Kreis Minden-LĂŒbbecke

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Kreis Minden-LĂŒbbecke
Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Minden-LĂŒbbecke Deutschlandkarte, Position des Kreises Minden-LĂŒbbecke hervorgehoben
52.358.74
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Landschaftsverband: Westfalen-Lippe
Verwaltungssitz: Minden
FlĂ€che: 1.152,22 kmÂČ
Einwohner:

314.153 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 273 Einwohner je kmÂČ
Kfz-Kennzeichen: MI
KreisschlĂŒssel: 05 7 70
Kreisgliederung: 11 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Portastraße 13
32423 Minden
WebprÀsenz: www.minden-luebbecke.de
Landrat: Ralf Niermann (SPD)
Lage des Kreises Minden-LĂŒbbecke in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen MĂŒlheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann DĂŒsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis DĂŒren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna MĂ€rkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln StĂ€dteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis StĂ€dteregion Aachen Kreis Euskirchen MĂŒnster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis GĂŒtersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-LĂŒbbecke BielefeldKarte
Über dieses Bild

Der Kreis Minden-LĂŒbbecke ist ein Kreis im Ă€ußersten Nordosten des Landes Nordrhein-Westfalen, im Norden des Regierungsbezirks Detmold und der Region Ostwestfalen-Lippe. Kreisstadt ist Minden. Der 1973 durch Zusammenschluss der Kreise Minden und LĂŒbbecke entstandene Kreis nennt sich aufgrund der Vielzahl dort erhaltener WindmĂŒhlen auch „MĂŒhlenkreis“ (siehe WestfĂ€lische MĂŒhlenstraße).

Im Kreis leben rund 317.000 Menschen. Dicht besiedelt ist dabei vor allem die Achse Minden-Porta Westfalica-Bad Oeynhausen entlang der wichtigen Verkehrswege zwischen Ruhrgebiet und Hannover, die sich nach SĂŒden Richtung Herford und Bielefeld fortsetzt. Landschaftlich ist das Gebiet vor allem agrarisch geprĂ€gt, sonst dominieren mittelstĂ€ndische Unternehmen des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Elektrotechnik die Wirtschaft des Kreises. Um Bad Oeynhausen spielen auch der Tourismus und Gesundheitsdienstleistungen eine herausgehobene Rolle. In der zu Rahden gehörenden Ortschaft Preußisch Ströhen befindet sich mit dem sogenannten NRW-Nordpunkt der nördlichste Punkt des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Kreis liegt grĂ¶ĂŸtenteils in der Norddeutschen Tiefebene und ĂŒberwiegend westlich der Weser. Der Kreis Minden-LĂŒbbecke ist aber der einzige Kreis des Landes, der auch grĂ¶ĂŸere Gebietsanteile östlich der Weser aufweist. Das Kreisgebiet entspricht in etwa dem Gebiet des bis 1815 bestehenden preußischen FĂŒrstentums Minden. Bekannte Bauwerke sind das Wasserstraßenkreuz Minden, das Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Weserdurchbruch Porta Westfalica und die preußischen Festungsbauwerke in Minden.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage

Falk Oberdorf Kreis Minden-LĂŒbbecke physisch.jpg
Landschaften

Der Kreis liegt im Ă€ußersten Nordosten des Landes Nordrhein-Westfalen und im Norden der Region Ostwestfalen-Lippe. Im Westen, Norden und Osten wird das Kreisgebiet vollstĂ€ndig von niedersĂ€chsischem Gebiet umschlossen. In der zu Rahden gehörenden Ortschaft Preußisch Ströhen befindet sich mit dem sogenannten NRW-Nordpunkt der nördlichste Punkt des Landes Nordrhein-Westfalen.

NaturrĂ€umlich hat das Kreisgebiet Anteil an der Norddeutschen Tiefebene und den Mittelgebirgen. Die Tiefebene im Norden des Kreises nimmt dabei rund 4/5 KreisflĂ€che ein. NaturrĂ€umlich kann das Norddeutsche Tiefland im Kreisgebiet in die Wesertalung im Osten, die Rahden-Diepenauer Geest im Westen und Nordwesten sowie die Diepholzer Moorniederung im Norden untergliedert werden. Diese drei NaturrĂ€ume zĂ€hlen zur DĂŒmmer-Geestniederung. Die zum Weserbergland zĂ€hlenden Mittelgebirge Wiehengebirge und Wesergebirge durchziehen das Kreisgebiet in west-östlicher Richtung und begrenzen die Tiefebene im SĂŒden. Westlich der Weser liegt das Wiehengebirge. Das Wesergebirge liegt in seiner direkten VerlĂ€ngerung östlich der Weser. Die höchsten Berge des Kreises sind der 320 m ĂŒ. NN hohe Heidbrink und der 319 m hohe Wurzelbrink im Wiehengebirge sĂŒdlich von LĂŒbbecke. Weiter westlich fĂ€llt das Wiehengebirge ab, fĂ€chert breiter auf und formt bei Preußisch Oldendorf in Verbindung mit seinem NebenrĂŒcken Egge das kleine Gebirgstal Eggetal. SĂŒdlich des Wiehengebirges liegt das Ravensberger HĂŒgelland. Als schmaler Saum am nördlichen Gebirgsrand des Wiehengebirges liegt das LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸland. Im Nordwesten des Kreisgebietes liegt in der Tiefebene isoliert mit dem Stemweder Berg eines der nördlichsten und kleinsten Mittelgebirge Deutschlands. Der höchste Berg dieses Gebirges ist der Scharfe Berg (181 m ĂŒ. NN). Die Mittelgebirge bedecken mit ca. 72 kmÂČ etwa 1/12 der KreisflĂ€che. Der Kreisanteil am Ravensberger HĂŒgelland umfasst mit ca. 142 kmÂČ 1/6 der FlĂ€che.

Die Weser tritt im Ă€ußersten SĂŒdosten kommend in das Kreisgebiet ein, formt im weiteren Verlauf den Großen Weserbogen und durchbricht bei der Porta Westfalica Weser- und Wiehengebirge, um breit und im weiteren Verlauf stĂ€rker mĂ€andrierend in die Norddeutsche Tiefebene zu strömen. Bei Petershagen im Nordosten verlĂ€sst die Weser das Kreisgebiet wieder. Insgesamt fallen 59 Kilometer ihres Laufes in das Kreisgebiet. Bei Minden kreuzt im Wasserstraßenkreuz Minden der in west-östlicher Richtung verlaufende Mittellandkanal, neben der Weser die zweite Bundeswasserstraße des Kreises, die Weser. Die KanallĂ€nge im Kreisgebiet betrĂ€gt 39 Kilometer. SĂŒdlich und nördlich des Kanals haben sich im Urstromtal der Weser bzw. im Tal des Wesernebenflusses Bastau, der parallel zum Kanal verlĂ€uft, ursprĂŒnglich große Moore ausgebildet, die aber grĂ¶ĂŸtenteils durch den Menschen in GrĂŒnland umgeformt wurden. Das grĂ¶ĂŸte davon verbliebene Moor ist das Große Torfmoor. Im Minden-LĂŒbbecker Teil des Ravensberger HĂŒgelland verlĂ€uft parallel zum Wiehengebirge die bei Bad Oeynhausen in die Weser mĂŒndende Werre. Im SĂŒdwesten durchbricht die noch junge Große Aue (sie entspringt rund zwei Kilometer sĂŒdlich des Kreisgebietes) das Wiehengebirge und durchfließt die Norddeutsche Tiefebene Richtung Norden. Im SĂŒdosten des Kreises entspringt im Wiehengebirge der Große Dieckfluss. Der Große Dieckfluss verlĂ€uft zunĂ€chst westlich der Großen Aue und mĂŒndet im Ă€ußersten Norden des Kreisgebietes in die Große Aue. Im Nordwesten ragt das Kreisgebiet bis auf 350 Meter Entfernung an das Ufer der Hunte heran. Das Wiehen- und Wesergebirge bilden eine lokale Wasserscheide. SĂŒdlich des Gebirgskammes fließen die BĂ€che nach SĂŒden zur Werre, nördlich dessen zur Großen Aue oder direkt in die Weser. Der westlichste Teil der Gemeinde Stemwede und der Stadt Preußisch Oldendorf entwĂ€ssern in die Hunte. Das Kreisgebiet wird ĂŒber die aufgezĂ€hlten NebenflĂŒsse der Weser vollstĂ€ndig entwĂ€ssert. GrĂ¶ĂŸere Seen liegen am Großen Weserbogen und im weiteren Verlauf der Weser, sowie an der Aue (Großer Auesee) und im Wiehengebirge (OberlĂŒbber Bergsee). Im Großen Torfmoor hat der Torfabbau einige grĂ¶ĂŸere Seen zurĂŒckgelassen. Die Seen im Kreisgebiet sind jedoch allesamt nicht natĂŒrlichem Ursprungs. Der niedrigste Punkt des Kreisgebietes liegt in der Petershagener Ortschaft Wasserstraße mit 27 m ĂŒ. NN.

