Königreich beider Sizilien

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Königreich beider Sizilien
Regno delle Due Sicilie
Königreich beider Sizilien
1816 ‚Äď 1861
Flag of the Kingdom of the Two Sicilies (1738).svg
Coat of arms of the Kingdom of the Two Sicilies.svg
Amtssprache Italienisch
Hauptstadt Neapel
Staatsform Absolutismus (1816‚Äď1848)
Konstitutionalismus (1848‚Äď1861)
Staatsoberhaupt und Regierungschef König
Ferdinand I. (1816‚Äď1825)
Franz I. (1825‚Äď1830)
Ferdinand II. (1830‚Äď1859)
Franz II. (1859‚Äď1860)
Fläche 111.900 (1860) km²
Einwohnerzahl 8.703.000 (1860)
Bevölkerungsdichte 77,8 Einwohner pro km²
Unabhängigkeit 1816 bis 1861
Das Königreich beider Sizilien
Das Königreich beider Sizilien

Das K√∂nigreich beider Sizilien (italienisch Regno delle Due Sicilie) entstand am 8. Dezember 1816 durch staatsrechtliche Vereinigung zweier bis dahin nur in Personalunion verbundenen K√∂nigreiche, die beide aus historischen Gr√ľnden offiziell die Bezeichnung "K√∂nigreich Sizilien" trugen. W√§hrend das eine ("Regno di Sicilia ulteriore") im Wesentlichen mit der Insel Sizilien identisch war (Hauptstadt: Palermo), umfasste das andere ("Regno di Sicilia citeriore") das unteritalienische Festland mit der Hauptstadt Neapel, weshalb dieses "Festland-Sizilien" zur besseren Unterscheidung auch als K√∂nigreich Neapel bezeichnet wird.

Das Königreich beider Sizilien umfasste somit ganz Unteritalien und war der größte der italienischen Teilstaaten, allerdings auch der wirtschaftlich ärmste. Die Staatsform war seit 1816 die der absoluten Monarchie; erst am 29. Januar 1848 erhielt das Königreich eine konstitutionelle Verfassung.

Das K√∂nigreich beider Sizilien bestand bis 1860, als es von Freisch√§rlern unter F√ľhrung von Giuseppe Garibaldi erobert und mit dem neu geschaffenen K√∂nigreich Italien vereint wurde (Risorgimento). Der letzte K√∂nig Franz II. kapitulierte am 13. Februar 1861.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Hoch- und Spätmittelalter

Ab 1061 eroberten normannische Krieger die seit 827 von den Sarazenen beherrschte Insel Sizilien. Der Eroberer Roger I. wurde zum Grafen von Sizilien und Kalabrien. Sein Sohn Roger II. erbte dazu noch das Herzogtum Apulien und das F√ľrstentum Tarent. 1131 wurde daraus das K√∂nigreich Sizilien. Durch weitere Eroberungen konnte Roger II. seinen Herrschaftsbereich √ľber ganz Unteritalien bis zum Kirchenstaat ausdehnen.

Das bis dahin normannische Königreich Sizilien fiel 1194 an den Staufer Heinrich VI., der 1186 Konstanze von Sizilien geheiratet hatte, die Tochter des Normannenkönigs Roger II. von Sizilien und Tante und Erbin des letzten Normannenkönigs Wilhelm II. Konkurrierende Gegenkönige aus der normannischen Herrscherfamilie wurden schließlich mit militärischer Gewalt beseitigt.

Als 1197 Heinrich VI. √ľberraschend mit 32 Jahren starb, √ľbernahm Konstanze die Herrschaft √ľber das sizilianische K√∂nigreich als Regentin f√ľr ihren Sohn. Dieser war als Friedrich II. bereits im Alter von zwei Jahren 1196 auch zum deutschen K√∂nig gew√§hlt worden, wurde aber nach dem Tod seines Vaters als solcher nicht mehr anerkannt. 1212 wurde er auf Betreiben des Papstes (Innozenz III.) dann doch noch deutscher K√∂nig, zun√§chst als Gegenk√∂nig zu Otto IV., 1220 zum Kaiser gekr√∂nt. Friedrich II. (Friedrich I. von Sizilien) hielt sich aber nur selten auf deutschem Boden auf, sondern regierte sein Reich von S√ľditalien aus. Im Gegensatz zum (langobardischen) K√∂nigreich Italien n√∂rdlich des Kirchenstaates, wurde das K√∂nigreich Sizilien nie Teil des Heiligen R√∂mischen Reiches Deutscher Nation.

