Kreis Herford

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Kreis Herford
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Herford Deutschlandkarte, Position des Kreises Herford hervorgehoben
52.1666666666678.5833333333333
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Herford
FlĂ€che: 450,09 kmÂČ
Einwohner:

249.020 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 553 Einwohner je kmÂČ
Kfz-Kennzeichen: HF
KreisschlĂŒssel: 05 7 58
Kreisgliederung: 9 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Amtshausstraße 3
32051 Herford
WebprÀsenz: www.kreis-herford.de
Landrat: Christian Manz (CDU)
Lage des Kreises Herford in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen MĂŒlheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann DĂŒsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis DĂŒren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna MĂ€rkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln StĂ€dteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis StĂ€dteregion Aachen Kreis Euskirchen MĂŒnster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis GĂŒtersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-LĂŒbbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Der Kreis Herford (1911–69 Landkreis Herford) ist ein Kreis in der Region Ostwestfalen-Lippe im Nordosten Nordrhein-Westfalens. Kreisstadt ist Herford.

Der Kreis Herford liegt grĂ¶ĂŸtenteils im Ravensberger HĂŒgelland und ist dicht besiedelt. Durch ihn verlaufen die internationalen Hauptverkehrswege von Berlin/Hannover in Richtung Rhein/Ruhr und Niederlande. Mit seinem verstĂ€dterten Kernraum entlang dieser Achsen ist der Kreis Teil des ostwestfĂ€lischen Verdichtungsraumes GĂŒtersloh–Bielefeld–Herford–Minden. Es besteht eine starke industrielle PrĂ€gung mit breiter SpartenfĂ€cherung, wobei Möbelindustrie und Textilindustrie herausragen.

1816 als preußischer Kreis in der Provinz Westfalen gebildet, hat der Kreis seit 1832, von der zeitweiligen Auskreisung Herfords abgesehen, nahezu unverĂ€nderte Grenzen. Seit 1969 gliedert er sich in sechs StĂ€dte und drei Gemeinden. Der Kreis Herford hat sich den Beinamen „Wittekindsland“ gegeben.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Der Kreis Herford liegt im Nordosten von Nordrhein-Westfalen, im Norden Ostwestfalen-Lippes bzw. des Regierungsbezirks Detmold. Der Kreis grenzt im Norden an den Kreis Minden-LĂŒbbecke, im SĂŒdosten an den Kreis Lippe, im SĂŒdwesten an die kreisfreie Stadt Bielefeld und den Kreis GĂŒtersloh (alle Nordrhein-Westfalen) sowie im Westen an den niedersĂ€chsischen Landkreis OsnabrĂŒck. Seine maximale Ausdehnung belĂ€uft sich in Ost-West-Richtung auf 35 km und in Nord-SĂŒd-Richtung auf 23 km. Die KreisflĂ€che betrĂ€gt rund 450 kmÂČ. Die nĂ€chstgelegenen GroßstĂ€dte außer Bielefeld sind OsnabrĂŒck (30 km westlich der Kreisgrenzen gelegen) und Hannover (70 km nordnordöstlich).

Kreisgliederung

Der Kreis Herford mit seinen rund 253.000 Einwohnern setzt sich aus folgenden sechs StÀdten und drei Gemeinden zusammen

(in Klammer Einwohnerzahlen mit Stand vom 31. Dezember 2010[2])

StÀdte

  1. BĂŒnde (44.786)
  2. Enger (20.010)
  3. Herford (64.088)
  4. Löhne (40.199)
  5. Spenge (14.847)
  6. Vlotho (19.282)

Gemeinden

  1. Hiddenhausen (19.846)
  2. Kirchlengern (16.100)
  3. Rödinghausen (9862)
Kreis Lippe Niedersachsen Kreis GĂŒtersloh Kreis Minden-LĂŒbbecke Kreis Minden-LĂŒbbecke Bielefeld Nordrhein-Westfalen Enger Löhne BĂŒnde Kirchlengern Herford Spenge Hiddenhausen Rödinghausen VlothoMunicipalities in HF.svg
Über dieses Bild

Die Kreisstadt Herford ist eine große kreisangehörige Stadt; BĂŒnde und Löhne gelten als mittlere kreisangehörige StĂ€dte. Mit Hiddenhausen bilden diese StĂ€dte eine Agglomeration, wobei Hiddenhausen und Herford die höchste Bevölkerungsdichte aufweisen. Die abseits der großen Verkehrsachsen liegenden Randgebiete des Kreisgebietes (Rödinghausen, Vlotho und Spenge) sind weniger von dieser zunehmenden VerstĂ€dterung betroffen.

Naturraum

Hohenschichten

Das Kreisgebiet wird naturrĂ€umlich grob begrenzt durch das Wiehengebirge im Norden, im SĂŒden durch die AuslĂ€ufer des Teutoburger Waldes und im Osten durch das Wesertal und die Lipper Berge. Im Westen gibt es außer der Warmenau in Verbindung mit dem Kilverbach keine merkliche naturrĂ€umliche Grenze; die Grenze des Kreises Herford ist hier auch die Grenze zum Bundesland Niedersachsen und folgt dem historischen Grenzverlauf zwischen der preußischen Provinz Westfalens und den Gebieten des Königreich Hannovers im 19. Jahrhundert.

Das Kreisgebiet zĂ€hlt damit vollstĂ€ndig zum Weserbergland und bildet den Kernraum der Ravensberger Mulde (auch Ravensberger HĂŒgelland) bzw. der Ravensberger Landes. Lediglich Vlotho liegt grĂ¶ĂŸtenteils nicht im Ravensberger HĂŒgelland, sondern zĂ€hlt mehrheitlich zum Lipper Bergland. Die Ravensberger Mulde ist ein leichtwelliges, zwischen 50 m ĂŒ. NN und 140 m ĂŒ. NN liegendes HĂŒgelland, das von den umliegenden, bis ĂŒber 300 m hohen BerglĂ€ndern markant umrahmt wird. Zahlreiche kleine TĂ€ler (sog. Sieke) schneiden oft unvermittelt und tief in das sonst nur schwach kuppierte Land ein. Im Ă€ußersten Nordwesten, wo der Kamm des Wiehengebirges die Grenze des Kreises Herford darstellt, erreicht der Nonnenstein eine Höhe von 274 m ĂŒ. NN. Die höchsten Berge finden sich jedoch im SĂŒdosten des Kreises, wo die Berge des Lipper Berglandes eine Höhe von ĂŒber 300 m ĂŒ. NN erreichen. Höchster Berg des Kreisgebietes ist der 342 m ĂŒ. NN hohe Bonstapel in Vlotho. Die vier nĂ€chsthöheren Gipfel Nettelberg (304 m), Saalegge (300), Ruschberg (294) und Bickplecken (276) liegen ebenfalls in Vlotho. Die tiefsten Niederungen mit rund 48 m ĂŒ. NN Höhe sind die Werreauen in Löhne und das Wesertal in Vlotho mit 47 m ĂŒ. NN.

Siehe auch: Liste von Bergen und Erhebungen in Ostwestfalen-Lippe

Geologie

Geologisch liegen im Ravensberger HĂŒgelland im Wesentlichen Liasplatten mit LĂ¶ĂŸauflage vor, die durch Zertalung im PleistozĂ€n zum HĂŒgelland umgestaltet wurden. Unter der LĂ¶ĂŸdecke finden sich teilweise Geschiebelehme. Weitere Hinterlassenschaft der Eiszeiten sind die hĂ€ufig anzutreffenden Findlinge. Das Elsetal und der Unterlauf der Werre weiter im Osten bilden die tiefliegende, in westöstlicher Richtung verlaufende Urstromtal der Else-Werre-Niederung. Der Osning, der das Gebiet nur in seinen AuslĂ€ufern berĂŒhrt, und das Wiehengebirge entstanden bereits vor Millionen Jahren in der Kreidezeit durch Hebungen und Faltungen der Erdkruste, zusammen mit dem Weserbergland. In den kammartigen HöhenzĂŒgen findet man vor allem Sandstein (Osning-Sandstein und Portasandstein), der aus der Kreidezeit bzw. der Jurazeit stammt. Eine Besonderheit stellt der Doberg in BĂŒnde dar, der eine der umfangreichsten FossilienlagerstĂ€tten aus der Zeit des OligozĂ€n nördlich der Alpen ist.

Klima

Klimadiagramm fĂŒr Herford

Das vorherrschende Klima ist das atlantische Seeklima. Das Klima wird durch die Lage im ozeanisch-kontinentalen Übergangsbereich Mitteleuropas bestimmt. Die Winter sind mild und die Sommer mĂ€ĂŸig-warm. Die Winde kommen meist aus West oder SĂŒdwest und bringen gleichmĂ€ĂŸige NiederschlĂ€ge, die im Sommer etwas höher ausfallen. Zu ausgeprĂ€gtem Steigungsregen, wie z. B. an der Luvseite des Teutoburger Waldes, kommt es durch die eingefasste Lage zwischen Osning, Wiehengebirge und Meller Berge jedoch nicht. Im langjĂ€hrigen Mittel (1961–1990) hatte die Region durchschnittlich 1473 Sonnenstunden pro Jahr (Beobachtungsstation: Herford).[3] Klimadaten im langjĂ€hrigen Mittel (1971–2000) fĂŒr die Kreisstadt Herford:


Monatliche Durchschnittstemperaturen und NiederschlĂ€ge fĂŒr Herford (1971–2000)
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 1,8 2,2 5,3 8,4 13,0 15,6 17,7 17,4 13,8 9,8 5,4 3,1 Ø 9,5
Niederschlag (mm) 72 49 65 53 65 82 69 71 73 61 64 80 ÎŁ 804
T
e
m
p
e
r
a
t
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r
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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a
g
72 49 65 53 65 82 69 71 73 61 64 80
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD

Die aufgezeigten Klimadaten fĂŒr Herford sind exemplarisch fĂŒr die meisten StĂ€dte und Gemeinden im Kreisgebiet, da zumindest Löhne, BĂŒnde, Enger, Hiddenhausen und Kirchlengern in naturrĂ€umlich vergleichbarer Lage wie Herford liegen. FĂŒr Teile Vlothos und Rödinghausen (→Klima in Rödinghausen) sind aufgrund der relativen Höhenlage bis zu um 0,5° Celsius reduzierte Monatsdurchschnittstemperaturen anzunehmen.

Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe

GewÀsser

Typische Ravensberger Landschaft mit Siek bei BĂŒnde

Der Kreis Herford ist durch seine Beckenlage zwischen Wiehengebirge und Osning ein sehr wasserreiches Gebiet. Die wichtigsten FlĂŒsse neben der Weser sind die Werre, die Else und Aa. Die Aa fließt in Herford in die Werre, die das Kreisgebiet vom Teutoburger Wald kommend zunĂ€chst von SĂŒd nach Nord durchfließt und sich bei Kirchlengern mit der von Osten nach Westen fließenden Else vereinigt. Die Werre fließt dann von Ost nach West weiter um (bereits jenseits der Kreisgrenze) in die Weser zu entwĂ€ssern. Nur wenige BĂ€che an den Grenzen des Kreises entwĂ€ssern nicht ĂŒber das Einzugsgebiet von Else und Werre, sondern beispielsweise ĂŒber die Große Aue oder die Hunte im Gebiet von Rödinghausen. Letztlich entwĂ€ssern aber auch diese GewĂ€sser in die Weser. Im SĂŒdosten des Kreises entwĂ€ssern einige BĂ€che auch direkt in die Weser, die seit einer Gebietsreform 1973 den Kreis nicht mehr nur streift, sondern auf einem kurzen StĂŒck auch durchfließt. Die Weser ist zugleich auch der grĂ¶ĂŸte Fluss des Kreises und einzige Wasserstraße. GrĂ¶ĂŸter See mit einer WasserflĂ€che von rund 12 ha ist das HĂŒcker Moor in Spenge.

Siehe auch: Liste der GewÀsser in Ostwestfalen-Lippe

FlÀchennutzung

FlÀchennutzung

Durch die fruchtbaren LĂ¶ĂŸböden gehört das Gebiet zum Altsiedelland, wurde bereits frĂŒh landwirtschaftlich genutzt und entwickelte sich zu einer sehr waldarmen, kleinrĂ€umigen Kulturlandschaft mit einem Waldanteil von nur 8,4 Prozent. HauptsĂ€chlich wird Getreide und Mais, zunehmend auch Raps kultiviert. Die vorherrschende natĂŒrliche Waldgesellschaft ist die des Eichen-Hainbuchenwaldes.

Durch die Lage an wichtigen Verkehrsverbindungen und die einsetzende Industrialisierung entwickelte sich der Kreis zu einer stark zersiedelten Agglomeration von StĂ€dten, die immer weiter zusammenwachsen. Dieses StĂ€dteband erstreckt sich ĂŒber den Kreis hinaus und umfasst StĂ€dte wie Bielefeld, Bad Salzuflen und Minden. Der Kreis ist einer der dichtbesiedelsten und waldĂ€rmsten (Land-)Kreise Deutschlands. Fast 30 Prozent der FlĂ€che sind Verkehrs- oder SiedlungsflĂ€che. Die genaue FlĂ€chenverteilung ist im Folgenden zusammengefasst[4]:

FlÀche nach
Nutzungsart
FlÀche in ha Anteil an
GesamtflÀche
Siedlungs- und Verkehr 13.117 29,1 %
Landwirtschaft 27.420 60,9 %
Wald 3.769 8,4 %
Wasser 212 1,1 %
sonstige FreiflĂ€chen 490 0,5 %
TOTAL 45.007 100 %

Politik und Verwaltung

Kreishaus in Herford

Landrat

Der Landrat des Kreises wird seit 1999 direkt gewĂ€hlt. Das Amt des Oberkreisdirektors wurde 1999 abgeschafft. Seitdem ĂŒbernimmt der Landrat auch die Aufgaben des Verwaltungschefs. Es gibt zwei stellvertretende LandrĂ€te, die öffentliche reprĂ€sentative Funktionen ĂŒbernehmen. Verwaltungsinterner Stellvertreter des Landrats ist der Kreisdirektor.

Seit dem 4. Mai 2003 bis Oktober 2009 war die ehemalige BĂŒrgermeisterin von Vlotho, Lieselore CurlĂ€nder (CDU), die LandrĂ€tin des Kreises Herford. Sie wurde mit 52,29 % der Stimmen zur ersten Frau an die Spitze des Kreises gewĂ€hlt. Bei der Landratswahl am 30. August 2009 stand CurlĂ€nder nicht mehr zur Wahl und der frĂŒhere BĂŒrgermeister von Spenge, Christian Manz (CDU), der fĂŒr CDU und FDP kandidierte, wurde mit 48,15 % der gĂŒltigen Stimmen zu ihrem Nachfolger gewĂ€hlt.

Verwaltung

Der Kreis Herford beschĂ€ftigt zurzeit rund 600 Mitarbeiter. Seine Institutionen sitzen grĂ¶ĂŸtenteils im Herforder Kreishaus oder in dessen unmittelbarer NĂ€he. Bedeutendste Ausnahme ist der Bereich Straßenverkehr, der in Kirchlengern angesiedelt ist.

Die Kreisverwaltung gliedert sich in vier Dezernate, in denen die verschiedenen Aufgabenbereiche und ZustÀndigkeiten des Kreises zusammengefasst sind:

  • Dezernat I: Personalservice, StrategiebĂŒro, RechnungsprĂŒfung, Mediendienst und internationale Kontakte, Finanzen, Logistik und Liegenschaft]en, Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung, ProjektbĂŒro
  • Dezernat II: Ärztlicher Dienst, Gesundheitsplanung und psychosoziale Hilfen, Gesundheitsschutz und zentrale Dienste, Sozial-Psychiatrische Rehabilitationseinrichtung, Naturschutz und Regionalplanung, Bauen, Wasserwirtschaft, Abfallwirtschaft, Abfallentsorgungsbetrieb
  • Dezernat III: Beratung und Förderung junger Menschen und ihrer Familien, Angelegenheiten des Schulamtes und Bafög, Verwaltung der kreiseigenen Schulen und Kultur, BildungsbĂŒro und Medienzentrum, Museum BĂŒnde, allgemeine Sozialhilfe und Grundsicherung, Hilfe zur Pflege in Einrichtungen, Hilfen fĂŒr besondere Zielgruppen, Sport, Vertretung MinderjĂ€hriger, Unterhaltsvorschuss, Elterngeld, Jugendheim
  • Dezernat IV: Bauhof, Allgemeine Ordnungs- und AuslĂ€nderangelegenheiten, Gefahrenabwehr, allgemeine Verkehrsangelegenheiten, Fahrerlaubnisse, Kfz-Zulassungen, VeterinĂ€rwesen, Verwaltung und Lebensmittelkontrolle, LebensmittelĂŒberwachung und Fleischhygiene, Vermessungen, FĂŒhrung des Liegenschaftskatasters, Bereitstellung und Nutzung von Geodaten, zentrale Angelegenheiten, GeschĂ€ftsstelle des Gutachterausschusses.

Dem Landrat unmittelbar unterstellt sind die Kreispolizeibehörde, das Schulamt, der Bereich Personalvertretung und die Gleichstellungsbeauftragte.

Haushalt

ErtrÀge Ansatz 2008
in Mio. Euro
Ansatz 2007
in Mio. Euro
1 Steuern u. Àhnliche Abgaben 4,124 2,864
2 SchlĂŒsselzuweisungen (v. a. durch das Land) 20,325 14,016
3 Kreisumlage (BeitrÀge der Kommunen) 107,758 108,760
4 Öffentlich-rechtliche Leistungsentgelte (VerwaltungsgebĂŒhren u. Ă€.) 10,858 10,546
5 Privatrechtliche Leistungsentgelte (Mieten, Pachten, VerkÀufe) 0,289 0,323
6 Zuwendungen und allgemeine Umlagen 39,017 38,879
7 FinanzertrÀge 1,124 0,451
8 sonstige TransferertrĂ€ge (Ersatz von sozialen Leistungen u. Ă€.) 2,411 1,741
9 sonstige ordentliche ErtrĂ€ge (Verwarnungs-, Buß- u. Zwangsgelder) 2,593 2,581
10 Kostenerstattungen u. Kostenumlagen 5,476 6,074
Insgesamt 193,975 186,235

Der grĂ¶ĂŸte Ertragsposten des Kreises ist die Kreisumlage. Deren Hebesatz, den der Kreis ohne Zustimmung der Kommunen festlegen kann, liegt derzeit bei 40,69 %, das heißt, alle neun kreisangehörigen Kommunen mĂŒssen 40,69 % ihrer jeweiligen ErtrĂ€ge an den Kreis abfĂŒhren.

