Kriegsziele √Ėsterreichs im Ersten Weltkrieg

ÔĽŅ
Kriegsziele √Ėsterreichs im Ersten Weltkrieg
Erster Weltkrieg ‚Äď beteiligte Staaten
‚Ėą‚Ėą¬†Entente, Alliierte und Assoziierte
‚Ėą‚Ėą¬†Mittelm√§chte
‚Ėą‚Ėą¬†Neutrale*
*Abessinien, Darfur (nicht eingezeichnet), der Senussi-Staat (nicht eingezeichnet) und Persien kämpften teilweise auf Seiten der Mittelmächte. Zentralarabien und der Hedschas (nicht eingezeichnet) standen auf Seiten der Entente.

Die Kriegsziele im Ersten Weltkrieg wurden in den beteiligten Staaten nach Beginn des Ersten Weltkriegs aufgestellt. Die Kriegsziele spiegelten die W√ľnsche der Regierungen und der √Ėffentlichkeiten der einzelnen Staaten, insbesondere der Gro√üm√§chte wider, was durch den Krieg in territorialer, politischer oder wirtschaftlicher Hinsicht erreicht werden sollte.

Inhaltsverzeichnis

Ausgangsproblematik

Die Formulierung der Kriegsziele war f√ľr die meisten kriegf√ľhrenden Staaten eine delikate Angelegenheit. Viele bezeichneten es als gef√§hrlich und unn√∂tig, denn die Verk√ľndung konkreter Kriegsziele konnte unangenehme Verpflichtungen nach sich ziehen, die man lieber vermeiden wollte. √Ėffentlich verk√ľndete Kriegsziele nicht zu erreichen, h√§tte als Niederlage erscheinen k√∂nnen. Daher sprach man in der ersten Phase des Krieges vielerorts nur in sehr allgemeiner Form √∂ffentlich von Kriegszielen und konzentrierte die Gedanken der √Ėffentlichkeit auf den Sieg an sich. Detaillierte Kriegsziele waren zweitrangig, denn eine ‚ÄěEinkaufsliste‚Äú √ľber zu gewinnende Territorien oder Zugest√§ndnisse h√§tte den ‚Äěheroischen Charakter‚Äú gest√∂rt, den der Krieg in den Augen vieler Zeitgenossen ‚Äď besonders zu Anfang (‚ÜíAugusterlebnis) ‚Äď hatte. Andererseits h√§tten √∂ffentlich verk√ľndete Expansionsbestrebungen negativen Einfluss auf die vielleicht kriegsentscheidende Haltung der neutralen Staaten haben k√∂nnen. Sp√§ter wurde die √∂ffentliche Formulierung der Kriegsziele aber oft n√∂tig, um Kosten-Nutzen-Analysen aufzustellen, ob es denn wert sei, f√ľr dies oder jenes Kriegsziel weiter zu k√§mpfen.[1]

Pufferzonen und Grenzverbesserungen spielten noch eine vorrangige Rolle in den √úberlegungen, obwohl durch den technischen Fortschritt Entfernungen nicht mehr so bedeutsam waren wie noch im 19. Jahrhundert. ‚ÄěDie Tatsache, dass Grenzverschiebungen im Zeitalter der Massenkriege, der modernen Transportmittel und der Flugzeuge nur noch begrenzte milit√§rische Bedeutung haben, war‚Äú, laut Gerhard Ritter, ‚Äěnicht einmal den Fachmilit√§rs gel√§ufig‚Äú ‚Äď daher auch Politikern und Publizisten unbekannt. Der Nationalismus hatte alle empfindlich f√ľr Gebietsverluste und Grenzverschiebungen gemacht, so dass ‚Äěsolche Verschiebungen durch ihre politische Wirkung einen k√ľnftigen Dauerfrieden mehr bedrohen als milit√§risch sichern w√ľrden‚Äú. Im Zeitalter des Nationalismus und Imperialismus erkannte fast niemand, dass Annexionen den Gegner nicht schw√§chen w√ľrden und so der Frieden nicht gesichert werden k√∂nnte, sondern im Gegenteil erneut gef√§hrdet w√ľrde.[2]

Die Mittelm√§chte benutzten wie die Alliierten die Kriegsziele auch als Kriegsmittel, zur Ermutigung ihrer Bev√∂lkerung, ihrer Verb√ľndeten oder der Neutralen, oder als Entmutigung, als Drohung wie zur Zersetzung des Gegners.[3]

Die Kriegszielpolitik beider Seiten war auch auf wirtschaftlichen Profit ausgerichtet, einerseits durch Okkupation oder Einflussnahme in Absatzgebieten f√ľr die eigenen Exporte, andererseits durch Eroberung neuer Rohstoffquellen.

Begriffsklärung

Die Begriffe Kriegsziel, Kriegsgrund und Kriegsursache wurden oft nicht voneinander unterschieden. Obwohl die ver√∂ffentlichten oder geheim gehaltenen Kriegsziele teilweise extreme Forderungen ‚Äď etwa nach Annexionen ‚Äď umfassten, kann der Kriegseintritt nicht ausschlie√ülich mit diesen Zielen erkl√§rt werden. Es gab jedoch auch F√§lle, wo sich Kriegsgrund und Kriegsziele deckten, wie es bei Italien, Rum√§nien und Bulgarien der Fall war. Im Ersten Weltkrieg ist nach dem Kriegsausbruch das urspr√ľngliche Kriegsmotiv durch Kriegsanspr√ľche √ľberlagert worden, welche erst im Kriegsverlauf entstanden und sich im Kriegsverlauf wandelten. ‚ÄěAus annexionistischen Kriegszielen kann, weder f√ľr die eine noch f√ľr die andere Seite der Vorwurf abgeleitet werden, da√ü sie den Krieg, von seinem Grund her geurteilt, als Eroberungskrieg begonnen h√§tte‚Äú, argumentierte Ernst Rudolf Huber.[4] Im Verlauf und nach Ende des Krieges wurden Kriegsschuld und Kriegsziele oft nur als zwei Seiten einer Medaille betrachtet, obwohl die Verbindung zwischen beiden nur scheinbar derart eng ist.[5]

Kriegsziele der Mittelmächte

Deutsches Reich

Kriegsziele zu Beginn des Krieges

Deutsche Kolonien 1914 (blau)

Beim Ausbruch des Weltkrieges √ľberwog im Deutschen Reich noch die Auffassung, der Krieg habe blo√üen Verteidigungscharakter. Ausgel√∂st durch die raschen Erfolge der Armee im Westfeldzug, wurden aber schon bald zum Teil fantastische Annexionsprojekte formuliert.[6] Dabei trat das √ľberwiegend kommerziell dominierte Vorkriegsziel, n√§mlich die koloniale Expansion des Deutschen Reiches in Afrika und Vorderasien (deutscher Imperialismus), zugunsten einer allgemeinen Machterweiterung in Europa zur√ľck, denn durch die ‚ÄěMittellage‚Äú und ‚ÄěEinkreisung‚Äú in Europa f√ľhlte sich das Deutsche Reich bedroht. Durch Annexionen in Ost und West in zum Teil extremer Gr√∂√üenordnung wollte man die gew√ľnschte Hegemonialstellung des Deutschen Reiches auf dem europ√§ischen Festland f√ľr alle Zukunft sichern. Erst danach habe der Kampf um einen ‚ÄěPlatz an der Sonne‚Äú genannten Anteil an der Welt gute Erfolgsaussichten.[7]

Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg

Am 9.¬†September 1914 legte Kanzler Bethmann Hollweg in seinem ‚ÄěSeptemberprogramm‚Äú die Kriegsziele fest. Deutschland wollte seine seit der Reichsgr√ľndung stark gewachsene Machtstellung sichern und seine Anspr√ľche auf eine Weltpolitik geltend machen.

‚ÄěSicherung des Deutschen Reichs nach West und Ost auf erdenkliche Zeit. Zu diesem Zweck mu√ü Frankreich so geschw√§cht werden, da√ü es als Gro√ümacht nicht neu erstehen kann, Ru√üland von der deutschen Grenze nach M√∂glichkeit abgedr√§ngt und seine Herrschaft √ľber die nichtrussischen Vasallenv√∂lker gebrochen werden.
Die Ziele des Krieges im einzelnen:
1. Frankreich: Abtretung des Erzbeckens von Briey […]. Ein Handelsvertrag, der Frankreich in wirtschaftliche Abhängigkeit von Deutschland bringt […].
2. Belgien: Angliederung von L√ľttich und Verviers an Preu√üen, eines Grenzstriches der Provinz Luxemburg an Luxemburg. Zweifelhaft bleibt, ob Antwerpen mit einer Verbindung nach L√ľttich gleichfalls zu annektieren ist. Gleichviel, jedenfalls mu√ü ganz Belgien, wenn es auch als Staat √§u√üerlich bestehen bleibt, zu einem Vasallenstaat herabsinken, [‚Ķ] wirtschaftlich zu einer deutschen Provinz werden.
3. Luxemburg wird deutscher Bundesstaat und erhält einen Streifen aus der jetzt belgischen Provinz Luxemburg und eventuell die Ecke von Longwy.
4. Es ist zu erreichen die Gr√ľndung eines mitteleurop√§ischen Wirtschaftsverbandes durch gemeinsame Zollabmachungen, unter Einschluss von Frankreich, Belgien, Holland, D√§nemark, √Ėsterreich-Ungarn, Polen und eventl. Italien, Schweden und Norwegen. Dieser Verband, wohl ohne gemeinsame konstitutionelle Spitze, unter √§u√üerlicher Gleichberechtigung seiner Mitglieder, aber tats√§chlich unter deutscher F√ľhrung, mu√ü die wirtschaftliche Vorherrschaft Deutschlands √ľber Mitteleuropa stabilisieren.
5. Die Frage der kolonialen Erwerbungen, unter denen in erster Linie die Schaffung eines zusammenh√§ngenden mittelafrikanischen Kolonialreichs anzustreben ist, desgleichen die Ru√üland gegen√ľber zu erreichenden Ziele werden sp√§ter gepr√ľft [‚Ķ].
6. Holland. Es wird zu erwägen sein, durch welche Mittel und Maßnahmen Holland in ein engeres Verhältnis zu dem Deutschen Reiche gebracht werden kann […].“

‚Äď Septemberprogramm: konzipiert von Kurt Riezler, 9. September 1914.[8]

Das Septemberprogramm entsprach den Ideen und W√ľnschen der f√ľhrenden deutschen Kreise in Politik, Wirtschaft und Milit√§r. Namentlich die Industrie erhoffte sich von friedensvertraglichen Regelungen weitgehende Wettbewerbsprivilegien durch Eingriffe in die Autonomie der betroffenen Staaten. Das Programm ist das Ergebnis der Zusammenfassung vieler Programme und Konzepte √ľber das zuk√ľnftige Europa. Bethmann Hollweg und sein Berater Kurt Riezler, der eigentliche Verfasser des Septemberprogrammes, waren Rezipienten unz√§hliger Kriegszielprogramme vieler Interessengruppen, welche sie als politisch erreichbare Ziele formulierten und in eine praktikable Form brachten.[9]

Die Kriegszielmehrheit im Reichstag erstreckte sich von den konservativen √ľber liberale Parteien bis ins sozialdemokratische Lager hinein. Ab 1915 sind allerdings wachsende Gegens√§tze in dieser Frage festzustellen.[10] Nachdem in der Euphorie der ersten Kriegswochen weitgehende ‚Äď meist unrealistische ‚Äď Kriegsziele aufgestellt worden waren, verbot Bethmann Hollweg Ende 1914 aus R√ľcksicht auf das neutrale Ausland und die deutsche Arbeiterschaft die √∂ffentliche Kriegszieldebatte. Diese Beschr√§nkung wirkte allerdings nur in sehr geringem Ma√üe und wurde sp√§ter auf Betreiben der Dritten Obersten Heeresleitung (OHL), auch wegen der psychologischen Mobilisierung der kriegsm√ľden Bev√∂lkerung, aufgehoben. Die OHL erblickte in der Freigabe der Kriegszieldiskussion ein entscheidendes Mittel zur Totalisierung des Krieges und zur ideologischen Kriegsf√ľhrung.[11]

Das Herzst√ľck der deutschen Kriegszielpolitik im Westen war stets Belgien. Seit dem Septemberprogramm r√ľckte keiner der politisch Verantwortlichen von der Forderung nach Beherrschung Belgiens als Vasallenstaat, neben m√∂glichst gro√üen direkten Annexionen, ab.[12] Zweites zentrales Kriegsziel war die mehr oder weniger direkte Beherrschung Polens neben der Annexion eines, je nach Herkunft des Konzeptes, unterschiedlich breiten Grenzstreifens.[13]

Auch Gebietserweiterungen in Kurland und Litauen wurden von Vertretern aller weltanschaulichen Richtungen in fast allen Fällen verlangt. Einerseits, weil sie dem Reich direkt benachbart waren, andererseits, weil sie eine nichtrussische Bevölkerung und mit den Deutsch-Balten sogar eine kleine deutsche Minderheit besaßen.[14] Vorgesehen war, ähnlich wie im polnischen Grenzstreifen, durch Ansiedlung von Russlanddeutschen auf russischen Krondomänen, Kirchen- und Großgrundbesitz, neben den Besitzungen der deutsch-baltischen Aristokratie, die Verdrängung der Letten im eigenen Lande. Als Motivation der Besiedlungsaktion brach hier mit voller Schärfe die völkische Komponente der deutschen Kriegszielpolitik durch.[15]

Das deutsche Kriegsziel ‚ÄěMittelafrika‚Äú wurde besonders hartn√§ckig verfolgt. Ein Vorschlag von Wilhelm Heinrich Solf, dem Staatssekret√§r des Reichskolonialamtes, der im August und September 1914 ein konkretes Mittelafrika-Projekt entwarf, war die Verteilung der afrikanischen Kolonien Frankreichs, Belgiens und Portugals, die Bethmann Hollweg schlie√ülich in sein Septemberprogramm einschloss.[16]

Trotz der Flut annexionistischer Agitation, die im Sommer 1915 ihren H√∂hepunkt erreichte, lie√üen die Eroberungsw√ľnsche unter der Einwirkung der Kriegsn√∂te in breiten Bev√∂lkerungskreisen verh√§ltnism√§√üig schnell nach. Auf die Eroberungsw√ľnsche w√§hrend der ‚ÄěKriegspsychose‚Äú des Winters 1914/15 folgte im Fr√ľhjahr 1915 die Ern√ľchterung eines Gro√üteils der Bev√∂lkerung.[17] Die annexionistische Propaganda erfasste nicht wie im Zweiten Weltkrieg alle Bev√∂lkerungskreise, sondern haupts√§chlich industrielle und intellektuelle Schichten. In der zweiten H√§lfte des Krieges war die sozialdemokratische Parole eines Friedens ohne Annexionen sehr popul√§r. Der Unmut richtete sich, vor allem unter den Soldaten, gegen den Alldeutschen Verband und seine Anh√§nger als Kriegshetzer und Kriegsverl√§ngerer.

Kriegsziele gegen Ende des Krieges

Die Ostfront nach dem Friedensschluss von Brest-Litowsk

Im Rahmen der ‚ÄěRandstaatenpolitik‚Äú Deutschlands ‚Äď der ‚ÄěZur√ľckdr√§ngung Russlands‚Äú durch Schaffung einer Zone von Pufferstaaten, von Finnland bis zur Ukraine ‚Äď lag der Schwerpunkt deutschen Expansionsstrebens im Osten vor allem im Baltikum. Eine Mehrheit der f√ľhrenden Schichten Deutschlands, von ganz rechts bis ins antizaristische linke Lager, hing der ‚ÄěAbgliederungskonzeption‚Äú an.[18]

Der Vorfrieden von Brest-Litowsk am 3.¬†M√§rz 1918 mit Sowjetrussland sah vor, dass Polen, Estland, Livland und Kurland aus Russland ausschieden und die Ukraine sowie Finnland unabh√§ngig wurden. Russland musste seine Truppen aus Finnland und dem an die T√ľrkei grenzenden fr√ľheren russischen Gouvernement Kars, mit den St√§dten Ardahan, Kars und Batumi, abziehen. Russland verlor dadurch 26¬†Prozent des von ihm zuvor dominierten Territoriums, 27¬†Prozent des anbauf√§higen Landes, 26¬†Prozent des Eisenbahnnetzes, 33¬†Prozent der Textilindustrie, 73¬†Prozent der Eisenindustrie und 75¬†Prozent der Kohlenbergwerke.[19]

Einen H√∂hepunkt der deutschen Kriegszielpl√§ne, mit ausgedehnten Annexionsgebieten und Einflusssph√§ren im Osten und S√ľdosten, bildete das Jahr 1918, zwischen dem Frieden mit Sowjetrussland und der Niederlage der Mittelm√§chte. W√§hrend den Verhandlungen zu den Zus√§tzen des Brest-Litowsker Friedensvertrags vom Sommer 1918 versuchte insbesondere Ludendorff die Gebiete Estland, Livland, Kurland, die Krim, das Gebiet der Kuban- und Donkosaken als Br√ľcke zum Kaukasus, das Kaukasusgebiet selbst, das Gebiet der Wolgatataren, das Gebiet der Astrachan-Kosaken und ferner Turkmenien und Turkestan als deutsche Einflusssph√§re zu sichern. Dies geschah mal gegen den Willen und mal mit Duldung der Reichsleitung.[20]

General Erich Ludendorff

Kaiser Wilhelm¬†II. entwickelte den Plan, Russland nach Abtretung Polens, des Baltikums und des Kaukasus in vier unabh√§ngige Zarent√ľmer, die Ukraine, den S√ľdostbund, als antibolschewistisches Gebiet zwischen der Ukraine und dem Kaspischen Meer sowie in Zentralrussland und Sibirien zu teilen. Diese Form der Beherrschung erg√§be eine Br√ľcke nach Zentralasien zur Bedrohung der britischen Stellung in Indien. Der Plan eines S√ľdostbundes stand dabei in Konkurrenz zu t√ľrkischen Absichten.[21]

Ludendorff glaubte nicht an die dauerhafte staatliche Trennung der Ukraine von Russland. Daher entwickelte er ein Konzept der deutschen Einflusssph√§ren in Russland, als Gegengewicht zum bolschewistischen Kern. Einerseits war der kurzlebige Staat Krim-Taurien als Siedlungsgebiet f√ľr Russlanddeutsche vorgesehen, andererseits das Don-Kubangebiet als Verbindung zum Kaukasus. Die Krim sollte ein permanent besetzter Kolonialstaat mit deutscher Besiedlung werden, als Flottenst√ľtzpunkt wichtig f√ľr den deutschen Einfluss im Kaukasus und im Nahen Osten. Ludendorff entwickelte des Weiteren die Idee eines deutsch bestimmten Kaukasusblockes mit Georgien als Kern. Dies stellte sich jedoch wegen der gro√üen Entfernung und des t√ľrkischen Vorsto√ües als v√∂llig utopisch heraus.[22]

Die Zusatzvertr√§ge zum Brest-Litowsker Frieden vom 27.¬†August 1918 stellten zwar einen neuen H√∂hepunkt der Dem√ľtigung Russlands dar, setzten aber gleichzeitig diesen noch viel weitergehenden Annexionspl√§nen ein vorl√§ufiges Ende.[23] Die russischen Randstaaten von Finnland √ľber die Ukraine bis nach Georgien waren zwar nicht direkt annektiert worden, befanden sich aber in enger wirtschaftlicher und milit√§rischer Abh√§ngigkeit vom Deutschen Reich.

Der zunehmende Zerfall der russischen Macht durch die Revolution und die Nichtachtung des amerikanischen Kriegseintritts lie√üen alle Z√ľgel derer schie√üen, die aus lange angestauter Sorge vor der russischen Ostmacht den Ritt ins Ostland ersehnten. Je drohender im Westen die Gegner gegen die Front anrannten, desto eher lockte der Griff nach dem offenen Osten.[24]

Die damals in der deutschen F√ľhrung diskutierte Frage war aber auch, ob sich ein deutsch beherrschtes Mitteleuropa in einem zuk√ľnftigen Krieg, gegen die zwei gr√∂√üten Seem√§chte, dem Vereinigten K√∂nigreich und den Vereinigten Staaten durchsetzen lie√ü. Schlie√ülich besa√üen die beiden Weltm√§chte praktisch den unbegrenzten Zugriff auf das globale wirtschaftliche Potential mit seinen Ressourcen. Als Antwort darauf entwickelten die deutschen Planer die Idee des deutschen Gro√üraumes von der Biskaya bis zum Ural. Der √∂stliche Gro√üraum, wehrwirtschaftlich geschlossen und verteidigungsf√§hig, autark und blockadefest, als Gegengewicht zu den Seem√§chten, l√∂ste damit Mitteleuropa als zentrales deutsches Kriegsziel ab. Die Schw√§che der Mitteleuropakonzeption, mit Abh√§ngigkeit von anderen souver√§nen Staaten und begrenzten Rohstoffreserven entfiel beim Ostraum-Programm.[25]

Einordnung der Kriegsziele in der Forschung

Deutschland hatte im Gegensatz zu den meisten anderen Kriegsf√ľhrenden Staaten kein nat√ľrliches Kriegsziel, was eine Suche nach Zielen k√ľnstlichen Charakters, die im Bewusstsein des Volkes nicht verwurzelt sein konnten, nach sich zog. Das Fehlen greifbarer nationaler Ziele, nachdem der Weg nach S√ľdosten durch das B√ľndnis mit √Ėsterreich-Ungarn verwehrt war, f√ľhrte zu einer Konzentration auf reine Machtexpansion.[26] Diese Machtexpansion, gem√§√üigt und kritisch oder radikal und ausschweifend, war der Ausdruck des spezifischen und politischen Bewusstseins der Wilhelminischen Zeit. Sie begriff die Kumulation von Macht als den Kern staatlicher Existenz. Machtkonflikte erschienen ihr als die innerste Antriebskraft der Geschichte.[27]

Einen Krieg zu beginnen und einem fremden Staat Gebiete abzunehmen war von jeher das unbezweifelte Recht des souveränen Staates gewesen. Deutschland verpasste, in dieser Selbstverständlichkeit bei der Formulierung der Kriegsziele und dem Einsatz aller zu Gebote stehenden politischen und militärischen Mittel, den sich damals in aller Welt anbahnenden Umschwung in Politik und öffentlicher Meinung.[28]

Die deutsche Kriegszieldebatte war kein Kampf zwischen den M√∂glichkeiten der Expansion oder des Friedens, sondern ein Konflikt zwischen gem√§√üigten und extremen Versionen eines ‚Äědeutschen Friedens‚Äú. Die Annexionisten versuchten, vereinfacht gesagt, die gro√üen Probleme des Reiches auf au√üenpolitischer Ebene durch Expansion zu l√∂sen und die Gem√§√üigten durch innere Reformen (obwohl sie Expansion keineswegs ausschlossen). Zahlenm√§√üig waren die Anh√§nger der gem√§√üigten Richtung zwar den Annexionisten unterlegen, sie fanden aber mehr Geh√∂r bei der Reichsleitung unter Bethmann Hollweg. Sie waren aber, anders als manche Gegner, keine Massenagitatoren. Die Gem√§√üigten blieben von der Arbeiterschaft isoliert und standen, ebenso hilflos wie Bethmann Hollweg, der annexionistischen Massenbewegung gegen√ľber. Es gab also ein Missverh√§ltnis von starkem Einfluss nach oben und mangelnder Breitenwirkung nach unten. Bei den Annexionisten war das, zumindest bis zur Installierung der dritten OHL, genau umgekehrt. Das f√ľhrte bei den Gem√§√üigten zu einem Gef√ľhl der Unterlegenheit, obwohl sie durch den Gang der Ereignisse best√§tigt wurden. Diese psychologische Hypothek sollte noch in der Weimarer Republik fortwirken.[29]

Die Motive f√ľr die Kriegszielbewegung waren vielf√§ltig und verflochten. Sie reichten von reinen Existenz√§ngsten √ľber wirtschaftliche Partikularinteressen bis zu unverhohlenen Allmachtstr√§umen. Die durch die nationalistische Agitation fortw√§hrend noch gesteigerten und weit √ľberspannten Erwartungen der deutschen √Ėffentlichkeit, schr√§nkten die Handlungsf√§higkeit der noch relativ n√ľchternen Reichsleitung unter Bethmann Hollweg, immer wieder ein und vergr√∂√üerten die Diskrepanz zwischen weltpolitischen Illusionen und kontinentaleurop√§ischen Realit√§ten.[30] In der Au√üenpolitik vor und im Krieg zeigte sich wieder einmal Deutschlands alt√ľberkommene geografisch-politische Spaltung. Der Bruch mit Gro√übritannien wurde gef√∂rdert und begr√ľ√üt von der Flottenpartei, der (Schwer-) Industrie, dem anitplutokratischen Fl√ľgel des preu√üischen Mittelstandes sowie den Junkern und war im Wesentlichen eine norddeutsche Angelegenheit. Der Kampf mit Russland fand dagegen mehr Unterst√ľtzung in S√ľddeutschland, bei den Sympathisanten der Habsburger und im Finanzwesen. Zur Seite des kontinentalpolitischen Fl√ľgels z√§hlte Bethmann Hollweg, zur Gegenseite sein Hauptwidersacher (in den ersten Kriegsjahren), Alfred von Tirpitz.[31]

Hier tauchte auch wieder der alte Versuch auf, innere Probleme durch Expansion nach au√üen zu l√∂sen. Es versuchten die traditionellen agrarischen und industriellen Machteliten im Reich, notwendige Reformen durch einen Sieg zu verhindern, um ihre privilegierte soziale Stellung im Inneren zu behaupten. Daher war ein Verst√§ndigungsfrieden f√ľr die politisch M√§chtigen Deutschlands immer undenkbar, bedeutete er doch den Verlust ihrer Macht, fast ebenso sicher wie eine von au√üen herbeigef√ľhrte Niederlage.

