŒberzug der Marke „Nappo“ wurden von 1925 bis zur Werksschließung Ende 2006 bei Dr. Helle in Krefeld produziert.

Das Produkt des Unternehmens Dextro Energy wird in seiner bekannten Form bei Cargill (frĂŒher Cerestar, davor Maizena) in Krefeld-Linn hergestellt.

Infrastruktur und Verkehr

Luftverkehr

Krefeld verfĂŒgt heute ĂŒber einen eigenen Flugplatz, den Flugplatz Krefeld-Egelsberg im Stadtteil Traar.

Der ehemalige Verkehrslandeplatz Krefeld-Bockum wurde von 1916 bis 1918 erbaut und fiel nach Ende des ersten Weltkriegs in die HĂ€nde der belgischen Besatzung. Im Jahr 1926 wurde der Flugplatz in Bockum mit einem regelmĂ€ĂŸigen Dienst der Lufthansa wiedereröffnet. Im ersten Jahr fanden 228 planmĂ€ĂŸige und 348 außerplanmĂ€ĂŸige FlĂŒge statt. Am 24. Februar 1945 wurde der Flugplatz Bockum gesprengt, soweit er noch nicht schon zerstört war. Nach Ende des zweiten Weltkriegs wurde der zerstörte Verkehrslandeplatz Krefeld-Bockum von der Politik fĂŒr Landwirtschaft und Ansiedlung vorgesehen. Auf dem GelĂ€nde wurde anschließend die Siedlung Gartenstadt als komplett neuer Stadtteil Krefelds errichtet.

Der Flughafen DĂŒsseldorf International ist ungefĂ€hr 20 km entfernt und ĂŒber die A 57 und A 44 erreichbar.

Schifffahrt

Krefeld verfĂŒgt in Linn ĂŒber einen kleinen Binnenhafen mit Anschluss an den Rhein, mit Hafenanlagen direkt am Fluss und einem Wendebecken am hinteren Ende. Über die Einfahrt zum Hafen fĂŒhrt eine historische DrehbrĂŒcke. Die Reederei Köln-DĂŒsseldorfer hat in Uerdingen eine Anlegestelle.

Schienen- und Busverkehr

Der Krefelder Hauptbahnhof wurde 1907 erbaut
51° 19â€Č 33″ N, 6° 34â€Č 10″ O51.3258333333336.5694444444445

Der Bahnhof Krefeld Hauptbahnhof liegt an der zweigleisigen elektrifizierten DB-Kursbuchstrecke 425, auf der im Schienenpersonennahverkehr in der Regel im Stundentakt der „Rhein-Hellweg-Express“ (RE 11) und halbstĂŒndlich die „Rhein-Niers-Bahn“ (RB 33) verkehren.

Außer dem Hauptbahnhof gibt es an dieser Strecke die Bahnhöfe bzw. Haltepunkte Forsthaus, Hohenbudberg Bayerwerk, Krefeld-Linn, Krefeld-Oppum und Krefeld-Uerdingen.

In Krefeld kreuzt die Bahnstrecke von Kleve nach DĂŒsseldorf (KBS 495). Auf dieser Strecke fĂ€hrt halbstĂŒndlich der „Niers-Express“ (RE 10) und von Krefeld nach Köln im Stundentakt der „Rhein-MĂŒnsterland-Express“ (RE 7).

Die nĂ€chstgelegenen ICE-Bahnhöfe sind Duisburg und DĂŒsseldorf. Die frĂŒhere Bedeutung Krefelds als Eisenbahnknotenpunkt ist jedoch nach Stilllegung des großen Rangierbahnhofs Hohenbudberg (an der Strecke nach Duisburg; frĂŒher auf Krefelder Stadtgebiet, heute unmittelbar hinter der Stadtgrenze gelegen) und des östlich vom Hauptbahnhof gelegenen GĂŒterbahnhofs sowie nach Aufgabe des Personenfernverkehrs zurĂŒckgegangen. Als wichtige Betriebseinrichtung besteht noch das Ausbesserungswerk KKROX Krefeld-Oppum, in das der ICE zur Wartung kommt.

