Leoben

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Leoben
Leoben
Wappen von Leoben
Leoben (Österreich)
Leoben
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Leoben
Kfz-Kennzeichen: LE
FlĂ€che: 107,77 kmÂČ
Koordinaten: 47° 23â€Č N, 15° 6â€Č O47.38166666666715.097222222222541Koordinaten: 47° 22â€Č 54″ N, 15° 5â€Č 50″ O
Höhe: 541 m ĂŒ. A.
Einwohner: 24.600 (1. JĂ€n. 2011)
Bevölkerungsdichte: 228,26 Einw. pro kmÂČ
Postleitzahl: 8700
Vorwahl: 03842
Gemeindekennziffer: 6 11 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Erzherzog-Johann-Straße 2
8700 Leoben
Website: www.leoben.at
Politik
BĂŒrgermeister: Matthias Konrad (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(31 Mitglieder)
18 SPÖ, 5 ÖVP, 3 KPÖ-Werner Murgg, 3 ParteiunabhĂ€ngige, 2 FPÖ
Lage der Stadt Leoben im Bezirk Leoben
Eisenerz Gai Hafning bei Trofaiach Hieflau Kalwang Kammern im Liesingtal Kraubath an der Mur Leoben Mautern in Steiermark Niklasdorf Proleb Radmer Sankt Michael in Obersteiermark Sankt Peter-Freienstein Sankt Stefan ob Leoben Traboch Trofaiach Vordernberg Wald am Schoberpaß SteiermarkLage der Gemeinde Leoben im Bezirk Leoben (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Leoben [eigentl. leˈoːbənÌ©, meist realisiert als leˈoːbm oder leˈoːm] ist mit 24.600 Einwohnern (Stand 1. JĂ€nner 2011) die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt des österreichischen Bundeslandes Steiermark, wirtschaftliches Zentrum der Obersteiermark und Hauptstadt des gleichnamigen Bezirks. Die Stadt weist eine lange Tradition im Berg- und HĂŒttenwesen auf, hat mit einem Werk der voestalpine AG im Stadtteil Donawitz einen der bedeutendsten Standorte der österreichischen Eisen- und Stahlindustrie und ist Sitz der MontanuniversitĂ€t Leoben.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Leoben liegt im mittleren Murtal, rund 8 km östlich von Sankt Michael in Obersteiermark und 15 km westlich von Bruck an der Mur. Der alte Stadtkern wurde in einer Flussschlinge („Murschleife“) knapp unter der MĂŒndung des von Nordwesten kommenden Vordernberger Baches begrĂŒndet. Damit bildet die Stadt den sĂŒdlichen Ausgangspunkt der österreichischen Eisenstraße. Heute erstreckt sie sich auf beiden Seiten des Flusses bis an die Bergflanken. Diese sind im Norden die AuslĂ€ufer des Hochschwabs, im SĂŒden die AbhĂ€nge der Gleinalpe und im Westen die AuslĂ€ufer der Eisenerzer Alpen.

Die FlĂ€che der Stadtgemeinde betrĂ€gt rund 108 kmÂČ, wovon knapp 79 % bewaldet sind. Der tiefstgelegene Punkt in der Stadt liegt auf 515 m Seehöhe, der höchstgelegene Punkt ist der Gipfel des Wetterkogels auf 1.643 m im Ă€ußersten SĂŒdosten des Stadtgebietes.

Stadtgliederung
Katastralgemeinden von Leoben

Die Stadt gliedert sich in 9 Stadtteile bzw. in 10 Katastralgemeinden (KG). Diese sind

  • 1. Leoben (0,6 kmÂČ)
  • 2. Judendorf (6,8 kmÂČ)
  • 3. Waasen (2,9 kmÂČ)
  • 4. Donawitz (8,1 kmÂČ)
  • 5. Leitendorf (5,0 kmÂČ)
  • 6. Prettach (7,6 kmÂČ)
  • 7. Göss (8,2 kmÂČ)
  • 8. MĂŒhltal (10,8 kmÂČ)
  • 9. Gössgraben-Göss (31,3 kmÂČ)
  • 10. Schladnitzgraben (26,4 kmÂČ)


