Leonardo da Vinci

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Leonardo da Vinci
So genanntes Selbstbildnis Leonardo da Vincis, um 1512 (Rötelzeichnung, Biblioteca Reale, Turin). Die Urheberschaft ist umstritten. Hans Ost schrieb es 1980 Giuseppe Bossi zu.[1]
   Leonardo da Vinci
(Standbild, Uffizien, Florenz)

Leonardo da Vinci [ˌleoˈnardo da ˈvintʃi] (* 15. April 1452 in Anchiano bei Vinci; † 2. Mai 1519 auf Schloss Clos LucĂ©, Amboise, eigentlich Leonardo di ser Piero, toskanisch auch Lionardo) war Maler, Bildhauer, Architekt, Anatom, Mechaniker, Ingenieur und Naturphilosoph. Sein Namenszusatz „da Vinci“ ist kein Familienname, sondern bedeutet aus Vinci. Der Geburtsort Vinci ist ein Kastell bzw. befestigtes HĂŒgeldorf und liegt im Florentiner Territorium (ca. 30 km westlich von Florenz) nahe Empoli.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft, Lehre und Studien (1452–1481)

Herkunft

Leonardos Eltern waren der 25-jĂ€hrige Notar Piero da Vinci und nach neuestem Forschungsstand mit hoher Wahrscheinlichkeit die getaufte, damals 22-jĂ€hrige arabische Sklavin Caterina, die bei Piero vorĂŒbergehend als Magd arbeitete.[Anmerkung 1] Die Mutter heiratete wenig spĂ€ter den Töpfereibesitzer Accattabriga di Piero del Vacca aus Vinci und bekam fĂŒnf weitere Kinder. Der Vater Piero war seinerseits viermal verheiratet und hatte von seinen beiden letzten Frauen neun Söhne und zwei Töchter. Nach der Trennung von Caterina nahm er Leonardo als leiblichen Sohn an. Als erfolgreicher Notar gehörten zu seinen Klienten die Medici wie auch Mitglieder der regierenden Signoria, des Rats des Stadtstaates Florenz.

Leonardo verbrachte den grĂ¶ĂŸten Teil seiner Jugend in Florenz. Schon frĂŒh interessierte er sich fĂŒr Musik, Zeichnen und Modellieren. Sein Vater zeigte einige seiner Zeichnungen Andrea del Verrocchio, der die kĂŒnstlerische Begabung des Jungen erkannte und ihn in seine Werkstatt aufnahm.

Lehrjahre bei Verrocchio

Verrocchio war einer der bedeutendsten Bildhauer im damaligen Florenz, außerdem als Goldschmied und Maler tĂ€tig. In seinem Atelier lernte und arbeitete Leonardo etwa von 1470 bis 1477, unter anderem in Gesellschaft von Lorenzo di Credi und anderen SchĂŒlern, die weniger berĂŒhmt geworden sind.

Taufe Christi, von Verrocchio und Leonardo, um 1475
Blumen, Skizze Leonardos

Im Alter von 20 Jahren hatte Leonardo seine Lehrzeit abgeschlossen, arbeitete aber weiter in Verrocchios Werkstatt. Er soll – so berichtet u. a. Giorgio Vasari, ein Pionier unter den Kunstchronisten und erster Biograph Leonardos – auf dem Bild Taufe Christi, das Verrocchio fĂŒr die Mönche von Vallombrosa malte, den auf der linken Seite knienden Engel in das Bild seines Lehrers eingefĂŒgt haben (heute in den Uffizien in Florenz zu sehen). Das ursprĂŒnglich in Tempera gemalte Bild wurde spĂ€ter z. T. in Öl ĂŒbermalt (evtl. von Leonardo), so dass ein fundiertes Urteil ĂŒber die Urheberanteile schwierig ist. Leonardos Beitrag wird nicht nur im Gesicht des Engels, sondern auch in Teilen der Bekleidung und des landschaftlichen Hintergrunds vermutet. Im linken Teil des Landschaftshintergrundes ist bereits Leonardos Sfumato-Technik zu erkennen, seine charakteristische Weichzeichnung von Motiven. Das Bild wird um das Jahr 1475 datiert, in dem auch das Bild VerkĂŒndigung an Maria und Leonardos Studien fĂŒr FaltenwĂŒrfe von GewĂ€ndern und das Profil eines Kriegers entstanden.

Seit 1472 findet sich Leonardos Name in den Listen der St.-Lukas-Gilde, der Malergilde von Florenz. Hier lebte und arbeitete er weitere zehn Jahre und arbeitete gemeinsam unter anderen mit den Malern Sandro Botticelli und Pietro Perugino. Im Gegensatz zum spĂ€ter geborenen Michelangelo (* 1475) wurde Leonardo als offen und freundlich geschildert. Er hatte jedoch auch einen Hang zur Einsamkeit und wurde beschrieben mit den Worten: „Wenn du allein bist, wirst du dir ganz gehören.“ (Codex Ashburnham I 27 v.)

Ihm wurde zudem nachgesagt, homosexuell gewesen zu sein. Der großgewachsene, attraktive, musikalisch und darstellerisch talentierte und immer extravagant gekleidete Leonardo – der zeitlebens MĂ€nnerfreundschaften pflegte – musste sich 1476 einer Anklage wegen Sodomie stellen. Ihm wurde vorgeworfen, mit dem 17-jĂ€hrigen Jacopo Saltarelli sexuellen Kontakt gepflegt zu haben, was jedoch nicht eindeutig geklĂ€rt werden konnte. Leonardo wurde freigesprochen.

Als sensibler KĂŒnstler begann er bereits frĂŒh, seine Gedanken und GefĂŒhle in NotizbĂŒchern (Codici) zu notieren. Aus seinen AusfĂŒhrungen ist abzuleiten, dass er nicht – wie andere RenaissancekĂŒnstler – die Pracht der antiken Kunst durch Imitation von Modellen wiederbeleben wollte, sondern sich als SchĂŒler der Natur berufen fĂŒhlte, die Schönheiten der Natur selbst und diese im Zusammenspiel mit Menschen darzustellen. MerkwĂŒrdige Formen von HĂŒgeln und Felsen, seltene Pflanzen und Tiere, Bewegungen des Wassers, ungewöhnliche Gesichter und Figuren von Menschen waren die Dinge, die er in seiner Malerei und in seinen Naturstudien aufgriff. Die frĂŒheste datierte Zeichnung ist die Arnolandschaft vom 5. August 1473 (heute in den Uffizien Florenz). Fast alle seine PortrĂ€ts hat er mit einem Natur-Hintergrund gemalt und in seinen NotizbĂŒchern eine Vielzahl an Pflanzen- und Tierstudien festgehalten.

1477 scheint er die besondere Gunst Lorenzo de Medicis gefunden und als freier KĂŒnstler unter dessen Patronage gearbeitet zu haben. Es entstanden erste PortrĂ€ts und Marienbilder, 1475–1478 die Madonna Benois (St. Petersburg, Eremitage), und 1478–1480 ein PortrĂ€t Ginevra de’ Bencis, einer Tochter von Amerigo de’ Benci, der Leonardos Leidenschaft fĂŒr kosmografische Studien teilte (Washington, National Gallery). 1481 erhielt er einen ersten grĂ¶ĂŸeren Auftrag vom Augustinerorden im Kloster San Donato in Scopeto nahe Florenz fĂŒr ein Altarbild [2] und zeichnete die Skizzen fĂŒr die Anbetung der Heiligen Drei Könige (heute: Uffizien). Trotz seines Talents und seiner Leistungen blieb er arm. Als sich fast alle seine KĂŒnstlerfreunde 1481 in Rom niederließen, um fĂŒr den Vatikan zu arbeiten, ergab sich fĂŒr ihn in Mailand die Chance einer festen Anstellung am Hof der Sforzas.

FrĂŒhe MailĂ€nder Jahre (1482–1499)

Die Sforzas regierten Mailand und die Lombardei von 1450 bis 1535. Francesco Sforza (* 1401; † 1466) war der erste Herzog und BegrĂŒnder der Dynastie, die eng mit den Medici zusammenarbeitete. Nach seinem Tode wurde sein Ă€ltester Sohn Galeazzo Herzog. Nach dessen Ermordung kam 1476 Ludovico Sforza (genannt il Moro / der Dunkle) als Protektor seines Neffen Gian Galeazzo Sforza – tatsĂ€chlich aber als Usurpator des Staates – an die Macht. Als er sich etabliert hatte, griff er ein Projekt zur Errichtung eines Reitermonumentes des Franceso Sforza, zu Ehren des GrĂŒnders des Herrscherhauses, wieder auf und suchte einen geeigneten KĂŒnstler. Von den Medici wurde der junge Leonardo empfohlen, der sich daraufhin am Hofe in Mailand vorstellte.

Ludovico Sforza von Francesco Napoletano, um 1494, Ausschnitt aus dem Sforza-Altar. Mailand, Pinacoteca di Brera

Wegen der bevorstehenden KĂ€mpfe zwischen Mailand und der Republik Venedig hat Leonardo in seinem Empfehlungsschreiben an den Herzog ausfĂŒhrlich und detailliert seine FĂ€higkeiten und Erfindungen in der MilitĂ€rtechnik erwĂ€hnt. Erst am Schluss des Briefes betonte er sein Können als Bauingenieur und Architekt und fĂŒgte schließlich einen kurzen Hinweis auf seine Kenntnisse als Maler und Bildhauer hinzu, die die Grundlage zu einer angemessenen AusfĂŒhrung des Monuments fĂŒr Francesco Sforza bilden könnten. Nach seiner Anstellung arbeitete Leonardo ĂŒber zwanzig Jahre (mit Unterbrechungen) fĂŒr die Sforzas.