Den Straßenpersonennahverkehr bedienen die U76, eine normalspurige Stadtbahn der Rheinbahn, und vier meterspurige Straßenbahnlinien sowie zahlreiche lokale und regionale Buslinien der Krefelder SWK MOBIL. Die U76, frĂŒher K-Bahn, der Rheinbahn DĂŒsseldorf bietet als einzige Straßenbahn Deutschlands in manchen ZĂŒgen einen Bistro-Speisewagen. [14]

FĂŒr den gesamten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumĂŒberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen

Krefeld Strassen.png
Siehe auch: Bedeutende Straßen und PlĂ€tze von Krefeld

Durch das Stadtgebiet Krefelds fĂŒhrt in nordsĂŒdlicher Richtung die Bundesautobahn A 57 (Köln – Nimwegen), die sich sĂŒdlich von Krefeld am Autobahnkreuz Meerbusch mit der A 44 (Aachen – Kassel) und nördlich am Autobahnkreuz Moers mit der A 40 Venlo – Dortmund kreuzt.

Des Weiteren fĂŒhren durch Krefeld die Bundesstraßen B9 und B 57, die an der Anschlussstelle Krefeld-Zentrum in die A 57 ĂŒbergeht. Die B 288 beginnt in Krefeld, wĂ€hrend die B 509 hier endet.

Das innerstĂ€dtische Straßennetz hat eine GesamtlĂ€nge von 760 km, davon sind 370 km als Tempo-30-Zonen (136 Zonen) gekennzeichnet. Krefeld ist eine der wenigen StĂ€dte in NRW, in der eine flĂ€chenhafte Tempo-30-Zonen-Regelung realisiert worden ist: Zwischen 1988 und 1998 kennzeichnete die Stadt all ihre Wohngebiete als „30er-Zonen“.

Erstmals wurden in Krefeld auch die nach ihr benannten Krefelder Kissen zur Verkehrsberuhigung eingesetzt.

Fahrrad

Krefeld hat ein hohe Dichte an Radfahrern und FahrradlĂ€den, die Fahrradfreundlichkeit wird sehr groß geschrieben. Davon zeugen mehr als 250 km ausgewiesener Radwege sowie etliche fĂŒr Radfahrer in beide Richtungen befahrbare Einbahnstraßen und der Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher StĂ€dte NRW. Durch Krefeld verlĂ€uft die NiederRheinroute. Des Weiteren ist Krefeld ein Start-/Zielort des Niederrheinischen Radwandertags.

Der ADFC-Ortsverband unterhĂ€lt einen Infoladen am sĂŒdlichen Rand der Innenstadt. Am westlichen Ende des Hauptbahnhofs gibt es eine Fahrradstation mit bewachter Unterstellmöglichkeit und Reparaturdienst. Der ADAC vergab Krefeld in seinem Test: „Radfahren in StĂ€dten“ 2004 die Note „Gut“.

Historische Dampfeisenbahn

Der Schluff

In Krefeld fĂ€hrt eine der Ă€ltesten Privatbahnen Deutschlands, die bereits 1868 gegrĂŒndet wurde. Im Volksmund wird diese Bahn als Schluff bezeichnet. Gemeint ist damit das niederrheinische Wort fĂŒr „Pantoffel“, die „Schluffe“, an die das zischende GerĂ€usch der Dampflokomotive erinnert. Der Schluff wurde in die Denkmalliste der Stadt Krefeld aufgenommen.

Vom ursprĂŒnglichen Streckennetz ist nur noch eine Verbindung zwischen St.Tönis und dem HĂŒlser Berg ĂŒbrig geblieben. Auf dieser Strecke fĂ€hrt seit dem 1. Mai 1980 eine Museumseisenbahn an jedem Sonn- und Feiertag zwischen Mai und Oktober mit Zwischenstation am historischen Krefelder Nordbahnhof. In einem GepĂ€ckwagen können FahrrĂ€der mitgefĂŒhrt werden.

Wirtschaft

Der Rheinhafen – ein wichtiger Bestandteil der Krefelder Wirtschaft
51° 20â€Č 32″ N, 6° 39â€Č 51″ O51.3422222222226.6641666666667

Nach dem Niedergang der Textilindustrie liegen die Schwerpunkte bei den in Krefeld ansĂ€ssigen Unternehmen in den Bereichen chemische Industrie, Metallindustrie, Maschinenbau und Fahrzeugbau. Trotz allem hat die Textilindustrie noch immer einen hohen Stellenwert. Im Zuge des Strukturwandels musste die Stadt in den letzten Jahrzehnten jedoch einen signifikanten RĂŒckgang an ArbeitsplĂ€tzen hinnehmen (minus 19,3 Prozent im Zeitraum 1976–2009).