Das angestrebte ‚ÄěImperium Germanicum‚Äú scheiterte nicht nur an der deutschen Kontinuit√§t des Irrtums (Fritz Fischer), sondern auch an den M√§ngeln der inneren Strukturen des Reiches, das zu keinerlei Selbstbeschr√§nkung als Vormacht eines Kontinentaleuropas bef√§higt war. Es scheiterte aber auch an den Erfordernissen der Zeit, mit ihrem Selbstbestimmungsrecht der V√∂lker, das vom Reich im Grunde nicht wirklich akzeptiert wurde.[32]

Nach der Sozialimperialismus-Theorie von Hans-Ulrich Wehler entwickelte das Reich bereits zur Zeit Otto von Bismarcks die politische Strategie, soziale Spannungen im Inneren durch eine verst√§rkt auf den √ľberseeischen Imperialismus setzende Au√üenpolitik abzulenken und wom√∂glich zu neutralisieren. Der Krieg bot demnach die M√∂glichkeit der Flucht nach vorne. Laut Wehler hatten die deutschen Kriegsziele f√ľr die Machteliten einen funktionalen Aspekt, als Integrationsklammer, als Mittel, die politische und soziale Einheit der tief in sich gespaltenen wilhelminischen Gesellschaft herzustellen.[33]

Das Deutsche Reich war aufgrund seiner milit√§rischen Macht, seines wirtschaftlichen Potentials und seiner territorialen Gr√∂√üe ohnehin schon die st√§rkste europ√§ische Gro√ümacht. Daher musste jede in seinem Wesen angelegt imperialistische Expansion zwangsl√§ufig mit dem Gleichgewicht der Kr√§fte in Europa (‚ÄěBalance of Power‚Äú) kollidieren. H√§tte sich Deutschland gegen die st√§rkst-m√∂gliche Koalition aufrechterhalten, w√§re ihm laut Ludwig Dehio automatisch eine hegemoniale Funktion in Europa und in der Welt zugefallen.[34] Schlie√ülich hat Deutschland im Krieg bewiesen, dass es schon eine Weltmacht war, sonst h√§tte es nicht so lange Zeit gegen die drei anderen Weltm√§chte Russland, dem Britischen Empire und die Vereinigten Staaten Krieg f√ľhren k√∂nnen. Das Streben nach Weltmacht ging dabei eher in die Richtung von Statussymbolen einer Weltmacht mit m√∂glichst vielen Kolonien. Denn das deutsch beherrschte Gebiet der Erdoberfl√§che erschien den deutschen Imperialisten, im Vergleich zu den anderen Weltm√§chten, oder auch zur nur europ√§ischen Gro√ümacht Frankreich, viel zu klein und als Ausgangsbasis f√ľr die Zukunft einfach zu schmal.

Deutschland war also zwar stark genug, f√ľr den Versuch eine dritte Weltmacht, neben der russischen und der anglo-amerikanischen, zu werden, aber nicht stark genug, um Erfolg zu haben.[35] Es scheiterte an dem √ľberspannten Versuch, ein Reich von der flandrischen K√ľste bis zum Peipussee, von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer und der √Ąg√§is, von Helgoland bis Bagdad zu beherrschen, wobei Kolonien und √ľberseeische St√ľtzpunkte, mit Mittelafrika als Supplement zu einem ausgeweiteten Mitteleuropa, vorgesehen waren. Allerdings h√§tte gerade eine solche Machtzusammenballung europ√§ische Befreiungskriege gegen eine deutsche Hegemonie provozieren m√ľssen, wie sie im Zweiten Weltkrieg, nachdem Deutschland gro√üe Teile Europas erobert hatte, Realit√§t wurden.[36]

Vorkriegspolitik, Kriegsziele von 1914, Kriegsziele von 1918 bilden eine Einheit, so wie die Kriegsziele der verschiedenen Gruppen, Parteien, Klassen und Individuen eine Einheit bilden.[37] Die Kriegszielpolitik des Deutschen Reiches war die ersch√ľtternde Illusion, durch unrealistische √úbersch√§tzung der deutschen Macht. Charakteristisch f√ľr diese Politik war ein Ineinandergreifen von wirtschaftlichem Denken und rein emotionalen Elementen, mit einem Mangel an Sinn f√ľrs Reale, √úbersch√§tzung der eigenen und Untersch√§tzung der feindlichen Kr√§fte.[38]

Deutschland mit seinem B√ľndnis zwischen Rittergut und Hochofen f√ľhrte eine Kriegszielpolitik, die nur aus dem Dilemma des konservativen Systems eines industrialisierten Agrarstaates erkl√§rbar wird, in dem die √∂konomische Machtstellung der Konservativen immer schw√§cher wurde.[39]

Lange Zeit dominierte in Westdeutschland die Auffassung, dass keinerlei Zusammenhang zwischen den deutschen Kriegszielen im Ersten und im Zweiten Weltkrieg bestehe. In allen Kriegsf√ľhrenden Staaten waren es aber nur die deutschen Nationalisten, allen voran die Alldeutschen, die den entscheidenden Qualit√§tssprung, die Umsiedlung feindlicher Bev√∂lkerungsteile, vollzogen. Die Ver√§nderung der ethnischen Verteilung zur Festigung der Macht des Reiches wurde, in der Tradition der preu√üischen Ostmarkenpolitik, durch zwangsweises Aufkaufen, √úbernahme von Krondom√§nen, Kircheng√ľtern und Abschiebung von Teilen der Bev√∂lkerung geplant. Die v√∂lkischen Aussiedlungs- und Kolonisationspl√§ne f√ľr den Ostraum gab es zwar schon seit Kriegsbeginn, sie beherrschten allerdings erst seit 1918, nach dem kurzfristigen Triumph der dritten OHL, die gesamte F√ľhrungsspitze des Reiches.[40] Diese f√ľr den Osten, vor allem f√ľr den polnischen Grenzstreifen, von der Obersten Heeresleitung projektierte Ansiedlung von (vorerst) Russlanddeutschen wies schon in die Richtung der Ostpl√§ne der Nationalsozialisten. Der Nationalsozialismus hat die Ostraumideologie und den deutschen Expansionsdrang nach Osten hart und r√ľcksichtslos wieder aufgenommen, allerdings viel energischer und brutaler als das kaiserliche Deutschland. Die Bef√ľrworter des Grenzstreifenprojekts in Regierung und Milit√§r dachten nur an eine systematische ‚ÄěAuskaufung‚Äú, als Fortf√ľhrung der preu√üischen Ostmarkenpolitik, nicht jedoch an eine v√∂lkerrechtswidrige gewaltsame Aussiedlung schon im Krieg, wie sie das Dritte Reich durchf√ľhrte.[41]

Die v√∂lkische Politik Ludendorffs, vor allem im Osten 1918, nahm jedoch schon gro√üe Teile der Rassenpolitik Hitlers vorweg. Der Versuch im Sommer 1918, den deutschen Gro√üraum im Osten zu realisieren, war begleitet von v√∂lkischen Umsiedlungs- und Kolonisationspl√§nen, die in vielen Z√ľgen auf Hitlers Ostpolitik vorauswiesen. Die Ideen, Millionen von Slawen als Heloten zu behandeln oder gar Millionen von Juden zu ermorden, existierten im Ersten Weltkrieg nat√ľrlich nicht. Das Problem war das veraltete Denken der meisten Annexionisten in Kategorien der agrarischen Epoche, das sich die L√∂sung der inneren Schwierigkeiten, die aus dem rasanten Bev√∂lkerungswachstum im Zuge der raschen Industrialisierung Deutschlands erwuchsen, nur auf dem traditionellen Weg einer territorialen Expansion mit b√§uerlicher Ansiedlung vorstellen konnte.

Hitlers schon in den 1920er-Jahren fixiertes Fernziel, ein deutsches Ostimperium auf den Tr√ľmmern der Sowjetunion aufzubauen, war also nicht nur Vision, sondern besa√ü einen konkreten Ankn√ľpfungspunkt, in dem 1918 f√ľr kurze Zeit schon einmal realisierten. Das verr√§terische Vokabular von 1918 zeigt, dass wichtige Voraussetzungen f√ľr Programmatik und Praxis des Nationalsozialismus in dieser Zeit entstanden oder geschaffen wurden. Hitler, der an diese Kontinuit√§ten ankn√ľpft und sie doch zerbricht (Nipperdey) und sein Programm kn√ľpften an die am weitesten gespannten Kriegsziele des Ersten Weltkrieges zwar an, waren aber qualitativ durch die Verquickung mit dem rassischen Dogma davon abgehoben.[42]

Neben frappierend √§hnlichen Kriegszielen gab es auch √Ąhnlichkeiten im Auftreten nach West wie nach Ost. Nach Westen beide Male noch relativ zivilisiert, nach Osten sehr viel brutaler, mit Steigerungen unter Hitler.[43]

√Ėsterreich-Ungarn

Außenminister Stephan Burián

√Ėsterreich-Ungarn nahm f√ľr sich in Anspruch, um seine Interessen auf dem Balkan und um seine Existenz schlechthin zu k√§mpfen, die es an den Flanken insbesondere durch Russland bedroht sah. Durch den Krieg traten Differenzen zwischen den √∂sterreichisch-ungarischen Volksgruppen zeitweilig in den Hintergrund. √Ėsterreich-Ungarn strebte nicht nur die Eingliederung von Teilen Serbiens, sondern auch Montenegros und Rum√§niens, Albaniens oder Russisch-Polens an. Entgegen den nationalistischen Tendenzen der damaligen Zeit hielt √Ėsterreich-Ungarn an der universalen Idee vom Kaisertum und somit am Vielv√∂lkerstaat fest.

In den ersten Kriegswochen, vor den schweren Niederlagen in Galizien und Serbien, erlaubten sich die österreichischen Staatsmänner in ihren Vorstellungen genaue territoriale Ziele. Einige Wochen später verdrängte jedoch das Überlebensmotiv geplante Erwerbungen.[44]

Gemeinsamer Ministerrat vom 7. Jänner 1916

Durch die Eroberung Serbiens Ende 1915 wurden die s√ľdslawische Frage und das Problem, in welches Verh√§ltnis das unterworfene Serbien zur Monarchie gebracht werden sollte, aktuell. Der Gemeinsame Ministerrat trat am 7.¬†J√§nner 1916 unter dem Eindruck der zu erwartenden milit√§rischen Entscheidung zusammen. In einer Atmosph√§re des Suchens nach endg√ľltigen Formen war man bestrebt, die Kriegsziele √Ėsterreich-Ungarns zu definieren.

Teilnehmer an dieser Konferenz, das f√ľr die Kriegszielpolitik der Monarchie wohl wichtigste und repr√§sentativste Ereignis, waren die beiden Ministerpr√§sidenten Karl St√ľrgkh (√Ėsterreich) und Istv√°n Tisza (Ungarn), die gemeinsamen Minister Ernest von Koerber (Finanzen), Alexander von Krobatin (Kriegsminister) und Stephan Buri√°n (√Ąu√üeres), der den Vorsitz f√ľhrte, sowie der Generalstabschef Franz Conrad von H√∂tzendorf.[45]

Zweck der Konferenz, war laut Buri√°n, eine Aussprache √ľber die Lage und √ľber die Ziele, die durch den Krieg erreicht werden sollten. In erster Linie seien dies Integrit√§t und Sicherheit der Monarchie, aber man m√ľsse auch die Fr√ľchte der gl√§nzenden Erfolge des Heeres unverk√ľrzt nutzbar machen. Dazu sei eine genaue Pr√ľfung der R√ľckwirkung, welche etwaige Eroberungen auf das zuk√ľnftige politische Leben der Monarchie aus√ľben k√∂nnen, erforderlich. Serbien sei seiner Auffassung nach, neben den Bulgarien zugesagten Gebieten, noch durch die R√ľckgabe der fr√ľher zu Albanien geh√∂renden Gebiete und eine weitgehende Grenzregulierung mit zwei Br√ľckenk√∂pfen zugunsten der Monarchie zu verkleinern. √úbrig bleibe ein kleines Gebirgsland mit 1¬Ĺ Millionen Einwohnern, dessen Inkorporation zwar Schwierigkeiten staatsrechtlicher, nationalpolitischer und volkswirtschaftlicher Natur mit sich br√§chte, aber bei der gro√üen Anpassungsf√§higkeit der Monarchie in der Vergangenheit durchaus m√∂glich sei.

Wie Conrad wollte auch Buri√°n Serbien als Kristallisationspunkt f√ľr eine nationale Agitation und Werkzeug der Feinde beseitigt sehen. Einem verkleinerten Serbien jede politische Aktionsfreiheit zu nehmen, es in v√∂llige Abh√§ngigkeit zu bringen, wie dies Tisza fordere, verlange die Anwendung der drakonischsten Mittel, f√ľr die man das Odium auf sich nehmen m√ľsste. Dennoch sei deren Wirkung problematisch, Serbien w√ľrde immer noch Mittel und Wege finden k√∂nnen, um der Monarchie, im Vereine mit anderen M√§chten, zu schaden. Obwohl er sich den Anschein geben wollte in der Frage einen Mittelkurs zu steuern, schrieb Buri√°n am selben Tag in sein Tagebuch, er glaube an die Notwendigkeit der v√∂lligen Annexion Serbiens.[46]

Aber auch eine gänzliche Angliederung wäre laut Burián eine Last, welche wir nur in Erkenntnis der unabweisbaren Notwendigkeit auf uns nehmen könnten. Die serbische Agitation wäre auch dann ein Problem. Die entscheidende Frage sei, ob es leichter wäre,

‚Äědie serbische Frage zu l√∂sen, wenn nur 66¬†Prozent aller Serben zur Monarchie geh√∂ren und 34¬†Prozent in einem selbst√§ndigen Staate leben, als wenn 100¬†Prozent Serben uns untertan werden. [‚Ķ] Momentan sei es noch nicht an der Zeit, einen Beschluss dar√ľber zu fassen, welche von den beiden hier erw√§hnten Methoden befolgt werden solle.‚Äú

Die Frage sei auch zu eng mit einem m√∂glichen Friedensschluss verkn√ľpft. Einen Friedensschluss, der russischerseits die Wiederherstellung Serbiens zur Bedingung habe, wollte Buri√°n nicht daran scheitern lassen.

Den Fortbestand eines verkleinerten Montenegros hielt er f√ľr nicht so gef√§hrlich wie im Falle Serbiens. Es m√ľsse sich jedoch bedingungslos unterwerfen und den Lovńáen, seine K√ľste bis Albanien und seine albanischen Landesteile abtreten. Im Falle Albaniens pl√§dierte Buri√°n f√ľr die Erhaltung der Selbst√§ndigkeit, denn es sei bei R√ľckgabe der nach dem Balkankrieg an Serbien und Montenegro gegangenen Gebiete, trotz innerer Probleme, die vor allem durch die ungl√ľcklichen Einfl√ľsse bedingt waren, durchaus lebensf√§hig. Die Monarchie m√ľsse die F√ľhrung bei der Errichtung des selbst√§ndigen Staatswesens, durch ein effektives Protektorat √ľber Albanien, √ľbernehmen. Diese konservative, rein defensive Politik k√∂nne dazu beitragen, der Monarchie die definitive Vormachtstellung am Balkan zu sichern.

Durch die Gewinne im Norden k√∂nne man ohne Probleme im S√ľden den Griechen, f√ľr die Wahrung ihrer Neutralit√§t, gewisse Abtretungen machen. Im Falle einer Teilung Albaniens, wie sie Conrad verlangte, w√ľrde man bei Angliederung des n√∂rdlichen Teiles, der kein Gewinn sei, eine schwere Last auf sich nehmen. Auch sprach sich der Au√üenminister offen gegen eine "Zulassung Bulgariens" auf albanischem Gebiet an die Adria aus, wie dies Conrad vorgeschlagen hatte. Bulgarien h√§tte schon genug zu tun, um seine serbischen Eroberungen zu assimilieren, ihm albanische Gebiete anzutragen w√ľrde f√ľr die Monarchie die unn√∂tige Aufgabe von Vorteilen bedeuten, die sie sich von einem selbst√§ndigen Albanien erwarte. Vorerst sei es das Beste, die albanische Autonomie unter √∂sterreichisch-ungarischem Protektorat anzustreben, falls der Versuch misslinge, die Teilung allein mit Griechenland durchzuf√ľhren.

In der polnischen Frage musste Buri√°n zugeben, dass Deutschland von der austropolnischen L√∂sung wieder etwas abgekommen sei. Eine Teilung Polens, wie sie Conrad forderte, wollte Buri√°n nicht a limine abweisen, es sei aber alles zu tun, um diese L√∂sung zu vermeiden. Gegen eine Teilung spr√§chen die innenpolitischen Schwierigkeiten mit einem vergr√∂√üerten galizischen Kronland und die wachsende Attraktivit√§t des Panslawismus, wenn die zwischen Deutschland und √Ėsterreich-Ungarn geteilte polnische Nation ihre Einheit, notfalls auch unter russischer Herrschaft, anstrebe. Daher sei, solange Deutschland nicht eine Teilung erzwinge, alles zu tun, um eine solche zu vermeiden.

Ministerpräsident István Tisza

Anschlie√üend betonte Tisza er habe der √∂sterreichischen Regierung in der polnischen Frage immer den Vorrang einger√§umt und deren schwere Last bei der Angliederung anerkannt. Ein ebensolches Verst√§ndnis m√ľsse er aber auch f√ľr die Schwierigkeiten des ungarischen Staates in der serbischen Frage beanspruchen.

Bei den Entwicklungsmöglichkeiten Albaniens war Tisza weniger optimistisch als Burián, wollte aber wie dieser den Versuch eines selbständigen Albaniens wiederholen und erst nach dessen Scheitern eine Teilung mit Griechenland ins Auge fassen. Die Vereinigung Montenegros mit Serbien wollte er aber, anders als der Außenminister, als Chance zur Verbesserung der Friedensmöglichkeiten offen lassen.

Der wichtigste Punkt f√ľr den ungarischen Ministerpr√§sidenten war allerdings die serbische Frage. F√ľr ihn reduzierte sich das Problem ebenfalls auf die Frage, ob es zweckm√§√üig w√§re, die noch verbleibenden 1¬Ĺ Millionen Serben der Monarchie anzugliedern oder ihnen ihre Selbst√§ndigkeit zu belassen. √úber das Ziel sei man sich einig, nur bez√ľglich der Mittel herrschten Divergenzen. Er verwies auf die Notwendigkeit, den zentripetalen Kr√§ften in den L√§ndern der Stephanskrone, also den Ungarn und Kroaten, jene Stellung zu erhalten, welche sie im Interesse des Ganzen einnehmen m√ľssten. Deren Lage w√§re durch die Inkorporierung aller Serben, die in sp√§terer Folge politische Rechte geltend machen w√ľrden, langfristig sehr erschwert. Die Masse der feindlich eingestellten Serben k√∂nne nur vor√ľbergehend absolutistisch beherrscht werden. Tisza sch√§tzte au√üerdem die Anziehungskraft eines au√üerhalb der Monarchie gelegenen kleinen Serbiens und dessen Gefahren geringer ein, als bei der Aufnahme einer so gro√üen geschlossenen Menge von Serben. Er glaubte nicht, dass ein verkleinertes und sehr geschw√§chtes, aller Zukunftshoffnungen beraubtes, Serbien, dessen Hauptstadt eine kleine Gebirgsstadt w√§re, langfristig irgendeinen Einfluss auf die Serben innerhalb der Monarchie h√§tte.

Den Kroaten traute Tisza, w√ľrden ihnen die Serben zugeschlagen, nicht gen√ľgend Widerstandskraft gegen s√ľdslawische Vereinigungsbestrebungen zu. Selbst Ungarn w√ľrden zwei Millionen Serben √ľberlasten und den Zwist mit Agram versch√§rfen. Daher sei die ungarische Regierung entschieden gegen die Angliederung gr√∂√üerer serbischer Gebiete. Er forderte hingegen die direkte Angliederung der Nordwestecke Serbiens, in m√∂glichst beschr√§nktem Ausma√ü, an Ungarn, nicht an Kroatien oder Bosnien und die Selbst√§ndigkeit des Restes.

‚ÄěIn den an Ungarn angegliederten Teilen solle so bald wie m√∂glich mit einer intensiven Kolonisation zuverl√§ssiger ungarischer und deutscher Bauern begonnen und so an der S√ľdostgrenze der Monarchie ein Keil zwischen den Serben im K√∂nigreiche und den in der Monarchie verbleibenden errichtet werden. Belgrad w√ľrde zur Provinzstadt und w√ľrde so jede Bedeutung als Zentrum des Serbentums verlieren. Die ganze Kolonisationsaktion, von der er sich sehr gute Fr√ľchte verspreche, h√§tte jedoch nur dann einen Sinn, wenn man Serbien nicht annektiere.‚Äú

Dieser Plan Tiszas erinnert an die deutschen Kolonisationspl√§ne im polnischen Grenzstreifen und im Baltikum, steht aber im Gegensatz zu diesen recht einsam innerhalb der Gesamtpolitik der Monarchie da. In Deutschland wurden Kolonisierungspl√§ne von fast allen wichtigen Kr√§ften, w√§hrend des ganzen Krieges hindurch verfolgt, in √Ėsterreich-Ungarn waren sie nur sporadische Ideen, die selten auftauchten und nie weiterverfolgt wurden. Grund daf√ľr war wohl die v√∂lkische Komponente in der deutschen Politik, die in der Monarchie, aufgrund ihrer Struktur, keine oder kaum eine Rolle spielte. Das kleine K√∂nigreich Serbien w√§re laut Tisza politisch und wirtschaftlich auf die Monarchie angewiesen und durch die Kontrolle seines Exportes leicht zu einem korrekten Verhalten zu zwingen. Ansonsten sei Restserbien in √∂konomischer Weise tunlichst entgegenzukommen.

Buri√°ns Ablehnung, die Bulgaren derzeit nicht weiter nach Westen vordringen zu lassen, stimmte Tisza vollkommen zu, f√ľr die Zukunft sollte man sich aber die M√∂glichkeit offen lassen, f√ľr den Fall erneuter Schwierigkeiten mit Serbien Bulgarien zur Besetzung ganz Serbiens zu ermutigen. Er wollte Restserbien also lieber dem potentiellen Konkurrenten auf den Balkan √ľberlassen, als es der Monarchie anzugliedern. Die Bedeutung Serbiens f√ľr Russland sch√§tzte Tisza noch gr√∂√üer ein als der Au√üenminister vorher, eine Annexion mit R√ľcksicht auf die Friedensm√∂glichkeit mit Russland hielt er f√ľr ganz ausgeschlossen. Abschlie√üend drohte er f√ľr letzteren Fall sogar Konsequenzen f√ľr seine Person an und beharrte auf dem Beschluss des Ministerrats vom 19.¬†Juli 1914, der einen Verzicht auf die Annexion Serbiens festgeschrieben hatte.

‚ÄěGraf Tisza spricht den Wunsch aus, dass dieser Beschluss heute in dem Sinne erg√§nzt werde, es m√∂ge ausgesprochen werden, dass alles Gebiet, was in Nordserbien annektiert werde, direkt mit Ungarn zu vereinigen sei [‚Ķ]‚Äú

Tisza betonte

‚Äěin der nachdr√ľcklichsten Weise seine entschiedene Stellungnahme gegen weitgehende Annexionen serbischen Gebietes, welche die Situation sowohl in Kroatien, wie auch in Bosnien unhaltbar machen und schwere innere Krisen f√ľr die Monarchie bedeuten w√ľrden.‚Äú

Ministerpr√§sident Karl von St√ľrgkh

Ministerpr√§sident St√ľrgkh zeigte sich wie Buri√°n bereit, die Kriegsziele, falls dies zur Herstellung des Friedens n√∂tig sei, zu reduzieren. Der Aufgabe der austropolnischen L√∂sung widersetzte sich am entschiedensten.[47] Er betonte die gro√üe Last, die √Ėsterreich durch die Angliederung Polens auf sich nehmen w√ľrde, betrachte es aber als w√ľnschenswertes Ziel, um nicht Galizien zu verlieren und die Polen nicht Russland zuzutreiben. Eine Teilung w√§re f√ľr die Polen das Schlimmste, w√ľrde das galizische Problem versch√§rfen, ebenso wie die ruthenische Frage. Nur wenn ganz Kongresspolen mit Westgalizien vereinigt werde, w√ľrden sich die Polen, wenn auch widerwillig, mit einer Abtrennung Ostgaliziens abfinden. Die √∂sterreichische Regierung habe keineswegs die Absicht, Ostgalizien den Ruthenen zu √ľberlassen, die Verwaltung m√ľsse im Gegenteil eher germanisiert werden. Den Ruthenen sei das lieber als die polnische Oberhoheit. Diese deutschnationale Idee St√ľrgkhs zeugt, bei dem verschwindend geringen Anteil deutscher Bev√∂lkerung Ostgaliziens, von wenig Realit√§tssinn. St√ľrgkh und die Wiener B√ľrokratie wollten damit auch die zentralistischen Tendenzen der Monarchie st√§rken und die ukrainischen F√ľhrer stimmten sogar aus taktischen Gr√ľnden zu, da sie sich vorerst einmal eine Befreiung von der politischen und kulturellen Vorherrschaft der Polen erhofften.[48]

Die von St√ľrgkh schon l√§nger bef√ľrwortete Teilung Galiziens, mit Bildung eines ukrainischen Kronlandes aus Ostgalizien und der Bukowina, schien aber nur bei Verwirklichung der austropolnischen L√∂sung realistisch. Aber gerade dieser Plan begr√ľndete die Zur√ľckhaltung vieler Polen gegen√ľber der austropolnischen L√∂sung.[49]

Leon von BiliŇĄski

Der Obmann des Polenclubs Leon BiliŇĄski warnte im Dezember 1915 Buri√°n, dass

‚Äědie Errichtung einer besonderen, aus Ostgalizien gebildeten deutsch oder ruthenisch verwalteten √∂sterreichischen Provinz in fr√ľherem oder sp√§terem Zeitpunkt zu einem neuerlichen Kriege mit Russland f√ľhren m√ľsste.‚Äú

Daher bleibt es erstaunlich, wie stark der polnische Widerstand gegen die Teilung Galiziens in Wien und Budapest untersch√§tzt wurde.[50] Ein unabh√§ngiges albanisches Staatswesen betrachtete St√ľrgkh mit noch mehr Skepsis als Tisza, gegen die Gefahr fremder W√ľhlereien und Intrigen, vor allem Italiens, w√§re ein m√∂glichst effektives Protektorat das einzige Mittel. F√ľr ein Entgegenkommen gegen√ľber Montenegro sei es zu sp√§t, ein vom Meer angeschnittenes Gebirgsland k√∂nne bestehen bleiben, eine Vereinigung mit Serbien s√§he er sehr ungern. Die Montenegriner m√ľssten in Hinkunft in ihren Bergen zur√ľckgehalten und ihr Land etwa wie ein amerikanischer Naturpark behandelt werden. Ein Ausspruch kaum glaubhaft, wenn er nicht in den Protokollen des gemeinsamen Ministerrats festgehalten worden w√§re.[51] Die Serben au√üerhalb der Monarchie zu belassen, betrachtete St√ľrgkh als die gef√§hrlichere Variante.