KulturrĂ€umlich kann das Kreisgebiet in drei TeilrĂ€ume untergliedert werden. Das Ravensberger Land liegt sĂŒdlich der Mittelgebirge. Das Mindener Land umfasst den Teil nördlich der Mittelgebirge. Teilraum des Mindener Landes ist das LĂŒbbecker Land im östlichen Kreisgebiet. Letztere Unterscheidung geht auf die alte Zweiteilung des Kreisgebietes (Kreise Minden und LĂŒbbecke) zurĂŒck, spielt naturrĂ€umlich aber wie geschildert keine Rolle.

Hannover liegt rund 60 Kilometer östlich von Petershagen. Bielefeld liegt rund 32 Kilometer sĂŒdwestlich von Bad Oeynhausen. Bremen liegt rund 80 Kilometer nördlich von Rahden. OsnabrĂŒck liegt rund 35 Kilometer westlich von Preußisch Oldendorf.

Siehe auch: Liste der naturrÀumlichen Einheiten und Landschaften in Ostwestfalen-Lippe, Liste der GewÀsser in Ostwestfalen-Lippe

Geologie

Das Land besteht im Norden aus Geest und rechnet zur Landschaft der Rahden-Diepenauer Geest mit Sandern und Mooren, es ist hier eher unfruchtbar, der Anteil an GrĂŒnland hoch. Weite Bereiche sind aufgeforstet. (Staatsforst Minden, Espelkamp, Levern). Der GrĂŒnlandanteil nimmt zudem im nördlichen Kreisgebiet von Osten nach Westen stetig zu. Westlich von Espelkamp liegt der Große Auesee. SĂŒdlich des Mittellandkanals verlĂ€uft zur Weser hin ein ca. 3–4 km breites Urstromtal. Zahlreiche Findlinge, darunter einer der grĂ¶ĂŸten Norddeutschlands in Tonnenheide, sind Zeugen der vorletzten Eiszeit. Die Eisgrenze verlief in etwa auf Höhe des Kanals. Das Urstromtal ist ĂŒberwiegend GrĂŒnland (Mindener Wiesen), tlw. auch nicht genutztes Unland (Moor). Ein anderes Bild bietet der sich nördlich unmittelbar an die Gebirge anschließende Landstreifen: Hier, im LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸland wurde wĂ€hrend der Eiszeit LĂ¶ĂŸ abgelagert. Es findet sich heute bester Boden, der intensiv ackerbaulich genutzt wird. Das Wiehengebirge ist heute beinahe durchweg bewaldet. Dies geht auf die Aufforstung in Preußen Anfang des 19. Jahrhunderts zurĂŒck. Zuvor wurde das Wiehengebirge bis zum Gebirgskamm hin weidewirtschaftlich genutzt. Auch im Ravensberger Land gibt es seit der Eiszeit LĂ¶ĂŸauflage mit entsprechender Bodenfruchtbarkeit und intensiver Landnutzung.

Kreisgliederung

Bevölkerung nach Kommunen, schraffiert = Altkreis LĂŒbbecke, nicht schraffiert = Altkreis Minden, rot = StĂ€dte, grĂŒn = Gemeinden

Der Kreis Minden-LĂŒbbecke setzt sich aus elf Kommunen zusammen, davon sind acht StĂ€dte. Bad Oeynhausen, Espelkamp, LĂŒbbecke, Petershagen und Porta Westfalica werden als Mittlere kreisangehörige StĂ€dte, Minden als Große kreisangehörige Stadt eingestuft. Die folgende Tabelle zeigt die StĂ€dte und Gemeinden des Kreises in alphabetischer Reihenfolge mit den Einwohnerzahlen am 31. Dezember 2010[2], der FlĂ€che[3] und der Bevölkerungsdichte:

Gemeinde Einwohner kmÂČ Einw./kmÂČ
Minden HĂŒllhorst Espelkamp Bad Oeynhausen LĂŒbbecke Rahden Petershagen Preußisch Oldendorf Porta Westfalica Hille Stemwede Nordrhein-Westfalen Niedersachsen Niedersachsen Kreis Herford Kreis Lippe Niedersachsen NiedersachsenMunicipalities in MI.svg
Über dieses Bild
Bad Oeynhausen, Stadt 000000000048300.000000000048.300 64,80 000000000000745.0000000000745
Espelkamp, Stadt 000000000025236.000000000025.236 84,15 000000000000300.0000000000300
Hille 000000000016167.000000000016.167 102,99 000000000000157.0000000000157
HĂŒllhorst 000000000013351.000000000013.351 44,73 000000000000298.0000000000298
LĂŒbbecke, Stadt 000000000025796.000000000025.796 65,04 000000000000397.0000000000397
Minden, Stadt 000000000082114.000000000082.114 101,08 000000000000812.0000000000812
Petershagen, Stadt 000000000025750.000000000025.750 211,95 000000000000121.0000000000121
Porta Westfalica, Stadt 000000000035112.000000000035.112 105,17 000000000000334.0000000000334
Preußisch Oldendorf, Stadt 000000000012862.000000000012.862 68,79 000000000000187.0000000000187
Rahden, Stadt 000000000015636.000000000015.636 137,34 000000000000114.0000000000114
Stemwede 000000000013819.000000000013.819 166,12 000000000000083.000000000083

Ausdehnung und FlÀchennutzung

Der Kreis hat insgesamt nur einen geringen Waldanteil. Der grĂ¶ĂŸte Teil ist landwirtschaftliche NutzflĂ€che (LNF).
Die relativ waldreichste Kommune ist LĂŒbbecke, der wenige Wald der Stadt Minden beschrĂ€nkt auf einen schmalen Streifen des Wiehengebirges.

Der Kreis Minden-LĂŒbbecke hat bei einer FlĂ€che von rund 1152 kmÂČ eine maximale Nord-SĂŒd Ausdehnung von etwa 40 Kilometer und eine maximale West-Ost-Ausdehnung von 55 Kilometer. Von Preußisch Oldendorf im SĂŒdwesten bis Petershagen-SchlĂŒsselburg im Nordosten betrĂ€gt die Entfernung rund 50 Kilometer. Von Porta Westfalica-Eisbergen im SĂŒdosten bis Stemwede-Dielingen im Nordwesten sind es rund 60 Kilometer. Durch die Lage nördlich an der Mittegebirgskante kann man unterschiedlichste Kulturlandschaften beschreiben: Im Ă€ußersten Nordwesten reicht die Gemeinde Stemwede bis auf wenige Hundert Meter an die Hunte und damit an den nordwestdeutschen Groß- und Kulturraumraum Oldenburg-Emsland-Ostfriesland heran. Im Ă€ußersten Nordosten hat der Kreis Anteil an der Loccumer Heide, die selbst bereits im weiteren Sinne ein AuslĂ€ufer der fĂŒr Ost-Niedersachsen so typischen LĂŒneburger Heide darstellt. Die höchsten Berge des Kreises sind der 320 m ĂŒ. NN hohe Heidbrink und der 319 m ĂŒ. NN hohe Wurzelbrink im Wiehengebirge sĂŒdlich von LĂŒbbecke. Der niedrigste Punkt des Kreisgebietes liegt in der Petershagener Ortschaft Wasserstraße mit 27 m ĂŒ. NN im Wesertal im Nordosten des Kreisgebiets. Folgende Tabelle zeigt die FlĂ€chennutzung des Kreisgebietes:

FlÀche
nach Nutzungsart[4]
Gesamt Landwirt-
schaftsflÀche
Wald-
flÀche
Siedlungs- und
VerkehrsflÀche
Wasser-
flÀche
sonstige
Nutzung
FlĂ€che in kmÂČ 1152,22 756,7 128,98 220,13 34,08 12,33
Anteil an GesamtflÀche 100% 65,7% 11,2% 19,1% 3% 1%

Der Waldanteil im Kreis ist mit 11,2 % der FlĂ€che vergleichsweise gering (Deutschland 30 %, NRW 25,5 %), dennoch kann man von Preußisch Oldendorf bis Minden auf dem Kammweg des Wiehengebirges wandern, ohne den Wald zu verlassen. Auch die Stadt Espelkamp gilt als „Stadt im Wald“. Die BergwĂ€lder von Wiehengebirge (4290 ha) und Wesergebirge (980 ha) sind die grĂ¶ĂŸten geschlossenen Waldgebiete, nennenswert sind außerdem das Gebiet der Stemmer Berge (750 ha), das Heisterholz (Staatsforst Minden, 850 ha), die Pohlsche Heide (690 ha) und der Lever Wald (610 ha). AufgeschlĂŒsselt nach Kommunen liegt der Waldanteil zwischen knapp 20 % der FlĂ€che des Stadtgebietes LĂŒbbeckes und kaum 3 % in der Stadt Rahden. Im Osten grenzt der Kreis unmittelbar an den rund 40 kmÂČ großen Schaumburger Wald.

Der Anteil der landwirtschaftlichen NutzflĂ€che liegt mit 65,7 % deutlich ĂŒber dem Landesdurchschnitt (49,2 %) und ist auch der höchste Wert aller Landkreise des Regierungsbezirkes Detmold (Durchschnitt OWL: 57,3 %). Auf kommunaler Ebene schwankt dieser Wert zwischen den beiden Extrema Bad Oeynhausen (rund 30 %) und der Stadt Rahden (ĂŒber 80 %). Letztere Kommune weist den grĂ¶ĂŸten Anteil landwirtschaftlicher NutzflĂ€che in Ostwestfalen-Lippe ĂŒberhaupt auf. Mit 3 % hat der Kreis einen vergleichsweise hohen Anteil an GewĂ€sserflĂ€chen, der signifikant höher liegt als im Landesdurchschnitt (1,9 %). Dazu tragen vor allem die Weser, Mittellandkanal und die beidseitig gelegenen Teiche und Seen sowie die großen Moorseen in der Bastauniederung bei.[4]

Im Kreisgebiet gibt es zahlreiche Seen, die allerdings meist deutlich kleiner als 100 Hektar sind. Drei von ihnen sind offizielle Badeseen des Landes Nordrhein-Westfalen, zum Beispiel der Großer Auesee.

Bevölkerungsverteilung

RÀumliche Bevölkerungsverteilung

Der Kreis liegt mit 280 Einwohnern je kmÂČ etwas ĂŒber dem Bundesdurchschnitt. Die Bevölkerung ist aber im Kreisgebiet unterschiedlich verteilt. Die Bevölkerungsdichte nimmt relativ stetig von SĂŒden nach Norden und von Osten nach Westen kontinuierlich ab. Folglich ist die Gemeinde Stemwede im Nordwesten des Kreises mit 88 Einw./kmÂČ die am dĂŒnnsten besiedelte Kommune. Andererseits leben in den drei Kommunen Minden, Porta Westfalica und Bad Oeynhausen mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung. Zu den dicht besiedelten Regionen gehören durchweg die Bereiche des Ravensberger HĂŒgellandes und der nördliche Fuß von Weser- und Wiehengebirge; hier reiht sich Ortschaft an Ortschaft. Diese Gebiete verfĂŒgen ĂŒber fruchtbaren LĂ¶ĂŸboden und wurden bereits frĂŒh kultiviert. Besonders dĂŒnn besiedelt sind die nördlichen Teile des Kreises sowie ein Streifen sĂŒdlich des Mittellandkanals. Diese Gebiete sind relativ unfruchtbare Geest und Moore. Die Mittelgebirge selbst sind dicht bewaldet und nahezu unbewohnt. Eine Ausnahme bildet hier nur das Eggetal ganz im Westen des Wiehengebirges.

Klima

Der Kreis hat mitteleuropĂ€isch-ozeanisches Klima mit mĂ€ĂŸig warmen Sommern und relativ milden Wintern. Die Jahresmitteltemperatur liegt bei etwa 8,5 - 9,5 ° Celsius. Die NiederschlĂ€ge sind etwa gleichmĂ€ĂŸig im Jahr verteilt und betragen etwa 650 – 800 mm. Schneereiche oder kalte Winter treten selten auf. PrĂ€gend sind die vom Atlantik NiederschlĂ€ge mit sich fĂŒhrenden Winde mit der Vorzugswindrichtung West - Nordwest. Die relative NĂ€he zur Nordsee ist klimatisch gesehen dagegen eher unbedeutend. Weniger NiederschlĂ€ge, dafĂŒr meist Hitze im Sommer und KĂ€lte im Winter bringen die aus Osten kommenden Winde, die aber insgesamt nicht so ausgeprĂ€gt sind, dass man Minden-LĂŒbbecke bereits im Übergangsgebiet zum Kontinentalklima verorten könnte. Das Niederschlagsmaximum findet sich meist im Juni, lokal auch im Winter. FĂŒr Minden und Rahden-Varl ergibt sich:


Klimadiagramm fĂŒr Minden-Hahlen (46 m)
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Niederschlag (mm) 57,1 42,6 52,9 51,5 61,2 80,2 63,8 68,1 58,5 46,3 55,8 63,5 ÎŁ 701,5
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Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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g
57,1 42,6 52,9 51,5 61,2 80,2 63,8 68,1 58,5 46,3 55,8 63,5
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD[5]
Niederschlag in Rahden-Varl (42 m)
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) 1,0 1,5 4,2 7,7 12,3 15,2 16,7 16,6 13,5 9,6 4,9 2,1 Ø 8,8
Niederschlag (mm) 53,6 41,3 50,5 50,5 62,3 78,3 63,5 65,7 57,0 48,9 56,1 64,4 ÎŁ 692,1
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Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
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53,6 41,3 50,5 50,5 62,3 78,3 63,5 65,7 57,0 48,9 56,1 64,4
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: DWD[5][6]

In LĂŒbbecke liegt die mittlere Tagestemperatur an durchschnittlich 37 Tagen (in den Monaten November bis MĂ€rz) unter 0 Â°C. Die Zahl der Sonnenscheinstunden betrĂ€gt 1435 Stunden im Jahr, mit einer jahreszeitlichen Schwankung von 200 Stunden im Juni und 32 Stunden im Dezember.[7]

Im Kreisgebiet bestehen weiterhin mehrere sich deutlich anhand der klimatischen VerhÀltnisse zu differenzierende Gebiete:

  • Das Norddeutsche Tiefland mit der Wesertalung: Hier treten aufgrund der relativ niedrigen Höhenlage relativ hohe Durchschnittstemperaturen auf. Sie liegen im Durchschnitt fĂŒr die Jahresmittelwerte bei bis zu 9,3 Â°C im Ă€ußersten Norden. Am 20. August 2009, dem wĂ€rmsten Tag in Deutschland des Jahres 2009, wurde an der Wetterstation in Rahden-Varl mit 37,8 Â°C die höchste Temperatur Deutschland des Jahres 2009 erreicht.[8] Besonders warm sind die geschĂŒtzten Lagen in der Wesertalung und die relativ niedrig gelegenen Gegenden im Norden des Kreisgebietes. Diese zĂ€hlen, neben der Warburger Börde zu den niederschlagsĂ€rmsten Gegenden Ostwestfalen-Lippes. Im Ă€ußersten Norden bei Rahden liegt die jĂ€hrliche durchschnittliche Niederschlagsmenge bei etwa 630 – 700 mm.
  • Die Mittelgebirge: Die Mittelgebirge, vor allem Weser- und Wiehengebirge, zeichnen sich durch eine bis zu etwa 1 Â°C pro Jahr tiefere durchschnittliche Jahresmitteltemperatur als im Tiefland aus. Außerdem werden hier deutlich höhere Niederschlagsmengen registriert. Zu unterscheiden ist hier aber die Luv und Lee Seite. WĂ€hrend im LĂŒbbecker LĂ¶ĂŸland das Gebirge Regen abhĂ€lt und in LĂŒbbecke zu JahresniederschlĂ€gen von nur 650 mm fĂŒhren, treten im Norden des Ravensberger HĂŒgellandes ausgeprĂ€gte Steigungsregen auf, die quantitativ aber deutlich geringer ausfallen, als auf der SĂŒdseite des weiter sĂŒdlich gelegenen Teutoburger Waldes. Im Gebirge selbst und an seiner SĂŒdseite summieren sich die NiederschlĂ€ge auf durchschnittlich mehr als 750 – 850 mm pro Jahr.
  • Das Ravensberger HĂŒgelland: Der Teutoburger Wald schirmt seinerseits wiederum die Ravensberger Mulde gegen die vom Atlantik kommenden NiederschlĂ€ge etwas ab. Dennoch liegen die durchschnittlichen Jahresniederschlagsmengen beispielsweise in Bad Oeynhausen (724 mm pro Jahr) deutlich ĂŒber denen im Norddeutschen Tiefland. Durch die Beckenlage zwischen Wiehengebirge, Meller Berge und Teutoburger Wald weist das HĂŒgelland aber dennoch ein relativ mildes Klima auf. Im davon zum Kreisgebiet gehörenden Teil werden in der Werre- und zur Wesertalung hin relativ hohe jĂ€hrliche Durchschnittstemperaturen registriert, die bei Bad Oeynhausen etwa 9,5 Â°C betragen. Diese liegen damit noch ĂŒber den Jahresmitteltemperaturen im Ă€ußersten Norden des Kreisgebietes.[9]

Folgende Klimadiagramme zeigen die Verteilung der NiederschlĂ€ge im Kreis (geordnet von Nord nach SĂŒd):

Siehe auch: Klima in Ostwestfalen-Lippe

Nachbarkreise

Der Kreis Minden-LĂŒbbecke ragt weit in niedersĂ€chsisches Gebiet hinein; 83 Prozent seiner Kreisgrenze sind zugleich Landesgrenze (das ist der höchste Wert fĂŒr einen Kreis in NRW und wird bundesweit nur vom Landkreis Berchtesgadener Land ĂŒbertroffen). Er grenzt im Norden an die Landkreise Diepholz (GrenzlĂ€nge 36 km) und Nienburg/Weser (GrenzlĂ€nge 61 km) und Schaumburg (GrenzlĂ€nge 42 km) im Osten. Im SĂŒden schließen sich die nordrhein-westfĂ€lischen Kreise Lippe und Herford (GrenzlĂ€nge zusammen 45 km) an, im Westen der niedersĂ€chsische Landkreis OsnabrĂŒck (GrenzlĂ€nge 31 km).

Geschichte

Das Gebiet des Kreis Minden-LĂŒbbeckes im Vergleich zu den historischen Territorien des FĂŒrstbistums Minden und der Grafschaft Ravensberg

Der heutige Kreis Minden-LĂŒbbecke steht in einer gewissen GebietskontinuitĂ€t zum ehemaligen Gebiet des FĂŒrstentums Minden. In Minden wurde bereits um 800 durch Karl den Großen im Zuge seiner BemĂŒhungen zur Christianisierung und den damit einhergehenden Auseinandersetzungen (vgl. Sachsenkriege) mit den auch im Mindener Raum ansĂ€ssigen Sachsen das Bistum Minden begrĂŒndet. SĂ€chsischer StammesfĂŒrst und Widersacher Karls war Widukind, der mit der Region bis heute legendenhaft fest verbunden ist (vgl. Evangelische Kirche Bergkirchen). Aus dem Bistum entwickelte sich im Hochmittelalter das Hochstift Minden zum ReichsfĂŒrstentum. Sein Gebiet war zwar bedeutend kleiner war als die kirchliche Diözese, entsprach aber bereits in etwa dem Gebiet des heutigen Kreis Minden-LĂŒbbecke. Im SĂŒden des heutigen Kreises gehörten einige Gebiete, insbesondere um das heutige Preußisch Oldendorf, zur sich im 12. Jahrhundert festigenden Grafschaft Ravensberg. Ravensberg fiel bereits 1614 an Brandenburg-Preußen. Mit dem WestfĂ€lischen Frieden 1648 fiel auch das Hochstift Minden als sĂ€kularisiertes FĂŒrstentum Minden an die KurfĂŒrsten von Brandenburg. Bereits seit etwa 1550 und der Reformation im Mindener Land bestand das katholische Bistum Minden nur noch symbolisch fort, hatte aber bereits seinen sĂ€kularen Machtanspruch weitgehend verwirkt. Die eingesetzte Regierung saß zunĂ€chst in Petershagen, ab 1650 vorĂŒbergehend und ab 1669 dauerhaft in Minden. 1719 schloss Preußen die Grafschaft Ravensberg und das FĂŒrstentum Minden als Minden-Ravensberg verwaltungstechnisch zusammen. Minden wurde Verwaltungshauptstadt Minden-Ravensbergs, ab 1723 Sitz einer Kriegs- und DomĂ€nenkammer und begrĂŒndete seine fĂŒhrende Rolle als Beamten- und Verwaltungsstadt in Ostwestfalen, die es bei 1947 beibehalten sollte. Am 1. August 1759 konnte in der Schlacht bei Minden eine französische Herrschaft ĂŒber das Gebiet abgewendet werden. SpĂ€ter, 1807, wurde das Territorium von Napoleon I. dann doch dem de facto französischen Königreich Westphalen zugeschlagen. Seine territoriale Einheit bestand im Königreich Westphalen zunĂ€chst weiter; das ehemalige FĂŒrstentum Minden entsprach in etwa dem Distrikt Minden im Departement der Weser. 1810 fiel der Teil links der Weser und nördlich der Werre allerdings unmittelbar an das Kaiserreich Frankreich (als Distrikt Minden im Departement der Oberen Ems). Der westlich der Weser gelegene Teil blieb in Westphalen. 1813/14 kam das Land wieder unter preußische Kontrolle - zunĂ€chst als Teil des Zivilgouvernements zwischen Weser und Rhein. Bei der Neugliederung des preußischen Staatsgebietes 1815 wurde das FĂŒrstentum Minden nicht wiederhergestellt, der Titel des FĂŒrsten zu Minden blieb jedoch im Großen Titel der preußischen Herrscher erhalten. Das Gebiet wurde Teil des Regierungsbezirks Minden in der Provinz Westfalen. Ab 1816 wurde das heutige Kreisgebiet im Wesentlichen durch das Gebiet der Kreise Minden, und LĂŒbbecke (zunĂ€chst Rahden) reprĂ€sentiert. Kleinere Teile des heutigen sĂŒdlichen Kreisgebietes gehörten zunĂ€chst zu den Kreisen BĂŒnde und Herford. Minden, das zunĂ€chst 1816 kreisfrei war, war jetzt Verwaltungszentrum fĂŒr ganz Ostwestfalen. Die Stadt wurde zur preußischen Festungsstadt ausgebaut und war seitdem (bis heute) wichtige Garnisonsstadt, obwohl auch zuvor bereits preußische Truppenkontingente in Minden lagen. Im Kaiserreich wurden mehrmals Herbstmanöver im Mindener Land durchgefĂŒhrt, die der Kaiser oft von Bergkirchen aus inspizierte.