Aufwendungen Ansatz 2008
in Mio. Euro
Ansatz 2007
in Mio. Euro
1 Personalaufwendungen 28,079 31,002
2 Versorgungsaufwendungen 5,933 0,843
3 Sach- u. Dienstleistungen 11,134 10,602
4 Abschreibung auf Sachanlagen 4,748 4,144
5 Landschaftsumlage (an den LWL) 43,058 41,248
6 Transferaufwendungen (soziale Leistungen) 55,618 54,915
7 Kosten der Unterkunft nach dem SGB II 32,500 34,500
8 Sonstige ordentliche Aufwendungen 11,495 10,467
9 Zinsen und Àhnliche Aufwendungen 1,324 1,698
Insgesamt 193,889 189,419

Die Kreise sind laut GebĂŒhrenordnung des Landes verpflichtet, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. GeringfĂŒgige Überziehungen können jedoch, wie etwa 2007 geschehen, durch die sogenannte AusgleichsrĂŒcklage gedeckt werden. Diese hat fĂŒr den Kreis Herford derzeit einen Umfang von 5,119 Mio. Euro.

Kreistag

Sitzverteilung nach der Kommunalwahl 2009
Sitzverteilung im Kreistag in der Wahlperiode 2004

Der Kreistag besteht zurzeit aus 50 Sitzen. Fraktionsvorsitzende sind zurzeit: Christoph Roefs (CDU), Hans StĂŒwe (SPD), Stephen Paul (FDP), Ulrich Richter (GrĂŒne) und Eckhard GlĂ€sker (Freie WĂ€hler). Die Sitzverteilung und Stimmanteil nach der Kommunalwahl am 30. August 2009, die eine Wahlbeteiligung von 53,42 % erbrachte, zeigt die folgende Tabelle. Zum Vergleich ist die Zusammensetzung der vorangegangenen Kreistage angegeben (fĂŒr die zugehörigen Wahlergebnisse siehe unten).

Partei Stimmen-
anteil 2009
Sitze
2009
Sitze
2004
Sitze
1999
Sitze
1994
CDU 35,45 % 18 21 25 23
SPD 37,33 % 18 20 22 27
GrĂŒne 10,44 % 5 4 3 5
FDP 9,15 % 5 3 2 -
Freie WĂ€hler 3,51 % 2 2 - -
Linke 4,12 % 2 - - -
gesamt 100 % 50 50 52 55

Quelle: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen[5] und Landeswahlleiterin Nordrhein-Westfalen.[6]

Bundestags- und Landtagswahlen

Im Bundestag wird der Bundestagswahlkreis Herford – Minden-LĂŒbbecke II von Stefan Schwartze (SPD) vertreten werden, der bei der Bundestagswahl 2009 38,52 % der Erststimmen erzielte. Von den Zweitstimmen fĂŒr den Bundestag entfielen auf die SPD 32,9 % , die CDU 32,5 %, die FDP 13,5 %, die GrĂŒnen 8,6 % und die Die Linke. 7,9 %.[7] Die ĂŒber die Landesliste eingezogenen Frank SchĂ€ffler (FDP) und Inge Höger (Linke) haben sich im Wahlkreis erfolglos um ein Direktmandat beworben.

Bei der Landtagswahl 2005 wurden die CDU Politiker Wolfgang Aßbrock (Wahlkreis Herford I, 43,4 % der Stimmen) und Chris Bollenbach (Herford II, 43,3 %) in den Landtag gewĂ€hlt. Wolfgang Aßbrock verstarb im Dezember 2007. Sein Nachfolger wurde der damalige Minister fĂŒr Bauen und Verkehr Oliver Wittke (CDU), der jedoch nicht als Vertreter fĂŒr den Wahlkreis im Landtag sitzt, sondern ĂŒber die Landesliste nachrĂŒckte. Im kĂŒnftigen Landtag wird der Kreis durch Christian Dahm (SPD) (gewĂ€hlt mit 45,4 Prozent in Herford I) sowie Angela LĂŒck (SPD) (46,98% in Herford II) vertreten.

Siehe auch: Wahlen zum Bundes- und Landtag in Ostwestfalen-Lippe

Wappen

Das schwarze, springende Ross im silbernen Feld des Herforder Kreiswappens soll an den Sachsenherzog Wittekind erinnern, dessen Sarkophag in der Stiftskirche zu Enger steht und dessen Gebeine dort vermutet werden. Nach drei langen Kriegen in den Jahren 772 bis 804 musste sich der um UnabhĂ€ngigkeit kĂ€mpfende Sachsenherzog dem Franken Karl dem Großen beugen. Widukinds Stamm der Engern (vgl. auch Enger) siedelte damals in der Ravensberger Mulde. Die Sage besagt, dass Wittekind bis zu seiner Taufe einen schwarzen Hengst geritten haben soll. Karl der Große schenkte ihm nach der (Zwangs-)Taufe ein weißes Pferd, das spĂ€ter zum Wappentier von Westfalen wurde. Der Kreis bezeichnet sich selbst auch als Wittekindsland. Das Wappen war dem Landkreis Herford am 10. August 1938 verliehen worden, das schwarze Westfalenross war als Ausdruck der antichristlichen Ideologie des Nationalsozialismus anzusehen.[8] Im April 1946 wurde ein bis dato vorhandenes Winkelkreuz mit keulenförmig verdickten Enden (Keulenkreuz Ă€hnlich dem Lauburu) in der oberen linken Ecke entfernt, da es an das Hakenkreuz erinnerte. Im Januar 1970 wurde das Wappen als Wappen des neuen Kreises Herford bestĂ€tigt.

Siehe auch: Liste der Wappen im Kreis Herford und Liste der Flaggen im Kreis Herford

Kreispartnerschaften

Partnerregionen und -stÀdte

  • Flag of Croatia.svg Ć ibenik, Kroatien: Der 100.000 Einwohner zĂ€hlende Kreis ist seit 1970 Partner des Kreises Herford. Einen hohen Stellenwert in der Beziehung haben zahlreiche Begegnungsprojekte mit Vereinen, Schulklassen oder Jugendgruppen.
  • Flag of Scotland.svg Renfrewshire, Schottland (Vereinigtes Königreich): Die Region hat rund 170.000 Einwohner und ist seit 1972 Partnerregion. Auch hier stehen Begegnungsprojekte im Vordergrund der Beziehungen.
  • Flag of France.svg Voiron, Departement IsĂšre, Frankreich: Das in der NĂ€he von Grenoble gelegene Voiron ist seit 1966 eine Partnerstadt. Zahlreiche SchĂŒler und Jugendgruppen besuchten seitdem jedes Jahr die Partnerstadt.
  • Flag of Nicaragua.svg Condega, Nicaragua: Seit 1988 besteht eine Partnerschaft zu dieser 13.000 Einwohnern zĂ€hlenden Stadt in Nicaragua. Die Partnerschaft ist kommunalpolitische Entwicklungspartnerschaft mit dem Ziel die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.

(inoffizielle) Freundschaften

  • Flag of Italy.svg Bassano del Grappa, Italien: Partnerstadt von Voiron
  • Flag of Poland.svg GorzĂłw Wielkopolski, Polen: Es besteht keine offizielle Partnerschaft zwischen dem Kreis Herford und GorzĂłw (einer der PartnerstĂ€dte der Kreisstadt Herford), jedoch werden auch aus dem restlichen Kreis hier Begegnungsprojekte gefördert.
  • Flag of Latvia.svg Jelgava, Lettland: Seit 1989 Jugendbegegnungsprojekte
  • Flag of the United States.svg Quincy, Illinois, USA: In die 42.000 Einwohner zĂ€hlende Stadt wanderten im 19. Jahrhundert zahlreiche BĂŒrger der Region aus. 1991 wurde ein offizieller Freundschaftspakt geschlossen.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung seit 1975

Bevölkerungsverteilung

Bei den folgenden Zahlen handelt es sich fĂŒr 1987 um VolkszĂ€hlungsergebnisse [9], ansonsten um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik.[5] Dabei sind die Zahlen von 1975 bis 1985 geschĂ€tzte Werte, ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der VolkszĂ€hlung von 1987. Die Angaben beziehen sich fĂŒr 1975 und 1980 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.

Jahr Einwohner
1975 (31. Dez) 234.275
1980 (31. Dez) 232.478
1985 (31. Dez) 225.598
1987 (25. Mai) 227.548
1990 (31. Dez) 238.231
1995 (31. Dez) 250.768
2000 (31. Dez) 254.754
2005 (31. Dez) 254.507
2008 (31. Dez) 251.567

Sprache

Die Menschen im Kreis Herford sprechen meist Hochdeutsch mit leichtem ostwestfĂ€lischem Akzent. Bevor sich die deutsche Standardsprache als Umgangssprache durchsetzte, war der Gebrauch der niederdeutschen Sprache ĂŒblich, die in einem ostwestfĂ€lischen Dialekt, dem Ravensberger Platt gesprochen wurde. Das Plattdeutsche variierte wiederum im Kreis. Es wird nur noch von wenigen Ă€lteren Bewohnern des Kreises ĂŒberwiegend verwendet. Die Erinnerung an diese alte Sprache wird im Kruis Hiarwede (niederdeutsch fĂŒr Kreis Herford) durch zahlreiche plattdeutsche Veranstaltungen wach gehalten, z. B. durch plattdeutsche Gottesdienste. Relativ verbreitet ist dagegen der westfĂ€lische Regiolekt, der sich durch eine regionaltypische FĂ€rbung (Abschleifung) des Hochdeutschen und Verwendung spezieller Begriffe (z.B. „Pömpel“ fĂŒr „Poller“, „wegkommen“ bzw. „wechkommen“ fĂŒr „herkommen, stammen“) auszeichnet.[10]

Siehe auch: Plattdeutsch in Löhne

Religion

Herforder MĂŒnster
In der Engeraner Stiftskirche liegt möglicherweise Widukind begraben

Die Einwohner im Kreis Herford rechnen sich nach einer Untersuchung von 2006 ĂŒberwiegend (ĂŒber 59 %) der Evangelischen Landeskirche zu. Hintergrund ist die jahrhundertelange Zugehörigkeit zur protestantischen Grafschaft Ravensberg bzw. zum FĂŒrstentum Minden, die beide spĂ€testens 1648 an das ĂŒberwiegend protestantische Preußen fielen und bereits Mitte des 16. Jahrhunderts die lutherische Lehre annahmen. Weniger als 20 % der Bevölkerung sind römisch-katholisch; nicht jede Gemeinde hat daher eine katholische Kirche. Der katholische Bevölkerungsanteil ist vor allem durch Migrationsbewegungen nach dem Zweiten Weltkrieg in den Kreis eingewandert. Etwa 3–4 % der Bevölkerung bezeichnen sich als islamisch.[11] Islamische GebetsrĂ€ume gibt es u. a. in BĂŒnde und Löhne. Eine kleine jĂŒdische Gemeinde befindet sich in Herford.