‚ÄěEin mit Pr√§rogativen eines selbst√§ndigen Staatswesens, einem Staatsoberhaupt, internationalen Vertretungen ausgestattetes Serbien werde immer wieder zum Brennpunkt gro√üserbischer Agitation werden. [‚Ķ] Neben den gro√üen Schwierigkeiten des polnischen Problemes erscheine ihm doch die Aufnahme von 1¬Ĺ Millionen weiterer Serben in die Monarchie kinderleicht.‚Äú

St√ľrgkhs Behauptung die Schwierigkeiten bei der Inkorporierung Serbiens seien gr√∂√üer als die, welche von einem selbst√§ndigen Serbien zu erwarten seien erscheinen etwas paradox.

Ministerpräsident Ernest von Koerber

Finanzminister Koerber hielt territoriale Angliederungen, wegen der nationalen Struktur und den staatsrechtlichen Einrichtungen der Monarchie, f√ľr schwer.

‚ÄěDas Kriegsziel, das wir bei Beginn des Krieges uns setzten, war vornehmlich, uns im S√ľden der Monarchie Ruhe zu verschaffen und unsere wirtschaftliche Stellung dort zu sichern.‚Äú

Nun sei die M√∂glichkeit gegeben, die unhaltbaren Zust√§nde, welche die gro√üserbische Idee verursacht hat, zu beenden. Daher muss das unabh√§ngige Serbien, als Pflanzst√§tte der gro√üserbischen Bewegung, von der Landkarte verschwinden. F√ľr die Friedensverhandlungen sei es egal, denn der Widerstand der Entente, insbesondere Russlands, gegen die Belassung eines verkleinerten, abh√§ngigen Serbiens w√§re der gleiche.

Der Sandschak-Novipazar sei, wegen des Verkehrs mit Saloniki, wieder in die Gewalt der Monarchie zu bekommen, Montenegro sei zu arm und unkultiviert, sein Fortbestand, wenn die Monarchie eine gute strategische Grenze und die K√ľste erlange, von geringem Belang. Ob ein Protektorat Albanien Ruhe br√§chte, bezweifelte Koerber, eine Teilung erachtete er f√ľr zweckm√§√üiger. Eine Teilung Polens w√ľrde es Russland zutreiben, stimmte Koerber Buri√°n zu.

Kriegsminister Alexander von Krobatin

Kriegsminister Krobatin machte sich Illusionen √ľber die M√∂glichkeit einer Niederwerfung Englands, durch eine deutsche Landung und deutsche Luftschiffe.

‚ÄěWenn Serbien nicht von der Landkarte gestrichen werde, w√§re die Monarchie in 10 bis 20 Jahren in einer √§hnlichen Situation wie 1914. Serbien sei nicht mit Belgien zu vergleichen, es sei ein armseliges Land, seiner Auffassung nach m√ľsste der ganze noch zur√ľckbleibende Teil Serbiens an Ungarn geschlagen und in 4 Komitate geteilt werden. Die eineinhalb Millionen Serben, um die es sich handle, k√∂nnten einem so lebenskr√§ftigen Staatswesen wie Ungarn unm√∂glich gef√§hrlich werden.‚Äú

Die Ansiedlungsfrage hielt Krobatin f√ľr sehr wichtig und sah in der Ansiedlung staatstreuer Kolonisten ein sehr geeignetes Mittel, um die serbische Gefahr zu verringern. Auch f√ľr ihn war die Gefahr eines selbst√§ndigen Serbiens viel gr√∂√üer. Ein verkleinertes, vom Meere abgeschnittenes Montenegro k√∂nne auch seiner Meinung nach nicht gef√§hrlich werden. Die Angliederung Polens betrachtete er eher als Schw√§chung, denn als St√§rkung der Monarchie. Auch Deutschland w√ľrde nicht zustimmen, weshalb man sich mit einer Teilung abfinden m√ľsse, denn ein selbst√§ndiges Polen w√ľrde ganz unter deutschem Einfluss stehen.

Generalstabschef Franz Conrad von Hötzendorf

Generalstabschef Conrad war nicht bereit die Bulgaren nach Albanien hineinzulassen, er

‚Äězweifle aber an der M√∂glichkeit eines selbst√§ndigen Albaniens, und nachdem seiner Ansicht nach ganz Nordalbanien ebenso wie Montenegro und Serbien mit der Monarchie vereinigt werden muss, w√ľrde er S√ľdalbanien an Griechenland und auch einen kleinen Streifen an Bulgarien abtreten, wenn hierdurch die aktive Teilnahme Griechenlands erreicht werden k√∂nnte.‚Äú

Die Teilung mit Griechenland allein war ihm auch lieber. Koerbers Sandschakforderung unterst√ľtzte er, bei einer anderen L√∂sung sei der Sandschak trotzdem, mit m√∂glichst muslimischer Bev√∂lkerung, an die Monarchie anzugliedern. Ein Restserbien mit 1¬Ĺ Millionen Einwohnern k√∂nnten der Monarchie angeblich immer noch milit√§rische Unannehmlichkeiten bereiten - ein milit√§risches Armutszeugnis, das Conrad da der k.u.k. Armee und sich selbst ausstellte.

Den Nutzen Polens sah der Generaloberst vornehmlich in milit√§rischer Hinsicht, in neuen ausgezeichneten Soldaten und der Verbesserung der unleidlichen strategischen Lage gegen√ľber Russland.

Als Ergebnis der gemeinsamen Sitzung des Ministerrates einigte man sich schließlich auf den Zusatzantrag Tiszas:

‚ÄěDie Konferenz einigt sich in der prinzipiellen Auffassung, dass jene Gebiete, welche nach Ma√ügabe des Kriegsergebnisses am n√∂rdlichen Kriegsschauplatze an die Monarchie angegliedert werden k√∂nnen, mit √Ėsterreich zu vereinigen w√§ren, wogegen alle Gebietserwerbungen in Serbien zu Ungarn kommen sollen,[‚Ķ]‚Äú

Das offizielle Conclusum blieb also ziemlich nichtssagend, ein merkw√ľrdiger Kompromiss.[52]

Heinrich von Tschirschky

Das eigentliche Thema, die zentrale Frage der Konferenz, ob alle serbischen Gebiete annektiert werden sollen oder der Rest Serbiens als von der Monarchie abh√§ngiger, formal selbst√§ndiger Staat weiter bestehen bleiben sollte, wurde damit nicht gekl√§rt. Obwohl alle Teilnehmer in diesem Punkt, auch die angeblich Tisza-h√∂rigen Buri√°n und St√ľrgkh, geschlossen gegen Tisza auftraten, konnten sie sich nicht durchsetzen, sodass die Frage weiter offen blieb. Andererseits wurde St√ľrgkhs Anspruch auf Deklaration der M√∂glichkeit einer Annektierung polnischer Gebiete entsprochen.[53] Die Annexionsidee Conrads hatte sich schlie√ülich bei Buri√°n, was Serbien betrifft, durchgesetzt, nur die Dringlichkeit, mit tunlichster Beschleunigung definitive Beschl√ľsse zu fassen, wie sie Conrad forderte, das hei√üt die Notwendigkeit einer offiziellen Erkl√§rung der Annexionsziele, sah er nicht als gegeben an.[54]

Conrad zeigte sich durch den Widerstand Tiszas gegen die Annexion Serbiens und Montenegros äußerst verbittert:

‚ÄěIch kann nicht an das Verbrechen glauben, dass man sie (Anm. die Monarchie) nach den schweren und blutigen Opfern, welche der Krieg gefordert hat, erneut wieder in diese Gefahr bringen w√ľrde - ich kann kaum glauben, dass die engen, kurzsichtigen und kleinlichen Gr√ľnde, welche man gegen die Annexion geltend macht, zum Durchbruch kommen sollten.[55]‚Äú

Der Ministerrat zeigte,

‚Äědass die √∂sterreichischen Regierungsvertreter und milit√§rischen F√ľhrer immer entschiedener f√ľr Annektierungen eintraten, andererseits, dass sie infolgedessen immer mehr in Gegensatz zu den ungarischen F√ľhrungskreisen gerieten und nur in Anbetracht des Kriegszustandes keine offene Krise entstand.‚Äú

Der Gegensatz in den Kriegszielen zwischen √Ėsterreich und Ungarn tauchte auch sp√§ter wieder auf, es kam aber nie mehr zu einer so eingehenden offenen Diskussion.[56]

Tisza machte bei der Ausgleichsstruktur der Monarchie nicht die geringsten Zugest√§ndnisse, sondern hielt starr daran fest, selbst wenn es zum Bruch kommen sollte. Dennoch zeigte die Ministerratssitzung, dass nicht nur Buri√°n, sondern auch Tisza sich dem Eindruck der nunmehr durchgef√ľhrten oder noch zu erwartenden Eroberung beachtlicher Territorien nicht entziehen konnten. Tisza wurde schlie√ülich wankend und wollte wohl nicht die M√∂glichkeit verpassen, eine etwaige austropolnische L√∂sung durch Angliederung s√ľdslawischer Gebiete an Ungarn aufzuwiegen. Sein Anspruch, alle Gebiete im S√ľdosten an Ungarn anzugliedern, spricht f√ľr die Aufweichung seines annexionsfeindlichen Standpunktes.[57]

Die Anfang 1916 aufgestellten Kriegsziele zeigten, dass √Ėsterreich-Ungarn wie Deutschland seine eigenen Kr√§fte √ľbersch√§tzte und die seiner Gegner untersch√§tzte.[58]

Wenige Tage nach der Ministerratssitzung berichtete Buri√°n dem deutschen Botschafter Tschirschky und meinte, dass die allgemeine Stimmung dahin gehe, Serbien verschwinden zu lassen. Das sei auch gewiss das beste, nur wenn ein m√∂glicher Frieden mit Russland daran scheitern sollte, w√ľrde er f√ľr ein Fortbestehen eines serbischen Staates - nat√ľrlich in ganz engen Grenzen, eintreten.[59]

Einordnung der Kriegsziele in der Forschung

Wie bei keiner anderen Gro√ümacht standen bei der Monarchie auch ‚Äěnegative‚Äú Kriegsziele im Vordergrund: die Behauptung des Trentino, des K√ľstenlandes mit Triest und Fiume sowie der albanischen K√ľste gegen Italien, die Abwehr der rum√§nischen Anspr√ľche auf Siebenb√ľrgen und die Bukowina, die Zur√ľckweisung der gro√üserbischen und s√ľdslawischen Bestrebungen in Bosnien-Herzegowina, Dalmatien, Kroatien und Slawonien, die Verteidigung gegen die panslawistischen Pl√§ne Russlands in Galizien und B√∂hmen und nicht zuletzt der Widerstand gegen die deutschen Hegemonialbestrebungen.

Auch die herrschenden Kreise der Monarchie wollten erobern und mussten nicht von √§u√üeren Kr√§ften zur Eroberung animiert werden. Aber die Hauptbestrebungen der √∂sterreichisch-ungarischen Monarchie bildeten die Aufrechterhaltung ihres Bestandes, das hei√üt ihrer ‚ÄěIntegrit√§t‚Äú. Dass die Wahrung dieser ‚ÄěIntegrit√§t‚Äú auch Expansionsbestrebungen deckte, zeigen viele Denkschriften.[60] Die Monarchie tendierte unbestreitbar unter dem Einfluss √§u√üerer Einwirkungen und innerer Bestrebungen immer mehr in Richtung dieser weit gefassten Interpretation der Integrit√§t.

Insgesamt l√§sst sich sagen: Das offizielle Kriegsziel √Ėsterreich-Ungarns war die Erhaltung der Integrit√§t der Monarchie. Inoffiziell versuchte die Monarchie allerdings ihre Stellung als Gro√ümacht durch Einflussnahme beziehungsweise Annexion in Serbien, Montenegro, Albanien, Rum√§nien, Polen und der Ukraine zu st√§rken.[61] Dennoch war in der Praxis, durch das prek√§re Gleichgewicht des Habsburgerreiches, der Erwerb slawischer oder rum√§nischer Gebiete nicht oder nur in beschr√§nktem Umfange m√∂glich, ohne die Vorrangstellung √Ėsterreichs und Ungarns im Staatsverband zu schw√§chen. Bestenfalls eine Ausdehnung auf Kosten Russisch-Polens erschien unkritisch, da die Polen ebenso wie die Habsburger-Dynastie katholisch und ihr gegen√ľber loyal waren. Allerdings erhob der B√ľndnispartner Deutschland Anspruch auf Polen, √Ėsterreich musste seine Annexionspl√§ne schlie√ülich zur√ľckstecken.

Zu Beginn des Krieges versuchte man durch weit reichende Kriegsziele alle externen Bedrohungen f√ľr die Monarchie zu beseitigen und ihren Gro√ümachtstatus f√ľr alle Zeiten zu sichern. Die komplexe innere Struktur der Monarchie machte es aber schwer, alle Interessen unter einen Hut zu bringen.[62] Dadurch waren die imperialistischen Bestrebungen der Habsburgermonarchie mit besonderen Problemen belastet und trugen darum auch Z√ľge, die typisch f√ľr diesen Interessenkonflikt waren. In √Ėsterreich-Ungarn bedingte die Er√∂rterung der Kriegsziele und deren territoriale Aspekte, mehr als in jedem anderen Staat, auch die Frage nach den sich daraus notwendigerweise ergebenden inneren, verfassungs- und nationalit√§tenrechtlichen Folgen.[63]

Die österreichischen Staatsmänner waren sich zwar bewusst, dass die Gewinne von zweifelhaften militärischen Erfolgen abhingen, was sie allerdings nicht daran hinderte, bei der Aufstellung der Kriegsziele auch ihr Wunschdenken in die Pläne einzubauen. Auf den Sitzungen des gemeinsamen Ministerrates wurde zwar immer wieder betont, dass die Kriegsziele vom Verlauf der militärischen Operationen abhingen, dennoch ließen sich die Teilnehmer immer wieder verleiten, den Ereignissen vorzugreifen.[64]

Osmanisches Reich

Das Osmanische Reich hatte seine jahrhundertelange Großmachtstellung faktisch längst verloren. Durch den Kriegseintritt auf der Seite der Mittelmächte erhofften sich die Osmanen die Wiedergewinnung der Vormacht im Schwarzmeerraum zum Nachteil von Russland, mit dem das Osmanische Reich seit Jahrhunderten in Konflikte verwickelt war.

Der Weltkrieg war f√ľr das Osmanische Reich anfangs der Versuch, seine Unabh√§ngigkeit und Kraft wiederzugewinnen. Tats√§chlich schaffte die T√ľrkei, trotz ihrer wirtschaftlichen und milit√§rischen R√ľckst√§ndigkeit und ihrer unmodernen, ineffizienten inneren Strukturen, im Krieg eine Selbstst√§ndigkeit zu erlangen, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr (Kranker Mann am Bosporus). Die T√ľrken machten klar, dass sie Herren im eigenen Haus waren, sie erlangten in einem B√ľndnis auf absoluter Gleichheit, vor allem in internen Belangen, volle Selbstst√§ndigkeit ‚Äď auch gegen√ľber Deutschland.[65]

Strategische Minimalziele waren zu Kriegsbeginn die R√ľckgewinnung √Ągyptens und Armeniens sowie die Eroberung Adens (Jemen). Das Osmanische Reich nahm den Weltkrieg aber gleichzeitig zum Anlass, um mit Hilfe panislamischer und pant√ľrkischer Losungen seine Position zu kr√§ftigen, seine Macht zu erweitern, Einflusszonen zu schaffen, verlorene Gebiete zur√ľckzuerobern, ja sogar neue Territorien zu erwerben. Die osmanischen Revolutionierungsaktionen stehen in Bezug auf ihre Weitgestreutheit ‚Äď sie erstreckten sich von Tunis bis Turkestan und Nordwestindien ‚Äď denen des deutschen B√ľndnispartners kaum nach.[66]

Das Hauptziel der osmanischen Hoffnungen, W√ľnsche und Tr√§ume wurde der muslimisch-t√ľrkische Osten. Ein muslimischer Dreibund T√ľrkei-Persien-Afghanistan sollte das Bindeglied nach Indien und nach Russisch-Turkestan sein.[67]

Der politische Turanismus der Jungt√ľrken war ein Traum, weil sie die Macht des Osmanischen Reiches bedeutend √ľbersch√§tzten und vor allem die Tatsache √ľbersahen, dass den verschiedenen Turkv√∂lkern ein einheitliches Nationalbewusstsein fehlte.[68]

F√ľr das Osmanische Reich hatten fast alle Kriege der letzten Jahrhunderte mit oft riesigen Gebietsverlusten geendet. Auch im Weltkrieg hatte es, als einziger der vier Mittelm√§chte, gro√üe Gebiete verloren. Um seine Stellung, vor allem bei Friedensverhandlungen zu wahren, glaubte es Gebietserwerbungen zu brauchen. Schneller und leichter als die R√ľckeroberung seiner arabischen Gebietsteile von den Briten schien die Einverleibung der von Russland nicht oder kaum mehr verteidigten Gebiete Kaukasiens und Zentralasiens zu sein. Au√üerdem erschien die Eingliederung verwandter V√∂lker im Osten lohnender als die R√ľckeroberung der aufst√§ndischen arabischen Gebiete.[69]

Auf lange Sicht war der Bestand des Reiches auch ohne Krieg zweifelhaft. Dem Osmanischen Reich fehlten die meisten notwendigen Voraussetzungen f√ľr ihren inneren Zusammenhalt: eine gemeinsame Nationalit√§t, Religion, Sprache, Kultur, Geographie und Wirtschaft.[70]

Das Osmanische Reich jagte in Asien wie das Deutsche Reich fantastischen Pl√§nen nach, die auf gr√∂√ütenteils irrealen Voraussetzungen beruhten. Das t√ľrkische Vordringen in den Kaukasus, im Namen des ‚ÄěPan-Turanismus‚Äú, erscheint heute als der ‚ÄěAmoklauf‚Äú des zusammenbrechenden Osmanischen Reiches.[71]

Bulgarien

Zar Ferdinand I. von Bulgarien

Bulgarien erstrebte seit seiner vollständigen Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich im Jahre 1908 die Einverleibung Makedoniens, das als Teil der bulgarischen Nation betrachtet wurde. Die Mittelmächte sicherten Bulgarien im September 1915 den serbisch beherrschten Teil Makedoniens zu, weshalb Bulgarien am 14. Oktober 1915 auf ihrer Seite in den Krieg eintrat.

B√ľndnisvertrag mit den Mittelm√§chten

Nachdem alliierte Verhandlungen mit Bulgarien, f√ľr das vor allem der Rest der europ√§ischen T√ľrkei, Ostthrazien mit Adrianopel, als Zugest√§ndnisse vorgesehen waren, an der hartn√§ckigen Weigerung Serbiens, Teile ihrer mazedonischen Landesteile abzutreten, gescheitert waren, stiegen die Chancen eines Kriegseintritts Bulgariens auf Seiten der Mittelm√§chte. Ausschlaggebend f√ľr den Vorteil der Mittelm√§chte war der g√ľnstige Stand der K√§mpfe f√ľr Deutschland und √Ėsterreich-Ungarn in Russland und f√ľr die T√ľrkei an den Dardanellen, aber vor allem das bessere Angebot, das den Bulgaren von den Feinden Serbiens gemacht werden konnte. War doch die nationale Wiedervereinigung Bulgariens mit den nahe verwandten Mazedoniern sp√§testens seit 1878, als nach San Stefano die Gr√ľndung Gro√übulgariens fehlschlug, das nationale Ziel des Balkanstaates.

Die bulgarische Seite verlangte eine Personalunion mit einem, um serbische Gebiete erweiterten, Albanien und f√ľr den Fall eines rum√§nischen Kriegseintritts, auch die gesamte Dobrudscha. Des Weiteren forderte Bulgarien die Abtretung von Drama, Serres und Kavala, im Falle einer griechischen Mobilisierung. Mit diesen Forderungen strebte die bulgarische F√ľhrung die Errichtung eines Staatswesens an, das √ľber die Grenzen von San Stefano hinausging und an das mittelalterliche Reich des Zaren Simeon erinnerte. In weiten Gebieten war der bulgarische Bev√∂lkerungsanteil, wenn √ľberhaupt vorhanden, verschwindend gering. Dieses Gro√ü-Bulgarien w√§re ein multinationaler Staatsverband gewesen, der den Irredentismus aller Nachbarstaaten herausgefordert h√§tte. Die Niederlage von 1913 hatte eine √úbersteigerung der nationalen Idee bei den Bulgaren ausgel√∂st.[72]

Der deutsche Staatssekret√§r des √Ąu√üeren, Jagow war peinlich √ľberrascht √ľber die Ma√ülosigkeit der bulgarischen Forderungen. Offenbar wollte es uns alles zumuten, glaubte Jagow und drang auf eine Zur√ľcknahme der Forderungen in Bezug auf Griechenland, Rum√§nien und Albanien.[73]

Schon kurz darauf, am 25. August 1915, gab es schlie√ülich auf Veranlassung Zar Ferdinands einen neuen bulgarischen Entwurf, der sich auf Mazedonien und das serbische Gebiet bis zur Morava beschr√§nkte. Letztlich gab, obwohl den bulgarischen Forderungen auf griechisches und rum√§nisches Gebiet nicht direkt entsprochen wurde, die herausragende Bedeutung des Kriegsziels (Serbisch-)Mazedonien, das die Entente nicht erf√ľllen konnte, den Ausschlag zugunsten der Mittelm√§chte. Denn Mazedonien war f√ľr fast alle bulgarischen Parteien die zentrale Frage ihrer Politik, die Lebensfrage schlechthin, ebenso wie f√ľr K√∂nig, Kirche und Armee.[74]

Wie im Falle der alliierten Vertr√§ge mit Italien und Rum√§nien, lassen sich die Kriegsziele Bulgariens durch die Kenntnis der Geheimkonvention im B√ľndnisvertrag des Deutschen Reiches mit Bulgarien vom 6.¬†September 1915 genau bestimmen. Das Deutsche Reich garantiert Bulgarien darin den Erwerb und die Annexion Serbisch-Mazedoniens und Altserbiens bis zur Morava, √ľber die K√§mme von Crna Gora und ҆ar Planina bis zur bulgarischen Grenze von San Stefano. Im Falle eines rum√§nischen oder griechischen Kriegseintritts auf Seiten der Alliierten werden dem neuen Verb√ľndeten auch gleich Teile der Dobrudscha und Griechisch-Mazedoniens (in beiden F√§llen das im Friede von Bukarest (1913) abgetretene Gebiet) in Aussicht gestellt.[75]

Das Vertragswerk sicherte den Bulgaren die Erf√ľllung jener irredentistischen Forderungen, die f√ľr das Balkanland vordringlich und f√ľr die Mittelm√§chte relativ unproblematisch waren. Es stellte einen Kompromiss dar, der nur erreicht werden konnte, weil die beiden Kaiserreiche, aus Sorge um die T√ľrkei, dringend die milit√§rische Mitwirkung eines s√ľdosteurop√§ischen Landes ben√∂tigten, um Serbien endg√ľltig zu besiegen, und weil Bulgarien durch die Niederlagen Russlands den Krieg entschieden glaubte.[76]

In der Folge f√ľhrte Bulgarien Konflikte mit allen Nachbarn, kriegerische mit Serbien, Griechenland und Rum√§nien, aber auch politische √ľber die Kriegszielfragen mit √Ėsterreich-Ungarn und der T√ľrkei. Daher blieb Sofia als einzig m√∂gliche Politik, sich allein auf Deutschland zu st√ľtzen.[77]

Dobrudschafrage

Grenzveränderungen in der Dobrudscha

Auf Betreiben Russlands wurde im Jahre 1878 Rum√§nien die Dobrudscha zugesprochen. Dabei war Rum√§nien aus ethnischen und wirtschaftlichen Gr√ľnden eher an Bessarabien interessiert und nicht an der von Bulgaren, T√ľrken und Tataren bewohnten Dobrudscha. Das Streben des s√ľdlichen Nachbarn nach diesem Gebiet war also nicht v√∂llig aus der Luft gegriffen, obwohl sich die ethnische Zusammensetzung inzwischen ver√§ndert hatte. In den Verhandlungen zum Geheimvertrag hatten K√∂nig Ferdinand und Ministerpr√§sident Radoslawow zuletzt doch auf die Norddobrudscha verzichtet, weil sie zu dieser Zeit noch Gefahren in einer gemeinsamen Grenze mit Russland sahen.[78]

Die Abgrenzung in der Geheimkonvention, vor allem in Bezug auf die Dobrudscha, f√ľhrte gegen Ende des Krieges dennoch zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Vertragspartnern, die erst vier Tage vor der bulgarischen Kapitulation zugunsten Bulgariens entschieden wurden.[79]

Die Bulgaren hatten vorerst nicht mehr erhalten als sie 1913 an Rum√§nien abgetreten hatten, der n√∂rdliche Teil der Dobrudscha bildete nach der Eroberung vorerst ein Kondominium f√ľr den Vierbund, das Deutschland die milit√§rische und wirtschaftliche Dominanz in diesem Gebiet sichern sollte. Im Dezember 1916 erhielt Radoslawow von Kaiser Wilhelm II. unerwarteten Auftrieb. In einer teils irrt√ľmlichen, teils gro√üz√ľgigen Pauschalformulierung (Verwechslung S√ľd-Dobrudscha - Dobrudscha) erkl√§rte der Kaiser: die Dobrudscha ist euch ja vertraglich zugesichert. Da habt ihr ja alles was ihr wollt.[80] Die bulgarischen Dobrudscha-Forderungen, die sich auf diese Zusage Kaiser Wilhelms II. beriefen, verwies die deutsche Regierung auf die Abmachung von 1915 und erkl√§rte, sie sehe in der √Ąu√üerung ihres Herrschers keine verbindliche Verpflichtung.[81]

Schlie√ülich war Deutschland an einer m√∂glichst ungeschw√§chten Einflusszone Rum√§nien interessiert. Inzwischen war aber Zar Ferdinand I., der eine gemeinsame Grenze aufgrund der Schw√§che des Russischen Reiches nicht mehr bedrohlich fand, auch f√ľr die Erwerbung der Nord-Dobrudscha.[82]

Marica-Frage

Entscheidend f√ľr den Kriegseintritt der Bulgaren 1915 war jedoch nicht die vage Zusage auf erst noch zu erobernde Gebiete. Erst nachdem auf deutschen Druck hin (die Gallipoli-Schlacht machte das erforderlich) im Oktober 1915 das Osmanische Reich einen kleinen Streifen am linken, Edirne (Adrianopel) gegen√ľberliegenden Ufer des Evros (Marica) an Bulgarien √ľbergab, schloss sich Bulgarien den Mittelm√§chten an. (Das genannte Gebiet umfasst etwa die n√∂rdliche H√§lfte der heute griechischen Pr√§fektur Evros mit den St√§dten Orestiada und Didymoticho.)

