Kärnten

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Kärnten
Kärnten
KoroŇ°ka
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
Basisdaten
Amtssprachen: Deutsch, Slowenisch[1]
Landeshauptstadt: Klagenfurt am Wörthersee
Größte Stadt: Klagenfurt am Wörthersee
Landeshymne: Kärntner Heimatlied (Dort,
wo Tirol an Salzburg grenzt)
ISO 3166-2: AT-2
K√ľrzel: K
Website: www.ktn.gv.at
Karte: K√§rnten in √Ėsterreich
Liechtenstein Schweiz Bodensee Vorarlberg Tirol Tirol Salzburg Kärnten Burgenland Wien Steiermark Oberösterreich Niederösterreich Italien Slowenien Deutschland Kroatien Slowakei Tschechien UngarnKärnten in Austria.svg
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Politik
Landeshauptmann: Gerhard Dörfler (FPK)
Regierende Parteien: FPK, SP√Ė, √ĖVP
Sitzverteilung im Landtag
(36 Sitze):
FPK 17
SP√Ė 11
√ĖVP 6
Gr√ľne 2
Letzte Wahl: 1. März 2009
Nächste Wahl: März 2014
Bevölkerung
Einwohner: 558.271 (1. J√§nner 2011)[2]
‚Äď Rang: 6. von 9
Bevölkerungsdichte: 59
Geographie
Fläche: 9.535,97 km²
‚Äď davon Land: 9364 km¬≤ (98,2 %)
‚Äď davon Wasser: 172 km¬≤ (1,8 %)
‚Äď Rang: 5. von 9
Geographische Lage: 46¬į 22‚Ä≤‚Äď47¬į 8‚Ä≤ N
12¬į 39‚Ä≤‚Äď15¬į 4‚Ä≤ O
Ausdehnung: Nord‚ÄďS√ľd: 68 km
West‚ÄďOst: 177 km
Höchster Punkt: 3798 m Großglockner
Tiefster Punkt: 348 m Lavam√ľnd
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 2 Statutarstädte
8 Landbezirke
Gemeinden: 132
‚Äď davon Stadtgemeinden: 17
‚Äď davon Marktgemeinden: 40
Karte: Kärnten und Bezirke
Bezirk Feldkirchen Bezirk Hermagor Klagenfurt am Wörthersee Bezirk Klagenfurt-Land Bezirk Sankt Veit an der Glan Bezirk Spittal an der Drau Villach Bezirk Villach-Land Bezirk Völkermarkt Bezirk WolfsbergLage des Kärnten im Bundesland Kärnten (anklickbare Karte)
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K√§rnten (slowenisch KoroŇ°ka) ist ein Bundesland der Republik √Ėsterreich. Landeshauptstadt ist Klagenfurt am W√∂rthersee. K√§rnten ist das s√ľdlichste Bundesland der Republik und grenzt an die Bundesl√§nder Tirol im Westen, Salzburg im Norden und Steiermark im Norden und Osten sowie an Italien und Slowenien im S√ľden.

Inhaltsverzeichnis

Bezeichnung

Es wird angenommen, dass der Name K√§rnten (Karantanien) aus dem Keltischen stammt. Es gibt hierzu zwei Namensdeutungen: Da w√§re ‚Äěcarant‚Äú (‚ÄöFreund, Verwandter‚Äė), was einem Land der Befreundeten entsprechen w√ľrde. Es bezieht sich wahrscheinlich auf einen in der Bronzezeit hier ans√§ssigen Volksstamm.

Demgegen√ľber steht die Bezeichnung K√§rnten von keltisch karanto (‚ÄöStein, Fels‚Äė) her ‚Äď zur selben Wurzel geh√∂ren auch Karnburg, Karawanken und √§hnliche Namen.[3]

Mit Karantanien h√§ngt auch das alte slowenische Korotan zusammen, aus dem das heutige slowenische KoroŇ°ka oder KoroŇ°ko (urspr√ľnglich Adjektiv *korot-sk-), letzteres vor allem in der Lokativverwendung na KoroŇ°kem (‚Äöin K√§rnten‚Äė) abgeleitet wurde.

Symbole

Wappen

Das K√§rntner Wappen ist von Gold und Rot gespalten; vorn sind drei schwarze, rotbezungte und gewaffnete L√∂wen √ľbereinander, hinten ein silberner Balken. Es entstand als Anspruchswappen Herzog Ulrichs III. auf die Babenberger Lande. √úber den Schild mit rot-goldenen Helmdecken ein goldgekt√∂nter Spangenhelm aus dem zwei H√∂rner hervorragen und diese mit je f√ľnf Stangen, links rote und rechts schwarze Herzen h√§ngend, best√ľckt sind.

Das urspr√ľngliche Wappen war ein schwarzer Panther auf Silber.

Flagge

Die Kärntner Flagge ist Gelb-Rot-Weiß und damit als einzige Flagge eines österreichischen Bundeslandes dreifarbig.

Landeshymne

Landeshymne ist das Kärntner Heimatlied. Die ersten drei Strophen entstanden 1822 durch Johann Thaurer Ritter von Gallenstein und wurden 1835 durch Josef Ritter von Rainer-Harbach vertont. Sie beschreiben Kärntner Landschaften. Zur Landeshymne wurde sie 1911 erhoben. 1930 wurde die Hymne nach einem Preisausschreiben um eine vierte Strophe von Agnes Millonig erweitert, die sich auf den Kärntner Abwehrkampf bezieht.

Geographie

→ Hauptartikel: Geographie Kärntens
Gebirgsz√ľge K√§rntens, hellgr√ľn: Becken und gro√üe T√§ler

K√§rnten grenzt im Westen an Osttirol, im Nordwesten an Salzburg, im Nordosten an die Steiermark und im S√ľden an Slowenien sowie die italienischen Regionen Friaul und Venetien. Die Gesamtl√§nge der Grenzen zu den Nachbarstaaten betr√§gt 280 Kilometer. Die Einschn√ľrung des Landesgebietes ungef√§hr in der Mitte auf nur 44 Kilometer ergibt zusammen mit den unterschiedlichen Gel√§ndeformen die Unterteilung in Oberk√§rnten (vom Hochgebirge gepr√§gt) und Unterk√§rnten (vom Klagenfurter Becken gepr√§gt). Im Klagenfurter Becken, das von den √Ėsterreichischen Zentralalpen im Norden und den Karawanken im S√ľden begrenzt wird, liegt die Landeshauptstadt Klagenfurt. Westlich davon liegt der W√∂rthersee. Zusammen mit vielen anderen Seen ist er Zentrum des Sommertourismus.