In Mailand entwickelte sich Leonardo zum fĂŒhrenden KĂŒnstler und zum Organisator fĂŒr Hofzeremonien und FestivitĂ€ten. AnlĂ€sslich der Hochzeit des jungen Herzogs Gian Galeazzo mit Isabella von Aragon 1487 war der KĂŒnstler fĂŒr die BĂŒhnenbilder und KostĂŒme der Masque Il paradiso verantwortlich. Weiterhin hat ihn wohl die 1484–1485 in Mailand wĂŒtende Pest veranlasst, dem FĂŒrsten PlĂ€ne vorzulegen, nach welchen die Stadt unterteilt und nach verbesserten sanitĂ€ren Prinzipien wiederaufgebaut werden sollte. In seinem Notizbuch notierte er:

„Der mittlere, unterirdische Hauptkanal nimmt kein trĂŒbes Wasser auf, sondern Wasser, welches durch die GrĂ€ben außerhalb der Stadt fließt, mit vier MĂŒhlen am Eingang und vier am Ausgang. Dies macht man, indem das Wasser oberhalb von Romoloutino staut.“[3]

Leonardo, der im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen eine Ă€ußerst gepflegte Erscheinung war und sehr auf Sauberkeit achtete (und den Zusammenhang zwischen Pest und Schmutz erkannte), organisierte mit Hilfe von Booten die erste MĂŒllabfuhr in Mailand und trug somit zu einer wesentlichen Verbesserung der LebensqualitĂ€t in der Stadt bei.

In den Jahren 1485–1486 war er an der Planung der Verschönerung und VerstĂ€rkung des Castello und der Vollendung des MailĂ€nder Doms beteiligt. Er konnte sich allerdings nicht durchsetzen und entwarf daraufhin fĂŒr die junge Herzogin einen Badepavillon von ungewöhnlicher Raffinesse und Schönheit. Parallel dazu machte er Aufzeichnungen ĂŒber die Ergebnisse seiner Studien in Geometrie, Statik und Dynamik, menschlicher Anatomie sowie der PhĂ€nomene von Licht und Schatten und setzte sich eingehend mit dem Entwurf des Sforza-Reitermonuments auseinander. Intensiv betrieb er Studien ĂŒber die Bewegung und die Anatomie von Pferden und ĂŒber die Kunst bzw. Wissenschaft der Bronzebearbeitung und Gießtechnik. Das Reiterstandbild sollte die grĂ¶ĂŸte Bronzestatue der damaligen Zeit werden.


Der vitruvianische Mensch, Proportionsstudie nach Vitruv 1492

Nach sieben Jahren bereitete er 1490 auf DrĂ€ngen seines Auftraggebers sein Reiterstandbild-Modell - vorerst aus Ton - anlĂ€sslich der Heirat Ludovicos mit Beatrice d’Este zur VorfĂŒhrung vor. Im letzten Moment war er jedoch mit seiner Arbeit nicht zufrieden und begann noch einmal von vorn. Im selben Jahr verbrachte Leonardo ungestört einige Monate mit mathematischen und physikalischen Forschungen in den Bibliotheken und unter den Gelehrten von Pavia. Hierhin war er als Berater hinsichtlich einiger architektonischer Schwierigkeiten beim Bau der Kathedrale berufen worden. In Pavia erhielt er durch das Studium eines antiken Reitermonuments (des sogenannten Regisole, der 1796 zerstört wurde) neue Anregungen fĂŒr seinen Francesco Sforza. Aus dem Jahr 1492 stammt die Studie ĂŒber Körperproportionen nach Vitruv, sowie Proportions-Studien von menschlichen Körpern und Gesichtern und anatomische Studien, denn er wollte „das Innere des Menschen“ genau kennenlernen und begann an seinem Buch Von der menschlichen Figur zu arbeiten.

In den folgenden Jahren verschafften ihm die zunehmenden FestivitÀten und der Prunk des MailÀnder Hofes fortwÀhrend AuftrÀge, darunter die Komposition und Rezitation von Sagen, Fabeln und Prophezeiungen (d.h. moralischen und sozialen, im Futurum formulierten Satiren und Allegorien).

Bilder der MailÀnder Epoche

Zwischen 1483 und 1486 entstand die erste Fassung der Madonna in der Felsengrotte (Felsgrottenmadonna), die er fĂŒr die Bruderschaft der unbefleckten EmpfĂ€ngnis in der Kirche San Francesco in Mailand ausgefĂŒhrt hatte. Diese Fassung wurde nie ĂŒbergeben, da die Szene entgegen den WĂŒnschen der Bruderschaft in einer kalten, leblosen Höhle dargestellt ist und Jesus und Johannes der TĂ€ufer ohne Gold und Heiligenscheine gezeigt werden, was nicht dem Katholischen Dogma entsprach. 1499 gelangte dieses GemĂ€lde nach Frankreich, heute ist es im Louvre ausgestellt. Die zweite modifizierte Fassung – von der Bruderschaft akzeptiert – wurde zwischen 1493 und 1508 gemalt, von Leonardo begonnen und fortgefĂŒhrt von seinem SchĂŒler Ambrogio de Predis. Sie befindet sich heute in der National Gallery in London.

In den 80er Jahren beschĂ€ftigte sich Leonardo auch ausfĂŒhrlich mit technischen Herausforderungen. Seine NotizbĂŒcher sind voll mit Skizzen von Kriegsmaschinen, Flugmaschinen, Schiffen und Waffen. Um 1490 malte Leonardo als ein weiteres Madonnenbild die Madonna Litta (zumindest den Entwurf dazu) sowie das bekannte PortrĂ€t der Cecilia Gallerani (Dame mit dem Hermelin im Czartoryski-Museum in Krakau), einer MĂ€tresse Ludovico Sforzas. Zur gleichen Epoche zĂ€hlt das Bildnis eines jungen Mannes (PortrĂ€t des Musikers Franchino Gaffurio) und das Bildnis einer unbekannten Dame. Beide Bilder können allerdings nicht eindeutig Leonardo zugeordnet werden.

Cenacolo (Abendmahl)

Als Leonardo etwa 40 Jahre alt und davon fast zehn Jahre fĂŒr den MailĂ€nder Hof tĂ€tig gewesen war, bekam er von Ludovico Sforza den Auftrag, ein Bild fĂŒr die Stirnwand des Refektoriums der Konventskirche von Santa Maria delle Grazie in Mailand zu malen.

Das bereits wĂ€hrend der Entstehung von vielen KĂŒnstlern bewunderte Bild Das Abendmahl (Cenacolo), ein WandgemĂ€lde mit den Maßen von 8,8 x 4,6 m, entstand in den Jahren 1494 bis 1498. Es stellt den Moment dar, in dem Jesus seinen JĂŒngern mitteilt, dass einer von ihnen ihn in wenigen Stunden verraten wĂŒrde. Das Bild ist bis heute Gegenstand vieler Legenden.

Das Abendmahl (Secco), entstanden zwischen 1495 und 1498
Das Abendmahl (Secco), entstanden zwischen 1495 und 1498

Leonardo malte das Bild in Tempera auf eine getrocknete Gipswand (Seccomalerei) – kein Fresko und auch nicht in Öl, wie eine Legende spĂ€ter behauptete. Die Tempera-TrĂ€gersubstanz hielt nicht lange auf dem Gipsuntergrund und dieser auch nicht auf der Wand. Durch Feuchtigkeit und Schimmelbildung kam es zu AbblĂ€tterungen und Schuppenbildung. Dieser Prozess dauerte jahrzehntelang. Die Restaurierungsversuche im 18. Jahrhundert grĂŒndeten auf der falschen Annahme, das Werk sei in Öl ausgefĂŒhrt worden. So hat man es einmal mit Öl ĂŒberstrichen, in der Hoffnung, dadurch die Farben wiederherstellen zu können. Andere versuchten es mit unterschiedlichen „Geheimmitteln“, meistens schĂ€dlichen Lacken und Klebstoffen. Erst Mitte der 1970er Jahre konnte der weitere Verfall durch moderne Restaurierungstechniken aufgehalten werden, eine weitere Restaurierung folgte um die Jahrtausendwende. Der Zustand des Werks wurde mittlerweile mit einer Auflösung von 16 Gigapixel dokumentiert.[4]

Trotz der großen BeschĂ€digungen hinterließ das schon halb aufgelöste Bild immer wieder einen tiefen Eindruck auf die unterschiedlichsten Betrachter. Im Mai 1788 sah auch Goethe auf seiner RĂŒckreise aus Rom das Bild. SpĂ€ter schrieb er einen Aufsatz ĂŒber Leonardos Abendmahl, in dem es unter anderem heißt:

„
 wodurch Leonardo dieses Bild hauptsĂ€chlich belebte: Es ist die Bewegung der HĂ€nde; dies konnte aber auch nur ein Italiener finden. Bei seiner Nation ist der ganze Körper geistreich, alle Glieder nehmen teil an jedem Ausdruck des GefĂŒhls, der Leidenschaft, ja des Gedankens 
“

Um die Personen als Charaktere darstellen zu können, suchte Leonardo seine „Typen“ sorgfĂ€ltig aus und fertigte viele Gesichtsstudien an, siehe: Das letzte Abendmahl. Die Gesichter von Jesus und Judas blieben unvollendet, der Perfektionist Leonardo fand keine befriedigende Lösung fĂŒr eine malerische Darstellung.

Freundschaft mit Luca Pacioli

Nach dem Erfolg seines Werkes Das letzte Abendmahl fuhr Leonardo mit der Arbeit am Sforza-Monument – dem Cavallo – fort, dessen sieben Meter hohes Ton-Modell bereits drei Jahre lang im Corte Vecchio des Castello stand und allgemein bewundert wurde. Nun sollte das Monument in Bronze gegossen werden.

Leonardos Entwurf fĂŒr das Sforza-Monument, 1489

Hilfe fĂŒr die schwierigen Berechnungen fĂŒr den Bronzeguss bekam Leonardo von dem Mathematiker Luca Pacioli aus Borgo San Sepolcro, dessen Summa de aritmetica, geometrica etc. Leonardo bei ihrer Ersterscheinung in Pavia erworben hatte. Der Mathematiker bewunderte Leonardos Malereien und Skulpturen und mehr noch seine mathematischen, physikalischen und anatomischen Forschungen, die er in den Manuskriptsammlungen Leonardos kennen lernte. Beide arbeiteten an Paciolis nĂ€chstem Buch De divina proportione, (Über das göttliche VerhĂ€ltnis), das dem Goldenen Schnitt entsprach. Auch die seit der Antike bestehende mathematische Aufgabenstellung zur Quadratur des Kreises versuchten beide zu lösen.

