Kulturrevolution

ï»ż
Kulturrevolution

Die chinesische Kulturrevolution (chinesisch ç„Ąç”ąéšŽçŽšæ–‡ćŒ–ć€§é©ć‘œ / æ— äș§é˜¶çș§æ–‡ćŒ–ć€§é©ć‘œ wĂșchǎnjiējĂ­ wĂ©nhuĂ  dĂ gĂ©mĂŹng ‚Große Proletarische Kulturrevolution‘, oder kurz 文革 wĂ©ngĂ©) war eine politische Kampagne zwischen 1966 und 1976, die von Mao Zedong ausgelöst wurde. ZunĂ€chst wurde die Kulturrevolution als eine Bewegung zur Beseitigung von MissstĂ€nden in Staat und Gesellschaft von großen Teilen der Bevölkerung begrĂŒĂŸt. Mao setzte jedoch statt der von Politikern wie Liu Shaoqi gewĂŒnschten Erneuerung innerhalb der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) eine Massenbewegung zur Zerstörung der alten KPCh in Gang. Die meisten der alten Kader wurden ihrer Ämter enthoben. Nur 28 % der PolitbĂŒro- und 34 % der ZK-Mitglieder sowie 29 % der ProvinzsekretĂ€re konnten sich bis Ende 1966 in ihrer Position halten.

Die Kulturrevolution bestand aus einer Reihe von Massenkampagnen, die sich ablösten und teilweise widersprachen. UrsprĂŒnglich sollte die Kulturrevolution nur ein halbes Jahr dauern, dann wurde sie 10 Jahre lang, bis zu Maos Tod, immer verlĂ€ngert. Konnte Mao zu Beginn der Kulturrevolution noch wesentliche Teile der Bevölkerung fĂŒr die Kulturrevolution begeistern, so waren in den letzten Jahren die angeordneten Massenbewegungen zu lustlos abgehaltenen Pflichtritualen verkommen.

Die Kulturrevolution wird oft in drei Phasen eingeteilt: die Zeit der Roten Garden (Mai 1966 bis 1968), die Lin-Biao-Zeit (1968 bis August 1971) und die Zhou-Enlai-Phase (August 1971 bis Oktober 1976).

Anders als bei der Kampagne des Großen Sprungs nach vorn mit ĂŒber 20 Millionen Toten wurde die Wirtschaft und die Landwirtschaft von der Kulturrevolution weitgehend ausgenommen. Man hatte gelernt, dass die Produktion möglichst ungestört weiterlaufen musste. Die Kampagnen konzentrierten sich auf Politik, Kultur, öffentliche Meinung, Schule und UniversitĂ€ten. Die UniversitĂ€ten stellten zu Beginn der Kulturrevolution ihre Arbeit ein, und ein normaler UniversitĂ€tsbetrieb, mit Eingangs- und AbschlussprĂŒfungen sowie qualifizierten Zeugnissen, wurde erst 1978 wieder eingefĂŒhrt.

Auch bei den fĂŒhrenden Politikern gab es diese Arbeitsteilung zwischen Kulturrevolution und Produktion. FĂŒr die Kulturrevolution waren, unter der Anleitung von Mao, Politiker wie Jiang Qing und Lin Biao zustĂ€ndig, fĂŒr die Wirtschaft, von der Mao wenig verstand und die er anderen ĂŒberließ, waren Politiker wie Zhou Enlai und Deng Xiaoping verantwortlich.

Inhaltsverzeichnis

Konzept und Begriff

Mao und Chruschtschow, 1958

Forderungen nach einer Kulturrevolution gab es in China bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Mitglieder der Neuen Kulturbewegung forderten in der Bewegung des vierten Mai eine radikale und fundamentale Transformation der bis dahin feudalen Gesellschaft und Kultur Chinas. Angesichts des hohen Bedarfs an Reformen, um aus dem jahrtausendealten Feudalsystem Chinas eine moderne Gesellschaft zu machen, lehnten sie jegliches Fortbestehen von althergebrachten Traditionen ab und legten einen starken Akzent auf die menschliche Vernunft fĂŒr den Fortschritt in Politik, Kultur und Wirtschaft.

In den 1960er Jahren war China nach Maos Vorstellungen, wie zuvor bereits die UdSSR, auf dem Weg des Revisionismus. In der UdSSR hatte, nach Ansicht Maos, eine neue BĂŒrokratenklasse die Macht, abgehoben von der Masse der Bevölkerung, ĂŒbernommen. Nach Maos Auffassung war das Hauptproblem der osteuropĂ€ischen LĂ€nder, dass die KlassenkĂ€mpfe nicht grĂŒndlich genug durchgefĂŒhrt und dann abgebrochen worden waren. Mao wies darauf hin, dass die KlassenkĂ€mpfe das leitende Prinzip der Politik sein mĂŒssten und dass der Klassenkampf „tĂ€glich, monatlich und jĂ€hrlich“ durchgefĂŒhrt werden mĂŒsste. In China sah Mao jedoch ein Erstarren im erreichten Zustand mit einer BĂŒrokratenklasse, die ihre Position, abgehoben von den Volksmassen, zementierte.

Daher forderte Mao einen neue sozialistische Revolution im Bereich des politischen, gesellschaftlichen wie kulturellen Überbaus – die Kulturrevolution. Der Grund fĂŒr die Ausrufung der Kulturrevolution lag daher nicht nur im Sturz einiger Politiker der „pragmatischen Linie“ wie Liu Shaoqi oder Deng Xiaoping, deren Entmachtung war bereits zu Beginn der Kulturrevolution im Mai 1966, als sich eine große Mehrheit im neuen PolitbĂŒro gegen sie stellte, erledigt, sie konnten zwar in der Wirtschafts- und Tagespolitik weiterarbeiten, den RĂŒckhalt im PolitbĂŒro hatten sie verloren. Mao hatte ein grĂ¶ĂŸeres gesellschaftliches Ziel vor Augen. Die ganze Gesellschaft und die Partei sollten proletarisch erneuert werden und ein weiterer Schritt hin zum idealen Sozialismus sollte vollbracht werden.

Anders als nach der Vorstellung der Politiker um Liu Shaoqi sollten nach Maos Vorstellung die notwendigen Erneuerungen nicht innerhalb und durch die Kommunistische Partei, sondern durch die Volksmassen herbeigefĂŒhrt werden. Mao war der Meinung, dass, wenn man sich auf den Ansturm der Volksmassen verlĂ€sst, eine Änderung der gesellschaftlichen Gesamtsituation herbeigefĂŒhrt und damit eine wahre sozialistische Gesellschaft geschaffen werden könne. Daher der Ausdruck Maos: „Mit Chaos auf Erden erreicht man große Ordnung im Land“.[1]

Mao hoffte mittels der Kulturrevolution zum Vater und FĂŒhrer der sozialistischen Weltrevolution zu werden und betrachtete deshalb die Kulturrevolution als entscheidendes Ereignis der Menschheitsgeschichte. In der Zeitschrift „Rote Fahne“ schrieb er dazu im Jahr 1967:

„Die Große Proletarische Kulturrevolution ist eine Revolution, die die Seelen der Menschen erfasst hat. Sie trifft die grundsĂ€tzliche Position der Menschen, bestimmt ihre Weltanschauung, bestimmt den Weg, den sie bereits gegangen sind oder noch gehen werden und erfasst die gesamte Revolutiongeschichte Chinas. Dies ist die grĂ¶ĂŸte, in der Geschichte der Menschheit noch nie dagewesene, UmwĂ€lzung der Gesellschaft. Sie wird eine ganze Generation von standhaften Kommunisten heranbilden.“[2]

Die Verheißung Maos an Chinas Jugend, mit der Kulturrevolution ein neues Kapitel der Geschichte der Menschheit hin zu einer idealen Welt aufzuschlagen, verbunden mit dem tĂ€glichen Personenkult um Mao, gab der Bewegung Begeisterung, Fanatismus und, gegen die angeblichen Feinde, BrutalitĂ€t, Hass und Zerstörungswut.

Ein wesentliches Merkmal der Kulturrevolution war deren Unbestimmtheit. Es sollten „kapitalistische Machthaber“ und „Revisionisten“ entlarvt werden, die den „falschen Weg“ gingen, es war aber nirgends festgelegt, was diese Begriffe zu bedeuten hatten. Gleichzeitig waren die gefĂ€llten Urteile absolut. Bei einer Person, welcher vorgeworfen wurde, auf dem falschen Weg zu gehen, war alles falsch, bei Personen, die „auf dem richtigen Weg waren“, war alles richtig. Daher auch die oft sinnlose BrutalitĂ€t gegen alte verdiente Genossen und KĂ€mpfer im BĂŒrgerkrieg, die angeblich den „richtigen Weg verlassen hatten“. Selbst zwischen den Antreibern der Kulturrevolution waren gewaltsame Konflikte nicht außergewöhnlich.

Anders als bei der Kampagne des „Großen Sprungs nach vorn“ wurden die Wirtschaft und die Landwirtschaft von der Kampagne möglichst ausgenommen. Man hatte gelernt, dass die Produktion möglichst ungestört weiterlaufen musste. Die Kampagnen konzentrierten sich auf Politik, Kultur, öffentliche Meinung, Schule und UniversitĂ€ten. Das Kulturleben und die höhere Bildung kamen fast völlig zum Erliegen. Die UniversitĂ€ten hielten von 1966 bis 1978 keinen normalen Bildungsbetrieb ab. Wichtiger als die Wissensvermittlung war, die Entstehung einer neuen Bildungsschicht zu vermeiden und Klassenkampf zu propagieren.