Das Land wird von mehreren T√§lern durchzogen, von denen die gr√∂√üten das M√∂ll-, das Drau-, das Gail-, das Rosen-, das Jaun- und das Lavanttal sind. Der bedeutendste Fluss K√§rntens ist die Drau. Die Wasserkraftwerke der ehemaligen ‚ÄěDraukraft‚Äú liefern 12 Prozent des Stroms f√ľr ganz √Ėsterreich.

Geologie

Die Lage K√§rntens in den Ostalpen spiegelt sich in einer gro√üen Gesteinsvielfalt und komplexen Lagerungsverh√§ltnissen der Gesteine wider. Folgende gro√ütektonische Einheiten finden sich in K√§rnten: Penninikum, Ostalpin, S√ľdalpin, Terti√§r und Quart√§r.

Penninikum

Das Penninikum ist in K√§rnten durch das Tauernfenster in den Hohen Tauern vertreten. Die aus variszischen Graniten hervorgegangenen Zentralgneise bauen den Sonnblickkern und den Ankogel-Hochalmspitzkern auf. Um sie liegt die Untere Schieferh√ľlle des Alten Daches (vorvariszische Gneise) und die Obere Schieferh√ľlle (metamorphe karbonatische und klastische Sedimente ‚Äď Quarzite, Marmore und B√ľndnerschiefer mit Einschaltungen von aus untermeerischem Vulkanismus herr√ľhrendem Prasinit wie etwa am Gro√üglockner).

Ostalpin

In Kärnten kommen alle Einheiten des Ostalpins vor: Unter-, Mittel- und Oberostalpin.

  • Unterostalpin: Die Matreier Zone ist ein schmaler Gesteinsstreifen und begrenzt das Tauernfenster nach S√ľden. Die Gesteine wurden in der Kreide abgelagert und sp√§ter metamorph √ľberpr√§gt. Auch als Tauernflysch bezeichnet, wird die Matreier Zone manchmal auch zum Tauernfenster gerechnet. Die aus Phylliten aufgebaute Katschbergzone im Bereich der Katschbergfurche begrenzt das Tauernfenster nach Osten.
  • Mittelostalpin: Die mittelostalpinen Gebirge sind √ľberwiegend aus Glimmerschiefern, Paragneisen, Orthogneisen, Amphiboliten, Quarziten, Eklogiten und Marmoren aufgebaut. Sie bauen die Schobergruppe, Kreuzeckgruppe, Teile der Goldeckgruppe, die Ossiacher Tauern, die s√ľdlichen und westlichen Teile der Nockberge sowie Sau- und Koralpe auf. Der √ľberwiegende Teil ist dem Altkristallin zuzurechnen. Im Nockgebiet treten mesozoische Sedimente auf, die als Stangalm-Mesozoikum bezeichnet werden und von der Innerkrems √ľber den Pfannock bis s√ľdlich Bad Kleinkirchheim ziehen.
  • Oberostalpin: Dieser Einheit geh√∂ren die Gurktaler Decke und der Drauzug (Gailtaler Alpen und Nordkarawanken) an. Sie √ľberlagern das Altkristallin. Die Gurktaler Decke besteht aus metamorph √ľberpr√§gten altpal√§ozoischen Sedimenten (Phyllite, Quarzite, Kieselschiefer, Karbonate) sowie aus basischen Vulkaniten (Metatuffe, Diabase, Gr√ľnschiefer). Im Bereich Turracher H√∂he ‚Äď K√∂nigstuhl treten Sedimente des Oberkarbons auf, die reich an pflanzlichen Fossilien sind und lokal Anthrazitkohle enthalten.

Die Gailtaler Alpen und die Nordkarawanken bestehen aus einem kristallinen Grundgebirge (Gailtalkristallin, Eisenkappler Kristallin) und aufgelagerten Sedimenten. Diese reichen in den Gailtaler Alpen vom Perm bis zur Obertrias, in den Karawanken bis in die Unterkreide; sie enthalten in unterschiedlichem Ausmaß karbonatische Gesteine. Eigene Schollen bilden das Karbon von Nötsch und das Dobratsch-Massiv. Die Nordkarawanken nördlich der Periadriatischen Naht bestehen aus permomesozoischen Gesteinen, dem Eisenkappler Diabaszug sowie dem Eisenkappler Altkristallin, Granit und Tonalit.

S√ľdalpin

Zum S√ľdalpin geh√∂ren in K√§rnten die Karnischen Alpen und die S√ľdkarawanken. Sie liegen s√ľdlich der Periadriatischen Naht. Die Karnischen Alpen sind aus √ľberwiegend marinen Sedimenten aus dem j√ľngeren Ordovizium bis zur Trias aufgebaut. Ein tieferes, vorwiegend altpal√§ozisches Stockwerk ist √ľberwiegend aus Sandsteinen (Grauwacken und Quarzite) aufgebaut. Das j√ľngere, h√∂here Stockwerk setzt sich aus quarzreichen Sandsteinen, Tonschiefern und fossilreichen Kalken zusammen und bildet die Auernig- und Rattendorfer Schichten. Die S√ľdkarawanken sind √§hnlich aufgebaut wie die Karnischen Alpen. Das tiefere Stockwerk aus ordovizischen bis karbonischen Gesteinen tritt im Seeberger Aufbruch zutage. Die Hauptkette besteht aus jungpal√§ozoischen Sedimentgesteinen und m√§chtigen marinen Ablagerungen der Trias. Letztere bauen die wichtigsten Massive wie Koschuta, Vertatscha, Hochstuhl und Mittagskogel auf.

