Kurt Tucholsky

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Kurt Tucholsky
Tucholsky in Paris, 1928
Unterschrift von Kurt Tucholsky

Kurt Tucholsky (* 9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg) war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.

Tucholsky zĂ€hlte zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die WeltbĂŒhne erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor, Lyriker und Kritiker (Literatur, Film, Musik[1]). Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Sozialist,[2] Pazifist und Antimilitarist und warnte vor rechten Tendenzen – vor allem in Politik, MilitĂ€r und Justiz â€“ und vor der Bedrohung durch den Nationalsozialismus.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit, Jugend, Studium

Erinnerungstafel am Geburtshaus, LĂŒbecker Straße 13, Berlin-Moabit
Tucholsky als knapp einjÀhriges Kind, 1890
Kurt Tucholsky (rechts), 14-jÀhrig mit seinen Geschwistern Ellen und Fritz, 1904

Kurt Tucholskys Elternhaus, in dem er am 9. Januar 1890 zur Welt kam, steht in der LĂŒbecker Straße 13 in Berlin-Moabit. Seine frĂŒhe Kindheit verbrachte er jedoch in Stettin, wohin sein Vater aus beruflichen GrĂŒnden versetzt worden war. Der jĂŒdische Bankkaufmann Alex Tucholsky (1855–1905) hatte 1887 seine Cousine Doris Tucholski (1869–1943) geheiratet, mit der er drei Kinder hatte: Kurt, ihren Ă€ltesten Sohn, sowie Fritz und Ellen. 1899 kehrte die Familie nach Berlin zurĂŒck.

WĂ€hrend Tucholskys VerhĂ€ltnis zu seiner Mutter zeitlebens getrĂŒbt war, liebte und verehrte er seinen Vater sehr. Alex Tucholsky starb bereits 1905, er hinterließ seiner Frau und den Kindern ein beachtliches Vermögen, das seinem Ă€ltesten Sohn gestattete, ohne finanzielle Sorgen sein Studium aufzunehmen.

Kurt Tucholsky war 1899 im Französischen Gymnasium Berlin eingeschult worden. 1903 wechselte er auf das Königliche Wilhelms-Gymnasium, das er 1907 verließ, um sich mit einem Privatlehrer auf das Abitur vorzubereiten. Nach dem Externen-Abitur im Jahre 1909 begann er im Oktober desselben Jahres ein Jurastudium in Berlin, dessen zweites Semester er im FrĂŒhjahr 1910 an der UniversitĂ€t Genf absolvierte.

Tucholskys Interesse galt auch wĂ€hrend des Studiums vor allem der Literatur. So reiste er mit seinem Freund, dem Zeichner Kurt Szafranski, im September 1911 nach Prag, um den von ihm geschĂ€tzten Schriftsteller und Kafka-Freund Max Brod mit einem Besuch und einer selbst gebastelten Miniaturlandschaft zu ĂŒberraschen. Nach einer Begegnung mit Franz Kafka notierte dieser am 30. September 1911 ĂŒber Tucholsky in seinem Tagebuch:

„
 ein ganz einheitlicher Mensch von 21 Jahren. Vom gemĂ€ĂŸigten und starken Schwingen des Spazierstocks, das die Schulter jugendlich hebt, angefangen bis zum ĂŒberlegten VergnĂŒgen und Mißachten seiner eigenen schriftstellerischen Arbeiten. Will Verteidiger werden 
“

Zu einer juristischen Karriere kam es jedoch nicht. Da Tucholsky gegen Ende seines Studiums bereits sehr stark journalistisch engagiert war, verzichtete er 1913 darauf, die erste juristische StaatsprĂŒfung abzulegen. Dies kam einem Verzicht auf eine mögliche Karriere als Anwalt gleich. Um dennoch einen Studienabschluss zu erlangen, bat er im August 1913 bei der UniversitĂ€t Jena um Zulassung zur Promotion.

Erste Erfolge als Schriftsteller

„MĂ€rchen“

Bereits wĂ€hrend seiner Zeit als SchĂŒler hatte Tucholsky seine ersten journalistischen Arbeiten verfasst. Die satirische Wochenzeitschrift Ulk hatte 1907 den kurzen Text MĂ€rchen gedruckt, in dem sich der 17-JĂ€hrige ĂŒber den Kunstgeschmack Kaiser Wilhelms II. lustig gemacht hatte. WĂ€hrend des Studiums intensivierte er seine journalistische TĂ€tigkeit, unter anderem fĂŒr das sozialdemokratische Parteiorgan VorwĂ€rts. FĂŒr die SPD zog er 1911 in den Wahlkampf.

Mit Rheinsberg: Ein Bilderbuch fĂŒr Verliebte (kurz: Rheinsberg) veröffentlichte Tucholsky 1912 eine ErzĂ€hlung, in der er einen fĂŒr die damalige Zeit ungewohnt frischen, verspielt-erotischen Ton anschlug und die ihn erstmals einem grĂ¶ĂŸeren Publikum bekannt machte. Um den Absatz des Buches zu fördern, eröffnete Tucholsky zusammen mit Szafranski, der die ErzĂ€hlung illustriert hatte, auf dem Berliner KurfĂŒrstendamm eine BĂŒcherbar. Jeder KĂ€ufer bekam dort zusĂ€tzlich zu seinem Buch noch einen Schnaps eingeschenkt. Der Studentenulk wurde jedoch nach wenigen Wochen wieder eingestellt.

Viel lĂ€ngerfristig sollte dagegen ein Engagement werden, das Tucholsky Anfang 1913 begann. Am 9. Januar 1913 erschien sein erster Artikel in der linksliberalen Theaterzeitschrift Die SchaubĂŒhne, dem spĂ€ter in Die WeltbĂŒhne umbenannten Wochenblatt des Publizisten Siegfried Jacobsohn der, bis zu seinem Tod, Tucholskys Mentor und Freund blieb. In dem Lebenslauf, den Tucholsky zwei Jahre vor seinem Tod in Schweden verfassen sollte, schrieb er ĂŒber dieses besondere VerhĂ€ltnis: „Dem im Jahre 1926 verstorbenen Herausgeber des Blattes, Siegfried Jacobsohn, verdankt Tucholsky alles, was er geworden ist.“ In jeder Ausgabe der SchaubĂŒhne erschienen ĂŒblicherweise zwei bis drei Artikel von Tucholsky.

Soldat im Ersten Weltkrieg

Dissertation

Der Beginn der journalistischen Karriere wurde durch den Ersten Weltkrieg unterbrochen. Von August 1914 bis Oktober 1916 erschien nur ein einziger Artikel von Tucholsky. Im Gegensatz zu vielen anderen Schriftstellern und Dichtern ließ er sich nicht von der patriotischen Hurra-Stimmung zu Beginn des Krieges anstecken. Er beendete zunĂ€chst sein Studium an der UniversitĂ€t Jena, wo er Anfang 1915 mit der Arbeit „Die Vormerkung aus § 1179 BGB und ihre Wirkungen“ (Hypothekenrecht) cum laude zum Dr. jur. promoviert wurde. Bereits im April desselben Jahres wurde er eingezogen und an die Ostfront geschickt. Dort erlebte er zunĂ€chst StellungskĂ€mpfe mit und diente als Armierungssoldat, dann als Kompanieschreiber. Von November 1916 an brachte er die Feldzeitung Der Flieger heraus. In der Verwaltung der Artillerie-Fliegerschule in Alt-Autz in Kurland lernte er seine spĂ€tere Frau Mary Gerold kennen. Die Posten als Schreiber und Feldzeitungs-Redakteur sah Tucholsky als gute Möglichkeiten an, einen Dienst im SchĂŒtzengraben zu umgehen. RĂŒckblickend schrieb er:

„Ich habe mich dreieinhalb Jahre im Kriege gedrĂŒckt, wo ich nur konnte. (
) ich wandte viele Mittel an, um nicht erschossen zu werden und um nicht zu schießen â€“ nicht einmal die schlimmsten Mittel. Aber ich hĂ€tte alle, ohne jede Ausnahme alle angewandt, wenn man mich gezwungen hĂ€tte: keine Bestechung, keine andre strafbare Handlung hĂ€tt' ich verschmĂ€ht. Viele taten ebenso.“

– Ignaz Wrobel: Wo waren Sie im Kriege, Herr –? In: Die WeltbĂŒhne, 30. MĂ€rz 1926, S. 490

Diese Mittel entbehrten zum Teil nicht einer gewissen Komik, wie aus einem Brief an Mary Gerold hervorgeht:

„Eines Tages bekam ich fĂŒr den Marsch ein altes schweres Schießgewehr eingehĂ€ndigt. Ein Gewehr? Und im Kriege? Nie, dachte ich mir. Und lehnte es an eine HĂŒtte. Und ging weg. Das fiel sogar in unserm damaligen Verein auf. Ich weiß nicht mehr, wie ich die Sache rangiert habe â€“ aber irgendwie glĂŒckte es. Und es ging auch ohne Gewehr.“

– Kurt Tucholsky: Unser ungelebtes Leben. Briefe an Mary. Reinbek 1982, S. 247

Die Begegnung mit dem Juristen Erich Danehl fĂŒhrte schließlich dazu, dass er 1918 als Vizefeldwebel und Feldpolizeikommissar nach RumĂ€nien versetzt wurde. (Tucholskys Freund Danehl tauchte spĂ€ter als „Karlchen“ in mehreren Texten auf, zum Beispiel in Das Wirtshaus im Spessart.) Im rumĂ€nischen Turnu Severin ließ Tucholsky sich im Sommer 1918 protestantisch taufen. Aus der jĂŒdischen Gemeinde war er bereits am 1. Juli 1914 ausgetreten.

