Ansel Adams

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Ansel Adams
Ansel Adams um 1950
Unterschrift
Ansel Adams: The Tetons and the Snake River, 1942. Die Fotografie gehört zu den 115 Bilddateien, die sich auf den Datenplatten Voyager Golden Record befinden, die an Bord der beiden 1977 gestarteten interstellaren Raumsonden Voyager 1 und Voyager 2 angebracht sind.

Ansel Easton Adams (* 20. Februar 1902 in San Francisco, Kalifornien; † 22. April 1984 in Carmel-by-the-Sea, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Fotograf, Autor und Lehrer der kĂŒnstlerischen Fotografie. Er wurde vor allem bekannt durch seine eindrucksvollen Landschafts- und Naturfotografien aus den Nationalparks, National Monuments und den Wilderness Areas im Westen der Vereinigten Staaten, fĂŒr deren Erhalt er sich zeitlebens aktiv einsetzte.

Als MitbegrĂŒnder der Gruppe f/64 zĂ€hlt er zu den Pionieren der straight photography und gilt als einer der bedeutendsten amerikanischen Fotografen. Adams verfasste zahlreiche LehrbĂŒcher zu Theorie und Praxis der Fototechnik. Das von ihm zeitgleich mit Fred Archer formulierte Zonensystem wurde wegweisend fĂŒr die kĂŒnstlerische Schwarzweißfotografie.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und frĂŒhe Jahre

Ansel Easton Adams war das einzige Kind von Charles Hitchcock Adams und Olive Bray Adams, einer HĂ€ndlerfamilie aus San Francisco. Der Junge wurde nach dem Onkel Ansel Easton benannt.[1] Die Adams-Familie stammte vĂ€terlicherseits aus Neuengland. Die Familie war in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts, von Nordirland kommend, eingewandert. Der Großvater hatte in San Francisco ein prosperierendes Holzhandelsunternehmen aufgebaut, das in der Nachfolge von Adams’ Vater Charles geleitet wurde. Die Familie der Mutter stammte aus Baltimore, der Großvater mĂŒtterlicherseits hatte sich als Transportunternehmer und GrundstĂŒcksspekulant in Carson City, Nevada, niedergelassen.[2]

Adams’ Eltern waren politisch liberale, ansonsten eher konservativ-bĂŒrgerliche Menschen. Der Vater war ein begeisterter Hobby-Astronom[3], der sich allgemein fĂŒr optische GerĂ€te und fĂŒr die Fotografie im Besonderen interessierte und als modernste Errungenschaft eine „Brownie-Bullseye“-Boxkamera von Kodak sein Eigen nannte; die Mutter war kĂŒnstlerisch ambitioniert und widmete sich bevorzugt der Porzellanmalerei.

Eine frĂŒhe Kindheitserinnerung von Ansel Adams war das große Erdbeben von 1906.

Eine erste Kindheitserinnerung von Ansel Adams war das verheerende San-Francisco-Erdbeben von 1906, bei dem sich der VierjĂ€hrige infolge eines Sturzes das Nasenbein zertrĂŒmmerte, das nie gerichtet wurde und Adams seine unverwechselbare schiefe, nach links gerichtete Nase einbrachte.[4] Da die Adams’ in einem selbstgebauten Haus in den DĂŒnen außerhalb San Franciscos wohnten, blieben sie von den Folgen des Bebens ansonsten weitgehend verschont.

The Panic of 1907, Rezessionen

1907 starb Ansels Großvater William James Adams. Mit seinem Tod und dem als The Panic of 1907 bezeichneten ersten großen Börsenkrach in den USA ging auch der Untergang seines Unternehmens einher. Die schleichende Rezession der folgenden Jahrzehnte beanspruchte das gesamte Familienvermögen der Adams’, und Ansels Vater versuchte, das wenige noch vorhandene Firmenkapital zu retten. Geheime Absprachen und AnteilsverkĂ€ufe von Ansels Onkel Ansel Easton sollen schließlich zu einem weiteren finanziellen Desaster gefĂŒhrt haben. Letztlich ĂŒbernahm die Bank den Grundbesitz, und die einstmals florierende Firma wurde zerschlagen.[5]

Als Kind war Ansel oft krĂ€nklich, litt an ErkĂ€ltungen und diversen Kinderkrankheiten. Dennoch tobte er sich bei stundenlangen Klettertouren in den steilen Klippen an der nahe gelegenen PazifikkĂŒste von Fort Scott oder China Beach aus. Der wissbegierige Junge sammelte Insekten und botanisierte Pflanzen. Überdies begeisterte er sich fĂŒr Sport, war aber stets zu ungeduldig, um sich auf eine Sportart zu konzentrieren.[6] 1912 erkrankte Ansel an Masern und musste zwei Wochen in einem abgedunkelten Zimmer im Bett verbringen. Zum Zeitvertreib erklĂ€rte ihm der Vater seine Boxkamera und das uralte Prinzip der Camera obscura, das dahinter stand, und weckte damit erstmals das Interesse des Jungen an der Fotografie.

Die Grundschulzeit verbrachte Ansel grĂ¶ĂŸtenteils an der Rochambeau-Schule in San Francisco. Weil er jedoch als schwieriges Kind galt, das sich meistens im Unterricht langweilte und oft in Raufereien verstrickt war, musste er mehrmals die Schulen wechseln. Nach einem heftigen Wutanfall wurde er schließlich ganz der Schule verwiesen und erhielt Hausunterricht beim Vater, der ihm grundlegende Kenntnisse in Französisch und Algebra beibrachte. Außerdem sorgte Charles Adams dafĂŒr, dass sein Sohn englische Literaturklassiker las und Unterricht im Altgriechischen bei einem befreundeten Pfarrer bekam. Wie Adams in seinen Erinnerungen schilderte, reifte wĂ€hrend der zahlreichen GesprĂ€che mit dem Geistlichen in ihm schnell die Erkenntnis, sich mit Hilfe des Intellekts ein eigenes kritisches Weltbild schaffen zu mĂŒssen, das sich, wie er sagte, „gegen Intoleranz, Unverstand und StandesdĂŒnkel“ richtete.[7] Etwa zu dieser Zeit zeigte sich auch ein musikalisches Talent in dem Jungen, und so erhielt er ab 1914 zusĂ€tzlich Klavierunterricht.

Die Panama-Pacific International Exposition, Hinwendung zur Musik

Die Orgel in der Festhalle der Panama-Pacific International Exposition, 1915
(Fotografie von Charles C. Moore)

1915 schenkte ihm der Vater eine Jahreskarte fĂŒr die Panama-Pacific International Exposition, der Weltausstellung, die zur Feier der Eröffnung des Panamakanals veranstaltet wurde. Die gigantische Ausstellung hinterließ einen nachhaltigen Eindruck bei dem Jungen, vor allem begeisterte er sich fĂŒr die Konzerte, die in der Festhalle der Ausstellung, einem riesigen Kuppelbau, an einer imposanten Orgel zu Gehör gebracht wurden. Wenn möglich, ließ er keines der Konzerte aus. Oft besuchte er auch die GemĂ€lde- und Skulpturenausstellung im Palast der schönen KĂŒnste, wo Werke von Bonnard, CĂ©zanne, Gauguin, Monet, Pissarro und van Gogh gezeigt wurden.[7]

Auf der Suche nach einem regulĂ€ren Schulabschluss besuchte Ansel in der Folgezeit noch einige Schulen, mit dem Abschlusszeugnis der achten Klasse beendete er schließlich formell seine schulische Laufbahn.[8]

Ab seinem 13. Lebensjahr erhielt der Junge intensiven Klavierunterricht bei einer Ă€lteren Dame namens Marie Butler, einer Absolventin des New England Conservatory mit langjĂ€hriger Erfahrung im Unterrichten. Sie besaß VirtuositĂ€t im Spiel und ein profundes Wissen ĂŒber Musiktheorie und Musikgeschichte; sie verstand es, dem Jungen mit viel Geduld und Ausdauer ein gewisses Maß an Disziplin abzuringen und die Faszination fĂŒr das Instrument zu wecken. 1918 empfahl sie den jungen Adams zum Musikstudium an den Komponisten Frederick Zech (1858–1926) weiter. Bald entstand in Adams der Wunsch, Berufsmusiker zu werden.

Die Sierra, Yosemite und die Fotografie

Im LeConte-GedĂ€chtnishaus im Yosemite-Nationalpark ĂŒbernahm Adams in den 1920er Jahren einen Posten als Hauswart.
(Neuzeitliche Aufnahme)

Ansel Adams war erstmals 1916 zusammen mit seinen Eltern auf einer Urlaubsreise im Yosemite-Nationalpark gewesen. WĂ€hrend des Urlaubs schenkte ihm der Vater eine „Brownie-Bullseye“-Boxkamera von Kodak, Ansels erste eigene Kamera. Leidenschaftlich begann der 14-JĂ€hrige alles festzuhalten, was ihm vor die Linse kam. Der Junge war von dem Urlaub so begeistert, dass er auch in den folgenden Jahren die Sommermonate in dem Naturreservat verbrachte. 1919 trat Adams dem von John Muir begrĂŒndeten Sierra Club bei. 1922 veröffentlichte Adams seinen ersten Artikel fĂŒr das Sierra Club Bulletin. Im Jahr 1934 sollte er schließlich Mitglied im Direktorium des Clubs werden (bis 1971).

Bei einem Ausflug des Clubs nach Yosemite begegnete Adams im Sommer 1923 seinem Jugendfreund, dem Violinisten und spĂ€teren Fotografen Cedric Wright (1907–1950) wieder. WĂ€hrend einer mehrtĂ€gigen Exkursion durch den Park festigte sich die Freundschaft der beiden Naturliebhaber, und man tauschte sich ĂŒber die Musik und das beiderseitig aufkeimende Interesse fĂŒr die Fotografie aus. Wright befasste sich mit dem Pictorialismus und schuf bevorzugt PortrĂ€ts, die in ihrer technischen QualitĂ€t den frĂŒhen Arbeiten Edward Westons Ă€hnlich waren. Durch Wright wurde Adams unter anderem mit den kĂŒnstlerisch gedruckten BĂŒchern von Elbert Hubbard, dem BegrĂŒnder der Roycroft-Bewegung, bekannt.[9]

Die Freundschaft mit Wright, die Beziehung zum Sierra Club und die unzĂ€hligen Exkursionen im Yosemite-Park sollten in Adams eine tiefe lebenslange Faszination fĂŒr die Wildnis und deren Schutz wecken. In spĂ€teren Jahren erinnerte sich Adams an diese Zeit als „die denkwĂŒrdigste Erfahrung in seinem Leben“ und betonte, wie das starke Erleben der Natur, die Kindheit am Meer und die jungen Jahre in der Sierra Nevada sein gesamtes Leben geprĂ€gt habe.[10]

Im Lauf der Zeit begann Adams die SchnappschĂŒsse, die er auf seinen Exkursionen im Yosemite machte, als ein „visuelles Tagebuch“ zu betrachten, und je mehr er fotografierte, desto mehr interessierte ihn das fotografische Verfahren, das dahinter steckte. Schließlich wollte er lernen, wie man die Bilder selbst zu Papier bringt. Um 1917 bot ihm ein Nachbar, der ein Fotolabor betrieb, einen Job als Laborhilfe an. Innerhalb kurzer Zeit erlernte Adams die Routine der Filmentwicklung. Schließlich perfektionierte er sein Hobby, und es gelang ihm ausdrucksstarke Bilder zu schaffen.[11]

Monolith, The Face of Half Dome

Der Half Dome.
(Neuzeitliche Aufnahme)

Bis Mitte der 1920er Jahre sah sich Ansel Adams allenfalls als ambitionierter Amateurfotograf. Adams datierte einen FrĂŒhlingstag, den 17. April 1927 im Yosemite, der, wie er sagte, „sein VerstĂ€ndnis fĂŒr das Medium Fotografie verĂ€ndern sollte.“ An diesem Tag brach Adams mit seinen Freunden Cedric Wright, Arnold Williams, Charlie Michael und seiner zukĂŒnftigen Frau Virginia Best zu einer Wanderung zum Diving Board auf, einem Felsvorsprung mit einem imposanten Blick auf den Half Dome. Adams schleppte im Rucksack eine 40 Pfund schwere Kamera-AusrĂŒstung mit sich, bestehend aus einer Korona-Studiokamera, mehreren Objektiven, Filtern, sechs Plattenhaltern mit zwölf Glasplatten und einem Holzstativ. WĂ€hrend des Aufstiegs fertigte Adams mehrere Aufnahmen an, von denen einige misslangen, eine Glasplatte wurde unbeabsichtigt belichtet, weil Adams vergessen hatte, das Kameraobjektiv vor der direkten Sonneneinstrahlung zu schĂŒtzen. Schließlich hatte er nur noch zwei Platten ĂŒbrig, um sie, wie er sagte, „mit dem großartigsten Anblick, den die Sierra bietet zu belichten – dem Face of Half Dome selbst.“ Von dieser Exkursion brachte Adams eines seiner berĂŒhmtesten Bilder mit: Monolith, The Face of Half Dome.[12][13]