Durch das Ausklammern der Wirtschaft aus der Kulturrevolution war es möglich, dass Deng Xiaoping, der in der Kulturrevolution als besonders ĂŒbler „Revisionist“ angefeindet wurde, von den 10 Jahren der Kulturrevolution 5 Jahre lang, von 1966 bis 1968 als GeneralsekretĂ€r der Partei und 1973 bis 1976 als Stellvertreter und spĂ€ter Nachfolger von Zhou Enlai, an fĂŒhrender Stelle politisch aktiv sein konnte. Auf der anderen Seite war der Zugriff im Bereich der Kultur total. Jiang Qing wĂ€hlte z. B. eigenmĂ€chtig acht Opern, in welchen proletarische Helden mit ihren Heldentaten prĂ€sentiert wurden, als vorbildlich aus und die AuffĂŒhrung aller anderen Opern wurde verboten.

Kurz vor seinem Tod empfing Mao noch einmal seinen Nachfolger Hua Guofeng und seine wichtigsten Mitstreiter fĂŒr die Kulturrevolution, die spĂ€tere „Viererbande“ Wang Hongwen, Zhang Chunqiao, Jiang Qing und Yao Wenyuan und gab folgendes Urteil ĂŒber sein Lebenswerk ab:

„In China gibt es ein altes Sprichwort: Erst wenn der Sarg geschlossen ist, lĂ€sst sich ein Urteil ĂŒber ihn fĂ€llen. Bei mir wird es auch langsam Zeit, nun kann man doch eine Bewertung abgeben. In meinem Leben kann ich auf zwei Leistungen zurĂŒckblicken. Ich habe Chiang Kaishek jahrzehntelang bekĂ€mpft und ihn auf einige Inseln vertrieben. Nach einem achtjĂ€hrigen Krieg habe ich die Japaner nach Hause geschickt. Schließlich bin ich nach Peking, bis in die Verbotene Stadt vorgedrungen. [
] Wie ihr wisst, ist die andere Leistung die Kulturrevolution. Nur wenige unterstĂŒtzen sie, viele sind gegen sie.“[3]

Vier Wochen nach Maos Tod wurden Wang Hongwen, Zhang Chunqiao, Jiang Qing und Yao Wenyuan als „Viererbande“ verhaftet und ein Jahr nach Maos Tod wurde Deng Xiaoping wieder in seine frĂŒheren Ämter eingesetzt. Die Kulturrevolution, fĂŒr die Mao zehn Jahre lang stritt, war zu Ende.

HintergrĂŒnde

Mao und Liu, 1950

Seit GrĂŒndung der Volksrepublik China standen sich in der KPCh im Wesentlichen zwei Gruppen mit stark voneinander abweichenden Positionen gegenĂŒber. Mao betonte, dass auch nach dem Sieg im BĂŒrgerkrieg der Klassenkampf nicht aufgehört habe und dass es das revolutionĂ€re Bewusstsein der Massen zu fördern gelte. Die Politiker um Liu legten den Arbeitsschwerpunkt darauf, das Land schnell aufzubauen und hohes Wirtschaftswachstum zu erzielen.

Auf dem 8. Parteikongress der Kommunistischen Partei Chinas (1956) wurde die Leitung Chinas neu geordnet. Nach Mao, der als Parteivorsitzender in der politischen Hierarchie die Nummer eins blieb, wurde Liu Shaoqi die Nummer zwei. Er war StaatsprĂ€sident und wurde offiziell als Nachfolger von Mao eingesetzt. Auch Deng Xiaoping bekam als GeneralsekretĂ€r eine wichtige Position in der Partei. Die VerĂ€nderungen waren im Einklang mit Maos Vorstellungen, der sich aus der Tagespolitik etwas zurĂŒckziehen und mehr an den großen Linien arbeiten wollte. Auf Vorschlag von Mao wurde beschlossen, dass das Zentralkomitee in zwei Fronten eingeteilt wurde. In der ersten Front waren Liu Shaoqi, Zhou Enlai, Zhu De, Chen Yun und Deng Xiaoping. Offiziell trat Mao in die zweite Front ab, war jedoch auch noch in der ersten Front tĂ€tig. SpĂ€ter gab Deng ĂŒber das damalige VerhĂ€ltnis zu Mao folgende ErklĂ€rung ab:

„Im Allgemeinen kann man sagen, dass bis 1957 die FĂŒhrung Mao Zedongs richtig war, doch hĂ€uften sich ab diesem Zeitpunkt die Fehler.“

Nach 1957 entwickelte Mao die „linksgerichtete Theorie des Klassenkampfes“ die in der Partei immer weiteren Raum einnahm. In ihr wird dargelegt, dass sich in China auf „politischer und ideologischer Ebene eine neue Ausbeuterklasse“ entwickele. Zu dieser neuen Ausbeuterklasse gehörten, nach Mao, FunktionĂ€re, Verwaltungsfachleute, Techniker, Intellektuelle usw. die „den Kontakt zu den Volksmassen“ verloren hĂ€tten.

Nach der Katastrophe des Großen Sprungs nach vorn verschĂ€rfte sich der Richtungsstreit. Die Methode der wirtschaftlichen Anreize mit der Liu die Wirtschaft wieder ankurbelte, wurde von Mao als revisionistisch gebrandmarkt. Die Wirtschaft erholte sich zwar und die Versorgungslage besserte sich. Das starke Wachstum wurde jedoch unter anderem durch die WiedereinfĂŒhrung von Akkordlöhnen, Bonussystemen und nichtstĂ€ndige BeschĂ€ftigung erreicht. Gleichzeitig wurden viele der wĂ€hrend des Großen Sprunges nach vorn am Land aufgebauten Wirtschaftsbetriebe, Gesundheits- und Bildungseinrichtungen geschlossen. Das wĂ€hrend des Großen Sprunges rĂŒcklĂ€ufige Stadt-Land-GefĂ€lle stieg wieder stark an. Mit dem Zuzug zahlreicher Landbewohner stieg die Arbeitslosigkeit in den StĂ€dten an und es entstanden soziale Spannungen zwischen den fest angestellten Arbeitern in den Industriebetrieben und jenen, die jederzeit entlassen werden konnten.

Zwischen der Konzeption Lius und Maos gab es aber noch weitere bedeutende Unterschiede.

Meinungsverschiedenheiten zwischen Mao und Liu

Liu betrachtete die Position der Partei und des einzelnen Parteimitglieds folgendermaßen:

  1. Mit der MachtĂŒbernahme der kommunistischen Partei endet der Klassenkampf in China. Die Kommunistische Partei ist keine Klassenpartei mehr, sondern eine Partei des ganzen Volkes. Falls noch von Klassen die Rede ist, so können sie in Harmonie nebeneinander existieren.
  2. Die Parteimitglieder sind der Partei zu bedingungslosem Gehorsam verpflichtet.
  3. Der Einzelne kann in die Partei um einer Karriere willen eintreten.
  4. Der innerparteiliche Frieden ist Pflicht.
  5. Die Volksmassen sind rĂŒckstĂ€ndig und mĂŒssen von der Partei geleitet werden.
  6. Die kollektiven Interessen sollen mit den persönlichen Interessen der Einzelnen möglichst fruchtbar kombiniert werden.

Liu stellte seine Ansichten in dem Buch „Über die Selbstkultivierung eines kommunistischen Parteimitglieds“ dar, welches bis 1962 ein Auflage von 20 Millionen erreichte.

Maos Vorstellung von der Partei und der Gesellschaft sah anders aus:

  1. Klassenkampfbereitschaft auch im neuen China
  2. flexiblen Umgang mit ParteibeschlĂŒssen
  3. Glaube an die Volksmassen
  4. Revolution aus Selbstmotivation
  5. permanente Bereitschaft zur innerparteilichen Auseinandersetzung
  6. Verzicht auf jeglichen persönlichen Vorteil.

Liu war ein Apostel der Organisation, fĂŒr den der Weg zum Sozialismus nicht ĂŒber Massenbewegungen, sondern ĂŒber eine wohlorganisierte und durch ihre Praxis glaubhafte kommunistische Elitepartei fĂŒhrte. Mao war ein Apostel der Massen, ohne deren Kontrolle die Partei den revisionistischen Weg einschlagen wĂŒrde.

Auf wirtschaftlichem Gebiet forderte Mao eine strenge Planwirtschaft. Nichts sollte dem Markt ĂŒberlassen werden, wĂ€hrend Liu eher eine Marktwirtschaft anstrebte. Nur die strategischen SchlĂŒsselpositionen sollten streng geplant werden.

Vorgeschichte der Kulturrevolution

Mao und Deng in Moskau, 1957

In der ersten HĂ€lfte der fĂŒnfziger Jahre wurde das alte feudalistische China in ein sozialistisches umgebaut. Industrie und Handwerksbetriebe wurden schrittweise verstaatlicht. Nun war die Frage wie weiter vorangegangen werden soll.