Bald beteiligte sich Pacioli auch an der Fertigstellung der Innendekoration bestimmter Kammern des Castello, des Saletta Negra und des Sala delle Asse, die bereits von anderen KĂŒnstlern begonnen worden war. Bei Reparaturarbeiten Ende des 19. Jahrhunderts legte Paul MĂŒller-Walde unter den neu verputzten und getĂŒnchten Raumdecken Spuren von Leonardos Handwerk frei; so wurden im großen Sala delle Asse viele Spuren Leonardos gefunden. Ein Großteil der Dekoration war gut erhalten und deshalb restaurierbar. FĂŒr diese und andere kĂŒnstlerische Arbeiten wurde Leonardo 1498 mit einem Garten außerhalb der Porta Vercelli belohnt, zu einer Zeit, als Geld nur spĂ€rlich floss und sein Gehalt lange im RĂŒckstand war. Aber wiederum konnte er die Aufgabe nicht beenden, genauso wie das Bronze-Monument, das der Herzog aus Mangel an Bronze (die er fĂŒr Waffen benötigte) schließlich einstellen ließ. Dies half ihm aber nicht, seine Vertreibung im Jahre 1499 durch den französischen König Ludwig XII. zu verhindern. Ludovico musste fliehen, Leonardo und andere KĂŒnstler verließen Mailand.

Wanderjahre (1499–1512)

Wieder in Florenz

Als Leonardo und sein Freund Luca Pacioli Mailand im Dezember 1499 verließen, war ihr Ziel Venedig. Leonardo bot dort seine Dienste als Ingenieur an und stellte seine Kriegsmaschinen vor, darunter auch ein Taucheranzug fĂŒr den Unterwasserkampf. Er bekam jedoch keine Anstellung und zog weiter nach Mantua, wo er von der Herzogin Isabella Gonzaga empfangen wurde, die als kultivierteste Dame ihrer Zeit galt. Er versprach, zu einem spĂ€teren Zeitpunkt ein PortrĂ€t von ihr zu malen; zunĂ€chst fertigte er eine Kreidezeichnung an, die sich heute im Louvre befindet.

Anna selbdritt, Paris, Louvre

Die Freunde zogen im April 1500 nach Florenz, das gerade die Schreckensherrschaft Savonarolas ĂŒberstanden hatte und wieder Republik geworden war. Hier fand Leonardo vorĂŒbergehend Unterschlupf im Kloster Annunziata, wo er sich verpflichtete, ein Altarbild fĂŒr die Basilica della Santissima Annunziata zu malen. Ein Jahr verging, ohne dass der Auftrag ausgefĂŒhrt wurde. Wissenschaftliche Fragen der physikalischen Geografie und des Ingenieurwesens fesselten Leonardo mehr als die Malerei. Er schrieb an Briefpartner, um Erkundigungen ĂŒber die Gezeiten im Euxinischen und Kaspischen Meer einzuholen. Zur Information der Mercanti berichtete er ĂŒber die gegen einen drohenden Erdrutsch auf dem HĂŒgel von San Salvatore dell'Osservanza zu ergreifenden Maßnahmen. Er legte Zeichnungen und Modelle fĂŒr die Kanalisierung und die Kontrolle des Arno vor und entwickelte einen Plan zum Transport des Florentiner Baptisteriums (Dantes bel San Giovanni) in einen anderen Stadtteil, wo es auf einen großen Marmorsockel gestellt werden sollte.

Den ungeduldigen Serviten-BrĂŒdern von Annunziata legte er schließlich im April 1501 einen Entwurf des Altarbilds auf Karton vor, der in Florenz unter großer Beteiligung von Publikum ausgestellt wurde. Das Thema war die Jungfrau, die sich auf dem Schoß der Heiligen Anna sitzend vorbeugt, um ihr Kind festzuhalten, das halb aus ihrer Umarmung entflohen ist, um mit einem Lamm auf dem Boden zu spielen. Trotz des allgemeinen Lobs fĂŒr seinen Entwurf vollendete Leonardo das Altarbild nicht. Die Mönche von Annunziata mussten den Auftrag an Filippino Lippi geben, nach dessen Tod die Aufgabe von Perugino beendet wurde. Leonardo vollendete erst spĂ€ter das Bild (1506–1516), das als Anna Metterca oder Anna selbdritt (zu Dritt) heute im Louvre zu sehen ist.

In Florenz bemĂŒhte sich Leonardo um AuftrĂ€ge. Der Gonfaloniere Piero Soderini bot ihm einen riesigen Marmorblock zur freien VerfĂŒgung an, doch Leonardo lehnte dankend ab. Drei Jahre spĂ€ter schlug Michelangelo seinen David aus diesem Block. Vom französischen Hof erhielt er den Auftrag fĂŒr ein weiteres Madonnenbild; 1501 malte er die Madonna mit der Spindel. Aber eigentlich interessierte er sich viel mehr fĂŒr technische und wissenschaftliche Herausforderungen und suchte diesbezĂŒglich nach einem fĂŒrstlichen Auftraggeber.

Im Dienst Cesare Borgias

Im FrĂŒhjahr 1502 trat er in den Dienst Cesare Borgias, des Herzogs von Valentino. Dieser war zu diesem Zeitpunkt mit der Konsolidierung seiner jĂŒngsten Eroberungen in der Romagna beschĂ€ftigt. Zwischen Mai 1502 und MĂ€rz 1503 bereiste Leonardo als oberster Ingenieur einen großen Teil Mittelitaliens. Nach einem Besuch in Piombino an der KĂŒste gegenĂŒber Elba fuhr er ĂŒber Siena nach Urbino, wo er kartografische Zeichnungen anfertigte. Anschließend wurde er ĂŒber Pesaro und Rimini nach Cesena gerufen; zwischen Cesena und Cesenatico verbrachte er zwei Monate, in denen er Kanal- und Hafenarbeiten plante und leitete und mit der Planung zur Restaurierung des Palasts Friedrichs II. beauftragt wurde.

Danach begleitete er seinen Arbeitgeber, der in Imola von Feinden belagert wurde. Hier lernte Leonardo auch Niccolo Machiavelli kennen, der als Abgesandter von Florenz mit Cesare Verhandlungen fĂŒhrte. Er folgte ihm nach Sinigallia, Perugia und schließlich ĂŒber Chiusi und Acquapendente nach Orvieto und Rom, wo Cesare im Februar 1503 ankam. Als Cesares Gefolgsmann Vito Luzza, mit dem sich Leonardo angefreundet hatte, von Cesare umgebracht wurde, verließ Leonardo den skrupellosen Herzog und kehrte zurĂŒck nach Florenz.

GemÀlde der Anghiarischlacht

Detail der Anghiarischlacht, 1603
gezeichnete Kopie von Peter Paul Rubens
Leda mit dem Schwan nach einer Vorlage Leonardos, wahrscheinlich von Cesare da Sesto gemalt
Leonardo als Platon, Ausschnitt aus Raffaels Fresco: Die Schule von Athen
Mona Lisa, 1503–06. Paris, Louvre

In Florenz bekam Leonardo auf Initiative von Machiavelli und Piero Soderini den Auftrag, ein großes SchlachtengemĂ€lde fĂŒr eine der WĂ€nde des neuen Ratssaals im Palazzo della Signoria zu schaffen. Er wĂ€hlte als Thema eine Episode des Sieges der Florentiner ĂŒber die MailĂ€nder, nahe einer BrĂŒcke bei Anghiari im oberen Tibertal. Der jĂŒngere Michelangelo, der gerade seinen David vollendet hatte, wurde mit einem weiteren SchlachtengemĂ€lde auf einer anderen Wand des gleichen Saals betraut und entschied sich fĂŒr die Schlacht bei Cascina.

Eigentlich wollte Leonardo keine Gewalt-Verherrlichungen malen, denn er hasste den Krieg, andererseits fĂŒhlte er sich gegenĂŒber seinem Rivalen Michelangelo herausgefordert. Zur Vorbereitung seines Kartons wurde Leonardo der Sala del Papa in Santa Maria Novella zugewiesen. Er arbeitete – Ă€hnlich wie an seinem Cenacolo – stetig und unermĂŒdlich an seiner neuen Aufgabe. Aus seinen Berichten an die Signoria wird sein kontinuierlicher Fortschritt deutlich. In weniger als zwei Jahren (1504–1505) war der Entwurf fertig. Als dieser zusammen mit dem des Michelangelo ausgestellt wurde, wurden beide EntwĂŒrfe als großartige Kunstwerke bewundert und dienten den damaligen Studenten als Modell und Beispiel, so wie die Fresken von Masaccio in Santa Maria del Carmine den SchĂŒlern zwei Generationen zuvor geholfen hatten. Auch der junge Raffael lernte in dieser Zeit von Leonardo, ebenso Fra Bartolommeo.

Leonardo ĂŒbertrug seinen Entwurf auf die MaueroberflĂ€che. Dazu hatte er eine neue technische Methode erfunden, die er nach einem vorlĂ€ufigen Versuch im Sala del Papa fĂŒr erfolgversprechend hielt. Die Farben – ob Tempera oder andere, ist unklar – mussten auf einen speziell prĂ€parierten Untergrund aufgetragen werden, worauf jene – Farben und Untergrund – mittels WĂ€rme verbunden wurden. Nach Beendigung der zentralen Gruppe wurde Hitze angewendet, die aber ungleichmĂ€ĂŸig wirkte: Die Farben im oberen Teil verliefen oder schuppten von der Wand ab, das Bild verfiel und wurde spĂ€ter (wahrscheinlich) ĂŒbermalt. Der Kunsthistoriker und Messtechniker Maurizio Seracini vermutet, dass das GemĂ€lde hinter einer geheimen Wand, von Vasari angelegt, noch vorhanden ist.