1937 kam es zu einem Brand in Adams’ Fotolabor, wobei tausende seiner originalen Negative vernichtet oder beschĂ€digt wurden. Er brauchte mit seinen Helfern mehrere Tage, um die geretteten Negative zu wĂ€ssern und zu trocknen. Von einigen Fotografien, beispielsweise Monolith, The Face of Half Dome, die nur am Rand beschĂ€digt wurde, gibt es VergrĂ¶ĂŸerungen vor und nach dem Feuer, wobei die neueren VergrĂ¶ĂŸerungen notwendigerweise einen kleineren Bildausschnitt zeigen, damit die beschĂ€digten Bereiche nicht sichtbar werden. Adams bewahrte die Originalnegative in spĂ€teren Jahren in einem Panzerschrank auf.[14]

Albert Bender, Robinson Jeffers

Robinson Jeffers 1937.
(Fotografie von Carl van Vechten)

Im FrĂŒhjahr 1926 machte Cedric Wright seinen Freund Ansel mit dem Kunstsammler und MĂ€zen Albert Maurice Bender (1866–1941) bekannt.[15] Der aus Irland stammende Bender hatte sein Vermögen als Versicherungsmakler gemacht und galt als Philanthrop, der einen großen Bekanntenkreis besaß und recht einflussreiche Beziehungen zu wichtigen Galeristen, KĂŒnstlern und Verlagen an der WestkĂŒste unterhielt. Sein besonderes Interesse galt der Druckkunst und seltenen KĂŒnstlerbĂŒchern. Er interessierte sich fĂŒr Adams’ Fotoarbeiten und entschied kurzerhand, zusammen mit dem jungen Fotografen ein Portfolio zu realisieren. Bender kĂŒmmerte sich um Verlag und Vertrieb. Nach Adams’ Vorstellung sollte das Portfolio schlicht Photographs betitelt werden, doch die Verlegerin Jean Chambers Moore hatte Vorbehalte gegen das Wort, und so einigte man sich auf das Kunstwort „Parmelian Prints“ als Titel, mit dem Adams jedoch nicht sehr glĂŒcklich war. Als Adams das fertige Druckwerk schließlich in den HĂ€nden hielt, war seine EnttĂ€uschung umso grĂ¶ĂŸer, da dem Titel die fehlerhafte Unterzeile „
of the High Sierras“ hinzugefĂŒgt worden war: denn „Sierra“ ist bereits Mehrzahl. Parmelian Prints of the High Sierras wurde 1927 mit einer Auflage zu 100 Portfolios plus 10 KĂŒnstlerkopien mit jeweils 18 Fotografien zum Verkaufspreis von 50 US-Dollar das Exemplar veröffentlicht.[16]

Ansel Adams und Albert Bender wurden enge Freunde und unternahmen gemeinsam zahlreiche ausgedehnte Landpartien mit dem Auto. Durch Bender wurde Adams bald mit zahlreichen Kreativen der Bay Area bekannt, so lernte er unter anderem die Journalistin und Dichterin Ina Coolbrith kennen oder den zurĂŒckgezogen lebenden, dem Humanismus kritisch gegenĂŒberstehenden Poeten und Naturphilosophen Robinson Jeffers, der in symbolbeladenen Gedichten eine Zukunft prognostizierte, in der die Natur sehr gut ohne den Menschen auskommen werde, was einer gewissen Grundstimmung von Adams recht nahe kam.[17] Jeffers’ zunehmend antihumanistische RadikalitĂ€t und seine gesteigerte Verachtung fĂŒr die menschliche Zivilisation, sollte ihn in spĂ€teren Jahren hĂ€ufig in die Kritik bringen.[18]

Heirat mit Virginia Best

Am 2. Januar 1928 heiratete Ansel Adams seine Jugendliebe Virginia Rose Best in Yosemite. Virginia war die 1904 geborene Tochter von Harry Best, einem ortsansĂ€ssigen Landschaftsmaler, der GemĂ€lde, Holzschnitzereien und Souvenirs in einem eigenen Studio mit Shop im Yosemite-Park verkaufte. Ansel hatte Virginia bereits 1921 in Harry Bests Studio kennengelernt. Beide verband die Leidenschaft zu Yosemite und zur Musik: Virginia wollte ursprĂŒnglich SĂ€ngerin werden. Virginia Best und Ansel Adams hatten ĂŒber sechs Jahre lang eine wechselhafte Beziehung gefĂŒhrt. 1932 kam der gemeinsame Sohn Michael zur Welt, zwei Jahre spĂ€ter folgte die Tochter Anne. Als Virginias Vater Harry Best 1936 ĂŒberraschend starb, ĂŒbernahm sie dessen Ladenatelier in Yosemite.[19]

In den ersten Jahren seiner Ehe schwankte Adams noch immer zwischen zwei Berufen: der Karriere als Konzertpianist und der des professionellen Fotografen. SpĂ€testens Anfang der 1930er Jahre mit dem Beginn der großen Depression konnte sich Adams den Spagat weder finanziell noch gefĂŒhlsmĂ€ĂŸig weiter erlauben. Um sich Klarheit ĂŒber seinen weiteren Werdegang zu verschaffen, unternahm er in dieser Zeit mehrere Reisen nach New Mexico.

New Mexico, Taos Pueblo

Mary Hunter Austin um 1900
(Fotografie von Charles Fletcher Lummis)

Eine Reise mit Albert Bender hatte Adams bereits 1927 nach Santa Fe in New Mexico gefĂŒhrt. Es war Adams erste Bekanntschaft mit der kargen WĂŒstenregion im SĂŒdwesten der Vereinigten Staaten. Er war stark beeindruckt von dem eigentĂŒmlichen Licht New Mexicos, der teilweise bizarren Landschaft und den gewaltigen Wolkenformationen. In Santa Fe trafen sie auf den Lyriker Witter Bynner und auf die Schriftstellerin Mary Hunter Austin, die sich insbesondere fĂŒr die Belange der Indianer und der Frauen einsetzte.[17] WĂ€hrend Adams’ erster Reise nach New Mexico 1927 entstanden nur wenige Fotos. In den beiden Folgejahren nahm der Fotograf eine Korona-Studiokamera mit und belichtete auf orthochromatischen Filmen.[20]

Ansel Adams: Kirche, Taos Pueblo, 1942

1929 machten Ansel Adams und Virginia in Begleitung der irischen Autorin und Theosophin Ella Young, einer Bekannten von Albert Bender, einen lĂ€ngeren Besuch in Santa Fe. Zu diesem Zeitpunkt spekulierte Adams erstmals ernsthaft damit, den Lebensunterhalt ausschließlich mit der Fotografie zu verdienen und sich eventuell im Norden von New Mexico niederzulassen. Ansel und Virginia waren einer Einladung von Mary Austin gefolgt, bei ihr zu wohnen. Man freundete sich rasch miteinander an, und bald entstand die Idee, ein gemeinsames Buch ĂŒber ein Thema New Mexicos zu verfassen. Adams und Austin einigten sich in RĂŒcksprache mit Albert Bender als Sponsor auf Taos Pueblo und nahmen Kontakt mit der KunstmĂ€zenin Mabel Dodge Luhan auf, die im nahegelegenen Taos ihre KĂŒnstlerkolonie Los Gallos begrĂŒndet hatte. Die wohlhabende Luhan hatte bereits in Europa und New York einflussreiche Salons unterhalten, in denen sich die Intellektuellen und Kreativen ihrer Zeit versammelt hatten. Ihr Ehemann Tony, selbst ein Pueblo-Indianer, stellte den Kontakt zum HĂ€uptling und Ältestenrat des Pueblos her.[21] Taos Pueblo erschien 1930 in einer Erstauflage von 100 BĂŒchern.

Paul Strand, AnfÀnge als professioneller Fotograf

Als Adams ein weiteres Mal bei Mabel Dodge Luhan in Los Gallos zu Besuch war, machte er Bekanntschaft mit dem Fotografen Paul Strand und dessen Frau Becky sowie der Malerin und Fotografin Georgia O’Keeffe, dem Schriftsteller D. H. Lawrence und dem Architekten und Maler John Marin, die alle zu den GĂ€sten der KunstmĂ€zenin zĂ€hlten. Paul Strand interessierte sich sehr fĂŒr Adams’ Taos-Buch, und so kamen die beiden Fotografen ins GesprĂ€ch. Strand zeigte Adams etwas umstĂ€ndlich seine Arbeiten, die er zu diesem Zeitpunkt nur als 4 x 5 inch Großformat-Negative im Pappkarton zur Hand hatte. Trotz fehlender PositivabzĂŒge war Adams von Strands perfekt durchkomponierten Bildern fasziniert:

„Es waren Negative voll leuchtender Schatten und starker Lichter, die subtile Tonwertabstufungen zeigten. Die Kompositionen waren von ungewöhnlicher Perfektion, die Randzonen frei von Störendem, die Bildelemente, die er sorgsam ausgewĂ€hlt und als Form interpretiert hatte, wunderbar verteilt – alles einfach, doch von großer Kraft [
][22]“

Die Begegnung mit Paul Strand gab Adams den entscheidenden Impuls: Plötzlich erkannte er die kreativen Möglichkeiten, die in dem Medium Fotografie stecken mochten. Mit dem Entschluss, die Karriere als Musiker endgĂŒltig aufzugeben und zukĂŒnftig als professioneller Fotograf zu arbeiten, kehrte Adams nach San Francisco zurĂŒck. In den Folgejahren pflegte Adams eine angeregte Brieffreundschaft mit Strand.

Ansel Adams: Grand Sentinel, Kings Canyon, ca. 1930

1930 errichtete Adams neben seinem Elternhaus ein Haus mit Studio und begann als kommerzieller Fotograf zu arbeiten. Unter dem steigenden Druck der Wirtschaftskrise fotografierte er in der Anfangszeit, wie er sagte, „einfach alles: vom Katalog bis zum Industriereport, von der Architektur bis zum PortrĂ€t.“[23] Obwohl er stets der kĂŒnstlerischen Fotografie und seiner spĂ€teren LehrtĂ€tigkeit den Vorzug gab, sollte Adams bis ins Alter auch als Auftragsfotograf erfolgreich bleiben und Fotoreportagen beispielsweise fĂŒr Fortune oder das Life-Magazin machen oder Werbefotografien unter anderem fĂŒr AT&T, Kodak oder Nissan anfertigen. Viele seiner spĂ€teren Auftragsarbeiten fĂŒr zahlende Kunden entstanden in Farbe.

FĂŒr das Ahwahnee Hotel in Yosemite fotografierte Adams vornehmlich Wintermotive. Ansel Adams: Half Dome, Apple Orchard, Yosemite, 1931

Bereits 1929 hatte ihn die Yosemite Park and Curry Company (YPCCO), die die Konzessionsbetriebe des Parks leitete, engagiert, die Öffentlichkeitsarbeit fĂŒr Yosemite zu ĂŒbernehmen und vornehmlich Aufnahmen der Wintersport-Möglichkeiten zu fotografieren, um Touristen anzulocken. FĂŒr viele Jahre wurde die YPCCO Adams wichtigster Auftraggeber.[24] Seine Fotografenkollegin Imogen Cunningham, die er ungefĂ€hr zu dieser Zeit, Ende der 1920er Jahre, ĂŒber Albert Bender kennengelernt hatte und mit der er zeitlebens befreundet war, sah seine kommerziellen Arbeit stets mit gemischten GefĂŒhlen und kritisierte ihn manchmal humorvoll mit den Worten „Adams, du hast dich wieder verkauft.“[25] Cunningham stand anfangs unter dem Einfluss des Pictorialismus, wandte sich aber Mitte der 1920er Jahre ebenfalls der straight photography zu.