Als Stadtteile gelten:

  • Donawitz (im Nordwesten der Stadt)
  • Göss (im SĂŒden der Stadt)
  • Hinterberg (im Westen der Stadt)
  • Josefee (im Zentrum der Stadt, liegt ihm nördlichen Teil der KG Leoben; Ende des 19. Jahrhunderts als „Neustadt“ planmĂ€ĂŸig errichtet)
  • Judendorf-Seegraben (im Norden und Nordosten der Stadt; Judendorf war bis 1496 eine jĂŒdische Siedlung, in einer weiteren, östlich der Innenstadt gelegenen Murschleife. Der heutige Stadtteil entstand im 19. Jahrhundert als Bergarbeitersiedlung. Seegraben bildet den nördlichen und östlichen Teil der KG Judendorf. UrsprĂŒnglich zum Stadtteil Judendorf gehörig, wird es heute als eigener Stadtteil bezeichnet. Es ist fĂŒr den stillgelegten Bergbau Seegraben bekannt.)
  • Leitendorf (bildet den östlichen Teil der gleichnamigen KG und verbindet die Waasenvorstadt mit Göss)
  • Lerchenfeld (im östlichen Teil der KG MĂŒhlthal, sĂŒdöstlich der Innenstadt gelegen)
  • MĂŒhlthal (sĂŒdlich der Innenstadt gelegen, bildet den westlichen Teil der gleichnamigen KG)
  • Waasen (westlich der Innenstadt als Vorstadt gelegen)

Zum Stadtgebiet von Leoben gehören auch die Siedlungen Auwald, Kreith, MĂŒnzenberg, Nennersdorf, Neudorf, Proleber-Siedlung und Schladnitzdorf.

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte Leobens
Leoben um 1900

Die erste Nennung des Namens „Liupina“ findet sich in einer Schenkungsurkunde von König Ludwig dem Kind an den Gaugrafen Aribo II., Graf zu Göss-Schladnitz, im Jahr 904. Eine Siedlung unter dem Namen „Forum Liuben“ wird erstmals im Jahr 1173 genannt, diese befindet sich rund um die Jakobskirche. Ab 1261 wird unter König Ottokar II. die Stadt nordwĂ€rts an ihre jetzige Stelle in der „Murschleife“ verlegt, in diese Zeit fĂ€llt auch die Verleihung des Stadtrechts. 1314 findet sich die erste ErwĂ€hnung als Eisenhandelsplatz („Raueisenverlagsort“). 1480 wird beim TĂŒrkensturm die „Waasenvorstadt“ im Westen in Brand gesteckt, auch die dortige Kirche „Maria am Waasen“ fĂ€llt dem Feuer zum Opfer.

Bevölkerungsentwicklung
Datum Einwohner *)
1869 11.062
1880 14.129
1890 17.900
1900 25.529
1910 29.462
1923 32.535
1934 31.112
1939 33.471
1951 35.653
1961 36.259
1971 35.598
1981 31.989
1991 28.897
2001 25.804
2008 25.102
2011 24.600
*) inklusive der 1939
eingemeindeten Stadtteile

In den Wirren von Reformation und Gegenreformation dient die Stadt im Jahr 1525 als wichtiger StĂŒtzpunkt zur Niederschlagung des Knappenaufstandes im Ennstal und rund um Schladming. Trotzdem bekennt man sich 1572 am Brucker Ausschusslandtag offiziell zum Augsburger Bekenntnis, was jedoch nur bis 1613 von Bestand ist. In diesem Jahr beginnt die Rekatholisierung; der Jesuitenorden grĂŒndet eine Niederlassung in Leoben und errichtet 1660–1665 die Kirche St. Xaver zu Leoben.