Chemische Industrie

Multi-User Standort Krefeld (Evonik, Ashland, Bozzetto)
51° 19â€Č 12″ N, 6° 35â€Č 0″ O51.326.5833333333333

Die chemische Industrie ist traditionell in Krefeld zuhause. Bis zur Ausgliederung einzelner Anlagen unterhielt der Chemie-Konzern Bayer AG sein zweitgrĂ¶ĂŸtes und chronologisch gesehen zweites Werk ĂŒberhaupt im Krefelder Stadtteil Uerdingen am Rhein. Heute werden im sogenannten Chempark, einem Verbund aus eigenstĂ€ndigen Unternehmen, hauptsĂ€chlich Kunststoffe wie zum Beispiel Makrolon, der Rohstoff fĂŒr viele CDs und DVDs, aber auch Farbpigmente und Polyurethan produziert.

Der Evonik-Industries-Standort Krefeld mit der Evonik Stockhausen GmbH liegt im Stadtteil Fischeln-Königshof. Hier werden Flockungshilfsmittel (von der Ashland Deutschland GmbH), Superabsorber sowie Hautpflegemittel hergestellt. Ferner sitzt in Krefeld Europas einziger Produzent von Rizinusöl- und Leinölderivaten: Alberdingk Boley GmbH.

In RheinnĂ€he finden sich noch viele andere kleinere Unternehmen. Des Weiteren unterhĂ€lt Henkel in Linn am Hafen ein Fragrance Center. Hier werden z. B. neue Duftstoffe fĂŒr Waschmittel entwickelt.

Die Dreiring-Werk GmbH & Co.KG bzw. ihre VorgĂ€nger stellt im Rheinhafen seit 1905 FeinseifenstĂŒcke und Ă€hnliche Produkte her.

Metallindustrie

Die alte Betriebsverwaltung der ThyssenKrupp Nirosta
51° 18â€Č 24″ N, 6° 32â€Č 44″ O51.3066666666676.5455555555556

Die Panzerungen der CastorbehÀlter werden beim Unternehmen Siempelkamp in Krefeld hergestellt.

Von August Thyssen und anderen Industriellen wurden 1900 in Krefeld ein Stahlwerk mit dem Schwerpunkt WerkzeugstÀhle errichtet. Heute befindet sich hier der Unternehmenssitz der ThyssenKrupp Nirosta GmbH und das zugehörige Werk Krefeld sowie das Werk Krefeld der Deutschen Edelstahlwerke GmbH (DEW).

Maschinenbau

Der Textilmaschinenbauer KĂŒsters
51° 18â€Č 39″ N, 6° 33â€Č 9″ O51.3108333333336.5525

Bedingt durch die vielen Unternehmen des Textilgewerbes in der Stadt siedelte sich auch eine ansehnliche Zahl von Maschinenbauunternehmen an, vornehmlich fĂŒr Textilmaschinen. Der Niedergang der Textilindustrie in Krefeld, auch aufgrund der wachsenden Konkurrenz aus Fernost, zog auch viele Maschinenbauunternehmen mit sich, darunter so bekannte Namen wie zum Beispiel Zangs. Am Markt behaupten konnte sich bisher das Unternehmen „KĂŒsters“ im Textilmaschinenbau.

WUMAG texroll in Linn fertigt Edelstahlzylinder, Textiltrockner, Walzen und Maschinen fĂŒr die Textil-, Papier- und Kunststoffindustrie.

Fahrzeugbau

Im Stadtteil Oppum wurde bereits 1891 die erste Reparaturwerkstatt der Bahn errichtet. Heute ist das ICE-Instandhaltungswerk Krefeld eines der modernsten Werke fĂŒr die schwere Fahrzeuginstandhaltung der Bahn. Knapp 700 Mitarbeiter sind hier beschĂ€ftigt. ICE und elektrische TriebzĂŒge des Nahverkehrs werden generalĂŒberholt, das heißt, alle Bauteile der Fahrzeuge werden geprĂŒft, erneuert oder aufgearbeitet. Dazu gehören Drehgestelle, RadsĂ€tze, aber auch kleine Teile wie StoßdĂ€mpfer.

