Ligurien

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Ligurien
Ligurien
Wappen der Region Ligurien Flagge der Region Ligurien
Basisdaten
Hauptstadt: Genua
Provinzen: 4
Fl√§che: 5.420,24 km¬≤ (18.)
Einwohner: 1.616.788 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 298 Einwohner/km²
Website: www.regione.liguria.it
ISO 3166-2: IT-42
Präsident: Claudio Burlando (PD)
Karte
Karte Italiens, Ligurien hervorgehoben

Ligurien (italienisch: Liguria) ist eine K√ľstenregion in Nordwestitalien mit 1.616.788 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010) und fl√§chenm√§√üig die drittkleinste italienische Region. Ligurien grenzt im Westen an Frankreich , im Norden an die Region Piemont, im Osten an die Emilia-Romagna und die Toskana, sowie im S√ľden ans Ligurische Meer, ein Teil des Tyrrhenischen Meeres (n√∂rdliches Mittelmeer). Die Region geh√∂rt zu der landes√ľbergreifenden Euroregion Alpi-Mediterraneo/Alpes-M√©diterran√©e.

Die von den Bergketten der Alpen und des Apennins im Nordosten begrenzte ligurische Region wird traditionell in die Riviera di Ponente und in die Riviera di Levante unterteilt. Grenzpunkt stellt die Regionalhauptstadt Genua dar.

Bereits im R√∂mischen Reich wurde sie als Liguria bezeichnet. Im Mittelalter war Ligurien in mehrere Stadtstaaten aufgeteilt ‚Äď der bekannteste ist die Republik Genua, die seit dem sp√§ten 14. Jahrhundert die ganze heutige Region auf sich vereinigen konnte. 1797‚Äď1815 geh√∂rte das Gebiet zu Frankreich, anschlie√üend zum K√∂nigreich Piemont-Sardinien, das 1861 im neugegr√ľndeten K√∂nigreich Italien aufging. Heute ist Ligurien durch den Tourismus (dank der Italienischen Riviera), sein Oliven√∂l (aus der Taggiasca-Olive) und seinen Wein bekannt. Das ¬ĽPesto alla genovese¬ę, sowie die Ravioli sind sicher die ber√ľhmtesten Vertreter der ligurischen K√ľche.

Hauptstadt Liguriens ist Genua. Andere bekannte St√§dte sind San Remo, La Spezia, Ventimiglia (Endstation vieler Z√ľge aus Frankreich), Alassio, Imperia (Produktion von Oliven√∂l), Rapallo, Portofino und Savona.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage Liguriens an der italienischen Riviera

Hauptartikel: Geographie Liguriens

Die Region hat eine Fl√§che von 5.410 km¬≤ und eine Bev√∂lkerung von 1,6 Millionen. Sie erstreckt sich entlang der K√ľste des Ligurischen Meeres. Nach Norden hin ist sie von zwei Gebirgsk√§mmen gesch√ľtzt, die bis ans Meer reichen: den manchmal auch Alpi Marittime genannten Ligurischen Alpen, die vom Monte Saccarello, dem mit 2.201 m h√∂chsten Berg Liguriens, bis zum Colle di Cadibona reichen, sowie dem sich √∂stlich anschlie√üenden Appennino Ligure (‚ÄěLigurischen‚Äú oder ‚ÄěN√∂rdlichen Apennin‚Äú), der die ligurische K√ľste von der nord√∂stlich gelegenen Poebene trennt.

Ligurien ist in vier Provinzen gegliedert: (von West nach Ost) Imperia, Savona, Genua und La Spezia. Die √ľber 300 Kilometer lange K√ľste gliedert sich in die Riviera di Ponente (‚Äěuntergehende Sonne‚Äú; westlicher Teil zwischen Genua und der franz√∂sischen Grenze) und die Riviera di Levante (‚Äěaufgehende Sonne‚Äú; √∂stlicher Teil von Genua bis La Spezia). Die Riviera di Ponente wiederum ist unterteilt in die Blumenriviera (Riviera dei Fiori ‚Äď von Ventimiglia bis Cervo) und die Palmenriviera (Riviera delle Palme ‚Äď von Cervo bis hinter Savona).