Tertiär

Das Zeitalter des Terti√§r war durch die alpidische Gebirgsbildung gepr√§gt. Im Zuge der Faltungsprozesse sanken manche Gebiete ab, es entstand zum Beispiel das Lavanttaler Becken, das mit rund 1000 Meter m√§chtigen Sedimenten gef√ľllt wurde. Dabei entstanden auch die Braunkohlefl√∂ze, die bis 1968 bei St. Stefan abgebaut wurden. Bei Kollnitz nahe St. Paul liegt der einzige Basalt K√§rntens. Im Klagenfurter Becken entstand im Zuge der Erosion der stark gehobenen Karawanken die Sattnitzkonglomerate abgelagert, ebenso die terti√§ren Sedimente des Karawankenvorlandes (B√§rentalkonglomerat).

Quartär

Das Quart√§r war durch die Eiszeiten gepr√§gt. Durch die Gletscherwirkung entstanden die Trogt√§ler und Kare sowie zahlreiche Grund-, End- und Seitenmor√§nen. Schmelzw√§sser lagerten gro√üe Mengen an Sedimenten ab, besonders im Klagenfurter Becken. Auch die Becken der K√§rntner Seen wurden in dieser Zeit ausgesch√ľrft.

Klima

Klimadaten einiger Orte
Station Seehöhe
(m)
Jahresnieder-
schlag (mm)
Temperaturmittel (¬įC) Zeitraum
Jahr Jänner Juli
Sonnblick 3105 1620 ‚ąí5,7 ‚ąí12,5 1,8 1961‚Äď1990
Heiligenblut 1315 857 4,1 ‚ąí5,8 13,9 1977‚Äď1990
Bad Bleiberg 904 1336 5,5 ‚ąí5,3 15,4 1961‚Äď1990
Nassfeld 1525 2121 3,2 ‚ąí4,3 11,8 1961‚Äď1978
Friesach 634 748 6,7 ‚ąí4,7 16,7 1961‚Äď1990
Klagenfurt am W√∂rthersee 447 902 7,6 ‚ąí4,8 18,3 1961‚Äď1990
Sankt Andr√§-Winkling 468 811 7,4 ‚ąí4,3 17,7 1961‚Äď1990

K√§rnten befindet sich in der gem√§√üigten Klimazone Mitteleuropas. Der mediterrane Klimaeinfluss wird meist √ľbersch√§tzt. Auch ist der Alpenhauptkamm zwar eine deutliche Wetterscheide, aber keine Klimascheide. Das Klima wird jedoch durch die Lage nach S√ľden, durch das Relief und andere lokale Gegebenheiten stark modifiziert, so dass das Klima sehr kleinr√§umig strukturiert ist.

Ein wichtiges Ph√§nomen des Klagenfurter Beckens und der angrenzenden T√§ler ist die winterliche Temperaturumkehr. Der Kaltluftsee und damit meist auch die Nebeldecke reicht dabei h√§ufig in H√∂hen bis 1.000 m √ľ. A. Die Temperatur in H√∂henlagen zwischen 1000 und 1400 Metern sind daher oft um 15 ¬įC h√∂her als im Tal. Der K√§rntner K√§ltesee ist der gr√∂√üte der Ostalpen.

Die j√§hrliche Temperaturschwankung betr√§gt in Tallagen meist 20 bis 24 ¬įC, w√§hrend sie in Berglagen nur 14 bis 20 ¬įC betr√§gt.

Der Niederschlag folgt dem mitteleurop√§ischem Muster mit Niederschlagsminima im Winter (Feber) und Maxima im Sommer. In den s√ľdlichen Landesteilen (Gailtal, Gailtaler Alpen, Karawanken) kommt als s√ľdalpisches Element ein zweites Niederschlagsmaximum im Sp√§therbst (Oktober/November) infolge der Adria- beziehungsweise Genua-Tiefs. Der Niederschlag im Sommer erfolgt vielfach √ľber Starkregen, besonders Gewitter. Generell sinken die Jahresniederschlagsmengen von West nach Ost. Die Gebirge im Nordwesten und im S√ľden erhalten besonders hohe Niederschl√§ge (√ľber 2000 mm pro Jahr), w√§hrend die √ľbrigen Landesteile sich im Regenschatten befinden. Trocken sind vor allem die Bereiche Krappfeld (750 mm), G√∂rtschitztal und Unteres Lavanttal (800 mm), aber auch das n√∂rdliche Klagenfurter Becken, das M√∂ll- und Liesertal.

Die Zahl der Tage mit Schneebedeckung betr√§gt im Klagenfurter Becken und den gro√üen T√§lern 75 bis 100 Tage, im Unteren Lavanttal noch weniger. In weiten Teilen der Gebirge liegt sie jedoch √ľber 150 Tagen. Umgekehrt verh√§lt es sich mit der Dauer der Vegetationsperiode (Tage √ľber +5 ¬įC): Sie betr√§gt im Hochgebirge unter 90 Tage, in gro√üen Teilen des Landes 180 bis 220 Tage, im Drautal, im Klagenfurter Becken und im Unteren Lavanttal 220 bis 230 Tage.

Bodennutzung 2003[4]
Kulturart Fläche (ha)
Ackerland 64.621
Haus- und Nutzgärten 388
Obstanlagen 298
Einmähdige Wiesen 3.650
Mehrmähdige Wiesen 76.684
Kulturweiden 11.396
Hutweiden 18.156
Almen und Bergmähder 115.115
Streuwiesen 211
Wald 450.833
Nicht mehr genutztes Gr√ľnland 15.555
anderes Kulturland 285
Gewässer 7.160
andere unproduktive Flächen 85.737

Bodennutzung

57,6 Prozent der Landesfl√§che (5490 km¬≤) sind von Wald bedeckt, rund die H√§lfte davon sekund√§re Fichtenforste. 15,6 Prozent (1500 km¬≤) sind subalpine und alpine waldfreie Vegetation, 19,4 Prozent bilden den agrarischen Hauptarbeitsraum (9,1 Prozent Acker-Gr√ľnlandkomplexe und 10,3 Prozent Wirtschaftsgr√ľnland). 0,31 Prozent sind gr√∂√üere Feuchtbiotope, 5,13 Prozent (490 km¬≤) Siedlungs- und Verkehrsfl√§chen, 1,14 Prozent Wasserfl√§chen, 0,54 Prozent Gletscher und 0,28 Prozent Pistenfl√§chen. Eine detailliertere Darstellung nach agrarischen Gesichtspunkten bietet die Tabelle.