Mona Lisa

→ Hauptartikel: Mona Lisa

In den Jahren 1503–1506 arbeitete Leonardo auch intensiv am PortrĂ€t der Mona Lisa. Die meisten Quellen belegen, dass die neapolitanische Hausfrau Monna Lisa del Giocondo (geb. Gherardini), Gattin des Francesco di Bartolommeo di Zanobi del Giocondo, fĂŒr dies Bild das Modell war. In Lisa Gherardini hatte er ein Modell gefunden, deren Antlitz und LĂ€cheln einen einzigartigen, rĂ€tselhaften Charme besaß. Er arbeitete an ihrem PortrĂ€t wĂ€hrend eines Teils von vier aufeinander folgenden Jahren und ließ wĂ€hrend der Sitzungen Musik aufspielen. Zeit seines Lebens konnte sich Leonardo nicht von dem kleinen Bild (Maße 77 Ă— 53 cm) trennen. Andere Quellen sollen belegen, dass es sich bei Mona Lisa um den heimlichen Geliebten Salaj handelt, der fĂŒr das Bild Modell war. Demnach handele es sich bei dem GemĂ€lde um die Darstellung eines Mannes.[5] Der Name „Mona Lisa“ sei ein Anagramm zu „Mon Salai“ (dt.:Mein Salai). Bereits der erste Biograph von da Vinci Giorgio Vasari (1511–1574), erwĂ€hnte diese These zum Anagramm.[6][7]

Erst nach seinem Tod wurde das Werk durch Franz I. von Frankreich fĂŒr viertausend Goldflorin erworben. Seit 1804 ist es im Louvre ausgestellt, vorĂŒbergehend gelangte es in den Besitz von NapolĂ©on, der es in seinem Schlafzimmer platzierte und von ihrem rĂ€tselhaften LĂ€cheln fasziniert war.

Heute ist das GemĂ€lde ein ausgesprochener Publikumsmagnet, es ist jedoch nach einem Anschlag im Jahr 1956 nur noch durch Panzerglas zu betrachten. Der Reichtum der Farben hat sich im Lauf der Jahrhunderte verflĂŒchtigt, teils durch BeschĂ€digungen, teils weil der Maler bei seinen BemĂŒhungen um Effekte daran gewöhnt war, seine Figuren auf dunklem Hintergrund zu modellieren. Doch selbst in seinem abgedunkelten Zustand bleibt die Raffinesse des Ausdrucks und die PrĂ€zision und Feinheit der Zeichnung erkennbar.

Im Dienste des französischen Hofes

Am 9. Juli 1504 starb Leonardos Vater in Florenz, im Jahre 1506 sein Onkel Francesco, der seinen berĂŒhmten Lieblingsneffen zum Alleinerben einsetzte. Es kam zu lang anhaltenden Rechtsstreitigkeiten mit seinen vielen Halbgeschwistern. Auch mit der Signoria in Florenz gab es Streit, nĂ€mlich wegen des missglĂŒckten, unfertigen WandgemĂ€ldes der Anghiarischlacht und wegen der Bezahlung. So nahm Leonardo erfreut ein Angebot des französischen Hofes an und wurde Hofmaler und leitender Ingenieur in Mailand. Dort hatte Ludwig XII. Charles d'Amboise, Marschall von Chaumont, Leutnant des französischen Königs in der Lombardei, als Vizekönig eingesetzt. Beide bewunderten Leonardo sehr („unseren lieben und viel geliebten Leonardo“), schĂ€tzten besonders sein Organisationstalent, wenn es um die Ausrichtung von königlichen FestivitĂ€ten ging, und ließen ihm andererseits freie Hand, vor allem fĂŒr seine wissenschaftlichen Forschungen und anatomische Studien, die er zusammen mit dem damals berĂŒhmten Professor von Pavia, Marcantonio della Torre, betrieb.

Auch als Ingenieur war er gefordert, einerseits mit Planungen fĂŒr einen neuen Palast in der NĂ€he der Porta Venezia, andererseits mit großen hydraulischen Projekten bzw. BewĂ€sserungsarbeiten (Talsperren, KanĂ€le) in der Lombardei. Er konstruierte den ersten WasserzĂ€hler und beschĂ€ftigt sich in einer Studie intensiv „mit dem Wissen des Wassers“.

Mit UnterstĂŒtzung Charles d'Amboise konnte Leonardo auch den alten Streit um sein Altarbild Felsgrottenmadonna (das inzwischen in Besitz des Königs von Frankreich war) regeln. Er fertigte (mit Hilfe von Ambrogio da Predi) eine Kopie an. Etwa zur gleichen Zeit arbeitete er weiter an seinen Bildern Anna Metterca und Mona Lisa, und malte Leda mit dem Schwan (das OriginalgemĂ€lde gilt als verschollen) sowie die ersten EntwĂŒrfe fĂŒr Johannes der TĂ€ufer. Sein neuer Freund und SchĂŒler wurde Francesco Melzi. In der Villa der Melzi-Familie in Vaprio, wo Leonardo regelmĂ€ĂŸig verkehrte, wurde eine Madonna auf einer der WĂ€nde traditionell ihm zugeschrieben, zumindest wurde es unter seiner Anleitung gemalt.

Einen interessanten Auftrag bekam Leonardo von Gian Giacomo Trivulzio, der als französischer Kommandant Mailand erobert hatte, und sich nach seinem Tod eine wĂŒrdige GrabstĂ€tte wĂŒnschte. In Anlehnung an die alten Arbeiten des Sforza-Reiterstandbildes entwarf Leonardo das Trivulzio-Monument (aufbĂ€umendes Pferd mit Reiter). Aber auch dieses Projekt konnte schließlich nicht realisiert werden, genauso wie seine PlĂ€ne, das Wissen der Zeit (mit Hilfe seiner inzwischen vielen NotizbĂŒcher) als EnzyklopĂ€die zusammenzutragen.

Als sein MĂ€zen Charles d'Amboise 1511 plötzlich verstarb und sich zudem die politischen VerhĂ€ltnisse in Norditalien abermals verĂ€nderten (die Medici und die Sforzas kamen 1512 wieder an die Macht), verließ der inzwischen SechzigjĂ€hrige Mailand und zog vorĂŒbergehen zu seinem jungen Freund in den Pallazo Trezzo der Melzi nach Vaprio d'Adda. Dort malte er (wahrscheinlich) die Rötelzeichnung mit dem Kopf eines bĂ€rtigen Mannes, sein vermeintliches(Quelle?) SelbstportrĂ€t, das in der Biblioteca Reale in Turin hĂ€ngt.

Die letzten Jahre (1512–1519)

Rom, im Dienste des Vatikans

Inzwischen hatte Papst Julius II. Rom zum Zentrum der italienischen Kunst gemacht. Als ihm 1513 Giovanni de Medici als Leo X. nachfolgte, wurde durch den jĂŒngeren Bruder des Papstes, Giuliano II. de’ Medici, Leonardo als KĂŒnstler nach Rom berufen. Er wurde im Belvedere des Vatikans untergebracht und sah viele alte Freunde wie den Baumeister Donato Bramante oder den Maler Sodoma wieder. Er bekam ein eigenes Atelier mit einem deutschen Mitarbeiter, der jedoch den Auftrag hatte, den Papst, der keine Sympathien fĂŒr Leonardo hegte, stets ĂŒber dessen AktivitĂ€ten zu unterrichten.

Die Bedingungen in Rom stellten sich als ungĂŒnstig fĂŒr Leonardo heraus. Vom Papst wurde er nur halbherzig geduldet, ganz anders die jĂŒngeren KĂŒnstler Raffael und Michelangelo, die sich durch ihre Arbeiten in den Stanzen und der Sixtinischen Kapelle große Anerkennung erwarben und vom Papst gefördert wurden. Ihre rivalisierenden AnhĂ€nger hassten sich gegenseitig und wandten sich erbittert gegen den altgedienten, inzwischen ergrauten GĂŒnstling der Medici. Der junge Raffael allerdings bewunderte sein altes Vorbild und hatte ihn Jahre zuvor in seinem großen Fresco Die Schule von Athen, als den im Zentrum stehenden weisen Platon, verewigt.

Leonardo fĂŒhlte sich wĂ€hrend seiner römischen Jahre nicht nur durch Krankheiten unwohl, sondern auch durch die Hektik und die Intrigen im Vatikan. Zum ersten Mal im Leben fĂŒhlte er sich zurĂŒckgesetzt und gekrĂ€nkt, vor allem als man ihn wegen seiner anatomischen Studien bespitzelte und ihm Leichenfledderei und PietĂ€tlosigkeit vorwarf. Insgesamt blieb Leonardo knapp zwei Jahre in Rom und arbeitete kaum als Maler (bis auf den lĂ€chelnden Johannes der TĂ€ufer), sondern mehr als Ingenieur. Unter anderem arbeitete er an einem Projekt zur Energiegewinnung aus Sonnenlicht. Mit Hilfe eines deutschen Spiegelmachers und eines Metallschmiedes baute er verschiedene Hohlspiegel (Sonnenreflektoren), um mit diesen die Sonnenenergie in WĂ€rme zu verwandeln und kochendes Wasser fĂŒr eine FĂ€rberei zu gewinnen.

Franz I. von Frankreich (Jean Clouet zugeschrieben, um 1525, Paris, Louvre)

Die einzigen aus Leonardos Zeit in Rom bekannten IngenieurtĂ€tigkeiten waren die Arbeiten am Hafen und an den Verteidigungsanlagen von Civitavecchia sowie AktivitĂ€ten zur Trockenlegung der Pontinischen SĂŒmpfe. Durch weitere umfangreiche anatomische Studien entdeckte Leonardo damals auch die Arteriosklerose bei alten Menschen. Doch seine Aufzeichnungen hierĂŒber wurden nie publiziert und blieben jahrhundertelang verschollen, ebenso seine apokalyptischen Visionen, die spĂ€ter im Codex Atlanticus gefunden wurden.