Bis etwa 1862 bestand der Mindener Kreistag, die "KreisstĂ€nde", aus 8 Rittergutsbesitzern einschließlich des Landrats, 4 Abgeordneten der StĂ€dte Minden, Petershagen und Bad Oeynhausen und 6 Abgeordneten der Landgemeinden, wĂ€hrend der Kreistag in LĂŒbbecke aus 7 Rittergutsbesitzern, einem Abgeordneten der Stadt LĂŒbbecke und 11 Abgeordneten aus den 11 Amtsbezirken bestand.[10]

Nachdem das sĂŒdliche Kreisgebiet bereits frĂŒh von Preußen wirtschaftlich gefördert wurde und sich eine betrĂ€chtliche Textil- und Leinenindustrie spĂ€ter auch Tabak- und Zigarrenindustrie in zunĂ€chst protoindustrialistischer Arbeitsweise entwickeln konnte, blieb der Norden zunĂ€chst agrarisch geprĂ€gt, erfuhr aber ab 1916 eine ebenfalls bedeutsame wirtschaftliche Förderung als der Mittellandkanal eröffnet wurde und sich die Mindener HĂ€fen am Wasserstraßenkreuz Minden zu einem bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickeln konnten. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich auf den Resten der Muna bei LĂŒbbecke die heutige Stadt Espelkamp. Espelkamp war einer der großen VertriebenenstĂ€dte Deutschlands. Bis in die jĂŒngste Vergangenheit wurde Espelkamp die neue Heimat oder zumindest erster Anlaufpunkt zahlreicher Einwanderer nach Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg dominierten vor allem FlĂŒchtlinge aus den verlorenen Ostgebieten des Reiches, spĂ€ter auch SpĂ€taussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion, darunter etliche Mennoniten. Durch den Beitritt des Freistaats Lippe zu Nordrhein-Westfalen, in dem Minden zunĂ€chst weiterhin Verwaltungssitz fĂŒr die Regierung Minden war, verlor Minden eben jene „Hauptstadtfunktion“, denn die Lipper hatten in Lippischen Puktationen mit der Landesregierung eine Verlegung des Sitzes ins lippische Detmold erreichen können. 1974 wurden die Kreise Minden und LĂŒbbecke zum Kreis Minden-LĂŒbbecke fusioniert. Die Anzahl der Gemeinden wurde deutlich reduziert. Die Kreisverwaltung wurde in Minden angesiedelt. Der fĂŒr den nordrhein-westfĂ€lische Kreis damals sehr ungewöhnliche Doppelname Minden-LĂŒbbecke war ein ZugestĂ€ndnis an die LĂŒbbecker.

GebietsÀnderungen

Der Kreis Minden-LĂŒbbecke wurde mit Wirkung zum 1. Januar 1973 gemĂ€ĂŸ dem Bielefeld-Gesetz („Gesetz zur Neugliederung der Gemeinden und Kreise des Neugliederungsraumes Bielefeld“) im Zuge der grundlegenden Gebietsreformen in Nordrhein-Westfalen geschaffen. Dazu wurden die beiden bereits 1816 in preußischer Zeit entstandenen Kreise Minden und LĂŒbbecke verschmolzen und die Verwaltung in Minden konzentriert. Zeitgleich wurden die heutigen Großgemeinden aus mehreren bis dahin selbststĂ€ndigen Gemeinden gebildet, die zuvor aber bereits oftmals in gemeinsamen Ämtern verwaltet worden waren. Die Ämter wurden aufgelöst. Das Kreisgebiet des neuen Kreises entspricht im Wesentlichen den Gebieten der ehemaligen Kreise Minden und LĂŒbbecke. Lediglich die ehemals im Kreis Minden gelegene und bis zum 31. Dezember 1972 selbststĂ€ndige Gemeinde Uffeln wurde in den Kreis Herford umgegliedert und wurde ein Ortsteil der Stadt Vlotho. 2006 wurden etwa 16.000 mÂČ bis dahin niedersĂ€chsischen Gebietes im Rahmen eines Staatsvertrages zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen dem Kreis Minden-LĂŒbbecke und Nordrhein-Westfalen zugeschlagen. Das sich im Besitz des Bundes befindliche Gebiet, das bis 1998 als Korpsdepot 155 und MobilmachungsstĂŒtzpunkt von der Bundeswehr benutzte GelĂ€nde soll nach Schaffung dieser rechtlichen Grundlage zu einem Gewerbe- und Industriegebiet ausgebaut werden.[11][12][13] Eine zeitweise kurz nach der Gebietsreform von 1973 ins GesprĂ€ch gebrachte Eingliederung des niedersĂ€chsischen Dorfes BĂŒscherheide im Eggetal nach Preußisch Oldendorf ist aktuell nicht mehr in der Diskussion. Preußisch Oldendorf ĂŒbernimmt aber seit 2009 im Rahmen eines Staatsvertrages anstelle der niedersĂ€chsischen Stadt Bad Essen die Aufgaben der BrandbekĂ€mpfung in BĂŒscherheide.[14][15]

Altkreise LĂŒbbecke und Minden in der Gegenwart

Bei der Zusammenlegung 1973 blieben die Kreisgrenzen in gewisser Weise unangetastet. Die ehemalige Grenze zwischen den Kreisen Minden und LĂŒbbecke wird heute durch die Ostgrenze von Espelkamp, LĂŒbbecke und HĂŒllhorst, bzw. die Westgrenze von Hille und Bad Oeynhausen beschrieben. Die heutigen Kommunen sind daher klar und vollstĂ€ndig dem einen oder anderen Altkreis zuzuordnen.

Religionen

Der Kreis ist seit der Reformation im Bistum Minden um 1550 protestantisch geprĂ€gt. Vorherrschend ist die evangelisch-lutherische AusprĂ€gung. Der bis heute katholische Dom in Minden zeugt aber noch heute von der einstigen Stellung Mindens als Sitz eines Bischofs. Entsprechend viele KirchengebĂ€ude und ehemalige Klöster lassen sich bis heute in Minden finden. SpĂ€testens seit der Besitznahme des Hochstifts Minden durch die protestantischen Preußen und Umgliederung zum FĂŒrstentum Minden im Jahre 1648 war die Macht der katholischen Kirche in der Region endgĂŒltig gebrochen. Der letzte Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg herrschte ĂŒber ein zuletzt ĂŒber ein bereits weitgehend sĂ€kularisiertes Gebiet ĂŒber dem seit seiner Einsetzung im Jahre 1631 von 1554 bis 1625 bereits ununterbrochen nur noch evangelische Administratoren vorstanden. Im SĂŒden, d.h. in den Grenzgebieten zur bereits seit 1618 preußischen Grafschaft Ravensberg bzw. in den heutigen Kreisgebieten, die zur Reformation zur Grafschaft gehörten, wurde die Entwicklung zu einem preußisch-protestantischen Gebiet bereits 1614 mit der Einverleibung durch Brandenburg-Preußen vorweggenommen. Heute gehören die wenigen katholischen Bevölkerungsanteile, die sich vor allem durch die Migrationsbewegungen im 20. Jahrhundert infolge Vertreibung und Flucht, die die FlĂŒchtlinge und Vertriebenen hĂ€ufig in die Vertriebenenstadt Espelkamp fĂŒhrte, sowie der allgemeinen Binnenmigration erklĂ€ren lassen, mehrheitlich zu den Gemeinden des Erzbistums Paderborn und dort zum Dekanat Herford-Minden. Die protestantischen Gemeinden zĂ€hlen zur Evangelischen Kirche von Westfalen und gliedern sich in die Kirchenkreise Minden, LĂŒbbecke, Vlotho. Letzterer umfasst auch Herforder Gebiet. Bemerkenswert ist der hohe Anteil mennonitischer Bevölkerung in der Gegend um Espelkamp. Das Wachstum dieser evangelischen Gruppe ist vor allem durch den Zuzug von SpĂ€taussiedlern aus den ehemals sowjetischen Staaten begrĂŒndet. Im Gegensatz zu den industriellen Zentren Westdeutschlands zog das lĂ€ndliche Mindener Land jedoch kaum „Gastarbeiter“ mit muslimischen Glauben an. In Minden gibt es auch eine kleine jĂŒdische Gemeinde. Die jĂŒdische Bevölkerung ist aber durch die Pogrome im nationalsozialistischen Deutschland stark dezimiert worden. In Preußisch Oldendorf gab es beispielsweise eine alte jĂŒdische Gemeinde. Bis heute zeugt davon ein jĂŒdischer Friedhof. Die Oldendorfer Gemeinde selbst wurde aber bis 1945 fast vollstĂ€ndig ermordet. Die Synagoge ĂŒberstand Krieg und Judenvernichtung, musste 1957 aber doch abgebrochen werden.