Fauna

In K√§rnten sind rund 15.000 Tierarten bekannt. Die Zusammensetzung der Fauna l√§sst sich durch die Wiederbesiedlung des Gebietes nach der letzten Eiszeit, in der K√§rnten gro√üteils vergletschert war, erkl√§ren. Die erste Welle der Wiederbesiedlung fand durch alpine Faunenelemente statt, die heute in den k√ľhlen Gebirgsregionen beheimatet sind, zum Beispiel Alpenapollo (Parnassius phoebus), Alpenmurmeltier (Marmota marmota) und G√§mse (Rupicapra rupicapra). Vertreter der nordisch-alpinen Fauna, die heute in Skandinavien und in den Alpen vorkommen, sind die Bodenschrecke (Podisma frigida) und der Schneehase (Lepus timidus).

Der größte Teil der Kärntner Fauna ist in den Waldgebieten Europas und Asiens beheimatet (baltische Tierwelt). Diese Arten wanderten ein, als sich Kärnten wieder bewaldete. Typische Vertreter sind Hirschkäfer (Lucanus cervus), das Große Nachtpfauenauge (Saturnia pyri) und die Kreuzotter (Vipera berus).

Vertreter des pontischen Faunenelements aus Osteuropa ist der Balkan-Moorfrosch (Rana arvalis wolterstorffi). Die aus dem Mittelmeergebiet zugewanderten Arten der illyrisch-mediterranen Fauna sind zum Beispiel die Kroatische Gebirgseidechse (Iberolacerta horvathi), die Steinrötel (Monticola saxatilis) und die Sandviper (Vipera ammodytes). Sie haben in Kärnten ihre nördliche Verbreitungsgrenze.

Etwa 150 Tierarten sind in Kärnten endemisch. Einige Beispiele sind Kärntner Schließmundschnecke (Macrogastra badia carinthiaca), Kärntner Rollassel (Armadillidium carinthiacum) und die Kärntner Gebirgsschnecke (Miramella carinthiaca).

In den letzten Jahrzehnten wurden auch etliche Neozoen heimisch. Neben den in Europa weitverbreiteten Arten wie Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss), Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata), Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) oder Rosskastanienminiermotte (Cameraria ohridella) kommen in Kärnten auch seltenere Arten wie die afrikanischen Buntbarsche Hemichromis fasciatus und Hemichromis bimaculatus im Warmbach von Villach oder der Japanische Eichenseidenspinner (Antherea yamamai) vor.

Wirtschaft

Anbau und Ernte von Feldfr√ľchten 2007[5]
Feldfrucht Anbaufläche
(1000 ha)
Ernte
(t)
Ertrag
(dt/ha)
Weizen 2,9 12.923 44,3
Roggen 0,7 2.485 36,4
Gerste 6,0 30.850 51,1
Hafer 0,9 3.353 36,6
Körnermais 17,6 206.984 117,6
Kartoffeln 0,4 10.757 261,6
Klee (insgesamt) 4,9 41.441 84,5
Silo- und Gr√ľnmais
in Gr√ľnmasse
9,3 469.432 504,0
Wechselgr√ľnland (Egart) 11,1 90.655 81,4
Wiesen einmähdig 3,7 14.529 37,5
Wiesen zwei- u.
mehrmähdig
76,7 578.353 75,4

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europ√§ischen Union ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreichte K√§rnten einen Index von 102,1 (EU-25: 100) (2003).[6] Im Jahr 2006 erreichte K√§rnten im Vergleich zum Bruttoinlandsprodukt der Europ√§ischen Union zu Kaufkraftstandards einen Indexwert von 106,0 (EU-27: 100).[7] Zu Marktpreisen entsprach K√§rntens Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Jahr 2004 sogar einem Indexwert von 113,25 vom EU-Durchschnitt (K√§rnten: 24.353,1 Euro, EU-27: 21.502,9 Euro).[8]

Land- und Forstwirtschaft

2007 gab es in Kärnten 18.911 land- und forstwirtschaftliche Betriebe, davon 5.272 im Haupterwerb. Die Anzahl der Betriebe hat sich seit 1945 fast halbiert.[9]

Im Jahr 2008 wurden 34.118 Milchk√ľhe gehalten, die 206.000 Tonnen Milch lieferten. In Summe gab es 193.758 Rinder, 142.224 Schweine sowie 43.344 Schafe und 4.236 Ziegen.[9]

Die Waldfläche beläuft sich in Kärnten auf 505.910 Hektar. 2008 wurden in Summe 2.798.455 Festmeter Holz eingeschlagen, das sind 12,8 Prozent des österreichischen Gesamteinschlags.[9]

Maria Wörth
Bad Kleinkirchheim

Tourismus

Die wichtigste Saison f√ľr den K√§rntner Tourismus ist der Sommer. Zu den bekanntesten Zielen geh√∂ren die gro√üen Seen W√∂rthersee, Millst√§tter See, Ossiacher See und Wei√üensee, aber auch kleinere, wie der Faaker See, Klopeiner See und Pressegger See. In der Sommersaison 2008 (Mai bis Oktober) wurden 9.177.575 √úbernachtungen registriert, zu 60 Prozent im Juli und August. Dies ist ein Plus von 0,9 Prozent gegen√ľber dem Vorjahr. Insgesamt pendelte die √úbernachtungszahl seit 1998 zwischen 9 und 10,3 Millionen. 1980 war der H√∂hepunkt des Sommertourismus mit 16,9 Millionen N√§chtigungen. Rund 20 Prozent der N√§chtigungen entfielen 2008 auf die 128 Campingpl√§tze, ein international gesehen hoher Wert. 85 Prozent aller N√§chtigungen entfielen auf Deutsche (41 Prozent), √Ėsterreicher (37 Prozent) und Niederl√§nder (9 Prozent). Die h√∂chste Tourismusdichte (√úbernachtungen pro Einwohner) verzeichneten die Gemeinden Sankt Kanzian am Klopeinersee, Keutschach am See, Maria W√∂rth und P√∂rtschach.[10]