Klima

Buschbrände bei Genua im September 2009

In Ligurien herrscht ein Mediterranes Klima vor, das jedoch nicht uniform verteilt ist. Beeinflusst wird das Klima von den starken morphologischen Unterschieden des Territoriums. Das ligurische Hinterland wird seinerseits von den starken Gebirgserhebungen, der K√ľstenabschnitt hingegen vom verh√§ltnism√§√üig warmen Ligurischen Meer dominiert.

Die nach S√ľden ge√∂ffnete Bogenform der Region und der nach Nord-Osten abschlie√üende Gebirgszug, der von der franz√∂sischen Grenze bis hin zur Toskana reicht, sind die Hauptfaktoren des speziellen ligurischen Klimas. Vor allem der Apennin fungiert als Wasserscheide zwischen dem Mittelmeer und der Adria, beziehungsweise der Po-Ebene.

Wenn sich im Winter ein Tiefdruckgebiet √ľber dem ligurischen Golf aufbaut, wird die Zone um die ligurische Hauptstadt von dem k√ľhlen Tramontanewind getroffen, der Regen und Schneefall mit sich bringt. Entlang der genuesischen und der savonesichen K√ľste kommt es mitunter auch auf dem Meeresniveau zu Schneefall. Der Sommer ist gem√§√üigt warm und schw√ľl. So wird bei Genua Sestri im Juli ein Temperaturdurchschnittswert zwischen +20,8 ¬įC und +27,2 ¬įC erreicht. In der Regel werden die +30 ¬įC Tagestemperatur lediglich drei bis vier Mal im Monat Juli √ľberschritten, doch bleibt die relative Luftfeuchtigkeit auch in den Nachmittagsstunden erh√∂ht. Die dadurch gef√ľhlte Hitze wird lediglich durch die Meeresbrise gemildert.

Im Binnenland ist das Klima vom rauheren semikontinentalen Typus. Die im Winter erreichten Durchschnittstemperaturen liegen deutlich unter denen der K√ľstenzonen. Vor allem die der Po-Ebene zugewandten Gebiete sind von einem k√§lteren Klima gepr√§gt. Die Tagesdurchschnittstemperatur in Cairo Montenotte betr√§gt im Januar beispielsweise +1,8 ¬įC, in Sassello +1,4 ¬įC und in Busalla +2,2 ¬įC. Die mittleren Tiefstwerte in diesen Gemeinden liegt zwischen -2 ¬įC und -4 ¬įC. Die allgemeine tiefste Wintertemperatur wird mit -10 ¬įC angegeben, wobei in besonders kalten N√§chten die Temperatur auch deutlich darunter liegen kann. Im Sommer sind die Tagestemperaturen verh√§ltnism√§√üig hoch, werden jedoch von deutlichen Temperaturabf√§llen in den N√§chten gepr√§gt. Das 338 Meter hoch gelegene Cairo Montenotte verzeichnet zum Beispiel im Sommer die niedrigste Temperatur in der Nacht mit +15 ¬įC und den h√∂chsten Temperaturwert am Tag mit +27,7 ¬įC.

Geschichte

Ligurien leitet seinen Namen von seinen vorr√∂mischen Bewohnern, den Ligurern ab. Im 3. Jahrhundert v. Chr. kam die ligurische K√ľste unter r√∂mische Kontrolle. Das r√∂mische Liguria bildete unter Augustus' Verwaltungsstruktur die neunte Region und ging weit √ľber die heutige Region hinaus, indem es die n√∂rdlichen Abh√§nge des Apennins und die Seealpen zwischen Trebia und Po einschloss und √ľber Albintimilium (beim heutigen Ventimiglia) hinausging. Entsprechend der bergigen und bewaldeten Landschaft gab es nur wenige bedeutende St√§dte. Dertona war die einzige Kolonie, und Alba Pompeia, Augusta Bagiennorum (bei Bene Vagienna), Pollentia (Teil des heutigen Bra), Hasta, Aquae Statiellae sowie Genua sind noch erw√§hnenswert. Die Ligurer wohnten allerdings mehrheitlich in D√∂rfern. Die Einteilung von Augustus blieb bis Diokletian bestehen. Dann wurden die beiden Alpenprovinzen abgeschafft, und die Wasserscheide wurde die Grenze zwischen Italien und Gallien. Der Name Liguria wurde nun auf ein Gebiet angewandt, das bis Mailand reichte. Im 6. Jahrhundert wurde Liguria wieder von Mailand getrennt, und unter den Langobarden bildete es die f√ľnfte italienische Provinz mit dem Namen Alpes Cottiae.