Ein Indiz fĂŒr die heutige Verteilung der Religionen kann die konfessionelle Zugehörigkeit der SchĂŒler im Kreis sein. Demnach gaben im Schuljahr 2006/2007 70 % der SchĂŒler evangelisch, 8,7 % katholisch und 2,9 % islamisch als Religionszugehörigkeit an. 10,1 % gaben eine andere Religionszugehörigkeit und 8,2 % keine Konfession an.[16]

Einwohnerentwicklung

Bevölkerungsentwicklung im Kreis Minden-LĂŒbbecke

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen des Kreises Minden-LĂŒbbecke. Die Zahlen bis 1970 beziehen sich auf das Gebiet des 1973 gegrĂŒndeten Kreises. Bei den Zahlen handelt es sich bis 1970 und fĂŒr 1987 um VolkszĂ€hlungsergebnisse[17] und ab 1975 um amtliche Fortschreibungen des Landesamtes fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik[18]. Die Zahlen von 1975 bis 1985 sind geschĂ€tzte Werte, die Zahlen ab 1990 Fortschreibungen auf Basis der Ergebnisse der VolkszĂ€hlung von 1987. Die Angaben beziehen sich vor 1985 auf die Wohnbevölkerung und ab 1985 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung.

Jahr Einwohner
1939 (17. Mai) 193.084
1950 (13. Sep.) 256.794
1961 (6. Juni) 271.525
1970 (27. Mai) 286.986
1975 (31. Dez.) 289.979
Jahr Einwohner
1980 (31. Dez.) 286.896
1985 (31. Dez.) 279.650
1987 (25. Mai) 282.588
1990 (31. Dez.) 298.771
Jahr Einwohner
1995 (31. Dez.) 316.139
2000 (31. Dez.) 322.789
2005 (31. Dez.) 321.965
2007 (31. Dez.) 319.401

Politik und Verwaltung

Kreistag

Der Kreistag nach der Wahl 2009
Der Kreistag nach der Wahl 2004

Die folgende Übersicht zeigt die Sitzverteilungen im Minden-LĂŒbbecker Kreistag seit 1984 (Stand: April 2010):

CDU SPD GRÜNE FDP FWG1 Linke REP UB-UWG2 ödp pro NRW3 Gesamt
2009 23 20 6 5 2 2 0 1 0 1 60
2004 26 21 5 4 2 0 2 0 0 - 60
1999 29 23 4 3 0 0 0 0 1 - 60
1994 24 27 6 4 0 0 0 0 0 - 61
1989 22 29 5 5 0 0 0 0 0 - 61
1984 23 28 5 5 0 0 0 0 0 - 61

1FWG MĂŒhlenkreis - Freie WĂ€hlergemeinschaft Minden-LĂŒbbecke
2UnabhĂ€ngige BĂŒrgerpolitik - UnabhĂ€ngige WĂ€hlergemeinschaft
3Das Kreistagsmitglied der Republikaner wechselte im Laufe der Amtszeit zu pro NRW

Kreishaus in Minden

LandrÀte

Politisch wurde der Kreis bis 1999 aus der Doppelspitze aus Oberkreisdirektor und dem ehrenamtlichen Landrat mit reprĂ€sentativen Aufgaben gefĂŒhrt. Der ehrenamtliche Landrat wurde vom Kreistag gewĂ€hlt. Seit 1999 wurden diese Funktionen durch eine in Direktwahl gewĂ€hlten hauptamtlichen Landrat erledigt. Seine Amtszeit betrug in den ersten Amtsperioden zunĂ€chst ganz 5 Jahre, seit 2009 im Regelfall sechs Jahre. Der jetzige Landrat Ralf Niermann wurde fĂŒr den vorzeitig ausgeschiedenen AmtsvorgĂ€nger Wilhelm Krömer bereits 2007 gewĂ€hlt und musste sich aufgrund der Gemeindeordnung in Nordrhein-Westfalen deshalb nicht zur Kommunalwahl 2009 stellen, sondern bleibt bis zum Ende der Wahlperiode des Kreistages bis 2014 im Amt. Die bisherigen vier LandrĂ€te des Kreises waren:

LandrĂ€te des Kreises Minden-LĂŒbbecke
Amtszeit Landrat Partei  %3 Bemerkung
1973–1984 Hermann Struckmeier CDU - ehrenamtlich
1984–1999 Heinrich Dietmar Borcherding SPD - ehrenamtlich, ab Januar 1999 hauptamtlich
1999–2004 Wilhelm Krömer CDU 54,3%2 hauptamtlich,
vorzeitige Amtsabgabe (Pensionierung)
2004–2007 53,7%1
2007-2009 Ralf Niermann SPD 53,1%2 hauptamtlich,
2009 ohne erneute Wahl
2009–2014
1 Stimmenanteil im ersten Wahlgang 2 Stimmenanteil im zweiten Wahlgang (Stichwahl). 3 Seit 1999 Direktwahl. Seit 2009 keine Stichwahl mehr.
Quellen: Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen[19]

Oberkreisdirektoren 1973–1998

  • 1973–1974: Horst Rosenbusch (SPD)
  • 1974–1993: Rolf Momburg
  • 1994–1998: Alfred Giere (SPD)

Kreisdirektoren

Allgemeiner Vertreter des Landrats ist der vom Kreistag fĂŒr die Dauer von acht Jahren gewĂ€hlte Kreisdirektor. Bei einer Verhinderung des Landrats oder bei einer Vakanz des Amtes nimmt er die Aufgabe des Landrats als Leiter der Kreisverwaltung wahr.

  • 1999– heute: Cornelia Schöder (SPD)

Stellvertretende LandrÀte

Die Vertretung des Landrats bei seinen reprĂ€sentativen Aufgaben, sowie im Vorsitz des Kreistages ĂŒbernehmen die vom Kreistag fĂŒr die Dauer seiner Wahlperiode gewĂ€hlten stellvertretenden LandrĂ€te.