Evangelische Kirche

Der Kirchenkreis Herford gehört zur Evangelischen Kirche von Westfalen und wurde 1818 gegrĂŒndet, damals als Teil der Kirchenprovinz Westfalen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union. AnfĂ€nglich gehörten die vier Herforder Stadtgemeinden, das Dorf Berg (Stiftberg), Jöllenbeck, Exter, Valdorf, Vlotho (ref. und luth.), Rehme, Rödinghausen, BĂŒnde, Hiddenhausen, Gohfeld, Löhne, Enger, Spenge und WallenbrĂŒck zum Kirchenkreis. Ab 1836 bildeten Exter, Gohfeld, Rehme, Valdorf und Vlotho den neugeschaffenen Kirchenkreis Vlotho. Jöllenbeck wurde kurz nach der politischen Umgliederung jetzt auch kirchentechnisch Bielefeld angeschlossen. Im Gegenzug kamen Kirchlengern, MennighĂŒffen und Stift Quernheim zum Kirchenkreis Herford. Spenge und WallenbrĂŒck gehörten rund 100 Jahre bis 1964 zum Kirchenkreis Halle. Mit ihnen wechselte HĂŒcker-Aschen zum Kirchenkreis Herford. In der Zeit der deutsch-deutschen Teilung betreute der Kirchenkreis Herford treuhĂ€nderisch die kirchlich zur ebenfalls vormals altpreußischen Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, aber nach einer britisch-sowjetischen Grenzbereinigung politisch zu Niedersachsen gehörenden Kirchengemeinden Bad Sachsa und Tettenborn.[12] Heute gehören fĂŒnf Regionen zum Kirchenkreis:

Region Gemeinden
BĂŒnde BĂŒnde-Lydia, DĂŒnne, Ennigloh, Hagedorn, Holsen-Ahle, Hunnebrock-HĂŒffen-Werfen,

Kirchlengern, Rödinghausen (zzgl. Pfarrbezirk Bieren), Spradow, Stift Quernheim, Westkilver

Enger-Spenge Enger, Spenge
Herford Elverdissen, Emmaus, Mitte, Herringhausen, Kreuz, Laar, Marien Stift Berg, Petri (ev-ref.)
Hiddenhausen Eilshausen, Hiddenhausen, Lippinghausen, Oetinghausen, Schweicheln-Sundern-Bermbeck
Löhne Löhne, MennighĂŒffen, Obernbeck, Siemshof

In den 30 Kirchengemeinden gibt es 68 Pfarrstellen und 54 KindergĂ€rten. Der Kirchenkreis Herford, der seinen Verwaltungssitz an der Herforder Hansastraße hat, hat rund 130.000 Gemeindemitglieder.

Bis auf Teile der politischen Gemeinde Löhne und der politischen Gemeinde Vlotho, die zum Kirchenkreis Vlotho gehören, entspricht der Kirchenkreis Herford dem politischen Kreis Herford. Der im Kreisgebiet liegende Teil des Kirchenkreises Vlotho setzt sich zusammen aus den Gemeinden:

Region Gemeinden
Löhne Gohfeld, Mahnen, Wittel
Vlotho Bonneberg, Exter, St. Johannis (ev.-ref.), St. Stephan, Uffeln, Valdorf, Wehrendorf

Katholische Kirche

Die katholischen Gemeinden gehören zum Erzbistum Paderborn und zum Dekanat Herford-Minden. Das Dekanat gliedert sich im Kreisgebiet Herford in folgende Gemeinden und PastoralverbĂŒnde:

Pastoralverbund Gemeinden
BĂŒnder Land BĂŒnde St. Joseph, Holsen St. Michael, Kirchlengern St. Marien
Herford Herford Maria Frieden, Herford St. Johannes Bapt., Herford St. Paulus
Löhne-Vlotho Löhne St. Laurentius, Exter St. Hedwig, Vlotho Heilig Kreuz
Widukindsland Eilshausen St. Bonifatius, Enger St. Dionysius, Spenge St. Joseph

Kultur und Freizeit

Theater, Museen und Musik

MARTa Herford
Der Nordhof, einer der Sattelmeierhöfe von Enger

GrĂ¶ĂŸtes Theater ist das Stadttheater Herford mit heute 688 PlĂ€tzen, das allerdings nur Gastspielern dient. Bedeutendste Museen sind das MARTa Herford fĂŒr zeitgenössische Kunst und Design, das Deutsche Tabak- und Zigarrenmuseum in BĂŒnde zur Geschichte der Tabakverarbeitung in der Region, sowie das Dobergmuseum – Geologisches Museum Ostwestfalen-Lippe mit Exponaten aus dem Doberg. In Herford ist mit der Nordwestdeutschen Philharmonie eines der wichtigsten Orchester Nordrhein-Westfalens beheimatet. Herford ist außerdem Sitz der Hochschule fĂŒr Kirchenmusik.

Bauwerke und Parks

Zu den architektonisch und/oder historisch bedeutendsten kirchlichen Bauten gehören der Herforder MĂŒnster aus dem 13. Jahrhundert, die ehemalige Pilgerkirche Jakobi Kirche aus dem 14. Jahrhundert in Herford, die Laurentiuskirche in BĂŒnde und St.-BartholomĂ€us in Rödinghausen (beide vermutlich aus dem 8. Jahrhundert), sowie die Stiftskirche Enger, in der Widukinds Grab vermutet wird, und die Kirchlengeraner Stiftskirche, die ebenso wie der Herforder MĂŒnster Mittelpunkt eines Frauenstifts (→Stift Herford) war, von denen aus die gesamte Region im Mittelalter maßgeblich verwaltet wurde. Zu den grĂ¶ĂŸten erhaltenen Wasserburgen oder Schlössern zĂ€hlt u. a. das Schloss Ulenburg in Löhne, die Wasserburg Gut Bustedt in Hiddenhausen, die Wasserburg Gut Böckel und das Haus Kilver von 851 in Rödinghausen. Des Weiteren finden sich im Kreisgebiet viele fĂŒr das Ravensberger Land typischen Fachwerkhöfe mit charakteristischen Geckpfahl und dem grĂŒnem Giebel, von denen besonders die Sattelmeierhöfe in Enger bekannt sind. Das GebĂ€ude des MARTa Herford von Frank Gehry ist das bekannteste moderne GebĂ€ude im Kreis Herford. Bekanntester Park ist der Park der Magischen Wasser in Löhne, der fĂŒr die Landesgartenschau 2000 Aqua Magica erbaut wurde.

Siehe auch: Liste der Burgen, Schlösser und Festungen im Kreis Herford

Sport

Das grĂ¶ĂŸte Stadion im Kreis ist das ĂŒber 18.000 Besucher fassende Ludwig-Jahn-Stadion in Herford. Hier tragen mit dem Herforder SV (1. Frauen-Bundesliga) und dem SC Herford (ehemals Zweite Bundesliga) die zwei bekanntesten Fußballvereine des Kreises ihre Heimspiele aus. Der Handballverein TuS Spenge spielt in der Handball-Regionalliga. Der VorlĂ€uferverein des Herforder EV, die Herforder EG, erreichte 1994 die Aufstiegsrunde zur 2. Eishockey-Bundesliga. Die Damenmannschaft der Play Off Rackets Herford konnte mehrmals die deutsche Squashmeisterschaft gewinnen.

Natur und Erholung

Wiehengebirge von BĂŒnde aus gesehen

Im dicht besiedelten Keis haben die wenigen Wald- und Naturschutzgebiete einen besonderen Naherholungswert. Einziger Luftkurort ist Rödinghausen. Der Tourismus spielt fĂŒr den Kreis insgesamt nur eine geringe Rolle. Der Nordwesten des Kreises hat geringen Anteil am Naturpark TERRA.vita (ehemals Naturpark Nördlicher Teutoburger Wald-Wiehengebirge). Der Kreis hat 39 ausgewiesene Naturschutzgebiete, die jedoch nur 3,64 Prozent der KreisflĂ€che ausmachen – zum Vergleich: Regierungsbezirk Detmold mit 6,3 Prozent. Viele der Naturschutzgebiete schĂŒtzen die fĂŒr das Ravensberger Land typischen Sieke sowie die wenigen erhaltenen naturnahen Waldgebiete, die sich fast ausschließlich in Rödinghausen und Vlotho befinden.

