3 Largo Argentina


Largo Argentina

Der Tempel B, der Fortuna Huiusce Diei geweiht.

Der Largo di Torre Argentina (verkürzt: Largo Argentina) ist ein Platz in Rom im Stadtviertel Pigna. Der Platz entstand ab 1909, als man im Zuge der städtebaulichen Neuordnung der Altstadt damit begann, hier einen Platz anzulegen. Dabei wurden die zuvor hier stehenden Wohngebäude sowie die Kirche San Nicola dei Cesarini abgeräumt. Lediglich der Torre del Papito blieb von der mittelalterlichen Bebauung übrig. 1926 – 28 begann man schließlich mit der systematischen Ausgrabung der Tempel aus der Zeit der Römischen Republik.

Inhaltsverzeichnis

Ausgrabungen

Skizze der Lage der Area Sacra vor dem Theater des Pompeius
Lageplan
Tempel A

Die sogenannte Area Sacra (Heiliger Bezirk) liegt unter dem übrigen Straßenniveau und ist gut von allen Seiten einzusehen, allerdings für die Öffentlichkeit nicht direkt zugänglich.

Das Ausgrabungsgebiet beinhaltet die Reste von vier Tempeln und angrenzenden Profanbauten. Da die Tempel nicht zweifelsfrei einzelnen Gottheiten zugewiesen werden können, werden sie im Allgemeinen von Nord nach Süd mit den Buchstaben A bis D bezeichnet.

Die Tempel waren ab dem 1. Jahrhunderts v. Chr. von größeren öffentlichen Bauten umgeben. Im Norden schlossen das Hecatostylum (Halle der hundert Säulen) und die Thermen des Agrippa an. Im Westen stand die Portikus und das Theater des Pompeius. Im Süden lagen der Circus Flaminius und das Theater des Balbus und im Osten die Porticus Minucia Frumentaria.

Tempel A

Tempel A ist der zweitälteste Tempel, der im 3. Jahrhunderts v. Chr erbaut wurde. Er wurde mehrmals umgebaut und wohl zuletzt von Pompeius erneuert. Er wurde dabei als Peripteros mit 26 umlaufenden, stuckverkleideten Tuffsäulen ausgeführt (6 Frontsäulen x 9 Säulen an den Langseiten). Die Hälfte der Säulen ist zumindest teilweise noch erhalten. Ursprünglich erbaut wurde der Tempel wahrscheinlich durch Quintus Lutatius Catulus nach dessen Sieg über die Karthager im ersten punischen Krieg 241 v. Chr. Der Tempel war der Quellnymphe Iuturna geweiht. Er wurde im Mittelalter von der Kirche San Nicola dei Cesarini überbaut, von der noch die Krypta und die Reste zweier Apsiden stehen.[1]

Tempel B

Der jüngste Tempel ist Tempel B, ein Rundbau mit Säulen, die später vermauert wurden. Sechs Säulen sind noch erhalten. Vor dem Rundbau stand eine von Säulen getragene Vorhalle. Sie stellt das erste Beispiel für die Verbindung einer rechteckigen Vorhalle mit einem Rundbau dar, wie sie später monumental auch beim Pantheon verwirklicht wurde. Er war vermutlich der Fortuna Huiusce Diei geweiht, der Glücksgöttin des heutigen Tages. Er wurde von Quintus Lutatius Catulus nach dessen Sieg über die Kimbern bei Vercelli 101 v. Chr. gestiftet.

Tempel C

Der Tempel C, ein Peripteros sine postico, also ein Ringhallentempel ohne Säulen an der Rückseite, ist der kleinste und älteste Tempel des Areals. Der Bautyp, die architektonischen Verzierungen aus Terrakotta und einige Inschriften ergeben eine Datierung des Tempels in die frührepublikanische Zeit, an das Ende des 4. oder den Anfang des 3. Jahrhunderts v. Chr. Er soll der Feronia, einer vorrömischen Erdgöttin, geweiht worden sein.

Tempel D

Tempel D ist der größte der vier Tempel und stammt vom Anfang des 2. Jahrhunderts v. Chr. Er liegt allerdings noch zum größten Teil unter der südlich vorbeiführenden Via Florida. Durch einen Eintrag im Kalender von Praeneste kann er mit großer Sicherheit als den Lares Permarini, den Schutzgeistern der Seeleute, geweiht zugewiesen werden. Der Tempel wurde 179 v. Chr. durch Marcus Aemilius Lepidus eingeweiht.

Weitere Bauten

Zwischen den Tempeln B und C wurden die Reste eines Gebäudes ausgegraben, in dem vermutlich die Verwaltung der Aquädukte untergebracht war (6).

Unmittelbar westlich der Tempel ließ Pompeius Magnus eine Portikus errichten, die an das nach ihm benannte Theater anschloss. In sie integriert war eine für Senatsversammlungen geeignete Kurie (Curia Pompeia). In dieser Kurie wurde Gaius Iulius Caesar im Jahr 44 v. Chr. ermordet. Am westlichen Rand des Ausgrabungsareals, hinter den beiden mittleren Tempeln B und C, sind Teile dieser Struktur sichtbar (3).

An der Nordseite sind noch Säulen des Hecatostylum sichtbar (2).[2]

Das Ausgrabungsareal ist für die zahlreichen Katzen bekannt, die es bevölkern.

Der moderne Platz

Torre del Papito

Der Largo Argentina ist heute einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der römischen Altstadt. Zahlreiche Busse des Stadtverkehrs halten hier. Seit 1998 ist der Platz auch Endpunkt der neuen Straßenbahnlinie 8, die die Altstadt mit den Stadtteilen Trastevere und Monteverde verbindet.[3]

An der Westseite steht das traditionsreiche Teatro Argentina.

Der Platz ist benannt nach dem Torre Argentina („Straßburger Turm“), dem 1503 errichteten Turm des päpstlichen Zeremonienmeisters Johannes Burckard von Straßburg (lateinisch: Argentoratum). Der Turm ist in den Palazzetto del Burcardo in der nahen Via del Sudario eingebunden und heute von Außen nicht mehr sichtbar. In dem Palast ist heute die Società Italiana degli Autori ed Editori untergebracht, die der deutschen Verwertungsgesellschaft Wort entspricht. Der oft mit dem Torre Argentina verwechselte Torre del Papito hat nichts mit Johannes Burckard zu tun.

Quellen

  1. Anton Henze, Kunstführer Rom und Latium, Philipp Reclam GmbH, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-010402-5, S.40
  2. Filippo Coarelli, Guide Archeologiche Roma, Mondadori Editore S.p.A., Mailand 2006 (5. Auflage) ISBN 88-04-48002-5
  3. Straßenbahnlinie 8

Weblinks

41.89527777777812.4769444444447Koordinaten: 41° 53′ 43″ N, 12° 28′ 37″ O


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