Infolge des sich versch√§rfenden Konflikts zwischen der Staufer-Dynastie und dem Papsttum wurde 1265 der franz√∂sische Prinz Karl von Anjou durch Papst Clemens IV. auf den sizilianischen Thron gehoben. Karls Macht√ľbernahme erfolgte 1266 durch dessen Sieg √ľber den Stauferk√∂nig Manfred, der Sizilien zun√§chst als Regent f√ľr seinen unm√ľndigen und abwesenden Neffen Konrad II. (der kleine Konrad = Konradin) verwaltet, dann aber selbst die K√∂nigsw√ľrde angenommen hatte. Als letzter Staufer, der Anspruch auf den sizilianischen Thron erhob und darum k√§mpfte, wurde Konradin 1268 gefangengenommen und von seinem Gegner bei Neapel hingerichtet. Anders als in Neapel, das den Schwerpunkt der Anjou-Herrschaft bildete, wurde die franz√∂sische Herrschaft auf Sizilien schon nach wenigen Jahren durch die Volkserhebung von 1282 ("Sizilianische Vesper") beseitigt, die stattdessen Peter III. von Aragon, einen Schwiegersohn des Stauferk√∂nigs Manfred, auch zum K√∂nig der Insel erhob. Das alte normannisch-staufische K√∂nigreich war seither - trotz wechselseitiger Herrschaftsanspr√ľche - faktisch in das aragonesische K√∂nigreich von Sizilien und das durch die Anjou regierte K√∂nigreich Neapel geteilt. Im Frieden von Caltabellota 1302 erkannte der aragonesische K√∂nig Friedrich II. von Sizilien und der angevinische K√∂nig Karl II. von Neapel die Herrschaft des jeweils Anderen an, wobei jedoch f√ľr die Insel die antike Bezeichnung "Trinacria" gew√§hlt wurde, w√§hrend der Titel "K√∂nig von Sizilien" mit der neapolitanischen Herrschaft verbunden blieb, womit es nun zwei K√∂nigreiche mit Namen Sizilien gab.

Eine kurze "Wiedervereinigung" erfolgte von Sizilien aus, als 1442 der aragonesisch-sizilianische K√∂nig Alfons V. (1416-1458) auch das K√∂nigreich Neapel unter seine Herrschaft brachte. Mit Alfons' Tod l√∂ste sich diese s√ľditalienische Personalunion wieder auf, da der aragonesische Thronerbe Johann II. (1458-1479) lediglich in Sizilien, nicht aber in Neapel anerkannt wurde, wo mit Ferdinand (Ferrante, 1458-1494) ein unehelicher Sohn Alfons' V. die Herrschaft an sich riss. Dessen Nachfahren verloren jedoch Neapel 1495 zuerst an den franz√∂sischen K√∂nig Karl VIII., der alte Anjou-Thronrechte f√ľr sich reklamierte, sodann am Ende der dadurch ausgel√∂sten Kriege 1501/04 an K√∂nig Ferdinand V. von Aragon und Sizilien (1479-1516).

Fr√ľhe Neuzeit

Durch die dynastische Verbindung 1494 der Habsburger mit den Häusern Aragon und Kastilien fielen 1516 auch Neapel und Sizilien an Karl V.

Mit dem Aussterben der spanischen Habsburger 1700 gerieten Neapel und Sizilien in die Wirren des Spanischen Erbfolgekriegs. Nach anf√§nglicher Herrschaft der nun in Spanien regierenden Bourbonen wurde Mittelitalien 1707/08 von √Ėsterreich besetzt, dessen habsburgische Linie ebenfalls Anspruch auf das K√∂nigreich erhob.

Die Friedensschl√ľsse von 1713/14 (Rastatt/Utrecht) belie√üen das K√∂nigreich Neapel bei √Ėsterreich, wiesen hingegen das K√∂nigreich Sizilien Viktor Amadeus von Savoyen zu, der dieses aber 1720 mit den Habsburgern gegen Sardinien eintauschte. Bis 1737 wurde Sizilien nun von √Ėsterreich regiert.

