Küchenplan

Moderne Einbauküche
Die Frankfurter Küche

Als Einbauküche wird die Möblierung des Raumes einer Küche in Privathaushalten mit in Größe und Funktion standardisierten Küchenmöbeln bezeichnet. Die Küchenzeilen der Einbauküchen lösten im 20. Jahrhundert in westlichen Ländern die vorher dominierende Möblierung mit Einzelelementen (Herd - der auch die Heizung bildete, Schrank, Spülstein) ab. Als Vorteil der Einbauküche gelten eine rationellere Gestaltung der Arbeitsabläufe und vor allem eine bessere Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Raumes.

Als Prototyp der heutigen Einbauküchen gilt die 1926 von der Wiener Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entworfene Frankfurter Küche. Sie war für einen Raum von nur 6,5 m² konzipiert und durch eine Schiebetür vom Wohnraum getrennt. Der Abstand zwischen dem Herd - der bereits einen Abzug besaß - und dem Esstisch betrug nur drei Meter, und die zu putzenden Flächen wurden auf ein Minimum reduziert. Als Oberfläche wurde unempfindliches gestrichenes Buchenholz verwendet. Die Frankfurter Küche wurde innerhalb von vier Jahren in rund 10 000 Wohnungen eingebaut. Dennoch setzte sich in Deutschland die Einbauküche erst nach 1945 durch. Die knappe und monofunktionale Grundrissgestaltung von Küchenräumen in Wohnungsneubauten - die Abkehr von der Wohnküche - machte andere als Einbauküchen nahezu unmöglich. Ab den fünfziger Jahren wurde außerdem das pflegeleichte Material Resopal für Einbauküchen verwendet, das hitze- und fleckenresistenter als die bis zu dieser Zeit üblichen Holzoberflächen war.

Typisch für heutige Einbauküchen sind Hoch- und Unterschränke, oft mit sogenanntem Fliesenspiegel dazwischen, und eine Elementtiefe von 60 Zentimetern. Moderne Küchenplanungen realisieren Arbeitstiefen von 65-70cm. Vorwandinstallationen sind somit leichter in die Küchenzeile zu integrieren. In der DDR dagegen galt eine geringere Tiefe als Standard. Auch die Breite der Elemente beträgt in der Regel 60 Zentimeter; für beengte Platzverhältnisse sind jedoch Schrankelemente und auch Elektrogeräte wie Herde und Spülmaschinen in geringerer Breite (meist 45 cm) erhältlich. In der Schweiz sind Elementbreiten von 55 Zentimeter nach wie vor weit verbreitet und gebräuchlich ("CH Norm"). Zunehmend setzt sich jedoch auch dort der Standard von 60 Zentimeter durch, da die Auswahl von Küchengeräten mit dieser Breite wesentlich größer ist.

Eine Einbauküche wird heute, den vorhandenen Gegebenheiten und individuellen Wünschen ihrer Benutzer entsprechend, passgenau in den Raum eingeplant und eingebaut. Bereits im Vorfeld kann ein zwei- oder dreidimensionaler Küchenplan erstellt werden. Allerdings macht sich inzwischen wieder ein Trend zu Einzelmöbeln und -geräten in den Küchen bemerkbar.

Siehe auch: Schwedenküche


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