Mittelalter

Im Mittelalter fiel der Teil des antiken Liguria n√∂rdlich des Apennins an Piemont und Lombardei, w√§hrend der s√ľdliche Teil mit dem K√ľstenstreifen zur Republik Genua geh√∂rte. Zur Geschichte in den folgenden Jahrhunderten siehe Geschichte Genuas.

Politik

Lage der vier Provinzen der Region

Aus den Regionalwahlen 2010 ging das Mitte-Links-B√ľndnis mit 52,14% der Stimmen erfolgreich hervor.[2] Aktuell ist Claudio Burlando Pr√§sident der Region Ligurien.

Verwaltungsgliederung

Das Territorium der Region ist in vier Provinzen mit 235 Gemeinden unterteilt.

Provinz Fläche
(km²)
Einwohner
(31. Dezember 2010)
Bevölkerungsdichte
(Einw./km²)
Gemeinden
Genua 1838 882.718 480 67
Imperia 1156 222.648 193 67
La Spezia 881 223.516 254 32
Savona 1545 287.906 186 69
Gesamt 5420 1.616.788 298 235

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung

Das Biscione in Genua, Symbol der Expansion der Stadt
Blick auf Rapallo

Die ligurische Bev√∂lkerung konzentriert sich gr√∂√ütenteils in den gro√üen und mittleren K√ľstenst√§dten entlang der gesamten Riviera. Ein nicht unbetr√§chtlicher Anteil lebt hingegen in den kleinen bis mittleren Gemeinden im Binnenland. Dieses ist durch ein gebirgiges Territorium gekennzeichnet, welches in den engen T√§lern wenig Siedlungsraum bietet. Die dort befindlichen Gemeinden sind zumeist an den H√ľgel- und Gebirgsh√§ngen angelegt und z√§hlen wenige hundert Einwohner. Eine etwas h√∂here Bev√∂lkerungsdichte weisen hingegen die beiden, zum Meer offenen T√§ler mit den Gemeinden Ronco Scrivia und Cairo Montenotte auf. Letztere ist die gr√∂√üte Stadt im ligurischen Hinterland. Diese Gemeinden sind stark von den ligurischen K√ľstenzentren abh√§ngig; Ausnahmen bilden einige D√∂rfer, die an die piemontinischen St√§dte angebunden sind.

Der Altersdurchschnitt der Bev√∂lkerung ist der h√∂chste in ganz Italien. Die Sterberate liegt deutlich √ľber der Geburtenrate, was zu schwerwiegenden sozialen Problemen gef√ľhrt hat. Selbst ein erh√∂hter Zuzug von Immigranten, der im Vergleich zu den anderen Regionen Norditaliens jedoch geringer ausf√§llt, konnte diese Entwicklung nicht abfedern. Seit einigen Jahren zeichnet sich eine minimale Verbesserung der Situation ab.

Im Jahr 2006 gab es 12.146 Geburten (7,5 ‚Äį) und 21.092 Todesf√§lle (13,1  ‚Äį)[3]. Daraus resultiert ein nat√ľrlicher Wachstum von -8.946 Einheiten (-5,6 ‚Äį) bez√ľglich des Vorjahres. Am 31. Dezember 2006 kamen auf 1.607.878 Einwohner 80.735 Ausl√§nder (5,0 %). Die Familien bestanden statistisch aus 2,1 Personen.

Demographische Entwicklung in den einzelnen Provinzen 2006
Provinz Geburten Todesfälle Wachstum
Genua 7,5 ‚Äį (6623) 13,3 ‚Äį (11.755) -5,8 ‚Äį (-5132)
Imperia 7,8 ‚Äį (1774) 12,7 ‚Äį (2848) -4,9 ‚Äį (-1074)
La Spezia 7,6 ‚Äį (1669) 12,8 ‚Äį (2836) -5,3 ‚Äį (-1167)
Savona 7,6 ‚Äį (2164) 12,8 ‚Äį (3634) -5,2 ‚Äį (-1470)

In der Periode nach dem Zweiten Weltkrieg war Ligurien durch massive Zuwanderung, zuerst aus S√ľditalien, sp√§ter aus dem Ausland gepr√§gt. Bis dahin war die Region wirtschaftlich unterentwickelt gewesen, was vor allem im 19. und 20. Jahrhundert zu einer massenhaften Abwanderung nach Amerika f√ľhrte. So entstanden beispielsweise in Chile und Argentinien bev√∂lkerungsstarke ligurische Gemeinden. Das Ph√§nomen der Emigration wurde wahrscheinlich durch die Pr√§senz des Hafens von Genua beg√ľnstigt.