Obwohl Tucholsky sich noch im August 1918 an einem Preisausschreiben zur 9. Kriegsanleihe beteiligt hatte, kehrte er im Herbst 1918 als ĂŒberzeugter Antimilitarist und Pazifist aus dem Krieg zurĂŒck.

Kampf um die Republik

Schon im Dezember 1918 ĂŒbernahm Tucholsky die Chefredaktion des „Ulk“, die er bis zum April 1920 innehatte. Ulk war die wöchentliche satirische Beilage des linksliberalen Berliner Tageblatts des Verlegers Rudolf Mosse.

Auch fĂŒr die WeltbĂŒhne arbeitete er nun wieder regelmĂ€ĂŸig. Um das linksdemokratische Wochenblatt nicht allzu „Tucholsky-lastig“ erscheinen zu lassen, hatte er sich bereits 1913 drei Pseudonyme zugelegt, die er bis zum Ende seines publizistischen Wirkens beibehielt: Ignaz Wrobel, Theobald Tiger und Peter Panter. Da Theobald Tiger zeitweise fĂŒr den Ulk reserviert war, erschienen in der WeltbĂŒhne im Dezember 1918 erstmals Gedichte unter einem vierten Pseudonym, Kaspar Hauser. Sehr selten, insgesamt nur fĂŒnf Mal, veröffentlichte er Texte unter den Namen Paulus BĂŒnzly, Theobald Körner und Old Shatterhand, wobei die Zuschreibung des letztgenannten Pseudonyms in der Forschung umstritten ist. Die Entstehung seiner Pseudonyme erklĂ€rte Tucholsky rĂŒckblickend:

„Die alliterierenden Geschwister sind Kinder eines juristischen Repetitors aus Berlin. (
) Die Personen, an denen er das BĂŒrgerliche Gesetzbuch und die PfĂ€ndungsbeschlĂŒsse und die Strafprozeßordnung demonstrierte, hießen nicht A und B, nicht: Erbe und nicht Erblasser. Sie hießen Benno BĂŒffel und Theobald Tiger; Peter Panter und Isidor Iltis und Leopold Löwe und so durchs ganze Alphabet. (
)
Wrobel – so hieß unser Rechenbuch;[3] und weil mir der Name Ignaz besonders hĂ€ĂŸlich erschien, kratzbĂŒrstig und ganz und gar abscheulich, beging ich diesen kleinen Akt der Selbstzerstörung und taufte so einen Bezirk meines Wesens.
Kaspar Hauser braucht nicht vorgestellt zu werden.“

– Start. In: Mit 5 PS. Berlin 1928, S. 12f.

Die vielen Pseudonyme waren nötig geworden, weil es kaum eine Rubrik gab, zu der Tucholsky nichts beizutragen hatte: von politischen Leitartikeln und Gerichtsreportagen ĂŒber Glossen und Satiren bis zu Gedichten und Buchbesprechungen. Zudem dichtete er Texte, Lieder und Couplets fĂŒr das Kabarett – etwa fĂŒr die BĂŒhne Schall und Rauch â€“ und fĂŒr SĂ€ngerinnen wie Claire Waldoff und Trude Hesterberg. Im Oktober 1919 erschien Tucholskys Gedichtsammlung Fromme GesĂ€nge.

In die unmittelbare Nachkriegszeit fĂ€llt ein Engagement Tucholskys, das er rĂŒckblickend bereuen sollte: seine von Juli 1920 bis April 1921 wĂ€hrende, sehr gut bezahlte TĂ€tigkeit fĂŒr das Propagandablatt Pieron. Im Auftrag der Reichsregierung sollte die Zeitschrift vor der Volksabstimmung ĂŒber die endgĂŒltige deutsch-polnische Grenzziehung in Oberschlesien anti-polnische Stimmung machen. Die von anderen Zeitungen stark kritisierte Demagogie und Hetze des Pieron hatte schließlich zur Folge, dass Tucholsky nicht mehr fĂŒr BlĂ€tter der USPD schreiben durfte. Zwar sprach ihn im Juni 1922 eine USPD-Schiedskommission von dem Vorwurf frei, gegen die Bestrebungen der Partei gearbeitet zu haben. Tucholsky urteilte ĂŒber sein Verhalten jedoch spĂ€ter:

„Von beiden Seiten wurden damals große Fonds in den korrumpierten Volkskörper hineingepumpt wie spĂ€ter in die Ruhr – ich selbst habe die HĂ€nde in diesem Bottich gehabt, ich hĂ€tte es nicht tun dĂŒrfen, und ich bereue, was ich getan habe.“

– Ein besserer Herr. In: Die WeltbĂŒhne, 25. Juni 1929, S. 960

Als politischer Autor hatte Tucholsky bereits im Januar 1919 in der WeltbĂŒhne die anti-militaristische Artikelserie Militaria gestartet, ein Angriff auf den wilhelminischen Geist der Offiziere, den er durch den Krieg zusĂ€tzlich verroht sah und der in der Republik weiterlebte. Seine eigene Haltung als Soldat wĂ€hrend des Krieges soll sich aber nicht wesentlich von derjenigen unterschieden haben, die er am deutschen Offizierskorps so scharf kritisierte. Biografen sehen daher in den „Militaria“-Artikeln „eine Art öffentliche Selbstanalyse“ (Hepp). Im ersten Artikel der Serie heißt es unter anderem:

„Wir haben auszufressen, was ein entarteter Militarismus uns eingebrockt hat.
Nur durch völlige Abkehr von dieser schmĂ€hlichen Epoche kommen wir wieder zur Ordnung. Spartakus ist es nicht; der Offizier, der sein eigenes Volk als Mittel zum Zweck ansah, ist es auch nicht â€“ was wird es denn sein am Ende?
Der aufrechte Deutsche.“

– Militaria. Offizier und Mann. In: Die WeltbĂŒhne, 9. Januar 1919, S. 39

Erinnerungstafel in Berlin-Friedenau, Bundesallee 79

In ebenso heftiger Weise prangerte Tucholsky auch die zahlreichen politischen Morde an, die die Weimarer Republik in den ersten Jahren erschĂŒtterten. Immer wieder wurden AnschlĂ€ge auf linke, pazifistische oder auch nur liberale Politiker und Publizisten verĂŒbt, zum Beispiel auf Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, Walther Rathenau, Matthias Erzberger und Philipp Scheidemann oder Maximilian Harden. Als Prozessbeobachter in Verfahren gegen rechtsradikale Fememörder musste er feststellen, dass die Richter in aller Regel die monarchistischen und nationalistischen Ansichten der Angeklagten teilten und mit ihnen sympathisierten. In seinem Artikel Prozeß Harden schrieb er 1922:

„Der deutsche politische Mord der letzten vier Jahre ist schematisch und straff organisiert. (
) Alles steht von vornherein fest: Anstiftung durch unbekannte Geldgeber, die Tat (stets von hinten), schludrige Untersuchung, faule Ausreden, ein paar Phrasen, jĂ€mmerliches Kneifertum, milde Strafen, Strafaufschub, VergĂŒnstigungen â€“ „Weitermachen!“ (
)
Das ist keine schlechte Justiz. Das ist keine mangelhafte Justiz. Das ist ĂŒberhaupt keine Justiz. (
) Balkan und SĂŒdamerika werden sich den Vergleich mit diesem Deutschland verbitten.“

– Prozeß Harden. In: Die WeltbĂŒhne, 21. Dezember 1922, S. 638

Tucholsky sparte auch nicht mit Kritik an demokratischen Politikern, die seiner Meinung nach zu nachsichtig mit ihren Gegnern umgingen. Nach dem Mord an Außenminister Walther Rathenau 1922 richtete er in einem Gedicht einen Appell an die Selbstachtung der Republik:

„Steh einmal auf! Schlag mit der Faust darein!
Schlaf nicht nach vierzehn Tagen wieder ein!
Heraus mit deinem Monarchistenrichter,
mit Offizieren – und mit dem Gelichter,
das von dir lebt und das dich sabotiert
an deine HĂ€user Hakenkreuze schmiert.
(
)
Vier Jahre Mord – das sind, weiß Gott, genug
Du stehst jetzt vor dem letzten Atemzug.
Zeig, was du bist. Halt mit dir selbst Gericht.
Stirb oder kĂ€mpfe. Drittes gibt es nicht.“