Im Polnischen Thronfolgekrieg wurden die √Ėsterreicher hier von spanischen Truppen bedr√§ngt, die die Anspr√ľche des Herzogs von Parma und spanischen Infanten Karl auf Neapel und Sizilien st√ľtzten und 1734 bei Bitonto siegten.

Infant Karl aus dem Haus Bourbon regierte beide Sizilien von 1735 bis 1759, bis er K√∂nig von Spanien wurde. Er war seit √ľber 230 Jahren der erste K√∂nig von Neapel und Sizilien, der pers√∂nlich dort lebte und regierte. Herrschaftszentrum wurde bzw. blieb Neapel, das von den neuen Bourbonen-K√∂nigen prachtvoll ausgebaut wurde, w√§hrend Sizilien einen zweitrangigen und halbkolonialen Status beibehielt. N√∂rdlich von Neapel lie√ü Karl in Caserta den Bau einer barocken Planstadt beginnen und sah vor, den Regierungssitz in den Palast von Caserta zu verlegen. Mit aufgekl√§rten, insb. gegen den Einfluss der katholischen Kirche gerichteten Reformen, versuchte Karl den relativ schwachen Staat wieder aufzurichten.

Als dieser durchsetzungsstarke Monarch 1759 K√∂nig von Spanien wurde, musste er - da diese Krone gem√§√ü internationaler Vertr√§ge mit Neapel-Sizilien nicht vereinigt werden durfte - sein bisheriges Reich an seinen j√ľngeren Sohn Ferdinand IV. (1759-1825) abtreten, der die Nebenlinie der sizilianischen Bourbonen begr√ľndete. Diese wurde durch die Heirat von Ferdinand IV. und Maria Karolina von √Ėsterreich, einer Tochter von Kaiserin Maria Theresia von √Ėsterreich, am 12. Mai 1768 mit den √∂sterreichischen Habsburgern verbunden. Dominierte zun√§chst der doppelte Einfluss der Gro√üm√§chte Spanien und √Ėsterreich, geriet Neapel-Sizilien - insbesondere im Zuge der franz√∂sischen Revolutionskriege ab 1792 - immer st√§rker in direkte Abh√§ngigkeit von der Seemacht Gro√übritannien, um sich der neuen europ√§ischen Vormacht Frankreich zu erwehren.

Französische Revolutionszeit

1799 wurde die Bourbonen-Herrschaft im Teilk√∂nigreich Neapel durch revolution√§re franz√∂sische Truppen beendet, die dort gemeinsam mit s√ľditalienischen Anh√§ngern der Revolution die Parthenop√§ische Republik etablierten. Der unter britischem Schutz in seine sizilianische Hauptstadt Palermo gefl√ľchtete K√∂nig wurde jedoch durch den baldigen R√ľckzug der Franzosen und einen blutigen antirevolution√§ren Aufstand der Landbev√∂lkerung unter F√ľhrung des Kardinals Fabrizio Ruffo in Neapel zur√ľck an die Macht gebracht. Zahlreiche einheimische Revolution√§re wurden daraufhin hingerichtet. Der grausame antirevolution√§re Furor der sizilianischen Bourbonen - namentlich der habsburgischen K√∂nigin Maria Carolina - hat sich kolportagehaft um 1900 noch in der Puccini-Oper Tosca in Gestalt des schurkischen bourbonischen Polizeichefs Baron Scarpia niedergeschlagen.

1806 eroberte der franz√∂sische Kaiser Napoleon I. Neapel zum zweiten Mal. In enger Abh√§ngigkeit von Frankreich entstand das Bonapartiden-K√∂nigreich Neapel, zun√§chst unter der Herrschaft von Napoleons Bruder Joseph Bonaparte, der 1808 ins ebenfalls eroberte Spanien wechselte, danach unter Napoleons Schwager Joachim Murat, der sich in Neapel nach Napoleons erstem Sturz 1814 durch rechtzeitigen Seitenwechsel weiter halten konnte, 1815 jedoch - nunmehr auf Seiten des zur√ľckgekehrten, aber bei Waterloo entscheidend geschlagenen Napoleon - sein Reich und wenig sp√§ter sein Leben verlor.

