Köterberg


Köterberg

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Köterberg
Köterberg, Nordflanke

Köterberg, Nordflanke

Höhe 495,8 m ü. NN
Lage Deutschland, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen
Gebirge Lipper Bergland
Dominanz 17,8 km → Vogelherd (507 m, südwestlich des Großen Ahrensberges, Solling)
Schartenhöhe 289 m ↓ südlich Bredenborns[1] → Totenkopf (Sauerland)
Geographische Lage 51° 51′ 20″ N, 9° 19′ 30″ O51.8555555555569.325495.8Koordinaten: 51° 51′ 20″ N, 9° 19′ 30″ O
Köterberg (Nordrhein-Westfalen)
Köterberg
Blick zum Köterberg von Holzminden aus, aus Richtung Ostsüdosten

Blick zum Köterberg von Holzminden aus, aus Richtung Ostsüdosten

Der Köterberg ist mit 495,8 m ü. NN[2] der höchste Berg des Lipper Berglands auf der Grenze von Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (Deutschland). Er befindet sich damit im Mittelteil des Weserberglands. Nordwestlich von Höxter und südsüdöstlich von Lügde, auf dessen Stadtgebiet auch sein Gipfel liegt, ragt er hoch über die ihn umgebende Landschaft auf. An seinem Nordnordwesthang liegt das 1531 gegründete Dorf Köterberg. Im Deutschen Hauptdreiecksnetz (DHDN) ist der Köterberg Hauptdreieckspunkt mit der Benennung Lügde, Köterberg.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der Köterberg befindet sich im Mittelteil des Weserberglands. Nordwestlich von Höxter und südsüdöstlich von Lügde, auf dessen Stadtgebiet auch sein Gipfel liegt, ragt er hoch über die ihn umgebende Landschaft auf.

Der Berggipfel und wesentliche Teile des Bergrückens liegen in Nordrhein-Westfalen. Nur eine schmale, aber sich bis auf den Gipfel erstreckende Landzunge, die im unteren Teil im Tal eines Quellbachs vom kleinen Lonaubach verläuft, gehört zu Niedersachsen. An dieser Zunge stoßen nahe dem Gipfel die nordrhein-westfälischen Kreise Lippe im Norden und Höxter im Süden mit dem niedersächsischen Landkreis Holzminden im Osten zusammen. Nordwestlich des Bergs entspringt beim Dorf Köterberg die Niese.

Im Deutschen Hauptdreiecksnetz (DHDN) ist der Köterberg Hauptdreieckspunkt mit der Benennung Lügde, Köterberg. Die Gipfelregion ist nur im Norden bewaldet, wodurch der Berg oftmals von weither gut zu erkennen ist und sich eine gute Aussichtsmöglichkeit (siehe unten) bietet.

Geologie

Der Köterberg ist Teil des durch Muschelkalk und Keuper geprägten Lipper Berglands. Er wird durch Sandsteine und Mergel des Oberen Keuper aufgebaut.

Geschichte

Der Köterberg wird erstmals 1430 urkundlich erwähnt. In den lippischen Grenzakten findet sich ein Eintrag im 16. Jahrhundert.

1536 schloss der Paderborner Bischof Hermann V. von Wied (zugleich Erzbischof von Köln), Herzog Ernst I. zu Braunschweig-Lüneburg und Simon V. Graf zur Lippe einen Vertrag über gemeinschaftliche Schürfrechte und einen Jahrmarkt am Köterberg ab. Bereits 1520 waren zwei Bergleute am Köterberg tätig gewesen, hatten aber keinen Erfolg. 1543 versuchte Hermann von der Malsburg erneut Gold, Silber, Kupfer und Blei am Köterberg abbauen zu lassen, allerdings auch ohne Erfolg.

Karl Ludwig Edler von Lecoq nahm den Keutersberg zwischen 1796 und 1801 als Dreieckspunkt in sein militärisch-topographisches Kartenwerk auf.

Die Gebrüder Grimm nennen 1816 in ihren Deutschen Sagen (Nr. 9, 20) den Köterberg auch Götzenberg, weil dort die Götter der Heiden angebetet wurden. Dort spielt auch ihr Märchen Die drei Vögelchen.

1831/32 entstand als erstes massives Bauwerk auf der höchsten Spitze des Berges ein 15½ Fuß (ca. 4,9 m) hoher Turm als Dreieckssignal ersten Ranges zur Triangulation. Der Köterberg war eine Station des Preußischen optischen Telegrafen, der von 1832 bis 1849 Berlin und Koblenz nachrichtentechnisch verband. 1929 wurde der Turm gesprengt.