In kĂŒnstlerischer Hinsicht schĂ€tzte Adams die damals weit verbreitete pictorialistische Fotografie nicht besonders. Der Stil erschien ihm als zu manieriert, und bislang hatte er nur wenige Fotografien gesehen, die er als kunstvoll empfand, ĂŒberdies war sein Wissen um die Geschichte der Fotografie und Fotografen bis dahin Ă€ußerst gering. SpĂ€testens seit seiner Begegnung mit Paul Strand in New Mexico hatte Adams damit begonnen zu experimentieren; er probierte neue fotografische Richtungen aus und arbeitete nun mit unstrukturierten, glatten Fotopapieren mit glĂ€nzender OberflĂ€che, wie es auch seine Vorbilder Strand und Edward Weston taten. Schließlich bekam er ein feineres GefĂŒhl fĂŒr das Licht und die Tonwertabstufungen in den AbzĂŒgen. Er notierte: „Ich fĂŒhlte mich befreit: Ein gutes Negativ konnte ich durch die Visualisierung schaffen und jetzt auch zuverlĂ€ssig als feines Bild[26] auf glĂ€nzendem Papier umsetzen.“[22]

Gruppe f/64

An einem Abend im Jahr 1932 trafen sich Ansel Adams und die Fotografen Imogen Cunningham, John Paul Edwards, Sonya Noskowiak, Henry Swift und Edward Weston bei dem Fotografen, Filmemacher und Berkeley-Studenten Willard Van Dyke, um sich ĂŒber den Gedanken der „straight photography“, der „reinen Fotografie“, auszutauschen. Obwohl die Arbeiten der Beteiligten teilweise sehr unterschiedlich waren, einigten sie sich darauf, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen und einen neuen Weg der kreativen Fotografie, die sich deutlich vom tradierten Pictorialismus abheben sollte, zu definieren. Bei einem weiteren Treffen diskutierte man ĂŒber einen Namen fĂŒr die Gruppe. Der anwesende junge Fotograf Preston Holder, ein Studienkollege von Willard Van Dyke, machte den Vorschlag „US 256“, der veralteten Systembezeichnung fĂŒr die sehr kleine Blendenöffnung 64, die eine große SchĂ€rfentiefe bedeutete. Doch weil die Verwechslung mit einer US-Autobahn nahelag, einigte man sich auf „f/64“, entsprechend der neuen Bezeichnung fĂŒr US256.[27]

„Gruppe f/64“ sollte zum Schlagwort fĂŒr eine direkte, geradlinige Fotografie als eigenstĂ€ndige Kunstform werden und nicht die Imitation einer anderen Kunstform. Die Mitglieder nahmen sich zum Ziel, dies möglichst bald in einem „visuellen Manifest“ darzulegen und konzipierten eine Ausstellung. Die etablierten Galeristen zeigten sich anfangs wenig begeistert, und die lokale Kunstszene von San Francisco reagierte eher ablehnend auf die Vorstellung, dass Fotografie Kunst sein sollte. Lediglich Lloyd Rollins, der Direktor des M. H. de Young Memorial Museums in San Francisco zeigte sich aufgeschlossen und willigte nach einer Begutachtung der fotografischen Arbeiten ein. FĂŒr Ansel Adams war es die dritte grĂ¶ĂŸere Ausstellung in einem Kunstmuseum. Bereits 1931 hatte er eine Einzelausstellung an der Smithsonian Institution in Washington D.C. gehabt und im selben Jahr im de Young ausgestellt. Zu der Ausstellung luden die sieben GrĂŒndungsmitglieder der Gruppe f/64, Adams, Cunningham, Edwards, Noskowiak, Swift und Weston, noch vier weitere Fotografen ein, die ein Ă€hnliches Konzept in ihren Fotografien verfolgten: Preston Holder, Consuela Kanaga, Alma Lavenson und Brett Weston, der Sohn von Edward Weston.[27]

Die Ausstellung lief vom 15. November bis zum 31. Dezember 1932. Gezeigt wurden 80 Fotografien, die kĂ€uflich zu erwerben waren: Edward Weston verlangte fĂŒnfzehn Dollar pro Bild,[28] die anderen Teilnehmer zehn.[27] WĂ€hrend der Ausstellung verteilte die Gruppe ein gemeinsam verfasstes Manifest. Sowohl Ausstellung wie Manifest erregten Aufsehen und fĂŒhrten zu heftigen Diskussionen, die, so Adams, „grĂ¶ĂŸtenteils negativer PrĂ€gung waren.“ Vornehmlich KĂŒnstler und Galeristen fĂŒhrten schriftliche Beschwerde gegen das Museum, das es wagte, in einem öffentlichen Raum Fotografie als Kunstform zu zeigen. Letztlich stellten sich das Kuratorium und Museumsdirektor Rollins auf die Seite der Fotografen. FederfĂŒhrend in der Kritik waren die Pictorialisten, allen voran William Mortensen, ein der malerischen Tradition verhafteter Fotograf aus Los Angeles, der sich nach Adams’ Meinung despektierlich in Fachzeitschriften ĂŒber die Gruppe f/64 ausließ. Mit Mortensen lieferte sich Adams noch einige Zeit nach der Ausstellung ein postalisches Wortgefecht.

Die Gruppe f/64 machte nur noch eine weitere Ausstellung; nachdem Willard Van Dyke, der Initiator der Gruppe, nach New York gezogen war und auch die anderen Mitglieder eigene Ziele verfolgten, traf man sich nur selten, schließlich löste sich die Gruppe formlos auf. Als „Nachlassverwaltung“ der Gruppe eröffnete Adams 1933 eine kleine Galerie in San Francisco, die Ansel Adams Gallery, die unter dem nachhaltigen Eindruck eines Besuches bei Alfred Stieglitz stand und die nach dem Vorbild von Stieglitz' Galerien in New York gestaltet war. Kommerziell orientiert prĂ€sentierte Adams neben den Bildern der ersten Gruppe-f/64-Ausstellung auch GemĂ€lde, Skulpturen und Drucke verschiedener KĂŒnstler.

Alfred Stieglitz

Alfred Stieglitz, 1935
(Fotografie von Carl van Vechten)

Im MĂ€rz 1933 unternahm Ansel Adams in Begleitung seiner Frau Virginia eine ausgedehnte Reise an die OstkĂŒste, die ĂŒber Chicago und Detroit, mit dortigen Museumsbesuchen auch nach Rochester fĂŒhrte, wo Adams die Fabrik von Eastman Kodak besichtigte. Ziel der Reise war New York City, wo die Adams am 28. MĂ€rz eintrafen. Neben Theater- und Museumsbesuchen beabsichtige Ansel, mit Fotografien im GepĂ€ck, unbedingt Alfred Stieglitz zu treffen, den seinerzeit einflussreichsten Galeristen und Mentor der Fotografie in den Vereinigten Staaten, um ihm seine Bilder zu zeigen.[29]

Bei seiner ersten Begegnung mit Alfred Stieglitz in dessen Galerie An American Place in der Madison Avenue empfand Adams den New Yorker Fotografen als kĂŒhl und abweisend, doch schließlich betrachtete Stieglitz Adams’ Arbeiten mit Wohlwollen. Mit Stieglitz' Absegnung wurde Adams bei der einflussreichen New Yorker Galeristin Alma Reed vorstellig, die mit den Delphic Studios eine der wenigen renommierten Kunstgalerien betrieb, die auch Fotografien zeigten. Im November 1933 eröffnete schließlich eine Verkaufsausstellung mit 50 Fotografien von Adams in den Delphic Studios, die zwar in den Zeiten der großen Depression kein finanzieller Erfolg wurde, aber von einer ĂŒberraschend guten Kritik in der New York Times begleitet wurde.[29]

Adams besuchte Alfred Stieglitz von diesem Zeitpunkt an einmal im Jahr in New York, um sich mit ihm auszutauschen und neue Bilder zu zeigen. Erst im Januar 1936 erklĂ€rte sich Stieglitz bereit, eine Ausstellung mit Adams zu machen; die Bilder wurden im November 1936 in einer erfolgreichen Show im An American Place gezeigt. Erfreut schrieb Adams an seine Frau Virginia: „Die Schau bei Stieglitz ist ungewöhnlich – nicht nur, daß die Bilder stilvoll aufeinander abgestimmt und gehĂ€ngt sind. Ihre Beziehung zum Raum und die Beziehung zu Stieglitz sind Dinge, die nur einmal im Leben geschehen.“[29]

Die Newhalls und das MoMA

1939 traf Adams in New York mit dem Kunsthistoriker Beaumont Newhall und dessen Frau Nancy zusammen, mit denen Adams bereits seit seinem 1935 erschienenen Buch Making a Photograph, in Briefkontakt gestanden hatte. Beaumont Newhall war zu diesem Zeitpunkt Bibliothekar am Museum of Modern Art (MoMA), er hatte ein starkes Interesse an der Fotografie als Kunstform und schrieb zahlreiche Essays und Kritiken zu dem Thema. Aus den Briefwechseln erwuchs schließlich eine lebenslange Freundschaft. Gemeinsam mit Nancy Newhall veröffentlichte Adams in spĂ€teren Jahren einige BĂŒcher.

Die von Adams 1940 kuratierte Ausstellung A Pageant of Photography im MoMA zeigte unter anderem Timothy H. O’Sullivans Aufnahmen vom Sezessionskrieg

1940 wurde Adams Kurator einer grĂ¶ĂŸeren Bilderschau in San Francisco, die unter dem Titel A Pageant of Photography im Rahmen der Golden-Gate-Ausstellung einen Querschnitt durch die Geschichte und Entwicklung der Fotografie zeigen sollte. Das Spektrum reichte von den AnfĂ€ngen der Fotografie mit Timothy H. O’Sullivans Aufnahmen vom BĂŒrgerkrieg bis zu Man Rays Rayographien. Der begleitende Ausstellungskatalog war umfangreich und enthielt Essays von Beaumont Newhall, Dorothea Lange, LĂĄszlĂł Moholy-Nagy, Nicholas Ulrich Mayall vom Lick-Observatorium, Grace Morley der Direktorin des San Francisco Museum of Modern Art und Paul Outerbridge.[30]

Auch Beaumont Newhall war mit seiner Frau extra aus New York an die WestkĂŒste gekommen. Adams’ Fotoausstellung im Palast der schönen KĂŒnste inspirierte die Newhalls, die fotografische Abteilung des MoMA umfangreich aufzubauen. Nach der RĂŒckkehr konnten sie den unzugĂ€nglichen Alfred Stieglitz von dieser Idee ĂŒberzeugen. Adams gelang es seinerseits, den Fotografen Arnold Genthe[31] fĂŒr die noch im selben Jahr im MoMA geplante Eröffnungsausstellung zu gewinnen. Sowohl Stieglitz' wie auch Genthes BeitrĂ€ge galten als unverzichtbar, zĂ€hlten doch beide zu den Pionieren der kĂŒnstlerischen Fotografie in den USA.

Am 31. Dezember 1940 eröffnete unter dem Titel Sixty Photographs die erste Ausstellung der neuen fotografischen Abteilung am MoMA.[32] Die Schau war umfangreich und dokumentierte die gesamte kreative Fotografie von ihren AnfĂ€ngen bis in die Gegenwart. Gezeigt wurden Arbeiten von Berenice Abbott, Ansel Adams, EugĂšne Atget, Ruth Bernhard, Mathew B. Brady, Henri Cartier-Bresson, Harold E. Edgerton, P. H. Emerson, Walker Evans, Arnold Genthe, David Octavius Hill und Robert Adamson, Dorothea Lange, Henri Le Secq, Helen Levitt, Lisette Model, Moholy-Nagy, Dorothy Norman, T. H. O’Sullivan, Eliot Porter, Man Ray, Henwar Rodakiewicz, Charles Sheeler, Edward Steichen, Alfred Stieglitz, Paul Strand, Luke Swank, Brett Weston, Edward Weston und Clarence White sowie unbekannte Pressefotografen.[33]

Edward Steichen

FĂŒr Edward Steichen empfand Ansel Adams Abneigung
(PortrÀt von Fred Holland Day, 1901)

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs meldete sich Beaumont Newhall zur LuftaufklĂ€rung nach Europa, und seine Frau Nancy und Ansel Adams ĂŒbernahmen kurzfristig das Kuratorium fĂŒr die Fotoabteilung des MoMA. Adams fungierte als VizeprĂ€sident des fotografischen Komitees.[33] Im Verlauf des Krieges ĂŒbernahm Edward Steichen, der von der US-Marine mit der fotografischen Dokumentation des Pazifikkriegs beauftragt worden war, die FĂŒhrung im MoMA. Adams hegte seit seiner ersten Begegnung mit Steichen eine ausgeprĂ€gte Antipathie fĂŒr den Fotografen, zumal dieser kriegspropagandistische Ausstellungen konzipierte. Nach Adams’ Ansicht ĂŒberschritten diese den Aufgabenbereich eines Kunstmuseums. Schließlich kam es zu Diskrepanzen, in deren Folge sowohl die Newhalls als auch Adams von ihren Posten zurĂŒcktraten. Steichen trat 1947 das Amt als neuer Direktor der fotografischen Abteilung des MoMA an, die er bis 1962 leitete. Sein Nachfolger wurde John Szarkowski, der in den 1970er Jahren eine große Wanderausstellung mit Adams’ Arbeiten kuratieren sollte.[34]