Ab 1956 begann Mao das sozialistische Aufbaumodell der Sowjetunion zu kritisieren und wurde immer unzufriedener mit der Arbeit des Parteikomitees der „ersten Front“ (besonders Liu und Deng). Mao wollte ein Übergreifen des sowjetischen Musters der „friedlichen Evolution“ mit dem Ende des Klassenkampfes auf China verhindern. Im Herbst 1957 verkĂŒndete Mao wĂ€hrend des 3. Plenums des 8. Zentralkomitees der KPCh: „Der Widerspruch zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie, zwischen dem sozialistischen und dem kapitalistischen Weg, ist derzeit zweifellos der Hauptwiderspruch in der Gesellschaft unseres Landes.“

Im Jahr 1957 wurde im Anschluss an die Kampagne „Laßt 100 Blumen blĂŒhen“ der „Kampf gegen den rechten FlĂŒgel“ gestartet. Im Rahmen dieser Kampagne wurden ĂŒber 500.000 Menschen dem Rechten FlĂŒgel zugeordnet, zu dem es antagonistische, unversöhnliche WidersprĂŒche gĂ€be.

Nach der Katastrophe des Großen Sprungs nach vorn wurde die politische Linie um den StaatsprĂ€sidenten Liu Shoaqi vorherrschend. Liu schaffte mit seiner Politik das dringend gebrauchte Wirtschaftswachstum. Die Schaffung eines neuen Menschen mit sozialistischem Bewusstsein, wie es Mao wĂŒnschte, geriet ins Hintertreffen. Mao blieb jedoch oberster politischer FĂŒhrer innerhalb der Partei mit hoher ideologischer AutoritĂ€t. Seine Auffassungen zum Sozialismus stellten gleichzeitig die Parteilinie dar, auch wenn die Tagespolitik dann deutlich anders verlief. Mao befĂŒrchtete nun, dass die chinesische sozialistische Revolution am Ende nichts anderes bewirken wĂŒrde, als die alte Klasse der Grundbesitzer und der stĂ€dtischen Bourgeoisie durch eine neue Ausbeuterklasse zu ersetzen, die FunktionĂ€re der kommunistischen Partei- und VerwaltungsbĂŒrokratie. Mao strebte eine Gesellschaft geringer Arbeitsteilung, Autarkie, vereinheitlichten Einkommen mit einer ÜberbrĂŒckung der gesellschaftlichen Unterschiede an. Es war eine Variante des Versuchs Maos, im „Großen Sprung nach vorn“ Volkskommunen aufzubauen.

Um den revolutionĂ€ren Elan neu zu entfachen, setzte Mao auf Massenkampagnen. So wurden im Jahr 1962 die Kampagnen zur „sozialistischen Erziehung“, zur „Erziehung von Millionen Nachfolgern der proletarischen Revolution“ und zum „Lernen von der Volksbefreiungsarmee“ gestartet.

1962 machte Mao die Gegner der sozialistischen Gesellschaft in der Kommunistischen Partei selbst aus, indem er diejenigen ParteifunktionĂ€re kritisierte, die den „kapitalistischen“ Weg gehen wollten. Er prangerte die Staats- und ParteibĂŒrokratie als eine neue Klasse an, die sich von den normalen BĂŒrgern durch die von der Partei verliehenen Privilegien â€“ nach genauen Rangunterschieden klassifiziert â€“ unterschied. Mit seiner Kritik an den „privilegierten FunktionĂ€ren“ bekam Mao auch innerhalb der Partei Zustimmung. Auf dem 10. Plenum des 8. Zentralkomitees der KPCh im September 1962 wurden die Auffassungen Maos zum Klassenkampf von der Partei angenommen. Sie besagten, dass der Klassenkampf wĂ€hrend des gesamten Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus vorherrschte. Die sozialistische Erziehung mĂŒsste deshalb unter dem Leitgedanken der Ausweitung des Klassengedankens erfolgen.

Auf der Tagung des Zentralkomitees der KPCh im Februar 1963 wurde wieder beklagt, dass innerhalb der KPCh eine „privilegierte Schicht“ und eine „bĂŒrokratische Klasse“ herrschten. Leitende Kader wurden als „kapitalistische Elemente“ bezeichnet und Mao gab die Parole aus: „Mit dem Klassenkampf jede Aufgabe meistern“.

Im Juli 1964 wurde auf Wunsch Mao Zedongs ein kleines Komitee, die so genannte FĂŒnfergruppe, ins Leben gerufen, welches eine Kulturrevolution vorbereiten sollte. Diesem Komitee gehörten Peng Zhen (BĂŒrgermeister von Peking, Mitglied des Parteisekretariats), Lu Dingyi (Propagandachef der Partei), Kang Sheng (Stellvertretender ParteisekretĂ€r), Zhou Yang (stellvertretender Propagandachef) und Wu Lengxi (Chef der Nachrichtenagentur Xinhua) an. Unter diesen fĂŒnf Personen kann jedoch nur einer (Kang Sheng) als enger VerbĂŒndeter Maos gewertet werden und die Vorstellungen von einer Kulturrevolution waren sehr unklar und unterschiedlich. Politikern wie Peng Zhen schwebte unter Kulturrevolution eher eine ÜberprĂŒfung der Verwaltung und Partei auf Korruption und Vetternwirtschaft unter Leitung der KPCh und keine Massenbewegung vor.

1965 gaben Mao und das Zentralkomitee der KPCh eine Bewertung der Lage des Landes ab, die ĂŒberhaupt keinen Bezug mehr zur realen Situation hatte. Demnach wĂŒrde sich bereits ein Drittel der politischen Macht nicht mehr in den HĂ€nden der KPCh befinden, Marxisten und Arbeiter hĂ€tten ihren Einfluss in den FĂŒhrungsebenen der Betriebe verloren, Schulen wĂŒrden von Bourgeoisie und Intellektuellen kontrolliert und Gelehrten- und KĂŒnstlerkreise wĂŒrden sich am Rande des Revisionismus bewegen. Im Land wĂŒrden „arbeiterblutsaugende“ BĂŒrokratenklassen und in der Partei „Machthaber, die den kapitalistischen Weg eingeschlagen haben“ herrschen. WĂ€hrend also die Regierung unter Liu ihre markt- und leistungsorientierte Wirtschaftspolitik weiterbetrieb, brachte Mao, der legendĂ€re ParteifĂŒhrer und Subjekt des Personenkults, die Partei gegen die eigene Regierung in Stellung.

Im September 1965 stellte Mao den Antrag, den Kampf in der Partei gegen oppositionelle Tendenzen zu verschĂ€rfen. Dieser Antrag wurde vom PolitbĂŒro zurĂŒckgewiesen. Mao erkannte, dass er aktuell in Peking keine weitere Möglichkeiten gegen die innerparteiliche Opposition um Liu Shaoqi, Deng Xiaoping und das Pekinger Stadtkomitee unter Peng Zhen besaß. Mao reiste daraufhin nach Shanghai, SĂŒd- und Ostchina und startete mit der UnterstĂŒtzung des Shanghaier Stadtkomitees eine publizistische Kampagne gegen die intellektuelle Opposition. Mao wollte ein Klima schaffen, bei welchem er die Mehrheit des PolitbĂŒros, die ihn zwar als Politiker mit großen Verdiensten ehrte, die aber den Kurs der „Regulierten Marktwirtschaft“ Lius nicht gegen neue Massenkampagnen eintauschen wollte, hinter sich bekam. Daher griff Mao zunĂ€chst nicht Liu direkt, sondern eine abstrakte, angeblich neu entstandene Klasse an, die es zu beseitigen gelte.

Beginn der Kulturrevolution

Ein Schauspiel Wu Hans wird als Startsignal benutzt

Deutsche Ausgabe der Mao-Bibel von 1972

Am 10. November 1965 erschien in der Shanghaier Literaturzeitung Wenhui bao ein Artikel Yao Wenyuans, der Wu Hans Schauspiel Hai Rui wird seines Amtes enthoben angriff. StĂŒcke wie dieses waren damals sehr populĂ€r. Sie kritisierten implizit VorgĂ€nge im gesellschaftlichen Leben, besonders jedoch Korruption und Machtmissbrauch, obwohl die StĂŒcke zeitlich meist in der Kaiserzeit angesiedelt waren. Wu Han, der VizebĂŒrgermeister von Peking war, wurde bezichtigt, Gift in der Gesellschaft zu verbreiten. Nach einigen Machtproben innerhalb der FĂŒhrungsriege setzte Mao durch, dass Yao Wenyuans Artikel in allen Zeitungen gedruckt wurde. Mehrere Zeitungen fĂŒgten diesem Artikel Kommentare hinzu, die den Inhalt des Artikels teils unterstĂŒtzten und teils vorschlugen, Yao Wenyuans Artikel rein akademisch zu diskutieren.

Im MÀrz und April 1966 begannen mehrere Artikel in verschiedenen Zeitungen, Wu Han und Peng Zhen schÀrfstens anzugreifen und sie antisozialistischer AktivitÀten zu beschuldigen.

Die Liuisten versuchten, diesen Vorstoß in eine „akademische Diskussion“ umzuwandeln. Der Pekinger BĂŒrgermeister Peng Zhen legte im Februar 1966 ein eigenes Programm fĂŒr die Kulturrevolution vor („Februar-Thesen“). Es enthielt Kritik an der ParteifĂŒhrung und am Vorgehen gegen Intellektuelle. „SĂ€uberungsaktionen“ sollten nur nach dem Parteistatut vorgenommen werden.