1797 trafen sich französische und österreichische Gesandtschaften in Leoben. Dort schlossen Napoleon und die Vertreter Österreichs den Vorfrieden von Leoben. 1805 wurde die Stadt von den durchziehenden Franzosen besetzt.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts gab es eine langsame, aber stetige Weiterentwicklung. DafĂŒr geben unter anderem die folgenden Ereignisse Zeugnis ab:

  • Verlegung der bergmĂ€nnischen Lehranstalt nach Leoben im Jahr 1849. Diese Lehranstalt ist der VorgĂ€nger der MontanuniversitĂ€t.
  • GrĂŒndung der Handels- und Gewerbekammer ein Jahr spĂ€ter
  • Errichtung des Gaswerkes und der Gasbeleuchtung in weiten Teilen Leobens 1884
  • Bereits 1906 Inbetriebnahme der ersten elektrischen Straßenbeleuchtung

Auch in der folgenden ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts konnten sich zahlreiche Betriebe in Leoben etablieren.

Von ca. 1782 bis 1859 war die Stadt Zentrum des Bistums Leoben und damit Bischofssitz. 1859 erfolgte die Vereinigung mit der Diözese Graz-Seckau.

1939 wurden die beiden bis dahin selbststÀndigen Gemeinden Göss und Donawitz eingegliedert, wodurch sich die Einwohnerzahl der Stadt verdreifachte.

Schwierige wirtschaftliche Zeiten musste die Stadt in den 1960er-Jahren (Schließung des Kohlebergbaus Seegraben) und den 1980ern (EinschrĂ€nkung der Eisen- und Stahlindustrie in der HĂŒtte Donawitz) ĂŒberstehen. Durch eine Umorientierung in neue Richtungen gelang es auch diese Krise zu ĂŒberstehen:

  • moderne Technologien (z. B. Leiterplattenwerk Hinterberg)
  • Kongressstadt (Errichtung des Kongresszentrums)
  • Kultur und Tourismus (Landesausstellung 1997 und jĂ€hrlich neue ethnologische Ausstellungen)

Politik

Als Industriestadt ist Leoben traditionell sozialdemokratisch dominiert. Auch zurzeit stellt die SPÖ die stĂ€rkste Fraktion (absolute Mehrheit) im Gemeinderat und mit Matthias Konrad den BĂŒrgermeister.

Im Gemeinderat sind fĂŒnf Fraktionen vertreten:

Wappen

Das Wappen der Stadt Leoben zeigt auf rotem Grund einen weißen Vogel Strauß mit je einem Hufeisen in Schnabel und Klaue. Es ist bereits seit dem Mittelalter in Verwendung und geht auf Legenden vom „Eisen fressenden Strauß“ zurĂŒck. Die Ă€lteste Darstellung des Stadtwappens findet sich auf dem Siegel einer Urkunde aus dem Jahr 1298.

StÀdtepartnerschaften
  • Xuzhou in der Volksrepublik China, seit 1994

Wirtschaft und Infrastruktur

Leoben 2009

Bei der ArbeitsstÀttenzÀhlung der Statistik Austria mit Stichtag 15. Mai 2001 wurden in Leoben 1.203 ArbeitsstÀtten (darunter 9 mit mehr als 100 und 8 mit mehr als 200 BeschÀftigten) mit insgesamt 15.114 BeschÀftigten gezÀhlt.

In Leoben befindet sich auch das Justizzentrum Leoben.

AnsÀssige Unternehmen
  • Brauerei Göss: Die 1459 erstmals erwĂ€hnte Brauerei wurde 1860 vom galizischen Braumeister Max Kober erworben und ausgebaut, sodass sie bald zur drittgrĂ¶ĂŸten Brauerei des Landes wurde (1929: 420.000 hl Ausstoß). Heute ist sie Mitglied der Brau Union Österreich AG und produziert jĂ€hrlich mehr als 1 Mio. Hektoliter Bier.
  • voestalpine AG: HĂŒttenwerk in Leoben-Donawitz, rund 2300 BeschĂ€ftigte, Produktion von Eisenbahnschienen und Walzdraht.
  • Österreichische Novopan Holzindustrie: Holzspanplattenwerk in Leoben-Göss, gegrĂŒndet 1951 von Franz Mayr-Melnhof. Dieses Werk wurde im Februar 2010 aufgrund der Wirtschaftskrise geschlossen.
  • AT & S (Austria Technologie und Systemtechnik AG): Das 1984 gegrĂŒndete, weltweit tĂ€tige Leiterplattenwerk hat seinen Stammsitz in Leoben-Hinterberg.
  • Mayr-Melnhof Holz GmbH: SĂ€gewerk und Holzgroßhandel
  • Knapp Systemintegration GmbH: Logistiksoftware und Integrationslösungen
  • RHI Technologiezentrum Leoben
  • Leoben City Shopping: Einkaufszentrum in der Leobener Innenstadt