Der Wintertourismus ist in K√§rnten schw√§cher ausgepr√§gt, aber ein Wachstumssektor. In der Saison 2007/08 (November bis April) wurden 3,7 Millionen √úbernachtungen gez√§hlt, das ist der h√∂chste Wert seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen. Die √úbernachtungen stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent. Nach dem Herkunftsland f√ľhrten die √Ėsterreicher (33 Prozent) vor den Deutschen (30 Prozent) und Ungarn (7 Prozent). Die h√∂chste Tourismusdichte verzeichneten die Gemeinden Bad Kleinkirchheim, Heiligenblut, Rennweg und Mallnitz.[10]

Erwerbstätige und Beschäftigte

Von den 268.200 Erwerbstätigen waren 7 Prozent in der Land- und Forstwirtschaft, 26,6 Prozent in Industrie und Gewerbe sowie 66,4 Prozent im Dienstleistungssektor tätig.

Im Jahresdurchschnitt 2008 gab es in K√§rnten 209.291 unselbst√§ndig Besch√§ftigte, davon rund 47 Prozent Frauen. Die wichtigsten Bereiche waren dabei Sachg√ľtererzeugung (37.062), √Ėffentliche Verwaltung/Sozialversicherung (33.650) und Handel/Reparatur von Kraftfahrzeugen (32.414), die zusammen 49 Prozent der Arbeitnehmer besch√§ftigten. Im Bauwesen gab es 17.059, im Gesundheits- und Sozialwesen 16.168, im Beherbungs- und Gastst√§ttenwesen 13.659 Besch√§ftigte.[11]

Bevölkerung

Gebiete mit slowenischer Bevölkerung:[12]
  • ÔĽŅ05‚Äď10 %
  • ÔĽŅ10‚Äď20 %
  • ÔĽŅ20‚Äď30 %
  • ÔĽŅ0> 30 %
Bevölkerungsentwicklung
Datum Einwohner
31. Dezember 1900 367.324
7. März 1923 370.432
17. Mai 1939 460.946
1. Juni 1951 474.764
21. März 1961 495.226
12. Mai 1971 525.728
12. Mai 1981 536.179
15. Mai 1991 552.421
15. Mai 2001 559.404

Der größte Teil der Bevölkerung Kärntens siedelt im Klagenfurter Becken zwischen Villach und Klagenfurt.

2008 gab es 4718 Lebendgeborene. Der Anteil der unehelich Geborenen lag bei 53,3 Prozent, mit Abstand Spitzenwert in √Ėsterreich. Dem standen 5385 Gestorbene gegen√ľber, was eine Geburtenbilanz von ‚ąí667 ergab. Ein leichtes Bev√∂lkerungswachstum ergab sich durch die positive Wanderungsbilanz von 939 Personen, wobei hier einer Abwanderung ins √ľbrige √Ėsterreich von 675 Personen eine Zuwanderung aus dem Ausland von 1614 Personen gegen√ľberstand. Die Zahl der Einb√ľrgerungen ging 2008 mit 427 Einb√ľrgerungen wiederum stark zur√ľck. Die Bev√∂lkerungsprognose sagt K√§rnten als einzigem Bundesland bis 2050 einen leichten Bev√∂lkerungsr√ľckgang um rund 2 Prozent voraus.[13]

2008 hatten rund 51.700 Personen einen Migrationshintergrund. Davon sind 41.500 Personen im Ausland geboren, 10.200 waren in √Ėsterreich geborene Kinder von im Ausland geborenen Eltern. Der Anteil der Bev√∂lkerung mit Migrationshintergrund liegt in K√§rnten bei 9,3 Prozent der Gesamtbev√∂lkerung, rund die H√§lfte des √Ėsterreich-Wertes von 17,5 Prozent.[14]

Die Mehrheit der Bev√∂lkerung K√§rntens ist deutschsprachig. Im S√ľden des Bundeslandes (vor allem in den Bezirken Villach-Land, Klagenfurt-Land und V√∂lkermarkt) leben Angeh√∂rige der slowenischsprachigen Volksgruppe als anerkannte Minderheit. Die Diskussion √ľber die Volksgruppenrechte (z. B. zweisprachige Ortsschilder) wird sehr emotional gef√ľhrt (siehe hierzu Ortstafelstreit).

Die Anzahl der in K√§rnten lebenden Slowenen ist umstritten. Als Resultat einer im Jahr 1991 durchgef√ľhrten Erhebung in zweisprachigen Pfarren, bei der nach der Umgangssprache der Pfarrangeh√∂rigen gefragt wurde, ergab sich eine Zahl von 50.000 Volksgruppenangeh√∂rigen. Laut Volksz√§hlung von 2001 gaben hingegen 13.225 in √Ėsterreich Geborene Slowenisch als Umgangssprache an,[15] davon 11.119 in K√§rnten mit der Angabe Slowenisch und 535 mit der Angabe Windisch.[16]

Religionen

Religionen
Bekenntnis K√§rnten √Ėsterreich
Katholisch 77,2 % 73,7 %
Evangelisch 10,3 % 4,7 %
Islam 2,0 % 4,2 %
Orthodox 0,8 % 2,2 %
ohne Bekenntnis 7,9 % 12,0 %

Der gr√∂√üte Teil der Bev√∂lkerung bekennt sich zur r√∂misch-katholischen Kirche, der Anteil von Anh√§ngern der evangelischen Kirche ist nach dem Burgenland (13,3 Prozent) in K√§rnten mit 10,3 Prozent der zweith√∂chste in √Ėsterreich.