Entfernung der Kritiker Maos aus dem PolitbĂŒro

Mao ging im Mai 1966 zum offenen Angriff ĂŒber. Auf der „Erweiterten Tagung des PolitbĂŒros“ wurden gleich vier PolitbĂŒro- und sieben der dreizehn Sekretariatsmitglieder, die alle dem liuistischen FlĂŒgel angehörten, entlassen. Unter ihnen befanden sich der BĂŒrgermeister von Peking Peng Zhen und der Generalstabschef der Volksbefreiungsarmee Luo Ruiqing, der Rivale von Lin Biao. Mao hatte sich ein ihm genehmes PolitbĂŒro wĂ€hlen lassen. Es hatte sich gezeigt, dass der Nimbus Maos immer noch ausreichte, um genĂŒgend Mitglieder des PolitbĂŒros durch Vier-Augen-GesprĂ€che auf seine Seite zu ziehen.

Auf der gleichen Tagung wurde die „Gruppe fĂŒr die Kulturrevolution beim ZK“ unter der Leitung der Maoisten Jiang Qing, Chen Boda, Zhang Chunqiao und Kang Sheng gegrĂŒndet und das alte Revolutionskomitee abgeschafft.

In der vom PolitbĂŒro veröffentlichten „Mitteilung des 16. Mai“ wurde Bilanz gezogen. Es wurde behauptet, dass die Leitung in den verschiedensten Bereichen, wie Wissenschaft, Bildung, Literatur, Kunst sowie Nachrichten und Publikationswesen nicht mehr in den HĂ€nden der proletarischen Klasse liege. Die Mitglieder der intellektuellen Opposition wurden zu einem „Haufen antikommunistischer, volksfeindlicher KonterrevolutionĂ€re“ erklĂ€rt, mit denen man einen „Kampf auf Leben und Tod“ fĂŒhren mĂŒsse. Die „Vertreter des Kapitals“ hĂ€tten sich in die Partei, die Regierung und in die Armee eingeschlichen und dort eine Fraktion von Machthabern innerhalb der Partei gebildet, die den kapitalistischen Weg gingen. Sie hĂ€tten Zeitungen, Rundfunksendungen, Zeitschriften, BĂŒcher, Lehrmaterial, Reden, literarische Werke, Filme, Opern, Schauspiele, Kunst, Musik und Tanz mit ihrem kapitalistischen Gedankengut verseucht, weshalb man solche kapitalistischen Gedanken in allen Bereichen des geistigen und politischen Lebens entlarven und vernichten mĂŒsse. In der ersten Periode waren die Opfer der Kulturrevolution vorwiegend Intellektuelle.

Des Weiteren wurde festgestellt, dass ein großer Teil der leitenden Kader in sĂ€mtlichen Verwaltungsebenen kapitalistische Interessen vertrete und gegen Partei und Sozialismus handeln wĂŒrden. Sie wurden zu konterrevolutionĂ€ren revisionistischen Elementen deklariert.

Aufrufe der Partei zu Massenbewegungen waren in China die Form, die politische Linie der Partei darzustellen. Mit den „Mitteilungen des 16. Mai“ rief Mao die Bevölkerung zur Aufdeckung und Ausmerzung von MissstĂ€nden innerhalb von Partei und Gesellschaft auf. Anschließend sollten dann echte proletarische Nachfolgeorganisationen aufgebaut werden.

Diese Ausweitung des Klassenkampfes rief einerseits Angst und Ablehnung hervor, viele junge Menschen folgten jedoch diesem Aufruf zur sozialistischen Revolution im Bereich des politischen Überbaus Chinas, dem Aufruf zur Kulturrevolution.

Über diese durch die Machtkonzentration bei und den Personenkult um Mao geprĂ€gte Zeit erklĂ€rte Deng Xiaoping spĂ€ter: „Die Struktur ist der entscheidende Faktor. Die damalige Struktur war einfach so. Zu jener Zeit wurden die Verdienste einer einzigen Person zugesprochen. Bei einigen Themen hatten wir tatsĂ€chlich nicht widersprochen und sollten daher einen Teil der Verantwortung tragen. [...] NatĂŒrlich konnten wir uns unter den damaligen Bedingungen in Wahrheit nur schwer widersetzen.“ [4]

Die erste Phase der Kulturrevolution

Von den Initiatoren der Kulturrevolution wurde betont, dass der beginnende Aufruhr unter den SchĂŒlern und Studenten spontan, ohne Einwirkung von außen eingetreten wĂ€re. Nach heutiger Sichtweise ist dies jedoch höchst unwahrscheinlich. Dass SchĂŒler sich von sich aus, ohne Anleitung maßgeblicher KrĂ€fte von außen, organisiert und gegen ihre Lehrer erhoben hĂ€tten, ist fĂŒr das damalige China nicht vorstellbar. Heute nimmt man an, dass das Kulturrevolutionskomitee die entsprechenden Leute in die Schulen und UniversitĂ€ten schickte, um die SchĂŒler und Studenten gemĂ€ĂŸ der neuen politischen Linie, den Vorgaben des kultisch verehrten Mao, zu aktivieren und zu organisieren.

Aufruhr in den Schulen und UniversitÀten Pekings

Am 25. Mai 1966 erschien die erste Wandzeitung (ć€§ć­—æŠ„, dĂ zibĂ o, wörtl. „Große-Zeichen-Plakat“) an der Peking-UniversitĂ€t. Dieses Plakat wurde von Nie Yuanzi geschrieben, der ParteisekretĂ€rin des Philosophieinstituts. Dazu wurde sie von Kang Sheng ermuntert, einem Mitglied der Gruppe fĂŒr die Kulturrevolution beim ZK. Sie beschuldigte den Rektor der UniversitĂ€t, Lu Ping, und einige seiner Kollegen, die Kulturrevolution zu sabotieren. Am 1. Juni wurde der Inhalt des Plakats in einer von Mao persönlich modifizierten Form im Radio und am 2. Juni im Parteiorgan Renmin Ribao veröffentlicht. Das Plakat forderte unter anderem, „die große rote Flagge des Mao-Zedong-Denkens hochzuhalten, sich um die Partei und Vorsitzenden Mao zu vereinen und (
) alle SubversionsplĂ€ne der Revisionisten zu zerstören“.

An den 55 höheren Bildungseinrichtungen in Peking formierten sich daraufhin Gruppen aus GymnasialschĂŒlern und Studenten. Plakate Ă€hnlich dem von Nie Yuanzi erschienen an allen Schulen der Stadt. Eines dieser Plakate wurde mit „Rote Garde“ unterzeichnet. Der Name wurde spĂ€ter ĂŒberall populĂ€r, obwohl sich in der Anfangsphase der Kulturrevolution Rebellengruppen mit allen möglichen Namen bildeten. Diese Gruppen waren keineswegs homogen. Die GrĂŒnde, warum sich SchĂŒler den Gruppen anschlossen, reichten vom Glauben an die von Mao propagierten revolutionĂ€ren Ideale ĂŒber akademische oder soziale Interessen bis hin zur einfachen "Lust zur Rebellion" gegen ungeliebte Lehrer.

Die ParteifĂŒhrung um Liu Shaoqi versuchte, den Aufruhr in geordnete Bahnen zu lenken und vor allem vor der Öffentlichkeit zu verbergen, und entsandte ab dem 5. Juni Parteigruppen zu den Roten Garden, um mit ihnen zu arbeiten. Das vorrangige Ziel war es, den Parteiapparat und dessen privilegierte Mitglieder, die Mao angreifen wollten, vor den Roten Garden zu schĂŒtzen. Auch sollten die Rebellengruppen voneinander isoliert werden, was jedoch nicht gelang. Die Arbeitsgruppen der Partei waren freilich bei den Rebellen sehr unbeliebt und wurden aus einigen Pekinger UniversitĂ€ten nur wenige Tage spĂ€ter schon wieder vertrieben. Trotzdem wurden die Energien auf Intellektuelle und Kommilitonen mit schlechtem Klassenhintergrund gelenkt. Am 18. Juni wurden bei der ersten „Kampf- und Kritiksitzung“ etwa 60 höhere UniversitĂ€tslehrer durch SchlĂ€ge, Fußtritte und andere physische Gewalt gedemĂŒtigt und dann mit großen Postern durch die Straßen getrieben. Diese Aktion wurde durch die Partei-Arbeitsgruppen bald beendet und sowohl durch die Mao-Fraktion als auch durch die Liu-Fraktion innerhalb der Partei verurteilt. Im ganzen Land begann eine Hatz auf die vermeintlichen Feinde der Entwicklung der arbeitenden Klasse. Angesichts der Rebellion an den UniversitĂ€ten und Schulen wurden am 18. Juni die AufnahmeprĂŒfungen fĂŒr die UniversitĂ€ten ausgesetzt.

Jene Studenten, die offiziell aus „revolutionĂ€ren“ VerhĂ€ltnissen stammten, also in der existierenden Gesellschaft privilegiert waren, waren plötzlich an der Erhaltung des existierenden Systems interessiert und deshalb zu konservativen KrĂ€ften in der Kulturrevolution wurden. DemgegenĂŒber wurden Studenten mit weniger Privilegien, weil sie z. B. einer frĂŒheren Landbesitzerfamilie entstammen, hĂ€ufig sehr radikal, weil sie sich davon einige Vorteile fĂŒr ihr spĂ€teres Vorankommen versprachen.