Inzwischen war sein französischer Gönner Ludwig XII. in den letzten Tagen des Jahres 1514 gestorben. Sein junger und brillanter Nachfolger Franz I. von Frankreich ĂŒberraschte Europa: Er stieß an der Spitze einer Armee ĂŒber die Alpen vor, um seine Rechte in Italien zur Geltung zu bringen und in der Schlacht von Marignano das Herzogtum Mailand zurĂŒckzuerobern. Nach einigem Zögern befahl Leo X. im Sommer 1515 Giuliano de Medici die pĂ€pstlichen Truppen in die Emilia zu fĂŒhren und die Bewegungen der Invasoren zu beobachten. Leonardo begleitete seinen MĂ€zen bis nach Florenz, wo Giuliano erkrankte und am 17. MĂ€rz 1516 verstarb. In seiner alten Heimatstadt wurde Leonardo dem neuen französischen König vorgestellt. Der junge SouverĂ€n und der alte KĂŒnstler und Wissenschaftler verstanden sich gut, und so nahm der Altmeister – nach anfĂ€nglichem Zögern – die Einladung des Königs an, seine letzten Jahre in Frankreich zu verbringen, wo ihm ein neues Heim, Ehre und Achtung zugesichert wurden. Abermals packte er alles Hab und Gut (vor allem drei seiner Bilder: Mona Lisa, Johannes und Anna selbdritt) und machte sich mit seinen SchĂŒlern Salai und Francesco Melzi auf den langen Weg.

Alterssitz in Frankreich

Johannes der TĂ€ufer, 1513–1516, Paris, Louvre

Die letzten zwei Jahre seines Lebens verbrachte Leonardo da Vinci im Schloss Clos LucĂ© in Amboise, das ihm zusammen mit einer großzĂŒgigen Pension ĂŒberlassen wurde. Der Hof kam oft nach Amboise, und der König erfreute sich regelmĂ€ĂŸig der Gesellschaft seines SchĂŒtzlings. Er erklĂ€rte, dessen Wissen in der Philosophie und den schönen KĂŒnsten stehe jenseits dem aller Sterblichen.

Im FrĂŒhjahr 1518 hatte Leonardo Gelegenheit, seine alten Talente als Organisator von Festen einzusetzen, als gleichzeitig der Dauphin getauft und eine Medici-Bourbonische Hochzeit gefeiert wurde. Bereits in Rom hatte er einen mechanischen Löwen konstruiert, der sich zum Erstaunen aller GĂ€ste einige Schritte alleine fortbewegen konnte. Unter den GĂ€sten war auch der Kardinal Louis d'Aragon, dessen SekretĂ€r einen Bericht hinterlassen hat, aus dem hervorgeht, dass Leonardo anscheinend an einer Behinderung litt, die die Bewegung seiner Hand beeintrĂ€chtigte. Er zeigte dem Kardinal drei seiner Bilder: Mona Lisa, Anna selbdritt und einen jugendlichen Johannes den TĂ€ufer. Dieses, wahrscheinlich sein letztes Bild, hat er möglicherweise erst in Frankreich vollendet. Es zeigt das abgedunkelte Bild des Johannes mit einem von innen kommenden LĂ€cheln, der mit einem Finger prophetisch aufwĂ€rts zeigt. Besonders deutlich wird hier Leonardos Chiaroscuro-Technik.

Bis wenige Wochen vor seinem Tod war Leonardo aktiv, sei es als Planer fĂŒr einen neuen Palast in Amboise, als Projektingenieur fĂŒr einen großen Kanal (Canal du Centre) zwischen Loire und SaĂŽne oder als Zeichner anatomischer Studien oder Architekturstudien in seinen BĂŒchern. Gegen Ende seines Lebens sah der weise Uomo universale das Ende der - von ihm wenig geachteten - Menschheit voraus und malte verschiedene Wasser-Studien der Sintflut, die man in seinen Heften fand. Dabei war auch zu lesen:

„Die Luft wird dĂŒnner und ohne Feuchtigkeit sein, die FlĂŒsse werden ohne Wasserzufuhr bleiben, das Erdreich nichts mehr wachsen lassen. Die Tiere werden verhungern. Auch den Menschen wird nichts ĂŒbrig bleiben, als zu sterben. Die einst fruchtbare Erde wird wĂŒst und leer.“

Tod und Nachlass

Leonardo stirbt in den Armen des Königs, gemalt von Jean-Auguste-Dominique Ingres
Grab Leonardos in Amboise

Am Osterabend 1519, dem Tode nahe, machte Leonardo sein Testament. Er bestimmte, dass in drei verschiedenen Kirchen in Amboise Messen gelesen und Kerzen angezĂŒndet werden sollten. Er wollte auf dem Friedhof in St. Florentin mit einer Zeremonie, an der sechzig arme MĂ€nner als FackeltrĂ€ger teilnehmen sollten, bestattet werden.

Vasari berichtet von einer Bekehrung und Reue Leonardos auf dem Totenbett. Obwohl viele seiner Meisterwerke christliche Motive zeigen (es waren meistens Auftragswerke), kann ĂŒber seine Haltung zur Kirche und zur Religion keine Aussage gemacht werden. Von der Kirche wurde er oft verdĂ€chtigt, er betreibe magische KĂŒnste. Leonardo war jedoch Wissenschaftler und lehnte – im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen – magische Praktiken ab. Grundlage seiner Arbeiten war die Erfahrung. Die Erforschung der Naturgesetze interessierte ihn mehr als religiöse Dogmen; aber wenn er diese erwĂ€hnte, tat er es mit Respekt. Nachdem er die Sakramente der Kirche empfangen hatte, starb er am 2. Mai 1519.

König Franz in Saint-Germain-en-Laye soll ĂŒber den Verlust Leonardos geweint haben, andere Quellen berichten, dass Leonardo in den Armen seines Königs verstarb. Nach einer vorlĂ€ufigen Bestattung an einem anderen Ort wurden die Gebeine entsprechend seinem Willen am 12. August zum Kloster von St. Florentin gebracht. Im 19. Jahrhundert gingen bei Restaurierungsarbeiten die sterblichen Überreste jedoch verloren, sodass der Verbleib von Leonardos Leichnam bis heute unbekannt ist.

Er hinterließ alle seine Manuskripte und die gesamte Ausstattung seines Ateliers zusammen mit anderen Geschenken seinem Testamentsvollstrecker Francesco Melzi, seinem Diener Battista Villani und Salai jeweils die HĂ€lfte seines Weinbergs außerhalb von Mailand, Geld und Kleider seinem DienstmĂ€dchen Maturina, weiteres Geld den Armen des Hospitals in Amboise und vierhundert Dukaten, die in Florenz hinterlegt waren, seinen HalbbrĂŒdern.

Werk und WĂŒrdigung

Die HauptwirkungsstÀtten von Leonardo da Vinci.
Erst seine letzten zwei Lebensjahre verbrachte Leonardo außerhalb des heutigen Italiens, auf Schloss Clos LucĂ© bei Amboise, Frankreich.

Sigmund Freud schreibt in seinem BĂŒchlein Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci (1910):

„Er glich einem Menschen, der in der Finsternis zu frĂŒh erwacht war, wĂ€hrend die anderen noch alle schliefen.“

Leonardo sah sich vornehmlich als Moral- und Naturphilosoph und benutzte zum Ausdruck seiner Intentionen sowohl die Schrift (Prosa und Dichtung) wie auch das Bild (GemÀlde und Skizzen) und notierte:

„Dichtung hat mit Moralphilosophie zu tun, Malerei mit Naturphilosophie.“

Bedeutung fĂŒr Kunst und Wissenschaft

Leonardo schuf nicht nur zahlreiche Kunstwerke, sondern mehr noch eine große Anzahl von EntwĂŒrfen fĂŒr GebĂ€ude, Maschinen, KunstgegenstĂ€nde, GemĂ€lde und Skulpturen, zu deren Realisierung er nie kam. Von sich selber sagte er, dass er die Idee mehr liebe als deren AusfĂŒhrung, und dass er am Anfang einer TĂ€tigkeit bereits ans Ende dĂ€chte. Wie andere Genies (Albert Einstein, Wolfgang Amadeus Mozart, Thomas Edison, Richard Wagner) gehörte er zu den „Hyperaktiven“, denen man eine genetische Veranlagung (ADHS) ihrer GenialitĂ€t nachsagt. Tun und Erkennen waren fĂŒr ihn gleichermaßen wichtig. Teilweise wurde seine Tatkraft von seinem großen Forschungsdrang gelĂ€hmt. ZunĂ€chst wollte er lernen, Meisterwerke der Kunst zu schaffen. Mehr und mehr interessierte er sich dann aber fĂŒr das Wissen ĂŒber die Natur und war fasziniert von deren Vielfalt und Schönheit und schrieb:

„FĂŒr die Ehrgeizigen, die sich weder mit dem Geschenk des Lebens noch mit der Schönheit der Welt zufriedengeben, liegt eine Strafe darin, dass sie sich selbst dieses Leben verbittern und die Vorteile und die Schönheit der Welt nicht besitzen.“

Leonardo verband die Vergilsche Sehnsucht rerum cognoscere causas (die Ursachen der Dinge zu erkennen) mit dem Willen zum sichtbaren Schaffen. Seine NotizbĂŒcher, Zeichnungen und Skizzen bestehen aus ca. 6000 BlĂ€ttern. Zu seinen Lebzeiten wurde, insbesondere von seinen naturwissenschaftlichen Arbeiten, nichts veröffentlicht. Erst im 19. und 20. Jahrhundert fanden sich die Manuskripte in Bibliotheken und privaten Sammlungen und wurden somit erst spĂ€t gewĂŒrdigt.

Er schuf im Laufe seines Lebens eine große Zahl von kĂŒnstlerisch wertvollen Illustrationen zu verschiedenen Themen wie Biologie, Anatomie, Technik, Waffentechnik, Wasserwirtschaft und Architektur und hinterließ Bauwerke, technische Anlagen und Beobachtungen des Kosmos. Besonders bedeutsam sind seine sehr genauen anatomischen u.a. naturwissenschaftlichen Zeichnungen. Bereits gegen Ende seiner Lebenszeit wurde er als Uomo Universale verehrt und wird auch von heutigen Historikern als eines der außergewöhnlichsten Genies aller Zeiten bezeichnet.