1939 war der Bau eines Kriegerehrenmals auf dem Köterberg geplant. 1945 wurde der Köterberg zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Artilleriestellung der US-Armee genutzt.

Von 1960 bis 1962 wurde auf dem Köterberg auch ein Detachment der US-amerikanischen 585th Communications and Guidance Squadron (CGS) der USAFE aus Bitburg stationiert. Die Bodenstation diente der Zielführung für die nuklearbestückten Marschflugkörper vom Typ MGM-1 Matador, die 1962 ausgemustert wurden.

Köterberghaus

Vom 7. Juni bis 2. Oktober 1929 wurde das Köterberghaus in Form einer schlesischen Baude errichtet. Dabei wurde das Fundament aus den Steinen des Turms von 1893 gebaut, der bei Baubeginn gesprengt wurde. Erster Pächter der darin befindlichen Wirtschaft war die Familie Ströhl. 1935 übernahm Rudolf Brand als Pächter die Gastronomie und nach dessen Tod von 1968 bis 1985 seine Frau Alma Brand den Betrieb. 1985 folgte die Übergabe an Rudolf Brand jun., der im gleichen Jahr das Gebäude vom Landesverband Lippe (LVL) abkaufte. Es gab in der langen Geschichte des Köterberghauses zahlreiche Besuche von Persönlichkeiten, darunter Bernhard zur Lippe-Biesterfeld, Konrad Adenauer sowie viele Generäle der NATO während des Kalten Kriegs.

Fernmeldeturm

Der auf dem Berg stehende, 100 m hohe „Fernmeldeturm Köterberg“ wurde 1971 als Typenturm von der Deutschen Bundespost erbaut und dient dem drahtlosen Telefonverkehr.

Genutzt werden die drei verschiedenen Antennentürme auf dem Berg für Richtfunk, als Polizei-, Feuerwehr- und Amateurfunkrelais sowie für Bundeswehrfunk. Das 70-cm-Amateurfunkrelais DB0KB arbeitet auf der Frequenz 439,425 Mhz. Die Relaiskopplung ist außer Betrieb.

Die U.S. Army Communications Engineering and Installation Agency (USACEIA) installierte hier von Mai 1984 bis Mai 1985 eine Funk- und Radioanlage.

Aussichtsmöglichkeit

Weil der weitläufige Gipfelbereich des Köterbergs, der über eine Sackgasse von Lügde-Köterberg kommend angefahren werden kann, fast unbewaldet ist, bietet sich von dort die wohl beste (Fast-)Rundumsicht nicht nur im Grenzbereich der zuvor genannten Bundesländer, sondern zum Beispiel sogar bis zum Habichtswald und Kaufunger Wald in Nordhessen und zum Harz, der sich in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen befindet.

Blick vom Gipfel nach Süden
Straße zum Gipfel
Gipfelschilder am Köterberghaus mit falscher Höhenangabe

Zu sehen sind beispielsweise:

Wegen der guten Aussichtsmöglichkeit und vor allem wegen seiner exponierten Lage, beides ähnelt dem Brocken im Harz, vermittelt der Köterberg den Eindruck, höchster Punkt im Weserbergland zu sein, obwohl der Solling ihn mit vier Gipfeln (Große Blöße, Großer Ahrensberg, Moosberg, Vogelherd) überragt. Die Gipfel im Solling sind jedoch alle stark bewaldet, recht unauffällig und aus der Ferne nicht ohne weiteres auszumachen. Der Köterberg wird daher auch als „Brocken des Weserberglandes“ bezeichnet.

Tourismus

In den Sommermonaten treffen sich an den Wochenenden auf dem Gipfel zahlreiche Motorradfahrer zum Benzingespräch, was häufig zu einer beträchtlichen Ansammlung von Motorrädern auf dem Parkplatz führt. Ebenso befahren sportlich ambitionierte Radfahrer den Köterberg. Die Straße zwischen der Ortschaft Köterberg und dem Gipfel weist eine maximale Steigung von 14 Prozent auf. Funkamateure nutzen den Gipfel wegen der günstigen Sende- und Empfangsbedingungen. Im Köterberghaus befindet sich ein Gastronomiebetrieb.

Kurioses

Auf zwei Schildern am Köterberghaus wird die Höhe des tatsächlich 495,8 m[2] hohen Köterbergs falsch mit 500 m ü. NN angegeben, was gelegentlich auch in der Literatur und Werbung zu finden ist.

Der Köterberg ist unter den scherzhaften Bezeichnungen „Monte Bello" oder "Monte Wau-Wau“ bekannt.

Einzelnachweise

  1. Dominanz und Prominenz nach TK 25; Scharte ist etwa 207 m hoch.
  2. a b Kartendienste des BfN

Weblinks

 Commons: Köterberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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