  • 1. stellvertretende LandrĂ€tin Kirstin Korte (CDU)
  • 2. stellvertretende LandrĂ€tin Birgit HĂ€rtel (SPD)

Wappen

Kreiswappen des Kreises Minden-LĂŒbbecke.svg

Das Wappen des Kreises Minden-LĂŒbbecke wurde durch den RP Detmold am 11. September 1973 genehmigt. Blasonierung:

„Im gespaltenen Schild vorn in Rot 2 silberne (weiße) schrĂ€g gekreuzte SchlĂŒssel mit abgewendeten Barten, hinten in Silber (Weiß) 3 rote Sparren.“[20]

Das Wappen des Kreises folgt damit weitgehend der Symbolik des Wappen des Kreises Minden und lehnt sich stark an dessen Darstellungsform an. Es nimmt aber auch Gestaltungselemente des letzten Wappens des Kreises LĂŒbbecke wieder auf. Die SchlĂŒssel symbolisieren den SchlĂŒssel des Heiligen Petrus. Sie werden in vielen Wappen der Region (meist gekreuzt) gezeigt. Die SchlĂŒssel waren Symbol der Bischöfe von Minden, daher auch im Wappen des Bistum Minden, sowie des FĂŒrstentum Minden und der Stadt Minden vertreten. Die Darstellung auf rotem Feld ist in all diesen Wappen typisch. Der grĂ¶ĂŸte Teil des Kreises Minden-LĂŒbbecke gehörte ehemals zum FĂŒrstentum Minden. Kleinere Teile im SĂŒden des Kreises gehörten aber auch zur Grafschaft Ravensberg. Das rechte Feld - die ravensbergischen Sparren - ist daher identisch mit dem Wappen der Grafschaft Ravensberg. Die Sparren finden sich in vielen Wappen der Region vor allem bei Kommunen im Kreis Herford, im Wappen der Stadt Bielefeld und weiteren.

Banner und Flagge sind ebenfalls mit dem Wappen verliehen worden:

  • „Der Kreis fĂŒhrt eine rot und weiß lĂ€ngsgestreifte Flagge mit dem von der Mitte zur Stange verschobenen Wappenschild des Kreises.“
  • „Der Kreis fĂŒhrt ein rot und weiß lĂ€ngsgestreiftes Banner mit dem Wappenschild des Kreises in der Mitte der oberen HĂ€lfte.“[21]

Siehe auch: Liste der Wappen im Kreis Minden-LĂŒbbecke und Liste der Flaggen im Kreis Minden-LĂŒbbecke

Verkehr

Luftverkehr

In Porta Westfalica-Vennebeck befindet sich ein Regional- und Segelflugplatz. Der nÀchste internationale Flughafen ist der 60 km östlich liegende Flughafen Hannover.

Straßenverkehr

Durch das Kreisgebiet verlaufen die Bundesautobahnen 2 und 30, die sĂŒdlich der Weser- und Wiehengebirgskamm eine wichtige Ost-Westverbindung darstellen. Nach Nornden ist die wichtige und stark genutzte Verbindung nach Bremen ĂŒber die Bundesstraßen 482 und 61 zu nennen.

Die Bundesstraße 65 durchquert das Kreisgebiet in Ost-West-Richtung und damit nördlich vor dem Gebirgskamm. Sie verbindet die alten KreisstĂ€dte Minden und LĂŒbbecke. Dort kreuzt sie die B 239, eine Nord-SĂŒd-Verbindung von Diepholz ĂŒber Herford und Detmold bis nach Bad Meinberg. Von ĂŒberregionaler Bedeutung ist daneben die Straße L 770, eine Ost-West-Strecke im Nordkreis, von Bohmte ĂŒber Stemwede, Espelkamp, Hille und Petershagen nach Wiedensahl. Weiterhin verlĂ€uft die B 51 zwischen Bohmte und Diepholz im Ă€ußersten Westen bei Dielingen ein kurzes StĂŒck durch das Kreisgebiet. Die Bundesstraße 514 verbindet Bad Oeynhausen mit Vlotho und Kalletal.

Schienenverkehr

Das Kreisgebiet wird von den fĂŒr den Personen- und GĂŒterverkehr in west-östlicher Richtung bedeutenden Hauptstrecken Berlin–Hannover–Ruhrgebiet (siehe Bahnstrecke Hamm–Minden) und Hannover–OsnabrĂŒck–Amsterdam (Bahnstrecke Löhne–Rheine) durchquert. Von diesen Strecken zweigen zwei eingleisige Nebenbahnen ab: die Bahnstrecke BĂŒnde–Rahden „Ravensberger Bahn“, ehemals weiter ĂŒber Sulingen bis Bremen (eine Reaktivierung dieses Abschnitts war in der Vergangenheit wiederholt im GesprĂ€ch) und die „Weser-Aller-Bahn“ Minden–Petershagen-Lahde–Nienburg mit ZuglĂ€ufen bis Rotenburg (WĂŒmme) ĂŒber Verden.

Schiffsverkehr

FĂŒr die Binnenschifffahrt besitzt besonders der Mittellandkanal Bedeutung, der in Minden die ebenfalls schiffbare Weser im Wasserstraßenkreuz Minden kreuzt. Hier besteht ĂŒber mehrere Schleusen (u.a. die Schachtschleuse) eine Verbindung. Die HĂ€fen entlang dieser Wasserstraße werden in sogenannten Hafenband zusammengefasst und gemeinsam vermarktet. An seinem östlichen Ende soll der neue RegioPort Weser als Containerumschlaghafen entstehen.

Fahrrad

An einigen Bahnhöfen (Minden, Bad Oeynhausen) gibt es Fahrradstationen. Mehrere Radfernwege und lokale Radwege durchqueren das Kreisgebiet: Der stark frequentierte Weserradweg. Die Kreisfunktion als MĂŒhöenkreis wird durch die MĂŒhlenroute unterstĂŒtzt und die Wellness-Radroute verbindet die fĂŒnf großen HeilbĂ€der sĂŒdlich des Kreises.

Wirtschaft

Ein großer Anteil des Kreisgebietes wird landwirtschaftlich genutzt. Die große Bedeutung der Landwirtschaft wird durch folgende Kennziffern deutlich: Jedes fĂŒnfte Rindvieh des Regierungsbezirks Detmold, jedes vierte Schwein und jede dritte Legehenne befinden sich im Kreis Minden-LĂŒbbecke, obwohl dieser nur rund 17,6 Prozent der FlĂ€che des Regierungsbezirks ausmacht.[22] In Minden befinden sich Nahrungsmittel- und Chemieindustrie. Der Hauptsitz von Melitta befindet sich dort sowie eine Niederlassung von BASF. In Bad Oeynhausen liegt der Schwerpunkt auf medizinischen Einrichtungen.

Raumordnung

Zuordnung der Mittelzentren
Zuordnung der Mittelzentren mit Teilfunktionen eines Oberzentrums. OsnabrĂŒck kann als Oberzentrum diese FunktionalitĂ€t mit abdecken
Zuordnung der Oberzentren

Hinsichtlich der Raumordnung bilden LĂŒbbecke und Minden weitestgehend jeweils das Mittelzentrum fĂŒr die jeweiligen Altkreise, wobei Minden darĂŒber hinaus bereits Funktionen eines Mittelzentrums mit Teilfunktionen eines Oberzentrums aufweist. (Nach einigen Quellen werden nach landesplanerischer Ansicht auch den Orten Petershagen, Espelkamp, Porta Westfalica und Pr. Oldendorf die FunktionalitĂ€t eines Mittelzentrums zugewiesen, obschon genannten Zentren einige zentrale Einrichtungen fĂŒr diese Zuordnung fehlen, wie zum Beispiel eine dezentrale Kreisbehörde (Finanzamt, Staßenverkehrsamt), eine FußgĂ€ngerzone, usw.) Die City von Bad Oeynhausen wiederum kann selbst als ein Mittelzentrum fĂŒr die Ortschaften des eigenen Stadtgebietes und die unmittelbar angrenzende Ortsteile der Nachbargemeinden sĂŒdlich des Wiehengebirges (unter anderem Bröderhausen, westliche Stadtteile Porta Westfalicas), angesehen werden. FĂŒr den Ă€ußersten SĂŒdwesten des Altkreises LĂŒbbecke (westliches Oberbauerschaft, Börninghausen) ist aus geographischen, verkehrstechnischen und auch geschichtlichen GrĂŒnden (die Bereiche gehörten zum ehemaligen Kreis BĂŒnde), beziehungsweise zur Grafschaft Ravensberg die im Nachbarkreis Herford gelegene Stadt BĂŒnde das, wenn auch nicht formale, aber dann „gelebte“ Mittelzentrum. Ähnliches gilt fĂŒr die nördlichsten Teile Rahdens, Stemwedes und Petershagens, deren Bewohner sich signifikant an den Einrichtungen der dort nĂ€heren niedersĂ€chsischen Mittelzentren Diepholz beziehungsweise im Fall Petershagens an Nienburg orientieren. Minden, von GrĂ¶ĂŸe und FunktionalitĂ€t bereits ein Mittelzentrum mit Teilfunktionen eines Oberzentrums, kann aufgrund der eher peripheren Lage innerhalb des Kreises Minden-LĂŒbbeckes nicht den gesamten Kreis abdecken, (nimmt diesbezĂŒglich aber diese Aufgabe fĂŒr den unmittelbar östlich angrenzenden niedersĂ€chsischen Bereich war). Hier treten Herford im SĂŒden und OsnabrĂŒck im Westen[23] des Kreises in Konkurrenz.