Bourbonische Restauration und Konflikt mit Habsburg

In der Zwischenzeit hatte der Bourbone Ferdinand unter dem Schutz der britischen Flotte sein Teil-K√∂nigreich Sizilien behauptet, dort jedoch aufgrund wachsender innenpolitischer Mitbestimmungs-Forderungen des Adels und aufgrund massiven britischen Drucks 1812 eine Verfassung und ein modernes Parlament gew√§hren m√ľssen. Nach der Wiederinbesitznahme Neapels 1815 tat der Bourbonenk√∂nig im Kontext allgemeiner europ√§ischer Reaktionspolitik unter F√ľhrung √Ėsterreichs und Russlands daher alles, um diese erzwungenen liberalen Zugest√§ndnisse wieder r√ľckg√§ngig zu machen. Als er mit internationaler Zustimmung Neapel und Sizilien 1816 zum K√∂nigreich beider Sizilien (Regno delle Due Sicilie) vereinigte und sich fortan K√∂nig Ferdinand I. beider Sizilien nannte, hatte er mit dieser staatlichen Vereinigung vor allem die Abschaffung der eigenst√§ndigen sizilianischen Verfassung und des dortigen Parlaments zum Ziel.

Durch diese aufgezwungene Staatseinigung, die zudem antikonstitutionell und reaktion√§r war, wurde jedoch der Widerstandsgeist und Separatismus auf Sizilien in der Folge immer wieder angefacht. Als es 1820 in Neapel zu einem Milit√§rputsch kam, der Ferdinand zur Gew√§hrung einer Verfassung f√ľr den Gesamtstaat beider Sizilien zwang (die schon 1821 durch eine international gebilligte √∂sterreichische Milit√§r-Intervention wieder beseitigt wurde), schloss sich Sizilien den neapolitanischen Liberalen nicht an, sondern k√§mpfte f√ľr die Wiederherstellung seiner Eigenstaatlichkeit und der eigenen Verfassung von 1812, was - neben der Kompromisslosigkeit der neapolitanischen F√ľhrer - zum Scheitern beider Revolutionen erheblich beitrug. √Ąhnliches wiederholte sich 1848: Zun√§chst zwang ein von Francesco Crispi initiierter Aufstand in Palermo den sizilianischen K√∂nig Ferdinand II. (1830-1859), um √Ąhnliches in Neapel zu vermeiden, zur Gew√§hrung einer Verfassung f√ľr seinen Gesamtstaat, doch eine weitere revolution√§re Eskalation auf Sizilien, das sich f√ľr v√∂llig unabh√§ngig und die Bourbonen f√ľr abgesetzt erkl√§rte, erm√∂glichte dem K√∂nig zun√§chst in Neapel, dann auch auf Sizilien eine brutale milit√§rische Niederschlagung aller Opposition. Wegen der r√ľcksichtslosen Beschie√üung Palermos durch neapolitanische Kriegsschiffe erhielt Ferdinand II. den Schimpfnamen "Re Bomba" (K√∂nig Kanonenkugel), unter den europ√§ischen Liberalen - namentlich in Gro√übritannien - wurde sein Regime seither als finsterste Gewaltherrschaft angeklagt. Das f√ľhrte in der entscheidenden Krise von 1859/61 dazu, dass Sizilien der italienischen Einheitsbewegung au√üenpolitisch v√∂llig isoliert gegen√ľberstand.

Im Juli 1831 tauchte eine Vulkaninsel im Golf von Sizilien auf, die nach dem König von Neapel Ferdinandea benannt wurde und zum Zankapfel zwischen dem Königreich und England zu werden drohte. Bevor jedoch ernsthafte Auseinandersetzungen ausbrachen, verschwand die Insel wieder infolge der Brandung des Mittelmeeres unter die Meeresoberfläche.

