Lennox Lewis


Lennox Lewis
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Lennox Lewis
Daten
Geburtsname Lennox Claudius Lewis
Kampfname The Lion
Gewichtsklasse Schwergewicht
Nationalität Britisch-Kanadisch
Geburtstag 2. September 1965
Geburtsort West Ham
Stil Linksauslage
Größe 1,96 m
Kampfstatistik
Kämpfe 44
Siege 41
K.-o.-Siege 32
Niederlagen 2
Unentschieden 1
Profil in der BoxRec-Datenbank

Lennox Claudius Lewis (* 2. September 1965 in West Ham, England) ist ein ehemaliger britischer Boxer. Er ist neben Muhammad Ali, Evander Holyfield und Vitali Klitschko einer von vier Boxern, die dreimal in ihrer Karriere die Weltmeisterschaft im Schwergewicht gewinnen konnten.

Inhaltsverzeichnis

Amateur

Lennox Lewis wurde als Kind jamaikanischer Eltern in Großbritannien geboren, zog aber im Alter von zwölf Jahren mit seiner Mutter nach Kanada und bestritt deshalb seine Amateurkarriere unter kanadischer Flagge. Er gewann als Amateur 94 Kämpfe bei elf Niederlagen. 1983 gewann er in Santo Domingo die Juniorenweltmeisterschaft im Superschwergewicht. Außerdem wurde er 1984 bis 1988 fünfmal in Folge kanadischer Meister.

1984 nahm Lewis für Kanada an den Olympischen Spielen in Los Angeles teil, unterlag jedoch im Viertelfinale dem späteren Goldmedaillengewinner Tyrell Biggs.

Das Weltcup-Turnier in Seoul beendete er 1985 mit dem zweiten Rang, er verlor im Endkampf gegen Wjatscheslaw Jakowlew aus der Sowjetunion. Im Jahr 1986 scheiterte er bei seiner Teilnahme an den Amateurweltmeisterschaften in Reno schon in der ersten Turnierrunde am Bulgaren Petar Stojmenow, siegte dann aber bei den Commonwealth Games in Edinburgh.

1987 belegte er bei den Panamerikanischen Spielen in Indianapolis nach einer Finalniederlage gegen Jorge Luis González den zweiten Platz, besiegte den Kubaner dann allerdings bei seinem Titelgewinn bei den Nordamerikameisterschaften in Toronto im Finale. Im Weltcup in Belgrad unterlag er schon im ersten Kampf gegen Ulli Kaden.

Sein größter Erfolg als Amateurboxer gelang ihm 1988 bei den Olympischen Spielen in Seoul, er gewann die Goldmedaille im Superschwergewicht für seine Wahlheimat. Im Finale schlug er den US-Amerikaner Riddick Bowe vorzeitig.

Profikarriere

Zu Beginn seiner Profikarriere zog Lewis zurück nach England. Seinen ersten Kampf als Profi gewann Lewis am 27. Juni 1989.

Er hielt während seiner Laufbahn mehrere Titel im Schwergewicht, darunter den Titel des WBC (den er jedoch beim ersten Mal zugesprochen erhielt und nicht in einem Kampf errang), der WBA, der IBO und der IBF. Zudem trug er den Titel des Europa- sowie des Commonwealthmeisters.

Im Oktober 1992 schlug er den leicht favorisierten Kanadier Razor Ruddock in der zweiten Runde schwer KO und qualifizierte sich damit als Pflichtherausforderer seines Olympiagegners Riddick Bowe, der inzwischen unumstrittener Profiweltmeister war. Bowe lehnte es jedoch ab, gegen Lewis anzutreten, und warf den WBC-Gürtel in eine Mülltonne, woraufhin Lewis kampflos zum WBC-Weltmeister erklärt wurde. Von nun an gab es, erstmals seit der Vereinigung der Titel durch Mike Tyson 1987, wieder mehrere Schwergewichtsweltmeister, die neu gegründete WBO wurde Anfang der 90er Jahre in den USA nicht ernst genommen. Seinen ersten siegreichen Titelkampf bestritt er dann am 8. Mai 1993, als er Tony Tucker klar nach Punkten besiegte.