Bildung

  • MontanuniversitĂ€t Leoben: Leoben beherbergt mit der MontanuniversitĂ€t eine der HauptausbildungsstĂ€tten Europas fĂŒr HĂŒttenwesen (Metallurgie) und andere montanistische Studien wie Bergbau, Montanmaschinenwesen, Werkstoffwissenschaften und Erdölwesen.
  • HTL-Leoben: Neben der UniversitĂ€t gibt es noch die Höhere Technische Lehranstalt (HTL)-Leoben, die den Grundstock fĂŒr angehende Metallurgen legt. Sie ist mit ihren Ausbildungszweigen Maschineningenieurwesen-Metallurgie und Wirtschaftsingeneurwesen-Logistik einzigartig in Österreich.
  • Europa Hauptschule: Die Schwerpunkte der im Stadtteil Donwaitz befindlichen Europa Hauptschule sind EDV und Technik. Ein von der EuropĂ€ischen Union gefördertes Projekt ermöglicht die Partnerschaft mit der schwedischen Karlbergsskolan in Karlskoga, mit der dĂ€nischen „Vester Mariendal Skole“ in Aalborg und mit der norwegischen „KrĂ„kerĂžy Ungdomsskole“ in Fredrikstad. Seit Oktober 2007 gilt die Europa Hauptschule Leoben als beste Hauptschule in Österreich und erreichte bei einem landesweitem Ranking der Haupt- und Mittelschulen den zweiten Platz.
  • BG/BRG Leoben Alt (BG/BRG Leoben 1): Das BG/BRG Leoben Alt befindet sich im Stadtteil Waasen und besteht seit dem 19. Jahrhundert. Es gibt einen realistischen, einen musischen Schwerpunkt und in den ersten vier Klassen auch einen ohne Schwerpunkt. Nach der 4. Klasse kann zwischen Latein, Spanisch und Italienisch mit oder ohne IKT gewĂ€hlt werden. Zur Schule gehört eine Tagesheimschule mit Nachmittagsbetreuung.
  • BG/BRG Leoben Neu: Das unmittelbar neben dem alten Gymnasium befindliche BG/BRG Leoben Neu ist österreichische UNESCO-Projektschule und besteht seit 1977. Ab der 3. Klasse entscheiden sich die SchĂŒler fĂŒr eine naturwissenschaftliche oder eine sprachliche Ausrichtung, wobei eine endgĂŒltige Festlegung erst in der Oberstufe erfolgt. Nach der Genehmigung durch den Landesschulrat fĂŒr Steiermark ist das Neue Gymnasium die erste höhere Schule der Stadt, fĂŒr deren SchĂŒler die durch die Autonomie erworbenen besonderen Qualifikationen auch in den Zeugnissen aufscheinen. Im naturwissenschaftlichen Bereich wurde die Schule Physikweltmeister (AYPT) im Team. Im Bereich der kulturellen Bildung unterrichten mit dem Maler und Bildhauer Herbert Lerchegger (Bildende Kunst) und dem Schriftsteller GĂŒnther Freitag (Literatur) zwei TrĂ€ger des Kulturpreises der Stadt Leoben. Auch hier besteht die Möglichkeit einer Nachmittagsbetreuung.
  • BORG Leoben: Seit dem Schuljahr 2011/2012 besteht (als Abspaltung vom BORG Eisenerz) in Leoben in enger Kooperation mit dem BG/BRG Leoben Neu ein Bundes-Oberstufen-Realgymnasium mit zwei Zweigen: Sportzweig und Kreativzweig mit kĂŒnstlerischem Schwerpunkt.[1]
  • HBLA (Höhere Bundeslehranstalt) und HASCH (Handelsschule): In Donwatiz befinden sich eine HBLA fĂŒr wirtschaftliche Berufe mit dem Ausbildungszweig IKW (Internationale Kommunikation in der Wirtschaft) sowie eine Handelsschule.