Die Naturschutzgebiete in den einzelnen Gemeinden sind (Stand 1. Januar 2011; Doppelnennung, wenn Gebiet auf mehrere Gemeinden verteilt):

Stadt/
Gemeinde
Naturschutzgebiete Anzahl GesamtgrĂ¶ĂŸe in der Gemeinde (in ha, gerundet)  % der Gemeinde-flĂ€che Übersichtskarte der Naturschutzgebiete im Kreis
Gehle (Rödinghausen) Kilverbachtal Aubachtal Turenbusch Warmenau (Fluss) Enger Bruch FĂŒllenbruch Jammertal Salze-Glimketal Paterberg Vlothoer Weserwiesen Blutwiese Elseaue Doberg Ziegeleigrube Ennigloh Rehmerloh-MennighĂŒffer MĂŒhlenbach Sudbachtal Borstenbach Arnholz (Naturschutzgebiet) Mittelbachtal Mittelbachtal Heideholz Asbeke-Kinzbachtal Gewinghauser Bachtal Habighorster Wiesental Bustedter Holz Bustedter Wiesen Wehmerhorster Wiesental Schierenbeke Linnenbeeke Linnenbeeke Linnenbeeke Kleiner Selberg Uhlenbachtal (Kreis Herford) Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Bramschebach – Nagelsbachtal Eiberg (Lipper Bergland) Plögereisiek Plögereisiek SiebenstĂŒcken SiebenstĂŒckenHerford
Über dieses Bild
BĂŒnde Bustedter Holz, Doberg, Elseaue, Gewinghauser Bachtal, Habighorster Wiesental, Ziegeleigrube Ennigloh 6 175,22 2,95
Enger Asbeketal, Enger Bruch 2 77,00 1,87
Herford Asbeke-Kinzbachtal, Bramschebach – Nagelsbachtal (2 Gebiete), FĂŒllenbruch, Jammertal, Uhlenbachtal 6 351,93 4,45
Hiddenhausen Bustedter Holz, Bustedter Wiesen, FĂŒllenbruch 3 175,86 7,37
Kirchlengern Elseaue, Rehmerloh-MennighĂŒffer MĂŒhlenbach 2 240,97 7,13
Löhne Blutwiese, Bramschebach - Nagelsbachtal, Rehmerloh-MennighĂŒffer MĂŒhlenbach, Sudbachtal 4 163,62 2,75
Rödinghausen Gehle, Habighorster Wiesental, Kilverbachtal, Schierenbeke, Wehmerhorster Wiesental 6 191,73 5,29
Spenge Turenbusch, Warmenau 2 56,16 1,39
Vlotho Arnholz, Borstenbach, Eiberg, Heideholz, Kleiner Selberg, Linnenbeeke, Mittelbachtal, Paterberg, Plögereisiek, Salze-Glimketal, Sandgrube Exter, SiebenstĂŒcken, Vlothoer Weserwiesen 13 204,07 2,65

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftsstruktur und Arbeitsmarkt

Das Kraftwerk Kirchlengern ist das einzige grĂ¶ĂŸere ElektrizitĂ€tswerk des Kreises Herford.

Der Kreis Herford entwickelte sich nach dem weitgehenden Niedergang der Leineweber-Industrie (bis zum 19. Jahrhundert) und der Zigarrenindustrie (bis 1960er-Jahre) zu einem der Zentren der europĂ€ischen (KĂŒchen-)Möbelindustrie. Jede dritte in Europa hergestellte KĂŒche stammt aus dem Kreis. Dazu gesellen sich Zulieferer der Möbelindustrie vor allem aus dem Maschinenbau. Dazu zĂ€hlt auch das nach Mitarbeitern grĂ¶ĂŸte Unternehmen des Kreises, die Hettich Unternehmensgruppe. Weiterhin sind im Kreis mehrere bedeutende Modeunternehmen ansĂ€ssig. GrĂ¶ĂŸte Unternehmen mit öffentlicher Beteiligung sind die Sparkasse Herford sowie E.ON Westfalen Weser. Die Wirtschaft wird durch mittelstĂ€ndische Industrieunternehmen geprĂ€gt. Unter 1 % der BeschĂ€ftigten arbeiten in der Landwirtschaft. Über 45 % der BeschĂ€ftigten arbeiten im sekundĂ€ren Sektor und etwa 54 % im tertiĂ€ren Wirtschaftssektor. Mit 57.652 â‚Ź BIP je ErwerbstĂ€tigen und 5369 â‚Ź Kaufkraft je Einwohner war der Kreis Herford 2005 der wirtschaftlich stĂ€rkste Kreis in Ostwestfalen-Lippe.[13] Im Oktober 2008 betrug die Arbeitslosenquote im Kreis Herford 6,2 %.[14]

Siehe auch: Unternehmen aus dem Kreis Herford

Verkehr

Straßenverkehr

Durch das Kreisgebiet verlaufen die Bundesautobahnen 2 und 30. Die B 239 (Detmold-Herford-Kirchlengern-LĂŒbbecke) durchquert als wichtige Nord-SĂŒd-Verbindung das Kreisgebiet und ist um Herford zur Autostraße ausgebaut. Weitere wichtige Straßen sind die Bundesstraßen 61 (Bielefeld-Herford-Löhne), 514 (Vlotho-Bad Oeynhausen) und 482 (Vlotho-Porta Westfalica).

Das fĂŒr den Kreis Herford zustĂ€ndige Straßenverkehrsamt hat seinen Sitz in Kirchlengern.

Nach Angaben des Straßenverkehrsamtes waren am 1. Januar 2011 im Kreis Herford 168.354 Fahrzeuge (Pkw, Lkw, Busse, MotorrĂ€der etc.) gemeldet, davon 143.916 Personenkraftwagen, 13.106 Nutzfahrzeuge und 11.332 KraftrĂ€der. Mit 575 Pkw pro 1.000 Einwohner hat der Kreis Herford die dritthöchste Dichte an Personenkraftwagen der 53 Kreise und kreisfreien StĂ€dte in Nordrhein-Westfalen.[15]

Schienen- und Busverkehr

Herforder Bahnhof
→ Hauptartikel: Nahverkehr im Kreis Herford

Das Kreisgebiet wird von den fĂŒr den Personen- und GĂŒterverkehr in west-östlicher Richtung bedeutenden Hauptstrecken Berlin–Hannover–Ruhrgebiet (siehe Bahnstrecke Hamm–Minden) und Hannover–OsnabrĂŒck–Amsterdam (Bahnstrecke Löhne–Rheine) durchquert. Von diesen Strecken zweigen zwei eingleisige Nebenbahnen ab: die Bahnstrecke Herford–BĂŒnde–Rahden „Ravensberger Bahn“, ehemals weiter ĂŒber Sulingen bis Bremen (eine Reaktivierung dieses Abschnitts ist im GesprĂ€ch) und die Weserbahn (BĂŒnde–)Löhne–Hameln–Hildesheim.

Die Kreisstadt Herford besitzt den in Ostwestfalen-Lippe am zweithĂ€ufigsten frequentierten Regionalbahnhof. Bedeutende Haltepunkte sind Herford (IC, selten ICE) und BĂŒnde (IC). Der Bahnhof Löhne hat seine einstige ĂŒberregionale Bedeutung weitgehend verloren und ist nur noch Halt fĂŒr RegionalzĂŒge. Weitere Regionalbahnhöfe befinden sich in Bieren, Schwenningdorf-Neue MĂŒhle, Hiddenhausen-Schweicheln, Kirchlengern, Vlotho, sowie in BruchmĂŒhlen (unmittelbar an der Landesgrenze auf niedersĂ€chsischem Gebiet).

Die Kleinbahnstrecke der Herforder Kleinbahn ist stillgelegt und grĂ¶ĂŸtenteils abgebaut. Von 1897 bis 1937 gab es eine weitere Kleinbahn zwischen Kirchlengern und OberlĂŒbbe (heute Gemeinde Hille), den „WallĂŒcker Willem“ .

FlugplÀtze und FlughÀfen

Die nÀchstgelegenen FlugplÀtze sind Flugplatz Melle-Grönegau und Flugplatz Vennebeck.
Die nĂ€chsten internationalen FlughĂ€fen sind Flughafen Paderborn-Lippstadt und Flughafen MĂŒnster-OsnabrĂŒck.

Radwege

Mehrere Radfernwege und lokale Radwege durchqueren das Kreisgebiet, unter anderem die Wellness-Radroute, die BahnRadRoute Weser-Lippe, der Soleweg und der Else-Werre-Radweg. Mit HF 1 bis HF 9 ist der 151 km lange Radweg durch fast alle Gemeinden im Kreis Herford gekennzeichnet.

Wasserstraßen

An der Weser bei Vlotho befindet sich der einzige Hafen des Kreises

Einzige Wasserstraße ist die Weser, die bei Vlotho den Kreis durchfließt. Der Hafen Vlotho war einst ein bedeutender Hafen, der in seiner Bedeutung von den nahen Mindener HĂ€fen (Kreis Minden-LĂŒbbecke) mittlwerweile aber deutlich ĂŒbertroffen wird.

Öffentliche Einrichtungen

Die Kreisverwaltung befindet sich bis auf das Straßenverkehrsamt (Kirchlengern) in Herford. Überregionale Verwaltungseinrichtung ist die Zentrale Steuerzeichenstelle in BĂŒnde, an der die Banderolen (Steuerzeichen) fĂŒr alle Tabakprodukte abgegeben werden. Die drei KrankenhĂ€user des Kreises sind das Evangelische Lukas-Krankenhaus in BĂŒnde, das Klinikum Herford und das Mathilden Hospital, ebenfalls in Herford.

Gerichte

FĂŒr BĂŒnde, Rödinghausen und Kirchlengern ist das Amtsgericht BĂŒnde zustĂ€ndig, fĂŒr Herford, Enger, Spenge und Hiddenhausen das Amtsgericht Herford. Die Stadt Vlotho ist dem Amtsgericht Bad Oeynhausen zustĂ€ndig. Diesen ĂŒbergeordnet ist das Landgericht Bielefeld.