– Rathenau. In: Die WeltbĂŒhne, 29. Juni 1922, S. 653

Tucholsky beließ es daher auch nicht bei seiner publizistischen TĂ€tigkeit, sondern betĂ€tigte sich auch direkt politisch. So wirkte er unter anderem im Oktober 1919 an der GrĂŒndung des Friedensbundes der Kriegsteilnehmer mit und engagierte sich in der USPD. Die Mitgliedschaft in einer Partei hielt Tucholsky aber nie von der Kritik an ihren Mitgliedern ab. So urteilte er zum Beispiel ĂŒber die Leistung von Rudolf Hilferding als Chefredakteur der USPD-Zeitung Freiheit:

„Herr Dr. Rudolf Hilferding wurde vom Reichsverband zur BekĂ€mpfung der Sozialdemokratie in die Redaktion der ‚Freiheit‘ entsandt. Es gelang ihm, das gefĂ€hrliche Blatt in zwei Jahren derart herunterzuwirtschaften, daß sowohl von einem Blatt wie von einer Gefahr nicht mehr gesprochen werden kann.“

– Dienstzeugnisse. In: Die WeltbĂŒhne, 3. MĂ€rz 1925, S. 329

Besonders hart ging er mit der SPD ins Gericht, deren FĂŒhrung er ihr Versagen, ja Verrat an den eigenen AnhĂ€ngern wĂ€hrend der Novemberrevolution vorwarf. Über Friedrich Ebert schrieb er 1922 in Prozeß Harden:

„Und ĂŒber allem thront dieser PrĂ€sident, der seine Überzeugungen in dem Augenblick hinter sich warf, als er in die Lage gekommen war, sie zu verwirklichen.“

In der Hochphase der Inflation sah Tucholsky sich gezwungen, seine publizistische Arbeit zugunsten einer TĂ€tigkeit in der Wirtschaft zurĂŒckzustellen. Doch nicht nur finanzielle GrĂŒnde sollen fĂŒr diesen Schritt eine Rolle gespielt haben. Im Herbst 1922 hatte er eine schwere Depression, zweifelte am Sinn des Schreibens und soll sogar einen ersten Selbstmordversuch begangen haben. Am 1. MĂ€rz 1923 trat er schließlich in das Berliner Bankhaus Bett, Simon & Co. ein, wo er als PrivatsekretĂ€r des Seniorchefs Hugo Simon arbeitete. Aber bereits am 15. Februar 1924 schloss er erneut einen Mitarbeitervertrag mit Siegfried Jacobsohn. Als Korrespondent der WeltbĂŒhne und der angesehenen Vossischen Zeitung ging er im FrĂŒhjahr 1924 nach Paris.

Auch in privater Hinsicht gab es 1924 große VerĂ€nderungen im Leben Tucholskys. Im Februar 1924 ließ er sich von der Ärztin Else Weil, die er im Mai 1920 geheiratet hatte, wieder scheiden. Am 30. August desselben Jahres heiratete er schließlich Mary Gerold, mit der er seit seiner Abkommandierung von Alt-Autz weiter in Briefkontakt gestanden hatte. Bei einem Wiedersehen in Berlin, im FrĂŒhjahr 1920, hatten die beiden jedoch rasch festgestellt, dass sie sich einander entfremdet hatten. Auch in Paris sollte sich zeigen, dass es die beiden nicht ĂŒber lĂ€ngere Zeit miteinander aushielten.

Zwischen Frankreich und Deutschland

Tucholskys französischer Presseausweis

Wie sein Vorbild Heinrich Heine verbrachte Tucholsky darauf bis zu seinem Tode die meiste Zeit im Ausland und kehrte nur noch sporadisch nach Deutschland zurĂŒck. Die Distanz schĂ€rfte aber eher noch sein Wahrnehmungsvermögen fĂŒr die Angelegenheiten Deutschlands und der Deutschen. Er beteiligte sich ĂŒber die WeltbĂŒhne weiter an den politischen Debatten in der Heimat. DarĂŒber hinaus versuchte er, wie Heine im 19. Jahrhundert, das gegenseitige VerstĂ€ndnis von Deutschen und Franzosen zu fördern. Tucholsky, der am 24. MĂ€rz 1924 in die Freimaurerloge Zur Morgenröte in Berlin â€“ zum Freimaurerbund zur aufgehenden Sonne gehörig â€“ aufgenommen worden war, besuchte Logen in Paris und wurde im Juni 1925 Mitglied in den beiden Logen L'Effort und Les ZĂ©lĂ©s Philanthropes in Paris (Grand Orient de France).[4]

Umschlag der WeltbĂŒhne vom 2. Dezember 1930

1926 wurde Tucholsky in den Vorstand der von Kurt Hiller gegrĂŒndeten Gruppe RevolutionĂ€rer Pazifisten gewĂ€hlt.

Als Siegfried Jacobsohn im Dezember 1926 starb, erklĂ€rte sich Kurt Tucholsky sofort bereit, die Leitung der WeltbĂŒhne zu ĂŒbernehmen. Da ihm die Arbeit als „Oberschriftleitungsherausgeber“ aber nicht behagte, und er dafĂŒr dauerhaft nach Berlin hĂ€tte zurĂŒckkehren mĂŒssen, ĂŒbergab er das Blatt schon bald seinem Kollegen Carl von Ossietzky. Als Mitherausgeber sorgte er immer auch fĂŒr den Abdruck unorthodoxer BeitrĂ€ge, wie sie z. B. Kurt Hiller lieferte.

In den Jahren 1927 und 1928 erschienen seine essayistische Reisebeschreibung Ein PyrenÀenbuch, die Textsammlung Mit 5 PS (womit sein Name und die vier Pseudonyme gemeint waren) und Das LÀcheln der Mona Lisa. Mit den literarischen Figuren des Herrn Wendriner und des Lottchen beschrieb er typische Berliner Charaktere seiner Zeit.

Gleichzeitig blieb er ein kritischer Beobachter der ZustĂ€nde in Deutschland. So prangerte er im April 1927 in dem dreiteiligen Artikel Deutsche Richter in der WeltbĂŒhne die in seinen Augen reaktionĂ€re Justiz der Weimarer Republik an. Nach Tucholskys Überzeugung war eine zweite, diesmal erfolgreiche Revolution nötig, um eine grundlegende Änderung der undemokratischen VerhĂ€ltnisse herbeizufĂŒhren. Er schrieb:

„Gibt es keine Gegenwehr? Es gibt nur eine große, wirksame, ernste: den antidemokratischen, hohnlachenden, fĂŒr die Idee der Gerechtigkeit bewußt ungerechten Klassenkampf. 
 Es gibt, um eine BĂŒrokratie zu sĂ€ubern, nur eines. Jenes eine Wort, das ich nicht hierhersetzen möchte, weil es fĂŒr die Herrschenden seinen Schauer verloren hat. Dieses Wort bedeutet: UmwĂ€lzung. Generalreinigung. AufrĂ€umung. LĂŒftung.“

– Deutsche Richter. In: Die WeltbĂŒhne. 12., 19. und 26. April 1927

Ganz Ă€hnlich argumentierte er 1928 in dem Artikel November-Umsturz, einer Bilanz von zehn Jahren Republik: „Die deutsche Revolution steht noch aus.“ VorĂŒbergehend nĂ€herte sich Tucholsky der KPD an und veröffentlichte klassenkĂ€mpferische Propaganda-Gedichte in der parteinahen A.I.Z.. Das Gedicht Asyl fĂŒr Obdachlose! endet mit dem einprĂ€gsamen Vers:

„Wohltaten, Mensch, sind nichts als Dampf.
Hol dir dein Recht im Klassenkampf â€“!“

– Arbeiter Illustrierte Zeitung, 1928, Nr. 37, S. 10

Auch wĂ€hrend seiner Zeit im Ausland musste sich Tucholsky in Prozessen mit politischen Gegnern auseinandersetzen, die sich von seinen Äußerungen beleidigt oder attackiert fĂŒhlten. Wegen des Gedichts Gesang der englischen Chorknaben wurde 1928 gar ein Prozess wegen GotteslĂ€sterung gegen ihn eingeleitet.

Im gleichen Jahr trennten sich Kurt und Mary Tucholsky endgĂŒltig. Tucholsky hatte bereits 1927 Lisa Matthias kennen gelernt, mit der er 1929 einen Urlaub in Schweden verbrachte. Dieser Aufenthalt inspirierte ihn zu dem 1931 im Rowohlt Verlag erschienenen Kurzroman Schloß Gripsholm, in dem noch einmal die jugendliche Unbeschwertheit und Leichtigkeit von Rheinsberg anklang.