Degradierung von Liu Shaoqi im Zentralkomitee

Liu Shaoqi

Obwohl es zwischen den fĂŒhrenden Politikern stets Meinungsverschiedenheiten gab, wurde der Bevölkerung wie auch den Parteimitgliedern bis 1966 ein Bild der friedlichen und konfliktfreien KPCh dargestellt. Als Mao den ideologischen Streit mit Liu an die Öffentlichkeit brachte, hatte Liu dem nichts entgegenzusetzen. Mao beherrschte die Medien. Liu hatte keine Möglichkeit, in den Medien oder vor der Bevölkerung seine Meinung darzustellen oder sich zu verteidigen. Mao hingegen konnte stets seine neuen Weisungen veröffentlichen, wie Liu zu bekĂ€mpfen sei. Schließlich wurde Liu von den Parteimitgliedern wie auch der Bevölkerung als der „den kapitalistischen Weg gehende oberste Parteimachthaber“ beschimpft.

Anfang Juli 1966 rief Liu das Zentralkomitee zu einer Sitzung nach Peking ein. Die Sitzung wurde jedoch durch das MilitĂ€r verhindert. Am 18. und 19. Juli riegelten Soldaten die GebĂ€ude des ZK der KPCh und den Wohnbezirk der Mitglieder der FĂŒhrungsspitze ab. Zwei Wochen spĂ€ter rief Mao das 11. Plenum der Zentralkomitees ein. Viele regulĂ€re Mitglieder wurden zu diesem Zeitpunkt bereits verfolgt und konnten an den Sitzungen nicht mehr teilnehmen.

Im neu gewĂ€hlten PolitbĂŒro sank Liu Shaoqi in der Hierarchie vom 2. auf den 8. Rang. Die neue Nummer zwei wurde der Verteidigungsminister Lin Biao. Im neuen stĂ€ndigen Ausschuss hatten die Maoisten nun 9 der 11 Sitze. Der Richtungsstreit zwischen den Liu Shaoqi und Mao war damit entschieden.

Im August 1966 schrieb Mao selbst eine Wandzeitung mit dem Titel „Das bĂŒrgerliche Hauptquartier bombardieren“, in dem er sich direkt gegen Liu Shaoqi und Deng Xiaoping wandte.

Die Zeit der Roten Garden

BeschÀdigter Fries, Suzhou

Die Ereignisse vor der Kulturrevolution, wie die Erziehung zum Klassenkampf, die Verherrlichung eines revolutionĂ€ren Ideals, der Personenkult um Mao, die AtmosphĂ€re an den Schulen und Hochschulen sowie der Glaube, an einer entscheidenden Aktion fĂŒr die Weltgeschichte mitzuarbeiten, machten viele SchĂŒler und Studenten empfĂ€nglich fĂŒr die Aufrufe zur Revolution und zur Errichtung einer "neuen Welt". So konnte am 29. Mai 1966 an der Qinghua-UniversitĂ€t die erste Gruppe der Roten Garden gebildet werden, die sich danach schnell ausbreiteten. In einem Brief an die Roten Garden des Gymnasiums der Qinghua-UniversitĂ€t schrieb Mao, dass es „gerechtfertigt ist, gegen die reaktionĂ€ren Elemente zu rebellieren“ und dass er die Bewegung unterstĂŒtze. Der Brief wurde sofort publiziert. Rote Garden bildeten sich daraufhin im ganzen Land. Dies wird als Geburtsstunde der Roten Garden angesehen. Der „Eid der Roten Garden“ lautete:

„Wir, die Roten Garden, treten fĂŒr die Verteidigung der roten StaatsfĂŒhrung ein. Die Partei und der Vorsitzende Mao sind unsere BeschĂŒtzer. Die Befreiung der gesamten Menschheit ist unsere unabweisliche Pflicht. Die Mao-Zedong-Ideen sind unsere oberste Anweisungen. Wir schwören, dass wir fest entschlossen sind, fĂŒr den Schutz der Partei und des großen FĂŒhrers Mao Zedong unsere letzten Tropfen Blut zu vergießen.“ [5]

Das Motiv fĂŒr die Bewegung der Roten Garden lag anfĂ€nglich primĂ€r in der „Zerstörung der vier Relikte“ (die sogenannten alten Gedanken, alte Kultur, alte GebrĂ€uche und alte Gewohnheiten), doch weiteten sie ihre Aktionen schnell aus. Aufgrund der Anfeuerung durch Lin Biao und Maos Frau Jiang Qing gingen die Roten Garden im ganzen Land in die Öffentlichkeit, um Wandzeitungen anzukleben, FlugblĂ€tter zu verteilen und Reden zu halten. Das MilitĂ€r half bei Transport, Unterbringung und Verpflegung, die Benutzung der Bahn war fĂŒr die Roten Garden kostenlos, zu den Großereignissen gab es Sonderfahrten und der Staat gab den Roten Garden ZuschĂŒsse fĂŒr den Lebensunterhalt. Die von den Roten Garden als Klassenfeinde deklarierten Personen wurden bekĂ€mpft, verprĂŒgelt, verhöhnt und ihr Eigentum beschlagnahmt. GegenstĂ€nde, die die Roten Garden als feudalistisch, kapitalistisch oder revisionistisch betrachteten, wurden zerstört. Bis Ende September 1966 wurden in Peking ĂŒber 30.000 Haushalte von den Roten Garden durchsucht und von BĂŒchern, Bildern, unproletarischer Kleidung, von falschem Geschirr oder auch von Lippenstift „gesĂ€ubert“.

Solche Besuche konnten aber auch noch ganz anders ablaufen. Jung Chang berichtet in ihrem Buch „Wilde SchwĂ€ne“, wie ihre Gruppe der Roten Garden eine Frau aufsuchte, der eine Nachbarin angehĂ€ngt hatte, sie habe ein PortrĂ€t des Antikommunisten und ehemaligen MilitĂ€rdiktators Chiang Kai-sheks in der Wohnung. Über das „Verhör“ schreibt Frau Jung Chang: "....Dann sah ich die beschuldigte Frau. Sie war um die vierzig und kniete nackt bis zur Taille......Auf ihrem RĂŒcken war des Fleisch aufgeplatzt, sie war mit Wunden und Blutflecken ĂŒbersĂ€t.... Ich konnte den Anblick nicht ertragen und wandte mich schnell ab. Doch noch mehr erschrak ich, als ich sah, wer sie folterte – ein fĂŒnfzehnjĂ€hriger Junge aus meiner Schule, den ich bisher recht gut hatte leiden können. Er lĂŒmmelte in einem Sessel, in der rechten Hand hielt er einen LedergĂŒrtel und spielte nachlĂ€ssig mit der Messingschnalle. „Sag die Wahrheit, sonst schlage ich dich nochmal...“ drohte er in einem Tonfall, in dem er auch hĂ€tte sagen können: „Es ist recht gemĂŒtlich hier.“" Jung Changs Interpretation dieser VorgĂ€nge ist, dass die Generation der Roten Garden nach dem Grundsatz erzogen wurde, Recht und Unrecht nach den Prinzipien des Klassenkampfes zu beurteilen und mit dem Klassenfeind gnadenlos zu sein.[6]

Die Aussage Maos „mit Chaos auf Erden erreicht man Ordnung im Land“ veranlasste die Roten Garden, ihren Kampfeinsatz noch radikaler zu gestalten. Die Roten Garden duldeten keine abweichende Meinung. Da jedoch nicht festgelegt war, wer zu bekĂ€mpfen und welche Meinung die falsche war, bildeten sich innerhalb der Roten Garden schnell Fraktionen, die sich gegenseitig verprĂŒgelten.

GegenĂŒber Lehrern und Intellektuellen galt als einigendes Band die Verurteilung Maos: „Je mehr jemand studiert, desto törichter wird er. Intellektuelle sind Parasiten, die keinen Bezug zu Arbeit haben und sie mĂŒssen daher umerzogen werden.“

Mao Zedong traf das erste Mal mit den Roten Garden am 18. August 1966 auf dem Tiananmen-Platz zusammen. Seitdem empfing er bis Ende November insgesamt achtmal ĂŒber 11 Millionen LehrkrĂ€fte, Studenten sowie MittelschĂŒler aus dem ganzen Land.

Nach dem Empfang bei Mao kamen die Roten Garden der Aufforderung des "Großen Steuermanns", "das Alte niederzureißen, um Neues aufzubauen", grĂŒndlich nach. Tempel, Kirchen, Museen, KunstgegenstĂ€nde wurden zerstört, das Grab von Konfuzius wurde geschĂ€ndet, die konfuzianischen Klassiker verbrannt, die Benutzung von Schmuck und Kosmetika wurde verboten, Menschen öffentlich gedemĂŒtigt und Politiker auf Wandzeitungen verhöhnt.

Das Ende der Roten Garden

Von Januar 1967 bis September 1968 ĂŒbernahmen in den Provinzen, nach lokalen MachtkĂ€mpfen, sogenannte "Revolutionskomitees" die lokale Macht. Der Aufruhr der Roten Garden wurde nicht mehr gebraucht. Ab Oktober 1967 begannen die Schulen wieder Unterricht abzuhalten. Die Schulen wurden von Arbeitern geleitet - ihr Unterricht bestand darin, dass die SchĂŒler die Werke Maos zu studieren und alte LehrbĂŒcher zu kritisieren hatten. Die Roten Garden wollten jedoch nicht auf ihre bisherige GewaltausĂŒbung verzichten. Um die Gewalt zu beenden, wurden allein in Peking 30.000 Arbeiter sowie Soldaten-Propagandatruppen an die Schulen geschickt.