Verkehr

  • Eisenbahn: An der Bahnstrecke Bruck an der Mur–Leoben gelegen ist Leoben eine wichtige Drehscheibe fĂŒr den Eisenbahnverkehr. Hier zweigt die Erzbergbahn nach Hieflau ab, die im Personenverkehr aber nicht mehr regulĂ€r verkehrt. Leoben ist Systemhalt der Intercity-Linien Wien – Villach und Graz – Bischofshofen – Salzburg/Innsbruck. Allerdings sollen ab dem Jahr 2022 die FernzĂŒge Wien – Klagenfurt – Villach ĂŒber die Koralmbahn gefĂŒhrt werden und somit nicht mehr nach Leoben kommen. Die letzten direkten ZĂŒge nach Linz wurden mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2010 eingestellt.
  • Straße: Leoben liegt an der Semmering Schnellstraße S6 sowie an der Leobener Straße B116 und ist ĂŒber die wenige Kilometer lange B115a mit der Eisenstraße B115 verbunden.
  • Nahverkehr: Zwischen 1949 und 1973 deckte der Oberleitungsbus Leoben die Hauptlinien des innerstĂ€dtischen Verkehrs ab, er wurde durch Omnibusse ersetzt.

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

  • Stadttheater Leoben: Das am 6. Juli 1790 gegrĂŒndete Theater wird noch heute bespielt und ist damit das Ă€lteste durchgehend bespielte Theater Österreichs.
Schwammerlturm und MurbrĂŒcke
Hauptplatz mit altem Rathaus
Das Hacklhaus am Hauptplatz
Altes MuseumsgebÀude mit den Anbauten von 1997
  • Mautturm („Schwammerlturm“): Eines der ersten Bauwerke, das nach der Verlegung der Stadt in die Murschleife errichtet wurde, war der Mautturm (1280), der den Zugang zur Stadt von Westen her ĂŒberwachte. 1512 wurde er renoviert.1615 wurde er von Peter Carlone von Grund auf neu errichtet. Durch ein Erdbeben am 6. Februar 1794 wurde er schwer beschĂ€digt, aber schon bald wieder instand gesetzt. Damals erhielt er die pilzförmige Haube die das ursprĂŒngliche Spitzdach ersetzte, der er seinen heutigen Namen verdankt. Noch heute fĂŒhrt die Straße vom Zentrum in den Westen durch das schmale Turmtor. Seine Geschichte ist durch den folgenden launigen, nicht ganz korrekten Spruch, von Johann Max Tendler entstanden 1845, der flussseitig ĂŒber den Durchgang an die Wand geschrieben ist, zusammengefasst: (Die beiden letzten Zeilen wurden nach Ende des Zweiten Weltkrieges von Josef Freudenthaler verfasst und 1954 hinzugefĂŒgt).

1280 bin ich erstanden da,
1794 war ich dem Sturze nah,
ich bin somit in jedem Falle
sehr alt und Àlter als ihr alle,
sah viele Feinde durch mich gehen
und blieb doch immer aufrecht stehen,
sah viermal auch die Franken schon,
doch immer fest den Kaiserthron,
sah Krieger jĂŒngst aus Ost und West,
blieb auch in diesen StĂŒrmen fest.