Im Februar 1918 ermunterten die Bulgaren die T√ľrken im Kaukasus, wollten aber h√∂chstens das linke Marica-Ufer zur√ľckgeben.[83]

K√ľhlmann und Ottokar Czernin unterst√ľtzen die t√ľrkischen Forderungen auf R√ľckgabe des 1915 an Bulgarien abgetretenen Marica-Gebietes. Die T√ľrkei begr√ľndete ihren Anspruch mit Billigkeitsgr√ľnden, Bulgarien verteidigte seinen mit dem Vertragsrecht von 1915.[84]

Als im März 1918 die Marica-Frage brennend wurde, drängte Ludendorff:

‚ÄěBulgarien erh√§lt im Vergleich zu den anderen Staaten, namentlich der T√ľrkei, so au√üergew√∂hnlich gro√üen territorialen Gewinn, dass es wegen R√ľckerstattung des ganzen, im Jahre 1915 erhaltenen t√ľrkischen Gebietes nachgeben muss.‚Äú

Erst am 25. September 1918 erhielt Bulgarien, wenige Tage vor seinem Ausscheiden aus dem Krieg, auch de facto die (Nord-) Dobrudscha zugesprochen.[85] Die innenpolitische und militärische Auflösung konnte aber auch durch diese Erwerbung der gesamten Dobrudscha im letzten Moment nicht mehr aufgehalten werden.

Wie bei den meisten anderen Kriegsf√ľhrenden Staaten, erschien auch Bulgarien der Krieg als Ausweg, der durch Erf√ľllung der nationalen Ideale die sozialen und innenpolitischen Spannungen beseitigen sollte. Au√üerdem schien er der Regierung auch als L√∂sung der sich versch√§rfenden wirtschaftlichen Krisensituation des Landes. Irredentismus und nationalistischer Wille zur Expansion hatten triumphiert.[86]

Kriegsziele der Entente und ihrer wichtigsten Verb√ľndeten

Frankreich

Kriegsziele zu Beginn des Krieges

Premierminister Georges Clemenceau

Frankreich wollte Revanche f√ľr die von den Franzosen als schmerzhaft empfundene Niederlage von 1871 nehmen und Elsa√ü-Lothringen zur√ľckerobern. Frankreich wollte dar√ľber hinaus die durch den Deutsch-Franz√∂sischen Krieg eingeleitete Vormachtstellung des Deutschen Reiches auf dem europ√§ischen Festland beseitigen, welche die franz√∂sische Nation zuvor seit dem 17.¬†Jahrhundert innegehabt hatte.

Das wichtigste, fast absolute Kriegsziel der Nation tauchte bereits in den ersten Kriegstagen auf: die R√ľckgewinnung Elsa√ü-Lothringens. Diese Forderung blieb vom Anfang bis zum Ende des Krieges, quer durch das politische Spektrum, ein unverr√ľckbares Kriegsziel.[87] Als nach dem Sieg an der Marne beschlossen wurde, den Krieg bis zum Ende der ‚ÄěHegemonie des preu√üischen Militarismus‚Äú fortzuf√ľhren, traten bald auch weitere Ziele an die √Ėffentlichkeit, vom Saarbecken, √ľber linksrheinische Gebiete, in manchen Kreisen bis hin zur Infragestellung der Reichseinheit oder zumindest ihrer Schw√§chung im f√∂derativen Sinne.[88] F√ľhrend in dieser Frage war die extreme national-royalistische Action fran√ßaise, w√§hrend die republikanische Ligue des patriotes eine Kampagne lancierte, die auf eine Umgestaltung des Rheinufers in einen Pufferstaat unter franz√∂sischer Dominanz oder sogar offene Annexion abzielte.[89]

Sehr verbreitete französische Propagandakarte aus dem Jahre 1915, welche die Kriegsziele der Action française widerspiegelt, aber hier der Gegenpropaganda dient.[90]

Im Herbst 1915 zeichneten sich schlie√ülich jene franz√∂sischen Kriegsziele ab, die in den kommenden Jahren immer wieder, mit unterschiedlicher offizieller Unterst√ľtzung, kaum ver√§ndert auftauchten. Die R√ľckkehr von Elsa√ü-Lothringen in den Grenzen von 1814 oder sogar 1790, also mit dem Saargebiet, die Zur√ľckdr√§ngung Deutschlands an den Rhein durch Annexion oder Neutralisation des Rheinlandes, wobei sich die Regierung v√∂llig freie Hand lie√ü sowie eine wirtschaftliche und milit√§rische Angliederung Belgiens und Luxemburgs an Frankreich.[91]

Koloniale Kriegsziele

Französische Kolonien 1923 (dunkelblau

Die √ľberseeischen Kriegsziele Frankreichs manifestierten sich durch die Konzentration auf die Westfront, haupts√§chlich bei den Vereinbarungen mit den Alliierten √ľber den Nahen und Mittleren Osten und Westafrika.

F√ľr die Russland im M√§rz 1915 im ‚ÄěAbkommen √ľber Konstantinopel und die Meerengen‚Äú zugesprochenen Gebiete forderte Delcass√© vorerst Kilikien und Syrien als Interessenszonen. Dem Comit√© de l‚ÄôAsie Fran√ßaise war das jedoch zu wenig und es rief offen nach einer Annexion Kilikiens und Syriens inklusive Pal√§stinas. Die Regierung folgte dieser Forderung und bekam im Oktober Kilikien und Syrien mit dem Libanon von Gro√übritannien zuerkannt. Pal√§stina sollte internationalisiert werden. Die kolonialen Kriegsziele waren auch weniger Bestrebungen der Regierung, sondern der Kolonialpartei und ihren Sympathisanten im Au√üen- und Kolonialministerium. Die Regierung, durch die Westfront voll in Anspruch genommen, diskutierte koloniale Fragen nicht einmal, weswegen der Kolonialminister bis 1918 in dieser Frage dominierte.[92]

Priorit√§t f√ľr viele Kolonialisten hatte ein geschlossenes franz√∂sisches Westafrika, inklusive der deutschen und britischen Enklaven. Auch im Orient war Gro√übritannien mehr Konkurrent als der eigentliche Kriegsgegner, das Osmanische Reich. Zum Leidwesen der Kolonialisten h√∂rte Georges Clemenceau aber wenig auf die Kolonialpartei und ihre Leute im Au√üenministerium am Quai d‚ÄôOrsay, sondern trat Lloyd George in der anglo-franz√∂sischen Deklaration vom 7.¬†November 1918 die Anspr√ľche auf Pal√§stina und Mossul ab ‚Äď m√∂glicherweise, um britische Unterst√ľtzung bei den franz√∂sischen Ambitionen auf die linksrheinischen Gebiete zu erhalten.[93]

Die anderen Hauptgr√ľnde, warum die franz√∂sische Kolonialpartei ihre Kriegsziele nicht voll durchsetzen konnte, waren das Mandatsprinzip des V√∂lkerbundes in Afrika, die Tatsache, dass Gro√übritannien die milit√§rische Macht in den fraglichen Gebieten innehatte, und die M√§√üigung der Kolonialisten, vor allem in der Sprache, bedingt durch Wilsons Selbstbestimmungsrecht der V√∂lker. Hatten kolonialistische Beamte lange Zeit die kolonialen Kriegsziele bestimmt, konnte sich Clemenceau zuletzt doch durchsetzen.[94]

Kriegsziele 1916

Premierminister Aristide Briand

Die g√ľnstige Kriegslage im Sommer 1916, insbesondere der als entscheidend bewertete Kriegseintritt Rum√§niens, bewirkte bei der Regierung Briands ein Aufgeben der bisherigen Zur√ľckhaltung. Diskussionen und Untersuchungen in Bezug auf die Friedensbedingungen setzten ein und f√ľhrten schlie√ülich zu einem umfangreichen Forderungsprogramm.[95]

Auf Verlangen Pr√§sident Poincar√©s entwarf zuerst Generalstabschef Joffre im August 1916 einen Plan der w√ľnschenswerten Friedensbedingungen ‚Äď mit Annexion des saarl√§ndischen Kohlebeckens und der Bildung von drei oder vier linksrheinischen Staaten mit Br√ľckenk√∂pfen am rechten Rheinufer bei Stra√üburg und Germersheim sowie einer Verkleinerung Preu√üens zugunsten der anderen deutschen Staaten. Dieser Generalstabsplan wurde im Oktober 1916 √ľberarbeitet und versch√§rft, wobei eine drei√üigj√§hrige Okkupation des Rheinlandes und eine Teilung Deutschlands in neun unabh√§ngige Staaten vorgesehen waren. Dieses extreme Konzept sollte aber erst nach Kriegsende wieder auftauchen.[96]

Das Kriegszielprogramm der Regierung Briand, im November 1916 von Paul Cambon, Botschafter in London, und seinem Bruder ausgearbeitet, war deutlich moderater. Danach sollte der deutsche Nationalstaat bestehen bleiben, Frankreich ‚Äězumindest‚Äú die Grenze von 1790, also Elsass-Lothringen mit dem Saarland, erhalten. Einer mit gro√üen Schwierigkeiten verbundenen Okkupation des Rheinlandes wird die Errichtung zweier neutraler, unabh√§ngiger Pufferstaaten unter franz√∂sischem Schutz vorgezogen. Belgien, aber nicht Luxemburg, wird im Gegensatz zum Generalstabsmemorandum in Unabh√§ngigkeit belassen.[97]

Kriegsziele 1917

Pierre Paul Cambon

Manchen Regierungsmitgliedern ging das Cambon-Memorandum zu weit, andere wollten wiederum keinen Verzicht auf Annexionen im Rheinland. Ministerpräsident Briand stand aber hinter dem Programm, weshalb es im Januar 1917, in revidierter Form, zum offiziellen Regierungsprogramm wurde. Die revidierte Form bezog sich jedoch in erster Linie auf die Verwendung subtilerer Formulierungen. So wurde das zumindest beim Anspruch auf die 1790er-Grenze weggelassen oder die Bezeichnung Pufferstaaten durch Neutralität und provisorische Okkupation ersetzt.[98]

Alles sonstige sollte inter-alliierten Verhandlungen vorbehalten bleiben, was Frankreich freie Hand sicherte. Jedenfalls waren alle der Meinung, ein System von Pufferstaaten w√ľrde sp√§tere Annexionen erleichtern. Das Dokument war gedacht als Diskussionsgrundlage mit Gro√übritannien, ohne legislative Sanktion, und war daher m√∂glichst unverbindlich gehalten, vage vor allem in Bezug auf die von Gro√übritannien abgelehnte Annexion des Rheinlandes.[99]

Aus diesem Grunde wurde das spektakul√§rste Kapitel in der Geschichte der franz√∂sischen Kriegsziele auch ohne Wissen Gro√übritanniens geschrieben ‚Äď die Mission des Kolonialministers Doumergue in Petrograd am 12.¬†Februar 1917. Das Angebot Doumergues an Russland zur freien Festsetzung seiner Westgrenze war der Versuch, einen Sonderfrieden mit dem Deutschen Reich zu verhindern. Am 14.¬†Februar 1917 sicherte Russland seinerseits den Franzosen Unterst√ľtzung bei ihren Forderungen zu. Frankreich wurde Elsass-Lothringen im Umfang des fr√ľheren Herzogtums Lothringen mit dem Saarbecken zugestanden, die nicht annektierten linksrheinischen Gebiete sollen ein autonomes und neutrales Staatswesen unter franz√∂sischem Schutz bilden, das besetzt bleibt, bis alle Friedensbedingungen erf√ľllt sind.[100]

Wenige Wochen sp√§ter wurde die Abmachung durch die erste russische Revolution allerdings hinf√§llig und durch das damit n√∂tig gewordene Ausscheiden Russlands aus dem Krieg geriet die franz√∂sische Kriegszielpolitik in eine tiefe Krise. Das zaristische Russland war schlie√ülich die einzige Gro√ümacht gewesen, welche Briands Pl√§ne im Saarland und am Rhein unterst√ľtzt hatte. Mit dem Kollabieren des Zarenreichs kollabierten, so schien es vorerst, auch Frankreichs Rheinpl√§ne.[101]

Kriegsziele gegen Ende des Krieges

Premierminister Alexandre Ribot

Der den gescheiterten Briand ersetzende Ministerpr√§sident Ribot leitete eine neue Phase der franz√∂sischen Kriegszielpolitik ein. Da durch das drohende Ausscheiden Russlands nun der Ausgang des Kampfes selbst in Frage gestellt wurde, trat die Frage der Kriegsziele nat√ľrlich in den Hintergrund ‚Äď offiziell wurde nur mehr an Elsass-Lothringen festgehalten.[102]

Die Regierung Ribot wies den Geist der Eroberung weit von sich und verlangte neben Elsass-Lothringen nur notwendige Sicherheitsgarantien. Als die Erfolge des deutschen U-Bootkrieges und die Meutereien im franz√∂sischen Heer im Fr√ľhjahr 1917 die Kriegslage f√ľr die Alliierten zus√§tzlich verschlimmerten, sah sich Ribot von den franz√∂sischen Sozialisten gedr√§ngt, die Kriegsziele noch mehr zur√ľckzuschrauben. Er entband Russland seiner Zusagen bez√ľglich der neuen franz√∂sischen Ostgrenze, an die sich die neue russische Regierung ohnehin nicht gebunden f√ľhlte, und beteuerte, die R√ľckgabe Elsass-Lothringens sei keinesfalls eine Annexion und die notwendigen Garantien solle man doch nicht im Geiste der Eroberung sehen.[103]

Sp√§ter meinte Ribot zwar, die Stunde ist noch nicht gekommen, um √ľber alle Friedensbedingungen zu diskutieren und wies jegliche Annexionsbestrebungen zur√ľck. Gleichzeitig lie√ü er aber die M√∂glichkeit unabh√§ngiger Rheinstaaten offen und verlangte weiterhin die Niederwerfung des preu√üischen Militarismus. Ribot hielt also an der Rheinlandpolitik, ebenso wie an der Gesamtheit der franz√∂sischen Ziele fest, die Ver√§nderung betraf lediglich die √§u√üere Form der Kriegsziele, jedoch nicht deren Inhalt.[104] Erst im Januar 1918 erhielt Frankreich die endg√ľltige offizielle Unterst√ľtzung in der Hauptkriegszielfrage Elsa√ü-Lothringen; Lloyd George und Pr√§sident Wilson forderten √∂ffentlich die Ausl√∂schung des Unrechts von 1871. Bis Kriegsende konzentrierte sich die Regierung Clemenceau darauf, das Recht Frankreichs auf die Provinzen, ohne jegliche Abstimmung, zu zementieren, w√§hrend die anderen Fragen diskret im Hintergrund blieben, was aber keinesfalls ein Abgehen von weiteren Zielen bedeutete.[105]

So kam es, dass selbst nach Ende des Krieges die franz√∂sischen Kriegsziele noch halbfertig und unklar waren, obwohl nach der sicheren Erlangung Elsass-Lothringens die Rheingrenze eindeutig das Hauptziel Clemenceaus und aller politischen F√ľhrer war.[106]

Langlebigstes und wichtigstes Konzept zur Schwächung Deutschlands war der Versuch der Loslösung des Rheinlandes von Deutschland durch Annexion oder Neutralisation.

Es ist nicht richtig, dass Frankreich mit seinen Absichten in Versailles scheiterte, konnte es doch, trotz aller Konzessionen an seine Alliierten, einen guten Teil seiner Ziele durchsetzen. Zwar musste das Land auf offene Annexionen im Saar- und Rheinland verzichten, hatte aber durch die Besetzung dieser Gebiete alle Möglichkeiten, den Vertrag, wie 1923 bei der Ruhrbesetzung, nachzubessern.[107] Dass die Okkupation letztlich scheiterte, lag jedenfalls nicht am mangelnden Durchsetzungsvermögen Frankreichs in Versailles.

Allerdings ist anzunehmen, dass bei einem Nichtausscheiden Russlands die ‚Äěannexionistischen M√§chte‚Äú Frankreich und Russland ihren Frieden diktiert, also ihre Kriegsziele weitgehend durchgesetzt und Deutschland auf das Gebiet zwischen Rhein und unterer Weichsel beziehungsweise Oder beschr√§nkt, h√§tten. Die Forderungen an die Besiegten h√§tten von vornherein anders gelautet, denn der Einfluss der liberal-gem√§√üigt gesinnten angels√§chsischen M√§chte w√§re auf der Friedenskonferenz weit weniger zum Tragen gekommen. Frankreich und sein gro√üer kontinentaler Verb√ľndeter h√§tten die neue Karte Europas weitgehend unter sich ausgemacht. So aber musste sich Frankreich, da es seine westlichen Alliierten ben√∂tigte, um Deutschland auch nach dem Kriege dauerhaft niederzuhalten, von vornherein bescheiden, um sich nicht britischen und US-amerikanischen Einw√§nden beugen zu m√ľssen, die das bereits ‚Äěkosmetisch behandelte‚Äú und reduzierte Programm Frankreichs kritisierten und einzuschr√§nken trachteten. Man k√∂nnte daher, sehr vereinfacht sagen, Deutschland verdankt das Rheinland der Russischen Revolution.

Russisches Reich

Außenminister Sergei Dmitrijewitsch Sasonow

Das Russische Reich konzentrierte seine internationalen Interessen nach dem verlorenen Krieg 1904/05 gegen Japan auf den Balkan, als dessen nat√ľrliche Schutzmacht es sich sah. Dabei kam es unweigerlich zu starken Spannungen mit √Ėsterreich-Ungarn. Das Selbstverst√§ndnis Russlands als Erbe der byzantinisch-orthodoxen Kultur und die traditionelle Feindschaft gegen das Osmanische Reich kamen in den russischen Kriegszielen ebenfalls zum Ausdruck. Nach dem osmanischen Kriegseintritt erhoffte man sich auf russischer Seite den Gewinn Konstantinopels und der Meerengen zwischen der √Ąg√§is und dem Schwarzen Meer. Die russischen Kriegsziele umfassten neben dem alten Ziel der Meerengen auch Galizien und vor allem den (klein)russisch (= ukrainisch) besiedelten Ostteil sowie aus strategischen Gr√ľnden das ins russische Gebiet hineinragende Ostpreu√üen. Im weiteren Sinne spielte sicher auch die Idee des Panslawismus, einer Zusammenfassung aller Slawen in einem Kontinentalblock, eine Rolle.

In der ersten Siegeszuversicht erstellte der russische Au√üenminister Sasonow am 14.¬†September 1914 ein ‚Äě13-Punkte-Programm‚Äú, welches in manchen Aspekten als Gegenpart zum Septemberprogramm Bethmann Hollwegs anzusehen ist. Dies ist auch bekannt als ‚Äě12-Punkte-Programm‚Äú, weil bei den ersten Ver√∂ffentlichungen Punkt¬†13, √ľber die Reparationen, eliminiert worden war.

Sasonow sah in erster Linie territoriale Abtretungen Deutschlands, angeblich auf der Basis des Nationalit√§tenprinzips, vor. Russland w√ľrde den Unterlauf des Njemen (Memelland) und den √∂stlichen Teil Galiziens annektieren sowie dem K√∂nigreich Polen den Osten der Provinz Posen, (Ober-) Schlesien und Westgalizien angliedern. Weitere Bestimmungen waren die oft genannten Fixpunkte alliierter Kriegszielprogramme: Elsass-Lothringen, vielleicht das Rheinland und die Pfalz an Frankreich, ein Gebietszuwachs f√ľr Belgien bei Aachen, Schleswig-Holstein zur√ľck an D√§nemark und die Wiederherstellung des K√∂nigreiches Hannover.[108]

√Ėsterreich w√ľrde eine ‚ÄěDreifache Monarchie‚Äú bilden, bestehend aus den K√∂nigreichen B√∂hmen (B√∂hmen und M√§hren ‚Äď M√§hren wurde dabei f√ľr das Gebiet der Slowaken gehalten, was die Unklarheit russischer Vorstellungen von Zentraleuropa zeigt), Ungarn und √Ėsterreich (Alpenl√§nder), wobei sich Ungarn mit Rum√§nien √ľber Siebenb√ľrgen einigen m√ľsste. Serbien erhielte Bosnien-Herzegowina, Dalmatien und Nordalbanien, Griechenland hingegen S√ľdalbanien, Bulgarien einen Teil Mazedoniens, Gro√übritannien, Frankreich und Japan die deutschen Kolonien. Die Meerengen blieben, noch vor dem t√ľrkischen Kriegseintritt, zumindest offiziell unerw√§hnt. Sazonows Programm war die erste umfassende Kriegszielerkl√§rung der russischen Regierung und Russland war damit die erste Ententemacht, die ihren Alliierten eine Liste mit Kriegszielen vorlegte.[109]

Vereinigtes Königreich

Kriegsziele zu Beginn des Krieges

Premier Herbert Henry Asquith

Das Vereinigte K√∂nigreich wollte sich der wachsenden Wirtschaftskraft Deutschlands entledigen und die starke deutsche Flotte ausschalten, da es seine Machtstellung durch das seit der Reichseinigung aufstrebende Deutschland bedroht sah. Die deutsche Invasion Belgiens war der offizielle Grund f√ľr Gro√übritanniens Kriegseintritt ‚Äď die Wiederherstellung Belgiens blieb in den ersten Kriegsjahren daher auch das einzige erkl√§rte wichtige Kriegsziel.[110] Zum Ziel der Befreiung Belgiens trat aber schon fr√ľh die Formel der Zerschlagung des preu√üischen Militarismus, zur Wahrung des europ√§ischen Gleichgewichts, welches durch die deutsche Besetzung Belgiens und der Kanalk√ľste bedroht schien.[111] Die √ľbertriebene Furcht, Deutschlands Ambitionen im Weltkrieg w√ľrden aus Gro√übritannien einen deutschen Klientelstaat machen, erschien weiten Kreisen der Verantwortlichen die Notwendigkeit des Widerstandes zu erfordern.[112]

An einer Demokratisierung Deutschlands, wie sie die US-Regierung Wilson sp√§ter propagierte, zeigte Gro√übritannien offiziell wenig Interesse. Wohl aber sollte innerhalb des Kaiserreichs das K√∂nigreich Hannover wiederhergestellt werden, eine √úbergabe von z.¬†B. vier preu√üischen Sitzen im Bundesrat (ebenso viele wie die K√∂nigreiche Sachsen oder W√ľrttemberg) an das wiederhergestellte Hannover h√§tte dann lediglich Preu√üens Vetomacht in dieser Kammer beendet (zusammen mit nur einem einen weiteren Teilstaat aber h√§tte Preu√üen diese weiterhin gehabt).

Direkte territoriale Ziele auf dem europ√§ischen Kontinent hatte Gro√übritannien jedenfalls zu keiner Zeit, auch au√üerhalb Europas habe Gro√übritannien, laut Premier Asquith, schon jetzt gerade so viel Land wie we are able to hold.[113] Dennoch mussten etwaige Interessen gegen√ľber Frankreich, Russland und den anderen Verb√ľndeten gewahrt bleiben, was im Klartext Erwerbungen von deutschen und t√ľrkischen Besitzungen in Afrika und Vorderasien bedeutete.