Am 28. Juli 1968 empfingen Mao Zedong, Lin Biao und Zhou Enlai die FĂŒhrer der Roten Garden der Stadt Peking. Mao wies sie streng zurecht:

„Ich habe euch hergebeten, um die Gewalt an den Hochschulen zu beenden.[..] In einigen wenigen höheren Bildungsinstituten gibt es noch immer gewalttĂ€tige Auseinandersetzungen. Falls einige wenige sich nicht von der Gewalt abbringen lassen, sind sie Banditen, dann sind sie die Kuomintang. Diese Gestalten mĂŒssen umzingelt werden. Wenn sie weiterhin hartnĂ€ckig Widerstand leisten, mĂŒssen sie vernichtet werden.“[7]

Die FĂŒhrer der Roten Garden mussten erkennen, dass ihre Mission zu Ende war. Ende 1968 rief Mao Zedong die intellektuelle Jugend dazu auf, „in die weite Welt hinauszugehen“. Zehn Millionen MittelschĂŒler wurden auf das Land geschickt, um "von den Bauern zu lernen". Sie verließen nun die StĂ€dte, in denen sie als Rote Garden Geschichte gemacht hatten.

Die Lin Biao-Phase der Kulturrevolution

Lin Biao im Jahre 1955

Bildung von Revolutionskomitees

Nach den Roten Garden an den Schulen und UniversitĂ€ten wurden in Fabriken und Dörfern VerbĂ€nde von „RevolutionĂ€ren Rebellen“ gegrĂŒndet. Im Januar 1967 besetzten „Arbeiterrebellen“ das VerwaltungsgebĂ€ude der Stadt Shanghai und ĂŒbernahmen die Macht in der Stadt. Das Vorgehen wurde von Mao als „RevolutionĂ€rer Sturm“ ausdrĂŒcklich gelobt, und so entfalteten sich Ă€hnliche Machtergreifungsaktionen von organisierten Arbeitern schnell im ganzen Land. Teilweise trafen diese Machtergreifungen aber auf erbitterten Widerstand anderer Rebellengruppen, die verdiente Kader schĂŒtzten. Die Rebellengruppen begannen sich zu bewaffnen, und das Land stĂŒrzte in eine ernste Krise. Der Putschismus der KulturrevolutionĂ€re geriet ins Stocken.

In dieser Situation griff die Volksbefreiungsarmee (VBA) ein. Die VBA als einziges landesweit noch intaktes Organ entschied die lokalen MachtkĂ€mpfe. Als neue Verwaltungsorgane wurden Revolutionskomitees gegrĂŒndet, die aus Soldaten der VBA, FunktionĂ€ren und Vertretern der Rebellenorganisationen bestanden. Die oft gewaltsame MachtĂŒbernahme durch die Revolutionskomitees dauerte landesweit von 31. Januar 1967 – der Errichtung des Revolutionskomitees in Shanghai – bis zum 5.September 1968, der Errichtung der Revolutionskomitees in Xinjiang und Tibet. Mithilfe der VBA konnte die Situation zwar stabilisiert werden, aber die Soldaten der VBA waren jetzt in allen zivilen Verwaltungsorganen vertreten.

Lin Biaos Anspruch auf das Amt des StaatsprÀsidenten

Mit dem Einsatz der VBA zum Aufbau der Revolutionskomitees weitete sich der Einfluss der Armee in ganz China rasch aus und gewann auch deren Leiter, Verteidigungsminister Lin Biao, politisch an Gewicht. Ein Großteil der FĂŒhrer in den 29 Provinzen und autonomen Regionen waren nun Armeeangehörige und von Lin Biao ausgesucht. In dieser Situation brauchte Mao Lin zur Stabilisierung des Staates. Lin besetzte immer mehr Posten in der Armee mit seinen Vertrauensleuten.

Auf dem 9. Parteitag der KPCh im April 1969 wurde Lin Biao anstelle von Liu Shaoqi zur Nummer 2 in der Partei und zum Nachfolger Maos im Parteistatut ernannt. Lin Biao erhob nun auch den Anspruch auf das Amt des StaatsprĂ€sidenten, welches der gestĂŒrzte Liu bisher innehatte. Mao verweigerte dies und plĂ€dierte dafĂŒr, das Amt zunĂ€chst einmal unbesetzt zu lassen.

Da Lin Biao auf dem Posten des StaatsprĂ€sidenten beharrte und dieses Thema öffentlich aufwarf, wurde der Konflikt öffentlich bekannt. Anfang 1970 veröffentlichte Lin nach der Mao-Bibel ein weiteres kleines rotes Buch, die „Wichtigen Dokumente der Großen Proletarischen Kulturrevolution“, in dem er seine eigenen Aussagen zum Kult erhob. WĂ€hrend Lin seine Position als Nachfolger Maos zementieren wollte, ging Mao zu Lin auf Distanz und begann, ihm zu misstrauen. Ohnehin war Lin mit seinem militĂ€rischen Anhang fĂŒr Mao, nachdem nach dem chaotischen Beginn der Kulturrevolution Ruhe und Ordnung wieder hergestellt waren, entbehrlich geworden. Die Situation spitzte sich zu.

Mao griff Lin Biao noch nicht persönlich an, dafĂŒr aber Chen Boda, das „Sprachrohr“ von Lin, und forderte dessen Entlassung.

Der Attentatsversuch auf Mao

Mao entzog Lin zunehmend das Vertrauen und baute auf die spĂ€tere „Viererbande“ um seine Ehefrau Jiang Qing. Lin, fĂŒr den eine normale MachtĂŒbernahme damit immer mehr unmöglich wurde, wollte nicht zurĂŒckstecken, sondern versuchte am 12. September 1971 ein Attentat auf Mao durchzufĂŒhren. Mao sollte wĂ€hrend einer Reise nach Shanghai ermordet werden. Die PlĂ€ne wurden jedoch bekannt.

Als Maos Zug in Hangzhou und Shanghai eintraf, empfing Mao die regionalen FĂŒhrungskader nur in seinem Zugabteil. Mao sagte zu den ProvinzfĂŒhrern:

„Jemand möchte unbedingt StaatsprĂ€sident werden, die Partei spalten und die Macht erringen
 Ich glaube nicht, dass unsere Armee rebellieren wird. Es wird Huang Yongsheng (Anm.: einem Gefolgsmann Lin Biaos) nicht gelingen, die Truppen zur Rebellion anzustacheln.“

Kurz darauf fuhr Mao wieder zurĂŒck nach Peking, ohne dass der Zug einen Zwischenhalt einlegte. Am Nachmittag des 12. September 1971 traf der Zug im Bahnhof des Pekinger Vorortes Fengtai ein. Dort bestellte Mao die Leiter der Pekinger Stadtregierung und der Pekinger Armeeeinheit Wu De und Wu Zhong zu sich und fĂŒhrte ein langes GesprĂ€ch mit ihnen ĂŒber das weitere Vorgehen. Am Abend traf der Zug wieder am Pekinger Bahnhof ein.

Lin erkannte, dass das Attentat fehlgeschlagen war, und flĂŒchtete am 13. September um 1:50 Uhr mit einem Flugzeug. Es stĂŒrzte wegen Treibstoffmangels in der NĂ€he der Stadt Öndörchaan in der Mongolischen Volksrepublik ab. Der Tod Lins wurde erst nach vier Monaten durch die chinesische Regierung bekanntgegeben. Viele AnhĂ€nger Lin Biaos in den StreitkrĂ€ften wurden entlassen und zu Beginn der Kulturrevolution entfernte GenerĂ€le nahmen ihre Stellungen wieder ein.

Die Zhou-Enlai-Phase

Der junge Zhou Enlai, 1946
Der alte Mao mit Henry Kissinger und Gerald Ford, 1975
Mao mit Henry Kissinger, im Hintergrund Zhou, FrĂŒhe 70er Jahre
Ye Jianying

In der Zeit von September 1971 bis zu Maos Tod im September 1976 gab es zwei Strömungen. Auf wirtschaftlicher und außenpolitischer Ebene hatte Zhou Enlai das Ruder fest in der Hand, die ideologische und kulturelle Ebene sowie die Medien wurden von der spĂ€teren „Viererbande“ um Jiang Qing dominiert. Wang Hongwen von der "Gruppe der Vier" wurde 1973 stellvertretender Parteivorsitzender und hinter Mao und Zhou die Nummer drei in der Parteihierarchie.

In den Jahren 1972 und 1973 kamen allmĂ€hlich wieder die Pragmatiker in ihre Ämter zurĂŒck. Wissenschaftler und Gelehrte wurden rehabilitiert, die alten Kader nahmen wieder ihre frĂŒheren Posten ein. Deng Xiaoping wurde wieder in das Amt des Vize-MinisterprĂ€sidenten eingesetzt. Da Zhou Enlai, der MinisterprĂ€sident, im Krankenhaus lag, ĂŒbernahm Deng die TagesgeschĂ€fte der Regierung; ab 1975 vertrat Deng Zhou Enlai auch im Staatsrat.

Deng leitete eine umfassende Neuorganisation der Wirtschaft ein, berief zahlreiche alte Kader zurĂŒck auf ihre Posten und erreichte erkennbare wirtschaftliche Erfolge. Der inzwischen schwerkranke Mao betrachtete die Entwicklung jedoch mit Sorge. Mao befĂŒrwortete zwar die Leitung des Staatsrates durch Deng, jedoch in der Erwartung, dass Deng im Rahmen der Kulturrevolution die Wirtschaft ankurbelte. Aus Dengs Sicht war jedoch eine Entwicklung der Volkswirtschaft unmöglich, solange die Fehler der Kulturrevolution nicht korrigiert wurden.