Im Jahre 1954 kamen Adams und Steichen noch einmal miteinander in Kontakt, als Steichen seine Ausstellung The Family of Man (1955) zusammenstellte und von Adams Negative erbat. Adams schickte Steichen die Bilder Mount Williamson, Sierra Nevada und From Manzanar, California als Duplikate zu und bat darum, die AbzĂŒge herstellen zu dĂŒrfen. Steichen lehnte ab und ließ Adams’ Arbeiten, wie dieser kritisierte, „unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig vergrĂ¶ĂŸern“. Adams bemerkte spĂ€ter: „Als ich das fertige Wandbild sah, wurde mir schlecht. Er hatte Mount Williamson, eines meiner stĂ€rksten Bilder zu einer Wandtapete degradiert [
] Ich verlor auf Jahre das Interesse am MoMA.“[35]

Moonrise, Hernandez, New Mexico

Im FrĂŒhjahr 1941 erhielt Adams ein Schreiben des damaligen US-Innenministers Harold L. Ickes mit der Bitte, die Nationalparks in den Vereinigten Staaten zu fotografieren, um davon Wandbilder fĂŒr das Ministerium zu erstellen; etwa zur gleichen Zeit beauftragte ihn die U.S. Potash Company in Carlsbad, New Mexico die Kali-Minen in der NĂ€he von Carlsbad zu fotografieren. Zu diesem Zweck reiste Adams in Begleitung seines achtjĂ€hrigen Sohnes Michael und seines langjĂ€hrigen Freundes Cedric Wright in das nördliche New Mexico, um verschiedene Landschaftsaufnahmen zu machen. In der NĂ€he des Dorfes Hernandez bot sich den Reisenden ein außergewöhnlicher Anblick, als der Mond plötzlich ĂŒber den schneebedeckten Bergspitzen aufstieg, wĂ€hrend im Westen die spĂ€tnachmittĂ€gliche Sonne einige Kreuze an einem Kirchhof weiß aufblitzen ließ. Im Wissen darum, dass sich solch ein Motiv nie wiederholen wĂŒrde, hielt Adams den Wagen an, um eiligst seine sperrige Plattenkamera auszuladen und aufzubauen. Ihm gelang nur eine einzige Aufnahme, beim zweiten Negativ war die Sonne bereits hinter einer Wolkenbank verschwunden und „der magische Augenblick war fĂŒr immer vorĂŒber“, wie er sich erinnerte.[36] Moonrise, Hernandez, New Mexico[37] sollte Ansel Adams bekannteste Fotografie werden. Noch Jahre spĂ€ter bekam der Fotograf Zuschriften, in denen er gefragt wurde, ob es sich um eine Doppelbelichtung handele, was er jedoch stets verneinte.[36]

UnglĂŒcklicherweise vergaß Adams in seiner Aufregung, das Bild zu datieren, weshalb sich Biografen und Fotohistoriker lange Zeit darĂŒber stritten, wann das genaue Entstehungsdatum des legendĂ€ren Fotos gewesen sein mochte. Beaumont Newhall gelang es in den 1980er Jahren mit Hilfe des befreundeten Astronomen David Elmore, das Datum der seltenen Sonnen-Mond-Konstellation mit Hilfe von Azimut-Tabellen und Landkarten an einem Computer zurĂŒckzurechnen, demzufolge sollte Moonrise am 31. Oktober 1941 zwischen 16.00 und 16:05 Uhr Ortszeit aufgenommen worden sein.[36] JĂŒngste Nachforschungen datieren das Entstehungsdatum jedoch auf den 1. November 1941, 16:49 Uhr MST.[38]

Nationalparks

Carlsbad Caverns, 1941/42

Nachdem Adams die Kali-Minen der U.S. Potash Company fotografiert hatte, reiste er weiter in den Carlsbad-Caverns-Nationalpark, um mit den Fotografien fĂŒr das US-Innenministerium zu beginnen. WĂ€hrend der Reise entstanden Aufnahmen von den Felssiedlungen der Anasazi im Mesa-Verde-Nationalpark oder von den Adobe-Pueblos der Acoma, außerdem empfand Adams auf seine Weise die historischen Fotografien von Timothy H. O’Sullivan nach, die dieser bereits 1873 im Canyon de Chelly angefertigt hatte.[39]

Im Sommer 1942 setzte der Fotograf seine ausgedehnte Fotoexkursion fĂŒr die Regierung durch diverse Nationalparks fort: Er fotografierte die Geysire des Yellowstone-Nationalpark und machte unter anderem Station im Rocky-Mountain-Nationalpark im Glacier-Nationalpark und schließlich im Mount McKinley National Park (heute Denali-Nationalpark). Zu Adams’ Missfallen wurde das Wandbildprojekt im Juli 1942 unter dem Druck des Zweiten Weltkriegs eingestellt und nach dem Krieg nicht wieder aufgenommen.[40]

Nach Kriegsende bewarb sich Adams bei der John-Simon-Guggenheim-Stiftung um ein Fellowship (Stipendium), damit er seine Arbeit in den Nationalparks fĂŒr ein eigenes Buchprojekt fortsetzen konnte. Adams erhielt das Guggenheim-Stipendium zweimal: 1946 und 1948. Das Stipendium ermöglichte ihm unter anderem eine Flugreise in das sĂŒdliche Alaska, wo er zusammen mit einer Geologengruppe Aufnahmen der Eisfelder rund um die Glacier Bay im Glacier-Bay-Nationalpark anfertigte. Aus dem gesamten Nationalpark-Material extrahierte er das Portfolio The National Parks and Monuments und den Fotoband My Camera in the National Parks, der 1950 veröffentlicht wurden.[41]

Manzanar, Dorothea Lange

Ansel Adams: Calesthenics, Manzanar, 1943 – Weibliche Bewohner des Internierungslagers bei gymnastischen Übungen

Im Sommer 1943 wurde Adams von Ralph Merrit, dem neuernannten Leiter des Internierungslagers Manzanar, mit dem Projekt betraut, die missliche Situation der Nisei, im Lande geborene amerikanische BĂŒrger japanischer Herkunft, die nach dem Angriff auf Pearl Harbor im Rahmen eines Internierungsprogramms der Regierung in einsame Gegenden zwangsumgesiedelt worden waren, zu dokumentieren. Ansel Adams entschied sich im SpĂ€therbst des Jahres, nach Manzanar zu fahren. Er kannte die verlassene Gegend im Owens Valley bereits aus den ErzĂ€hlungen Mary Austins und von Dorothea Langes Dokumentarfotografien, die sie hier ein Jahr zuvor angefertigt hatte. Der Besuch in der trostlosen Baracken-Siedlung berĂŒhrte Adams zutiefst. In Manzanar entstand eines seiner bekanntesten Bilder, Winter Sunrise, The Sierra Nevada, from Lone Pine, California (1943).[42]

Die Fotoreportage aus dem Internierungslager Manzanar, die Adams’ einziger Beitrag mit direktem Bezug zum Krieg blieb, veröffentlichte er 1944 als Buch Born Free and Equal: The Story of Loyal Japanese-Americans. Das Werk erhielt positive Kritiken und fĂŒhrte im FrĂŒhjahr 1945 die Bestsellerliste des San Francisco Chronicle an.[43]

Dorothea Lange 1936

Mit Dorothea Lange arbeitete Ansel Adams in den 1950er Jahren gemeinsam an mehreren Geschichten. Lange wohnte ebenfalls in der Bay Area von San Francisco und hatte sich in den 1930er Jahren im Auftrag der unter Roosevelt gegrĂŒndeten Farm Security Administration (F.S.A.) mit ihren eindringlichen Bildern des amerikanischen Landlebens ein Renommee als sozialdokumentarische Fotografin erworben. Adams’ Beziehung zu Lange war trotz mancher Meinungsverschiedenheit freundschaftlich, und die beiden tauschten sich oft angeregt ĂŒber fotografische und politische Ansichten aus. Adams sah in Langes Werk eine gewisse Sympathie fĂŒr den Trotzkismus, was die Fotografin jedoch niemals direkt aussprach. „Sie war integer in ihren Überzeugungen und voller Skepsis gegenĂŒber der selbstgefĂ€lligen ‚Good Old Boy‘-Haltung, die sie vorherrschend in Industrie und Politik erkannte.“ erinnerte sich Adams in seinen Memoiren an die Fotografin.[44] Die beiden unterhielten ĂŒber lange Jahre eine angeregte Korrespondenz.

Im Auftrag des Life-Magazines realisierten Adams und Lange im Sommer 1953 den Fotoessay Three Mormon Towns ĂŒber die zurĂŒckgezogen lebenden Mormonen im SĂŒdwesten von Utah.

Edwin Land und Polaroid

1948 lernte Adams den Physiker und Fotopionier Edwin Herbert Land bei einer Party in dessen Haus in Cambridge, Massachusetts, kennen. Land hatte gerade sein neuartiges Polaroid-Land-Trennbildverfahren vorgestellt und lud den neugierig gewordenen Adams am folgenden Tag in sein Labor ein, wo Land ein Sofortbild-PortrĂ€t von Adams anfertigte. Es war Adams erste Begegnung mit dem Polaroid-Verfahren. Da Land zu diesem Zeitpunkt ausschließlich Wissenschaftler und Theoretiker, aber keinen Kreativen mit fototechnischen Kenntnissen zu seinem Umfeld zĂ€hlte, engagierte er Adams kurzerhand als technischen Berater. Adams erhielt neben einer Sofortbildkamera mit den dazugehörigen Filmen die Aufgabe, sich mit der QualitĂ€t und Leistung des Materials auseinanderzusetzen, woraus sich schließlich eine lebenslange geschĂ€ftliche Beziehung zwischen Adams und Polaroid ergab, sowie eine enge Freundschaft zwischen Land und Adams.[45]

Ab den 1950er Jahren fertigte Ansel Adams zahlreiche Fotografien auf Polaroid-Material an. Eine bekannte Aufnahme von 1968, El Capitan, Winter Sunrise, die den Monolithen El Capitan in Yosemite zeigt, entstand auf Polaroid Type 55 P/N, einem hochauflösenden Positiv/Negativ-Schwarzweißfilm.

LehrtÀtigkeiten

1940 ĂŒbernahm Ansel Adams kurzfristig die fotografische Abteilung an der Art Center School (heute Art Center College of Design) in Los Angeles und leitete ĂŒberdies zahlreiche Workshops „vor Ort“ im Yosemite-Nationalpark. 1946 wurde er vom damaligen PrĂ€sidenten der San Francisco Art Association, Ted Spencer, gebeten, eine fotografische Abteilung an der California School of Fine Arts, dem heutigen San Francisco Art Institute, einzurichten. Adams sagte begeistert zu und begann umgehend mit der Planung von drei Dunkelkammern und einem großen Demonstrations- und Unterrichtsraum fĂŒr die UniversitĂ€t. Doch die Kosten fĂŒr Adams’ Projekt ĂŒberschritten bei weitem den Etat, was den Unmut der anderen Lehrbereiche erweckte. „Die Maler, Bildhauer, Graphiker und Töpfer erhoben sich wie ein Mann im Zorn. Photographie sei keine Kunst, behaupteten sie, und hat an einer Kunstschule nichts zu suchen 
“ erinnerte sich Adams.[46]

Mit Spencers UnterstĂŒtzung konnte er dennoch seine LehrtĂ€tigkeit aufnehmen und ĂŒberzeugte schließlich seine Kritiker von den sowohl handwerklichen wie kĂŒnstlerisch-Ă€sthetischen Aspekten, die mit der Fotografie verbunden sind. Adams fotografische Abteilung war eine der ersten, die das Medium Fotografie in einer Institution der schönen KĂŒnste lehrte. Doch nach bereits einem Jahr, mit Erhalt des Guggenheim-Stipendiums, gab Adams seine TĂ€tigkeit am Institut aus ZeitgrĂŒnden wieder ab. Moralisch in der Pflicht fand er schließlich in Minor White einen gleichwertigen Nachfolger.[47]

Ansel Adams veranstaltete noch bis ins hohe Alter zahlreiche Workshops, in denen er ĂŒber sein Zonensystem und andere Erkenntnisse in Theorie und Praxis der Fotografie dozierte. In diesem Kontext entstanden zahlreiche LehrbĂŒcher zur Fototechnik, wie Camera and Lens und The Negative (beide 1948), The Print (1950) oder Natural Light Photography (1952) und Artificial Light Photography (1956).