Anatomische Studien

In Florenz, Mailand und Rom betrieb Leonardo umfangreiche anatomische Studien. Er soll mehr als 30 Leichen seziert haben [Anmerkung 2]. Dabei kooperierte er meist mit angesehenen Ärzten der Zeit. Auf Fragen nach seinem Tun antwortete er, derlei Studien hĂ€lfen ihm in der Malerei, den menschlichen Körper mit seinen Proportionen, seinen sichtbaren Muskeln und seinen anderen anatomischen Details korrekt wiederzugeben. Als Naturwissenschaftler interessierte er sich aber besonders fĂŒr das Innere des Menschen und entdeckte dabei u. a. die Verkalkung von GefĂ€ĂŸen bei alten Menschen. Besonders faszinierte ihn die Embryologie, er fertigte – wahrscheinlich als erster Mensch ĂŒberhaupt – Zeichnungen eines Kindes im Mutterleib an.

Auch Leonardos bekannteste Körperstudie - welche heute die italienische 1-Euro-MĂŒnze und Krankenkassenscheckkarten ziert - „Der vitruvianische Mensch“, ist eine Art Anatomiestudie. Die Idee dieses Proportionsschemas der menschlichen Gestalt stammt von Vitruv, einem römischen Architekten, Ingenieur und Schriftsteller des 1. Jahrhunderts v. Chr. (daher der Name „Der Vitruvische Mensch“.). Allerdings hat Leonardo nur den Mittelpunkt des Kreises in den Nabel gelegt, den des Quadrates – aus welchen GrĂŒnden auch immer – jedoch in den Genitalbereich.

Wissenschaftliche Arbeiten

Im fortgeschrittenen Alter beschÀftigte sich Leonardo, neben der Anatomie, besonders eingehend mit der Botanik, Geometrie, Mathematik und Geologie. Vor allem faszinierte ihn das Wasser.

Er versuchte zu ergrĂŒnden, warum es Wolken gibt, warum es regnet, warum Wasser fließt, warum es Wellen, Ebbe und Flut gibt und warum man Muscheln auf den Bergen fand. Er konstruierte pfiffige Boote und das erste U-Boot, baute hydraulische Anlagen zur BewĂ€sserung und Kanalisation. Er experimentierte mit Pflanzen und Wasser, um die Bedingungen fĂŒr das Pflanzenwachstum zu ergrĂŒnden. In vielen Zeichnungen versuchte er die Bewegung des Wassers festzuhalten. Interessanterweise sind fast alle HintergrĂŒnde seiner Bilder Landschaften mit Wasser. Als erster erkannte er die Kugelgestalt eines Wassertropfens und somit die OberflĂ€chenspannung des Wassers und hielt seine Erkenntnisse im „Codex Leicester“ fest, in dem unter anderem zu lesen ist:

„Das Wasser ist zum Lebenssaft dieser trockenen Erde bestimmt. Auch findet man das Wasser bald sauer, bald scharf, bald herb und bald bitter, bald sĂŒĂŸ, bald dick oder dĂŒnn, bald schĂ€dlich oder verderblich, bald heilsam oder giftig.“[8]

Von Beginn an zeichnete Leonardo Landschaften und hat unter anderen einen Satz von sechs groß angelegten genauen Karten hinterlassen, die fast das ganze Territorium der Maremma, der Toskana und Umbriens zwischen dem Apennin und der Tyrrhenischen See abdecken. DarĂŒber hinaus hat er PlĂ€ne zur Umleitung des Flusses Arno ausgearbeitet, die jedoch nicht ausgefĂŒhrt wurden. Besonders bekannt ist sein Stadtplan von Imola. Die meisten von Leonardos kartografischen Werken befinden sich in der Sammlung der britischen Königin auf Schloss Windsor sowie im Codex Atlanticus in der Ambrosiana in Mailand.

Ingenieurarbeiten

Als Ingenieur war Leonardo ein Pionier und seiner Zeit weit voraus. Seine Intention war, Maschinen (und Waffen) zur Entlastung des Menschen bei ihrer Arbeit und KriegsfĂŒhrung zu schaffen, sozusagen: „die ProduktivitĂ€t zu erhöhen“. Im Laufe der Zeit nahmen seine wissenschaftlichen Forschungen und sein durch Studium angeeignetes Wissen ĂŒber NaturkrĂ€fte, die er zum Nutzen der Menschheit einsetzen wollte, immer mehr an Bedeutung zu. Jahrzehntelang skizzierte er beispielsweise FluggerĂ€te, die den heutigen Hubschraubern gleichen.

Um 1505 ließ Leonardo am Monte Ceceri bei Fiesole[9], in der NĂ€he von Florenz, FlugĂŒbungen mit einem SegelfluggerĂ€t durchfĂŒhren. Die Versuche scheiterten und er notierte in seinem Manuskript „Kodex ĂŒber den Vogelflug“, dass sich sein Assistent Tommaso Masini dabei ein Bein[10] oder einige Rippen brach.[11]

Er konstruierte auch ZahnrĂ€der und Getriebe. Viele seiner GerĂ€te wurden inzwischen nachgebaut. Beispielsweise wurde seine Skizze „Wunder der Kunst des mechanischen Getriebes“ als Kunstwerk und als Unendlichkeitsmaschine fĂŒr didaktische Zwecke im Dynamikum realisiert.

In jĂŒngerer Zeit werden EntwĂŒrfe Leonardos fĂŒr moderne Bauwerke umgesetzt. So gibt es eine Leonardo-da-Vinci-BrĂŒcke bei Oslo,[12] die nach seinen Skizzen gebaut wurde und bei der FunktionalitĂ€t mit großer Schönheit vereinigt ist. Eine Leonardo-BrĂŒcke, die ohne mechanische Befestigung auskommt, wurde 2005 vorĂŒbergehend in Freiburg im Breisgau aus Holz errichtet. Auch andere Leonardo-Konstruktionen werden realisiert. So versuchen Wissenschaftler, einen Roboter aufgrund von in verschiedenen Manuskriptseiten gefundenen Hinweisen zu bauen. Ihm selbst fehlten vor allem die mathematischen Kenntnisse und die finanziellen Mittel zur Verwirklichung einiger seiner Erfindungen. Andere waren der Zeit so weit voraus, dass sie erst im 20. Jahrhundert (ohne RĂŒckgriff auf Leonardo) „erfunden“ wurden.

Wegbereiter der Malerei

FĂŒr die malerische Teildisziplin Farbenlehre gilt Leonardo als frĂŒhester Wegbereiter. Er beschrieb in seinen Notizen ĂŒber Kunst und Malerei farbharmonische PhĂ€nomene wie den Simultankontrast und die KomplementĂ€rfarben. Im Regenbogen sah er eine Offenbarung der Harmoniegesetze durch die Natur. Auch die spĂ€ter von Goethe entwickelte Farbpsychologie nahm Leonardo insofern schon vorweg, als er Farbdisharmonien als unholde Gesellschaft beschrieb. Er vereinte sein Wissen ĂŒber Licht und Schatten mit den alten Florentiner StĂ€rken der linearen Zeichnung und des psychologischen Ausdrucks und schuf auf dieser Grundlage seine Meisterwerke. Er entwickelt die Sfumato-Technik zu seinem Markenzeichen, wobei er Ölfarben kreierte und mit Ă€ußerster Geduld seine Farben abgestuft und schichtweise auftrug. Allein der Versuch, das VerstĂ€ndnis von Licht und Schatten in die Malerei einzubringen, wurde zum wichtigen Thema der Malerei bis in die heutige Zeit hinein. Eindrucksvolle Beispiele hierfĂŒr sind seine GewĂ€nderfalten-Studien und sein letztes Bild Johannes der TĂ€ufer, der in einem magischen Licht erscheint. Einzigartig sind Leonardos Skizzen-Studien von Gesichtern, die meist im Vorfeld fĂŒr seine GemĂ€lde entstanden sind:

Eine vollstĂ€ndige AufzĂ€hlung der Werke Leonardos ist kaum möglich, weil einerseits die AuthentizitĂ€t nicht immer genau feststeht (Leonardo hatte viele SchĂŒler), andererseits das malerische und zeichnerische Werk, einschließlich der vielen Notizen, den Rahmen hier sprengen wĂŒrde. (Siehe auch:[13]) Eine chronologische Übersicht seiner Hauptwerke:

  • um 1472   Die VerkĂŒndigung (Florenz, Uffizien)
  • um 1472   Profil eines Kriegers mit Helm (London, Brit. Museum)
  • um 1472   Madonna mit der Blumenvase / Nelke (MĂŒnchen, Alte Pinakothek)
  • um 1473   Zeichnung der Arno-Landschaft (Florenz, Uffizien)
  • um 1478   Benois-Madonna (St. Petersburg, Eremitage)
  • um 1478   Das Bildnis der Ginevra Benci (Washington, National Gallery)
  • um 1480   Der heilige Hieronymus (Vatikan)
  • um 1480   Madonna Litta (St. Petersburg, Eremitage)
  • um 1481   Anbetung der Könige aus dem Morgenland (Florenz, Uffizien)
  • um 1483   Die Madonna in der Felsengrotte (1) (Paris, Louvre)
  • um 1487   Groteske Köpfe (Windsor, Royal Library)
  • um 1488   Die Dame mit dem Hermelin (Czartoryski-Museum, Krakau)
  • um 1490   Vitruvianischer Mensch (Venedig, Akademie)
  • um 1500   Die Madonna in der Felsengrotte (2) (London, National Gallery)
  • um 1497   Das letzte Abendmahl (Mailand, St. Maria della Grazie)
  • um 1500   PortrĂ€t der Isabelle d' Este (Paris, Louvre)
  • um 1503   Studien zur Anghiari-Schlacht (Windsor, Royal Library)
  • um 1503   Bildnis der Mona Lisa (Paris, Louvre)
  • um 1510   Anna selbdritt (Paris, Louvre)
  • um 1512   Bacchus (Paris, Louvre)
  • um 1512   Embryo in der GebĂ€rmutter (Windsor, Royal Library)
  • um 1512   Selbstbildnis, Rötelzeichnung (Turin, Biblioteca Reale)
  • um 1514   Sintflut-Zeichnungen (Windsor, Royal Library)
  • um 1514   Ein Berg stĂŒrzt auf eine Stadt, Zeichnung (Windsor, Royal Library)
  • um 1515   Johannes der TĂ€ufer (Paris, Louvre)