WĂ€hrend Zhou und Deng die wirtschaftliche Lage des Landes voranbrachten, versuchte die „linke Fraktion“ unter Jiang Qing die Position Zhous und Dengs zu schwĂ€chen. Andererseits wies Zhou oftmals darauf hin, dass die ideologischen Strömungen der extremen Linken ins Leere fĂŒhren und ins Extreme verfallen wĂŒrden. Die Ausrichtung von politischen Bewegungen dĂŒrfe nicht im Widerspruch zur wirtschaftlichen Produktion stehen.

Im Gegensatz dazu startete die Linke unter Jiang Qing mit UnterstĂŒtzung Maos die Kampagne zur „Kritik an Lin Biao und Konfuzius“, die sich gegen Zhou als "modernem Konfuzius" richtete. FĂŒr die Vierergruppe ging es letztlich darum, Zhou auszuschalten, um im erwarteten Nachfolgekampf nach Mao die FĂŒhrung zu ĂŒbernehmen. Mao hingegen glaubte nicht an die FĂ€higkeit der Gruppe, das Land zu regieren, und hielt stets an Zhou als Mann fĂŒr die Wirtschaft fest. Im Jahr 1974 wurde eine unheilbare, tödliche Erkrankung bei Mao festgestellt.

Im November 1975 berief das PolitbĂŒro auf Anweisung Maos eine Konferenz ein, auf der festgestellt wurde, dass einige Personen die Kulturrevolution immer noch ablehnten. Man rief dazu auf, dass das ganze Land und die gesamte Partei „einen Angriff gegen die Revision der Rechtsabweichler“ starten mĂŒsse. Am 25. Februar 1976 ĂŒbermittelte das Zentralkomitee die „wichtigen Anweisungen des Vorsitzenden Maos“, die eine scharfe Kritik an Deng Xiaoping beinhalteten. Mao schrieb:

„Deng Xiaoping ist jemand, der den Klassenkampf nicht aufgreift und von jeher das Programm des Klassenkampfes abgelehnt hat.[...] Doch wofĂŒr steht die Kulturrevolution? Sie steht nun mal fĂŒr Klassenkampf. Wieso verstehen einige die WidersprĂŒche in der sozialistischen Gesellschaft nicht? Der Grund liegt darin, dass diese Personen selber kleine Kapitalisten mit einer rechtsgerichteten Gesinnung sind. Sie reprĂ€sentieren die Kapitalistenklasse, daher ist es nur logisch, dass sie den Klassenkampf nicht verstehen.“[8]

Viele von Maos alten KampfgefĂ€hrten konnten Mao erneute Angriffe gegen Deng als Rechtsabweichler nicht mehr verstehen. Über sie ließ Mao das Zentralkomitee feststellen:

„Einige Genossen, besonders die alten, sind in der Phase der kapitalistischen Demokratie stehengeblieben. Sie verstehen den Sozialismus nicht und stehen im krassen Widerspruch dazu [
] Sie fĂŒhren die sozialistische Revolution aus, wissen jedoch nicht, wo sich der Kapitalismus befindet. Ich sage euch, er ist mitten in der Partei, in Gestalt der gegenwĂ€rtigen kapitalistischen Machthaber [
], immer noch.[9]“

Mao versuchte von Neuem, das Volk zu mobilisieren und rief die „Bewegung zur Kritik Deng Xiaopings sowie zum Angriff auf die Revision der Rechtsabweichler“ aus. Die UnterstĂŒtzung vonseiten der Bevölkerung war mĂ€ĂŸig, aber die wirtschaftliche Konsolidierung wurde beeintrĂ€chtigt.

Am 8. Januar 1976 starb der chinesische MinisterprĂ€sident Zhou Enlai. Die große Anteilnahme der Bevölkerung Pekings war auch eine Kritik an den Gegnern Zhous und Dengs, also eine Kritik an den TrĂ€gern der Kulturrevolution. Jiang Qing und ihre AnhĂ€nger wiesen deshalb die Medien an, ĂŒber die Trauerfeierlichkeiten um Zhou Enlai nicht zu berichten. Am 30. MĂ€rz 1976 wurde auf dem Tiananmen-Platz in Peking eine Trauerrede zu Ehren Zhou Enlais angebracht, die direkte Angriffe auf die „Viererbande“ enthielt. Es entwickelten sich auf dem Platz Kundgebungen - bis zum 4. April hatten bereits 2 Millionen Menschen auf den Veranstaltungen des Platzes teilgenommen. Die Demonstrationen auf dem Tiananmen-Platz waren die ersten Massendemonstrationen gegen die ParteifĂŒhrung seit GrĂŒndung der Volksrepublik.

Am 5. April wurde der Platz durch das MilitĂ€r gerĂ€umt, Deng wurde fĂŒr den „parteifeindlichen Aufruhr“ verantwortlich gemacht. Am 7. April wurde Deng aller politischen Posten enthoben. Hua Guofeng wurde zum MinisterprĂ€sidenten und zum ersten Vizevorsitzenden des Zentralkomitees ernannt. Am 9. September 1976 verstarb Mao Zedong.

Beendigung der Kulturrevolution

Nach Maos Tod bewaffnete die "Gruppe der Vier" ihre AnhĂ€nger. Allein in den Provinzen Shanghai und Anhui wurden 50.000 Gewehre beschafft und es wurde geplant, den Partei-Linken ergebene Regimenter zusammenzuziehen. Eine Anweisung des Neffen Maos, Mao Yuanxin, eine Panzerdivision nach Peking zu verlegen, wurde von Marschall Ye Jianying, der seinerseits einen Putsch plante, wieder annulliert. Wang Hongwen, bisher hinter Mao die offizielle Nummer Zwei im Staat, behauptete, dass in Shanghai 400.000 bewaffnete Milizsoldaten bereit stĂŒnden, um in den Krieg zu ziehen. Er sei bereit, das Kommando zu leiten und die FĂŒhrung des Landes zu ĂŒbernehmen.

Am 29. September 1976 stellte Jiang Qing bei einer Konferenz des PolitbĂŒros offiziell die Nachfolgefrage. Wang Hongwen und Zhang Chunqiao schlugen vor, dass Jiang Qing bis auf Weiteres die FĂŒhrungsaufgaben ĂŒbernehmen sollte. Eine Entscheidung wurde jedoch aufgeschoben. Damit war auch innerhalb des PolitbĂŒros der Kampf um die Nachfolge Maos eröffnet. Anschließend erschien in allen großen Zeitungen des Landes ein Artikel der Parteilinken mit dem Titel „Ewig nach den festgelegten Richtlinien des Vorsitzenden Mao handeln“. Die Parteilinke versuchte mittels der von ihr beherrschten Massenmedien, Jiang Qings Anspruch auf die ParteifĂŒhrung durchzusetzen.

Auf der anderen Seite hatten die Gegner der Vierergruppe seit Monaten ihrerseits Vorbereitungen getroffen. Seit den Neubesetzungen nach dem Sturz Lin Biaos waren die StreitkrĂ€fte bei allen Schwenks Maos in der Regierungsbildung ein Bollwerk fĂŒr StabilitĂ€t und sehr reserviert gegenĂŒber den „Flausen“ der Parteilinken. Marschall Ye Jianying, der Verteidigungsminister, hatte, basierend auf fĂŒhrende MilitĂ€rs, ein Netzwerk fĂŒr einen Putsch gegen die Vierergruppe aufgebaut. Es umfasste unter anderem 3 Vize-Vorsitzende der ZK-MilitĂ€rkommission, den Verteidigungsminister und dessen Stellvertreter, den Generalstabschef und vier fĂŒhrende GenerĂ€le aus Marine und Luftwaffe. Auch aus Partei und Regierung gehörten wichtige Personen zum Netzwerk. Nach Maos Tod wurde auch Hua Guofeng eingeweiht, der sich der Gruppe anschloss.

Am 6. Oktober wurde die Vierergruppe samt weiterer wichtiger AnhĂ€nger verhaftet. Das MilitĂ€r besetzte wichtige politische Schaltstellen wie die amtliche Nachrichtenagentur und die Rundfunkstationen. Die Parteilinken verloren damit die Kontrolle ĂŒber die Massenmedien. Der von den Parteilinken erhoffte Aufstand zur UnterstĂŒtzung der Vier fand nicht statt. Auf dem 3. Plenum des 10.Zentralkomitees der KPCh in Jahr 1977 wurden Wang Hongwen, Zhang Chunqiao, Jiang Qing und Yao Wenyuan aus der Partei ausgeschlossen, wĂ€hrend Deng Xiaoping, der Favorit der Putschisten des Oktobers 1976, wieder in alle Positionen eingesetzt wurde. Die Kulturrevolution war damit zu Ende.

Ergebnisse der Kulturrevolution

Die Kulturrevolution verfehlte letztlich alle ihre Ziele. Die Maoisten verloren den Richtungsstreit auf der ganzen Linie. KĂ€mpften vor der Kulturrevolution noch die Linien Maos und Liu Shaoqis um die Macht, so wurden nach dem Tod Maos die fĂŒhrenden KulturrevolutionĂ€re ohne weiteres Aufbegehren in der Bevölkerung verhaftet. Der "Kampf der zwei Linien" war beendet, die „Viererbande“ im GefĂ€ngnis, und Deng Xiaoping kam wieder zurĂŒck nach Peking.