Der Kontrast zu dem 1929 gemeinsam mit dem Grafiker John Heartfield veröffentlichten gesellschaftskritischen Werk Deutschland, Deutschland ĂŒber alles könnte kaum grĂ¶ĂŸer sein. Darin bringt Tucholsky das KunststĂŒck fertig, die schĂ€rfsten Attacken auf alles, was er am Deutschland seiner Zeit hasst, mit einer LiebeserklĂ€rung an das Land zu verbinden. Im letzten Kapitel des Buches heißt es unter der Überschrift Heimat:

„Nun haben wir auf 225 Seiten Nein gesagt, Nein aus Mitleid und Nein aus Liebe, Nein aus Haß und Nein aus Leidenschaft – und nun wollen wir auch einmal Ja sagen. Ja –: zu der Landschaft und dem Land Deutschland. Dem Land, in dem wir geboren sind und dessen Sprache wir sprechen. (
)
Und nun will ich euch mal etwas sagen: Es ist ja nicht wahr, daß jene, die sich ‚national‘ nennen und nichts sind als bĂŒrgerlich-militaristisch, dieses Land und seine Sprache fĂŒr sich gepachtet haben. Weder der Regierungsvertreter im Gehrock, noch der Oberstudienrat, noch die Damen und Herren des Stahlhelms allein sind Deutschland. Wir sind auch noch da. (
)
Deutschland ist ein gespaltenes Land. Ein Teil von ihm sind wir. Und in allen GegensĂ€tzen steht â€“ unerschĂŒtterlich, ohne Fahne, ohne Leierkasten, ohne SentimentalitĂ€t und ohne gezĂŒcktes Schwert â€“ die stille Liebe zu unserer Heimat.“

– Heimat. In: Deutschland, Deutschland ĂŒber alles. Berlin 1929, S. 226

Verstummen

Es traf Tucholsky tief, als ihm zu Beginn der 1930er Jahre klar wurde, dass alle seine Warnungen ungehört verhallten und sein Eintreten fĂŒr die Republik, fĂŒr Demokratie und Menschenrechte offenbar ohne jede Wirkung blieb. Als klarsichtiger Beobachter der deutschen Politik erkannte er die mit Hitler heraufziehenden Gefahren. „Sie rĂŒsten fĂŒr die Reise ins Dritte Reich“, schrieb er schon Jahre vor der MachtĂŒbergabe, und er machte sich keine Illusionen, wohin eine Reichskanzlerschaft Hitlers das Land fĂŒhren wĂŒrde. Das bezeugte Erich KĂ€stner rĂŒckblickend im Jahre 1946, als er den Schriftsteller als „kleinen dicken Berliner“ bezeichnete, der „mit der Schreibmaschine eine Katastrophe aufhalten“ wollte. (Erich KĂ€stner: Kurt Tucholsky, Carl v. Ossietzky, ‚WeltbĂŒhne‘, in: Die WeltbĂŒhne, 4. Juni 1946, S. 22)

Tucholskys Villa in HindÄs, 1930

1930 verlegte Tucholsky seinen Wohnsitz dauerhaft ins schwedische HindĂ„s bei Göteborg. Nach dem WeltbĂŒhne-Prozess erachtete er die Möglichkeiten zu kritischer Publizistik als stark eingeschrĂ€nkt. Gegen Carl von Ossietzky und den Journalisten Walter Kreiser war seit 1929 wegen Landesverrats und Verrats militĂ€rischer Geheimnisse ermittelt worden, da die WeltbĂŒhne in dem Artikel „Windiges aus der deutschen Luftfahrt“ die verbotene fliegerische AufrĂŒstung der Reichswehr offengelegt hatte. Ende 1931 wurde Ossietzky schließlich wegen Spionage zu 18 Monaten Haft verurteilt. Wegen des berĂŒhmt gewordenen Tucholsky-Satzes „Soldaten sind Mörder“ klagte man Ossietzky ebenfalls an. Ein Gericht wertete im Juli 1932 diesen Satz jedoch nicht als Verunglimpfung der Reichswehr. Da Tucholsky im Ausland lebte, war gegen ihn auf eine Anklageerhebung verzichtet worden. Dennoch ĂŒberlegte er, zu dem Prozess nach Deutschland zu kommen, da Ossietzky damals wegen des Luftfahrt-Artikels bereits im GefĂ€ngnis saß. Doch die Situation war Tucholsky zu riskant. Er befĂŒrchtete, den Nationalsozialisten in die HĂ€nde zu fallen. Allerdings war ihm klar, dass die Abwesenheit keinen guten Eindruck machen wĂŒrde. „Nach außen bleibt ein Erdenrest zu tragen peinlich. Es hat so etwas von Desertion, Ausland, im Stich lassen, der Kamerad Oss im GefĂ€ngnis“, schrieb er an Mary Gerold, die ihn „so nett aufmerksam gemacht hat, daß von Seiten der Nazis Lebensgefahr bestehe.“ (Kurt Tucholsky: Unser ungelebtes Leben. Briefe an Mary. Reinbek 1982, S. 537) Wenige Tage vor seinem Tod schrieb er jedoch, dass er die Entscheidung vom Sommer 1932 bereue:

„Aber im Falle Oss bin ich einmal nicht gekommen, ich habe damals versagt, es war ein Gemisch aus Faulheit, Feigheit, Ekel, Verachtung â€“ und ich hĂ€tte doch kommen sollen. Daß es gar nichts geholfen hĂ€tte, daß wir beide sicherlich verurteilt worden wĂ€ren, daß ich vielleicht diesen Tieren in die Klauen gefallen wĂ€re, das weiß ich alles â€“ aber es bleibt eine Spur Schuldbewußtsein.“

– Brief an Hedwig MĂŒller vom 19. Dezember 1935, in: Kurt Tucholsky: Briefe. Auswahl 1913–1935. Berlin 1983, S. 325 ff.

Schon seit 1931 war Tucholsky publizistisch zunehmend verstummt. Das Ende seiner Beziehung zu Lisa Matthias, der Tod eines engen Freundes und ein chronisches Atemwegs- und Nasenleiden, dessentwegen er fĂŒnfmal operiert worden war, hatten seine resignative Stimmung verstĂ€rkt. Tucholskys letzter grĂ¶ĂŸerer Beitrag erschien am 8. November 1932 in der WeltbĂŒhne. Es waren nur noch Schnipsel, wie er seine Aphorismen nannte. Am 17. Januar 1933 meldete er sich in der WeltbĂŒhne noch einmal mit einer kleinen Notiz aus Basel. Zu grĂ¶ĂŸeren literarischen Formen fehlte ihm zusehends die Kraft. Zwar legte er dem Rowohlt Verlag ein ExposĂ© fĂŒr einen Roman vor, die politische Entwicklung in Deutschland verhinderte jedoch dessen Realisierung. 1933 verboten die Nationalsozialisten die WeltbĂŒhne, verbrannten Tucholskys BĂŒcher (vgl. BĂŒcherverbrennung) und erkannten ihm die deutsche Staatsangehörigkeit ab.

Grab in Mariefred mit der Aufschrift „Alles VergĂ€ngliche Ist Nur Ein Gleichnis“

Über Tucholskys letzte Jahre und seine Gedanken ĂŒber die Entwicklungen in Deutschland und Europa geben seine Briefe Auskunft, die seit Beginn der 1960er Jahre publiziert wurden. Sie waren unter anderem an Freunde wie Walter Hasenclever oder an seine letzte Geliebte, die ZĂŒrcher Ärztin Hedwig MĂŒller, die er „Nuuna“ nannte, gerichtet. Den Briefen an Nuuna legte er zudem lose TagebuchblĂ€tter bei, die heute als Q-TagebĂŒcher bekannt sind. Darin und in den Briefen bezeichnete sich Tucholsky als „aufgehörten Deutschen“ und „aufgehörten Dichter“. An Hasenclever schrieb er am 11. April 1933:

„Daß unsere Welt in Deutschland zu existieren aufgehört hat, brauche ich Ihnen wohl nicht zu sagen. Und daher:
Werde ich erst amal das Maul halten. Gegen einen Ozean pfeift man nicht an.“

– Kurt Tucholsky: Politische Briefe. Reinbek 1969, S. 16

Er gab sich auch nicht der Illusion vieler Exilanten hin, dass die Diktatur Hitlers bald zusammenbrechen werde. Mit realistischem Blick stellte er fest, dass sich die Mehrheit der Deutschen mit der Diktatur arrangierte und selbst das Ausland Hitlers Herrschaft akzeptierte. Er rechnete mit einem Krieg innerhalb weniger Jahre.

Tucholsky lehnte es strikt ab, sich an der entstehenden Exilpresse zu beteiligen. Zum einen verstand er sich nicht als Emigrant, da er Deutschland schon 1924 verlassen hatte und erwog, sich um die schwedische StaatsbĂŒrgerschaft zu bewerben. Seine tieferen GrĂŒnde, warum er sich nicht mehr öffentlich mit Deutschland beschĂ€ftigte, schilderte er in einem bewegenden Brief an Mary Gerold:

„Ich habe ĂŒber das, was da geschehen ist, nicht eine Zeile veröffentlicht – auf alle Bitten hin nicht. Es geht mich nichts mehr an. Es ist nicht Feigheit â€“ was dazu schon gehört, in diesen KĂ€seblĂ€ttern zu schreiben! Aber ich bin au-dessus de la mĂȘlĂ©e, es geht mich nichts mehr an. Ich bin damit fertig.“

– Kurt Tucholsky: Unser ungelebtes Leben. Briefe an Mary. Reinbek 1982, S. 545

Innerlich aber war er noch nicht mit allem fertig, und er nahm sehr wohl Anteil an den Entwicklungen in Deutschland und Europa. Um dem inhaftierten Ossietzky beizustehen, dachte er auch daran, wieder an die Öffentlichkeit zu treten. Kurz vor seinem Tod plante er, in einem scharfen Artikel mit dem einst von ihm verehrten norwegischen Dichter Knut Hamsun abzurechnen. Hamsun hatte sich offen fĂŒr das Hitler-Regime ausgesprochen und Carl von Ossietzky angegriffen, der, ohne sich wehren zu können, im KZ Esterwegen einsaß. Hinter den Kulissen unterstĂŒtzte Tucholsky auch die Verleihung des Friedensnobelpreises des Jahres 1935 an den inhaftierten Freund. TatsĂ€chlich erhielt Ossietzky die Auszeichnung im folgenden Jahr rĂŒckwirkend fĂŒr 1935. Den Erfolg seiner BemĂŒhungen erlebte Kurt Tucholsky jedoch nicht mehr.