Im ehemaligen Werk der DUEWAG in Krefeld-Uerdingen werden heute von Siemens Mobility Nah- und FernverkehrszĂŒge wie zum Beispiel der ICE, aber auch Straßen- und U-Bahnen gefertigt.

Dulevo produziert Kehrsaugmaschinen, Naßschrubbautomaten und Straßenreinigungsmaschinen.

WUMAG elevant in Linn fertigt LKW-HubarbeitsbĂŒhnen von 11 bis 103 m Arbeitshöhe.

Textilindustrie

Im 18. Jahrhundert hatte die blĂŒhende Textilindustrie Krefeld groß gemacht. Samt, Seide und Seidenbrokat waren die Verkaufsschlager. Kaiser und Könige aus der ganzen Welt und nicht zuletzt der katholische Klerus kleideten sich gerne in prunkvollen GewĂ€ndern aus den kostbaren Stoffen aus Krefeld. Unternehmen wie Floh, Von Beckerath oder Von der Leyen, um nur die drei grĂ¶ĂŸten zu nennen, belieferten prominente Kunden wie Napoleon Bonaparte oder den preußischen König Friedrich II. Der Niedergang der Samt- und Seidenindustrie in Krefeld begann im 19. Jahrhundert. Es vollzog sich ein langwieriger Prozess, welcher seinen vorlĂ€ufig tiefsten Punkt wĂ€hrend des Ersten Weltkrieges erreichte. Die grĂ¶ĂŸeren Unternehmen, darunter die eingangs erwĂ€hnten grĂ¶ĂŸten drei, hatten sich schon zuvor konsolidiert und zu den Vereinigten Seidenwebereien AG, oder kurz VerSeidAG, zusammengeschlossen und sind sogar bis heute konkurrenzfĂ€hig. Dem gegenĂŒber stand die von Johann Heinrich Scheibler 1834 gegrĂŒndete Samt- und Bandwarenfabrik „Scheibler & Co“, die dazu auch Anteile der Seidenweberei von der Leyen ĂŒbernahm und der sich spĂ€ter immer mehr Firmen anschlossen, wie beispielsweise im Jahre 1965 die Samtfabrik „GebrĂŒder Peltzer“, woraufhin man zu „Scheibler & Peltzer GmbH“ umfirmierte, sowie 1985 noch das traditionsreiche Unternehmen „Christoph Andreae“ aus Köln mit seinem weltweiten Vertriebsnetz und auch die Tochterfirma, „Sametex“ in Kraslice[15]. Die Zeit zwischen den Weltkriegen sorgte fĂŒr einen kurzzeitigen Aufschwung. Die Welt verlangte wieder nach Samt und Seide aus Krefeld. Gleich zwei Direktoren der VerSeidAG, die Herren Lange und Esters, gaben ihre Bauhaus-Villen bei Ludwig Mies van der Rohe in Auftrag. Auch die neue Verwaltung der VerSeidAG wurde vom Stararchitekten entworfen. Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Fabriken durch Luftangriffe der Alliierten zerstört, da hier nun kein edles Tuch mehr gewebt wurde, sondern kriegswichtiges Material wie Stoffe fĂŒr Uniformen und LKW-Planen. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es fĂŒr eine kurze Zeit einen neuerlichen Aufschwung. Doch spĂ€testens das zweite vatikanischen Konzil von 1965 bis 1968 setzte mittelbar den meisten spezialisierten Unternehmen ein Ende. Die neu beschlossenen Kirchenregeln bezĂŒglich der Anwendung sakraler Kunst in der Liturgie und fĂŒr GewĂ€nder besagten:

„124. Bei der Förderung und Pflege wahrhaft sakraler Kunst mögen die Ordinarien mehr auf edle Schönheit bedacht sein als auf bloßen Aufwand. Das gilt auch fĂŒr die heiligen GewĂ€nder und die Ausstattung der heiligen Orte. [...]“[16]

Die bis dahin oft aus Samt, Seide und Seidenbrokat angefertigten prunkvollen und kostbaren MessgewÀnder durften zwar weiter verwendet, doch es sollten keine neue GewÀnder dieser Art mehr hergestellt werden.