Carmel, The Friends of Photography

Die PazifikkĂŒste bei Carmel, Kalifornien (Neuzeitliche Aufnahme)

Nachdem Ansel und Virginia Adams seit den frĂŒhen 1920ern abwechselnd in San Francisco und in Yosemite gelebt hatten, zog das Paar 1961 nach Carmel-by-the-Sea um, wo Dave McGraw, ein Freund der Adams’, eine kleine Kolonie von KĂŒnstlern versammelt hatte. Die Überlegung, nach Carmel zu ziehen, war fĂŒr die Adams’ vor allem logistischer Natur: Ansel hatte noch immer in New Mexico zu tun, wĂ€hrend Virginia nach wie vor Best’s Studio, das ehemalige Ladenatelier ihres Vaters in Yosemite, leitete. Dick McGraw bot den Adams ein drei Hektar großes GrundstĂŒck am Wild Cat Hill in den Carmel Highlands an. Schweren Herzens trennte sich Adams von seinem Elternhaus in den DĂŒnen von San Francisco, in dem er seit dessen Erbauung 1903 zeitweise gelebt hatte. Adams’ Mutter Olive war bereits 1950 verstorben, der Vater Charles war ihr nur ein knappes Jahr spĂ€ter gefolgt. Mit Hilfe des Architekten Ted Spencer ließ sich Adams ein Haus nach seinen Vorstellungen entwerfen, dessen Zentrum eine große Dunkelkammer bilden sollte, die von allen Bereichen des Hauses zugĂ€ngig war.[48]

In Carmel begrĂŒndete Adams 1967 zusammen mit Morley Baer, Beaumont und Nancy Newhall sowie Brett Weston die Friends of Photography als gemeinnĂŒtzigen Verein, der sich der Förderung der kreativen Fotografie annahm und Ausstellungen und AusstellungsrĂ€ume organisierte. Binnen weniger Jahre wurde der Verein zu einer international bekannten Institution mit mehreren tausend Mitgliedern.[49] Nach Adams’ Tod 1984 zog die Gruppe von Carmel nach San Francisco und eröffnete 1989 das Ansel Adams Center for Photography bei den Yerba Buena Gardens.

SpÀte Jahre und Tod

Mit zunehmendem Alter beschrĂ€nkte Ansel Adams seine TĂ€tigkeiten auf kleinere Workshops fĂŒr die Friends of Photography, auf die Publikation von FotobĂŒchern und auf BeitrĂ€ge in Fachzeitschriften sowie auf die Reproduktion seiner bekanntesten Fotografien, die mittlerweile zu begehrten Sammlerobjekten geworden waren. Überdies kĂŒmmerte sich Adams seit der Ära Nixon verstĂ€rkt um politische Initiativen zum Erhalt der Nationalparks. 1975 machte er zu diesem Zweck eine Eingabe in Form eines Memorandums beim amtierenden US-PrĂ€sidenten Gerald Ford.[50]

In den 1970er Jahren begann der Fotograf seinen Nachlass zu regeln und grĂŒndete zu diesem Zweck zwei Trusts: zum einen den Ansel Adams Publishing Rights Trust, der alle kĂŒnftigen Veröffentlichungen und Wiedergaberechte kontrollieren sollte und zum anderen den Ansel Adams Family Trust, in den die Nettoerlöse des Ansel Adams Publishing Rights Trust fließen sollten und der ausschließlich der Familie von Adams, nach Ansel und Virginias Ableben, den Kindern Anne und Michael zugute kommt. Überdies verfĂŒgte Adams, dass seine Fotografien nicht mehr mit einem kommerziellen Produkt in Zusammenhang gebracht werden sollten.[51]

Ansel Adams: In Glacier National Park, 1941

Mitte der 1970er Jahre fertigte Adams seine letzten Auftragsarbeiten an und gab öffentlich bekannt, dass er ab dem 31. Dezember 1975 keine Bildbestellungen mehr annehmen wĂŒrde. Mit Adams’ Verlautbarung begannen die Preise seiner Fotografien auf Kunstauktionen kontinuierlich zu steigen. Die Jahre 1976, 1977 und 1978 verbrachte er grĂ¶ĂŸtenteils damit, noch offene Bestellungen auszufĂŒhren. In den letzten Lebensjahren sichtete der Fotograf ungefĂ€hr 40.000 Negative. Noch zu Adams Lebzeiten erreichte Moonrise, Hernandez, New Mexico bei einer Auktion den Rekordpreis von 71.000 US-Dollar, der höchste Preis,[37] der bis dahin fĂŒr eine Fotografie bezahlt worden war.[51]

Obwohl Adams’ Arbeiten bereits zu seinen Lebzeiten in internationalen Schauen gezeigt wurden, reiste er selbst erst 1974 zum ersten Mal nach Europa, um in Arles eine Ausstellung seiner Arbeiten zu besuchen und VortrĂ€ge zu halten. Dabei traf er mit Fotografenkollegen wie Bill Brandt, BrassaĂŻ, Henri Cartier-Bresson und Jacques-Henri Lartigue zusammen. 1976 wiederholte er seine Vortragsreise nach Arles, ein weiteres Mal besuchte er 1979 das Victoria and Albert Museum in London. Im selben Jahr unterzog sich Adams, der seit den frĂŒhen 1970er Jahren an zunehmenden Herzproblemen litt, einer Operation, bei dem ihm ein dreifacher Bypass gesetzt wurde. Eine vierte Vortragsreise nach Europa 1982 lehnte er ab.[52] 1979 organisierte John Szarkowski, der Nachfolger Edward Steichens im Kuratorium der fotografischen Abteilung des MoMA, die große Wanderausstellung Ansel Adams and the West, die 153 Landschaftsbilder des Fotografen zeigte. Die Ausstellungseröffnung ging mit Adams’ Buchveröffentlichung Yosemite and the Range of Light einher.[53] Die Schau war ein großer Erfolg und wurde von dem Kunstkritiker Robert Hughes mit einer Titelgeschichte auf dem Time Magazine bedacht.[54]

Minaret Lake in der Ansel Adams Wilderness, Sierra Nevada
(Neuzeitliche Aufnahme)

Im Jahre 1981 wurde Adams als zweiter nach Lennart Nilsson von der Erna und Victor Hasselblad Stiftung mit der Hasselblad-Goldmedaille geehrt. Die Verleihung durch König Carl XVI. Gustaf von Schweden fand im MoMA statt. Den schwedischen Fotografen und Erfinder Victor Hasselblad hatte Adams bereits 1950 bei einem Besuch in New York kennengelernt. Hasselblad hatte Adams damals gebeten, eine seiner ersten Kameras, die Mittelformatkamera Hasselblad 1600F, auszuprobieren. Von diesem Zeitpunkt an zĂ€hlten Hasselblad-Modelle zu Adams bevorzugten Kameras.[55]

Ansel Adams’ achtzigster Geburtstag am 20. Februar 1982 wurde mit zahlreichen, von den Friends of Photography organisierten Ausstellungen, Retrospektiven und FestivitĂ€ten gefeiert. Zu Adams’ besonderer Freude gab der von ihm sehr verehrte russische Pianist Wladimir Aschkenasi ein privates Klavierkonzert im Wohnhaus der Adams in Carmel.[56]

Adams starb am 22. April 1984 im Alter von 82 Jahren an Herzversagen. Ihm zu Ehren wurde noch im selben Jahr das Wildnisgebiet Minarets Wilderness, das die Bergkette The Minarets in der Sierra Nevada umgibt, in Ansel Adams Wilderness umbenannt. Seine Ehefrau Virginia Best Adams verstarb am 29. Januar 2000.

Werk

Fotohistorische Einordnung

Ansel Adams gilt als ein Vertreter der „straight photography“, der „reinen Fotografie“, die, der Tradition des Realismus in der Malerei folgend, einer strengen BildĂ€sthetik verpflichtet ist und sich, gemĂ€ĂŸ der von der Gruppe f/64 postulierten Dogmatik, demonstrativ gegen den seinerzeit beliebten Pictorialismus richten sollte, der mit seinem sentimentalen Stil als geschmĂ€cklerisch „unrein“ empfunden wurde.[57] Seine Anfang der 1930er Jahre entstandenen Arbeiten standen noch sehr unter dem Einfluss der Gruppe f/64 und orientieren sich in der Darstellung reiner Formen an Paul Strand oder Edward Weston. Erst in der Folgezeit, ab Mitte der 1930er Jahre, löste sich Adams von den einengenden Theorien der Gruppe f/64 und fand von einer eher zweidimensionalen Gestaltung zu einem plastischeren Bildaufbau.[58] Wenngleich Adams’ Landschaften und die PrĂ€zision ihrer Umsetzung fotohistorisch wegweisend waren, fanden Fotografen der Neuen Sachlichkeit im deutschsprachigen Raum wie beispielsweise Albert Renger-Patzsch zu einer Ă€hnlich „reinen“ Bildsprache.[57]

Fotografie als Kunstform, Bezug zur Musik

In seinen zahlreichen Schriften, VortrĂ€gen und Workshops stellte Adams seine Verfahrensweisen zur Erstellung und Verfeinerung einer perfekt durchgezeichneten „wohl komponierten“ Fotografie dezidiert dar und demonstrierte, welche Möglichkeiten die reine Fotografie als kĂŒnstlerisches Ausdrucksmedium bieten kann.[57] Von einer klassischen Musikausbildung her kommend, ĂŒbertrug Adams seine Kenntnisse der musikalischen Komposition auf die Komposition in der Kunst und erklĂ€rte die Fotografie legitim als „den schönen KĂŒnsten zugehörig“. Adams betrachtete (und bezeichnete) dabei die Kamera mit ihrem Zubehör aus verschiedenen Objektiven und Filtern equivalent zur Musik als „Instrument“.[59]

Das „vorausgeahnte“ feine Bild

Im Unterschied zur schnelllebigen Reportagefotografie wie zur aufkommenden Schnappschussfotografie, die spĂ€testens seit EinfĂŒhrung der handlichen Kodak-Fabrikate („You press the button – we do the rest“ – „Sie drĂŒcken auf den Knopf, wir erledigen den Rest“, so der damalige Slogan der Firma) und der Kleinbildformate oft zu einer maschinellen Beliebigkeit des Dargestellten fĂŒhrte, konzentrierte sich Adams bereits vor Ort auf eine bestimmte „vorausgeahnte“ Idealkomposition, die er visualisierte und dem Abzug schließlich im aufwĂ€ndigen Dunkelkammerprozess mittels Tonwertkorrekturen die gewĂŒnschte PrĂ€sentationsform verlieh, die er selbst als ausdrucksstarkes „feines Bild“ bezeichnete.[59] Diese „Vorausahnung“ betonte Adams in Bezug auf seinen Fotografenkollegen Henri Cartier-Bresson, der zwar als Schnappschussfotograf schlechthin gilt, aber trotz dieser Schnelligkeit die bereits im Unterbewusstsein vorhandene Komposition des Bildes im „entscheidenden Moment“ visualisierte und somit zum optimalen Ausdruck fand.[60]

Das Zonensystem

Gemeinsam mit dem Fotografen und College-Dozenten Fred Archer entwickelte und formulierte Ansel Adams gegen Ende der 1930er Jahre das berĂŒhmte Zonensystem. Dem Verfahren, das Adams anschließend weiterentwickelte, liegt eine Artikelserie in der Fachzeitschrift U.S. Camera zugrunde.[61] Mit Hilfe des Zonensystems versuchte Adams, den Kontrastumfang des Motivs so geschickt auf den (in aller Regel deutlich geringeren) Kontrastumfang des Schwarzweißfilms zu ĂŒbertragen, dass ein natĂŒrlicher Bildeindruck entstand. Das Ziel waren technisch perfekte, sauber durchgezeichnete Negative, die sich gut vergrĂ¶ĂŸern ließen. Das bedeutet aber nicht, dass er Manipulationen in der Dunkelkammer ablehnte. Das Negativ war fĂŒr ihn nur eine Zwischenstufe auf dem Weg zu dem in seinem Kopf bereits fertig existierenden Bild – nur musste diese Zwischenstufe höchsten AnsprĂŒchen genĂŒgen, damit er am Ende im fertigen Abzug genau seine Vorstellung realisieren konnte. In Anlehnung an die Musik fasste er das Negativ als Partitur auf, doch erst der Abzug (Print), war die Interpretation und das vollendete Werk.