In seinem letzten Brief an den nach PalĂ€stina emigrierten Schriftsteller Arnold Zweig vom 15. Dezember 1935 setzte er sich vor allem kritisch mit dem ausgebliebenen Widerstand der deutschen Juden gegen das NS-Regime auseinander. Er zog darin resigniert Bilanz aus seinem politischen Engagement in und fĂŒr Deutschland:

„Das ist bitter, zu erkennen. Ich weiß es seit 1929 – da habe ich eine Vortragsreise gemacht und „unsere Leute“ von Angesicht zu Angesicht gesehen, vor dem Podium, Gegner und AnhĂ€nger, und da habe ich es begriffen, und von da an bin ich immer stiller geworden. Mein Leben ist mir zu kostbar, mich unter einen Apfelbaum zu stellen und ihn zu bitten, Birnen zu produzieren. Ich nicht mehr. Ich habe mit diesem Land, dessen Sprache ich so wenig wie möglich spreche, nichts mehr zu schaffen. Möge es verrecken â€“ möge es Rußland erobern â€“ ich bin damit fertig.“

– Kurt Tucholsky: Politische Briefe. Reinbek 1984, Seite 121

Tod

Vom 14. Oktober bis zum 4. November 1935 war Tucholsky wegen stĂ€ndiger Magenbeschwerden in stationĂ€rer Behandlung. Seit diesem Krankenhausaufenthalt konnte er ohne Barbiturate nicht mehr einschlafen. Am Abend des 20. Dezember 1935 nahm er in seinem Haus in HindĂ„s eine Überdosis an Tabletten. Tags darauf wurde er, schon im Koma liegend, aufgefunden und ins Sahlgrensche Krankenhaus nach Göteborg gebracht. Dort verstarb Kurt Tucholsky am Abend des 21. Dezember. Es wurde jahrzehntelang davon ausgegangen, dass Tucholsky Suizid beging; diese These wird in jĂŒngster Zeit von Tucholskys Biographen Michael Hepp jedoch angezweifelt. Er hĂ€lt eine Selbsttötung aus Versehen fĂŒr möglich.[5]

Die Asche Kurt Tucholskys wurde im Sommer 1936 unter einer Eiche nahe Schloss Gripsholm im schwedischen Mariefred beigesetzt. Die Grabplatte mit der Inschrift „Alles VergĂ€ngliche Ist Nur Ein Gleichnis“ aus Goethes Faust II wurde erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf das Grab gelegt. Tucholsky selbst hatte 1923 in der Satire Requiem folgenden Grabspruch fĂŒr sein Pseudonym Ignaz Wrobel vorgeschlagen:

Hier ruht ein goldenes Herz und eine eiserne Schnauze â€“ Gute Nacht â€“ ![6]

Rezeption und Einzelaspekte

Tucholsky gehörte zu den gefragtesten und am besten bezahlten Journalisten der Weimarer Republik. In den 25 Jahren seines Wirkens veröffentlichte er in fast 100 Publikationen mehr als 3.000 Artikel, die meisten davon, etwa 1.600, in der Wochenzeitschrift Die WeltbĂŒhne. Zu seinen Lebzeiten erschienen bereits sieben SammelbĂ€nde mit kĂŒrzeren Texten und Gedichten, die zum Teil dutzende Auflagen erzielten. Manche Werke und Äußerungen Tucholskys polarisieren bis heute, wie die Auseinandersetzung um seinen Satz „Soldaten sind Mörder“ in den 1990er Jahren belegt. Seine Kritik an Politik, Gesellschaft, MilitĂ€r, Justiz und Literatur, aber auch an Teilen des deutschen Judentums, rief immer wieder Widerspruch hervor.

Tucholskys Schreibtisch im Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum auf Schloss Rheinsberg

Im Schloss Rheinsberg befindet sich heute das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum, das sein Leben und Wirken ausfĂŒhrlich dokumentiert.

Der politische Schriftsteller

Tucholskys Rolle als politischer Journalist wurde von jeher kontrovers beurteilt. Sein SelbstverstĂ€ndnis als linker Intellektueller legte er in dem programmatischen Text „Wir Negativen“ dar, in dem er schon im MĂ€rz 1919 zu den VorwĂŒrfen Stellung beziehen musste, die junge Republik nicht positiv genug zu sehen. Sein Fazit lautete damals:

„Wir können nicht zu einem Volk Ja sagen, das, noch heute, in einer Verfassung ist, die, wĂ€re der Krieg zufĂ€lligerweise glĂŒcklich ausgegangen, das Schlimmste hĂ€tte befĂŒrchten lassen. Wir können nicht zu einem Land Ja sagen, das von KollektivitĂ€ten besessen ist, und dem die Korporation weit ĂŒber dem Individuum steht.“

– „Wir Negativen“, in: Die WeltbĂŒhne, 13. MĂ€rz 1919, S. 279

Tucholsky stand der Weimarer Republik zunehmend kritisch gegenĂŒber. Die Novemberrevolution hatte in seinen Augen keine wahren Fortschritte gebracht:

„Wie haben sie das getauft? Revolution? Das war keine.“

– Theobald Tiger: Vor acht Jahren[7]

In Schulen, UniversitĂ€ten, Verwaltungen und Gerichten herrsche noch derselbe Ungeist und die deutsche Verantwortung fĂŒr den Ersten Weltkrieg werde weiterhin geleugnet. Statt eine echte Friedenspolitik zu treiben, werde heimlich schon der nĂ€chste Krieg vorbereitet. Aus all diesen ZustĂ€nden zog er im FrĂŒhjahr 1928 den Schluss:

„Wir halten den Krieg der Nationalstaaten fĂŒr ein Verbrechen, und wir bekĂ€mpfen ihn, wo wir können, wann wir können, mit welchen Mitteln wir können. Wir sind LandesverrĂ€ter. Aber wir verraten einen Staat, den wir verneinen, zugunsten eines Landes, das wir lieben, fĂŒr den Frieden und fĂŒr unser wirkliches Vaterland: Europa.“

– Ignaz Wrobel: „Die großen Familien“, in: Die WeltbĂŒhne, 27. MĂ€rz 1928, S. 471

Trotz dieser EnttĂ€uschung hatte Tucholsky nicht aufgehört, in linken BlĂ€ttern die erklĂ€rten Feinde der Republik und der Demokratie in MilitĂ€r, Justiz und Verwaltung, in den alten monarchistisch gesinnten Eliten und in den neuen, antidemokratischen, völkischen Bewegungen scharf anzugreifen. Zeitweilig nĂ€herte sich Tucholsky, der von 1920 bis 1922 Mitglied der USPD gewesen war, auch der KPD an, wobei er als bĂŒrgerlicher Schriftsteller stets auf Distanz zu den kommunistischen ParteifunktionĂ€ren blieb.

Angesichts seiner kompromisslosen Haltung gegenĂŒber den Nationalsozialisten war es auch folgerichtig, dass Tucholsky seinen Namen auf der Ersten AusbĂŒrgerungsliste des Deutschen Reichs von 1933 wiederfand und dass seine Werke nach 1933 verboten wurden. Bei den BĂŒcherverbrennungen durch Studenten in Berlin und anderen StĂ€dten am 10. Mai wurden er und Ossietzky explizit genannt: „Gegen Frechheit und Anmaßung, fĂŒr Achtung und Ehrfurcht vor dem unsterblichen deutschen Volksgeist! Verschlinge, Flamme, auch die Schriften von Tucholsky und Ossietzky!“ Tucholsky kommentierte entsprechende Nachrichten nur noch gleichgĂŒltig, etwa in einem Brief an Walter Hasenclever vom 17. Mai 1933:

„In Frankfurt haben sie unsere BĂŒcher auf einem Ochsenkarren zum Richtplatz geschleift. Wie ein Trachtenverein von Oberlehrern. Nun aber zu Ernsthafterem. 
“

– Kurt Tucholsky: Politische Briefe. Reinbek 1969, S. 23

In der Nachkriegszeit wurden aber auch in der Bundesrepublik Stimmen laut, die linken Literaten wie Tucholsky und Bertolt Brecht eine Mitschuld am Scheitern der Weimarer Republik gaben. Mit ihrer unbarmherzigen Kritik hĂ€tten Zeitschriften wie die WeltbĂŒhne letztlich den Nationalsozialisten in die HĂ€nde gespielt, lautete der Tenor der VorwĂŒrfe. Einer der bekanntesten Vertreter dieser Auffassung war der Historiker Golo Mann. Er schrieb 1958:

„Die hellsichtige Bosheit, mit der Kurt Tucholsky die Republik verspottete, alle ihre Lahmheiten und Falschheiten, erinnerte von ferne an Heinrich Heine. Von Witz und Haß des großen Dichters war ein StĂŒck in ihm, nur leider wenig von seiner Liebe. Die radikale Literatur konnte kritisieren, verhöhnen, demaskieren, und erwarb sich eine leichte, fĂŒr die Gediegenheit des eigenen Charakters noch nichts beweisende Überlegenheit damit. Sie war ihr Handwerk gewöhnt von Kaisers Zeiten her und setzte es fort unter der Republik, die es an Zielscheiben fĂŒr ihren Hohn auch nicht fehlen ließ. Was half es?“

– Golo Mann: Deutsche Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main 161982 (11958), S. 727

Sein Kollege Heinrich August Winkler meint, die bevorzugte Zielscheibe von Tucholskys Spott sei die Sozialdemokratie mit ihren notwendigen Kompromissen gewesen:

„In der Wirkung war der Kampf, den Tucholsky und seine Freunde gegen die Sozialdemokratie fĂŒhrten, ein Kampf gegen die parlamentarische Demokratie. In dieser Hinsicht standen die Intellektuellen des Kreises um die ‚WeltbĂŒhne‘ den Antiparlamentariern der ‚konservativen Revolution‘ sehr viel nĂ€her, als beiden Seiten bewußt war.“

– Heinrich August Winkler: Der lange Weg nach Westen. Deutsche Geschichte 1806–1933. C. H. Beck: MĂŒnchen 2000, S. 467

Tucholsky selbst sah seine Kritik immer als konstruktiv an: In seinen Augen hatte das Scheitern von Weimar nichts damit zu tun, dass Autoren wie er zu viel, sondern damit, dass sie zu wenig Wirkung erzielten. Im Mai 1931 schrieb er an den Publizisten Franz Hammer:

„Das, worum mir manchmal so bange ist, ist die Wirkung meiner Arbeit. Hat sie eine? (Ich meine nicht den Erfolg; er lĂ€ĂŸt mich kalt.) Aber mir erscheint es manchmal als so entsetzlich wirkungslos: da schreibt man und arbeitet man â€“ und was ereignet sich nun realiter in der Verwaltung? Bekommt man diese ĂŒblen und verquĂ€lten, quĂ€lenden invertierten Anstaltsweiber fort? Gehen die Sadisten? Werden die BĂŒrokraten entlassen (
)? Das bedrĂŒckt mich mitunter.“

– Kurt Tucholsky: Briefe. Auswahl 1913–1935. Berlin 1983, S. 255

Wie eine vorweggenommene Antwort auf die Kritiker der Nachkriegszeit liest sich auch eine Stelle aus dem bereits zitierten Brief an Hasenclever vom 17. Mai 1933:

„Ich werde nun langsam grĂ¶ĂŸenwahnsinnig – wenn ich zu lesen bekomme, wie ich Deutschland ruiniert habe. Seit zwanzig Jahren aber hat mich immer dasselbe geschmerzt: daß ich auch nicht einen Schutzmann von seinem Posten habe wegbekommen können.“

– Kurt Tucholsky: Politisch Briefe, Reinbek 1969, S. 24

Tucholsky und die Arbeiterbewegung

Tucholsky verstand sich als linker Intellektueller, der fĂŒr die Arbeiterbewegung eintrat. Er engagierte sich vor dem Ersten Weltkrieg fĂŒr die SPD, ging aber spĂ€testens ab 1918 zunehmend auf Distanz zu dieser Partei, deren FĂŒhrung er Verrat an ihrer Basis vorwarf, da der Parteivorsitzende Friedrich Ebert wĂ€hrend der Novemberrevolution den geheimen Ebert-Groener-Pakt mit General Wilhelm Groener, dem Chef der Obersten Heeresleitung, zur Niederschlagung der in den Augen der SPD-ParteifĂŒhrung sozialistisch eskalierenden Revolution vereinbart hatte, und ihm dafĂŒr weitgehende ZugestĂ€ndnisse in Bezug auf den Erhalt der alten kaiserlichen Strukturen beim MilitĂ€r, in der Justiz und staatlichen Verwaltung der neu entstehenden Republik zugesagt hatte.

Tucholsky war zwischen 1920 und 1922 Mitglied der USPD. Nach der zweiten Spaltung dieser linkssozialdemokratischen Partei, bei der ein großer Teil ihrer verbliebenen AnhĂ€nger sich wieder der SPD angeschlossen hatte, war auch er zumindest 1922 kurzfristig SPD-Parteimitglied (ĂŒber die Dauer dieser Mitgliedschaft besteht in den Quellen Unklarheit). Gegen Ende der 20er Jahre nĂ€herte er sich stĂ€rker der KPD an, wobei er Wert darauf legte, kein „Kommunist“ zu sein. Insgesamt beharrte er jedoch gegenĂŒber allen Arbeiterparteien auf einem unabhĂ€ngigen Standpunkt abseits der Parteidisziplin.

Dass er die WeltbĂŒhne nicht als dogmatisches VerkĂŒndigungsorgan, sondern als Diskussionsforum fĂŒr die gesamte Linke betrachtete, brachte ihm 1929 folgende Kritik der kommunistischen Zeitschrift Die Front ein:

„Die Tragödie Deutschlands ist nicht zuletzt die jĂ€mmerliche Halbheit seiner ‚linken‘ Intellektuellen, die da ĂŒber den Parteien thronten, weil es ‚einem in den Reihen nicht leicht gemacht wird‘ (um mit Kurt Tucholsky zu sprechen). Diese Leute haben 1918 glĂ€nzend versagt, sie versagen noch heute.“

Tucholsky antwortete darauf in seinem Artikel „Die Rolle des Intellektuellen in der Partei“:

„Der Intellektuelle schreibe sich hinter die Ohren:
Er ist nur unter zwei Bedingungen ĂŒberhaupt befugt, in die FĂŒhrung einer Arbeiterpartei einzutreten: wenn er soziologische Kenntnisse besitzt und wenn er fĂŒr die Arbeitersache politische Opfer bringt und gebracht hat. (
)
Die Partei schreibe sich hinter die Ohren:
Fast jeder Intellektuelle der zu ihr kommt, ist ein entlaufener BĂŒrger. Ein gewisses Mißtrauen ist am Platz. Aber dieses Mißtrauen darf nicht jedes Maß ĂŒbersteigen. (
)
Es kommt nur auf eins an: zu arbeiten fĂŒr die gemeinsame Sache.“

– „Die Rolle des Intellektuellen in der Partei“, in: Die Front, Nr. 9, S. 250

Anders als in der Bundesrepublik versuchte man in der DDR nach dem Krieg, Tucholsky in die eigene Traditionsbildung einzubeziehen. Dabei wurde jedoch unterschlagen, dass er den moskauhörigen Kurs der KPD, den er fĂŒr die Zersplitterung der Linken und den Sieg der Nationalsozialisten mit verantwortlich machte, aufs schĂ€rfste abgelehnt hatte. In einem Brief an den Journalisten Heinz Pol schrieb er kurz nach Hitlers MachtĂŒbernahme am 7. April 1933, als in ganz Europa Boykott-Maßnahmen gegen Deutschland diskutiert wurden:

„Wichtig erscheint mir ferner: die Haltung Russlands gegenĂŒber Deutschland. WĂ€re ich Kommunist: ich spuckte auf diese Partei. Ist das eine Art, die Leute in der Tinte sitzen zu lassen, weil man die deutschen Kredite braucht?“

– Kurt Tucholsky: Politische Briefe. Reinbek 1969, S. 76f.

In einem Schreiben an denselben Adressaten heißt es am 20. April:

„Die KPD hat in Deutschland von vorn bis hinten dummes Zeug gemacht, sie hat ihre Leute auf der Straße nicht begriffen, sie hat die Massen eben nicht hinter sich gehabt. Und wie hat sich Moskau dann benommen, als es schief gegangen ist? (
) Und dann haben die Russen nicht einmal den Mut, aus ihrer Niederlage – denn es ist ihre Niederlage â€“ zu lernen? Auch sie werden nach bittern Erfahrungen eines Tages einsehen, dass es nichts ist mit:
der absoluten TotalitÀt der Staatsherrschaft;
mit dem einseitigen vulgÀren Materialismus;
mit der frechen Dreistigkeit, die ganze Welt ĂŒber einen Leisten zu hauen, der nicht einmal Moskau passt.“

– Kurt Tucholsky: Politische Briefe. Reinbek 1969, S. 77 f.