MilitÀr

In Herford sind der Stab und rund 900 Soldaten der 1. britischen Panzerdivision stationiert. Herford wird nach Schließung des Hauptquartiers in Rheindahlen zum neuen Hauptquartier der britischen Truppen in Deutschland ausgebaut werden. In BĂŒnde war bis 1991 die sowjetische MilitĂ€rmission im britischen Sektor stationiert. Einzige deutsche militĂ€rische Einrichtung ist das Kreiswehrersatzamt in Herford.

Medien

Als Tageszeitungen erscheinen die Neue WestfĂ€lische und das Westfalen-Blatt mit Lokalteil fĂŒr die meisten StĂ€dte und Gemeinden des Kreisgebietes. Radio Herford ist das Lokalradio fĂŒr den Kreis Herford. Herford ist außerdem Sitz des britischen Soldatensenders British Forces Broadcasting Service (BFBS).

Bildung

Das Gymnasium am Markt in BĂŒnde

Der Kreis Herford unterhĂ€lt die Volkshochschule im Kreis Herford. Einzige Hochschule ist die Hochschule fĂŒr Kirchenmusik der Evangelischen Kirche von Westfalen in Herford. Im Kreis befinden sich u. a. 54 Grundschulen (11.545 SchĂŒler), 5 Hauptschulen (2.077), 10 Realschulen (5.541), 8 Gymnasien (7.911), 6 Gesamtschulen (6.547), 8 Berufskollegs und 5 Berufsschulen (Stand 15. Oktober 2005). In Herford befindet sich mit dem Friedrichs-Gymnasium eine der Schulen mit der lĂ€ngsten durchgehenden Tradition in Deutschland.

Kulinarisches

Die KĂŒche entspricht der westfĂ€lischen bzw. lippischen KĂŒche. Bekanntestes Erzeugnis, das mit dem Kreis Herford in Verbindung gebracht wird, ist das Herforder Pils aus der Brauerei Felsenkeller in Hiddenhausen.

Geschichte

Siedlungsgeschichte

Tabakspeicher in BĂŒnde

Funde lassen darauf schließen, dass das Gebiet, obgleich nicht kontinuierlich, bereits in der Steinzeit und in vorrömischer Zeit besiedelt war. Römische Geschichtsschreiber berichten von einer Besiedelung um die Zeitenwende durch die Cherusker, die in der Varusschlacht die römische Expansion in dieses Gebiet stoppen konnten. SpĂ€ter siedelten auf dem Gebiet mit seinen fruchtbaren Böden die sĂ€chsischen Engern, die um 800 unter Widukind durch die Franken unterworfen wurden. Die Macht ĂŒbten danach vom frĂŒhen Mittelalter an vor allem die frĂ€nkischen Gaugrafen und das Frauenstift in Herford aus. Die Landbevölkerung lebte als Bauern in Drubbeln inmitten ausgedehnter Marken. Durch das Anerbenrecht und das Heuerlingswesen entwickelten sich nacheinander folgende sozialen Schichten: Erben, Erbkötter, Markkötter und Heuerlinge. Letztere Gruppen waren wirtschaftlich und in unterschiedlicher AusprĂ€gung auch rechtlich von den Altbauern abhĂ€ngig. Selbst nach der spĂ€teren Markenteilung war das Auskommen der armen Bauern so gering, dass sie 15. Jahrhundert mit Flachsanbau und -verarbeitung zu Leinen eine neue Erwerbsmöglichkeit erschlossen und so die Proto-Industrialisierung einleiteten. Im Merkantilismus wurde die Heimarbeit rund um die Leinenverarbeitung von Preußen gefördert, ging jedoch mit dem Aufkommen mechanischer WebstĂŒhle nieder, so dass viele notleidende Arbeiter Auswandern mussten. Einen Ausgleich schuf die Tabakindustrie ab etwa 1860, die maßgeblich vom BĂŒnder Fabrikanten Tönnies Wellensiek ausging, von der neuen Köln-Mindener Eisenbahn befeuert wurde und bald die dominierende Branche im Kreis wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg, von dem im Wesentlichen nur die Kreisstadt Herford direkt betroffen wurde, fĂŒhrte der technologische RĂŒckstand der deutschen Tabakindustrie zu ihrem Niedergang und es waren vor allem die (KĂŒchen-)möbelhersteller, die einen erneuten Ausgleich schaffen konnten.

Siehe auch: Ravensberger Land und Reichsstadt Herford

Verwaltungsgeschichte

Altes Kreishaus in Herford (Postkarte um 1902)

Vorgeschichte

Vor 1816 gehörte der grĂ¶ĂŸere Teil des heutigen Kreisgebietes zur Grafschaft Ravensberg (Ämter Limberg, Vlotho und Sparrenberg), der Norden und der Osten jenseits der Weser zum Hochstift bzw. FĂŒrstentum Minden (Ämter Hausberge und Reineberg). Die Stadt Herford unterstand lange dem dortigen Frauenstift und war zwischenzeitlich Freie Reichsstadt. Alle diese Gebiete fielen im 17. Jahrhundert an Brandenburg-Preußen, das 1719 mit Minden-Ravensberg eine ĂŒbergreifende Verwaltungseinheit schuf. Ausgenommen war davon lediglich die winzige FĂŒrstabtei Herford, die bis 1802 unabhĂ€ngig blieb. Durch die gemeinsame preußische Verwaltung dieser zwei Territorien verloren die alten Grenzen der Territorien an Bedeutung, obwohl die alten Territorien noch formal bis 1815 Bestand haben sollten.

1806 fiel das Gebiet in den Herrschaftsbereich des napoleonischen Frankreichs. Zwischen 1807 und 1810 war das spĂ€tere Kreisgebiet Teil des de facto französischen Königreichs Westphalen (Weser-Departement, grĂ¶ĂŸtenteils Distrikt Bielefeld, Uffeln Teil von Distrikt Minden). Der Teil nordwestlich der Aa/ Johannisbachs und Werre gehörte zwischen 1811 und 1813 zu Frankreich (Departement Ober-Ems, Distrikt Minden). Der beim Königreich Westphalen verbleibende Rest wurde ganz ĂŒberwiegend in das Departement der Fulda (weiterhin Distrikt Bielefeld) eingegliedert, nur das Gebiet östlich der Weser (Uffeln) fiel an das Departement der Leine, Distrikt Rinteln. Das Gebiet erhielt in dieser Zeit eine Verwaltung nach französischem Vorbild und gliederte sich unterhalb der Distrikte (Arrondissements) in mehrere Kantone. Nach der RĂŒckeroberung durch Preußen gehörte es ab 1813 bis zur GrĂŒndung der preußischen Provinz Westfalen provisorisch zum Zivilgouvernement zwischen Weser und Rhein.

1816–1968

Lage der Kreise BĂŒnde und Herford im Regierungsbezirk Minden 1817–1831
Lage des Kreises bzw. ab 1911 von Land- und Stadtkreis im Regierungsbezirk Minden 1832–1947
Lage von Land- und Stadtkreis im Regierungsbezirk Detmold 1947–1968
Lage 1968 kurz vor der Zusammenlegung des Stadt- und Landkreises

1816 war das GrĂŒndungsjahr des Kreises Herford, der jedoch zunĂ€chst nur die Stadt Herford und die damaligen Kirchspiele Vlotho, Valdorf, Exter, Rehme und Jöllenbeck umfasste, was in etwa dem Gebiet der heutigen StĂ€dte Herford, Vlotho und Bad Oeynhausen (SĂŒden und Osten) und des nördlichen Bielefelder Stadtbezirks Jöllenbeck entspricht. Das Verwaltungsgebiet gehörte zum Regierungsbezirk Minden in der preußischen Provinz Westfalen. Vor 1843 war der Kreis Herford noch nicht in Ämter unterteilt. Einige der spĂ€ter selbststĂ€ndigen Gemeinden waren bis 1843 unselbststĂ€ndige Dorfschaften. Teilweise bestanden vor 1843 jedoch bereits ĂŒbergeordnete Verwaltungsbezirke oder Kirchspiele.

Der Zuschnitt des Kreisgebietes sorgte fĂŒr einige Unzufriedenheit, der damalige Landrat von Borries etwa monierte seine „Form einer langen, krummen Wurst“. 1832 wurde daher dem Kreis der grĂ¶ĂŸte Teil des Kreises BĂŒnde zugeschlagen, zugleich ging das Kirchspiel Rehme an den Kreis Minden und das Kirchspiel Jöllenbeck an den Kreis Bielefeld. Damit waren bereits vorĂŒbergehend die Grenzen des heutigen Kreises Herford annĂ€hernd erreicht. 1859 ging ein kleinerer Teil der Gemeinde Gohfeld an die neu gegrĂŒndete Stadt Bad Oeynhausen im Kreis Minden. 1911 schied Herford aus und wurde kreisfreier Stadtkreis, beherbergte aber weiterhin die Verwaltung des Landkreises. Das Gebiet unterteilte sich neben der Stadt Herford in Ämter, deren Entwicklung bis 1968 im Folgenden dargestellt wird:

  • Amt BĂŒnde: Das Amt BĂŒnde existierte von 1843 bis 1902 und umfasste durchgĂ€ngig die Stadt BĂŒnde und die Gemeinden DĂŒnne, Spradow, Hunnebrock, HĂŒffen, Werfen, SĂŒdlengern, Ahle, Holsen, Muckum, und Ennigloh sowie den Gutsbezirk Steinlake. Ab 1813 existierte als VorlĂ€ufer der Verwaltungsbezirk BĂŒnde. Von 1843 bis 1888 wurden die Ämter Rödinghausen und BĂŒnde in Personalunion als Amt BĂŒnde-Rödinghausen verwaltet. Nach Abspaltung der Stadt BĂŒnde, die bis 1969 eine amtsfreie Stadt blieb, wurde der Rest des Amtes als Amt Ennigloh bezeichnet.
  • Amt Ennigloh: Das Amt Ennigloh existierte von 1902 bis 1968 und umfasste DĂŒnne, Spradow, Hunnebrock, HĂŒffen, Werfen, SĂŒdlengern, Ahle, Holsen, Muckum, und Ennigloh. Bis 1921 gehörte außerdem der Gutsbezirk Steinlake zum Amt Ennigloh.
  • Amt Rödinghausen: Das Amt Rödinghausen bestand von 1843 bis 1968 und umfasste durchgĂ€ngig Bieren, Ostkilver, Rödinghausen, Schwenningdorf und Westkilver. Von 1843 bis 1888 wurde das Amt in Personalunion mit dem Amt BĂŒnde als Amt BĂŒnde-Rödinghausen verwaltet. Das Gebiet wurde von 1816 bis 1843 zunĂ€chst als Kirchspiel Rödinghausen bezeichnet, nachdem es 1816 aus dem Amt Limberg herausgelöst wurde.
  • Amt BĂŒnde-Rödinghausen: Das Amt BĂŒnde-Rödinghausen bestand aus den Ämtern BĂŒnde und Rödinghausen und wurde von 1843 bis 1888 in Personalunion von einem gemeinsamen Amtsmann von BĂŒnde aus verwaltet. Der fusionierte Amtsbezirk wurde 1888 wieder in die zwei Ämter aufgespalten.
  • Amt MenninghĂŒffen: Das Amt MenninghĂŒffen bestand von 1843 bis 1943. Das Amt MenninghĂŒffen wurde wĂ€hrend der gesamten Zeit seines Bestehens gemeinsam mit dem Amt Gohfeld unter der Bezeichnung Amt Gohfeld-MenninghĂŒffen verwaltet. Das Amt MennighĂŒffen umfasste zunĂ€chst die Gemeinden MennighĂŒffen, Obernbeck, den Gutsbezirk Ulenburg sowie bis 1919 die Gemeinden Kirchlengern, HĂ€ver, Quernheim, Stift Quernheim, Klosterbauerschaft und Rehmerloh. 1919 wurden die Gemeinden Kirchlengern, HĂ€ver, Quernheim, Stift Quernheim, Klosterbauerschaft und Rehmerloh in das neue Amt Kirchlengern eingegliedert. Der Gutsbezirk Ulenburg wurde zunĂ€chst in die Gutsbezirke Beck und Ulenburg geteilt und 1928 zur Gemeinde Ulenburg zusammengefasst.
  • Amt Gohfeld: Das Amt Gohfeld bestand von 1843 bis 1943 und wurde wĂ€hrend der gesamten Zeit seines Bestehens in Personalunion mit dem Amt Gohfeld im Amt Gohfeld-MenninghĂŒffen verwaltet. Das Amt Gohfeld bestand aus den Gemeinden Gohfeld und Löhne.
  • Amt Gohfeld-MenninghĂŒffen: Das Amt Gohfeld-MenninghĂŒffen war von 1843 bis 1943 der in Personalunion verwaltete Bezirk der Ämter Gohfeld und MenninghĂŒffen. Diese beiden Ämter schlossen sich 1943 zum Amt Löhne zusammen. Von 1816 bis 1843 wurde das Gebiet in einem Verwaltungsbezirk Quernheim-MennighĂŒffen verwaltet.
  • Amt Kirchlengern: Das Amt Kirchlengern bestand von 1919 bis 1968 und umfasste durchgĂ€ngig die Gemeinden HĂ€ver, Kirchlengern, Klosterbauerschaft, Quernheim, Rehmerloh, Stift Quernheim dazu Teile von Spradow und Teile von SĂŒdlengern – SĂŒdlengern und Spradow gehörten ab 1843 grĂ¶ĂŸtenteils zum Amt BĂŒnde. Die Gemeinde Kirchlengern wurde 1929 um die vormaligen Gutsbezirke Oberbehme und Steinlake vergrĂ¶ĂŸert. Von 1843 bis 1919 gehörten die Gebiete des spĂ€teren Amtes zunĂ€chst zum Amt Gohfeld-MennighĂŒffen. Von 1813 bis 1843 gehörte das Gebiet zum Verwaltungsbezirk Quernheim-MennighĂŒffen.
  • Amt Löhne: Das Amt Löhne bestand von 1943 bis 1968 und wurde durch Fusion der Ämter Gohfeld und MenninghĂŒffen gebildet, die bereits im gemeinsamen Amt Gohfeld-MenninghĂŒffen verwaltet wurden. Das Amt Löhne umfasste die Gemeinden Gohfeld, Löhne, MennighĂŒffen, Obernbeck, Ulenburg. 1859 ging ein etwa 700 Einwohner zĂ€hlender Teil im Osten Gohfelds an die neu gegrĂŒndete Stadt Bad Oeynhausen im Kreis Minden.
  • Amt Herford: Das Amt Herford bestand von 1843 bis 1968 und umfasste zunĂ€chst die Gemeinden Schweicheln, Bermbeck, Sundern, Diebrock, Eickum, Elverdissen, Falkendiek, Laar, Schwarzenmoor und Stedefreund sowie den Gutsbezirk Oberbehme. Der Gutsbezirk Oberbehme wurde 1929 der Gemeinde Kirchlengern eingegliedert. 1950 wurden Schweicheln und Bermbeck zur Gemeinde Schweicheln-Bermbeck zusammengefasst. Die Stadt Herford war amstfrei, ab 1911 kreisfrei. Das Amt wurde durchgĂ€ngig in Personalunion mit dem Amt Hiddenhausen als Amt Hiddenhausen-Herford verwaltet.
  • Amt Hiddenhausen: Das Amt Hiddenhausen bestand von 1843 bis 1968 und umfasste durchgĂ€ngig die Gemeinden Bustedt, Eilshausen, Hiddenhausen, Lippinghausen und Oetinghausen. Das Amt wurde durchgĂ€ngig in Personalunion mit dem Amt Herford als Amt Hiddenhausen-Herford verwaltet. Bis 1843 wurde das Gebiet als Kirchspiel Hiddenhausen bezeichnet.
  • Amt Hiddenhausen-Herford: Das Amt Herford-Hiddenhausen bestand von 1843 bis 1968 und bestand aus den in Personalunion verwalteten Ämtern Hiddenhausen und Herford.
Ämter und Kommunen des Stadt- und Landkreises 1951 bis 1968

Seit 1947 gehört der Kreis zum nordrhein-westfĂ€lischen Regierungsbezirk Detmold. Einige Gemeinden und StĂ€dte waren in Ämter zusammengeschlossen und wurden gemeinsam verwaltet. Rechtlich blieben die Kommunen jedoch voll selbststĂ€ndig. Neben der Stadt Herford, die 1968 einen eigenen Stadtkreis bildete, gehörten 1968 folgende 58 weitere Gemeinden und StĂ€dte zum Landkreis Herford:

Der Landkreis grenzte 1968 im Uhrzeigersinn beginnend im Norden an die Landkreise Kreis LĂŒbbecke, Kreis Minden, Kreis Lemgo, Kreis Bielefeld und Kreis Halle sowie an den niedersĂ€chsischen Landkreis Melle. Der Stadtkreis Herford wurde grĂ¶ĂŸtenteils vom Landkreis umschlossen und grenzte im SĂŒdosten an den Landkreis Lemgo.

Seit 1969

Kommunen des Kreises Herford am 1. Januar 1969

Zum 1. Januar 1969 wurden Stadt- und Landkreis Herford zum Kreis Herford vereinigt. Das Kreisgebiet, das bisher die amtsfreie Stadt BĂŒnde, acht Ämter mit 57 StĂ€dten und Gemeinden und nunmehr auch die Stadt Herford umfasste, wurde zeitgleich in sechs StĂ€dte und drei Gemeinden umgegliedert. Oft lehnte sich die Gemeindeeinteilung an die Gliederung der Ämter an. Im gleichen Jahr erfolgte die RĂŒckkehr zur Bezeichnung Kreis Herford. Im Einzelnen wurden die neuen Gemeinden folgendermaßen aus den Ämtern gebildet:

  1. BĂŒnde, Stadt, Vereinigung mit dem Amt Ennigloh und SĂŒdlengern-Heide (West), dazu Großteil von Bustedt
  2. Enger, Stadt in den Grenzen des Amtes ohne Herringhausen-Ost
  3. Herford, Stadt, Vereinigung mit Amt Herford-Hiddenhausen ohne Nordwesten, dazu Herringhausen-Ost
  4. Hiddenhausen, Gemeinde aus dem nordwestlichen Amt Herford-Hiddenhausen ohne den Großteil von Bustedt
  5. Kirchlengern, Gemeinde in den Grenzen des Amtes, dazu SĂŒdlengern-Dorf (Ost)
  6. Löhne, Stadt in den Grenzen des Amtes
  7. Rödinghausen, Gemeinde in den Grenzen des Amtes
  8. Spenge, Stadt in den Grenzen des Amtes
  9. Vlotho, Stadt in den Grenzen des Amtes

1973 wurde im Zuge der Umsetzung des Bielefeld-Gesetzes die bis dahin zum Kreis Minden gehörende Gemeinde Uffeln Vlotho angegliedert und vergrĂ¶ĂŸerte damit den Kreis im Ă€ußerten Osten. Der Kreis wies davor eine FlĂ€che von 438,9 kmÂČ auf.

LandrÀte und Oberkreisdirektoren

Im Kreis Herford gibt es seit 1816 durchgÀngig LandrÀte. Das Amt eines Oberkreisdirektors bestand nur in der Zeit von 1946 bis 1999.