Die katholische Di√∂zese Gurk ist in ihrem Umfang praktisch deckungsgleich mit dem Bundesland. Der Landespatron von K√§rnten ist der Heilige Josef (19. M√§rz), die Heilige Hemma von Gurk (27. Juni) ist die Landesmutter. Die evangelische Superintendentur K√§rnten und Osttirol betreut die evangelischen Christen Augsburgischen und Helvetischen Bekenntnisses. K√§rnten geh√∂rt zum Sprengel Graz der Islamischen Glaubensgemeinschaft in √Ėsterreich. K√§rntner j√ľdischen Glaubens geh√∂ren zur israelitischen Kultusgemeinde f√ľr Steiermark, K√§rnten und die politischen Bezirke des Burgenlandes Oberwart, G√ľssing und Jennersdorf.

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte Kärntens
Historisches landwirtschaftliches Terrain bei Althofen

In der Antike entstand auf dem Boden des heutigen Bundeslands K√§rnten mit dem Noricum ein erstes Staatengebilde, das sp√§ter in der r√∂mischen Provinz Regnum Noricum aufging. Am Magdalensberg auf dem Zollfeld sowie in Teurnia im Lurnfeld befanden sich damals die Zentren der Provinz. Nachdem die Slawen die R√∂mer um das Jahr 600 vertrieben und einen eigenen Staat Karantanien gebildet hatten, gewannen nach und nach auch baierische beziehungsweise fr√§nkische Einfl√ľsse in K√§rnten an Gewicht. Von 743 bis 907 herrschten fr√§nkische K√∂nige und Kaiser √ľber das Gebiet, anschlie√üend wurde K√§rnten wieder ein Teil des Herzogtums Baiern.

976 begann eine Phase der Eigenst√§ndigkeit des Herzogtums K√§rnten, die bis 1335 andauerte; in diese Zeit fallen zahlreiche Klostergr√ľndungen sowie der Bau von Schl√∂ssern und Befestigungsanlagen. Kaiser Ludwig der Bayer √ľbertrug 1335 K√§rnten an die Habsburger, die es mit √Ėsterreich, Steiermark und Krain vereinigten.

In der darauf folgenden Zeit bis ins 18. Jahrhundert hinein wurde K√§rnten zun√§chst durch die T√ľrkenkriege, Bauernaufst√§nde und durch die Folgen von Reformation und Gegenreformation in Mitleidenschaft gezogen. Unter Maria Theresia kam es Ende des 18. Jahrhunderts zu Reformen, die die Macht der St√§nde beschnitten und den Bauern das Recht an ihrem Besitz zusicherten, allerdings verlor K√§rnten auch seine administrative Selbst√§ndigkeit. Einen erneuten R√ľckschlag in der Entwicklung des Landes hatten die Koalitionskriege ab 1797 zur Folge, wodurch schlie√ülich 1809 ganz Oberk√§rnten an Frankreich fiel. Schon 1813 wurde das Land wieder befreit und einem habsburgischen K√∂nigreich Illyrien unterstellt.

Nach dem Revolutionsjahr 1848 erlangte K√§rnten im Jahr 1849 die Selbstst√§ndigkeit und Landeseinheit zur√ľck und war von 1867 bis 1918 Herzogtum in der westlichen Reichsh√§lfte √Ėsterreich-Ungarns. Nachdem im Zuge der Aufl√∂sung des Habsburger Vielv√∂lkerreiches nach dem Ersten Weltkrieg am 21. Oktober 1918 die Provisorische Nationalversammlung f√ľr Deutsch√∂sterreich zusammengetreten war, beschloss am 11. November 1918 die Vorl√§ufige Landesversammlung von K√§rnten die Konstituierung des Landes K√§rnten sowie den Beitritt K√§rntens zum Staat Deutsch√∂sterreich.[17] Nach Gebietsverlusten von Raibl und dem Kanaltal (445 km¬≤[18]) an Italien und Mie√ütal, Unterdrauburg und der Gemeinde Seeland im Kankertal (331 km¬≤[18]) an den neuen SHS-Staat und nach dem demokratisch gew√§hrleisteten Erhalt von S√ľdk√§rnten nach der Volksabstimmung vom 10. Oktober 1920 ist K√§rnten in den im Friedensvertrag von Saint Germain festgelegten Grenzen ein Land der Republik √Ėsterreich.

Politik

Die Legislative des Bundeslandes K√§rnten besteht aus einem Einkammer-Parlament, dem K√§rntner Landtag, mit 36 Abgeordneten, die f√ľr eine Legislaturperiode von f√ľnf Jahren gew√§hlt werden. Den Vorsitz in den Sitzungen f√ľhrt einer der drei vom Landtag gew√§hlten Landtagspr√§sidenten. Sitz des Landtages ist das Landhaus Klagenfurt. Die Landtagswahl vom 1. M√§rz 2009 ergab f√ľr das BZ√Ė 17, die SP√Ė 11, die √ĖVP 6 und die Gr√ľnen 2 Mandate.[19]

Die Exekutive besteht aus einer Konzentrationsregierung (Landesregierung) unter dem Vorsitz des Landeshauptmanns von K√§rnten. Jede Fraktion des Landtages (ab einer bestimmten St√§rke) ist in der Landesregierung vertreten. Die Wahl erfolgt durch den Landtag, wobei der Wahlmodus f√ľr den Landeshauptmann dem Mehrheitswahlrecht entspricht, die der √ľbrigen Regierungsmitglieder dem Verh√§ltniswahlrecht. Die K√§rntner Landesregierung besteht aus sieben Mitgliedern (dem Landeshauptmann, zwei Landeshauptmann-Stellvertretern und vier Landesr√§ten). Die Landesregierung D√∂rfler II ist zurzeit (Stand: 28. Mai 2010[20]) folgenderma√üen zusammengesetzt:

Landtagswahlen Kärnten 2009

Auf Gemeindeebene werden die B√ľrgermeister direkt gew√§hlt.

Kultur

Literatur

K√§rnten hat in den letzten Jahrzehnten etliche Schriftsteller von internationalem Rang hervorgebracht. Im fr√ľhen 20. Jahrhundert erlangten Josef Friedrich Perkonig, Dolores Vies√®r und Gerhart Ellert einige Bekanntheit.