Der Literaturkritiker und Dichter

Als Literaturkritiker gehörte Kurt Tucholsky zu den einflussreichsten deutschen Publizisten seiner Zeit. In seiner festen, mehrseitigen Rubrik „Auf dem Nachttisch“, die in der WeltbĂŒhne erschien, besprach er oft ein halbes Dutzend BĂŒcher auf einmal. Insgesamt rezensierte er mehr als 500 literarische Werke. Tucholsky sah es aber als das „erste Bestreben“ seiner Buchkritik an, „nicht das LiteraturpĂ€pstlein zu spielen“.

Zu seinen Verdiensten auf diesem Gebiet gehört es, als einer der ersten auf das Werk Franz Kafkas aufmerksam gemacht zu haben. Als „tief und mit den feinfĂŒhligsten Fingern gemacht“ beschrieb er bereits 1913 Kafkas Prosa in dessen erster Buchveröffentlichung Betrachtung; das Romanfragment Der Process bezeichnete er in seiner Rezension als „das unheimlichste und stĂ€rkste Buch der letzten Jahre“.

Kritisch beurteilte er dagegen Ulysses von James Joyce: „Ganze Partien des ‚Ulysses‘ sind schlicht langweilig.“ Über einzelne Passagen schrieb er aber auch: „Wahrscheinlich ist das mehr als Literatur â€“ auf alle FĂ€lle ist es die allerbeste“, und zog abschließend einen Vergleich mit „Liebigs Fleischextrakt. Man kann es nicht essen. Aber es werden noch viele Suppen damit zubereitet werden.“

Als Dichter von Chansons und Couplets trug Tucholsky dazu bei, diese Genres fĂŒr die deutsche Sprachwelt zu erschließen. „Die MĂŒhe, die es macht, der deutschen Sprache ein Chanson â€“ und nun noch gar eins fĂŒr den Vortrag â€“ abzuringen, ist umgekehrt proportional zur Geltung dieser Dinge“, klagte er in dem Text „Aus dem Ärmel geschĂŒttelt“. Als Lyriker verstand er sich jedoch nur als „Talent“, im Gegensatz zum „Jahrhundertkerl“ Heinrich Heine. Das Gedicht „Mutterns HĂ€nde“, das 1929 in der AIZ erschien, ist ein typisches Beispiel seiner „Gebrauchslyrik“, wie Tucholsky diese poetische Richtung, deren Hauptvertreter Erich KĂ€stner war, in einem gleichnamigen Artikel bezeichnete. Zum Tucholsky-Repertoire in SchullesebĂŒchern gehören auch Gedichte wie „Augen in der Großstadt“ und „Das Ideal“.

Tucholsky und das Judentum

Kontrovers wird auch Tucholskys Einstellung zum Judentum gewertet. Der jĂŒdische Wissenschaftler Gershom Scholem bezeichnete ihn als einen der „begabtesten und widerwĂ€rtigsten jĂŒdischen Antisemiten“[8]. Ursache fĂŒr dieses Urteil waren unter anderem die „Wendriner“-Geschichten, die nach Ansicht Scholems die jĂŒdische Bourgeoisie in „erbarmungslosesten Nacktaufnahmen“ darstellten. Dagegen wurde vorgebracht, dass Tucholsky in der Figur des „Herrn Wendriner“ nicht den Juden bloßstelle, sondern den Bourgeois. Ihm ging es darum, die gesinnungslose MentalitĂ€t eines Teils des konservativen jĂŒdischen BĂŒrgertums anzuprangern, der seiner Meinung nach selbst die grĂ¶ĂŸten DemĂŒtigungen durch eine nationalistische Umwelt hinnehme, so lange er seinen GeschĂ€ften nachgehen könne.

Scholems Kritik ist umso bemerkenswerter, da Tucholsky selbst aus Sicht der Konservativen und Rechtsextremen – auch der deutschnationalen Juden â€“ geradezu das perfekte Feindbild vom „zersetzenden, jĂŒdischen Literaten“ abgab. Dass Tucholsky aus dem Judentum ausgetreten war und sich protestantisch hatte taufen lassen, spielte fĂŒr diese Kritiker keine Rolle. Auch das heute noch gegen Juden vorgebrachte Argument, dass sie mit ihren Äußerungen selbst den Antisemitismus provozierten, wurde schon gegen Tucholsky ins Feld gefĂŒhrt. In seiner Literaturgeschichte des deutschen Volkes brachte Josef Nadler 1941 den Hass der Nationalsozialisten gegen den bereits Verstorbenen aufs Deutlichste zum Ausdruck: „Kein Volk dieser Erde ist jemals in seiner eigenen Sprache so geschmĂ€ht worden wie das deutsche durch Tucholsky.“ Seinen letzten langen Brief vor seinem Tod widmete Tucholsky erstaunlicherweise vollstĂ€ndig der Situation des deutschen Judentums. An den nach PalĂ€stina emigrierten Arnold Zweig schrieb er: „Es ist nicht wahr, daß die Deutschen verjudet sind. Die deutschen Juden sind verbocht.“

Tucholsky und die Frauen

Tucholsky und Lisa Matthias im schwedischen LĂ€ggesta, 1929

SpĂ€testens seit dem Erscheinen von Lisa Matthias’ Autobiografie Ich war Tucholskys Lottchen verfĂŒgen die Tucholsky-Forscher ĂŒber genĂŒgend Stoff, um ausgiebig Spekulationen ĂŒber das VerhĂ€ltnis Tucholskys zu den Frauen anzustellen. Matthias schilderte in ihren Erinnerungen Tucholsky als einen beziehungsunfĂ€higen Erotomanen, der sie, selbst eine Geliebte, mit mehreren Frauen gleichzeitig betrogen habe. Die Veröffentlichung der Memoiren wurde 1962 als Skandal empfunden, weil Matthias nach Auffassung der Literaturkritiker zu sehr die SexualitĂ€t Tucholskys zum Thema gemacht habe. Dass sie Tucholsky „in noch weniger als Unterhosen“ (Walther Karsch) geschildert habe, trifft allerdings nicht zu. Auch Tucholskys erste Frau Else Weil bestĂ€tigte, dass dieser es mit der Treue nicht sehr genau genommen habe. Von ihr ist der Satz ĂŒberliefert: „Als ich ĂŒber die Damen wegsteigen musste, um in mein Bett zu kommen, ließ ich mich scheiden.“ Tucholskys zweite Frau Mary Gerold Ă€ußerte sich dagegen nie ĂŒber das Privatleben ihres Mannes.

FĂŒr das Scheitern der beiden Ehen Tucholskys machen Biografen meist sein schlechtes VerhĂ€ltnis zu seiner Mutter verantwortlich, unter deren Regiment er nach dem frĂŒhen Tod des Vaters gelitten habe. Tucholsky und seine beiden Geschwister beschrieben sie ĂŒbereinstimmend als tyrannischen Typus der „alleinstehenden HausmegĂ€re“. Dies habe es dem „erotisch leicht irritierten Damenmann“ (Raddatz) unmöglich gemacht, auf Dauer die NĂ€he einer Frau zu ertragen. Kurz vor seinem Tod, als er noch mit Hedwig MĂŒller und Gertrude Meyer liiert war, bekannte sich Tucholsky allerdings wieder zu seiner zweiten Frau Mary Gerold, die er auch zu seiner Alleinerbin machte. In seinem Abschiedsbrief an sie schrieb er ĂŒber sich selbst: „Hat einen Goldklumpen in der Hand gehabt und sich nach Rechenpfennigen gebĂŒckt; hat nicht verstanden und hat Dummheiten gemacht, hat zwar nicht verraten, aber betrogen, und hat nicht verstanden.“

Gerhard Zwerenz vertritt in seiner Biografie die These, Tucholsky sei nicht in der Lage gewesen, „intellektuelle FĂ€higkeiten beim Weib zu akzeptieren, ohne die Frau zugleich zu maskulinisieren“. Als Belege dafĂŒr fĂŒhrt er Aussagen an wie: „Frankfurt hat zwei große MĂ€nner hervorgebracht: Goethe und Gussy Holl“, oder die Tatsache, dass er Mary Gerold in seinen Briefen meist mit „Er“ angesprochen habe. Letztlich bleiben nachtrĂ€gliche psychologische Betrachtungen dieser Art immer Spekulation. Fest steht, dass Tucholsky in seinen ErzĂ€hlungen Rheinsberg und Schloß Gripsholm ein fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse fortschrittliches Frauenbild propagierte. „Claire“, die „Prinzessin“ und „Billie“ sind selbstĂ€ndige Frauen, die ihre SexualitĂ€t nach eigenen Vorstellungen ausleben und sich nicht ĂŒberkommenen Moralvorstellungen unterwerfen. Dies gilt auch fĂŒr die Figur des flatterhaften „Lottchen“. Seine Abneigung gegen asexuelle Intellektuelle im Reformkleid brachte Tucholsky in der Figur der Lissy Aachner in Rheinsberg zum Ausdruck. Die bösartige Direktorin des Kinderheims in Schloß Gripsholm entspricht dagegen eher dem Typus, den Tucholsky in seiner Mutter Doris gesehen haben könnte.