  • Altes Rathaus: Das alte Rathaus am Hauptplatz wurde 1485 erbaut und erhielt 1568 einen fĂŒnfseitigen Eckturm. 1607 wurde es um die sĂŒdlich angrenzenden NachbarhĂ€user erweitert. AnlĂ€sslich des Besuches von Kaiser Karl VI. 1728 wurde die Wappenreihe der habsburgischen LĂ€nder an der Frontseite des Hauses hinzugefĂŒgt. Bis 1973 war es Sitz der Stadtverwaltung. Nach Errichtung des Rathaus-Neubaus wird im alten GebĂ€ude ein Einkaufs- und Kongresszentrum untergebracht.
  • Hauptplatz: Auf dem 1997 nach PlĂ€nen von Architekt Boris Podrecca neu gestalteten Hauptplatz sind neben dem alten Rathaus noch folgende Bauten erwĂ€hnenswert:
    • Hacklhaus: Am Hauptplatz befindet sich dieses Haus aus dem 16. Jahrhundert mit reich verzierter Stuck-Fassade von 1680 (Darstellung der von Gewappneten flankierten vier Jahreszeiten von rechts beginnend: Winter, Herbst, Sommer, FrĂŒhling in der unteren Reihe und der christlichen Tugenden in der oberen Reihe von rechts beginnend: StĂ€rke, Liebe, Glaube, Gerechtigkeit, Hoffnung, Wahrheit). Benannt ist das Haus nach einem seiner Besitzer Georg Hackl.
    • DreifaltigkeitssĂ€ule: Als PestsĂ€ule wurde sie von Johann Jacob Schoy gestaltet und 1718 errichtet. Die MittelsĂ€ule wird von insgesamt sechs Heiligenfiguren flankiert.
    • Bergmannsbrunnen: Der Bergmannsbrunnen befindet sich am sĂŒdlichen Ende des Hauptplatzes. Er wurde 1799 vom Steinmetzmeister Franz Pack errichtet. Er ist mit der Darstellung eines Berknappen versehen.
    • Engelsbrunnen: Der Engelsbrunnen befindet sich am nördlichen Ende des Hauptplatzes. Er wurde 1794 von Josef Carlone errichtet. Über seinem Becken befindet sich die Darstellung eines Engels, der einen Schild mit den Wappen von Leoben hĂ€lt.
  • Neues Rathaus und Ausstellungszentrum: Das neue Rathaus wurde 1973 an der Murpromenade nördlich des Stadtturms als modernes BĂŒrogebĂ€ude errichtet. 1997 erfolgte aus Anlass der steirischen Landesausstellung die Erweiterung um einen Ausstellungsbereich, geplant von GĂŒnther Domenig. Dieser stellt gleichzeitig die Verbindung zum alten MuseumsgebĂ€ude her. Im Museum ist eine permanente Ausstellung zur Geschichte Leobens untergebracht (Schwerpunkte: Vorgeschichte, Wirken des Jesuitenordens in Leoben und die Zeit der Kriege gegen Frankreich). Das Ausstellungszentrum bietet jĂ€hrlich wechselnde Ausstellungen zu ethnologischen Themen, die in Kooperation mit dem Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim stattfinden.
    • 1998: China – Verborgene SchĂ€tze
    • 1999: Götter des Himalaja
    • 2000: Peru – Versunkene Kulturen
    • 2001: Ägypten – Im Reich der Pharaonen
    • 2002: Dschingis Khan
    • 2003: Geisha und Samurai
    • 2004: Faszination Vietnam
    • 2005: Mensch und Kosmos – PrĂ€kolumbische Kunst aus Mexiko
    • 2006: Die Welt des Orients – Kunst und Kultur des Islam
    • 2007: Gold und Jade – Sensationsfunde aus Chinesischen HerrschergrĂ€bern
    • 2008: Die Wikinger
    • 2009: Das Gold der Steppe – Sensationsfunde aus den FĂŒrstengrĂ€bern der Skythen und Sarmaten
    • 2010: Alexander der Große
    • 2011: Die RĂŒckkehr der Götter
  • Freimannsturm: Der Freimannsturm ist neben dem Mautturm der zweite erhalten gebliebene Wehrturm der Stadtbefestigung. Er wurde im spĂ€ten 13. Jahrhundert als sĂŒdwestliches Wehreck an der Stadtmauer errichtet. Der obere Teil des Turmes mit den Schießscharten und den Spitzdach erhielt sein Aussehen nach dem TĂŒrkeneinfall von 1480. Im Mittelalter war er Sitz des Scharfrichters, des sogenannten „Freimanns“, daher der Name.