Leonardo als Schriftsteller

→ Hauptartikel: Manuskripte Leonardo da Vincis
Studie: Groteske Köpfe

Es wird vermutet, dass da Vinci beabsichtigte, eine EnzyklopĂ€die zu verfassen, die das Wissen seiner Zeit zusammenfĂŒhren sollte.[14][15] Skizzen und EntwĂŒrfe, Ideen und Gedanken notierte er in seinen NotizbĂŒchern (Codices), meist völlig ungeordnet, scheinbar sprunghaft, gerade da, wo er Platz fand. Ein Zeitzeuge berichtet, dass Leonardo ein kleines Notizbuch stets an seinem GĂŒrtel trug.[16]

Texte und Kommentare verfasste Leonardo in Spiegelschrift. Die ErklĂ€rung dafĂŒr ist umstritten. Eine Vermutung ist, dass dies ein Ausdruck seiner ausgeprĂ€gten LinkshĂ€ndigkeit war.[17] Eine andere Annahme besagt, er habe die Spiegelschrift benutzt, um seine Ideen nicht sofort allgemein zugĂ€nglich zu machen.[18] Zu seiner Zeit gab es noch keinen rechtlichen Schutz der Urheberschaft an Erfindungen (wie das heutige Patentrecht). Gilden und GeheimbĂŒnde ĂŒbertrugen das Wissen vom Meister auf den Lehrling.

Leonardos NotizbĂŒcher, mit allen schriftlichen und zeichnerischen Aufzeichnungen, gingen durch die Achtlosigkeit der Familie Melzi als Gesamtwerk verloren. BĂŒcher und einzelne BlĂ€tter wurden verkauft oder verschenkt und sind heute weltweit verstreut. Die wichtigsten Sammlungen (Codices) sind:

Reflexionen

Viele seiner Notizen sind Reflexionen ĂŒber die Welt und den darin lebenden Menschen, oft mit einem Hang zum Sarkasmus und zum Makabren, was sich auch in den zeichnerischen „Menschenstudien“ niederschlug, ganz im Gegensatz zur Ästhetik der Gesichter in seinen Bildern. Auf seine Zeitgenossen war er ĂŒberhaupt nicht gut zu sprechen:

„Zahlreich sind jene, die sich als einfache KanĂ€le fĂŒr die Nahrung, Erzeuger von Dung, FĂŒller von Latrinen bezeichnen könnten, denn sie kennen keine andere BeschĂ€ftigung in dieser Welt. Sie befleißigen sich keiner Tugend. Von ihnen bleiben nur volle Latrinen ĂŒbrig.“

Aphorismen

Leonardo drĂŒckte komplexe ZusammenhĂ€nge oft in Form von Aphorismen aus, beispielsweise:

„Jede unserer Erkenntnis beginnt mit den Sinnen.“

„Das Flusswasser, das du berĂŒhrst, ist das letzte von dem, was weggeflossen ist, und das erste von dem, das heranfließt. So ist die Gegenwart.“

„Jeder Teil strebt danach, in seinem Ganzen zu sein, in dem er sich besser fĂŒhlt. Jeder Teil neigt dazu, sich wieder mit seinem Ganzen zu vereinigen, um seiner Unvollkommenheit zu entgehen.“

„Jeder Teil eines Dings enthĂ€lt etwas von der Natur des Ganzen.“

„So wie ein gut angewendeter Tag frohen Schlaf bringt, so bringt ein gut verbrachtes Leben heiteren Tod.“

„Aus dem Tod anderer machen wir unser Leben. In allem Toten bleibt fĂŒhlloses Leben, das, sowie es die MĂ€gen der Lebenden erreicht, wieder zu empfindlichem und geistigem Leben wird.“

„Wenn auch der menschliche Geist durch vielfache Erfindungen mit verschiedenen Instrumenten auf dasselbe Ziel zugeht, nie wird er eine Erfindung machen, die schöner, leichter und kĂŒrzer wĂ€re als die Natur.“

„Das ist ein armseliger SchĂŒler, der seinen Lehrer nicht ĂŒbertrifft.“

„Wer wenig denkt, irrt viel.“

RĂ€tsel

Vor allem in seiner Zeit am Hofe in Mailand schrieb Leonardo auch viele RĂ€tsel, mit denen er die Gesellschaft der Hoffeste unterhielt, beispielsweise:

„Die Menschen werden ihre eigenen VorrĂ€te wegwerfen. (Des RĂ€tsels Lösung: beim SĂ€en).“

Prophezeiungen

EindrĂŒcklich sind die Prophezeiungen, die er im Alter schrieb:

„Auf der Erde wird man Geschöpfe sich unaufhörlich bekĂ€mpfen sehen, mit sehr schweren Verlusten und zahlreichen Toten auf beiden Seiten. Ihre Arglist kennt keine Grenzen. In den riesigen WĂ€ldern auf der Welt fĂ€llen ihre grausamen Mitglieder eine riesige Zahl an BĂ€umen. Sind sie erst mit Nahrung vollgestopft, wie wollen sie ihr BedĂŒrfnis befriedigen, jedem lebenden Wesen Tod, TrĂŒbsal, Verzweiflung, Terror und Exil zuzufĂŒgen 
 O Erde! Worauf wartest du, um dich zu öffnen und sie in die tiefen Spalten deiner großen AbgrĂŒnde und deiner Höhlen zu reißen und dem Angesicht des Himmels ein so grausames und furchtbares Monster nicht mehr zu zeigen!“[22]

Literatur

PrimÀrliteratur

  • Leonardo da Vinci: Das da Vinci Universum - Die NotizbĂŒcher des Leonardo, (Hrsg.: Emma Dickens), Ullstein Taschenbuch 36874, 206 S., Ullstein Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-548-36874-3, ab 2007: ISBN 978-3-548-36874-0
  • Leonardo da Vinci: SkizzenbĂŒcher, (Hrsg.: H. Anna Suh), ISBN 1-4054-6499-2
  • Leonardo da Vinci: TagebĂŒcher und Aufzeichnungen, (Hrsg.: Theodor LĂŒcke), Paul List Verlag, Leipzig 1953 (3. Aufl.), 954 S., o. ISBN

SekundÀrliteratur

EinfĂŒhrungen

Leben und Werk

  • Daniel Arasse: Leonardo da Vinci. Dumont Literatur und Kunst Verlag, 2002, ISBN 3-8321-7150-9
  • Serge Bramly: Leonardo da Vinci. Rowohlt, 1995, ISBN 3-499-13706-2
  • Andre Chastel: Leonardo Da Vinci. SĂ€mtliche GemĂ€lde und die Schriften zur Malerei. Schirmer Mosel 1990, ISBN 3-88814-286-5
  • Peter O. Chotjewitz: Alles ĂŒber Leonardo aus Vinci, Leipzig 2004, ISBN 3-203-75975-6
  • Ludwig Heinrich Heydenreich: Leonardo da Vinci. Rembrandt-Verlag, Berlin 1943, ohne ISBN
  • Ludwig Heinrich Heydenreich: Die Sakralbau-Studien Leonardo da Vincis. Untersuchungen zum Thema: Leonardo da Vinci als Architekt. Fink, MĂŒnchen 1971.
  • Ludwig Heinrich Heydenreich: Leonardo-Studien. Hg. von GĂŒnter Passavant, Prestel, MĂŒnchen 1988, ISBN 3-7913-0764-9
  • Karl Jaspers: Three Essays. Leonardo, Descartes, Max Weber. New York 1964
  • D. M. Field: Leonardo da Vinci. Verlag Edition XXL, 2005, 420 S., ISBN 3-89736-331-3 (Bildband)
  • Ludwig Goldschneider: Leonardo da Vinci, Leben und Werk Köln 1960
  • Hermann Grothe: Leonardo da Vinci. Reprint-Verlag, Leipzig 2003, ISBN 3-8262-0720-3
  • Stefan Klein: Da Vincis VermĂ€chtnis oder Wie Leonardo die Welt neu erfand. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2008, ISBN 978-3-10-039612-9
  • Heinz KĂŒhne: Leonardo da Vinci. Prestel, 1999, ISBN 3-7913-2199-4
  • Pietro C. Marani: Leonardo - Das Werk des Malers. MĂŒnchen 2001, ISBN 3-8296-0015-1
  • Charles Nicholl: Leonardo da Vinci. Die Biographie. Frankfurt/M. 2009. ISBN 978-3-596-16920-7
  • Ladislao Reti: Leonardo, KĂŒnstler, Forscher, Magier Frankfurt 1974, ISBN 3-10-042401-8
  • Giorgio Vasari, Roland Kanz: Das Leben von Leonardo da Vinci, Raffael von Urbino und Michelangelo Buonarroti. Reclam, Ditzingen 1996, ISBN 3-15-009467-4
  • Giorgio Vasari: Das Leben des Leonardo da Vinci, hg. und kommentiert von Sabine Feser, Berlin 2006, Verlag Klaus Wagenbach
  • Leo Weismantel: Leonardo da Vinci. VEB Union Verlag, Berlin 1963
  • Frank Zöllner: Leonardo da Vinci. Köln, Taschen Verlag 2006, 696 Seiten, 44 Ă— 29 cm, ISBN 3-8228-5726-2 (SĂ€mtliche GemĂ€lde, sĂ€mtliche eigenhĂ€ndige Zeichnungen)
  • Boris von Brauchitsch: Leonardo da Vinci, Berlin : Suhrkamp, 2010, ISBN 978-3-518-18248-2