Nach dem Zweiten Weltkrieg traten zun√§chst die Lyriker Ingeborg Bachmann, Michael Guttenbrunner und Christine Lavant hervor. Ihnen folgten Peter Handke, Gert Jonke, Josef Winkler und Peter Turrini nach. Sie setzten sich unter anderem recht kritisch mit ihrer Heimat auseinander, wie Josef Winkler in seiner Trilogie Das wilde K√§rnten. Weitere wichtige Vertreter der K√§rntner Literatur sind u. a. Janko Messner, Lydia Mischkulnig, Werner Kofler, Janko Ferk, Antonio Fian und Florjan LipuŇ°.

Die wichtigsten Verlage sind Johannes Heyn, Carinthia und die K√§rntner Druck- und Verlagsgesellschaft. Slowenische Literatur wird vor allem von den K√§rntner Verlagen Mohorjeva/Hermagoras, Drava und dem von Lojze Wieser gegr√ľndeten Wieser-Verlag gef√∂rdert.

Die bedeutendste Literaturveranstaltung K√§rntens sind die Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt, in deren Rahmen wird unter anderem der Ingeborg-Bachmann-Preis vergeben wird, die seit 1977 j√§hrlich stattfinden und besonders j√ľngere Autoren f√∂rdern. Der Ingeborg-Bachmann-Preis gilt als eine der wichtigsten literarischen Auszeichnungen im deutschsprachigen Raum.

Bildende Kunst

Im fr√ľhen 20. Jahrhundert war der N√∂tscher Kreis mit den Malern Sebastian Isepp, Franz Wiegele, Anton Kolig und Anton Mahringer mit seiner europ√§ischen Ausrichtung t√§tig. Nur lose mit dem Kreis verbunden war der Maler Herbert Boeckl. Eine kunstpolitische Kontroverse war der Streit um die Kolig-Fresken im Klagenfurter Landhaus ab 1931, die in der Abschlagung der Fresken 1938 endete. In der Architektur ist Gustav Gugitz, der Erbauer des Landesmuseums zu nennen, w√§hrend die W√∂rthersee-Architektur mit den Villen und Hotels vornehmlich von Wiener Architekten gepr√§gt ist. F√ľr seine Holzschnitte bekannt ist Switbert Lobisser. Holzschnitte und Gem√§lde, vor allem seiner Bleiburger Wahlheimat fertigte Werner Berg.

Kiki-Kogelnik-Brunnen neben dem Landhaus

Nach 1945 leiteten Maria Lassnig, Hans Staudacher und Hans Bischoffshausen einen radikalen Neubeginn ein. Wichtige St√§tten waren und sind der K√§rntner Kunstverein, die Galerie Hildebrand, das N√∂tscher-Kreis-Museum sowie das 2003 er√∂ffnete Museum Moderner Kunst K√§rnten. Zwei √∂ffentlichkeitswirksame ‚ÄěKunstskandale‚Äú waren 1950 die Fresken von Giselbert Hoke im Hauptbahnhof Klagenfurt sowie 1998 die Neugestaltung des Sitzungszimmers im Landhaus durch Anton Koligs Enkel, Cornelius Kolig.

Ein von Kiki Kogelnik entworfener Brunnen steht nahe dem Landhaus. Weitere bildende K√ľnstler sind Valentin Oman, Bruno Gironcoli, Meina Schellander und Karl Brandst√§tter. Der Architekt G√ľnther Domenig hat in K√§rnten das Steinhaus am Ossiacher See, den Bau f√ľr die Landesausstellung in H√ľttenberg und den Zubau f√ľr das Stadttheater Klagenfurt entworfen.[21]

Verwaltungsgliederung

Kärnten ist in acht politische Bezirke und zwei Statutarstädte gegliedert. Neben den beiden Statutarstädten Klagenfurt und Villach gibt es noch weitere 130 Gemeinden.

Politische Bezirke in Kärnten
Neues Verwaltungszentrum des Landes Kärnten in Klagenfurt
Bezirk bzw. Statutarstadt Kfz-
Kennz.
Fläche Einwohner
(1. Januar 2011)[22]
Gemeinden
gesamt
davon
Städte Markt-
gemeinden
Klagenfurt am W√∂rthersee K 120,11 km¬≤ 94.303 1 1 ‚Äď
Bezirk Klagenfurt-Land KL 765,59 km¬≤ 58.447 19 1 5
Bezirk Feldkirchen FE 558,56 km¬≤ 30.376 10 1 ‚Äď
Bezirk Hermagor HE 808,02 km¬≤ 18.892 7 1 2
Bezirk Sankt Veit SV 1493,67 km¬≤ 56.512 20 4 9
Bezirk Spittal SP 2763,99 km¬≤ 78.842 33 3 10
Villach VI 134,89 km¬≤ 59.285 1 1 ‚Äď
Bezirk Villach-Land VL 1009,33 km¬≤ 64.719 19 ‚Äď 10
Bezirk V√∂lkermarkt VK 907,49 km¬≤ 42.526 13 2 3
Bezirk Wolfsberg WO 973,79 km¬≤ 54.369 9 3 4

Siehe auch: Liste der politischen Bezirke von Kärnten

Die nach Einwohnerzahl und Fläche zehn größten Städte und Gemeinden Kärntens sind:

Stadt/Gemeinde Einwohner
1. Januar 2011
Klagenfurt am Wörthersee 94.303
Villach 59.285
Wolfsberg 25.126
Spittal an der Drau 15.769
Feldkirchen 14.276
Sankt Veit 12.728
Völkermarkt 11.221
Sankt Andrä 10.332
Velden 8.835
Finkenstein 8.509
Stadt/Gemeinde Bezirk Fläche
Wolfsberg WO 278,31 km²
Malta SP 261,77 km¬≤
Metnitz SV 223,14 km¬≤
Krems SP 207,11 km¬≤
Eisenkappel-Vellach VK 198,84 km¬≤
Heiligenblut SP 193,50 km¬≤
Rei√üeck SP 139,83 km¬≤
V√∂lkermarkt VK 137,33 km¬≤
Villach VI 134,89 km¬≤
H√ľttenberg SV 134,52 km¬≤

Siehe auch

 Portal:K√§rnten ‚Äď √úbersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema K√§rnten