Mit dem Wirtschaftsboom der Nachkriegszeit √§nderte dieser Trend die Vorzeichen und die Region entwickelte sich mit dem Hafen von Genua zu einem Eckpunkt des Industriedreiecks Norditaliens(zusammen mit Turin und Mailand). Es kam zu einer starken Baut√§tigkeit entlang der K√ľste, was sowohl die Natur, wie auch das Landschaftsbild in Mitleidenschaft zog. Symbol f√ľr die sprunghafte Expansion der St√§dte ist Rapallo, wo eine unkontrollierte Ausdehnung der Peripherie zahllose Probleme, vor allem im verkehrstechnischen Sinn, mit sich brachte. Das davon abgeleitete, sprichw√∂rtliche Rapallizzare (zu deutsch: Rapallisieren) steht heute f√ľr eine chaotische und unkontrollierte Bauweise. Auch die Regionalhauptstadt Genua wurde in den sechziger und siebziger Jahren von diesem Ph√§nomen getroffen. In diesem Kontext bietet der Bev√∂lkerungsr√ľckgang der letzten Jahrzehnte die Chance, diese verfehlten Infrastrukturen neu zu organisieren.

Wenn in der Vergangenheit die Tendenz vorherrschte, die kleinen Geburtsd√∂rfer zu verlassen, um in den gro√üen K√ľstenzentren der Region Arbeit zu finden, so hat sich heute eine Trendwende vollzogen. Vor allem in den gro√üen St√§dten Westliguriens ziehen immer mehr Familien in die umliegenden Gemeinden.

Kriminalität

Die Daten des italienischen Innenministeriums aus dem Jahr 2008[4] stellen die ligurische Hauptstadt Genua auf den f√ľnften Platz in der Kriminalit√§tsstatistik. Obwohl die Gesamtzahl der Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um 16,9% zur√ľckgegangen war, ereigneten sich in Genua trotzdem 6592 Verbrechen auf 100.000 Einwohnern. Imperia liegt mit 5786 Straftaten auf 100.000 Einwohnern auf dem achten Platz. Daneben f√ľhrt Genua die italienische Kriminalit√§tsstatistik bez√ľglich Taschendiebst√§hlen (633 Diebst√§hle auf 100.000 Einwohner). Savona liegt mit 243 Betrugsf√§llen pro 100.000 Einwohnern auf dem vierten Platz der nationalen Statistik.

Natur

Die Region ist reich an Natursch√§tzen und bietet durch die Verbindung von Land und Meer eine gro√üe Bandbreite an √Ėkosystemen. Auf dem Territorium Liguriens befinden sich ein Nationalpark, acht Regionalparks, drei regionale Naturreservate und ein nationales Naturreservat und schlie√ülich 19 Comunit√† Montane. Insgesamt stehen 12 % des ligurischen Territoriums, das hei√üt circa 60.000 Hektar, unter besonderem Naturschutz.

Der Ligurische Höhenweg (italienisch: Alta Via dei Monti Liguri (AVML)), ein 440 Kilometer langer Wanderweg, verbindet das grenznahe Ventimiglia mit Ceparana an der Grenze zur Toskana. Der zumeist auf den Bergkämmen des Ligurischen Apennins verlaufende Weg durchquert dabei eine Vielzahl der oben genannten Naturschutzgebiete.

Mit zwei Meeresschutzgebieten und dem Heiligtum der Wale werden bestimmte Abschnitte des Ligurischen Meers gesch√ľtzt. Dabei umfasst das Heiligtum der Wale ein 87.000 Quadratkilometer gro√ües Territorium zwischen der franz√∂sischen C√īte d‚ÄôAzur, Sardinien und den italienischen Regionen Ligurien und Toskana.