Die von Ludwig Mies van der Rohe geplante VerSeidAg Fabrik
51° 20â€Č 38″ N, 6° 32â€Č 46″ O51.3438888888896.5461111111111

Vor allem die Krawatten-Produktion ist auch heute noch jedem als typisches Krefelder Produkt ein Begriff. Krefeld ist hier fĂŒhrend in Europa. Noch immer stammen ĂŒber zwei Drittel aller in Deutschland gefertigten Halsgebinde aus Krefeld. Das Herstellen von exklusiven Krawattenstoffen und TĂŒchern sowie deren Webmuster ist eine SpezialitĂ€t einer Vielzahl Krefelder Unternehmen.

Die einstmals ruhmreiche Seidenindustrie ist in Krefeld nur noch mit wenigen Betrieben vertreten, aber dennoch gibt es dort die höchste Dichte an Seidenwebereien weltweit.

Manche Textilhersteller haben sich heute vor allem auf Industrietextilien sowie deren Veredelung und AusrĂŒstung spezialisiert. Die Produktpalette reicht bei den grĂ¶ĂŸten Unternehmen, zu denen die TAG (Textil AusrĂŒstungs-Gesellschaft), VBL (Voss-Biermann & Lawaczeck) und VerSeidAG (Vereinigte Seidenwebereien AG) gehören, von Stoffen in Tarnfarben fĂŒr die United States Army bis zu Hochtechnologie-Material fĂŒr Segel von Sportsegelbooten oder Großseglern wie zum Beispiel der Alexander von Humboldt.

Medien

In Krefeld befindet sich der Sitz der Veranstaltergemeinschaft Lokalfunk Krefeld/Viersen e. V. – Betriebsgesellschaft fĂŒr Lokalfunk Krefeld/Viersen GmbH & Co. KG. Diese veranstalten das private Hörfunkprogramm „Welle Niederrhein“.

In Krefeld befindet sich ferner ein Pressehaus der „Westdeutschen Zeitung“. Diese Tageszeitung wird in DĂŒsseldorf mit einer Lokalausgabe als „Krefelder Zeitung“ herausgegeben. Über das regionale Geschehen Krefelds berichtet auch die „Rheinische Post“, die ebenfalls in DĂŒsseldorf erscheint und mehrere Lokalausgaben hat. – UrsprĂŒnglich (bis 1970) handelte es sich bei der „Westdeutschen Zeitung“ um eine eigenstĂ€ndige Krefelder Zeitung, die im Hause C. Busch-du Fallois Söhne erschien.

Nahrungs- und Genussmittelindustrie

Im Stadtteil Uerdingen wird seit dem frĂŒhen 19. Jahrhundert der bekannte Branntwein Dujardin Imperial hergestellt, weiterhin der klare Wacholderschnaps Uerdinger. FrĂŒher existierte noch die niederlĂ€ndische C.J. Van Houten & Zoon (siehe Coenraad J. van Houten) in Krefeld. Ein weit bekanntes, in Krefeld ansĂ€ssiges Unternehmen ist die Dextro Energy GmbH & Co. KG.

Sonstiges

  • In Krefeld befindet sich der Hauptsitz der Haustierbedarfs Franchise-Gesellschaft Fressnapf.
  • Die Lumino Licht Elektronik GmbH, eine der fĂŒhrenden Hersteller in der dynamische Fahrgastinformationstechnik, ist in Krefeld beheimatet.
  • Die Deutschland-Zentrale der SITEL GmbH hat in Krefeld ihren Sitz.
  • Das österreichische Unternehmen EVVA produziert am Standort Krefeld mechanische Schließzylinder und weitere Produkte aus dem Bereich Sicherheitstechnik.
  • Kawai, ein japanischer und weltweit zweitgrĂ¶ĂŸter Hersteller von Musikinstrumenten wie FlĂŒgeln, Pianos, Klavieren und Synthesizern, hat seinen Deutschlandsitz in Krefeld.
  • Canon, ein ebenfalls japanischer Hersteller von GerĂ€ten aus der Unterhaltungselektronik, hat ebenfalls seine Deutschlandzentrale in Krefeld.
  • Toshiba, auch ein japanisches Unternehmen, hat in Krefeld seine Deutschlandzentrale fĂŒr die Sparte Kassen-, Ident- und Drucksysteme.
  • Das Hustler Magazine hat seinen Europasitz in Krefeld.
  • THQ, ein U.S.-Amerikanischer Publisher von Computerspielen, hat seinen Deutschlandsitz in Krefeld.
  • eBay hat mit Afterbuy eine Niederlassung in Krefeld. Afterbuy ist eine 100%-ige Tochter von eBay.

