Laaer Wald

Straßentafel Laaer Wald
Laaer Wald, Informationstafel
Anna-Kapelle
Holztor aus Maramuresch
Butterteich

Laaer Wald heißt eine Straße im 10. Wiener Gemeindebezirk Favoriten, die 1990 nach dem gleichnamigen Wäldchen benannt wurde.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf und Charakteristik

Die ruhige Straße setzt die Puchsbaumgasse, die bei einer ehemaligen Industriebahn von der Ostbahn zur Ankerbrotfabrik endet, Richtung Südosten fort, unterquert die Autobahn Südosttangente Wien, führt auf die Höhe des Laaer Berges durch Kleingartenanlagen hinauf und verläuft weiter durch den Böhmischen Prater zum Otto-Geißler-Platz, einem zwischen Schrebergärten gelegenen Park- und Umkehrplatz. Hier befindet sich einer der Zugänge zum Erholungs- und Naturschutzgebiet Laaer Wald, das im Westen bis zur Laaer-Berg-Straße reicht.

Bemerkenswertes

Pieta

An der Ecke Laaer Wald/Urselbrunnengasse befindet sich eine gemauerte Kapelle aus der Zeit um 1906. Sie ist weiß, hat ein Satteldach mit zweiarmigem Kleeblattendenkreuz und in der Rundbogennische steht hinter einem Eisengitter die Figur der Gottesmutter Maria mit dem Leichnam Christi auf dem Schoß (Pietà).

Anna-Kapelle

Hinter dem Böhmischen Prater steht die hölzerne St. Anna-Kapelle, die 1916 (laut Dehio) oder 1923 errichtet wurde. Sie besitzt einen Dachreiter und nördlich anschließend einen Sakristeianbau. In dem Saalraum mit Holzdecke befinden sich Bilder der Anna selbdritt und der Geburt Christi vom Anfang des 20. Jahrhunderts. An der Außenseite steht ein Steinrelief mit der Darstellung des hl. Hubertus. 1982 haben Mitarbeiter des Wiener Forstamtes das verwahrloste Gebäude renoviert.

Böhmischer Prater

Zwischen 1880 und 1890 entstand dieses kleine Vergnügungsviertel, das sich zu beiden Seiten der Laaer-Wald-Straße erstreckt. Seinen Namen verdankt es den auf dem Laaer Berg arbeitenden Ziegelarbeitern aus Böhmen und Mähren, die in den ersten Jahren das hauptsächliche Publikum des Böhmischen Praters bildeten. Neben Gastronomiebetrieben wie dem Werkelmann besteht der Böhmische Prater aus Ringelspielen, Schaukeln, einer Raupenbahn, einem Riesenrad und diversen anderen Schausteller-Etablissements. Im Tivoli finden diverse Musikdarbietungen statt.

Erholungsgebiet Laaer Wald

Die Kuppe des Laaer Berges war ursprünglich locker mit Flaumeichenmischwäldern bestanden, die seit dem späten 17. und dem 18. Jahrhundert zunehmend gerodet wurden, um Ziegeleien Platz zu machen. Dabei entstanden aus den Lehmgruben einige Ziegelteiche. In den frühen zwanziger Jahren des 20. Jh. wurden am Südhang des Laaer Berges von der Sascha-Filmindustrie Monumentalfilme (Stummfilme) wie „Sodom und Gomorrha“ und „Die Sklavenkönigin“ gedreht (daher auch der Name Filmteich).

1956–1970 wurden hier über 270.000 Bäume und Sträucher neu aufgeforstet, Wanderwege angelegt und um die beiden ehemaligen Ziegelteiche Butterteich und Blauer Teich ein Vogelschutzgebiet geschaffen, das heute über 50 Vogelarten beherbergt. Seit 1982 steht der Laaer Wald der Bevölkerung als Erholungsgebiet zur Verfügung. Das ca. 40 Hektar große Areal ist eingezäunt und wird bei Einbruch der Dunkelheit geschlossen. Zugänge bestehen beim Böhmischen Prater von der Laaer-Wald-Straße aus, im Süden von der Klemens-Dorn-Gasse und im Westen von der Laaer-Berg-Straße. Kinderspielplätze und Sitz- und Ruhegelegenheiten sowie eine Aussichtsplattform beim Butterteich stehen den Besuchern zur Verfügung. Seit 2006 befindet sich im Norden ein großes, traditionelles, holzgeschnitztes Tor aus dem rumänischen Maramuresch (in der k.u.k. Donaumonarchie Teil des Komitats Máramures, auf Deutsch damals oft Marmarosch geschrieben), das der Stadt Wien zum Geschenk gemacht wurde.

Literatur

  • Herbert Tschulk: Wiener Bezirkskulturführer Favoriten. Jugend & Volk, Wien 1985

Weblinks

 Commons: Laaer Wald – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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