Flora

Blick auf den Monte Penna im Val d’Aveto

Circa 69 % der Landesfl√§che Liguriens sind bewaldet. Damit hat die Region im Verh√§ltnis zu seiner Ausdehnung die gr√∂√üte Waldfl√§che Italiens (der nationale Durchschnitt liegt bei etwa 21 %). Ligurien ist dadurch aber auch besonders anf√§llig f√ľr Waldbr√§nde, die zu ungef√§hr 71 % durch Brandstiftung verursacht werden.

Die gr√∂√üten Waldfl√§chen befinden sich im ligurischen Binnenland. Eine Besonderheit des Territoriums sind die weiten Buchenw√§lder, die sich an den regenreichen Bergseiten des Apennins entwickelt haben. Insbesondere im Val di Vara und am Monte Gottero wachsen gro√üe Buchenw√§lder. Die Gemeindew√§lder am Monte Penna und in den Agoraie, die zum Naturpark Aveto geh√∂ren, sind von Buchen und Wei√ütannen gepr√§gt. Dieser Mischwaldtypus ist charakteristisch f√ľr die antiken W√§lder des ligurischen Apennins.

Die alpinen Wälder des Alta Val Tanarello, in der Nähe von Imperia, bestehen in den niederen Höhenlagen aus Waldkiefern und Buchen. An den Hängen des Monte Saccarello befinden sich zahlreiche Lärchen.

Die ligurische Flora ist typisch f√ľr die mediterranen Vegetation. In den Gebirgszonen im Westen der Region kommen jedoch alpine Einfl√ľsse hinzu, so dass die Pflanzenwelt dort, denen der Pyren√§en und der Provence √§hnelt. Zu den k√ľnstlich angesiedelten Arten geh√∂ren der Olivenbaum, die Kastanie und die Pinie. An den, dem Meer zugewandten H√§ngen befinden sich haupts√§chlich Wein-, Oliven- und Obstkulturen. In den K√ľstenebenen werden gelegentlich Zitrusfr√ľchte, insbesondere Zitronen angebaut. Die Blumenriviera ist hingegen f√ľr ihre Zierpflanzenproduktion bekannt, die dort den wichtigsten Wirtschaftszweig darstellt.

Die die K√ľste dominierende Macchie besteht aus Ginster (Genista), dem Kreuzdorn Rhamnus alaternus, dem Mastixstrauch (Pistacia lentiscus), der Myrte (Myrtus communis), dem Westlichen Erdbeerbaum (Arbutus unedo) und der Steineiche (Quercus ilex). Letztere besiedelte in der Vergangenheit weite Fl√§chen Liguriens bis zu einer H√∂he von 600-700 Metern. Seltener und auf die w√§rmeren und trockeneren Gebiete beschr√§nkt kommen Oleaster (Olea europaea subsp. sylvestris), Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua) und das Wolfsmilchgew√§chs Euphorbia arborea vor. Wild vorkommende Kr√§uter sind Thymian und Rosmarin. Au√üerdem w√§chst auf ligurischem Territorium der Echte Lorbeer (Laurus nobilis). In den kargen, windausgesetzten Zonen haben es zumeist niedrige, holzige Str√§ucher geschafft sich anzusiedeln. An der K√ľste und in der anschlie√üenden H√ľgelzone wachsen Kiefern der Spezie See-Kiefer (Pinus pinaster) und seltener Aleppo-Kiefer (Pinus halepensis).

Der Kiefernhain del Capo bei Bordighera

In der H√∂henlage zwischen mittlerer H√ľgelzone und Gebirge kommen weite Nadelw√§lder vor. Diese, zumeist aus Schwarzkiefer (Pinus nigra) und Gemeiner Fichte (Picea abies) bestehenden W√§lder, sind menschlichen Ursprungs. Die Baumsorten, die nicht Bestandteil der urspr√ľnglichen ligurischen Flora sind, wurden von der Forstwirtschaft wegen ihrer einfachen Kultivierung und der guten Holzqualit√§t eingef√ľhrt. Obwohl sie sich relativ weit verbreitet haben, weisen sie Anpassungsschwierigkeiten an das feuchte und wechselhafte Klima der Region auf.