Auch der Kampf gegen Amtsanmaßung, BĂŒrokratismus und Privilegien der Parteikader verlief im Sande, zumal die „Linken“ ihre eigenen Privilegien nicht in Frage stellen lassen wollten. Ein Beispiel hierfĂŒr gab Jiang Qing, Maos Ehefrau, die nach außen stets die "SolidaritĂ€t mit den Volksmassen" beschwor und in grob geschnittener Uniform auftrat, hinter den Kulissen aber ein sehr feudal-luxuriöses Leben fĂŒhrte. Eigene Einkaufsgelegenheiten, Dienstleistungsstellen, eigene Wohnbezirke und Erholungsheime, besondere KrankenhĂ€user und Schulen – Dinge, welche in den Anfangsjahren der Volksrepublik verpönt gewesen waren – blieben fĂŒr die KulturrevolutionĂ€re bestehen.

Das gemeine Volk wiederum verhielt sich dazu spiegelbildlich. Nach außen wurde der Schein gewahrt, aber wichtig waren Beziehungen, damit man durch die „richtigen HintertĂŒren“ gehen konnte. Das Gehen durch die HintertĂŒr wurde zur Devise des kleinen Mannes. Beziehungen, notfalls auch mittels Verfilzung und Korruption - das war es, worauf es ankam.

Die Volksmassen, die ursprĂŒnglich zum TrĂ€ger des Fortschritts ernannt und zur „Selbstbefreiung“ aufgerufen worden waren, wurden zum Objekt eines von oben verordneten Schauspiels. Auf Zuruf wurde das kleine rote Buch geschwungen oder wurden „begeistert“ unglaubliche neue Errungenschaften bejubelt. Die Massen jubelten, als Deng gestĂŒrzt wurde, sie jubelten, als Deng wieder eingesetzt wurde und sie jubelten wieder, als Deng wieder gestĂŒrzt wurde. In Wirklichkeit war die Bevölkerung all dieser Kampagnen schon lange ĂŒberdrĂŒssig, aber es rentierte sich nicht, nicht mitzumachen - lieber den Schein wahren und ĂŒber die "HintertĂŒren" fĂŒr das eigene Leben nachdenken. Das politische Leben war zu einem Schauspiel verkommen. Eine ganze Generation war vor dem Hintergrund einer tiefen Verachtung von Wissen und Können, von Bildung und Berufsethik durch die fĂŒhrenden KulturrevolutionĂ€re aufgewachsen. Millionen junger Menschen taten sich schwer, nach der Kulturrevolution wieder Fuß zu fassen.

Auf dem Land - und dort lebte die große Mehrheit der Chinesen - gab es freilich auch positive Ergebnisse. Die kommunalen Einrichtungen in den damals in ihren Aufgaben weit reduzierten Volkskommunen wurden wieder ausgebaut. So wurden im Rahmen der „Patriotischen Gesundheitskampagnen“ lĂ€ndliche Gesundheitsdienste aufgebaut und semiprofessionelle BarfuĂŸĂ€rzte ausgebildet. Die Mechanisierung der Landwirtschaft wurde vorangetrieben, die Schulausbildung der Arbeiter und Bauern verbessert.

Angeleitet von der Kampagne „Lernen von Dazhai“ wurden von den Bauern der Volkskommunen Gemeinschaftsarbeiten wie Abtragen der HĂŒgel zur Gewinnung von neuem Ackerland, Reparatur von Deichen und Straßen oder der Bau von neuen HĂ€usern in Eigenregie durchgefĂŒhrt. Der Aufbau von KindergĂ€rten und Kommunenpersonal trugen zur Emanzipation der Frauen bei, die nun besser innerhalb der Kommune mitarbeiten konnten und eigene Arbeitspunkte gutgeschrieben bekamen.[10] Trotzdem, als sich die Möglichkeit schließlich dazu ergab, wollte die Mehrheit der Bauern weg von den Kollektiven und wieder ihr eigenes Land bewirtschaften.

Siehe auch

Literatur

  • Guenther Roth: Politische Herrschaft und Persönliche Freiheit. Frankfurt/M. 1987, S. 87–136
  • Li Zhensheng: Roter Nachrichtensoldat.; Phaidon-Verlag, Berlin 2004, ISBN 0-7148-9381-1.
  • Y. C. Kuan: Mein Leben unter zwei Himmeln. Knaur, MĂŒnchen 2001; ISBN 3-426-77661-8. Der 1931 in Kanton geborene und heute in Deutschland lebende Y. C. Kuan erzĂ€hlt seine Lebensgeschichte, wie er als hoher politischer Beamter zur Zeit der Kulturrevolution in Verdacht gerĂ€t, ein KonterrevolutionĂ€r zu sein, und ĂŒber Nacht aus seiner Heimat fliehen muss.
  • Jung Chang: Wilde SchwĂ€ne. Knaur, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-426-62640-3.
  • Ken Ling, Miriam London, Li Ta-ling: Maos Kleiner General. Die Geschichte des Rotgardisten Ken Ling. Deutscher Taschenbuch Verlag, 1974, ISBN 3-423-01024-X.
  • Dai Sijie: Balzac und die kleine chinesische Schneiderin. Piper Verlag, MĂŒnchen/ZĂŒrich 2007, ISBN 978-3-492-25079-5. (Belletristik)
  • Emily Wu: Feder im Sturm. Meine Kindheit in China. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2007, ISBN 978-3-455-50034-9.
  • Gao Xingjian: Das Buch eines einsamen Menschen. Fischer Verlag, Frankfurt/Main 2006, ISBN 978-3-596-15241-4.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der UniversitĂ€t Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 100
  2. ↑ Changshan Li: Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural-Dissertation an der UniversitĂ€t Bonn; Harbin, China, Seite 99
  3. ↑ Changshan Li: Die chinesische Kulturrevolution- Inaugural-Dissertation an der UniversitĂ€t Bonn; Harbin, China, S. 195
  4. ↑ Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der UniversitĂ€t Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 110
  5. ↑ Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der UniversitĂ€t Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 123
  6. ↑ Jung Chang: Wilde SchwĂ€ne, Knaur Taschenbuchverlag, Kapitel 17
  7. ↑ Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der UniversitĂ€t Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 129
  8. ↑ Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der UniversitĂ€t Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 190
  9. ↑ Die chinesische Kulturrevolution, Inaugural- Dissertation an der UniversitĂ€t Bonn von Changshan Li, Harbin, China, Seite 190
  10. ↑ Gun Kessle: Frauenleben in einem chinesischen Dorf. Verlag Neuer Weg, 1984

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • Kulturrevolution — Kul|tur|re|vo|lu|ti|on 〈[ vo ] f. 20âŒȘ 1. 〈i. w. S.; MarxismusâŒȘ sozialistische Revolution auf kulturellem Gebiet 2. 〈i. e. S.; ChinaâŒȘ 1966 von einer FĂŒhrungsgruppe der Kommunistischen Partei Chinas eingeleitete Bewegung, die sich gegen FunktionĂ€re 
   Universal-Lexikon

  • kulturrevolution — kul|tur|re|vo|lu|tion sb., en, er, erne; den kinesiske kulturrevolution 
   Dansk ordbog

  • Kulturrevolution — Kul|tur|re|vo|lu|ti|on 〈[ vo ] f.; Gen.: , Pl.: en; MarxismusâŒȘ sozialistische Revolution auf kulturellem Gebiet 
   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Kulturrevolution — Kul|tur|re|vo|lu|ti|on [...v...] die; , en: Revolution im kulturellen Bereich, deren Ziel die Herausbildung einer sozialistischen Kultur ist (bes. in den 1970er Jahren in China) 
   Das große Fremdwörterbuch

  • kulturrevolution — s ( en, er) 
   Clue 9 Svensk Ordbok

  • Kulturrevolution — Kul|tur|re|vo|lu|ti|on (marxistisch radikale kulturelle Umgestaltung; politisch ideologische Kampagne in China 1965–76) 
   Die deutsche Rechtschreibung

  • KultuRRevolution (Zeitschrift) — kultuRRevolution zeitschrift fĂŒr angewandte diskurstheorie ist eine sprach und sozialwissenschaftliche Fachzeitschrift fĂŒr Diskursforschung und Diskurstheorie, die von JĂŒrgen Link in Zusammenarbeit mit der diskurswerkstatt bochum in Dortmund… 
   Deutsch Wikipedia

  • Kulturrevolution (Iran) — Die Kulturrevolution (persisch â€ Ű§Ù†Ù‚Ù„Ű§Űš ÙŰ±Ù‡Ù†ÚŻÛŒâ€Ž, enghelab e farhangi) im Iran ist eine andauernde kulturpolitische Kampagne, die von Chomeini 1980 ausgelöst wurde, um das iranische Bildungssystem zu islamisieren. Das heutige Ziel ist es, den 
   Deutsch Wikipedia

  • Gruppe Kulturrevolution — Die Gruppe Kulturrevolution (eigentlich: Zentrale Gruppe Kulturrevolution; chinesisch äž­ć€źæ–‡é©ć°ç»„, zhƍngyāng wĂ©ngĂ© xiǎozǔ) wurde im Mai 1966 als Nachfolgeorganisation des Sekretariats des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas und der… 
   Deutsch Wikipedia

  • Deng Xiaoping wĂ€hrend der Kulturrevolution — Dieser Artikel wurde aufgrund von inhaltlichen MĂ€ngeln auf der QualitĂ€tssicherungsseite der Redaktion Ostasien eingetragen. Dies geschieht, um die QualitĂ€t der Artikel aus dem Themengebiet Ostasien auf ein akzeptables Niveau zu bringen. Dabei… 
   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.