Charakteristisch fĂŒr Adams’ Zonensystem ist der in elf Belichtungszonen unterteilte Graukeil

Adams’ Zonensystem wurde von Fotografen und Fachpresse ambivalent aufgenommen; manche empfanden die Methode als hilfreich, um gestalterische Möglichkeiten unter dem Aspekt der „kalibrierten Aufnahme“ zu erweitern, Kritikern des Zonensystems und BefĂŒrwortern der Schnappschussfotografie war das Prinzip zu didaktisch, zu umstĂ€ndlich und wenig praxisnah.[62]

Die Technik

Seine Arbeitsweise legte Adams dezidiert in zahlreichen FachbĂŒchern vor, in denen er oft anhand der Entstehungsgeschichte eines ausgewĂ€hlten Werkes auf technische Aspekte wie beispielsweise Belichtungszeiten, verwendete GerĂ€te, Filter, Filmmaterialien oder die anschließenden Arbeiten in der Dunkelkammer, respektive im Fotolabor, eingeht.

Ab den 1950er Jahren verwendete Adams auch Hasselblad-Kameras. Hier der Prototyp 1600F.

Adams arbeitete ĂŒberwiegend mit Korona- und spĂ€ter Linhof-Großformat(Fach-)kameras sowie ab den 1950er Jahren auch mit Hasselblad-Mittelformatkameras auf Schwarzweiß-Filmmaterial. Bis etwa Anfang der 1930er Jahre verwendete er dabei die ĂŒblichen orthochromatischen Filme, weshalb manche Aufnahmen, die bei blauem Himmel aufgenommen worden waren, ungefiltert relativ helle Resultate zur Folge hatten. Um den Himmel dramatisch dunkel wirken zu lassen, verwendete der Fotograf bei panchromatischen Filmen Farbfilter (zumeist Wratten No. 29-Rotfilter). Deutlich wird dies beispielsweise bei Monolith, The Face of Half Dome von 1927.[12][63]

In seinem eigenen Fotolabor benutzte Adams einen speziell angefertigten HorizontalvergrĂ¶ĂŸerer, der auf einer alten umgebauten Plattenkamera beruhte. Das GerĂ€t erlaubte es ihm, auch seine frĂŒhen Großformatnegative, zum Teil auf Glasplatten im 8×10-Zoll-Format, zu vergrĂ¶ĂŸern.

Obwohl der Trend bereits in den 1930ern zum Großformat ging, fertigte Adams zu Ausstellungszwecken oft nur KontaktabzĂŒge seiner Negative im Format 20x25 cm an, die er in weißen Passepartouts prĂ€sentierte. Zur Kontrasterhöhung und um eine möglichst hohe Archivfestigkeit zu erreichen, tonte Adams die AbzĂŒge zumeist mit einer direkten Selentonung.[64]

Alfred Stieglitz brachte Adams auf die Idee, die Werke optimalerweise vor einer neutralen Wand in einer Mischbeleuchtung aus indirektem Kunstlicht und gedĂ€mpften Tageslicht zu zeigen, um die Wirkung zu steigern[58] – eine PrĂ€sentationsart, wie sie heutzutage in den White Cubes ĂŒblich ist.

Adams und die Farbfotografie

Weniger bekannt ist, dass Adams auch Farbaufnahmen machte: WĂ€hrend seines fotografischen Lebens fertigte er ĂŒber 3.000 Fotografien auf Farb-Diafilm. Die Fotografien entstanden ĂŒberwiegend in den 1940er und 1950er Jahren teilweise als Testaufnahmen fĂŒr den von Kodak neu entwickelten Kodachrome-Film. Als Adams 1984 starb, hatte er bereits ein Buch ĂŒber die Farbfotografie in Planung. Die Thematik beschĂ€ftigte ihn, wenn auch mit Unbehagen, bereits seit den 1950er Jahren. In den 1980er gab er zu, dass, könnte er jetzt noch einmal als junger Fotograf beginnen, er wohl in Farbe fotografieren wĂŒrde, „doch eigentlich“, so Adams „mag ich die Farbfotografie nicht besonders. Das ist nicht mein Fall.“[65]

Auf die Frage, ob er in Schwarzweiß arbeite, weil vielleicht sein Farbsehen gestört sei, antwortete er, dass er sein Farbsehen habe ĂŒberprĂŒfen lassen und es in Ordnung sei. Er bevorzuge Schwarzweiß, weil er bei diesem Prozess eine grĂ¶ĂŸere Kontrolle habe.[65] Eine Vielzahl seiner kommerziellen Auftragsarbeiten entstand in Farbe. Durch seine Bekanntschaft mit Edwin Land hatte er auch Gelegenheit, zahlreiche neue Sofortbildmaterialien zu testen, mit denen er beeindruckende Bildergebnisse erzielte.

Rezeption

„An einem Bild sind immer zwei Leute beteiligt: der Fotograf und der Betrachter.“

– Ansel Adams

Ansel Adams zĂ€hlte bereits zu Lebzeiten zu den wichtigsten US-amerikanischen Fotografen des 20. Jahrhunderts. Sein Name, der mittlerweile untrennbar mit der fotografischen Dokumentation und der Bewahrung der Nationalparks und National Monuments im Westen der USA verbunden ist, wurde gleichermaßen zum Synonym wie zum Etikett fĂŒr eine technisch versierte, hochqualitative Natur- und Landschaftsfotografie, die bereits zu seinen Lebzeiten umfangreich kommerzialisiert wurde.

Bedeutung als NaturschĂŒtzer

Adams verbrachte einen Großteil seines Lebens in den US-amerikanischen Nationalparks und Indianerreservaten, in denen er nicht nur als Fotograf wirkte, sondern sie mit seiner Arbeit, seinen Publikationen und in seinen Workshops unterstĂŒtzte.[66] Seine zahlreichen Schriften weckten schnell ein öffentliches Interesse an den bis dahin noch unbekannten Wildnisgebieten des Westens.

Adams’ 1939 erstveröffentlichtes Werk Sierra Nevada: The John Muir Trail hatte einen maßgeblichen Einfluss auf den damaligen Innenminister Harold Ickes und fĂŒgte sich in den regionalistischen Aspekt des staatlichen Programms der „ökonomischen Erneuerung“ unter PrĂ€sident Franklin D. Roosevelt ein, was unter anderem 1940 zur GrĂŒndung der Sequoia-&-Kings-Canyon-Nationalparks fĂŒhrte. 1968 wurde Adams vom National Park Service (NPS) fĂŒr seine Verdienste mit dem Conservation Service Award, der höchsten zivilen Auszeichnung einer Behörde des US-Innenministeriums, ausgezeichnet.[67]

FĂŒr den Sierra Club, dessen Vorstandsmitglied Adams von 1934 bis 1971 war, fertigte der Fotograf zahlreiche Fotoreportagen mit begleitenden Essays an, die in der Klubzeitschrift Sierra Club Bulletin erschienen und die maßgeblich zur touristischen Erschließung und zur wirtschaftspolitischen Bedeutung der Anfang des vorigen Jahrhunderts noch unberĂŒhrten Naturreservate beitrugen.[67] Geschah dies anfangs noch unter einfachen Naturschutzaspekten, setzte mit Beginn des Zweiten Weltkriegs eine Erschließung und Popularisierung der Region ein, die spĂ€testens in den 1960er Jahren zu einer expansiven Kommerzialisierung fĂŒhrte, als Teile der Naturgebiete fĂŒr GrundstĂŒcksspekulanten freigegeben und Konzessionen zum Bau von Kraftwerken erteilt wurden.[68] DarĂŒber kam es schließlich zu Differenzen, in deren Folge Adams 1971 als Vorstandsmitglied zurĂŒcktrat.

Wahrnehmung durch die Kunstkritik

In einer Neuauflage seines vielbeachteten Werks Geschichte der Photographie (History of Photography: From 1839 to the Present) betont der Fotohistoriker und Kurator Beaumont Newhall, ein Zeitgenosse und Freund von Adams, die technische QualitĂ€t von Adams' Arbeiten, die „bereits 1936 in seiner Ausstellung in Stieglitz' Galerie An American Place von einer SensibilitĂ€t und aufrichtigen Direktheit waren, wie man sie nur selten antraf.“ Newhall konstatierte: „Adams hat in seiner Photographie, seinen Schriften und seiner LehrtĂ€tigkeit hervorragend demonstriert, welche Möglichkeiten die reine Photographie als Ausdrucksmedium bietet.“ und verweist auf Adams' Experimentierfreude, seine technische Meisterschaft, und sein „durchgeistigtes GespĂŒr fĂŒr die unberĂŒhrten Regionen der Erde, FĂ€higkeiten, mit denen der Fotograf großartige Landschaftsaufnahmen geschaffen hat.“[57]

1979 widmete der Kunstkritiker Robert Hughes im Time Magazine dem Fotografen eine Titelstory und betonte darin, dass kein anderer lebender Fotograf mehr dazu beigetragen habe, den Unterschied zwischen dokumentarischem und Ă€sthetischem, beziehungsweise „emotionalen“ Gebrauch der Fotografie festzustellen.[69] Der Fotohistoriker John Szarkowski â€“ von 1962 bis 1991 Direktor der fotografischen Abteilung des MoMA â€“ charakterisierte Adams anlĂ€sslich der von ihm kuratierten Ansel-Adams-Retrospektive, Adams at 100, die 2003 im MoMA in New York und im SFMOMA in San Francisco gezeigt wurde, in einem Interview der New York Times: „Ein Ziel der Ausstellung ist es, Adams von dem Image des grĂŒnen Sozialrealisten zu befreien. Obwohl Adams ein lebenslanges Interesse am Erhalt der Wildnis hatte, entstanden seine besten Arbeiten aus GrĂŒnden, die wesentlich persönlicher und mystischer waren [
] er wĂ€re jedoch entrĂŒstet, wenn ihm jemand unterstellen wĂŒrde, dass er dabei im traditionellen Sinne annĂ€hernd religiöse Empfindungen gehabt hĂ€tte. In seinen privaten Briefen wird deutlich, dass seine Erfahrungen der natĂŒrlichen Welt im Grunde mystische Erfahrungen waren und dass es sein einziges wirklich nachhaltigstes kĂŒnstlerisches Problem war, den physikalischen Beweis fĂŒr diese Erfahrung zu erbringen.“[70]

Im Vergleich zu sozialkritischen Zeitgenossen relativierte Szarkowski Adams’ mutmaßlich geringere Bedeutung fĂŒr die sozialdokumentarische Fotografie in den USA: „Bis etwa 1960 wurde die Tatsache, dass er BĂ€ume und schneebedeckte Berge fotografierte, von vielen, die meinten, Fotografie sollte eher menschliches Leid dokumentieren, als ‚moralische Verfehlung‘ empfunden. Erst spĂ€ter wurde er zum Helden fĂŒr etwas, was er nie beabsichtigt hatte, als er seine besten Arbeiten machte.“[70]

Im Kontext der Retrospektive beschrieb die New York Times Adams hinsichtlich der Kommerzialisierung seines Namens als „Amerikas meist geliebten Fotografen, [
] dessen Fotografien von donnernden Felsen und glitzernden Hainen durch einen endlosen Strom aus Postern, Kalendern, BĂŒchern und Bildschirmschonern populĂ€rer sind denn je
“[70] Der Kunsthistoriker John Pultz betrachtete Adams in einem Dossier ĂŒber die „Neue Fotografie in den Vereinigten Staaten“ als Fotografen mit handwerklicher und technischer Perfektion, der „sich in den 1940er und 1950ern fast ausschließlich der Darstellung majestĂ€tischer Landschaftspanoramen widmete, wĂ€hrend er in der Vielfalt seiner Motive in den 1930er Jahre bereits jene PrĂ€zision erreichte, die Strand und Weston in den 1920ern etabliert hatten.“[71]

Bedeutung fĂŒr die Etablierung der Fotografie als Kunstform

In Abkehr von dem kurzlebigen, der Malerei verbundenen und somit als „schwĂ€chlich sentimental“ verachteten Pictorialismus fĂŒhrte Adams im Gefolge von Edward Weston und der gemeinsam begrĂŒndeten Gruppe f/64 eine streng komponierte Bildsprache in die Fotografie ein, die sich durch ihre prĂ€zise, scharf fokussierte Wiedergabe „reiner Formen“ der RealitĂ€t auszeichnete. Bei zeitgenössischen Kunstschaffenden und Kritikern stießen Adams und Gruppe f/64 damit auf Ablehnung. Eine kulturelle Ă€sthetische Aufwertung des Mediums Fotografie als eine neue und legitime Erscheinungsform der „schönen KĂŒnste“ wurde allgemein bis Mitte des 20. Jahrhunderts nur zögerlich aufgenommen, weshalb Adams’ Ernennung zum Hochschullehrer fĂŒr Fotografie 1946 zunĂ€chst auf Kritik in den etablierten Fachbereichen stieß.