Nr. LandrÀte Amtszeit
1 Franz Haß 1816–1831
2 Philipp von Borries 1 1832–1838
3 Georg von Borries 1838–1870
4 Rudolf von Borries 1870–1890
5 Georg von Borries 1891–1902
6 Franz von Borries 1903–1933
7 Erich Hartmann 2 1933–1944
8 Friedrich Kleim 3 1944–1945
9 Friedrich von Laer 1945−1946
Nr. LandrÀte Amtszeit
10 August Griese 1946−1962
11 Ernst Albrecht 1962–1977
12 Siegfried Moning 1977–1989
13 Gerhard Wattenberg 1989–1999
14 Hans-Georg Kluge 1999–2003
15 Lieselore CurlĂ€nder 2003–2009
16 Christian Manz 2009-
Nr. Oberkreisdirektoren Amtszeit
1 Hans Friedrichs 1946–1954
2 Wolfgang Lorke 1954–1958
3 GĂŒnther Bantzer 1958–1965
4 Wolfgang Kuhr 1965–1974
5 Manfred Ragati 1975–1985
6 Henning Kreibohm 1985–1999

1 1816–1831 Landrat im Kreis BĂŒnde
2 1933–1934 kommissarisch im Amt
3 kommissarisch

Kreistagswahlen seit 1946

Partei 1946 1948 1952 1956 1961 1964 1969 1975 1979 1984 1989 1994 1999 2004
SPD 53,8 % 53,4 % 53,9 % 57,2 % 55,0 % 56,3 % 51,7 % 48,6 % 49,3 % 46,8 % 47,8 % 46,6 % 41,8 % 39,1 %
CDU 39,0 % 36,9 % 28,4 % 28,0 % 33,7 % 32,2 % 33,7 % 42,9 % 42,4 % 38,9 % 35,9 % 40,0 % 47,6 % 41,8 %
FDP - - 13,8 % 12,0 % 11,3 % 11,5 % 9,0 % 8,5 % 7,5 % 5,1 % 7,6 % 4,2 % 4,7 % 6,4 %
GrĂŒne - - - - - - - - - 9,1 % 8,5 % 9,0 % 5,5 % 9,0 %
Freie WĂ€hler - - - - - - - - - - - - 0,4 % 3,1 %
KPD 6,1 % 5,7 % <3,0 % - - - - - - - - - - -
NPD - - - - - - 4,2 % - - - - - - -
Wahlbeteiligung1 n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a n/a 71,6 % 67,9 % 82,7 % 56,9 % 54,0 %

1 Die Wahlbeteiligung bis 1979 liegt nicht vor
„-“ bedeutet, die betreffende Partei ist zur betreffenden Wahl nicht angetreten (meist weil zu diesem Zeitpunkt noch nicht oder nicht mehr existent).

Quellen: fĂŒr Wahlen 1946 und 1952 bis 1969 Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen[16]; fĂŒr die Wahl 1948 Chronik des Kreises Herford[17]; fĂŒr die Wahlen ab 1984 Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen[5] und Landeswahlleiterin Nordrhein-Westfalen.[6]

Bevölkerungsentwicklung seit 1816

Bevölkerungsentwicklung im Kreis Herford

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen des Kreises Herford nach dem jeweiligen Gebietsstand, der von 1832 bis 1968 weitestgehend unverĂ€ndert blieb. Relevante Änderungen des Gebietsstandes ergaben sich durch die Eingliederung des grĂ¶ĂŸten Teils des Kreises BĂŒnde und die Umgliederung der Kirchspiele Rehme (Ortschaften Dehme, Lohe und Rehme) in den Kreis Minden und Jöllenbeck (Ortschaften Niederjöllenbeck und Oberjöllenbeck) in den Kreis Bielefeld zum 1. Januar 1832 sowie 1860 durch die Abgabe eines Teils der Gemeinde Gohfeld an den Kreis Minden zwecks GrĂŒndung der Stadt Bad Oeynhausen. Weiterhin hatte die Eingliederung Uffelns (bisher Kreis Minden) in den Kreis zum 1. Januar 1973 Auswirkung auf den Gebietsstand.

Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 und fĂŒr 1987 um VolkszĂ€hlungsergebnisse[18][19][20][9] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik.[5] Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschĂ€tzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der VolkszĂ€hlung von 1987.

Die Angaben beziehen sich ab 1871 sowie fĂŒr 1946 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1871 wurden die Einwohnerzahlen nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Jahr Einwohner
1818 (31. Dez.) 21.911
1822 (31. Dez.) 23.756
1825 (31. Dez.) 24.649
1831 (31. Dez.) 25.588
1834 (31. Dez.) 57.509
1837 (31. Dez.) 59.284
1840 (31. Dez.) 65.076
1843 (31. Dez.) 65.715
1846 (3. Dez.) 67.748
1849 (3. Dez.) 69.160
1852 (3. Dez.) 69.553
Jahr Einwohner
1855 (3. Dez.) 67.151
1858 (3. Dez.) 66.674
1861 (3. Dez.) 67.717
1864 (3. Dez.) 69.039
1867 (3. Dez.) 69.307
1871 (1. Dez.) 68.795
1880 (1. Dez.) 76.427
1885 (1. Dez.) 79.764
1890 (1. Dez.) 87.068
1895 (1. Dez.) 94.553
1900 (1. Dez.) 105.582
Jahr Einwohner
Gesamt Landkreis Stadtkreis
1905 (1. Dez.) 116.705 – –
1910 (1. Dez.) 127.157 94.630 32.527 1
1925 (16. Juni) 140.667 104.727 35.940
1933 (16. Juni) 153.559 115.023 38.536
1939 (17. Mai) 162.748 120.409 42.339
1946 (29. Okt.) 195.199 151.317 43.882
1950 (13. Sep.) 212.048 161.941 50.107
1961 (6. Juni) 220.164 164.501 55.663
1970 (27. Mai) 228.495 – –
Jahr Einwohner
1975 (31. Dez) 234.275
1980 (31. Dez) 232.478
1985 (31. Dez) 225.598
1987 (25. Mai) 227.548
1990 (31. Dez) 238.231
1995 (31. Dez) 250.768
2000 (31. Dez) 254.754
2005 (31. Dez) 254.507
2007 (31. Dez) 252.949

1 Bevölkerung am 1. Dezember 1910 im Gebiet des am 1. April 1911 gebildeten Stadtkreises

Persönlichkeiten

Wellensiek-und-Steinmeister-Denkmal in BĂŒnde

Die bedeutendsten Persönlichkeiten, die mit dem Kreis Herford in Verbindung stehen, sind:

Einzelnachweise

  1. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. ↑ Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik: Bevölkerung im Regierungsbezirk Detmold
  3. ↑ Meteorologische Angaben, html, Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik, Abrufdatum: 2. Juli 2007
  4. ↑ Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Kreis Herford
  5. ↑ a b c d Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  6. ↑ a b Landeswahlleiterin Nordrhein-Westfalen: Kommunalwahlen
  7. ↑ Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen: VorlĂ€ufiges Ergebnis fĂŒr: 134 Herford – Minden-LĂŒbbecke II
  8. ↑ Vgl. Siegfried Kesselmeier: Ein WestfĂ€lischer Römer. Zum dichterischen Werk Ferdinands von FĂŒrstenberg. In: Norbert Börste, Jörg Ernesti (Hrsg.): Ferdinand von FĂŒrstenberg : FĂŒrstbischof von Paderborn und MĂŒnster; FriedensfĂŒrst und guter Hirte. Schöningh, Paderborn; MĂŒnchen; Wien; ZĂŒrich 2004, ISBN 9783506713193, S. 333-357 (Paderborner theologische Studien; Band 42).. S. 343, Fußnote 31.
  9. ↑ a b Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Sonderreihe zur VolkszĂ€hlung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und ErwerbstĂ€tige. DĂŒsseldorf 1989, S. 110.
  10. ↑ Matthias E. Borner: Pömpel, PlĂŒdden, Pingeljachd. Grundwortschatz zum Überleben im Wittekindskreis Herford, Verlagsunion Vox Rindvieh, GĂŒtersloh 2011, ISBN 3000355479
  11. ↑ Was glauben die Menschen in Nordrhein-Westfalen? Erste Ergebnisse einer Untersuchung ĂŒber religiöse PluralitĂ€t, PDF, Volkhard Krech, Ruhr-Uni Bochum, Stand: 2006.
  12. ↑ Beide Landeskirchen Kirchenprovinz Sachsen und Westfalen waren ja als Gliedkirchen der Evangelischen Kirche der Union, wie die altpreußische Kirche ab 1953 hieß, mit einander verbunden.
  13. ↑ IHK Zahlenspiegel, PDF, Stand 2007
  14. ↑ Bundesagentur fĂŒr Arbeit: Arbeitslosenquoten im Oktober 2008 – LĂ€nder und Kreise -
  15. ↑ Neue WestfĂ€lische vom 27. April 2011:Kraftfahrzeuge am 1. Januar 2011 im Kreis Herford
  16. ↑ Jeweiliges Heft des Statistischen Landesamtes (LDS NRW), Mauerstr. 51, DĂŒsseldorf, mit den Wahlergebnissen auf der Kreisebene
  17. ↑ Wolfgang Knackstedt: Chronik des Kreises Herford, Herford 1983, S. 144
  18. ↑ Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. DĂŒsseldorf 1966, S. 56–63.
  19. ↑ Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. DĂŒsseldorf 1964, S. 66–67.
  20. ↑ Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Die Wohnbevölkerung in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens 1970 : Ergebnisse der VolkszĂ€hlung am 27. Mai 1970. DĂŒsseldorf 1972, S. 41.

Literatur

Weblinks

 Commons: Kreis Herford â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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