Über Einzelwerke

  • Mohan, Jean-Pierre; Menu, Michel; Mottin, Bruno et al. (Hrsg.): Im Herzen der Mona Lisa - Dekodierung eines Meisterwerks, Verlag Schirmer Mosel, MĂŒnchen 2006, ISBN 3-8296-0233-2. (Eine wissenschaftliche Expedition in die Werkstatt des Leonardo da Vinci in Zusammenarbeit mit dem Centre de Recherche et de Restauration des MusĂ©es de France.)
  • Ost, Hans: Das Leonardo-PortrĂ€t in der Kgl. Bibliothek Turin  âˆ’  und andere FĂ€lschungen des Giuseppe Bossi, ‚studio‘-Reihe, Gebr. Mann Vlg., Berlin 1980, ISBN 3-7861-1299-1
  • Syre, Cornelia; Schmidt, Jan; Stege, Heike (Hrsg.): Leonardo da Vinci  âˆ’  Die Madonna mit der Nelke, Verlag Schirmer Mosel, MĂŒnchen 2006, ISBN 978-3-8296-0272-3. 296 S., 139 Tafeln in Farbe und Duotone. (Offizielle Begleitpublikation zur gleichnamigen Ausstellung in der Alten Pinakothek MĂŒnchen vom 15. September − 3. Dezember 2006)

Über Werkthemen

  • Marianne Schneider: Leonardo da Vinci, das Wasserbuch, MĂŒnchen 1996
  • Marianne Schneider (Hrsg): Leonardo da Vinci  âˆ’  Der Vögel Flug  âˆ’  Sul volo degli uccelli, dt.-ital. Ausg., Vlg. Schirmer/Mosel, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-88814-955-X
  • Françoise Viatte, Carlo Pedretti, AndrĂ© Chastel: Leonardo da Vinci  âˆ’  Die Gewandstudien. Schirmer-Mosel, MĂŒnchen 1990 (Originaltitel: LĂ©onard de Vinci - les Ă©tudes de draperies), ISBN 3-88814-367-5 (Deutschsprachige Ausgabe des Kataloges zur erstmaligen Ausstellung der Gewandstudien von Leonardo da Vinci vom 3. Dezember 1989 bis 26. Februar 1990 im Louvre).

Über Technik und Erfindungen

  • Marco Cianchi: Die Maschinen Leonardo da Vincis, Becocci Editore, Florenz 1984, 95 S., 184 Ill. und graph. Darst., ISBN 88-8200-005-2
  • Charles H. Gibbs-Smith: Die Erfindungen von Leonardo da Vinci, Belser Verlag, Stuttgart/ZĂŒrich, 5., unverĂ€nderte Auflage 1988, ISBN 3-7630-1698-8
  • Domenico Laurenza, Mario Taddei, Edoardo Zanon: Leonardo dreidimensional - Mit Computergrafik auf der Spur des genialen Erfinders, Belser Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 3-7630-2269-4
  • Mario Taddei: Leonardo dreidimensional 2 - Neue Roboter und Maschinen, Belser Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7630-2524-4.

Denk- und Arbeitsweise, Forschungsmethode

Psychologische und andere Aspekte

  • Kurt R. Eissler: Leonardo da Vinci  âˆ’  Psychoanalytische Studien zu einem RĂ€tsel, Vlg. Stroemfeld/Roter Stern, Basel/Frankfurt am Main 1992, ISBN 3-87877-300-5
  • Sigmund Freud: Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci, Fischer Taschenbuch Vlg., Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-596-10457-2
  • Karl Jasper: Lionardo als Philosoph, Bern 1953

Belletristik

Hörbuch

Filmografie

  • Der Leonardo Code - Vom Leben und Wirken des geheimnisvollen Mannes aus Vinci. Dokumentarfilm, Deutschland, 2007, 90 Min., Regie: Rudij Bergmann, Erstausstrahlung, 4. Januar 2008, Inhaltsangabe von arte
  • The Da Vinci Code – Sakrileg. Mysterythriller-Film 2006, Regie: Ron Howard
    behandelt Da Vincis Prophezeiungen in RĂ€tselform sowie dessen Literaturvorlage Â»Sakrileg« von Dan Brown.
  • Der verlorene Da Vinci. Dokumentarfilm, 85 Min., Großbritannien 2006, Regie: Nigel Levy, Produktion: arte, Erstsendung: 18. November 2006, Inhaltsangabe mit Trailer
  • Leonardo - Das Universalgenie. Großbritannien, zweiteiliger Dokumentarfilm und Doku-Drama, 2003, jeweils 45 Min., (OT: 1. Leonardo – The Man Who Wanted To Know Everything, 2. Dangerous Liaisons), Buch und Regie: Sarah Aspinall und Tim Dunn, Produktion: BBC, Discovery Channel, Inhaltsangabe von 3sat und Film-BroschĂŒre von BBC
  • »Das Abendmahl« in Mailand. Dokumentation, 15 Min., Produktion: SWR, Reihe: SchĂ€tze der Welt, RealPlayer-Video
  • Das Leben Leonardo da Vincis (OT: La vita di Leonardo da Vinci). FĂŒnfteilige Fernsehreihe Ă  75 Min., Italien 1972/73, 1. Teil: Lehrjahre, 2. Teil: Das Reiterdenkmal des Francesco Sforza, 3. Teil: Das Abendmahl, 4. Teil: Die Schlacht von Anghiari, 5. Teil: Mona Lisa, Regie: Renato Castellani, mit Philippe Leroy als erwachsener Leonardo, Filmdaten von IMDb und bamby.de, die Reihe erhielt 1973 den Golden Globe.

Weblinks

 Commons: Leonardo da Vinci â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Leonardos kĂŒnstlerisches Schaffen

Dokumentation von Leonardos Erfindungen

Gesamtdarstellungen ĂŒber Leonardo

Anmerkungen

  1. ↑ Von 2002 bis 2006 verglich der Anthropologe Luigi Capasso mit seinen Kollegen an der UniversitĂ€t von Chieti einen Fingerabdruck auf dem GemĂ€lde «Dame mit dem Hermelin» mit denen in Leonardos Manuskripten. Dabei kam er zum Schluss, dass dessen Form typisch sei fĂŒr den Nahen Osten. (In: „Da Vinci Fingerprint Reveals Arab Heritage?“ Discovery Channel, 28. Oktober 2006.) Die Leonardo-Forscher Agnese Sabato und Alessandro Vezzosi, GrĂŒnder des Leonardo-Museums Museo Ideale in Vinci, publizierten im April 2008 das Ergebnis ihrer Nachforschungen von Leonardos Familiengeschichte und untermauerten Capassos These mit der hohen Wahrscheinlichkeit einer Abkunft Leonardos von einer getauften Sklavin namens Caterina. (In: „Was Da Vinci’s Mother a Slave?“ Discovery Channel, 9. April 2008)
  2. ↑ Ein direktes Verbot von Sektionen durch die katholische Kirche kann weder in Konzilsaufzeichnungen noch in pĂ€pstlichen Dekreten nachgewiesen werden, jedoch bestand eine weit verbreitete Ablehnung der Leichenöffnung (unter anderen hatte sich auch der Kirchenvater Augustinus scharf gegen die Anatomen gewandt). In die Zeit des Leonardo da Vinci fĂ€llt allerdings eine ausdrĂŒckliche Erlaubnis der Sezierung durch Papst Sixtus IV.- Siehe zu dieser Thematik Kurt W. Becker: Anmerkung zur Geschichte der anatomischen Sektion. Stuttgart 2002

Einzelnachweise

  1. ↑ Peter Dittmar: Zeichnete Leonardo da Vinci dieses SelbstportrĂ€t?, welt.de, 3. MĂ€rz 2009, abgerufen am 7. Mai 2011
  2. ↑ Leonardo da Vinci ~ Biography, Uffizien (englisch)
  3. ↑ Anna Suh: Leonardo da Vinci. SkizzenbĂŒcher. Köln 2005
  4. ↑ 16 Milliarden Pixel: Das letzte Abendmahl in HD
  5. ↑ Berliner Morgenpost: War Mona Lisa etwa Leonardos junger Geliebter?, 4. Februar 2011. (Abgerufen am 4. Februar 2011)
  6. ↑ Die Welt: Da Vincis „Mona Lisa“ war wohl ein schwuler Mann, 3. Februar 2011. (Abgerufen am 4. Februar 2011)
  7. ↑ Queer.de: War Mona Lisa ein Mann?, 3. Februar 2011. (Abgerufen am 4. Februar 2011)
  8. ↑ Marianne Schneider: Leonardo da Vinci. Das Wasserbuch. MĂŒnchen 1996
  9. ↑ Meinrad Maria Grewenig: Leonardo da Vinci - KĂŒnstler, Erfinder, Wissenschaftler, Historisches Museum der Pfalz, Speyer 1995, S. 169
  10. ↑ Liana Bortolon: The life, times and art of Leonardo. Crescent Books, New York 1965, S. 62
  11. ↑ Woldemar von Seidlitz: Leonardo da Vinci - der Wendepunkt der Renaissance, Band 2, Julius Bard, Berlin 1909, S. 234
  12. ↑ AutobahnbrĂŒcke bei Oslo nach Leonardos Skizzen, tec21.ch
  13. ↑ Leonardos Werke, leo.skyar.com
    und Werk-Chronologie, leo.skyar.com
  14. ↑ Josef Rattner, Gerhard Danzer: Die Geburt des modernen europĂ€ischen Menschen in der italienischen Renaissance 1350–1600. Königshausen & Neumann, WĂŒrzburg 2004, ISBN 3-8260-2934-8, S. 124
  15. ↑ Maren Huberty: Das Bestiarium von Leonardo da Vinci. In: Bestiarien im Spannungsfeld zwischen Mittelalter und Moderne Gisela Febel u. Georg Maag (Hrsg.), Gunter Narr Verlag, TĂŒbingen 1997, ISBN 3-8233-5176-1, S. 75
  16. ↑ Klein, S. 11–13
  17. ↑ Kemp, S. 15
  18. ↑ Hans Wußing: Von Leonardo da Vinci bis Galileo Galilei, Edition am Gutenbergplatz, Leipzig 2010, ISBN 978-3-937219-41-7, S. 32
  19. ↑ Codex Atlanticus, leo.skyar.com
  20. ↑ Codex Leicester, odranoel.de
  21. ↑ Codex Madrid, leo.skyar.com
  22. ↑ Leonardo da Vinci. Die Aphorismen. AusgewĂ€hlt und ĂŒbersetzt von Marianne Schneider. ISBN 3-8296-0097-6

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