  • Maßenburg: Ende des 13. Jahrhunderts sĂŒdlich der Altstadt auf dem Maßenberg als Wehranlage errichtet. Im 16. Jahrhundert wurde die Burg ausgebaut. Seit dem 19. Jahrhundert ist der Wehrbau eine Ruine. Im Jahr 2000 wurden die Reste der Burg restauriert, und eine Aussichtsplattform ĂŒber den westlichen Wehrturm errichtet.
Kirche des ehemaligen Stiftes Göss
  • Stift Göss: ehemaliges Benediktinerinnen-Stift, gegrĂŒndet vor 1020 durch Pfalzgraf Aribo I., ist das Ă€lteste Kloster der Steiermark. 1782 wurde das Kloster aufgehoben, diente aber von 1784 bis 1800 als Bischofssitz des Bistums Leoben. SpĂ€tgotisches Kirchenschiff (um 1520) ĂŒber einer frĂŒhromanischen Krypta (um 1000), ausgestattet mit einem klassizistischen Hochaltar 1793. Flankiert von einer allein stehenden frĂŒhgotischen Michaelskapelle 1271–83 mit sehenswerten Fresken dieser Zeit. Aus dem Stift Göss stammt das Ă€lteste erhaltene christliche Messgewand, der „Gösser Ornat“. Es wurde um 1260 als Seidenstickerei angefertigt und kann heute im Museum fĂŒr Angewandte Kunst in Wien besichtigt werden.
  • St. Jakob: Die St. Jakobskirche wurde 1188 erstmals urkundlich erwĂ€hnt, bis 1811 Hauptkirche von Leoben. Romanischer Kern mit zahlreichen gotischen Anbauten, Inneneinrichtung aus dem Barock (1771)
  • Maria am Waasen: Die Waasenkirche Maria am Waasen wurde 1149 gegrĂŒndet, bis 1772 zum Stift Göss zugehörig. Das gotische Kirchenschiff stellt mit dem Turm, der erst 1900 errichtet wurde, mit 70 m Höhe das höchste Bauwerk der Stadt. Die neogotische Innenausstattung stammt aus 1845. Die wertvollen gotischen Glasfenster im Chor sind aus dem 15. Jh.
  • St. Xaver zu Leoben: Die Stadtpfarrkirche St. Xaver zu Leoben wurde 1660–65 von den Jesuiten (unter Baumeister Pietro Francesco Carlone) errichtet, die Niederlassung geht auf Kaiser Ferdinand II. zurĂŒck. Mit der Aufhebung der Gesellschaft Jesu 1773 verließ der Orden Leoben; das Gymnasium ĂŒbernahm der Staat und die Kirche wurde 1811 Pfarrkirche. FrĂŒhbarockes Bauwerk, im Wesentlichen unverĂ€ndert erhalten.
  • Gustav-Adolf-Kirche: die einzige evangelische Kirche Leobens, gegenĂŒber dem Hauptbahnhof an der Mur gelegen, wurde 1908 vom Wiener Architekten Clemens Kattner errichtet. Sie ist eine dreischiffige Kreuzkirche mit drei Emporen und Orgelchor, Fassungsraum 600 Personen (360 SitzplĂ€tze), mit Pfarrhaus durch Gang verbunden, GlasgemĂ€lde von Schneider, BĂŒste Gustav Adolfs, Gemeindesaal fĂŒr Bibelstunden, Vereinsleben und Jugendarbeit, denkmalgeschĂŒtzte Walcker Orgel von 1909 (derzeit nicht spielbar).
  • Redemptoristenkolleg Leoben: Die Redemptoristenkirche St. Alfons (Klosterkirche) war die einzige Kirche der Redemptoristen in Leoben. Die Grundsteinlegung fĂŒr den Bau der Kirche erfolgte 1846. Durch die Revolution von 1848 wurde der Bau unterbrochen. Die Kirche wurde erst 1854 fertiggestellt. 2010 verließen die letzten Redemptoristen Leoben. Oktober 2010 wurde im ehemaligen Redemptoristenkloster in der Leobener Gösserstraße ein Studentenheim mit 39 PlĂ€tzen eröffnet.
  • Erzbergbahn: Bahnstrecke, die teilweise als Museumsbahn ĂŒber den PrĂ€bichl nach Eisenerz und Hieflau fĂŒhrt.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