Ein anderer Fall von k√ľnstlicher Verbreitung stellt die Seekiefer in den H√ľgelgebieten und die L√§rche in den alpinen Zonen dar, die obwohl sie zur urspr√ľnglichen Vegetation Liguriens z√§hlen, durch selektives Abholzen favorisiert und dadurch weitaus st√§rker verbreitet sind, als es ihre eigentlichen Klimaxbedingungen erlauben w√ľrden. Der optimale und urspr√ľngliche Vegetationsraum ist f√ľr die Seekiefer die submediterrane H√ľgelzone mit sauren B√∂den und die subalpinen Ebenen der Ligurischen Alpen mit S√ľdlage f√ľr die L√§rche. Diese Entwicklung hat zu einer gro√üen Gef√§hrdung vieler Wald√∂kosysteme in den Bergregionen gef√ľhrt.

In den Touristenlokalit√§ten entlang der K√ľste wurden im 20. Jahrhundert verschiedene B√§ume zu dekorativen Zwecken gepflanzt. Besonders gilt dies f√ľr die zahlreichen Palmenarten, die aus Nordafrika und den subtropischen Zonen Nordamerikas, Ostasiens und Ozeaniens importiert wurden und heute die Palmenriviera zieren. Aus Asien stammen hingegen die Magnolien, die heute viele G√§rten an der K√ľste versch√∂nern.

Teilweise hat das ligurische Klima eingef√ľhrten Pflanzenarten einen Selektionsvorteil gegen√ľber der urspr√ľnglichen Vegetation verschafft. Ein Beispiel hierf√ľr stellen die Botanischen G√§rten Hanbury bei Ventimiglia dar, die im 19. Jahrhundert von der gleichnamigen englischen Familie angelegt worden waren. In den G√§rten wurden urspr√ľnglich 5800 Pflanzenspezien kultiviert, von denen heute noch circa 2000 vorhanden sind. Unter den Palmen, die heute zahlreiche Promenaden flankieren, kommen am h√§ufigsten die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis) und die Echte Dattelpalme (Phoenix dactylifera) vor.

Fauna

Der Italienische Wolf (Canis lupus italicus)

Die Fauna der Region ist durch das Vorkommen seltener endemischer Arten von besonderem Interesse. Die Tierwelt ist in ihrem Gesamtbild typisch f√ľr den Mittelmeerraum und ist stark durch die N√§he zur franz√∂sischen Provence und der Toskana gepr√§gt. In Ligurien sind ebenfalls Tiere entfernterer Herkunft anzutreffen, wie beispielsweise aus Marokko, Sardinien oder Korsika. Dieses Ph√§nomen spiegelt die historische Verbindung mit diesen Zonen wieder.

Zu den endemisch auftretenden Tierarten z√§hlt in der Riviera di Ponente die Europ√§ische Eidechsennatter, welche in der Zone zwischen Imperia und Nizza vorkommt, und die gr√∂√üte europ√§ische Eidechsenart, die Perleidechse. Im Hinterland von Ventimiglia hingegen gibt es eine konstante Population von Bankivah√ľhnern und an den Steilh√§ngen des Monte Toraggio leben einige G√§msen. Am Monte Saccarello zwischen Ligurien und Frankreich sind zudem Murmeltiere anzutreffen.

Zu den Besonderheiten der Vogelwelt z√§hlen die Blaumerle, die Samtkopf-Grasm√ľcke, die Wei√übartgrasm√ľcke, der Buntspecht, der Wendehals, der Kuckuck und der Steinr√∂tel. Besonders h√§ufig vorkommende V√∂gel sind die Amsel, der Buchfink, die Ammern und die Rotkehlchen.

Ein Wildschwein (Sus scrofa)

Besonders verbreitet sind nacht- und tagaktive Greifv√∂gel in der Region. Zu den nachtaktiven z√§hlen die Zwergohreule, der Steinkauz, die Schleiereule, das Waldkauz, die Waldohreule und der Uhu. Tags√ľber k√∂nnen Schlangenadler, M√§usebussarde, Turmfalken, Schwarzmilane und Wespenbussarde beobachtet werden. An den Felsen des ligurischen Levante wurde das Nisten einiger weniger Exemplare des Steinadlers und des Wanderfalkens dokumentiert. In den dichten W√§ldern kommen hingegen Habichte und Sperber vor.

Unter den Reptilien sind die Gelbgr√ľne Zornnatter, die Girondische Glattnatter und die Vipern verbreitet. √úber einer H√∂he von 1800 Metern l√∂st der zu den Amphibien z√§hlende Alpensalamander seinen Verwandten, den allgemein verbreiteten Feuersalamander ab. Diese leben bevorzugt in den Grotten des ligurischen Hinterlands.