Flagge von 1848 bis 1849

Zun√§chst beseitigte 1859 der Verlauf des franz√∂sisch-sardinisch-√∂sterreichischen Krieges die bisherige √∂sterreichische Herrschaft in Ober- und Mittelitalien, was 1860 zum Anschluss aller bisherigen italienischen Staaten (au√üer einem verkleinerten Kirchenstaat und au√üer Sizilien) an das K√∂nigreich Sardinien f√ľhrte. In dieser Krise, die den 1849 von √Ėsterreich noch einmal wiederhergestellten reaktion√§ren Status quo in Italien v√∂llig zerschlug, blieb das s√ľditalienische K√∂nigreich beider Sizilien unter dem jungen K√∂nig Franz II. (1859-1861) neutral, ohne zu erkennen, dass h√∂chstens eine rasche Anpassung an die liberal-nationalen Tendenzen eine Eigenstaatlichkeit vielleicht noch h√§tte retten k√∂nnen. Angebote des nun √ľberm√§chtigen Sardinien zum friedlichen Anschluss an die entstehende konstitutionell-liberale Monarchie Italien lehnte der letzte Bourbone ab, innenpolitische Zugest√§ndnisse desselben kamen zu sp√§t, blieben halbherzig und fanden angesichts der Unzuverl√§ssigkeit seiner Vorfahren wohl auch kaum Vertrauen.

Risorgimento

Königreich beider Sizilien, 1860 bis 1861
Franz II., der letzte König beider Sizilien

Als eine in Sardinien aufgestellte Freischar, der Zug der Tausend, unter F√ľhrung des Revolution√§rs Garibaldi 1860 zuerst auf Sizilien landete, nach dessen "Befreiung" dann in Neapel einmarschierte, fiel daher das Bourbonen-Regime zusammen. Franz II. zog sich mit den Resten seiner Armee in die Festung Gaeta zur√ľck. Um die Eroberung Italiens nicht "linken" Revolution√§ren zu √ľberlassen, erkl√§rte nunmehr der K√∂nig von Sardinien, Viktor Emanuel II., der sizilianischen Monarchie den Krieg, der im Februar 1861 mit der Kapitulation von Gaeta endete.

Der letzte K√∂nig beider Sizilien zog sich ins r√∂mische Exil zur√ľck, sein bisheriges K√∂nigreich beider Sizilien schloss sich √ľber gelenkte Plebiszite dem neuen Italien an. Dieser revolution√§re Umbruch wurde sp√§ter im Roman "Der Gattopardo" von Giuseppe Tomasi di Lampedusa ("Man muss alles ver√§ndern, damit alles gleich bleibt"), der 1963 auch verfilmt wurde, geschildert.

Vielfach ist unbekannt, dass die italienische Armee in den Folgejahren einen Unterwerfungskrieg gegen die so genannten "Briganten" wie Carmine Crocco und Damiano Vellucci f√ľhrte. Dieser Partisanenkrieg wurde auf beiden Seiten mit √§u√üerster Grausamkeit gef√ľhrt. Die Mehrzahl der Briganten widersetzte sich dem sehr viel pr√§senteren modernen Nationalstaat. Als bourbonentreue Kr√§fte k√∂nnen sie jedoch nur bedingt bezeichnet werden, die - wie etwa die Ruffo-Bewegung um 1800 - eine Wiedererrichtung des Ancien Regime zum Ziel gehabt h√§tten. Allerdings trifft es zu, dass sich die bourbonische Monarchie in den beiden Sizilien grunds√§tzlich weniger auf den Adel oder das h√∂here Stadtb√ľrgertum, sondern prim√§r auf Milit√§r und Polizei und notfalls auf die gegen h√∂here Schichten gewaltbereiten Unterschichten gest√ľtzt hat.

Siehe auch

Literatur

  • Pietro Colletta, John A. Davis: The history of the kingdom of Naples. From the accession of Charles of Bourbon to the death of Ferdinand I. 2 B√§nde, Tauris, London 2009, ISBN 978-1-84511-881-5.
  • John A. Davis: Naples and Napoleon. Southern Italy and the European revolutions (1780‚Äď1860). Oxford University Press, Oxford 2006, ISBN 0-19-820755-7.
  • Girolamo Imbruglia: Naples in the Eighteenth Century. The Birth and Death of a Nation State. Cambridge University Press, Cambridge 2007, ISBN 978-0-521-03815-7.
  • J√∂rg Reimann: Neapel und Sizilien 1450 bis 1650. Politik, Wirtschaft, Bev√∂lkerung und Kultur. Kovac, Hamburg 2005, ISBN 3-8300-1886-X.

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