Entwicklung im Kriegsverlauf

Premier David Lloyd George

Territoriale Belange wurden offiziell immer, wohl um peinliche Implikationen zu vermeiden, als sekund√§r angesehen. Nach dem Ausscheiden des zaristischen Verb√ľndeten konnte der Krieg propagandistisch hervorragend als Kreuzzug der Demokratie gegen Tyrannei und Despotismus gef√ľhrt werden. Aber Ende 1916 wollte die britische √Ėffentlichkeit schlie√ülich konkret wissen, wof√ľr ihre Soldaten k√§mpfen und sterben sollten, was die Formulierung der Kriegsziele dringend machte.[114]

Am 20.¬†M√§rz 1917 bezeichnete Lloyd George die Beseitigung der reaktion√§ren Milit√§rregierungen und die Etablierung von ‚Äěpopul√§ren‚Äú Regierungen, als Basis des internationalen Friedens, als wahre Kriegsziele. Gegen Ende des Jahres einigte sich das Kabinett auf erste provisorische Kriegsziele. Es unterst√ľtzte franz√∂sische Bestrebungen auf Elsass-Lothringen, italienische Forderungen, entgegen dem Vertrag von London, nur auf Basis des Nationalit√§tenprinzips, sowie die Restauration Belgiens, Serbiens und Rum√§niens.[115] Sp√§ter kamen, neben der Forderung nach Unabh√§ngigkeit Polens und der V√∂lker der Donaumonarchie, auch eigene Expansionsw√ľnsche in Form von Forderungen nach Selbstbestimmung f√ľr die deutschen Kolonien, um den Deutschen die Grundlage f√ľr ihr Mittelafrika zu entziehen und den schon okkupierten arabischen Teilen der T√ľrkei unter ‚ÄěBritish rule‚Äú zu Tage.[116]

Koloniale Kriegsziele

Britische Kolonien 1921

Das Sykes-Picot-Abkommen vom 3.¬†Januar 1916 regelte die Interessenszonen Gro√übritanniens und Frankreichs im Nahen Osten. Gro√übritannien erhielt das s√ľdliche Mesopotamien, w√§hrend Pal√§stina internationalisiert werden sollte. Die deutschen Kolonien in Afrika und √úbersee sollten keinesfalls zur√ľckgegeben werden, was auch die an der Eroberung beteiligten Japaner und britischen Dominions kaum zugelassen h√§tten. Es stellte sich heraus, dass die war aims of the British Empire nicht ausschlie√ülich auf den Interessen des Vereinigten K√∂nigreiches basierten, da Australien, Neuseeland und S√ľdafrika ihre Eroberungen deutscher Kolonien behalten wollten.[117]

Eine im Januar 1917 vorgelegte Denkschrift des Foreign Office betrachtete die deutschen Kolonien als die f√ľr die Deutschen handgreiflichsten Resultate der ‚ÄěWeltpolitik‚Äú des Kaisers. Der Hauptzweck dieser Kolonien war, aus britischer Sicht, die Vorbereitung von Angriffen auf fremde Kolonien. Die Wegnahme der deutschen Kolonien sei die Vorbedingung f√ľr das wichtige britische Kriegsziel: das Ende der deutschen Seemacht und Seepolitik. Oberstes Kriegsziel m√ľsse es sein zu verhindern, dass Deutschland Weltmacht werde. Es solle seine Energien auf den Kontinent, auf das 1870 erreichte, beschr√§nken, w√§hrend Gro√übritannien zwar die Vorherrschaft zur See und einem √ľberseeisches Reich, aber keine kontinentalen Bestrebungen haben solle.[118]

Sekundäre Kriegsziele der britischen Dominions

Premier Louis Botha

Neben dem Mutterland verfolgten vor allem die Dominions S√ľdafrika und Australien eigene Kriegsziele, die √ľber jene Gro√übritanniens hinausgingen und dessen beabsichtigten Verhandlungsspielraum f√ľr eine Nachkriegsl√∂sung behinderten. Da Gro√übritannien auf die Unterst√ľtzung der Kolonien angewiesen war, konnte es deren sekund√§ren Kolonialanspr√ľchen wenig entgegensetzen.

Die S√ľdafrikanische Union unter Premier Louis Botha und General Smuts beispielsweise hatte bereits 1911 als Nahziel die Annexion Deutsch-S√ľdwestafrikas gefordert sowie Portugiesisch-Ostafrika (Mo√ßambique). Der bereits 1898 und 1913/14 im Angola-Vertrag vereinbarten Aufteilung der portugiesischen Kolonien (dem Empire bzw. S√ľdafrika w√§re S√ľd-Mo√ßambique zugefallen) stand jedoch entgegen, dass Portugal als Alliierter Gro√übritanniens im Weltkrieg k√§mpfte, worauf London mehr R√ľcksicht nehmen musste als Pretoria.

1916 bis 1919 vertrat Smuts als unmittelbares Kriegsziel ein ‚ÄěGreater South Africa‚Äú mit einer Angliederung von Deutsch-S√ľdwestafrika, der britisch verwaltenen Protektorate Betschuanaland (Botswana) und S√ľdrhodesien, sowie Mo√ßambique bis zum Sambesi.[119]

Pretorias Fernziel aber war eine s√ľdafrikanische Vorherrschaft √ľber das gesamte s√ľdlich des √Ąquator gelegene Afrika von Kapstadt bis zum Kilimandscharo. Dazu wollte S√ľdafrika noch zus√§tzlich die Herrschaft √ľber die britisch verwaltenen Protektorate Nordrhodesien (Sambia) und Njassaland (Malawi) √ľbernehmen sowie Deutsch-Ostafrika erobern. Selbst das belgische Katanga z√§hlte zur s√ľdafrikanischen Interessenssp√§hre.

Tats√§chlich war Gro√übritannien auf den milit√§rischen Beitrag S√ľdafrikas angewiesen, S√ľdafrika f√ľhrte zwar die Hauptk√§mpfe gegen die deutsche Schutztruppe in Ostafrika und stellte obendrein Einheiten an die Flandernfront ab. Doch damit √ľberforderte S√ľdafrika auch seine Kr√§fte und M√∂glichkeiten, zum endg√ľltigen Sieg im fernen Ostafrika war General Smuts' von starken Verlusten geschw√§chte Truppe nicht mehr in der Lage.[120]

Australien und das Deutsche Reich waren bereits 1883 wegen Neuguinea aneinandergeraten, Australiens Ziel war es daher, neben dem im Wettlauf mit den Deutschen schon damals besetzten S√ľdostteil der Insel, auch die deutsche Kolonie im Nordostteil zu erobern.[121]

Kriegsziele und das Mächtegleichgewicht

Außenminister Arthur James Balfour

Neben der Tendenz zur Schw√§chung Deutschlands gab es in der britischen Politik also auch eine Gegenbewegung, die alte Wurzeln besa√ü. Das M√§chtegleichgewicht, die ‚Äěbalance of power‚Äú des Nachkriegseuropa erfordere ein starkes Deutschland als Gegengewicht zu Frankreich und Russland. Diese Komponente der britischen Kriegszielpolitik sollte bei der Friedenskonferenz in Versailles noch eine wichtige Rolle spielen.

Die alten Rivalit√§ten mit Frankreich und Russland waren zwar durch den Konflikt mit Deutschland √ľberdeckt, aber dennoch latent vorhanden. Es war klar, dass diese Konflikte nach dem Krieg wieder ausbrechen w√ľrden, weshalb sich jede Gro√ümacht ihre neue Ausgangsposition fr√ľh sichern musste. F√ľr Gro√übritannien, das keine direkten realisierbaren Erwerbungen auf dem Kontinent in Aussicht hatte, war die Beibehaltung eines auf dem Land milit√§risch starken Deutschland geopolitisch lebensnotwendig.

Die im Weltkrieg existierende Koalition wurde von Gro√übritannien nicht f√ľr sehr dauerhaft gehalten, Deutschland hielten die Briten sogar f√ľr einen m√∂glichen Alliierten der Zukunft, wof√ľr es stark und wohlgesinnt zu halten sei ‚Äď eine Denkart, welche Russland oder Frankreich nicht nur w√§hrend des Krieges, fremd war.

Ende August 1918 wurde Lloyd Georges Deutschlandpolitik zunehmend h√§rter, Balfour wollte die Kohlenreviere im Ruhrgebiet und Schlesien vom Reich abspalten, sogar die lang vergessene Abtretung Schleswig-Holsteins an D√§nemark tauchte wieder auf. Im November, als das britische Hauptkriegsziel, die deutsche Vorherrschaft auf dem Kontinent zu brechen, bereits erreicht war, wurde aus den schon beschriebenen Gleichgewichtsgr√ľnden kein second Alsace-Lorraine angestrebt.[122]

Der Wegfall Russlands aus der Kriegskoalition machte das britische Konzept des M√§chtegleichgewichts zwar einfacher, aber zugleich auch schwieriger. Der russische Druck auf den deutschen Osten fiel nun weg und ein System von neuen Staaten musste die Bindung deutscher Kr√§fte im Osten √ľbernehmen. Da diese neuen Staaten nie die Macht des alten russischen Reiches entwickeln konnten, wurde der zuvor erwogene Anschluss √Ėsterreichs an Deutschland von den Briten, als nicht mehr zweckdienlich, verworfen. Im Westen war die Situation anders, da umfangreiche Annexionsw√ľnsche Frankreichs im Rheinland, wenn auch in verdeckter Form, eine Hegemonie der Franzosen einzuleiten drohten, die Gro√übritannien durch Milderung der Friedensbedingungen f√ľr Deutschland zu verhindern suchte.

Italien

Auch Italien betrieb seit der nationalen Einigung, die 1870 abgeschlossen worden war, eine expansionistische Politik, welche unter anderem auf die italienisch besiedelten Gebiete unter √∂sterreichisch-ungarischer Herrschaft zielte. Auch die Unterzeichnung des Dreibund-Vertrags mit √Ėsterreich-Ungarn und dem Deutschen Reich im Jahre 1882 konnte die daraus resultierenden Spannungen nicht beseitigen. Zudem war es 1911/12 zu einem Krieg mit dem Osmanischen Reich gekommen, welcher mit der faktischen Annexion Libyens und des Dodekanes durch Italien endete.

Durch Nachgeben Russlands auf italienisches Dr√§ngen nach Erwerbung slawischer Gebiete an der Adria kam schlie√ülich der Geheimvertrag von London am 26.¬†April 1915 zustande, dem am 23.¬†Mai 1915 die Kriegserkl√§rung an √Ėsterreich-Ungarn und der Angriff unter anderem am Isonzo folgte. Der Vertrag von London spiegelt die Kriegsziele Italiens genau und verl√§sslich wider, das durch seine g√ľnstige Verhandlungsposition praktisch alle Anliegen durchsetzen konnte. Italien erh√§lt das Trentino, S√ľdtirol bis zum Brenner, die Stadt und das Gebiet von Triest, die Grafschaft G√∂rz und Gradisca, ganz Istrien, die istrischen und einige kleinere Inseln, aber nicht Fiume. Ferner erh√§lt Italien die Provinz Dalmatien ab Lissarik und Trebinje im Norden, bis Kap Planka im S√ľden, also etwa von Zadar bis vor Split, mitsamt den vorgelagerten Inseln, sowie Lissa und Lagosta. Zuletzt erwirbt Italien noch den strategisch bedeutsamen albanischen Hafen Valona mit umfangreichem Hinterland. Auch w√ľrde bei einer etwaigen Teilung der T√ľrkei eine noch festzusetzende Region an der S√ľdk√ľste Kleinasiens an Italien gehen.[123]

Dass die Vereinbarung insbesondere in Bezug auf Dalmatien im Vertrag von Versailles nicht zur G√§nze verwirklicht wurde, lag am Widerstand der Serben beziehungsweise S√ľdslawen und der ‚Äď durch den Vertrag nicht gebundenen ‚Äď US-Amerikaner.

Serbien

Premierminister Nikola PaŇ°ińá

In Serbien war Grundlage aller Kriegszielprogramme die Idee von der Vereinigung aller S√ľdslawen. Meistens reichten die serbischen Anspr√ľche √ľber eine Vereinigung mit Kroaten und Slowenen, bei Unabh√§ngigkeit von Bulgarien und Montenegro, oder sogar nur einem Gro√üserbien, mit Abrundung des serbischen Gebietes und Zugang zur Adria, nicht hinaus.

Aber schon die serbische Kriegsproklamation vom 4. August 1914 sprach vom

‚ÄěJammer von Millionen unserer Br√ľder [‚Ķ], welcher aus Bosnien und Herzegowina, aus dem Banat, der Batschka, Kroatien, Slawonien, Srem und von unserem Meer, aus dem felsigen Dalmatien, zu uns drang.‚Äú

Diese Proklamation nannte also das nationale Befreiungsziel der Serben, die Vereinigung aller Serben, Kroaten und Slowenen.[124]

Ministerpr√§sident Nikola PaŇ°ińá legte am 21.¬†September dem russischen Au√üenminister Sazonow umfangreiche Kriegsziele vor: Bosnien, die Herzegowina, Dalmatien, die Batschka, das Banat, G√∂rz mit Umgebung und Istrien. Letzteres war er bereit, mit Italien, bei dessen etwaigem Kriegseintritt, zu teilen. Eine Woche sp√§ter, als PaŇ°ińá von den italienischen Forderungen erfuhr, wollte er auf ganz Istrien verzichten, warnte aber davor, Italien Dalmatien zu √ľberlassen, weil dann die Serbokroaten der Monarchie auf der Seite √Ėsterreich-Ungarns stehen w√ľrden.[125]

Eine russisch-s√ľdslawische Denkschrift aus dem Dezember 1914, vom exilierten kroatischen Abgeordneten Frano Supilo verfasst, √§u√üerte schon detailliertere Vorstellungen √ľber den kommenden s√ľdslawischen Staat. Dieser Staat h√§tte 260.000 km¬≤ umfasst, bestehend aus den s√ľdlichen Teilen K√§rntens und der Steiermark, dem Krain, dem gesamten Kronland K√ľstenland (mit Triest), Dalmatien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Slawonien mit Fiume, das s√ľdliche Ungarn (ein wenig n√∂rdlich der Mur, s√ľdlich von P√©cs und Szeged), sowie Montenegro und das damalige Serbien. Von den 14¬†Millionen Einwohnern w√§ren 12,7¬†Millionen S√ľdslawen.[126]

In der Deklaration von NiŇ° vom 7. Dezember 1914 stellte Serbien offen seine Kriegsziele vor: Als maximale L√∂sung war Jugoslawien in den Grenzen gedacht, wie sie auch Frano Supilo vorgestellt hatte; daneben gab es eine minimale L√∂sung, die im Westen lediglich Bosnien, Herzegowina, Slawonien und Dalmatien umfassen w√ľrde, ein Jugoslawien, dass ‚Äězumindest die Mehrheit der orthodoxen Jugoslawen umfassen‚Äú sollte.

Im Februar 1915 versprach der britische Au√üenminister Edward Grey Serbien Bosnien, die Herzegowina und einen Zugang zur Adria, im Mai zog man sogar eine F√∂deration mit Kroatien in Betracht. Das britische Foreign Office und Grey sagten Supilo pers√∂nlich sogar zu, dass bei serbischer Zustimmung Bosnien, der Herzegowina, S√ľddalmatien, Slawonien und Kroatien erlaubt werde, ihr eigenes Schicksal selbst zu bestimmen (1.¬†September 1915). Der Einfluss der s√ľdslawischen Exilpolitiker innerhalb der Bev√∂lkerung daheim, war allerdings bis ins letzte Kriegsjahr hinein verschwindend gering.[127]

Nikola I. von Montenegro

Montenegro, das schon vor 1914 um enge milit√§rische, diplomatische und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem serbischen Bruderstaat bem√ľht war, sollte sp√§testens, als K√∂nig Nikola¬†I. den Mittelm√§chten einen Sonderfrieden anbot, mit Serbien vereinigt werden.

Dennoch waren die fr√ľhen Kriegsziele der serbischen Verantwortlichen viel eher gro√üserbisch als s√ľdslawisch motiviert. Diese gro√üserbischen Ambitionen wurden bei den westlichen Verb√ľndeten, da viele der angestrebten Gebiete nur eine serbische Minderheit besa√üen, mit einem jugoslawischen M√§ntelchen umgeben. Erst nach dem milit√§rischen Sieg √ľber Serbien, Ende 1915, gewann die Idee der s√ľdslawischen Einheit mehr an Attraktivit√§t.[128]

Um dem Druck Italiens beim Vertrag von London nachzugeben, wurde die russische Unterst√ľtzung serbischer W√ľnsche in Istrien, Triest und Dalmatien aber zeitweilig aufgegeben. Der ¬ß¬†5 im Vertrag von London billigte Serbien lediglich zu: Bosnien, Dalmatien s√ľdlich des Kap Planka bis zur Neretva in der Herzegowina (mit Trogir und Split), Srem, Batschka und Banat, wobei bei Banat sich Serbien mit Rum√§nien verst√§ndigen sollte. Parallel sollte Montenegro S√ľddalmatien mit Dubrovnik und die √∂stliche Herzegowina bekommen. Im Falle einer Besetzung Albaniens durch Italien sollte auch Nordalbanien zwischen Serbien und Montenegro aufgeteilt werden.[129]

Dass die Serben diese Abmachung von Anfang an bek√§mpften und im wichtigsten Teil, bei Dalmatien, auch Erfolg hatten, ist nicht verwunderlich. Unter den Serben, die den Weltkrieg als Ringen im Augenblick, da es begann, zu einem Kampf f√ľr die Befreiung und Einigung aller unserer unfreien Br√ľder, der Serben, Kroaten und Slowenen propagierten, gab es aber auch offen gro√üserbische Tendenzen. Vor allem nach Ausscheiden des gro√üen Bruders, des zaristischen Russlands, aus dem Kampf und der Vernachl√§ssigung des kleinen serbischen Verb√ľndeten und der eher nebens√§chlichen Salonikifront durch die Westalliierten gaben sich viele mit Montenegro, der Vojvodina, Bosnien-Herzegowina und S√ľddalmatien als Teile eines Gro√üserbiens zufrieden.[130] Gleichzeitig machte die provisorische Regierung Russlands deutlich, dass nicht ein Gro√üserbien, sondern nur eine jugoslawische L√∂sung unter demokratischem Vorzeichen ihre Unterst√ľtzung finden w√ľrde.[131]

Der serbische Ministerpr√§sident PaŇ°ińá musste sich der Entwicklung anpassen und so wurde, mit der Deklaration von Korfu, am 20.¬†Juli 1917 die Verwirklichung des s√ľdslawischen Staates durch einen Kompromiss, der das Selbstbestimmungsrecht der einzelnen V√∂lker vorsah, eingeleitet. Am 1.¬†Dezember 1918 wurde schlussendlich der ‚Äěeinheitliche Staat der Serben, Kroaten und Slowenen‚Äú aus den Gebieten der √∂sterreichisch-ungarischen Monarchie, Serbiens und Montenegros gebildet.[132]

Rumänien

Ministerpr√§sident Ion I.C. BrńÉtianu

Zu den Kriegszielen Rum√§niens z√§hlte die Annexion Siebenb√ľrgens, der Bukowina und des Banats, bei denen es sich um mehrheitlich rum√§nisch besiedelte Gebiete unter √∂sterreichisch-ungarischer Herrschaft handelte. In einem Vertrag mit den Alliierten lie√ü sich Rum√§nien diese Gebiete zusichern und erkl√§rte √Ėsterreich-Ungarn am 27.¬†August 1916 den Krieg.

Fr√ľhere Verhandlungen Rum√§niens mit der Donaumonarchie um die Abtretung Siebenb√ľrgens scheiterten an der strikten Ablehnung Ungarns, was in erster Linie an der ungarischen Minderheit der Szekler lag, die in diesem Gebiet neben den Siebenb√ľrger Sachsen siedelten. Die Abtretung der Bukowina durch Cisleithanien gen√ľgte den Rum√§nen nicht. Den rum√§nischen Forderungen nach der Bukowina bis zum Pruth und dem Banat setzte Russland vorerst Widerstand entgegen. Nach der schweren Niederlage bei Gorlice gab Sasonow dann im Laufe des Juli 1915 seinen Widerstand gegen die rum√§nischen Forderungen auf, aber der rum√§nische Ministerpr√§sident BrńÉtianu wollte nach der Eroberung Polens durch die Mittelm√§chte wieder einmal abwarten.[133]

Nach den ersten gro√üen Erfolgen der russischen Brussilow-Offensive, die vor allem Rum√§niens potentiellen Hauptgegner, die √∂sterreichisch-ungarische Monarchie, betrafen, unterzeichnete der Balkanstaat am 17.¬†August 1916 einen B√ľndnisvertrag mit der Entente. Darin wurde Rum√§nien fast die ganze Bukowina (s√ľdlich des Pruth), Siebenb√ľrgen und das Temesv√°rer Banat zugesichert, was einer Verdoppelung seiner Fl√§che und Bev√∂lkerung entsprochen h√§tte.[134]

Nach der Niederlage gegen die Mittelm√§chte musste der neue Ministerpr√§sident Alexandru Marghiloman, im Frieden von Bukarest die Abtretung der Norddobrudscha an die Mittelm√§chte und Grenzverschiebungen zu Gunsten √Ėsterreich-Ungarns hinnehmen.[135]

Der Umstand, dass au√üer Serbien letztlich keiner seiner direkten Nachbarn zu den endg√ľltigen Siegern z√§hlte, sicherte dem Balkanstaat schlie√ülich eine Ausdehnung nach allen Seiten. Nicht nur die versprochenen Gebiete in Ungarn, sondern auch die gesamte Bukowina mit ihrem n√∂rdlichen, ukrainisch besiedelten Teil, sowie das gesamte Bessarabien und die zur√ľckerhaltene Dobrudscha verwandelten den Nationalstaat Rum√§nien in einen Nationalit√§tenstaat. Der Vertrag von Trianon verdoppelte das Territorium Rum√§niens und vergr√∂√üerte seine Bev√∂lkerung von 7,2 auf 18¬†Millionen, den Anteil der Minderheiten von 8 auf¬†30¬†Prozent.[136]

Tschechoslowakei

Kriegsziel der Aufl√∂sung √Ėsterreich-Ungarns

Edvard BeneŇ°

Trotz aller Verluste an Land, die ihre Nachbarn der √∂sterreichisch-ungarischen Monarchie zuzuf√ľgen gedachten, h√§tten die restlichen V√∂lker, Deutsche, Ungarn, Tschechen und Slowaken einen durchaus lebensf√§higen Staat, mit zu verteidigenden Grenzen und einem wirtschaftlichen Gleichgewicht, von ungarischer Landwirtschaft und b√∂hmischer Industrie bilden k√∂nnen.[137] Ein stabiler Donaustaat, ohne die L√§nder der sp√§teren Tschechoslowakei, war aber √∂konomisch und strategisch undenkbar, der Weiterbestand des Staates war daher im Wesentlichen abh√§ngig von der Haltung des tschechischen Volkes und seiner Politiker.

Das Kriegsziel der tschechoslowakischen Exilpolitiker um BeneŇ° und Masaryk war jedoch von Beginn an die Schaffung eines selbst√§ndigen tschechoslowakischen Staates und die damit verbundene Zerschlagung √Ėsterreich-Ungarns, mit Sturz der Habsburgerdynastie.[138] Die Tschechen waren mit diesem Kriegsziel lange Zeit isoliert, hatten sich die westlichen Alliierten doch erst sehr sp√§t, durch in √Ėsterreich selbst vollzogene Tatsachen, bereit gefunden, einer Zerschlagung der Monarchie zuzustimmen. Der Einfluss der tschechischen Exilpolitiker war auch daheim bis 1918 vernachl√§ssigbar.[139]

Kriegsziele und Russland

Tom√°Ň° Garrigue Masaryk

Das Verh√§ltnis Russlands zu den Tschechen und ihrer Idee der nationalen Befreiung war √§u√üerst schwierig und zwiesp√§ltig. Schon vor dem Krieg meldete Sasonow zwar sein Interesse an der tschechischen Sache an, warnte deren Vertreter aber davor, auf russische Unterst√ľtzung zu z√§hlen. Dabei war Sasonow der einzige wichtige Politiker des zaristischen Russlands, der die Unabh√§ngigkeit der Tschechen ernsthaft unterst√ľtzte.[140]

Auch w√§hrend des Krieges vermieden es die russischen Offiziellen verbindliche Zusagen abzugeben, aus Angst Annexionsabsichten ihrerseits w√ľrden die Westm√§chte, wegen des gest√∂rten europ√§ischen Gleichgewichts, auf den Plan rufen. Ein anderer Grund f√ľr die Zur√ľckhaltung des gro√üen slawischen Brudervolkes in dieser Frage waren laut Masaryk die russische Furcht vor dem tschechischem Liberalismus und Katholizismus, russische Offizielle w√ľrden ihre (pan-)slawische Solidarit√§t lieber auf orthodoxe Slawen konzentrieren.[141]

In einer der Phasen, als in der russischen Politik wieder die Auffassung von der Auflösung der Donaumonarchie die Oberhand gewann, wurde schließlich der Plan gefasst, die Tschechen und Slowaken nicht zu annektieren, sondern ihnen einen König aus dem Zarenhaus der Romanows an die Spitze zu stellen, mit einem ungewissen Ausmaß an Abhängigkeit vom Russischen Reich. Die spätere Errichtung der Tschechoslowakei hatte mit der Kriegspolitik des vorrevolutionären Russlands letztlich nichts zu tun.[142]

Kriegsziele und die Westmächte

Milan Rastislav ҆tef√°nik

Die tschechoslowakische Frage war im Rahmen der Kriegsziele der Entente bis 1918 eine v√∂llig nebens√§chliche. F√ľr einen m√∂glichen Separatfrieden mit √Ėsterreich-Ungarn lie√üen die westlichen Alliierten ihre Unterst√ľtzung f√ľr ein unabh√§ngiges B√∂hmen und M√§hren sofort wieder fallen. Eine grunds√§tzliche √Ąnderung gegen√ľber dem Streben des tschechoslowakischen Nationalrates in Paris ergab sich erst im April 1918, als die Verhandlungen mit der Doppelmonarchie scheiterten und sich aufgrund der kritischen Lage an der Westfront nur mehr die M√∂glichkeit bot, die Habsburgermonarchie von innen her, durch Unterst√ľtzung separatistischer Bewegungen, neben der verbliebenen Front in Italien, zu bek√§mpfen.[143]

Weder Frankreich noch Gro√übritannien verfochten eine Politik zur Aufl√∂sung der Monarchie, hielten sie doch eine weitere Gro√ümacht im Spannungsverh√§ltnis zwischen Russland und Deutschland f√ľr notwendig. Masaryk hielt dem entgegen, dass √Ėsterreich-Ungarn nicht mehr imstande sei, die Rolle eines Pufferstaates zu erf√ľllen und demzufolge diese Funktion besser von den Nachfolgestaaten √ľbernommen werden k√∂nnte. Als dann die Entwicklung so weit war, dass an einen Weiterbestand der Monarchie kaum mehr zu denken war, zogen die Westm√§chte, aus den bereits fr√ľher mit tschechischen Emigranten eingegangenen Abmachungen, ihren Nutzen.