Nach zwei erfolgreichen Titelverteidigungen, gegen Frank Bruno und Phil Jackson, verlor Lewis am 24. September 1994 überraschend und etwas umstritten gegen Oliver McCall, der ihn in der zweiten Runde mit einer Rechten kalt erwischte und zu Boden schlug. Zwar konnte Lewis auf wackligen Füßen rechtzeitig wieder aufstehen und dem Ringrichter seine Kampfbereitschaft signalisieren, aber dennoch brach dieser ab, weil er der Ansicht war, dass Lewis nicht in der Verfassung gewesen wäre, den Kampf fortzusetzen.

Im Mai 1995 kämpfte er sich mit einem KO gegen Lionel Butler (damals Top-10) wieder an die Spitze der WBC-Rangliste. Die WBC gewährte aber, obwohl Lewis die Nummer eins ihrer Rangliste war, Mike Tyson den Kampf gegen den amtierenden Titelträger Frank Bruno, der zuvor seinerseits McCall besiegt hatte. Lewis bestritt in der Zwischenzeit freiwillig weitere Kämpfe und besiegte Tommy Morrison durch KO in der 6. Runde sowie einen hervorragend aufgelegten Ray Mercer nach Punkten.

Tyson besiegte Bruno, legte aber schließlich den WBC-Titel nieder, weil er nicht gegen Lewis boxen wollte, und hielt nur noch den WBA-Titel. Lewis holte sich dann am 7. Februar 1997 im Rückkampf gegen McCall mit einem Abbruchsieg in der fünften Runde den vakanten Titel des WBC zurück. McCall erlitt dabei einen Nervenzusammenbruch. Er begann in der fünften Runde zu weinen, drehte seinem Gegner den Rücken zu und verteidigte sich nicht mehr gegen die Angriffe, so dass der Kampf schließlich abgebrochen wurde.

Nach einem Disqualifikationssieg (wegen ständigen Haltens) gegen den klar unterlegenen Henry Akinwande schlug Lewis Andrzej Gołota, der zuvor zwei harte Kämpfe gegen Bowe nur durch Disqualifikationen (wegen Tiefschlägen) verloren hatte, in der ersten, den zu dieser Zeit als stark eingeschätzten späteren WBO-Weltmeister Shannon Briggs in der fünften Runde KO und besiegte den ungeschlagenen Europameister Željko Mavrović klar nach Punkten.

Titelvereinigung gegen Holyfield

Im März 1999 traf er im lange erwarteten Titelvereinigungskampf auf Evander Holyfield, der zu diesem Zeitpunkt die Titel der WBA und IBF hielt. Die Begegnung im März endete umstritten unentschieden, obwohl Lewis den Kampf größtenteils dominierte. Viele Boxexperten bezeichneten dieses Resultat im Nachhinein als Fehlentscheidung. Im direkten Rückkampf am 13. November 1999 siegte Lewis dann nach Punkten und vereinte somit die WBA- und IBF-Titel wieder mit dem WBC-Gürtel.

Lewis schlug den damals als zweitbesten Schwergewichtler geltenden ungeschlagenen Michael Grant und Francois Botha kurzrundig KO und konnte den nach der Grant-Niederlage zum zweitbesten Schwergewichtler aufgerückten David Tua hoch nach Punkten besiegen, während Tyson ihn bereits 2000 immer wieder provozierte und zu einem Duell herausforderte.

Weil er die Zeit bis zu dem lukrativen Tyson-Kampf überbrücken wollte, boxte Lewis am 21. April 2001 in Südafrika gegen Hasim Rahman, den er nicht ernst nahm. Er wirkte während der Vorbereitungsphase „nebenbei“ bei den Dreharbeiten des Films Ocean’s Eleven mit. Im Kampf gegen Rahman ging er völlig überraschend in der fünften Runde KO. Er musste Rahman, der eine Rückkampfklausel unterschrieben hatte, vor Gericht zitieren, um den Rückkampf zu erzwingen. Lewis schlug Rahman dann souverän in der vierten Runde KO. Beiden Kämpfen waren verbale Auseinandersetzungen vorausgegangen, vor dem zweiten Duell endeten diese mit einer Schlägerei zwischen Lewis und Rahman vor laufenden Kameras.

