Küdinghoven

Küdinghoven
Stadt Bonn
Koordinaten: 50° 44′ N, 7° 9′ O50.7296916536737.1482801437378Koordinaten: 50° 43′ 47″ N, 7° 8′ 54″ O
Eingemeindung: 1. Aug. 1969
Vorwahl: 0228
Karte

Lage von Küdinghoven (mit Limperich und Ramersdorf = LiKüRa) im Bonner Stadtgebiet

Küdinghoven ist ein Ortsteil von Bonn im Stadtbezirk Beuel. Er gehört zum Statistischen Bezirk Li-Kü-Ra.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Die bebaute Ortslage von Küdinghoven liegt südwestlich der Bundesautobahn 59 und rechtsrheinisch am Fuße des als Naturschutzgebiet ausgewiesenen Ennerts. Der Stadtteil ist der faktische Mittelpunkt von LiKüRa (ein Zusammenschluss der Dörfer Limperich, Küdinghoven und Ramersdorf). Der Ortskern ist geprägt von kleinteiliger Baustruktur mit Wohngebäuden. Im Norden ist eine gewerbliche Struktur vorhanden.

Geschichte

Im Mittelalter war Küdinghoven ein zentraler Kirchort. Mit den Honschaften Ramersdorf, Limperich, Ober- und Niederholtorf, Beuel und zur Hälfte auch Bechlinghoven war es ein eigener Verwaltungsbezirk und gehörte als „Herrschaft Küdinghoven“ bis ins 13. Jahrhundert zur Grafschaft Sayn. 1248 kam die „Herrschaft Küdinghoven“ durch weibliche Erbfolge an Heinrich I. von Sponheim, Herr von Heinsberg, dessen zweiter Sohn, Johann I., 1269 den Namen „von Löwenberg“ annahm. Seit dieser Zeit unterstand Küdinghoven der „Herrschaft Löwenberg“.

In dem mittelalterlichen Schöffensiegel von Küdinghoven[1] spiegelt sich die Bedeutung des Ortes als Kirchspiel, Hochgericht und Herrschaft. Ein damals als Schutzpatron verehrter thebäischer Märtyrer - „vermutlich ihr Anführer“[2] Mauritius - steht in Gestalt eines Ritters mit Fahnenlanze in dem gotisch gerahmten Mittelfeld des Siegels. Mit der Linken stützt er sich auf den geschachten Schild der Herren von Sponheim-Löwenberg, der andere Schild trägt das Wappen der Herren von Heinsberg.

St. Gallus

Nach einer kurzen Zwischenherrschaft der Grafschaft Nassau-Saarbrücken (1451-1469) fiel die „Herrschaft Küdinghoven“ für über 300 Jahre an das Herzogtum Jülich-Berg. Küdinghoven war in dieser Zeit innerhalb des „Gerichtes“ Dollendorf ein „Untergericht“. Das letzte bekannte Gerichts-, sprich Verwaltungsgebäude lag auf der 'Streff' (Nähe Streffenweg), während der letzte bekannte Verwaltungsleiter, 'Richter' genannt, in Ramersdorf wohnte (sog. Richterhaus im Klosterterrain); Lindenstraße und Gerichtsweg (!) verbanden beide Plätze miteinander".[3]

Am 18. Dezember 1808 wurden unter Napoleon die beiden Kirchspiele Küdinghoven und Vilich zur Munizipalität Vilich zusammengeführt, die auch bestehen blieb, als das Rheinland 1815 preußisch wurde. 1843-45 wurde die neue Kirche St. Gallus errichtet. Aus der Munizipalität Vilich ging schließlich die Gemeinde Beuel hervor, die 1952 Stadtrechte erhielt. Am 1. August 1969 wurde Küdinghoven mit Beuel von Bonn eingemeindet.

Ortserweiterung

Küdinghovener Eierkrone (2006)

Am Ortsrand des Stadtteiles liegen einige Wohnbaureserven. Aus diesen Reserven hat sich im Bereich Schießbergweg (Sonnenhang) ein vollerschlossenes Neubaugebiet in unmittelbarer Nähe der Straßenbahnhaltepunkte Schießbergweg und Küdinghoven entwickelt.

Der Ort profitiert von seiner Nähe zum Naturschutzgebiet im Ennert.

Einwohnerentwicklung[4]

Jahr Einwohner
1816 248
1843 379
1871 514
1905 1.136
1961 1.650[5]

Sport und Tradition

Für die Erhaltung der Tradition setzen sich verschiedene Vereine ein. Dazu gehört der Jungesellenverein Concordia Küdinghoven von 1876, der jedes Jahr aktiv im Dorf wirkt und durch das Maisaison (Maifest) und eine Eierkrone bekannt ist. Der Schützenverein St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Küdinghoven e.V. besteht seit 1333.

Zum Karneval findet ein sonntäglicher Karnevalsumzug statt, der LiKüRa-Zug. Die LiKüRa-Prinzessin steht zur Karnevalssession als "ihre Lieblichkeit" im Mittelpunkt.

Sportlich wird Küdinghoven durch die Spielvereinigung Ennert-Küdinghoven e.V., bestehend seit 1911, in verschieden Sportarten (Fußball, Handball, Tischtennis, Volleyball) erfolgreich vertreten.

Einzelnachweise

  1. Sigrid Wenzel: Bronze Siegel
  2. Magdalena Schmoll: Die Pfarrkirche St. Gallus in Bonn-Küdinghoven, Neuss 1983, S. 3
  3. Carl Jakob Bachem: Vor 200 Jahren verlor Küdinghoven seine Eigenständigkeit
  4. Gemeindelexikon Preußen, 1871 und 1905; Übersicht ... des Regierungs-Bezirks Köln, 1816 und 1843.
  5. Beiträge zur Statistik des Landes Nordrhein-Westfalen, Sonderreihe Volkszählung 1961. Heft 2 b, Düsseldorf 1963, S. 59.

Weblinks


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