Zwischen Juni und September 1918 wurden nacheinander von Frankreich, Gro√übritannien, den USA und Italien das Recht der tschechischen und slowakischen Nation auf Selbstst√§ndigkeit und der Status der Tschechoslowakei, mit seinen drei Armeen in Frankreich, Italien und im revolution√§ren Russland, als Kriegsf√ľhrende Nation anerkannt.[144]

Die tschechische Nation erhielt mehr Unterst√ľtzung von der Entente als alle anderen V√∂lker der Habsburgermonarchie, was das Verdienst Masaryks, BeneŇ°', ҆tef√°niks und der slawophilen Briten Steed, Seton-Watson und Namier war. Die Auswirkungen dieser gelungenen Exilpolitik waren bessere Startbedingungen f√ľr die Tschechoslowakei, die erfolgreiche Abtrennung der Slowakei von Ungarn und die gute Position der ńĆSR in Versailles als Siegermacht, was ihr letztlich vorteilhafte Grenzen sicherte.[145]

Bestimmung der neuen Grenzen

Stéphen Pichon

Als am 28.¬†Oktober 1918 in Prag der tschechoslowakische Staat ausgerufen wurde, war er in seinen Grenzen noch ungewiss, die Franzosen hatten allerdings zugesagt, die ‚ÄěWiederherstellung‚Äú des unabh√§ngigen tschechoslowakischen Staates in den Grenzen seiner ehemaligen historischen L√§nder zu f√∂rdern.[146] Aus dieser Forderung nach B√∂hmen, M√§hren, √Ėsterreichisch-Schlesien und der Donau als S√ľdgrenze der Slowakei, ergaben sich jedoch krasse Verletzungen des propagierten Nationalit√§tenprinzips. H√∂here Notwendigkeiten, wie strategische und √∂konomische Gesichtspunkte, also das Verlangen der Politiker nach gut zu verteidigenden Grenzen und einem gewachsenen einheitlichen Wirtschaftsraum, st√ľnden eben √ľber dem Nationalit√§tenprinzip.

Die Furcht der Westm√§chte vor einer kommenden Irredenta der Deutschen und Ungarn innerhalb des neuen Staates, die ihn destabilisieren w√ľrde, versuchten die Tschechen mit einer Vielzahl von Argumenten zu zerstreuen: Einerseits sei, auf Grund manipulierter Volksz√§hlungen, die Zahl der Sudetendeutschen um mindestens eine Million zu hoch angesetzt, andererseits sei aus geographischen Gr√ľnden eine zusammenh√§ngende deutschsprachige Provinz, ohne Vereinigung mit Deutschland und √Ėsterreich, nicht m√∂glich. Die Tschechen leugneten jegliche bedeutende und einheitliche Tendenzen unter den deutschsprachigen Bewohnern der Sudetenl√§nder in Richtung Gro√üdeutschland und garantierten ein Ausma√ü an Gleichberechtigung und Toleranz f√ľr die Minderheiten wie in der Schweiz. Eine Separation dieser Gebiete w√ľrde die Tschechen der wirtschaftlichen und milit√§rischen Vorherrschaft, sowie der Aggression Deutschlands und √Ėsterreichs schutzlos ausliefern, denn dies w√ľrde den Wegfall der Gebirgsumrandung B√∂hmens und der wichtigsten Industriegebiete bedeuten. Au√üerdem seien die Sudetendeutschen ohnehin nur von au√üen eingedrungene Kolonisten.[147]

Clemenceau und sein Au√üenminister Pichon, die keine St√§rkung Deutschlands durch die Sudetendeutschen w√ľnschten, pl√§dierten f√ľr die einfachste L√∂sung, die alte Grenze, worauf auch David Lloyd George und der US-Gesandte Edward Mandell House zustimmten.[148] So kam es, dass die neuen Grenzen einen Vielv√∂lkerstaat von nur 46¬†Prozent Tschechen, gegen√ľber Deutschen, Slowaken, Ungarn, Ukrainern und Juden entstehen lassen, verfeindet mit seinen Nachbarn, mit einer B√ľrde, die ihm die weitere friedliche Entwicklung sehr erschweren sollte.

Vereinigte Staaten von Amerika

Kriegsziele bei Kriegseintritt

Präsident Woodrow Wilson

Ihren Ursprung hat die amerikanische Kriegszielpolitik bereits in der Neutralit√§tszeit, nach dem Kriegseintritt der Vereinigten Staaten f√ľhrte Pr√§sident Woodrow Wilson seine Politik ohne Bruch fort. Genaue Vorstellungen √ľber einen gerechten Frieden hatte er in der ersten Kriegszeit nicht, jedenfalls kam f√ľr ihn ein Friede nur bei Wiedergutmachung an Belgien und R√§umung Frankreichs in Frage. Ansonsten scheute Wilson, mehr noch als andere Politiker, vor Festlegungen in territorialen Fragen zur√ľck. Vage Grunds√§tze zu propagieren zogen alle damaligen Politiker dem umstrittenen Thema der Ziehung k√ľnftiger Grenzen vor. Bis auf das ‚ÄěGrey-House-Memorandum‚Äú vom 17.¬†Februar 1916 bem√ľhte sich die amerikanische Au√üenpolitik nach au√üen hin einer bemerkenswerten Neutralit√§t, obwohl die Sympathien zweifellos bei Gro√übritannien und nicht bei den Invasoren Belgiens lagen. Im ‚ÄěGrey-House-Memorandum‚Äú verpflichteten sich die USA gegen√ľber Gro√übritannien wahrscheinlich auf alliierter Seite zu intervenieren, falls Deutschland eine Friedenskonferenz, die Evakuierung der besetzten Gebiete und den Tausch Elsass-Lothringens gegen koloniale Kompensationen ablehnt.[149]

Die USA waren als ‚Äěassoziierte‚Äú statt ‚Äěalliierte‚Äú Macht nicht verpflichtet, fr√ľheren Kriegszielvereinbarungen beizutreten. Da sie nicht direkt ber√ľhrt waren, hatten sie einen anderen Zugang zu den Kriegszielen. Kriegsziele waren in Amerika ‚Äěaus der Mode‚Äú, daher erweckte die Forderung Elsass-Lothringens auch keine Begeisterung.

Das Hauptziel Wilsons nach Kriegseintritt war die Beseitigung des deutschen Militarismus und die Demokratisierung des Landes. Die USA w√ľrden nicht f√ľr die ‚Äěselbsts√ľchtigen‚Äú Kriegsziele der Alliierten k√§mpfen. Geheimvertr√§ge wie den Sykes-Picot-Vertrag w√ľrden sie ablehnen. Nur bei Elsa√üLothringen schien Wilson von seiner Politik abzuweichen.[150]

Wilsons Gesamtstrategie war anfangs √§hnlich der britischen Politik zu Kriegsbeginn. Er wollte den Verb√ľndeten gerade so viel Unterst√ľtzung zukommen lassen wie n√∂tig. Am Ende des Krieges wollte er √ľber die, dann politisch und wirtschaftlich bankrotten Ententel√§nder hinweg, seinen eigenen Friedensplan durchsetzen.[151]

Wilsons 14 Punkte

H√∂hepunkt und Brennpunkt der amerikanischen Kriegszielpolitik waren zweifellos Wilsons ‚Äě14 Punkte‚Äú. Der Pr√§sident hatte sie als Antwort auf die bolschewistische Herausforderung, nach der Weigerung der Alliierten, ein gemeinsames, gem√§√üigtes Kriegszielprogramm zu entwerfen, am 8.¬†Januar 1918 propagiert.

Die Punkte I bis IV und XIV behandeln allgemeine Fragen, die als Kern des Kriegszielprogramms eine propagandistische Wirkung, vor allem bei liberalen und friedensbereiten Kr√§ften der Mittelm√§chte, entfalten sollten. Die Punkte V bis XIII behandeln territoriale Ziele, die seit der Neutralit√§tszeit nat√ľrlich gewachsen waren. Im Punkt VII wird die v√∂llige Wiederherstellung der belgischen Unabh√§ngigkeit durch das vorangestellte ‚Äěmust‚Äú als unabdingbar gefordert (bei allen anderen Punkten wird ‚Äěshould‚Äú verwendet). Die folgenden Punkte behandeln die R√ľckgabe Elsa√ü-Lothringens, die Festsetzung italienischer Grenzen entlang den klar erkennbaren Nationalit√§tengrenzen und die Beibehaltung √Ėsterreich-Ungarns, dessen Nationen eine freie Entwicklung haben sollten.[152]

Die Haltung der Vereinigten Staaten gegen√ľber der Donaumonarchie war wankelm√ľtig. Ihr war der Krieg erst neun Monate sp√§ter als Deutschland erkl√§rt worden (7.¬†Dezember 1917). Au√üenminister Lansing war dagegen nicht der Ansicht, dass dieser Versuch, √Ėsterreich-Ungarn zu erhalten, praktikabel sei, und sagte die Aufgabe dieser Idee voraus.[153] Aber auch Wilson versicherte schon anl√§sslich der Kriegserkl√§rung vor dem US-Kongress den V√∂lkern √Ėsterreich-Ungarns, man werde sie vom ‚Äěpreu√üischen Militarismus‚Äú befreien.

Punkt XII forderte die R√§umung der Balkanstaaten und einen freien Zugang Serbiens zum Meer. Der T√ľrkei wird in Punkt XII Selbst√§ndigkeit zugestanden, allerdings ohne Fremdnationalit√§ten. Die Meerengen sollten durch internationale Garantien offen gehalten werden. Der vorletzte Punkt betraf die Errichtung eines unabh√§ngigen polnischen Staates, der unbestreitbar polnisch besiedelte Territorien mit freiem Zugang zum Meer umfassen sollte.

Die meisten dieser territorialen Vorstellungen, wie klar erkennbare Nationalit√§tengrenzen, zeugen von der Unkenntnis amerikanischer Politik von den komplexen Verh√§ltnissen und Problemen, vor allem Osteuropas. Das Prinzip des Selbstbestimmungsrechts der Nationen und strategisch-wirtschaftliche Forderungen, wie Zugang zum Meer, m√ľssen sich einfach widersprechen. Die 14 Punkte und ihre sp√§teren Erg√§nzungen waren nicht nur gegen die Mittelm√§chte, sondern ebenso gegen den alliierten Imperialismus gerichtet.[154]

Ergänzung der 14 Punkte

Im Laufe des letzten Kriegsjahres wurde die Haltung Wilsons, vor allem durch den ‚ÄěDiktat-Frieden‚Äú von Brest-Litowsk, gegen√ľber den Mittelm√§chten h√§rter und kriegerischer. Im Oktober 1918 erg√§nzen und erweitern die USA Wilsons 14 Punkte. Die Punkte Belgien und Elsass-Lothringen wurden best√§tigt, die Forderung Frankreichs nach den Grenzen von 1814 (Saarkohlegruben) aber abgelehnt. Italien wird aus strategischen Gr√ľnden S√ľdtirol zugebilligt, dessen kulturelles Leben aber autonom bleiben soll, sowie das Protektorat √ľber Albanien. Hingegen seien Triest und Fiume, f√ľr das Gedeihen Tschechiens, Deutsch√∂sterreichs und Ungarns, in Freih√§fen umzuwandeln.[155]

Die Bestimmungen in Punkt IX √ľber √Ėsterreich-Ungarn konnten nicht mehr aufrechterhalten werden. Daher erkl√§rt die Regierung, f√ľr die Befreiung aller slawischen V√∂lker unter der deutschen und √∂sterreichisch-ungarischen Herrschaft eintreten zu wollen. Am 18.¬†Oktober teilt Wilson dem Habsburgerstaat mit, die Nationalit√§ten m√ľssten ihre Zukunft selbst bestimmen. Ostgalizien geh√∂re, da ukrainisch, nicht wie Westgalizien zu Polen, Deutsch√∂sterreich sollte es von Rechts wegen erlaubt sein, sich an Deutschland anzuschlie√üen.

Auch Punkt XI sei durch die Ereignisse √ľberholt: Serbien wird als Jugoslawien mit einem Zugang zur Adria in Erscheinung treten. Rum√§nien erwirbt die Dobrudscha, Bessarabien und wahrscheinlich Siebenb√ľrgen, Bulgarien sollte seine Grenze richtigerweise in der S√ľddobrudscha, wie vor dem Zweiten Balkankrieg, haben. Es sollte auch Thrakien bis zu der Linie zwischen Midia am Schwarzen Meer und Enos an der √Ąg√§isk√ľste und vielleicht sogar bis zur Linie Midia-Rodosto besitzen. Mazedonien sollte aufgeteilt werden.

Der neue polnische Staat, dessen Zugang zum Meer, westlich der Weichsel, noch nicht festgelegt wird, sollte keine Gebiete im Osten bekommen, die von Litauern und Ukrainern besiedelt sind. Den deutschen Bewohnern Posens und Oberschlesiens sei ein Schutz zu gewähren. Armenien ist nach diesem Plan ein Hafen am Mittelmeer zuzuteilen und sollte unter britischen Schutz kommen. Schließlich wird auch noch die Teilung des Nahen Ostens zwischen Großbritannien und Frankreich anerkannt.[156]

Im Vergleich zu Großbritannien machten die USA den Franzosen bei der Friedenskonferenz im Endeffekt weit weniger Schwierigkeiten bei der Verwirklichung ihrer Kriegsziele als erwartet.

Japan

Hugo Stinnes

Das wichtigste Kriegsziel des Japanischen Kaiserreiches war, w√§hrend die europ√§ischen Gro√üm√§chte in Europa gebunden waren, eine wirtschaftlich-politische Vorherrschaft √ľber das nachrevolution√§re China zu erlangen.[157] Die Eroberung von Tsingtau war dann ein erster Schritt und auch die bedeutendste milit√§rische Unternehmung Japans im Weltkrieg. Die Einundzwanzig Forderungen Japans vom Januar 1915 an China beinhalteten neben wirtschaftlichen Privilegien die Kontrolle der Provinz Shandong, der Mandschurei, der Inneren Mongolei, der S√ľdk√ľste Chinas und der Yangtse-M√ľndung. Die Annahme dieser Forderungen unter massiven Drohungen Japans durch den chinesischen Pr√§sidenten Yuan Shikai f√ľhrte zu heftigen Protesten in der chinesischen Bev√∂lkerung.[158]

Bei Verhandlungen zu Friedenssondierungen im Mai 1916, in Stockholm, welche der Industrielle Stinnes durch Verbindung zur japanischen Gesellschaft betrieb, versuchte man einer Idee von Tirpitz folgend, ein anti-angels√§chsisches B√ľndnis mit Japan und Russland zu schaffen.[159]

Gottlieb von Jagow

Am 17.¬†Mai 1916 entwarf Jagow, im Zuge der deutsch-japanischen Friedensverhandlungen eine Liste der Friedensbedingungen f√ľr den Fall eines Sonderfriedens mit Russland und Japan. Deutschland w√ľrde dabei an Japan die schon eroberten Gebiete in der S√ľdsee, die Karolinen, Marianen und Marshallinseln sowie seine Rechte in Kiautschou abtreten und die russische und japanische Interessensph√§re in China anerkennen.[160]

Jagow vermutete sp√§ter, Japan habe die Gespr√§che mit Deutschland nur benutzt, um Russland bei den Verhandlungen √ľber China unter Druck setzen zu k√∂nnen.[161] Am 3.¬†Juli 1916 schlossen dann Japan und Russland einen Geheimvertrag, nat√ľrlich ohne Deutschland, welcher auf Zur√ľckdr√§ngung des angels√§chsischen Einflusses in Ostasien und die Abstimmung ihrer Aspirationen in China, abzielte.[162]

Bei der Pariser Friedenskonferenz konnte Japan die Einverleibung der deutschen S√ľdseeinseln n√∂rdlich des √Ąquators durchsetzten. Neben der √úbernahme der deutschen Position in China und im Pazifik konnte bis Kriegsende der allgemeine Einfluss auf China ausgedehnt und Russland als Machfaktor am Pazifik ausgeschaltet werden. Auch wirtschaftlich war der Krieg f√ľr Japan ein gro√üer Erfolg: durch umfangreiche Lieferungen an die Verb√ľndeten konnten erstmals ein positive Handelsbilanz und ein bedeutender Einbruch der Industrie auf dem internationalen Markt erzielt werden.[163]

Kriegsziele Polens

Die Kriegsziele Polens waren zu Beginn und w√§hrend des Krieges zun√§chst gepr√§gt sowohl von unterschiedlichen Pl√§nen, die die kriegsf√ľhrenden M√§chte mit Polen hatten, als auch von unterschiedlichen Kriegszielen der untereinander rivalisierenden Polen selbst.

Russisch-Polnische Lösung

Zar Nikolaus II.

Ende 1914 hatte ein Manifest von Zar Nikolaus II., das die Schaffung eines einheitlichen Polens aus allen polnischen L√§ndern angek√ľndigt hatte, eine vage Aussicht auf Autonomie geboten und eine Vergr√∂√üerung Russisch-Polens um deutsche und √∂sterreichische polnischsprachige Territorien versprochen.[164] Diese Neuaufstellung Polens als ‚Äěantideutsche Speerspitze‚Äú Russlands wurde etwa vom Duma-Abgeordneten Roman Dmowski bef√ľrwortet. Es geschah jedoch nichts in Richtung Autonomie. Als die russischen Armeen aus bereits ‚Äěbefreiten‚Äú polnischen Gebieten wieder vertrieben wurden und sich Russland jegliche Einmischung in seine inneren, polnischen Angelegenheiten strikt verbat, entwickelte die Polenproklamation der Mittelm√§chte vom 5. November 1916 eine Anziehungskraft f√ľr die Polen Russlands. Die Regierenden in Petrograd hatten jedoch Bedenken, man w√ľrde die Polen durch Nachgiebigkeit nur zu immer gr√∂√üeren Forderungen, bis hin zur Unabh√§ngigkeit, animieren.[165] Die britische und die franz√∂sische Regierung dr√§ngten nach der Polenproklamation der Mittelm√§chte √∂ffentlich auf eine gro√üz√ľgige polnische Autonomie, was den Polen freilich nicht mehr gen√ľgte, da sie die staatliche Unabh√§ngigkeit forderten.[166] Deshalb gab es ab Ende 1916 unter den Polen keine Unterst√ľtzung mehr f√ľr eine russische L√∂sung der polnischen Frage.

Germano-Polnische Lösung

Von preu√üisch-polnischer Seite setzte sich Bogdan von Hutten-Czapski bei Hans von Beseler, dem Generalgoverneur in Warschau, energisch f√ľr die geplante Wiedererrichtung des K√∂nigreiches Polen unter deutschem Protektorat ein. Er vertrat ein gro√üpolnisches Programm der historischen Einheit Polens, ungeachtet ethnographischer Gegebenheiten und forderte mit R√ľcksicht auf die Mittelm√§chte vorerst nur russische Gebiete: Litauen, Wei√ürussland und bedeutende Teile der Ukraine. Im Gespr√§ch mit Bethmann Hollweg im Juni 1916 trat er gegen die ‚Äěaustropolnische L√∂sung‚Äú auf.[167]

Austro-Polnische Lösung

Auf √∂sterreichisch-polnischer Seite dr√§ngten viele einflussreiche galizische Politiker auf die ‚Äěaustropolnische L√∂sung‚Äú. Der ehemalige Au√üenminister GoŇāuchowski lie√ü sich von Bethmann Hollweg best√§tigten, dass Russisch-Polen der Doppelmonarchie unter Bevorzugung der trialistischen L√∂sung durch Deutschland √ľberlassen werde. GoŇāuchowski, der gegen die subdualistischen Pl√§ne von Au√üenminister Buri√°ns und eine Teilung Galiziens auftrat, versuchte im September 1915 in Warschau die Polen f√ľr einen Staatenbund unter deutsch-ungarisch-polnischer Vorherrschaft zu gewinnen. Er plante sogar Anfang 1916 zur Durchsetzung des Trialismus den ungarischen Ministerpr√§sidenten Tisza zu st√ľrzen und durch Andr√°ssy, einen Bef√ľrworter des Trialismus, zu ersetzen.[168]

Agenor GoŇāuchowski der J√ľngere

Auch Finanzminister Leon BiliŇĄski war ein leidenschaftlicher Vertreter der ‚Äěaustropolnischen L√∂sung‚Äú. Er wollte Anfang August 1914 eine von Kaiser Franz Joseph und Au√üenminister Leopold Berchtold gebilligte Kundgebung in austropolnischem Sinne, die ein habsburgisches K√∂nigreich Polen bestehend aus Galizien und Russisch-Polen, mit eigener Regierung und eigenem Landtag vorsah, ver√∂ffentlichen. Diese musste aber wegen des Vetos Tiszas gegen einen Trialismus unver√∂ffentlicht bleiben.[169] Neben Tiszas Ablehnung verhinderte vor allem der Widerstand des deutschen Verb√ľndeten die Ver√∂ffentlichung der Proklamation. Durch Tiszas Protest beim gemeinsamen Ministerrat am 22.¬†August 1914 fiel BiliŇĄskis Trialismus-Projekt durch und wurde in der Folge nicht mehr zur Debatte gestellt. Obwohl die trialistische Konzeption nicht mehr zum Gegenstand politischer Auseinandersetzungen im Ministerrat wurde, sprach man jedoch bis in die letzten Kriegswochen davon.[170]

F√ľr die Polen in der Doppelmonarchie war die Entwicklung entt√§uschend, wie sich bei einer Rede BiliŇĄskis Anfang Oktober 1915 zeigte: Die darin enthaltenden schweren Anklagen gegen die √∂sterreichisch-ungarische Regierung, der Tadel ihres unentschlossenen Vorgehens in der Polenfrage und ihrer Nachgiebigkeit gegen√ľber Deutschland sind trotz der ma√üvollen Art, in der sie vorgebracht wurden, f√ľr die Stimmung, die selbst unter den konservativsten galizischen Politikern herrschte, symptomatisch.[171]

Die aktivistische Linke Polens unter J√≥zef PiŇāsudski wollte allerdings schon Anfang 1917 vom Zusammengehen mit der ‚ÄěLeiche‚Äú Habsburgermonarchie nichts mehr wissen.[172]

Unabhängigkeit und Grenzen von 1772

Grenzen Polens unter dem Piasten um das Jahr 1000

Als sich der deutsche Zusammenbruch im Westen abzuzeichnen begann, waren sich alle polnischen Lager schnell darin einig, mit Unterst√ľtzung von Pr√§sident Wilson so schnell wie m√∂glich die Unabh√§ngigkeit zu erreichen. Die Nationaldemokraten unter Pilsudskis Gegenspieler Dmowski, die sich auf die "Piasten" beriefen, hatten (zun√§chst noch unter russischer √Ągide) vor allem Gebietserwerbungen im Westen auf Kosten Deutschlands angestrebt. PiŇāsudski und seine "Jagiellonen" hingegen forderten vor allem im Osten gegen√ľber Russland im wesentlichen die Grenzen von 1772, vor den polnischen Teilungen. Dar√ľber hinaus sollten Litauer, Wei√ürussen, Ukrainer, Letten und Esten mit Polen einer F√∂deration angeh√∂ren, aber im Gegensatz zum Programm Dmowskis nicht assimiliert werden. Diese F√∂deration im Sinne der polnisch-litauischen Union von 1569 sollte den Einfluss Polens weit nach Osten vorschieben und einen ‚ÄěSchutzwall‚Äú zwischen Deutschland und Russland bilden.[173]