Kampf gegen Mike Tyson

Am 22. Januar 2002 kam es bei der Pressekonferenz zum Kampf „Lewis - Tyson“ zu einer Massenschlägerei, die Tyson mit einem Angriff auf Lewis ausgelöst hatte. Tyson biss Lewis bei dieser Pressekonferenz in den Oberschenkel. Zuvor hatte Tyson Lewis wiederholt öffentlich beschimpft und unter anderen beim Savarese-Kampf angekündigt, Lewis' „Kinder zu fressen und ihm das Herz herauszureißen“.

Im Kampf am 8. Juni 2002 schlug er in der Vorstadt von Memphis (Nevada verweigerte Tyson die Boxlizenz) Tyson dann in der achten Runde KO. Abgesehen von der ersten Runde beherrschte er auch diesen Kampf souverän. Obwohl der jahrelang verschleppte Kampf wegen der horrenden Preise nicht ausverkauft war, war es das mit Abstand lukrativste Duell der Boxgeschichte. Zu einem vertraglich festgesetzten Rückkampf kam es nicht, weil Tyson seinen Bankrott erklärte und damit nach US-amerikanischem Recht der Vertrag hinfällig war.

Kampf gegen Vitali Klitschko

Lewis' letzter Kampf am 21. Juni 2003 sorgte für Aufregung in der Sportwelt. Er siegte durch einen Kampfabbruch wegen mehrerer Platzwunden seines Gegners Vitali Klitschko umstritten. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag Klitschko auf den Zetteln aller drei Punktrichter in Führung. Lewis wog mit 116,5 kg mehr als jemals zuvor bei einem Kampf. In der ersten Runde landete Klitschko einige Wirkungstreffer; dank seiner großen Erfahrung konnte Lewis aber die Runde überstehen. Erst ab der dritten Runde mischte Lewis mit, nachdem er Klitschko durch einen Wirkungstreffer eine tiefe Platzwunde über dem linken Auge verpasste. Ab dieser Runde zielte er bewusst auf Klitschkos Verletzung, so dass es zu einem zweiten Cut unter dem linken Auge kam. Beide Verletzungen bluteten immer wieder stark, und trotz intensiver Behandlung in den Kampfpausen konnte die Blutung nicht gestoppt werden. In der sechsten Runde konnte Lewis einige harte Aufwärtshaken landen. Nach Runde sechs brach der Ringrichter den Kampf auf Anraten des Ringarztes ab, so dass Lewis Weltmeister blieb. Nach dem Kampf erklärte Lewis seine Strategie, Klitschko aggressiv boxen zu wollen und ständig Druck auf ihn auszuüben, da dieser das aus seinen früheren Kämpfen nicht gewohnt gewesen sei.

Noch im Ring versprach Lewis seinem Kontrahenten einen Rückkampf. Schon kurz nach dem Kampf wurden Gerüchte laut, er werde den von der Öffentlichkeit geforderten Rückkampf nach dieser für ihn eher schlecht verlaufenen Auseinandersetzung nicht mehr bestreiten. Am 6. Februar 2004 gab er endgültig seinen Rücktritt bekannt.

Nach der Karriere

Lennox Lewis heiratete 2005 seine 12 Jahre jüngere Freundin Violet Chang, mit der er zwei Kinder hat, Sohn Landon (* 2004) und eine Tochter (* 19. Mai 2006). Außerdem arbeitet er gelegentlich als Kommentator bei den Boxübertragungen des Senders HBO. Im Februar 2007 streute Bob Arum Gerüchte, dass er ein Comeback gegen Vitali Klitschko plane, denen er aber eine kategorische Absage erteilte. 2008 war Lewis Kandidat in Donald Trumps Fernseh-Reality-Show The Apprentice, wobei er unter den 14 Kandidaten den vierten Platz belegte.

2009 fand Lewis Aufnahme in die International Boxing Hall of Fame.

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