Siehe auch

Werke

Kurt Tucholsky zu seinem 50.Todestag auf einer Briefmarke der Deutschen Bundespost Berlin (1985)
  • Rheinsberg: Ein Bilderbuch fĂŒr Verliebte. Bilder von Kurt Szafranski. Axel Juncker Verlag, Berlin 1912. Aktuelle Ausgabe: Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-866474-98-7. Hörbuch: Gelesen von Anna Thalbach, Argon Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3866107465.
  • Der Zeitsparer. Grotesken von Ignaz Wrobel. Reuß & Pollack, Berlin 1914. Faksimile: Herausgegeben von Annemarie Stoltenberg, Verlag am Galgenberg, Hamburg 1988. ISBN 3-925387-13-7.
  • Fromme GesĂ€nge Von Theobald Tiger mit einer Vorrede von Ignaz Wrobel. Felix Lehmann Verlag, Charlottenburg 1919, Berlin 1979.
  • TrĂ€umereien an preußischen Kaminen. Von Peter Panter, mit Bildern von Alfons Wölfe. Felix Lehmann Verlag, Charlottenburg 1920. Aktuelle Ausgabe: WFB Verlagsgruppe, Bad Schwartau 2009. ISBN 978-3-86672-300-9.
  • Ein PyrenĂ€enbuch. Verlag Die Schmiede, Berlin 1927. Aktuelle Ausgabe: Insel-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3458349938.
  • Mit 5 PS. Rowohlt Verlag, Berlin 1928. Aktuelle Auflage: 1985, ISBN 3-499-10131-9.
  • Deutschland, Deutschland ĂŒber alles. Ein Bilderbuch von Kurt Tucholsky und vielen Fotografen. Montiert von John Heartfield. Universum BĂŒcherei fĂŒr alle, Berlin 1929. Aktuelle Ausgabe: biblioviel Verlag, Bochum 2006. ISBN 978-3938081914.
  • Das LĂ€cheln der Mona Lisa. Rowohlt Verlag, Berlin 1929. 1985 (5. Aufl.).
  • Lerne lachen ohne zu weinen. Rowohlt Verlag, Berlin 1931. Originalgetreuer Nachdruck: Olms-Verlag, Hildesheim/ZĂŒrick/New York City 2008, ISBN 978-3-487-13618-9. Hörbuch: Gelesen von JĂŒrgen von der Lippe, Bell-Musik, Aichtal 2008, ISBN 978-3-940994-01-1.
  • Schloß Gripsholm. Rowohlt Verlag, Berlin 1931. Aktuelle Ausgabe: Greifenverlag, Rudolstadt/Berlin 2009, ISBN 978-3-86939-239-4.
  • Walter Hasenclever, Kurt Tucholsky: Christoph Kolumbus oder Die Entdeckung Amerikas. Komödie in einem Vorspiel und sechs Bildern. Von Walter Hasenclever und Peter Panter (1932). Ms. Neuer BĂŒhnenverlag, ZĂŒrich 1935, Das Arsenal, Berlin 1985. ISBN 3-921810-72-8.

Werkausgaben

  • Gesamtausgabe. Texte und Briefe. Hrsg. von Antje Bonitz, Dirk Grathoff, Michael Hepp, Gerhard Kraiker. 22 BĂ€nde. Rowohlt, Reinbek 1996 ff. ISBN 3-498-06530-0 ff.
  • Gesammelte Werke in 10 BĂ€nden. Hrsg. von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz. Rowohlt, Reinbek 1975. ISBN 3-499-29011-1
  • Deutsches Tempo. Gesammelte Werke. ErgĂ€nzungsband 1. Hrsg. von Mary Gerold-Tucholsky und J. Raddatz. Rowohlt, Reinbek 1985. ISBN 3-498-06483-5
  • Republik wider Willen. Gesammelte Werke. ErgĂ€nzungsband 2. Hrsg. von Fritz J. Raddatz. Rowohlt, Reinbek 1989. ISBN 3-498-06497-5
  • Gesammelte Werke. Bde. 1–3, 1907–1932. Hrsg. von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz. Rowohlt, Reinbek 1960f
  • AusgewĂ€hlte Werke in sechs BĂ€nden. Hrsg. von Roland Links, Volk und Welt, Berlin 1969–1973

Briefe und TagebĂŒcher

  • Sudelbuch. Rowohlt, Reinbek 1993. ISBN 3-498-06506-8
  • Die Q-TagebĂŒcher. 1934–1935. Hrsg. von Mary Gerold-Tucholsky und Gustav Huonker. Rowohlt, Reinbek 1978, 1985. ISBN 3-499-15604-0
  • AusgewĂ€hlte Briefe 1913–1935. Hrsg. von Mary Gerold-Tucholsky und Fritz J. Raddatz. Rowohlt, Reinbek 1962.
  • Unser ungelebtes Leben. Briefe an Mary. Hrsg. von Fritz J. Raddatz. Rowohlt, Reinbek 1982, 1990. ISBN 3-499-12752-0
  • Briefe aus dem Schweigen. 1932–1935. Briefe an Nuuna. Hrsg. von Mary Gerold-Tucholsky und Gustav Huonker. Rowohlt, Reinbek 1977, 1990. ISBN 3-499-15410-2
  • Briefe an eine Katholikin. 1929–1931. Rowohlt, Reinbek 1969, 1970. ISBN 3-498-06463-0

Literatur

  • Klaus Bellin: Es war wie Glas zwischen uns: Die Geschichte von Mary und Kurt Tucholsky. Verlag fĂŒr Berlin-Brandenburg, Berlin 2010, ISBN 978-3-86650-039-6
  • Antje Bonitz, Thomas Wirtz: Kurt Tucholsky. Ein Verzeichnis seiner Schriften. Bd. 1–3. Marbach am Neckar 1991 (Deutsches Literaturarchiv: Verzeichnisse, Berichte, Informationen 15).
  • Helga Bemmann: Kurt Tucholsky. Ein Lebensbild. Verl. der Nation, Berlin 1990, Ullstein 1994. ISBN 3-548-35375-4
  • Helga Bemmann: In mein’ Verein bin ich hineingetreten. Kurt Tucholsky als Chanson- und Liederdichter. Lied der Zeit Musikverl, Berlin 1989. ISBN 3-7332-0037-3
  • Michael Hepp: Kurt Tucholsky. Biographische AnnĂ€herungen. Rowohlt, Reinbek 1993, 1999. ISBN 3-499-22629-4
  • Michael Hepp: Kurt Tucholsky. Rowohlt Monographie, Reinbek 1998, 2002. ISBN 3-499-50612-2
  • Fritz J. Raddatz: Tucholsky. Ein Pseudonym. Reinbek 1989, 1993. ISBN 3-499-13371-7
  • Regina Scheer: Kurt Tucholsky. „Es war ein bisschen laut“, Hentrich & Hentrich Verlag Berlin 2008, ISBN 978-3-938485-57-6.
  • Dieter Mayer: Kurt Tucholsky - Joseph Roth - Walter Mehring. BeitrĂ€ge zu Politik und Kultur zwischen den Weltkriegen. Peter Lang, Frankfurt am Main 2010. ISBN 978-3-631-60893-7
  • Renke Siems: Die Autorschaft des Publizisten. Schreib- und Schweigeprozesse in den Texten Kurt Tucholskys. Heidelberg 2004. ISBN 3-935025-34-3
  • R. v. Soldenhoff (Hrsg.): Kurt Tucholsky – 1890–1935. Ein Lebensbild. Weinheim u. Berlin 1987. ISBN 3-88679-138-6, ISBN 3-88679-154-8
  • Gerhard Zwerenz: Kurt Tucholsky. Biographie eines guten Deutschen. Bertelsmann, MĂŒnchen 1979, Goldmann 1986. ISBN 3-442-06885-1

Weblinks

 Commons: Kurt Tucholsky â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Kurt Tucholsky â€“ Zitate
 Wikisource: Kurt Tucholsky â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Mitteldeutsche-Zeitung-GesprĂ€ch mit Peter Böthig vom 20. Dezember 2005: Tucholsky hatte seinen Tod gewollt
  2. ↑ Klaus-Peter Schulz, Kurt Tucholsky mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, rororo, Reinbek 1992, S. S. 64–74 u.ö.
  3. ↑ Gemeint ist das Übungsbuch zur Arithmetik und Algebra des Rostocker Gymnasiallehrers Eduard Wrobel.
  4. ↑ Eric Saunier: EncyclopĂ©die de la Franc-Maconnerie. In: HumanitĂ€t Nr. 7/1985 S. 8ff. 2000, S. 867f.
  5. ↑ Michael Hepp: Kurt Tucholsky. Biographische AnnĂ€herungen, S. 369–374, 567
  6. ↑ Ignaz Wrobel: Requiem. In: Die WeltbĂŒhne, 21. Juni 1923, S. 732.
  7. ↑ Theobald Tiger: Vor acht Jahren, in: Die WeltbĂŒhne', 16. November 1926, S. 789
  8. ↑ Rede von Gershom Scholem auf der FĂŒnften Plenartagung des JĂŒdischen Weltkongresses, in: Deutsche und Juden. Frankfurt am Main 1967, S. 39
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