In einem Nachruf auf den Fotografen konstatierte Der Spiegel 1984, dass Adams eine Verehrung zuteil wurde, „die ihn an die Seite der großen Schriftsteller, Maler und Komponisten seiner Generation stellte: Der Amerikaner Ansel Adams hatte wesentlich dazu beigetragen, die Photographie als eigenstĂ€ndige Kunstform zu etablieren.“[72]

Kritische Betrachtungen

Der Kunstfotograf und Pictorialist William Mortensen (1897–1965) gehörte in den 1930er Jahren zu Adams schĂ€rfsten Kritikern. Nach Mortensens Tod verhinderte Adams mutmaßlich die Archivierung seines fotografischen Nachlasses am Center for Creative Photography der University of Arizona und Mortensen geriet in Vergessenheit. Die neuzeitlich vom Center for Creative Photography herausgegebene kunsthistorische Rehabilitierung William Mortensen: A Revival lĂ€sst dabei auf ein Bestreben von Adams, den Gegenspieler aus den Annalen der Fotogeschichte zu tilgen, schließen.[73] In seiner Autobiografie gab Adams den langjĂ€hrigen Briefwechsel mit Mortensen nur einseitig wieder.[74]

Eine deutlich kritische Position nimmt der Autor Jonathon Green in seinem Werk American Photography: A Critical History 1945 to the Present ein, der Adams puritanisch-technokratische Charakteristika zuordnet und ihn „als archetypischen amerikanischen Ingenieur des 19. Jahrhunderts“ bezeichnet, der, „wie alle großen Baumeister seiner Zeit, sein Wissen zum Ă€sthetischen und spirituellen Wohlergehen der Menschheit einsetzte. Adams’ Werk ist von puritanischem Korn: streng und konservativ mit der Obsession der technologischen Kontrolle, was einen anderen fundamentalen amerikanischen Wesenszug zeigt, wie man ihn schon bei Stieglitz und Steichen gesehen hat: die aggressive, akquisitorische, erfinderische BeschĂ€ftigung mit Technik und die praktische Nutzung der neuen Technologien.

Der Formalismus, der Adams’ Arbeiten durchdringt, bezieht sich direkt auf seinen Glauben an die Technologie. FĂŒr Adams ist Technologie erlösend. Er könnte guten Gewissens sogar Autos oder Fernseher verkaufen. TatsĂ€chlich scheint es, dass er sich mehr auf die Technik als auf das Sehen verlĂ€sst. Von allen großen amerikanischen Fotografen ist er derjenige mit dem uneinheitlichsten Werk. Wenn seine Arbeit glĂŒckt, ist sie atemberaubend, wenn sie jedoch misslingt, ist sie nichts anderes als eine FingerĂŒbung im Zonensystem – sĂŒĂŸlich und dekorativ.“[75]

Adams auf dem Kunstmarkt – Rekordpreis fĂŒr angeblich wiederentdeckte Negative

Im Jahre 2000 erwarb der Anstreicher Rick Norsigian aus dem kalifornischen Fresno zwei Schachteln mit 65 Glasplattennegativen zu 45 US-Dollar, die Aufnahmen des Yosemite-Parks zeigen. Laut einem von Norsigian beauftragten Gutachten sollen die Negative von Adams stammen. Die Beschriftung der PapierhĂŒllen der Negative soll zudem mit der Handschrift von Adams’ Frau Virginia identisch sein und die Negative aus den 1920er und 1930er Jahren stammen. Norsigian trat 2007 ĂŒber die Los Angeles Times mit dem Fund an die Öffentlichkeit. In einer Pressekonferenz im Jahr 2010 gab der Kunstexperte und Galerist David W. Streets an, dass es sich „um ein fehlendes Glied in der Geschichte und dem Werk von Ansel Adams“ handele und bezifferte den Wert des Fundes auf etwa 200 Millionen Dollar (rund 153,5 Millionen Euro). Ansel Adams’ Erben und Nachlassverwalter bezweifelten hingegen die Echtheit des Fundes und bemerkten, sollten die Negative tatsĂ€chlich echt sein, hĂ€tten sie keinen derart großen Wert, da nur von Adams selbst angefertigte OriginalabzĂŒge hohen Sammlerwert besĂ€ĂŸen.[76] SpĂ€tere Vergleiche ergaben Ähnlichkeiten mit den frĂŒhen Fotografien eines sonst eher unbekannten PortrĂ€tfotografen namens Earl Brooks. Im MĂ€rz 2011 schlossen Norsigian und der Adams Trust einen außergerichtlichen Vergleich, der Norsigian das Recht abspricht, AbzĂŒge der fraglichen Negative weiterhin als „echte“ Adams-Fotografien zu vermarkten; außerdem muss er darauf hinweisen, dass seine Negative nicht vom Adams-Trust autorisiert sind.[77]

Ehrungen und Auszeichnungen

Die Ansel Adams Wilderness

Ansel Adams Award

Seit 1971 verleiht der Sierra Club den Ansel Adams Award for Conservation Photography an Fotografen, die sich mit ihrer Arbeit vornehmlich fĂŒr den Erhalt und den Schutz der Natur eingesetzt haben. Ein bekannter PreistrĂ€ger ist der NiederlĂ€nder Frans Lanting.[78]

BerĂŒhmte Fotografien

Als Klassiker der Landschaftsfotografie gelten:[79]

  • 1927: Monolith, The Face of Half Dome, (Monolith, Steilwand des Half Dome), Yosemite National Park, Kalifornien
  • 1932: Frozen Lake and Cliffs, (Zugefrorener See mit Felsabbruch), Sequoia National Park, Sierra Nevada
  • 1932: The Golden Gate before the Bridge, (Das Golden Gate vor dem BrĂŒckenbau), San Francisco
  • 1940: Surf Sequence, (Brandung, eine Sequenz), sechs Fotografien, KĂŒste bei San Mateo, Kalifornien
  • 1941: Moonrise, (Mondaufgang), Hernandez, New Mexico
  • 1944: Clearing Winter Storm, (Ende eines Wintersturms), Yosemite National Park, Kalifornien
  • 1944: Winter Sunrise, (Sonnenaufgang im Winter), Sierra Nevada, von Lone Pine aus gesehen, Kalifornien
  • 1945: Mount Williamson, Sierra Nevada, von Manzanar aus gesehen, Kalifornien
  • 1947: Mount McKinley and Wonder Lake (Mount McKinley und Wonder Lake), Denali National Park, Alaska
  • 1948: Sand Dunes, Sunrise, (SanddĂŒnen im Sonnenaufgang), Death Valley National Monument, Kalifornien
  • 1950: Early Morning, Merced River, Autumn (FrĂŒher Herbstmorgen, Merced River), Yosemite National Park, Kalifornien
  • 1950: Base of Upper Yosemite Fall, (Oberer Yosemite-Wasserfall), Yosemite National Park
  • 1956: Half Dome, Yosemite Valley, Yosemite National Park, Kalifornien
  • 1960: Moon and Half Dome, (Mond und Half Dome),
  • 1968: El Capitan, Winter Sunrise, El Capitan, winterlicher Sonnenaufgang, Yosemite National Park, Kalifornien

PortrÀtfotografien:

  • 1933: Alfred Stieglitz, An American Place (Alfred Stieglitz in seiner Galerie An American Place), New York City
  • 1937: Georgia O’Keeffe and Orville Cox (Georgia O’Keeffe und Orville Cox), Canyon de Chelly National Monument
  • 1940: Edward Weston, Carmel Highlands, Kalifornien
  • 1955: Farmer Family, (Farmer Familie), Melones, Kalifornien
  • 1961: Martha Porter, Pioneer Woman, (Martha Porter, Frau der Pionierzeit), Orderville, Utah
  • 1974: Jacques-Henri Lartigue, Arles, Frankreich

Andere Motive:

  • 1929: Saint Francis Church, Ranchos de Taos, Taos, New Mexico
  • 1958: Aspens, (Espen), zwei Fotografien, Nördliches New Mexico
  • 1956: Buddhist Grave Markers and Rainbow, (Buddhistische Grabsteine und Regenbogen), Paia, Maui, Hawaii
  • 1982: Graffiti, Abandoned Military Installation, (Graffiti in verlassener MilitĂ€ranlage), Golden Gate Recreational Area, Kalifornien

Eine Auswahl seiner Arbeiten aus den Nationalparks sowie die Fotografien aus dem Internierungslager Manzanar stiftete Ansel Adams 1965 dem Bildarchiv der Library of Congress.[80]

Bibliografie

Veröffentlichungen von Ansel Adams

  • 1930: Taos Pueblo; mit Mary Hunter Austin (Text); Erstauflage 1930; Faksimile: New York Graphic Society, Boston/Little, Brown and Company, New York 1977, ISBN 0-8212-0722-9
  • 1934: Yosemite. Tales and Trails; mit Katherine Ames Taylor (Text); San Francisco: H.S. Crocker, 1934
  • 1934/1949: Making A Photograph; Erstausgabe The Studio Publications Inc., 1934; in der vierten Auflage (1949) mit einem Vorwort von Edward Weston
  • 1936/1940 The Four Seasons (Yosemite), Fotografien von A. A., hrsg. von Stanley Plumb, 1936 Yosemite Park and Curry Co.; vierte Auflage 1940
  • 1939: Sierra Nevada, the John Muir Trail. The Archetype Press, Berkeley 1939; Neuauflage Little, Brown and Company, New York 2006, ISBN 0-8212-5717-X
  • 1940: A Pageant of Photography. Crocker-Union, San Francisco 1940
  • 1940: Illustrated Guide to Yosemite Valley; zusammen mit Virginia Best Adams, Crocker-Union, San Francisco 1940
  • 1941: Michael and Anne in the Yosemite Valley; zusammen Virginia Best Adams, Studio Publications Inc., 1941
  • 1944: Born Free and Equal: The Story of Loyal Japanese-Americans; New York: U.S. Camera (1944); Nachdruck: Spotted Dog Press, 2002, ISBN 1-893343-05-7
  • 1948: Yosemite and the Sierra Nevada; Text von John Muir, hrsg. von Charlotte E. Mauk, Houghton Mifflin, Boston 1948
  • 1948: Exposure Record. Morgan and Morgan, New York 1948
  • 1948: Camera and Lens. New York Graphic Society/Morgan and Lester, New York 1948, Neuauflage 1978, ISBN 0-8212-0716-4
  • 1948: The Negative. New York Graphic Society/Morgan and Lester, New York 1948; Neuauflage 2004, ISBN 0-8212-1131-5
  • 1950: The Print. New York Graphic Society/Morgan and Lester, New York 1950; Neuauflage 1995, ISBN 0-8212-2187-6
  • 1950: Exposure record, Morgan & Morgan, New York 1950
  • 1950: The Land of Little Rain; im Original von Mary Hunter Austin (1912); Neuauflage mit Fotografien von A. A.; Houghton Mifflin and Company, Boston 1950
  • 1951: My Camera in the National Parks, Houghton Mifflin and Company, Boston 1950
  • 1952: Ansel Adams Natural Light Photography, New York Graphic Society/Morgan and Lester, New York 1952; Neuauflage 1978 ISBN 0-8212-0719-9
  • 1959: Yosemite Valley; hrsg. von Nancy Newhall, 5 Associates, San Francisco 1959
  • 1960: This Is The American Earth; mit Nancy Newhall, Sierra Club, San Francisco 1960, ISBN 1-199-54073-0
  • 1967: Fiat Lux: The University of California; mit Nancy Newhall, McGraw Hill Book Company, 1967
  • 1979: Polaroid Land Photography, New York Graphic Society, ISBN 0-8212-0729-6
  • 1985: Ansel Adams: An Autobiography; mit Mary Street Alinder; New York Graphic Society/Little, Brown and Company, New York 1985; Neuauflage 1996, ISBN 0-8212-2241-4

postum:

  • Ansel Adams: Examples: The Making of 40 Photographs. Little, Brown and Company, 1997, ISBN 0-8212-1750-X
  • Ansel Adams in Color; hrsg. von Harry Callahan; Little, Brown and Company, Boston 1993, Neuauflage 2001, ISBN 0-8212-1980-4