Die drei polnischen Teilungen 1772, 1793 und 1795

In einer Vielzahl von bewaffneten Konflikten, dem in Posen, gegen die Ukraine, Litauen und vor allem Sowjetrussland konnte Polen schließlich nur einen Teil der im Weltkrieg entstandenen Kriegsziele verwirklichen.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Keith Robbins: The First World War. Oxford University Press, Oxford/New York 1984, ISBN 0-19-289149-9, S.¬†103f.
  2. ‚ÜĎ Gerhard Ritter: Staatskunst und Kriegshandwerk. Das Problem des ‚ÄěMilitarismus‚Äú in Deutschland. Band 3: Die Trag√∂die der Staatskunst. Bethmann Hollweg als Kriegskanzler (1914‚Äď1917). M√ľnchen 1964, ISBN 3-486-47041-8, S.¬†35; und Karl-Heinz Jan√üen: Gerhard Ritter: A Patriotic Historian‚Äôs Justification. In: Hannsjoachim W. Koch (Hrsg.): The Origins of the First World War. Great Power Rivalry and German War Aims. London 1985, S.¬†292‚Äď318, hier S.¬†302f.
  3. ‚ÜĎ Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band 5: Weltkrieg, Revolution und Reichserneuerung 1914‚Äď1919. Stuttgart 1978, ISBN 3-17-001055-7, S.¬†218. Sogar als ‚ÄěKriegswaffen‚Äú wurden die Kriegsziele im Ersten Weltkrieg schon bezeichnet; vgl. Erwin H√∂lzle: Die Selbstentmachtung Europas. Das Experiment des Friedens vor und im Ersten Weltkrieg. G√∂ttingen/Frankfurt am Main/Z√ľrich 1975, ISBN 3-7881-1681-1, S.¬†484.
  4. ‚ÜĎ Ernst Rudolf Huber: Deutsche Verfassungsgeschichte seit 1789. Band 5: Weltkrieg, Revolution und Reichserneuerung 1914‚Äď1919. Stuttgart 1978, ISBN 3-17-001055-7, S.¬†218.
  5. ‚ÜĎ Gifford D. Malone: War Aims toward Germany. In: Alexander Dallin u.‚ÄČa.: Russian Diplomacy and Eastern Europe 1914‚Äď1917. New York 1963, S.¬†124‚Äď161, hier S.¬†124.
  6. ‚ÜĎ Peter Graf Kielmansegg: Deutschland und der Erste Weltkrieg. Frankfurt am Main 1968, S.¬†213.
  7. ‚ÜĎ Fritz Fischer: Deutsche Kriegsziele. Revolutionierung und Separatfrieden im Osten 1914‚Äď18. In: Fritz Fischer: Der Erste Weltkrieg und das deutsche Geschichtsbild. Beitr√§ge zur Bew√§ltigung eines historischen Tabus. D√ľsseldorf 1977, ISBN 3-7700-0478-7, S.¬†151‚Äď206, hier S.¬†153 (zuerst ver√∂ffentlicht in: Historische Zeitschrift 188, 1959. S.¬†473‚Äď518); und Wolfgang J. Mommsen: Das Zeitalter des Imperialismus. Frankfurt am Main 1969 (= Fischer Weltgeschichte Bd. 28), S.¬†302f.
  8. ‚ÜĎ Ulrich Cartarius (Hrsg.): Deutschland im Ersten Weltkrieg. Texte und Dokumente 1914‚Äď1918. M√ľnchen 1982, ISBN 3-423-02931-5, S.¬†181f. (Dok. Nr. 126); und Gunther Mai: Das Ende des Kaiserreichs. Politik und Kriegsf√ľhrung im Ersten Weltkrieg. M√ľnchen 1997, ISBN 3-423-04510-8, S.¬†199-203.
  9. ‚ÜĎ John A. Moses: The Politics of Illusion. The Fischer Controversy in German historiography. London 1975, ISBN 0-904000-07-9, S.¬†97ff.; und Peter Graf Kielmansegg: Deutschland und der Erste Weltkrieg. Frankfurt am Main 1968, S.¬†224.
  10. ‚ÜĎ Peter Graf Kielmansegg: Deutschland und der Erste Weltkrieg. Frankfurt am Main 1968, S.¬†224.
  11. ‚ÜĎ Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. D√ľsseldorf 1964, S.¬†112.
  12. ‚ÜĎ Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. D√ľsseldorf 1964, S.¬†125ff.; und Hans W. Gatzke: Germany's Drive to the West (Drang nach Westen). A study of Germany's western war aims during the first world war. Baltimore 1950, S.¬†11ff.
  13. ‚ÜĎ Imanuel Geiss: Der polnische Grenzstreifen 1914‚Äď1918. Ein Beitrag zur deutschen Kriegszielpolitik im Ersten Weltkrieg. Moll-Winter, Hamburg/L√ľbeck 1960 (zugleich Diss., Hamburg 1959).
  14. ‚ÜĎ Ottokar Czernin: Im Weltkriege. Berlin/Wien 1919, S.¬†96; und Werner Conze: Polnische Nation und Deutsche Politik im Ersten Weltkrieg. Graz/K√∂ln 1958, S.¬†319.
  15. ‚ÜĎ Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. D√ľsseldorf 1964, S.¬†351-356.
  16. ‚ÜĎ Wolfdieter Bihl (Hrsg.): Deutsche Quellen zur Geschichte des Ersten Weltkrieges. Darmstadt 1991, ISBN 3-534-08570-1, S.¬†58f. (Dok. Nr. 16).
  17. ‚ÜĎ Erich Volkmann: Die Annexionsfragen des Weltkrieges. Das Werk des Untersuchungsausschusses der Verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung und des Deutschen Reichstages 1919‚Äď1928. Vierte Reihe. Die Ursachen des Deutschen Zusammenbruches im Jahre 1918. Zweite Abteilung. Der innere Zusammenbruch. 12. Bd., 1. Halbbd. Gutachten des Sachverst√§ndigen Volkmann. Berlin 1929, S.¬†35 und 166.
  18. ‚ÜĎ Karl-Heinz Jan√üen: Der Kanzler und der General. Die F√ľhrungskrise um Bethmann Hollweg und Falkenhayn (1914-1916). G√∂ttingen 1967, S.¬†207 und 290; und Werner Conze: Polnische Nation und Deutsche Politik im Ersten Weltkrieg. Graz/K√∂ln 1958, S.¬†319.
  19. ‚ÜĎ Wolfdieter Bihl: √Ėsterreich-Ungarn und die Friedensschl√ľsse von Brest-Litovsk. Wien/K√∂ln/Graz 1970, ISBN 3-205-08577-9, S.¬†118.
  20. ‚ÜĎ Fritz Fischer: Deutsche Kriegsziele. Revolutionierung und Separatfrieden im Osten 1914-18. In: Fritz Fischer: Der Erste Weltkrieg und das deutsche Geschichtsbild. Beitr√§ge zur Bew√§ltigung eines historischen Tabus. D√ľsseldorf 1977, ISBN 3-7700-0478-7, S.¬†151-206, hier S.¬†202.
  21. ‚ÜĎ Fritz Fischer: Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18. D√ľsseldorf 1964, S.¬†674; und Gerhard Ritter: Staatskunst und Kriegshandwerk. Das Problem des "Militarismus" in Deutschland. Band 4: Die Herrschaft des deutschen Militarismus und die Katastrophe von 1918. M√ľnchen 1968, ISBN 3-486-47041-8, S.¬†359.
  22. ‚ÜĎ Winfried Baumgart: Deutsche Ostpolitik 1918. Von Brest-Litowsk bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Wien/M√ľnchen 1966, S.¬†153; und Peter Graf Kielmansegg: Deutschland und der Erste Weltkrieg. Frankfurt am Main 1968, S.¬†621.
  23. ‚ÜĎ Wolfgang J. Mommsen: Das Zeitalter des Imperialismus. Frankfurt am Main 1969 (= Fischer Weltgeschichte Bd.28), S.¬†302f.
  24. ‚ÜĎ Erwin H√∂lzle: Die Selbstentmachtung Europas. Das Experiment des Friedens vor und im Ersten Weltkrieg. Buch 2: Fragment - Vom Kontinentalkrieg zum weltweiten Krieg. Das Jahr 1917. G√∂ttingen/Frankfurt am Main/Z√ľrich 1975/78, Band 2, S.¬†44.
  25. ‚ÜĎ Marshall M. Lee, Wolfgang Michalka: German Foreign Policy 1917-1933. Continuity or Break? Leamington Spa/Hamburg/New York 1987, ISBN 0-907582-52-4, S.¬†12; und Andreas Hillgruber: Deutschlands Rolle in der Vorgeschichte der beiden Weltkriege. G√∂ttingen 1979, ISBN 3-525-33440-0, S.¬†62ff.
  26. ‚ÜĎ Erich Volkmann: Die Annexionsfragen des Weltkrieges. Das Werk des Untersuchungsausschusses der Verfassungsgebenden Deutschen Nationalversammlung und des Deutschen Reichstages 1919-1928. Vierte Reihe. Die Ursachen des Deutschen Zusammenbruches im Jahre 1918. Zweite Abteilung. Der innere Zusammenbruch. 12. Bd., 1. Halbbd. Gutachten des Sachverst√§ndigen Volkmann. Berlin 1929, S.¬†16 und 20.
  27. ‚ÜĎ Peter Graf Kielmansegg: Deutschland und der Erste Weltkrieg. Frankfurt am Main 1968, S.¬†212.
  28. ‚ÜĎ Wilhelm Graf Lynar (Hrsg.): Deutsche Kriegsziele 1914-1918. Eine Diskussion. Frankfurt am Main/Berlin 1964, S.¬†13.
  29. ‚ÜĎ Klaus Schwabe: Wissenschaft und Kriegsmoral. Die deutschen Hochschullehrer und die politischen Grundlagen des Ersten Weltkrieges. G√∂ttingen/Z√ľrich/Frankfurt am Main 1969, S.¬†178ff.
  30. ‚ÜĎ Andreas Hillgruber: Gro√ümachtpolitik und Weltmachtstreben Deutschlands. In: Andreas Hillgruber, Jost D√ľlffer (Hrsg.): Ploetz: Geschichte der Weltkriege. M√§chte, Ereignisse, Entwicklungen 1900-1945. Freiburg/W√ľrzburg 1981, ISBN 3-87640-070-8, S.¬†153-162, hier S.¬†155.
  31. ‚ÜĎ George W.F. Hallgarten: Das Schicksal des Imperialismus im 20. Jahrhundert. Drei Abhandlungen √ľber Kriegsursachen in Vergangenheit und Gegenwart. Frankfurt am Main 1969, S.¬†57ff.
  32. ‚ÜĎ George W.F. Hallgarten: Das Schicksal des Imperialismus im 20. Jahrhundert. Drei Abhandlungen √ľber Kriegsursachen in Vergangenheit und Gegenwart. Frankfurt am Main 1969, S.¬†57ff.
  33. ‚ÜĎ Hans-Ulrich Wehler: Das Deutsche Kaiserreich 1871-1918 G√∂ttingen 1977 (=Joachim Leuschner (Hrsg.): Deutsche Geschichte‚Äú Band 9.), S.¬†207; und Marshall M. Lee, Wolfgang Michalka: German Foreign Policy 1917-1933. Continuity or Break? Leamington Spa/Hamburg/New York 1987, ISBN 0-907582-52-4, S.¬†15.
  34. ‚ÜĎ Gregor Sch√∂llgen: ‚ÄěFischer-Kontroverse‚Äú und Kontinuit√§tsproblem. Deutsche Kriegsziele im Zeitalter der Weltkriege. In: Andreas Hillgruber, Jost D√ľlffer (Hrsg.): Ploetz: Geschichte der Weltkriege. M√§chte, Ereignisse, Entwicklungen 1900-1945. Freiburg/W√ľrzburg 1981, ISBN 3-87640-070-8, S.¬†163-177, hier S.¬†174f.
  35. ‚ÜĎ L.L. Farrar: Divide and conquer. German efforts to conclude a separate peace, 1914-1918. New York 1978, S.¬†125.
  36. ‚ÜĎ Imanuel Geiss: Kurt Riezler und der Erste Weltkrieg. In: Imanuel Geiss, Bernd J√ľrgen Wendt: Deutschland in der Weltpolitik des 19. und 20. Jahrhunderts. D√ľsseldorf 1973, ISBN 3-571-09199-X, S.¬†398-418, hier: S.¬†414.
  37. ‚ÜĎ Golo Mann: Der Griff nach der Weltmacht. In: Wilhelm Graf Lynar (Hrsg.): Deutsche Kriegsziele 1914-1918. Eine Diskussion. Frankfurt am Main/Berlin 1964, S.¬†83-193 (zuerst ver√∂ffentlicht in: Neue Z√ľrcher Zeitung, 28.4.1962), hier: S.¬†185.
  38. ‚ÜĎ Hans Herzfeld: Zur deutschen Politik im ersten Weltkriege. Kontinuit√§t oder permanente Krise? In: Historische Zeitschrift 191 (1960), S.¬†67-82, hier:S.¬†82; und Rudolf Neck: Kriegszielpolitik im Ersten Weltkrieg. In: Mitteilungen des √Ėsterreichischen Staatsarchivs 15 (1962), S.¬†565-576, hier S.¬†567.
  39. ‚ÜĎ Helmut B√∂hme: Die deutsche Kriegszielpolitik in Finnland im Jahre 1918. In: Imanuel Geiss, Bernd J√ľrgen Wendt: Deutschland in der Weltpolitik des 19. und 20. Jahrhunderts. D√ľsseldorf 1973, ISBN 3-571-09199-X, S.¬†377-396, hier: S.¬†390.
  40. ‚ÜĎ Andreas Hillgruber: Deutschlands Rolle in der Vorgeschichte der beiden Weltkriege. G√∂ttingen 1979, ISBN 3-525-33440-0, S.¬†58 und 65
  41. ‚ÜĎ Imanuel Geiss: Der polnische Grenzstreifen 1914-1918. Ein Beitrag zur deutschen Kriegszielpolitik im Ersten Weltkrieg. L√ľbeck/Hamburg 1960, S.¬†149.
  42. ‚ÜĎ Thomas Nipperdey: 1933 und die Kontinuit√§t der deutschen Geschichte. In: Historische Zeitschrift 227 (1978), S.¬†86-111, hier S.¬†99; und Andreas Hillgruber: Gro√ümachtpolitik und Weltmachtstreben Deutschlands. In: Andreas Hillgruber, Jost D√ľlffer (Hrsg.): Ploetz: Geschichte der Weltkriege. M√§chte, Ereignisse, Entwicklungen 1900-1945. Freiburg/W√ľrzburg 1981, ISBN 3-87640-070-8, S.¬†153-162, hier S.¬†159.
  43. ‚ÜĎ Imanuel Geiss: Die Fischer-Kontroverse. Ein kritischer Beitrag zum Verh√§ltnis zwischen Historiographie und Politik in der Bundesrepublik. In: Imanuel Geiss: Studien √ľber Geschichte und Geschichtswissenschaft. Frankfurt am Main 1972, S.¬†108-198, hier: S.¬†196.
  44. ‚ÜĎ Samuel R. Williamson, Jr: Austria-Hungary and the Origins of the First World War. Verlag Macmillan, Basingstoke 1991, ISBN 0-333-42081-0, S.¬†211.
  45. ‚ÜĎ Dieses Kapitel, falls nicht anders angegeben aus: Mikl√≥s Komj√°thy (Hrsg.): Protokolle des Gemeinsamen Ministerrates der √Ėsterreichisch-Ungarischen Monarchie (1914‚Äď1918). Budapest 1966, S.¬†352ff. (Wortlaut).
  46. ‚ÜĎ J√≥zsef Gal√°ntai: Hungary in the First World War. Budapest 1989, ISBN 963-05-4878-X, S.¬†155.
  47. ‚ÜĎ Heinz Lemke: Allianz und Rivalit√§t. Die Mittelm√§chte und Polen im ersten Weltkrieg. Verlag B√∂hlau, Wien/K√∂ln/Graz 1977, ISBN 3-205-00527-9, S.¬†274.
  48. ‚ÜĎ Heinz Lemke: Allianz und Rivalit√§t. Die Mittelm√§chte und Polen im ersten Weltkrieg. Verlag B√∂hlau, Wien/K√∂ln/Graz 1977, ISBN 3-205-00527-9, S.¬†274.
  49. ‚ÜĎ Heinz Lemke: Die Regierung St√ľrgkh und die Pl√§ne zur Teilung Galiziens. In: √Ėsterreich-Ungarn in der Weltpolitik 1900 bis 1918. Berlin/DDR 1965, S.¬†267-283, hier:¬†273f.; und Heinz Lemke: Die Politik der Mittelm√§chte in Polen von der Novemberproklamation 1916 bis zum Zusammentritt des Provisorischen Staatsrats. In: Jahrbuch f√ľr Geschichte der UdSSR und der volksdemokratischen L√§nder Europas 6 (1962), S.¬†69-138, hier S.¬†74.
  50. ‚ÜĎ Alexander Fussek: √Ėsterreich-Ungarn und die polnische Frage zu Beginn des Ersten Weltkrieges. In: √Ėsterreich in Geschichte und Literatur 11 (1967), S.¬†5-9, hier: S.¬†7; und Heinz Lemke: Die Regierung St√ľrgkh und die Pl√§ne zur Teilung Galiziens. In: √Ėsterreich-Ungarn in der Weltpolitik 1900 bis 1918. Berlin/DDR 1965, S.¬†267-283, hier:¬†280f.
  51. ‚ÜĎ Imre Gonda: Verfall der Kaiserreiche in Mitteleuropa. Der Zweibund in den letzten Kriegsjahren (1916-1918). Budapest 1977, ISBN 963-05-1084-7, S.¬†314.
  52. ‚ÜĎ Gerhard Ritter: Staatskunst und Kriegshandwerk. Das Problem des ‚ÄěMilitarismus‚Äú in Deutschland. Band 3: Die Trag√∂die der Staatskunst. Bethmann Hollweg als Kriegskanzler (1914-1917). M√ľnchen 1964, ISBN 3-486-47041-8, S.¬†110; und Imre Gonda: Verfall der Kaiserreiche in Mitteleuropa. Der Zweibund in den letzten Kriegsjahren (1916-1918). Budapest 1977, ISBN 963-05-1084-7, S.¬†313.
  53. ‚ÜĎ Imre Gonda: Verfall der Kaiserreiche in Mitteleuropa. Der Zweibund in den letzten Kriegsjahren (1916-1918). Budapest 1977, ISBN 963-05-1084-7, S.¬†314.
  54. ‚ÜĎ Helmut Rumpler: Die Kriegsziele √Ėsterreich-Ungarns auf dem Balkan 1915/16. In: √Ėsterreich und Europa. Festgabe f√ľr Hugo Hantsch. Verlag B√∂hlau, Wien/Graz/K√∂ln 1965, S.¬†465-482, hier: S.¬†470.
  55. ‚ÜĎ Manfried Rauchensteiner: Der Tod des Doppeladlers. √Ėsterreich-Ungarn und der Erste Weltkrieg. B√∂hlau Verlag, Wien/Graz/K√∂ln 1993, ISBN 3-222-12454-X, S.¬†318.
  56. ‚ÜĎ Imre Gonda: Verfall der Kaiserreiche in Mitteleuropa. Der Zweibund in den letzten Kriegsjahren (1916-1918). Budapest 1977, ISBN 963-05-1084-7, S.¬†315 und 410.
  57. ‚ÜĎ Rudolf Jer√°bek: Milit√§r und Politik in der ersten Jahresh√§lfte 1916. Mit einem Anhang √ľber die √úberlieferungsform in Gabelsberger Stenographie. Ungedr. Hausarb, Wien 1983, S.¬†27f.
  58. ‚ÜĎ Francis Roy Bridge: The Habsburg Monarchy among the Great Powers 1815-1918. Verlag Berg, New York/Oxford/Munich 1990, ISBN 0-85496-307-3, S.¬†335.
  59. ‚ÜĎ Andr√© Scherer, Jacques Grunewald: L‚ÄôAllemagne et les probl√®mes de la paix pendant la premi√®re guerre mondiale. Documents extraits des archives de l'Office allemand des Affaires √©trang√®res. 4 B√§nde (deutsche Originaldokumente), Paris 1962/1978, ISBN 2-85944-010-0, Band 1, S.¬†256f. (Nr. 188).
  60. ‚ÜĎ Imre Gonda: Verfall der Kaiserreiche in Mitteleuropa. Der Zweibund in den letzten Kriegsjahren (1916-1918). Budapest 1977, ISBN 963-05-1084-7, S.¬†344.
  61. ‚ÜĎ Wolfdieter Bihl: Die √∂sterreichisch-ungarischen Kriegsziele 1918. In: Richard Georg Plaschka, Karlheinz Mack: Die Aufl√∂sung des Habsburgerreiches. Zusammenbruch und Neuorientierung im Donauraum. Wien 1970, S.¬†119-123, hier: S.¬†119.
  62. ‚ÜĎ Gary W. Shanafelt: The Secret Enemy: Austria-Hungary and the German Alliance 1914-1918. Columbia Univ. Press, New York 1985, ISBN 0-88033-080-5, S.¬†38.
  63. ‚ÜĎ Rudolf Jer√°bek: Milit√§r und Politik in der ersten Jahresh√§lfte 1916. Mit einem Anhang √ľber die √úberlieferungsform in Gabelsberger Stenographie. Ungedr. Hausarb. Wien 1983, S.¬†11.
  64. ‚ÜĎ Imre Gonda: Verfall der Kaiserreiche in Mitteleuropa. Der Zweibund in den letzten Kriegsjahren (1916-1918). Budapest 1977, ISBN 963-05-1084-7, S.¬†314 und 337.
  65. ‚ÜĎ Ulrich Trumpener: Germany and the Ottoman Empire 1914-1918. Princeton 1968, S.¬†370.
  66. ‚ÜĎ Wolfdieter Bihl: Die Kaukasuspolitik der Mittelm√§chte. Teil 1: Ihre Basis in der Orient-Politik und ihre Aktionen 1914-1917. Wien/K√∂ln/Graz 1975, Verlag B√∂hlau, S.¬†230.
  67. ‚ÜĎ Wolfdieter Bihl: Die Kaukasuspolitik der Mittelm√§chte. Teil 1: Ihre Basis in der Orient-Politik und ihre Aktionen 1914-1917. Verlag B√∂hlau, Wien/K√∂ln/Graz 1975, S.¬†232.
  68. ‚ÜĎ Gotthard J√§schke: Der Turanismus der Jungt√ľrken. Zur osmanischen Au√üenpolitik im Weltkriege. In: Die Welt des Islam 23 (1941), S.¬†1-54, hier: S.¬†51.
  69. ‚ÜĎ Carl M√ľhlmann: Das deutsch-t√ľrkische Waffenb√ľndnis im Weltkriege. Leipzig 1940, S.¬†272 und 275.
  70. ‚ÜĎ Feroz Ahmad: The Late Ottoman Empire. In: Marian Kent (Hrsg.): The Great Powers and the End of the Ottoman Empire. London 1984, ISBN 0-04-956013-1, S.¬†5-30, hier: S.¬†22.
  71. ‚ÜĎ Ulrich Trumpener: Germany and the Ottoman Empire 1914-1918. Princeton 1968, ISBN 0-88206-067-8, S.¬†369.
  72. ‚ÜĎ Wolfgang-Uwe Friedrich: Bulgarien und die M√§chte 1913-1915. Ein Beitrag zur Weltkriegs- und Imperialismusgeschichte. Stuttgart 1985, ISBN 3-515-04050-1, S.¬†242ff.
  73. ‚ÜĎ Andr√© Scherer, Jacques Grunewald: L‚ÄôAllemagne et les probl√®mes de la paix pendant la premi√®re guerre mondiale. Documents extraits des archives de l'Office allemand des Affaires √©trang√®res. Band 1: Des origines a la d√©claration de la guerre sous-marine a outrance (ao√Ľt 1914 - 31 janvier 1917). 4 B√§nde (deutsche Originaldokumente), Paris 1962/1978, ISBN 2-85944-010-0, S.¬†508f. (Dok.-Nr.342).
  74. ‚ÜĎ Wolfgang-Uwe Friedrich: Bulgarien und die M√§chte 1913-1915. Ein Beitrag zur Weltkriegs- und Imperialismusgeschichte. Stuttgart 1985, ISBN 3-515-04050-1, S.¬†245f. Und 288.
  75. ‚ÜĎ Vasil Radoslawoff: Bulgarien und die Weltkrise. Berlin 1923, S.¬†189f. Und Wolfdieter Bihl (Hrsg.): Deutsche Quellen zur Geschichte des Ersten Weltkrieges. Darmstadt 1991, ISBN 3-534-08570-1, S.¬†145f. (Dok.-Nr.68) (Wortlaut).
  76. ‚ÜĎ Wolfgang-Uwe Friedrich: Bulgarien und die M√§chte 1913-1915. Ein Beitrag zur Weltkriegs- und Imperialismusgeschichte. Stuttgart 1985, ISBN 3-515-04050-1, S.¬†255.
  77. ‚ÜĎ Andrej Mitrovic: Die Kriegsziele der Mittelm√§chte und die Jugoslawienfrage 1914-1918. In: Adam Wandruszka, Richard G. Plaschka, Anna M. Drabek (Hrsg.): Die Donaumonarchie und die s√ľdslawische Frage von 1848 bis 1918. Texte des ersten √∂sterreichisch-jugoslawischen Historikertreffens G√∂sing 1976. Wien 1978, S.¬†137-172, hier: S.¬†165.
  78. ‚ÜĎ Elke Bornemann: Der Frieden von Bukarest 1918. Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-261-01921-2, S.¬†f.
  79. ‚ÜĎ Vasil Radoslawoff: Bulgarien und die Weltkrise. Berlin 1923, S.¬†308ff.
  80. ‚ÜĎ Elke Bornemann: Der Frieden von Bukarest 1918. Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-261-01921-2, S.¬†89; und Richard von K√ľhlmann: Erinnerungen. Heidelberg 1948, S.¬†552.
  81. ‚ÜĎ Brigitte Stiefler: Die politischen Beziehungen zwischen √Ėsterreich-Ungarn und Bulgarien von 1915-1918. Ungedr. Diss. Wien 1970. S.¬†122
  82. ‚ÜĎ Elke Bornemann: Der Frieden von Bukarest 1918. Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-261-01921-2, S.¬†90 und 131.
  83. ‚ÜĎ Wolfdieter Bihl: Die Kaukasuspolitik der Mittelm√§chte. Teil 2: Die Zeit der versuchten kaukasischen Staatlichkeit (1917-1918). Wien/K√∂ln/Weimar 1992, S.¬†267.
  84. ‚ÜĎ Gustav Gratz, Richard Sch√ľller: Die √§u√üere Wirtschaftspolitik √Ėsterreich-Ungarns. Mitteleurop√§ische Pl√§ne. Wien/New Haven 1925, S.¬†205.
  85. ‚ÜĎ Elke Bornemann: Der Frieden von Bukarest 1918. Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-261-01921-2, S.¬†105.
  86. ‚ÜĎ Wolfgang-Uwe Friedrich: Bulgarien und die M√§chte 1913-1915. Ein Beitrag zur Weltkriegs- und Imperialismusgeschichte. Stuttgart 1985, ISBN 3-515-04050-1, S.¬†289.
  87. ‚ÜĎ David Stevenson: French war aims against Germany 1914-1919. Oxford Univ. Press, New York 1982, ISBN 0-19-822574-1, S.¬†12.
  88. ‚ÜĎ Georges-Henri Soutou: √úbermut auf allen Seiten. Die Kriegsziele Frankreichs im Ersten Weltkrieg. In: Dokumente. Zeitschrift f√ľr den deutsch-franz√∂sischen Dialog. Jg.43, Heft 4 (1987), S.¬†285-290, hier: S.¬†286.
  89. ‚ÜĎ Pierre Renouvin: Die Kriegsziele der franz√∂sischen Regierung 1914-1918. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Jg.17, Heft 3 (1966), S.¬†129-168, hier: S.¬†130.
  90. ‚ÜĎ Aus: Gro√üer Bilderatlas des Weltkriegs. Dritter Band, Verlag F. Bruckmann, M√ľnchen, 1919, S.¬†386.
  91. ‚ÜĎ Georges-Henri Soutou: √úbermut auf allen Seiten. Die Kriegsziele Frankreichs im Ersten Weltkrieg. In: Dokumente. Zeitschrift f√ľr den deutsch-franz√∂sischen Dialog. Jg.43, Heft 4 (1987), S.¬†285-290, hier: S.¬†286f.
