Lietuvos SocialdemokratŇ≥ Partija

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Lietuvos SocialdemokratŇ≥ Partija

Die Lietuvos SocialdemokratŇ≥ Partija (LSDP, Sozialdemokratische Partei Litauens) ist eine politische Partei in Litauen. Die Partei in ihrer heutigen Form entstand 2001 durch den Zusammenschluss der Lietuvos demokratinńó darbo partija (LDDP, Demokratische Arbeitspartei Litauens), der direkten Nachfolgepartei des litauischen Zweigs der KPdSU, und der kleineren Lietuvos SocialdemokratŇ≥ Partija (LSDP), deren Gr√ľndung bereits 1896 erfolgte. Sie ist neben dem konservativen Vaterlandsbund die zweite gro√üe und gut etablierte Partei im litauischen Parteiengef√ľge und knapp vor jenem mit 15.600 Mitgliedern die gr√∂√üte Partei im Lande [1].

Inhaltsverzeichnis

Erste Republik

Die erste sozialdemokratische Partei Litauens (LSDP) gr√ľndete sich am 1. Mai 1896 in Vilnius. 1905 konnte sie den litauischen Zweig Polnischen Sozialistischen Partei (PPS) integrieren. 1917/18 nahmen Vertreter der LSDP am Hohen Rat Litauens teil, der die Gr√ľndung eines unabh√§ngigen Litauens vorbereitete, und unterschrieben am 16. Februar 1918 die Unabh√§ngigkeitserkl√§rung. Die LSDP war 1920-1922 mit 12 (von 150) Sitzen im Verfassung gebenden Parlament vertreten. In den folgenden Wahlen 1922 und 1923 erhielt sie 8 bzw. 10 Mandate und blieb in der Opposition. Nach den Wahlen im Mai 1926 konnten die Sozialdemokraten (15 Sitze) mit der Litauischen Bauernpartei (22 Sitze) eine Regierungskoalition bilden. Diese Regierung wurde allerdings am 17. Dezember 1926 gest√ľrzt, das Parlament aufgel√∂st. Die LSDP existierte au√üerparlamentarisch bis zum Verbot aller Parteien in Litauen 1936. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte sie ihre Arbeit im Exil in den USA fort.

Seit 1989

Mit dem Ende der kommunistischen √Ąra in Litauen formierte sich auch die LSDP in Litauen neu. Im Mai 1989 wurde die Wiedergr√ľndung der LSDP auf litauischem Boden verk√ľndet. Die LSDP wirkte nach den Wahlen von 1990 im Verfassung gebenden Seimas an der Unabh√§ngigkeitserkl√§rung und der Ausarbeitung der neuen Verfassung mit. Bei den Wahlen 1992 erreichte sie allerdings nur 8 Mandate, 1996 waren es 12 Sitze. Vorsitzende der Partei waren Kazimieras Antanavińćius (1989-1991), Aloyzas Sakalas (1991-1998) und Vytenis Andriukaitis (1998-2001).

Bei den Wahlen 2000 tritt die LSDP in einer gemeinsamen Wahlliste mit den Ex-Kommunisten von der LDDP an und kann sich auf 17 Sitze steigern. Dennoch verbleibt sie zun√§chst in der Opposition. Die im Wahlkampf 2000 begonnene Zusammenarbeit mit der LDDP f√ľhrt am 27. Januar 2001 zur Vereinigung der beiden Parteien. Die kleinere LSDP (die LDDP hatte nach den Wahlen 27 Mandate und von 1992 - 1996 die Regierung gestellt) kann den Namen in die neue Vereinigung einbringen. Neuer Vorsitzender wird jedoch der bisherige Chef der LDDP, Algirdas Brazauskas.

Mit dem Ende der Regierung Paksas im Juni 2001, √ľbernimmt die LSDP in einer Koalition mit den Sozialliberalen die Regierungsverantwortung und Brazauskas wird neuer Ministerpr√§sident. In verschiedenen Koalitionen regiert die LSDP bis zu den Parlamentswahlen 2008. Nach Algirdas Brazauskas √ľbernahm im Juli 2006 Gediminas Kirkilas das Amt des Ministerpr√§sidenten und am 19. Mai 2007 auch das Amt des Parteivorsitzenden.

Bei der Kommunalwahl 2007 erhielt die Partei 302 Mandate (19,5%) und wurde damit stärkste Kraft[2]. Bei den Parlamentswahlen 2008 kam die LSDP nurmehr auf 26 Mandate und ist in der Regierung nicht mehr vertreten.

Beim Parteikongress am 7. M√§rz 2009 trat Gediminas Kirkilas nicht mehr f√ľr den Parteivorsitz an - offiziell, um die Einigkeit der Partei nicht zu gef√§hrden [3]. Neuer Parteivorsitzender wurde in einer Kampfabstimmung der fr√ľhere Finanzminister Algirdas Butkevińćius. Er erhielt 329 Stimmen, gegen√ľber 242 Stimmen f√ľr den Favoriten des Ex-Premierministers Brazauskas, Zigmantas Balńćytis, und 26 f√ľr den fr√ľheren Parteivorsitzenden Vytńónis Andriukaitis [4].

Mitglieder

Nationale Politiker

Abgeordnete des Europäischen Parlaments

Weblink

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Parteienstatistik der Staatlichen Wahlbeh√∂rde, Nachricht auf delfi.lt, 2.3.2009 (lit.)
  2. ‚ÜĎ Wahlkommission
  3. ‚ÜĎ Kirkilas erkl√§rt kurzfristig seinen Verzicht auf den Parteivorsitz, Meldung auf delfi.lt, 7.3.2009 (lit.)
  4. ‚ÜĎ Wahl von A. Butkevińćius zum neuen Parteivorsitzenden, Meldung auf delfi.lt, 7.3.2009 (lit.)

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