Deutsche Übersetzungen

  • Ansel Adams: Autobiographie; mit Mary Street Alinder, ĂŒbersetzt und mit Anmerkung versehen von Fritz Meisnitzer; Christian Verlag, MĂŒnchen 1987, ISBN 3-88472-141-0
  • Ansel Adams: Meisterphotos – Entstehung, Technik, Gestaltung der 40 berĂŒhmtesten Bilder; ĂŒbersetzt und mit Anmerkung versehen von Fritz Meisnitzer; Christian Verlag, MĂŒnchen 1982; 3. Auflage 1995, ISBN 3-88472-073-2

LehrbĂŒcher:

  • Das Positiv als photographisches Bild; mit Robert Baker (Illustrationen); Christian Verlag, MĂŒnchen 1984; 8. Auflage 1998, ISBN 3-88472-072-4
  • Das Negativ; mit Robert Baker (Illustrationen); Christian Verlag, MĂŒnchen 1987; 9. Auflage 1998, ISBN 3-88472-071-6
  • Die Kamera; mit Robert Baker (Illustrationen); Christian Verlag, MĂŒnchen 1982; 8. Auflage 2000, ISBN 3-88472-070-8

BildbÀnde, Monografien

  • John Szarkowski (Hrsg.): Ansel Adams at 100: A Postcard Folio Book. Little, Brown & Company, 2001, ISBN 0-8212-2585-5; deutsche Ausgabe bei Zweitausendeins, Frankfurt/M. 2003, ISBN 3-86150-616-5
  • John Szarkowski (Hrsg.): The Portfolios of Ansel Adams. Little, Brown & Company, 2006, ISBN 0-8212-5822-2
  • Andrea G. Stillman (Hrsg.): Ansel Adams: 400 Photographs, Little, Brown and Company, New York 2007, ISBN 978-0-316-11772-2

SekundÀrliteratur

  • Mary Street Alinder: Ansel Adams: A Biography. Key Porter Books, 1998, ISBN 0-8050-5835-4
  • Mary Street Alinder: Letters 1916–1984. Little, Brown and Company, Boston 2001, ISBN 0-8212-2682-7
  • Jonathon Green: American Photography: A Critical History 1945 to the Present. Harry N. Abrams, Inc., New York 1984, ISBN 0-8109-1814-5
  • Franz-Xaver Schlegel: Das Leben der toten Dinge – Studien zur modernen Sachfotografie in den USA 1914–1935. 2 BĂ€nde, Art in Life, Stuttgart 1999, ISBN 3-00-004-407-8 (Gruppe f/64: S. 215 ff., Ansel Adams: S. 231 ff.)

Ansel Adams im Film

  • 2002: Ansel Adams: A Documentary Film; vom Sierra Club produzierter Dokumentarfilm ĂŒber Adams’ Leben und Werk in der Reihe The American Experience des US-Fernsehsenders PBS unter der Regie von Ric Burns (Spielzeit:100 min, Farbe und SW; Erstausstrahlung: 21. April 2002; 2004 als DVD erschienen)[81]

Weblinks

 Commons: Ansel Adams â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Commons: 2011 Ansel Adams donation from U.S. National Archives â€“ Sammlung von Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikiquote: Ansel Adams â€“ Zitate

Anmerkungen und Einzelnachweise

(Soweit nicht anders vermerkt, basiert der biografische Teil in AuszĂŒgen auf Ansel Adams und Mary Street Alinder: Ansel Adams: Autobiographie; in der deutschen Übersetzung mit Anmerkungen von Fritz Meisnitzer, erschienen im Christian Verlag, MĂŒnchen, erste Auflage 1985, ISBN 3-88472-141-0)

  1. ↑ Als Ansel Adams in spĂ€teren Jahren erfuhr, dass sein reicher Onkel den eigenen Bruder, Ansels Vater Charles, durch finanzielle Machenschaften langsam in den Ruin getrieben hatte, strich er den Zweitnamen „Easton“.
  2. ↑ Ansel Adams: Autobiographie. Christian Verlag, MĂŒnchen 1985, S. 13–15.
  3. ↑ Nach Charles Hitchcock Adams wurde ein Mondkrater benannt.
  4. ↑ Adams: Autobiographie, S. 17
  5. ↑ Adams: Autobiographie, S. 44–45
  6. ↑ Adams: Autobiographie, S. 21
  7. ↑ a b Adams: Autobiographie, S. 25–27
  8. ↑ Adams: Autobiographie, S. 28
  9. ↑ Adams: Autobiographie, S. 39
  10. ↑ Adams: Autobiographie, S. 68
  11. ↑ Adams: Autobiographie, S. 69
  12. ↑ a b Ansel Adams: Monolith, The Face of Half Dome, Yosemite National Park, California. Afterimage Gallery, 1927, abgerufen am 27. Juni 2008 (englisch).
  13. ↑ Adams: Autobiographie, S. 74
  14. ↑ Adams: Autobiographie, S. 75
  15. ↑ Undatierte Fotografie von Albert Bender im Archiv der Bancroft Library, University of California, Berkeley, abgerufen am 20. Juli 2008
  16. ↑ Adams: Autobiographie, S. 78–80, 88
  17. ↑ a b Adams: Autobiographie, S. 84–85
  18. ↑ John Robinson Jeffers in: Microsoft Encarta
  19. ↑ Adams: Autobiographie, S. 95f.
  20. ↑ Ansel Adams: Meisterphotos, Christian Verlag, MĂŒnchen 1984, 3. Auflage 1995, S. 101
  21. ↑ Adams: Autobiographie, S. 87
  22. ↑ a b Adams: Autobiographie, S. 102–103
  23. ↑ Adams: Autobiographie, S. 144
  24. ↑ Adams: Autobiographie, S. 169
  25. ↑ Adams: Autobiographie, S. 162
  26. ↑ Den Begriff des „feinen Bildes“ definierte Adams in seinem spĂ€teren Lehrbuch Das Positiv.
  27. ↑ a b c Adams: Autobiographie, S. 104
  28. ↑ Edward Westons Fotografien erzielen bei heutigen Auktionen Höchstpreise. Derzeit wird er als der teuerste Fotograf gehandelt. Quelle: Daniel von Schacky: Die teuersten Fotografen der Gegenwart. Welt-Online, abgerufen am 13. Juni 2008.
  29. ↑ a b c Adams: Autobiographie, S. 114–116
  30. ↑ Adams: Autobiographie, S. 178
  31. ↑ Arnold Genthe (1869–1942) ist vor allem durch seine Fotografien des großen Erdbebens 1906 in San Francisco bekannt geworden.
  32. ↑ Adams: Autobiographie, S. 184
  33. ↑ a b Adams: Autobiographie, S. 185
  34. ↑ Adams: Autobiographie, S. 321
  35. ↑ Adams: Autobiographie, S. 190
  36. ↑ a b c Adams: Autobiographie, S. 249–250
  37. ↑ a b Ansel Adams: Moonrise, Hernandez, New Mexico. artnet.de, 1941, abgerufen am 16. Juni 2008. Ein signierter Gelatinesilberabzug wurde am 17. Oktober 2006 bei Sotheby’s in New York fĂŒr 609.600 US-Dollar versteigert.
  38. ↑ In: Philip T. Ganderton: Return to Hernandez – A Short Essay on Moonrise, Hernandez by Ansel Adams. 2001, abgerufen am 16. Juni 2008 (englisch).
  39. ↑ American Experience – Ansel Adams. PBS, 2002, abgerufen am 17. Juni 2008 (englisch).
  40. ↑ Adams: Autobiographie, S. 253
  41. ↑ Adams: Autobiographie, S. 257
  42. ↑ Adams: Autobiographie, S. 236–237
  43. ↑ Adams’s Work at Manzanar. Library of Congress, abgerufen am 29. Juni 2008 (englisch).
  44. ↑ Adams: Autobiographie, S. 242
  45. ↑ Adams: Autobiographie, S. 261, 264–266
  46. ↑ Adams: Autobiographie, S. 280–281
  47. ↑ Adams: Autobiographie, S. 284
  48. ↑ Adams: Autobiographie, S. 292
  49. ↑ Adams: Autobiographie, S. 296
  50. ↑ Adams: Autobiographie, S. 305
  51. ↑ a b Adams: Autobiographie, S. 315–316
  52. ↑ Adams: Autobiographie, S. 320
  53. ↑ Adams: Autobiographie, S. 322
  54. ↑ Robert Hughes: Ansel Adams: Master of the Yosemite. Time Magazine, 3. September 1979, abgerufen am 20. Juni 2008 (englisch).
  55. ↑ Adams: Autobiographie, S. 327
  56. ↑ Adams: Autobiographie, S. 329
  57. ↑ a b c d Beaumont Newhall: Geschichte der Photographie. Schirmer/Mosel, MĂŒnchen 1984, ISBN 3-88814-319-5, S. 194–195, 198.
  58. ↑ a b John Pultz in: Neue Geschichte der Fotografie; hrsg. von Michel Frizot, Könemann, Köln 1998, ISBN 3-8290-1327-2, S. 484
  59. ↑ a b Ansel Adams: Das Positiv, Christian Verlag, MĂŒnchen, 1984, S. 14
  60. ↑ Adams: Autobiographie, S. 76
  61. ↑ Ansel Adams: Das Negativ, Christian Verlag, MĂŒnchen, 1983, S. 10
  62. ↑ Thomas Walter: Die kontrastangepaßte SW-Diafotografie und die Kritik. 17. Mai 1997, abgerufen am 29. Juni 2008 (PDF).
  63. ↑ Ansel Adams: Meisterphotos, S. 13, 101
  64. ↑ Frank Bauchspiess: Direkte Selentonung. Abgerufen am 10. Juli 2008.
  65. ↑ a b Adams in Color; hrsg. von Harry Calahan; Little, Brown and Company, Boston 1993, Klappentext
  66. ↑ Photographie des 20. Jahrhunderts. Taschen, Köln 1996, ISBN 3-8228-8818-4, S. 19.
  67. ↑ a b About Ansel Adams. In: Ansel Adams & the Sierra Club. Sierra Club, abgerufen am 1. Juli 2008 (englisch).
  68. ↑ Adams: Autobiographie, S. 139
  69. ↑ Robert Hughes: Ansel Adams: Master of the Yosemite. Time Magazine, 3. September 1979, abgerufen am 20. Juni 2008 (englisch).
  70. ↑ a b c Tessa DeCarlo: Ansel Adams, the Artist Who Preceded the Celebrity. The New York Times, 29. Juli 2001, abgerufen am 1. Juli 2008 (englisch).
  71. ↑ John Pultz in Neue Geschichte der Fotografie, 1998, S. 486
  72. ↑ Scharfe Umrisse im Mondlicht. In: Der Spiegel. Nr. 51, 1884 (online).
  73. ↑ A.D. Coleman, Diane Dillon: William Mortensen: A Revival. 1998, ISBN 0-938262-33-5
  74. ↑ Adams: Autobiographie, S. 107
  75. ↑ Jonathon Green: Ansel Adams. In: American Photography: A Critical History. Masters of Photography, 1984, abgerufen am 5. Juli 2008 (englisch).
  76. ↑ Mutmaßliche Ansel-Adams-Negative/Flohmarkt-Fotos könnten Millionen wert sein. Spiegel Online, 27. Juli 2010, abgerufen am 29. Juli 2010. vgl.: Fotograf Ansel Adams – Negative fĂŒr 200 Millionen Dollar auf Flohmarkt gefunden. Die Zeit, 28. Juli 2010, abgerufen am 29. Juli 2010.
  77. ↑ http://latimesblogs.latimes.com/culturemonster/2011/03/ansel-adams-photographs-yosemite-rick-norsigian.html Los Angeles Times vom 15. MĂ€rz 2011, abgerufen am 19. Juli 2011
  78. ↑ Ansel Adams Award Winners. The Sierra Club, abgerufen am 6. Juli 2008.
  79. ↑ Die Auswahl basiert auf Ansel Adams: Meisterphotos, Christian Verlag, MĂŒnchen 1984, 3. Auflage 1995
  80. ↑ Ansel Adams’s Photographs of Japanese-American Internment at Manzanar. Library of Congress, abgerufen am 30. Juni 2008 (englisch).
  81. ↑ American Experience – Ansel Adams. PBS, 2002, abgerufen am 17. Juni 2008 (englisch).
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   English contemporary dictionary

  • Ansel Adams Wilderness — IUCN Category Ib (Wilderness Area) Banner Peak above Thousand 
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