  • Ausstellungszentrum: jĂ€hrlich wechselnde ethnologische Ausstellungen im Ausstellungszentrum jeweils von April bis Oktober
  • Internationale Sommerphilharmonie: Reihe klassischer Konzerte im Juli
  • LE-Music-Night: zwei Mal jĂ€hrlich, jeweils am Pfingstsonntag und am 25. Oktober, mit regionalen und internationalen Bands
  • Stadt-Land-Fest: meistens am 3. Wochenende im September; soll Stadt- und Landleben fĂŒr einen Tag vereinen
  • Gösser Kirtag: jedes Jahr am Donnerstag nach dem ersten Sonntag im Oktober
  • Ledersprung: studentischer Brauch an der MontanuniversitĂ€t, Ende November/Anfang Dezember
  • Adventmarkt: alljĂ€hrlich am Hauptplatz mit KunsthandwerkstĂ€nden und tĂ€glichem Rahmenprogramm

Sport

Personen

Söhne und Töchter der Stadt:

Personen mit Beziehung zur Stadt:

Literatur

  • GĂŒnther Jontes: Leoben, die alte Bergstadt. Geschichte, Kunst, Gegenwart. Podmenik, Fohnsdorf 1989, ISBN 3-900-662-20-7.
  • Alfred Joham: Leoben. Bauentwicklung und Stadtbefestigung. Eine stadtmorphologische Studie zur Leobener Innenstadt. Schriftenreihe des Instituts fĂŒr Geschichte der Karl-Franzens-UniversitĂ€t Graz, Band 17, ZDB-ID 1447950-3. Selbstverlag des Instituts fĂŒr Geschichte der Karl-Franzens-UniversitĂ€t Graz, Graz 2009, ISBN 978-3-9502834-0-2.
  • Elfriede Maria Huber-Reismann: Die medizinische Versorgung der Stadt Leoben vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Eine sozial-historische Quellenstudie als Beitrag zur Medizingeschichte sowie zur steirischen Stadtgeschichtsforschung. Dissertation. UniversitĂ€t Graz, Graz 2009. â€“ Volltext online (PDF).

Weblinks

 Commons: Leoben â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ BORG Leoben abgerufen am 15. November 2011.
  2. ↑ Judo & Freizeit Leoben – SpendegĂŒtesiegel abgerufen am 17. Oktober 2010.

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   WikipĂ©dia en Français

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  • Leoben — (Loiben, Leaben, Luiben), Stadt u. Bezirk an der Mur im Kreise Bruck (Steyermark); hat Dechantkirche, Oberbergamt, Berggericht, Gymnasium, Bergakademie, Kapuziner u. Dominicanerkloster, Theater, Kupferhammer u. 3 EisenhĂ€mmer, Drahtzug, großes… 
   Pierer's Universal-Lexikon

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   Kleines Konversations-Lexikon

  • Leoben — Leoben, österr. Stadt in Steyermark, an der Mur, Sitz einer Berghauptmannschaft, Hauptniederlage des steyerschen Roheisens, hat 2500 E., Eisen und KupferhĂ€mmer. FriedensprĂ€liminarien 18. April 1797 zwischen Frankreich und Oesterreich 
   Herders Conversations-Lexikon

  • Leoben — This article is about the city in Austria. For the Battlestar Galactica character, see Leoben Conoy. Leoben Main square and old city hall 
   Wikipedia

  • Leoben — Mautturm con su catedral y el rĂ­o Mura. Plaza Mayor: Hacklhaus 
   Wikipedia Español

  • Leoben — â–Ș Austria       town, southeast central Austria, on the Mur River, northwest of Graz. An ancient settlement, it was reestablished as a town by Ottokar II of Bohemia about 1263. Medieval buildings include the Maria am Waasen Church (12th century,… 
   Universalium

  • Leoben — Original name in latin Leoben Name in other language Leoben, Leobenas, Leobene, Leompen, Liupina, lai ao ben, le oben, leobeni, lywbn, reoben, Đ›Đ”ĐŸĐ±Đ”Đœ State code AT Continent/City Europe/Vienna longitude 47.3765 latitude 15.09144 altitude 543… 
   Cities with a population over 1000 database


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