  92. ‚ÜĎ C.M. Andrew, A.S. Kanya-Forstner: The French Colonial Party and French Colonial War Aims, 1914‚Äď1918. In: The Historical Journal. 17 (1974), S.¬†79-106, hier: S.¬†79ff.
  93. ‚ÜĎ C.M. Andrew, A.S. Kanya-Forstner: The French Colonial Party and French Colonial War Aims, 1914‚Äď1918. In: The Historical Journal. 17 (1974), S.¬†79-106, hier: S.¬†104ff.
  94. ‚ÜĎ C.M. Andrew, A.S. Kanya-Forstner: The French Colonial Party and French Colonial War Aims, 1914‚Äď1918. In: The Historical Journal. 17 (1974), S.¬†79-106, hier: S.¬†104ff.
  95. ‚ÜĎ Pierre Renouvin: Die Kriegsziele der franz√∂sischen Regierung 1914-1918. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Jg.17, Heft 3 (1966), S.¬†129-168, hier: S.¬†135.
  96. ‚ÜĎ David Stevenson: French war aims against Germany 1914-1919. Oxford Univ. Press, New York 1982, ISBN 0-19-822574-1, S.¬†42ff.
  97. ‚ÜĎ David Stevenson: French war aims against Germany 1914-1919. Oxford Univ. Press, New York 1982, ISBN 0-19-822574-1, S.¬†42ff.
  98. ‚ÜĎ David Stevenson: French war aims against Germany 1914-1919. Oxford Univ. Press, New York 1982, ISBN 0-19-822574-1, S.¬†45ff.
  99. ‚ÜĎ David Stevenson: French war aims against Germany 1914-1919. Oxford Univ. Press, New York 1982, ISBN 0-19-822574-1, S.¬†48f.
  100. ‚ÜĎ Pierre Renouvin: Die Kriegsziele der franz√∂sischen Regierung 1914-1918. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Jg.17, Heft 3 (1966), S.¬†129-168, hier: S.¬†135; und Friedrich Stieve (Hrsg.): Iswolski im Weltkriege. Der Diplomatische Schriftwechsel Iswolskis aus den Jahren 1914-1917. Neue Dokumente aus den Geheimakten der russischen Staatsarchive. Im Auftrage des Deutschen Ausw√§rtigen Amtes. Berlin 1925, S.¬†213 (Wortlaut).
  101. ‚ÜĎ David Stevenson: French war aims against Germany 1914-1919. Oxford Univ. Press, New York 1982, ISBN 0-19-822574-1, S.¬†72.
  102. ‚ÜĎ Pierre Renouvin: Die Kriegsziele der franz√∂sischen Regierung 1914-1918. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Jg.17, Heft 3 (1966). S.¬†129-168, hier: S.¬†145ff.
  103. ‚ÜĎ Pierre Renouvin: Die Kriegsziele der franz√∂sischen Regierung 1914‚Äď1918. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht. Jg.17, Heft 3 (1966), S.¬†129‚Äď168, hier S.¬†145ff. Und Georges-Henri Soutou: √úbermut auf allen Seiten. Die Kriegsziele Frankreichs im Ersten Weltkrieg. In: Dokumente. Zeitschrift f√ľr den deutsch-franz√∂sischen Dialog 43 (1987), S.¬†285-290, hier S.¬†288f.
  104. ‚ÜĎ Georges-Henri Soutou: √úbermut auf allen Seiten. Die Kriegsziele Frankreichs im Ersten Weltkrieg. In: Dokumente. Zeitschrift f√ľr den deutsch-franz√∂sischen Dialog. 43 (1987), S.¬†285-290, hier: S.¬†288.
  105. ‚ÜĎ Pierre Renouvin: Die Kriegsziele der franz√∂sischen Regierung 1914-1918. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht, Jg.17, Heft 3 (1966), S.¬†129-168, hier: S.¬†155.
  106. ‚ÜĎ David Stevenson: French war aims against Germany 1914-1919. Oxford Univ. Press, New York 1982, ISBN 0-19-822574-1, S.¬†118.
  107. ‚ÜĎ Georges-Henri Soutou: √úbermut auf allen Seiten. Die Kriegsziele Frankreichs im Ersten Weltkrieg. In: Dokumente. Zeitschrift f√ľr den deutsch-franz√∂sischen Dialog. Jg.43, Heft 4 (1987), S.¬†285-290, hier: S.¬†289f.
  108. ‚ÜĎ Horst-G√ľnther Linke: Das zaristische Ru√üland und der Erste Weltkrieg. Diplomatie und Kriegsziele 1914-1917. M√ľnchen 1982, ISBN 978-3-7705-2051-0, S.¬†40f. Und Henryk Batowski: Pl√§ne zur Teilung der Habsburgermonarchie im Ersten Weltkrieg. In: √Ėsterreichische Osthefte. Jg.10, Heft 3 (1968), S.¬†129-140, hier: S.¬†130.
  109. ‚ÜĎ Horst-G√ľnther Linke: Das zaristische Ru√üland und der Erste Weltkrieg. Diplomatie und Kriegsziele 1914-1917. M√ľnchen 1982, ISBN 978-3-7705-2051-0, S.¬†237.
  110. ‚ÜĎ V.H. Rothwell: British War Aims and Peace Diplomacy 1914‚Äď1918. Oxford 1971, S.¬†18.
  111. ‚ÜĎ David French: British strategy and war aims 1914-16. London 1986, ISBN 0-04-942197-2, S.¬†22.
  112. ‚ÜĎ V.H. Rothwell: British War Aims and Peace Diplomacy 1914‚Äď1918. Oxford 1971, S.¬†283.
  113. ‚ÜĎ David French: British strategy and war aims 1914‚Äď16. London 1986, ISBN 0-04-942197-2, S.¬†83.
  114. ‚ÜĎ Harry Hanak: Great Britain and Austria-Hungary during the First World War. A Study in the Formation of Public Opinion. London/New York/Toronto 1962, S.¬†205.
  115. ‚ÜĎ V.H. Rothwell: British War Aims and Peace Diplomacy 1914‚Äď1918. Oxford 1971, S.¬†71 und 145f.
  116. ‚ÜĎ W.B. Fest: British War Aims and German Peace Feelers During the First World War (December 1916‚ÄďNovember 1918). In: The Historical Journal. 15 (1972), S.¬†285-308, hier: S.¬†293.
  117. ‚ÜĎ Keith Robbins: The First World War. Oxford University Press, Oxford/New York 1984, ISBN 0-19-289149-9, S.¬†112.
  118. ‚ÜĎ Erwin H√∂lzle: Die Selbstentmachtung Europas. Das Experiment des Friedens vor und im Ersten Weltkrieg. G√∂ttingen/Frankfurt am Main/Z√ľrich 1975, ISBN 3-7881-1681-1, S.¬†584f.
  119. ‚ÜĎ Ronald Hyam, Peter Henshaw: The lion and the springbok. Britain and South Africa since the Boer War. Cambridge University Press 2003, ISBN 978-0-521-04138-6, S.¬†104. Digitalisat mit Karte
  120. ‚ÜĎ Wolfgang Petter: Der Kampf um die deutschen Kolonien. In: Wolfgang Michalka (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg. Wirkung, Wahrnehmung, Analyse. Seehamer Verlag, Weyarn 1997, ISBN 3-932131-37-1, S.¬†402-406.
  121. ‚ÜĎ Wolfgang Petter: Der Kampf um die deutschen Kolonien. In: Wolfgang Michalka (Hrsg.): Der Erste Weltkrieg. Wirkung, Wahrnehmung, Analyse. Seehamer Verlag, Weyarn 1997, ISBN 3-932131-37-1, S.¬†401.
  122. ‚ÜĎ Harry Hanak: Die Einstellung Gro√übritanniens und der Vereinigten Staaten zu √Ėsterreich(-Ungarn). In: Adam Wandruszka, Walter Urbanitsch (Hrsg.): Die Habsburgermonarchie 1848-1918. Band 6: Die Habsburgermonarchie im System der internationalen Beziehungen. 2. Teilband, Wien 1993, ISBN 3-7001-2084-2, S.¬†539-585, hier: S.¬†567f.
  123. ‚ÜĎ Friedrich Stieve (Hrsg.): Iswolski im Weltkriege. Der Diplomatische Schriftwechsel Iswolskis aus den Jahren 1914-1917. Neue Dokumente aus den Geheimakten der russischen Staatsarchive. Im Auftrage des Deutschen Ausw√§rtigen Amtes. Berlin 1925, S.¬†191ff. Und Der Vertrag von London (online)
  124. ‚ÜĎ Branislav Vranesevic: Die au√üenpolitischen Beziehungen zwischen Serbien und der Habsburgermonarchie. In: Adam Wandruszka, Walter Urbanitsch (Hrsg.): Die Habsburgermonarchie 1848-1918. Band 6: Die Habsburgermonarchie im System der internationalen Beziehungen. 2. Teilbband, Wien 1993, ISBN 3-7001-2084-2, S.¬†319-375, hier: S.¬†373.
  125. ‚ÜĎ Leo Valiani: The End of Austria-Hungary. Verlag Secker & Warburg, London 1973, ISBN 0-436-55230-2, S.¬†84.
  126. ‚ÜĎ Friedrich Stieve (Hrsg.): Iswolski im Weltkriege. Der Diplomatische Schriftwechsel Iswolskis aus den Jahren 1914-1917. Neue Dokumente aus den Geheimakten der russischen Staatsarchive. Im Auftrage des Deutschen Ausw√§rtigen Amtes. Berlin 1925, S.¬†136f.
  127. ‚ÜĎ Hajo Holborn: The Final Disintegration of the Habsburg Monarchy. In: Austrian History Yearbook. 3, Part 3 (1967), S.¬†189-205, hier: S.¬†204.
  128. ‚ÜĎ Harry Hanak: Great Britain and Austria-Hungary during the First World War. A Study in the Formation of Public Opinion. London/New York/Toronto 1962, S.¬†63.
  129. ‚ÜĎ Philip Adler: Der Kampf der S√ľdslawen gegen den Vertrag von London von seiner Unterzeichnung bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Ungedr. Diss. Wien 1961, S.¬†178.
  130. ‚ÜĎ Hermann Wendel, Der Kampf der S√ľdslawen um Freiheit und Einheit. Frankfurt am Main 1925. S.¬†721-722
  131. ‚ÜĎ Leo Valiani: The End of Austria-Hungary. Verlag Secker & Warburg, London 1973, ISBN 0-436-55230-2, S.¬†195.
  132. ‚ÜĎ Hermann Wendel: Der Kampf der S√ľdslawen um Freiheit und Einheit. Frankfurt am Main 1925, S.¬†730 und 748.
  133. ‚ÜĎ Glenn E. Torrey: Rumania and the Belligerents 1914‚Äď1916. In: The Journal of Contemporary History. 1, No 3 (1966), S.¬†171-191, S.¬†183.
  134. ‚ÜĎ Friedrich Stieve (Hrsg.): Iswolski im Weltkriege. Der Diplomatische Schriftwechsel Iswolskis aus den Jahren 1914-1917. Neue Dokumente aus den Geheimakten der russischen Staatsarchive. Im Auftrage des Deutschen Ausw√§rtigen Amtes. Berlin 1925, S.¬†206f. (Wortlaut)
  135. ‚ÜĎ Elke Bornemann: Der Frieden von Bukarest 1918. Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-261-01921-2, S.¬†80ff.
  136. ‚ÜĎ Elke Bornemann: Der Frieden von Bukarest 1918. Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-261-01921-2, S.¬†109.
  137. ‚ÜĎ Merritt Abrash: War Aims toward Austria-Hungary: The Czechoslovak Pivot. In: Merritt Abrash, Alexander Dallin: Russian Diplomacy and Eastern Europe 1914-1917. New York 1963, S.¬†78-123, hier: S.¬†78.
  138. ‚ÜĎ Koloman Gajan: Die Rolle der Westm√§chte bei der Entstehung der CSR. In: Richard Georg Plaschka, Karlheinz Mack (Hrsg.): Die Aufl√∂sung des Habsburgerreiches. Zusammenbruch und Neuorientierung im Donauraum. Wien 1970, S.¬†425-431, hier: S.¬†425.
  139. ‚ÜĎ John Bradley: Die tschechoslowakische Legion und die Haltung der Alliierten zur Aufl√∂sung der Habsburgermonarchie. In: Richard Georg Plaschka, Karlheinz Mack (Hrsg.): Die Aufl√∂sung des Habsburgerreiches. Zusammenbruch und Neuorientierung im Donauraum. Wien 1970, S.¬†203-208, hier: S.¬†207; und Hajo Holborn: The Final Disintegration of the Habsburg Monarchy. In: Austrian History Yearbook. 3, Part 3 (1967), S.¬†189-205, hier: S.¬†204.
  140. ‚ÜĎ Merritt Abrash: War Aims toward Austria-Hungary: The Czechoslovak Pivot. In: Merritt Abrash, Alexander Dallin: Russian Diplomacy and Eastern Europe 1914-1917. New York 1963, S.¬†78-123, hier: S.¬†85; und Leo Valiani: The End of Austria-Hungary. Verlag Secker & Warburg, London 1973, ISBN 0-436-55230-2, S.¬†82f.
  141. ‚ÜĎ Merritt Abrash: War Aims toward Austria-Hungary: The Czechoslovak Pivot. In: Merritt Abrash, Alexander Dallin: Russian Diplomacy and Eastern Europe 1914-1917. New York 1963, S.¬†78-123, hier: S.¬†93 und 106f.
  142. ‚ÜĎ Merritt Abrash: War Aims toward Austria-Hungary: The Czechoslovak Pivot. In: Merritt Abrash, Alexander Dallin: Russian Diplomacy and Eastern Europe 1914-1917. New York 1963, S.¬†78-123, hier: S.¬†113 und 123.
  143. ‚ÜĎ Koloman Gajan: Die Rolle der Westm√§chte bei der Entstehung der CSR. In: Richard Georg Plaschka, Karlheinz Mack (Hrsg.): Die Aufl√∂sung des Habsburgerreiches. Zusammenbruch und Neuorientierung im Donauraum. Wien 1970, S.¬†425-431, hier: S.¬†427; und Jaroslav Kr√≠zek: Die Rolle der tschechoslowakischen politischen Emigration und ihre diplomatische T√§tigkeit im Jahre 1918. In: Richard Georg Plaschka, Karlheinz Mack (Hrsg.): Die Aufl√∂sung des Habsburgerreiches. Zusammenbruch und Neuorientierung im Donauraum. Wien 1970, S.¬†163-169, hier: S.¬†168.
  144. ‚ÜĎ Koloman Gajan: Die Rolle der Westm√§chte bei der Entstehung der CSR. In: Richard Georg Plaschka, Karlheinz Mack (Hrsg.): Die Aufl√∂sung des Habsburgerreiches. Zusammenbruch und Neuorientierung im Donauraum. Wien 1970, S.¬†425-431, hier: S.¬†426; und John Bradley: Die tschechoslowakische Legion und die Haltung der Alliierten zur Aufl√∂sung der Habsburgermonarchie. In: Richard Georg Plaschka, Karlheinz Mack (Hrsg.): Die Aufl√∂sung des Habsburgerreiches. Zusammenbruch und Neuorientierung im Donauraum. Wien 1970, S.¬†203-208, hier: S.¬†207.
  145. ‚ÜĎ W.R. Callcott: The Last War Aim: British Opinion and the Decision for Czechoslovak Independence, 1914-1919. In: The Historical Journal. 27 (1984), S.¬†979-989, hier: S.¬†981; und Harry Hanak: Great Britain and Austria-Hungary during the First World War. A Study in the Formation of Public Opinion. London/New York/Toronto 1962, S.¬†249.
  146. ‚ÜĎ Koloman Gajan: Die Rolle der Westm√§chte bei der Entstehung der CSR. In: Richard Georg Plaschka, Karlheinz Mack (Hrsg.): Die Aufl√∂sung des Habsburgerreiches. Zusammenbruch und Neuorientierung im Donauraum. Wien 1970, S.¬†425-431, hier: S.¬†430f.
  147. ‚ÜĎ Harold I. Nelson: Land and Power. British and Allied Policy on Germany‚Äôs Frontiers 1916-1919. London 1963, S.¬†283ff und 302.
  148. ‚ÜĎ W.R. Callcott: The Last War Aim: British Opinion and the Decision for Czechoslovak Independence, 1914-1919. In: The Historical Journal. 27 (1984), S.¬†979-989, hier: S.¬†988f.
  149. ‚ÜĎ J√ľrgen M√∂ckelmann: Das Deutschlandbild in den USA 1914-1918 und die Kriegszielpolitik Wilsons. Hamburg 1964, S.¬†147ff.
  150. ‚ÜĎ Charles Seymour (Hrsg.): Die vertraulichen Dokumente des Obersten House. Stuttgart 1932, S.¬†229.
  151. ‚ÜĎ David French: Allies, Rivals and Enemies: British Strategy and War Aims during the First World War. In: John Turner (Hrsg.): Britain and the First World War. London 1988, ISBN 0-04-445108-3, S.¬†22-35, hier: S.¬†32.
  152. ‚ÜĎ J√ľrgen M√∂ckelmann: Das Deutschlandbild in den USA 1914-1918 und die Kriegszielpolitik Wilsons. Hamburg 1964, S.¬†157ff.
  153. ‚ÜĎ Harry Hanak: Die Einstellung Gro√übritanniens und der Vereinigten Staaten zu √Ėsterreich(-Ungarn). In: Adam Wandruszka, Walter Urbanitsch (Hrsg.): Die Habsburgermonarchie 1848-1918. Band 6: Die Habsburgermonarchie im System der internationalen Beziehungen. 2. Teilband, Wien 1993, S.¬†539-585, hier: S.¬†578f.
  154. ‚ÜĎ David French: Allies, Rivals and Enemies: British Strategy and War Aims during the First World War. In: John Turner (Hrsg.): Britain and the First World War. London 1988, ISBN 0-04-445108-3, S.¬†22-35, hier: S.¬†33.
  155. ‚ÜĎ Charles Seymour (Hrsg.): Die vertraulichen Dokumente des Obersten House. Stuttgart 1932, S.¬†227f.
  156. ‚ÜĎ Charles Seymour (Hrsg.): Die vertraulichen Dokumente des Obersten House. Stuttgart 1932, S.¬†333f.
  157. ‚ÜĎ Horst Hammitzsch (Hrsg.): Japan Handbuch. Land und Leute, Kultur- und Geistesleben. Verlag Steiner, Stuttgart 1990, ISBN 3-515-05753-6, Spalte¬†339.
  158. ‚ÜĎ Horst Hammitzsch (Hrsg.): Japan Handbuch. Land und Leute, Kultur- und Geistesleben. Verlag Steiner, Stuttgart 1990, ISBN 3-515-05753-6, Spalte¬†339.
  159. ‚ÜĎ Peter Koerner: Der Erste Weltkrieg 1914-1918. M√ľnchen 1968, Band 2: S.¬†75; und Akira Hayashima: Die Illusion des Sonderfriedens. Deutsche Verst√§ndigungspolitik mit Japan im ersten Weltkrieg. Verlag Oldenbourg, M√ľnchen 1982, ISBN 3-486-50941-1, S.¬†41f. und 86ff.
  160. ‚ÜĎ Andr√© Scherer, Jacques Grunewald: L‚ÄôAllemagne et les probl√®mes de la paix pendant la premi√®re guerre mondiale. Documents extraits des archives de l'Office allemand des Affaires √©trang√®res. 4 B√§nde (deutsche Originaldokumente), Paris 1962/1978, ISBN 2-85944-010-0, Band 1, S.¬†337ff. (Nr. 252) und Wolfdieter Bihl (Hrsg.): Deutsche Quellen zur Geschichte des Ersten Weltkrieges. Darmstadt 1991, ISBN 3-534-08570-1, S.¬†189ff. (Dok. Nr. 95).
  161. ‚ÜĎ Gerhard Ritter: Staatskunst und Kriegshandwerk. Das Problem des ‚ÄěMilitarismus‚Äú in Deutschland. Band 3: Die Trag√∂die der Staatskunst. Bethmann Hollweg als Kriegskanzler (1914-1917). M√ľnchen 1964, ISBN 3-486-47041-8, S.¬†602
  162. ‚ÜĎ Kurt Peball: Friedensbem√ľhungen 1917/1918. In: Truppendienst 7 (1968), S.¬†342-345; hier: S.¬†343.
  163. ‚ÜĎ Horst Hammitzsch (Hrsg.): Japan Handbuch. Land und Leute, Kultur- und Geistesleben. Verlag Steiner, Stuttgart 1990, ISBN 3-515-05753-6, Spalte 338ff.
  164. ‚ÜĎ Horst-G√ľnther Linke: Das zaristische Ru√üland und der Erste Weltkrieg. Diplomatie und Kriegsziele 1914-1917. M√ľnchen 1982, ISBN 978-3-7705-2051-0, S.¬†40 und 56.
  165. ‚ÜĎ Horst-G√ľnther Linke: Das zaristische Ru√üland und der Erste Weltkrieg. Diplomatie und Kriegsziele 1914-1917. M√ľnchen 1982, ISBN 978-3-7705-2051-0, S.¬†240.
  166. ‚ÜĎ Horst-G√ľnther Linke: Das zaristische Ru√üland und der Erste Weltkrieg. Diplomatie und Kriegsziele 1914-1917. M√ľnchen 1982, ISBN 978-3-7705-2051-0, S.¬†241.
  167. ‚ÜĎ Hans Beyer: Die Mittelm√§chte und die Ukraine 1918. M√ľnchen 1956 (= Jahrb√ľcher f√ľr die Geschichte Osteuropas NF Beiheft 2), S.¬†12ff.
  168. ‚ÜĎ Heinz Lemke: Allianz und Rivalit√§t. Die Mittelm√§chte und Polen im ersten Weltkrieg. Verlag B√∂hlau, Wien/K√∂ln/Graz 1977, ISBN 3-205-00527-9, S.¬†232f. und 239.
  169. ‚ÜĎ Ottokar Czernin: Im Weltkriege. Berlin/Wien 1919, S.¬†37 und 185.
  170. ‚ÜĎ Heinz Lemke: Allianz und Rivalit√§t. Die Mittelm√§chte und Polen im ersten Weltkrieg. Verlag B√∂hlau, Wien/K√∂ln/Graz 1977, ISBN 3-205-00527-9, S.¬†34f; und Henryk Batowski: Trialismus, Subdualismus oder Personalunion. Zum Problem der √∂sterreichisch-polnischen L√∂sung (1914‚Äď1918). In: Studia Austro-Polnica. Warszawa/Krak√≥w 1978, S.¬†7‚Äď19, hier: S.¬†9.
  171. ‚ÜĎ Ottokar Czernin: Im Weltkriege. Berlin/Wien 1919. S.¬†37 und 185; und Heinz Lemke: Allianz und Rivalit√§t. Die Mittelm√§chte und Polen im ersten Weltkrieg. Verlag B√∂hlau, Wien/K√∂ln/Graz 1977, ISBN 3-205-00527-9, S.¬†40.
  172. ‚ÜĎ Heinz Lemke: Allianz und Rivalit√§t. Die Mittelm√§chte und Polen im ersten Weltkrieg. Verlag B√∂hlau, Wien/K√∂ln/Graz 1977, ISBN 3-205-00527-9, S.¬†423.
  173. ‚ÜĎ WŇāodzimierz Borodziej (Hrsg.): Option Europa. Deutsche, polnische und ungarische Europapl√§ne des 19. und 20. Jahrhunderts. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, G√∂ttingen 2005, ISBN 3-525-36287-0, Band 1: S.¬†89f. Und Norman Davies: Im Herzen Europas. Geschichte Polens. Verlag Beck, M√ľnchen 2000, ISBN 3-406-46709-1, S.¬†134.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Kriegsziele Deutschlands im Ersten Weltkrieg ‚ÄĒ Erster Weltkrieg ‚Äď beteiligte Staaten ‚Ėą‚Ėą¬†Entente, Alliierte und Assoziierte ‚Ėą‚Ėą¬†Mittelm√§chte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Kriegsziele √Ėsterreichs und Ungarns im Ersten Weltkrieg ‚ÄĒ Erster Weltkrieg ‚Äď beteiligte Staaten ‚Ėą‚Ėą¬†Entente, Alliierte und Assoziierte ‚Ėą‚Ėą¬†Mittelm√§chte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Kriegsziele des Deutschen Kaiserreiches im Ersten Weltkrieg ‚ÄĒ Erster Weltkrieg ‚Äď beteiligte Staaten ‚Ėą‚Ėą¬†Entente, Alliierte und Assoziierte ‚Ėą‚Ėą¬†Mittelm√§chte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Kriegsziele des Deutschen Kaiserreichs im Ersten Weltkrieg ‚ÄĒ Erster Weltkrieg ‚Äď beteiligte Staaten ‚Ėą‚Ėą¬†Entente, Alliierte und Assoziierte ‚Ėą‚Ėą¬†Mittelm√§chte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Kriegsziele des Deutschen Reichs im Ersten Weltkrieg ‚ÄĒ Erster Weltkrieg ‚Äď beteiligte Staaten ‚Ėą‚Ėą¬†Entente, Alliierte und Assoziierte ‚Ėą‚Ėą¬†Mittelm√§chte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Kriegsziele im Ersten Weltkrieg ‚ÄĒ Die Kriegsziele im Ersten Weltkrieg resultierten aus den Hegemonie Bestrebungen der damaligen Gro√üm√§chte und dem Drang der V√∂lker auf nationale Selbstbestimmung. Sie bestanden √ľberwiegend aus konkreten territorialen, politischen und… ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Kriegsziele √Ėsterreich-Ungarns im Ersten Weltkrieg ‚ÄĒ Erster Weltkrieg ‚Äď beteiligte Staaten ‚Ėą‚Ėą¬†Entente, Alliierte und Assoziierte ‚Ėą‚Ėą¬†Mittelm√§chte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Kriegsziele des Deutschen Kaiserreichs ‚ÄĒ Erster Weltkrieg ‚Äď beteiligte Staaten ‚Ėą‚Ėą¬†Entente, Alliierte und Assoziierte ‚Ėą‚Ėą¬†Mittelm√§chte ‚Ķ   Deutsch Wikipedia

  • Weltkrieg, Erster: Kriegsziele und Friedensbem√ľhungen ‚ÄĒ ¬† Alle Staaten gingen in den Ersten Weltkrieg mit reinem Gewissen, weil man angeblich einen Verteidigungskrieg f√ľhrte. Die Soldaten r√ľckten ein und hielten durch zur ¬ĽRettung des Vaterlandes¬ę. So lieferte der deutsche Kaiser Wilhelm II. mit der… ‚Ķ   Universal-Lexikon

  • Weltkrieg, Erster: Die milit√§rische Dimension des Krieges ‚ÄĒ ¬† Im Ersten Weltkrieg wurden 74 Millionen Menschen mobilisiert, doch die Zahl der unmittelbar vom Krieg Betroffenen war um ein Vielfaches h√∂her. Seit 1917, als nach dem Kriegseintritt der USA die meisten Staaten Amerikas die Beziehungen zu den… ‚Ķ   Universal-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.