Literatur

  • Wilhelm Deuer, Johannes Grabmayer: Transromanica. Auf den Spuren der Romanik in K√§rnten. Heyn, Klagenfurt 2008, ISBN 978-3-7084-0302-1.
  • Alexander Sattmann: K√§rnten verstehen. Leykam, Graz 2006, ISBN 3-7011-7566-7.
  • Amt der K√§rntner Landesregierung (Hrsg.): Statistisches Handbuch des Landes K√§rnten. 50. Jahrgang 2005: Daten 2004. Heyn, Klagenfurt 2005, ISBN 3-7084-0176-X.
  • Wolf Bachmann: Urlaub in K√§rnten. Langen M√ľller, M√ľnchen 1983, ISBN 3-7844-1927-5.
  • Institut f√ľr √Ėsterreichische Kunstforschung des Bundesdenkmalamtes (Hrsg.): Dehio-Handbuch Die Kunstdenkm√§ler √Ėsterreichs. K√§rnten. 3. Auflage. Schroll, Wien 2001, ISBN 3-7031-0712-X.
  • Paul Mildner, Helmut Zwander (Hrsg.): K√§rnten ‚Äď Natur. Die Vielfalt eines Landes im S√ľden √Ėsterreichs. 2. Auflage. Verlag des Naturwissenschaftlichen Vereins f√ľr K√§rnten, Klagenfurt 1999, ISBN 3-85328-018-8.
  • Herbert StejŐąskal (Hrsg.): K√§rnten. Geschichte und Kultur in Bildern und Dokumenten. Universit√§tsverlag Carinthia, Klagenfurt 1985, ISBN 3-85378-220-5.

Weblinks

 Commons: K√§rnten ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: K√§rnten ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ‚ÜĎ Nur in Gemeinden mit einem slowenischen Bev√∂lkerungsanteil von mehr als 10 Prozent ist die slowenische Sprache Amtssprache. Siehe auch: Entscheidungstext des Verwaltungsgerichtshofes (VwGH) zu slowenisch als Amtssprache. In: RIS ‚Äď Verwaltungsgerichtshof ‚Äď Entscheidungstext 2002/18/0152.
  2. ‚ÜĎ Statistik Austria - Bev√∂lkerung zu Jahres- und Quartalsanfang
  3. ‚ÜĎ Heinz Dieter Pohl: K√§rnten ‚Äď deutsche und slowenische Namen. Hermagoras, Klagenfurt 2000, S. 84f., 87 sowie 118.
  4. ‚ÜĎ Statistik Austria (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch √Ėsterreich 2010. 2010, Struktur und Produktionsgrundlagen der Landwirtschaft, S. 215.
  5. ‚ÜĎ Statistik Austria (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch √Ėsterreich 2010. 2010, Pflanzliche Produktion, S. 319‚Äď320.
  6. ‚ÜĎ Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25
  7. ‚ÜĎ Regional gross domestic product (PPS per inhabitant in % of the EU-25 average). Eurostat, abgerufen am 13. Dezember 2009.
  8. ‚ÜĎ EU-Regionen und der Wettbewerb um Innovation. Regionales Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf. Statistisches Bundesamt Deutschland, April 2007, abgerufen am 13. Dezember 2009.
  9. ‚ÜĎ a b c Amt der K√§rntner Landesregierung: Statistisches Handbuch des Landes K√§rnten. 54. Jahrgang 2009: Daten 2008. Heyn, Klagenfurt 2009, ISBN 978-3-7084-0371-7, S. 102‚Äď120.
  10. ‚ÜĎ a b Amt der K√§rntner Landesregierung: Statistisches Handbuch des Landes K√§rnten. 54. Jahrgang 2009: Daten 2008. Heyn, Klagenfurt 2009, ISBN 978-3-7084-0371-7, S. 178‚Äď205.
  11. ‚ÜĎ Statistik Austria (Hrsg.): Statistisches Jahrbuch √Ėsterreich 2010. 2010, Besch√§ftigung und Arbeitsmarkt, S. 188, 191.
  12. ‚ÜĎ Volksz√§hlung 2001
  13. ‚ÜĎ Amt der K√§rntner Landesregierung: Statistisches Handbuch des Landes K√§rnten. 54. Jahrgang 2009: Daten 2008. Heyn, Klagenfurt 2009, ISBN 978-3-7084-0371-7, S. 25‚Äď72.
  14. ‚ÜĎ Statistik Austria, √Ėsterreichischer St√§dtebund (Hrsg.): √Ėsterreichs St√§dte in Zahlen 2009. Statistik Austria, Wien 2009, ISBN 978-3-902703-25-5, S. 90.
  15. ‚ÜĎ Statistik Austria
  16. ‚ÜĎ Statistik Austria (Publikationen): Volksz√§hlung 2001. Hauptergebnisse K√§rnten I. Verlag √Ėsterreich GmbH., Wien 2003, S 82. ISBN 3-901400-81-8 (PDF Download)
  17. ‚ÜĎ Herwig Valentin: K√§rnten 1918‚Äď1920. Daten und Fakten zur Zeitgeschichte. K√§rntner Verwaltungsakademie, Klagenfurt o.J. (2001), S.3
  18. ‚ÜĎ a b Stichwort K√§rnten. Encyclop√¶dia Britannica. Ultimate Reference Suite. Chicago 2010.
  19. ‚ÜĎ Endergebnis der Landtagswahl auf der Seite des Landes K√§rnten
  20. ‚ÜĎ K√§rntner Landesregierung auf der Seite des Landes K√§rnten, abgerufen 28. Mai 2010.
  21. ‚ÜĎ Die Schilderung des 20. Jahrhunderts, besonders die Auswahl der K√ľnstler folgt: Hellwig Valentin: Der Sonderfall. K√§rntner Zeitgeschichte 1918‚Äď2004. Mohorjeva/Hermagoras, Klagenfurt/Celovec, Ljubljana, Wien 2005, ISBN 3-7086-0108-4, S. 112‚Äď114, 309‚Äď314.
  22. ‚ÜĎ Statistik Austria - Bev√∂lkerung zu Jahres- und Quartalsanfang

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