LTO

LTO Ultrium Bandkassette
IBM 3584 Ultrium Library

Linear Tape Open, kurz LTO, ist ein Standard für Magnetbänder und die entsprechenden Laufwerke. Er wurde von IBM, HP und Seagate (heute: Quantum) als Gemeinschaftsprojekt erarbeitet.

Eine Besonderheit von LTO ist, dass es von Anfang an nicht als Lösung eines einzelnen Herstellers geplant war. So werden heute von über 30 Herstellern Magnetbänder und fast allen Robotikherstellern Autoloader und Libraries für LTO angeboten. Diese werden vom Urheberkonsortium zertifiziert. Neben dessen Mitgliedern produziert nur noch Tandberg Storage auch die Bandlaufwerke[1].

Ursprünglich war geplant, die beiden Formate LTO-Ultrium und LTO-Accelis zu etablieren. Während Ultrium für die Datensicherung vorgesehen war, sollte Accelis der Archivierung dienen. Accelis sollte daher einen wesentlich schnelleren Zugriff auf einzelne Dateien ermöglichen. Es ist jedoch nie über das Entwicklungsstadium hinausgekommen und wurde vor der Markteinführung wieder verworfen. Zur Marktreife geführt wurde letztlich nur LTO-Ultrium.

Eine weitere Besonderheit von LTO ist, dass von Anfang an ein kontinuierlicher Entwicklungsprozess geplant war. Alle zwei Jahre soll die Bandkapazität und die Transferrate verdoppelt werden. Bislang wird dieser Zeitplan annähernd eingehalten. Laufwerke können auch Bänder der vorigen Generation verarbeiten und Bänder der vorletzten Generation zumindest lesen. Derzeit ist LTO-Ultrium in den Generationen 1, 2, 3 und 4 erhältlich.

Seit Generation 3 sind WORM-Bänder verfügbar, die kein Überschreiben zulassen. Dieser Schreibschutz ist in der Firmware der Drives verankert und wird über die Eigenschaften des eingelegten Bandes aktiviert. Nicht jedes Laufwerk der Generation 3 oder später muss WORM-Bänder unterstützen.[2]

Seit Generation 4 können Bänder auch herstellerunabhängig verschlüsselt werden. Dazu müssen Laufwerk und Band mindestens von der Generation 4 sein. Dabei wird nach dem AES Algorithmus mit 256 Bit Schlüssel im Galois Counter Betriebs-Modus verschlüsselt (AES256-GCM). Die Umsetzung des Verfahrens ist im Einklang mit IEEE-Spezifikationen. Die Performance wird nicht oder nur unwesentlich (1%) beeinflusst. Das Key-Management ist kein Teil des Linear Tape-Open Standards. Es kann Teil der Tape-Library, der (Backup-)Anwendung oder ein eigenständiges Programm sein. Damit kann auch beeinflusst werden, ob und welche Teile der Aufzeichnung auf einem Band verschlüsselt sind. Nicht jedes Laufwerk der Generation 4 oder später muss Verschlüsselung unterstützen.[3]

Derzeit werden neben den Laufwerken in voller Höhe (3,5 Zoll hoch) auch halbhohe, kompatible Laufwerke (1,75 Zoll wie viele optische Laufwerke) hergestellt, deren maximale Transferraten meist ca. 20%-35% geringer sind.[1]

Übersicht der Generationen
Generation[4] Band maximale Transferrate [4] Laufwerk
unkomprimiert komprimiert ohne Kompression mit Kompression Schreiben Lesen
Ultrium 1 100 GB 200 GB 20 MB/s 40 MB/s Ultrium 1 Ultrium 1
Ultrium 2 200 GB 400 GB 40 MB/s 80 MB/s Ultrium 1 Ultrium 2 Ultrium 1 Ultrium 2
Ultrium 3 400 GB 800 GB 80 MB/s 160 MB/s Ultrium 2 Ultrium 3 Ultrium 1 Ultrium 2 Ultrium 3
Ultrium 4 800 GB 1.600 GB 120 MB/s 240 MB/s Ultrium 3 Ultrium 4 Ultrium 2 Ultrium 3 Ultrium 4
Ultrium 5 (geplant für 2009) 1.600 GB 3.200 GB 180 MB/s 360 MB/s Ultrium 4 Ultrium 5 Ultrium 3 Ultrium 4 Ultrium 5
Ultrium 6 (geplant) 3.200 GB 6.400 GB 270 MB/s 540 MB/s Ultrium 5 Ultrium 6 Ultrium 4 Ultrium 5 Ultrium 6
LTO Ultrium Bandcartridge, Gehäuse zerlegt,
vorn links: Schreibschutzriegel,
vorn rechts: Speicherchip,
hinten rechts: Anfang des Bands

Ultrium-Bänder verfügen ähnlich wie AIT-Bänder über einen Halbleiterspeicher. In diesem 32 Kilobit (4 KB) großen Speicherchip werden unter anderem die Seriennummer des Bandes und die Nutzungslogdateien der letzten 100 Tapemounts abgelegt.

Bei der Entwicklung der LTO-Ultrium-Bänder wurde speziell Rücksicht auf die Anforderungen der automatisierten Datensicherung genommen. So verfügen die Ultrium-Bänder über eine leichte Keilform sowie spezielle Aussparungen, die es einem Roboter erleichtern, das Band zu fassen. Die Keilform ist dabei von Nutzen, wenn der Roboter das Band ins Laufwerk schießt, da durch die Keilform die Versatztoleranz erhöht wird. LTO-Ultrium-Tape-Libraries sind in den Größenordnungen von 1 TB bis knapp über 10 PB erhältlich. LTO-Ultrium-Laufwerke können über SCSI oder SAS an Hosts, über iSCSI oder Fibre Channel auch an Storage Area Networks angebunden werden.

Der typische Stromverbrauch eines LTO3- oder LTO4-Bandlaufwerkes liegt unter 20W im Betrieb und unter 5W in Bereitschaft.[1] Diese Werte sind herstellerabhängig.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. a b c Tandberg Storage – Produkte, Abgerufen am 8. März 2009, 13.15 Uhr (engl.)
  2. LTO Technology Group: WORM, Abgerufen am 8. März 2009, 13.15 Uhr (engl.)
  3. LTO Program Frequently Asked Questions, Abgerufen am 8. März 2009, 13.15 Uhr (engl.)
  4. a b LTO Technology Group: LTO Ultrium Generations, Abgerufen am 8. März 2009, 13.15 Uhr (engl.)

Weblinks


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