Persönlichkeiten

EhrenbĂŒrger

Die Stadt Krefeld hat folgenden Personen das EhrenbĂŒrgerrecht verliehen (Auflistung chronologisch nach Verleihungsjahr):

  • 1863: Gottfried Reinarz, Dechant
  • 1875: Friedrich August MĂ€rklin
  • 1881: Friedrich Christian Roos
  • 1907: Emil de Greiff
  • 1915: Fritz de Greiff
  • 1918: Georg von Rheinbaben
  • 1922: Edmund ter Meer

Söhne und Töchter der Stadt Krefeld

Bedeutende Persönlichkeiten Krefelds sind in der Liste der Söhne und Töchter der Stadt Krefeld zu finden.

Musiker und Musikgruppen

(alphabetisch sortiert)

KĂŒnstler

(alphabetisch sortiert)

Literatur

  • Preußens StĂ€dte. Denkschrift zum 100jĂ€hrigen JubilĂ€um der StĂ€dteordnung vom 19. November 1808. Hrsg. im Auftrag des Vorstandes des Preußischen StĂ€dtetages von Heinrich Silbergleit. Berlin 1908.
  • Deutsches StĂ€dtebuch. Handbuch stĂ€dtischer Geschichte. Bd 3 T 3. Rheinisches StĂ€dtebuch. Im Auftrage der Arbeitsgemeinschaft der historischen Kommissionen und mit UnterstĂŒtzung des Deutschen StĂ€dtetages, des Deutschen StĂ€dtebundes und des Deutschen Gemeindetages, hrsg. von Erich Keyser. Stuttgart 1956.
  • Reinhard Feinendegen und Hans Vogt: Krefeld. Die Geschichte der Stadt. 4 Bde. Krefeld 1998ff, ISBN 3-9804181-6-2, ISBN 3-9804181-7-0, ISBN 3-9808235-2-0, ISBN 3-9806517-9-7
  • Ernst Klusen, Hermann Stoffels und Theo Zart: Das Musikleben der Stadt Krefeld 1780–1945. Zwei Bde., (BeitrĂ€ge zur rheinischen Musikgeschichte Band 124). Köln 1979/1980.
  • Christoph Dohr: Musikleben und Komponisten in Krefeld. Das 20. Jahrhundert. (Krefelder Studien Bd. 5, zgl. BeitrĂ€ge zur rheinischen Musikgeschichte Bd. 144). Kassel und Krefeld 1994.
  • Christiane Lange: Mies van der Rohe. Architektur fĂŒr die Seidenindustrie. Nicolai Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89479-668-6. dt. u. engl. Vers.
  • Vogt, Hans: Seidene Kugel und Fliegende Kiste. Eine Geschichte der Luftfahrt in Krefeld und am Niederrhein. In: Der Oberstadtdirektor (Hrsg.): Krefelder Studien 7. Druck- und Verlagshaus Enger, Willich, 1993, ISBN 3-9801610-8-0, S. 267-306
  • Mathias, Hans Joachim: Krefeld- eine alte Fliegerstadt In: Aero-Club Krefeld e.V. (Hrsg.): Flugtag 1969 Druckerei Pöhling, Krefeld-Traar
  • Literatur von Krefeld im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek

Weblinks

 Commons: Krefeld â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Themenportal Krefeld â€“ in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. ↑ http://www.it.nrw.de/statistik/a/daten/amtlichebevoelkerungszahlen/rp1_juni09.html
  3. ↑ Heinrich Gottfried Philpp Gengler: Regesten und Urkunden der Verfassungs- und Rechtsgeschichte der deutschen StĂ€dte im Mittelalter, Erlangen 1863, S. 664.
  4. ↑ Guido Rotthoff:Geschichte der Stadt Krefeld, Stadt Krefeld 1998, Band 1, Seite 355
  5. ↑ Irmgard Bernrieder:Als Krefeld belgisch war. In: Rheinische Post vom 19. August 2010
  6. ↑ Krefeld Dokumentation, Hg. Barbara Lukas u. a., Hamburg 1987
  7. ↑ Martin BĂŒnermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
  8. ↑ Atriumkino bei www.filmtheatertechnik.de
  9. ↑ Seidenfadenkino bei www.filmtheatertechnik.de
  10. ↑ Primus-Palast bei www.filmtheatertechnik.de
  11. ↑ Zur Geschichte der Krefelder Kinos siehe auch Krefelder Kinos bei www.filmtheatertechnik.de
  12. ↑ Verein fĂŒr Heimatkunde Krefeld e. V. (Hrsg.): „Mundart in Krefeld, jedeit – jeseit – jeschrieeve“, Verlag van Acken, Krefeld 2007. ISBN 3-923140-56-8
  13. ↑ Rollstuhltanz im TC Seidenstadt Krefeld abgerufen am 30. Oktober 2011
  14. ↑ Informationen und FahrplĂ€ne des Bistrowagens auf der U76 Krefeld-DĂŒsseldorf
  15. ↑ Seite 12: Firma Scheibler & Co in Krefeld (Stand 1995)
  16. ↑ Sacrosanctum Concilium (Konstitution ĂŒber die heilige Liturgie) Sacrosantum Concilium im Archiv des Vatikans

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  • Krefeld — City Hall 
   Wikipedia

  • KREFELD — KREFELD, city in N. Rhine Westphalia, Germany. The first Jew living in Krefeld was mentioned in 1617, and in 1728 there were five Jewish families settled in the town. By Prussian royal decree (1743), the city council refused admittance to Jews,… 
   Encyclopedia of Judaism

  • Krefeld — (Crefeld, hierzu der Stadtplan, mit Registerblatt), Stadt (Stadtkreis) im preuß. Regbez. DĂŒsseldorf, links am Rhein, 38 m ĂŒ. M., ist regelmĂ€ĂŸig gebaut, hat mehrere große PlĂ€tze, darunter der Friedrichsplatz mit dem Krieger und der Bismarckplatz… 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Krefeld — Krefeld, 1) Kreis des Regierungsbezirks DĂŒsseldorf der preußischen Rheinprovinz; 34/5 QM., 62,000 Ew.; 2) Kreisstadt darin, 1/2 Meile links vom Rhein, an der Aachen Gladbach Krefeld Ruhrorter Eisenbahn, die sich hier auch nach Neuß u. DĂŒsseldorf… 
   Pierer's Universal-Lexikon

  • Krefeld — Krefeld, Stadtkreis und Kreisstadt im preuß. Reg. Bez. DĂŒsseldorf, 7 km vom Rhein, (1900) mit Linn 109.084 E. (22.199 Evangelische, 1822 Israeliten), (1905) 110.347 E., Amtsgericht, Handelskammer, Reichsbankstelle, königl. Lehranstalt fĂŒr… 
   Kleines Konversations-Lexikon

  • Krefeld — Krefeld, preuß. Stadt im Reg. Bez. DĂŒsseldorf, an der Aachen DĂŒsseldorf Ruhrorter Eisenbahn, mit 45000 E., weltbekannt durch großartige Fabrikation, besonders von Seide , Sammt und Wollestoffen 
   Herders Conversations-Lexikon

  • Krefeld — Krefeld, denominada la “ciudad de seda”, se encuentra en Renania del Norte Westfalia. Desde el siglo XVII se desarrolo un intesivo comercio con sedas provenientes de China. En 1683 tras la Guerra de los Siete Años, parte de sus pobladores… 
   Enciclopedia Universal

  • Krefeld — [krāâ€Čfelt΄] city in W Germany, on the Rhine, in the state of North Rhine Westphalia: pop. 250,000 
   English World dictionary

  • Krefeld — KrĂ«fel Krefeld L hĂŽtel de ville de la commune 
   WikipĂ©dia en Français

  • Krefeld — Kre|feld: Stadt in Nordrhein Westfalen. * * * Krefeld,   kreisfreie Stadt in Nordrhein Westfalen, in der Niederrheinischen Bucht, 38 m ĂŒber dem Meeresspiegel, 241 800 Einwohner; wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt des linken… 
   Universal-Lexikon


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