Das Metropole Ostwestfalen-Lippes, Bielefeld, ist auch fĂŒr den Kreis ĂŒberwiegend das nĂ€chstgelegene bzw. aufgrund der Verkehrsanbindung am schnellsten zu erreichende Oberzentrum. Gleichwohl, orientieren sich die Bewohner im Ă€ußersten Nordosten (als Folge der unregelmĂ€ĂŸigen, in Teilbereichen weit nach Niedersachsen hineinreichenden Gebietsteile) bei der Wahl des Oberzentrums eher nach Hannover. Im Nordwesten ist teilweise OsnabrĂŒck die gĂŒnstiger gelegene Metropole. Und im Ă€ußersten Norden des Altkreises LĂŒbbecke ist sogar Bremen dann eine besser zu erreichende Großstadt.

Arbeitsmarkt

Der Arbeitsmarkt des Kreises registrierte im September 2010 eine Zahl von 112264 sozialversicherungspflichtig BeschÀftigten im Kreis.[24]

Öffentliche Einrichtungen

Bad Oeynhausen, Minden, LĂŒbbecke und Rahden sind Standorte der MĂŒhlenkreiskliniken mit insgesamt rund 2300 Betten. In Bad Oeynhausen befinden sich daneben das Herz- und Diabeteszentrum Nordrhein-Westfalen sowie die Auguste-Victoria-Klinik als 100%-ige Tochtergesellschaft der MĂŒhlenkreiskliniken und mehrere Kliniken in privater TrĂ€gerschaft.

In LĂŒbbecke befindet sich das vom ParitĂ€tischen Sozialverein unterhaltene Hospiz Veritas. Beim ParitĂ€tischen Sozialverein im Kreis Minden-LĂŒbbecke ist auch die Selbsthilfe-Kontaktstelle angesiedelt. Dort bekommt man Kontakt zu annĂ€hernd 300 im Kreis Minden-LĂŒbbecke aktiven Selbsthilfegruppen.

Besondere Schuleinrichtungen:

  • Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg mit Schulstandorten in Minden und Bad Oeynhausen
  • Leo-Sympher-Berufskolleg

Öffentlichkeitsarbeit

Im Kreis Minden-LĂŒbbecke begann man seit den 1970er Jahren, die im Kreis vorhandenen 41 Wind- Wasser- und RossmĂŒhlen mit aufwendigen Programmen zu erhalten. FĂŒr dieses Wirken wurde der Kreis zunehmend bekannt, so dass er in der Öffentlichkeitsarbeit ab den 1980er Jahren zunehmend als MĂŒhlenkreis auftrat und sich Ende der 1990er Jahre dazu ein Logo gab, das bei öffentlichen Auftritten genutzt wird.

Naturschutzgebiete

Im Kreis Minden-LĂŒbbecke gibt es ĂŒber 60 Naturschutzgebiete. Insgesamt sind rd. 7100 ha, also 6,2 Prozent der KreisflĂ€che, unter Naturschutz gestellt. Die grĂ¶ĂŸten Gebiete sind:

Sport

Der Kreis ist mit zwei Mannschaften in der Handball-Bundesliga vertreten, dem TuS Nettelstedt-LĂŒbbecke und der GWD Minden. Damit nimmt der Kreis als Handball-Hochburg eine Sonderstellung unter allen Landkreisen ein.

MĂŒhlenkreis

Silhouetteaufkleber des MĂŒhlenkreises auf einem Auto eines Einheimischen

Der Kreis besitzt durch seine unregelmĂ€ĂŸige Gestalt eine markante und auch bekannte Form, die in gewisser Weise an einen Hund oder Pudel erinnert. Neuerlich findet sich die Grenzziehung des Kreises Minden-LĂŒbbecke auch als MĂŒhlenkreisaufkleber auf Autos, wie dies z.B. als Umrissaufkleber von Sylt oder RĂŒgen schon vorher der Fall war. [25]

Weblinks

 Commons: Kreis Minden-LĂŒbbecke â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011. (Hilfe dazu)
  2. ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 27. Juni 2011.
  3. ↑ Statistisches Bundesamt: Onlinerecherche Gemeindeverzeichnis
  4. ↑ a b Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Kommunalprofil Kreis Mindne-LĂŒbbecke
  5. ↑ a b Deutscher Wetterdienst: Monatliche Niederschlagswerte des Deutschen Wetterdienstes (1961–1990)
  6. ↑ Deutscher Wetterdienst: Mittelwerte der Temperatur fĂŒr den Zeitraum 1961-1990
  7. ↑ Stadt LĂŒbbecke: Willkommen in LĂŒbbecke. Zahlen und Fakten. Klima.
  8. ↑ Yahoo News
  9. ↑ Stadt Detmold: Klimakarten
  10. ↑ Hans Nordsiek: Vom "LandrĂ€tlichen BĂŒro" zur Kreisverwaltung. Ein Beitrag zur Verwaltungsgeschichte des Kreises Minden-LĂŒbbecke. Mitteilungen des Mindener Geschichtsvereins, Jahrgang 63 (1991), S. 41-113.
  11. ↑ NiedersĂ€chsische Staatskanzlei: Änderung der gemeinsamen Landesgrenze zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Hannover, 1. November 2005
  12. ↑ Relikte.com: Lufttanklager 2/VI Preußisch Oldendorf
  13. ↑ RP-Online: Niedersachsen kleiner. NRW wird grĂ¶ĂŸer. 3. April 2006
  14. ↑ Bezirksregierung Detmold: Amtsblatt fĂŒr Den Regierungsbezirk Detmold. 194 Jahrgang. Nr 15. Detmold. 6. April 2009.
  15. ↑ Siehe: Manfred Beermann: BĂŒscherheide will nach Börninghausen, in: Heimat- und Verkehrsverein Börninghausen-Eininghausen e.V. (Hrsg): Unsere Heimat. Das Eggetal. Preußisch Oldendorf, 1993, S. 154 – 161.
  16. ↑ Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: SchĂŒler an allgemeinbildenden Schulen in NRW nach der Religionszugehörigkeit
  17. ↑ Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Sonderreihe zur VolkszĂ€hlung 1987 in Nordrhein-Westfalen, Band 1.1: Bevölkerung, Privathaushalte und ErwerbstĂ€tige. DĂŒsseldorf 1989, S. 128
  18. ↑ Landesamt fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Nordrhein-Westfalen: Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  19. ↑ Landeswahlleiterin des Landes Nordrhein-Westfalen; Innenministerium Nordrhein-Westfalen: Kommunalwahlen
  20. ↑ §2 Abs. (1) der Hauptsatzung fĂŒr den Kreis Minden-LĂŒbbecke
  21. ↑ Hauptsatzung fĂŒr den Kreis Minden-LĂŒbbecke, §2 Abs. (1), (3), (4)
  22. ↑ Aussage der Landwirtschaftskammer
  23. ↑ Darstellung des Einzugsbereiches des Zentrums OsnabrĂŒck
  24. ↑ Mindener Tageblatt vom 22. Juli 2011 abgerufen am 25. Juli 2011
  25. ↑ Seite zum MĂŒhlenkreisaufkleber

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