In der Vergangenheit wurde Ligurien von zahlreichen Wolfsrudeln bev√∂lkert. Heute leben hingegen nur noch einige wenige W√∂lfe in den abgelegenen Bergzonen der Region. Das Fehlen nat√ľrlicher Feinde hat hingegen die Wildschweinpopulation drastisch ansteigen lassen. Diese dringen auf der Suche nach Nahrung immer weiter in die Wohngebiete ein, wo sie Plantagen und G√§rten verw√ľsten. Besonders angespannt ist die Lage in der Zone Portofino. Im Val Polcevera und in den Wohnvierteln unweit des Zentrums von Genua wurden ganze Wildschweinfamilien gesichtet[5].

National- und Regionale Naturparks

Name Provinz Gemeinden Fläche
in Hektar
Naturpark Alpi Liguri Provinz Imperia Triora, Pigna, Mendatica, Cosio di Arroscia, Rocchetta Nervina, Rezzo, Montegrosso Pian Latte 6041
Naturpark Antola Provinz Genua Busalla, Crocefieschi, Fascia, Gorreto, Montebruno, Propata, Ronco Scrivia, Rondanina, Savignone, Torriglia, Valbrevenna, Vobbia 4837
Naturpark Aveto Provinz Genua Borzonasca, Mezzanego, Ne, Rezzoaglio, Santo Stefano d’Aveto 3018
Naturpark Beigua Provinz Genua
Provinz Savona
Arenzano, Campo Ligure, Cogoleto, Genua, Masone, Rossiglione, Sassello, Stella, Tiglieto, Varazze 8715
Naturpark Bric Tana Provinz Savona Millesimo 170
Nationalpark Cinque Terre Provinz La Spezia La Spezia, Levanto, Monterosso al Mare, Riomaggiore, Vernazza 3859
Naturpark Montemarcello-Magra Provinz La Spezia 2726
Naturpark Piana Crixia Provinz Savona Piana Crixia 794
Naturpark Portofino Provinz Genua Camogli, Portofino, Santa Margherita Ligure 1056
Naturpark Porto Venere Provinz La Spezia Porto Venere 279

Naturreservate

Im westlichen Abschnitt der ligurischen Riviera, und hier vor allem in der Provinz Savona, befinden sich drei Naturreservate. Die Riserva di Bergeggi umfasst die acht Hektar gro√üe Insel Bergeggi mit ihrer gesamten Fl√§che. Die aus Kalkfelsen bestehende Insel ist von Mittelmeermacchie √ľberzogen und dient einer Mittelmeerm√∂wenkolonie als Nistplatz. Neben der Insel schlie√üt das Schutzgebiet auch den Felsk√ľstenabschnitt zwischen den Ortschaften Bergeggi und Spotorno, mit einer nur vom Meer aus zu erreichenden Grotte, ein. Auch die circa 11 Hektar gro√üe Insel Gallinara ist als Naturreservat ausgezeichnet, der Riserva dell‚ÄôIsola Gallinara. Sie ist ebenfalls von Macchie bewachsen. Die Eint√∂nigkeit der Vegetation wird jedoch von den Bl√ľten zahlreicher Rosen (Rosa Gallinariae) und der Centaura aploepa unterbrochen. Die Riserva di Rio Torsero hat eine Fl√§che von ungef√§hr vier Hektarn und birgt diverse Fossilien aus dem Plioz√§n. In den Felsen des Naturschutzgebietes wurden die Reste verschiedener Mollusken gefunden, die heute im Museum Peagna in Ceriale ausgestellt sind. Das Territorium des Reservats ist felsig und kalkhaltig und ist ebenfalls von Macchie bewachsen.

Im Levante Liguriens ist ein Naturreservat in der Provinz Genua vorhanden. Die Riserva naturale statale Agoraie di Sopra e Moggetto befindet sich innerhalb des Naturparks Aveto auf einer H√∂he von 1330 Metern. Sie ist 16 Hektar gro√ü und von vier Seen dominiert, welche zu der Seengruppe der Agoraie di Sopra geh√∂ren. Die Vegetation besteht aus Buchen und Tannen, die von einem feucht-k√ľhlem Klima profitieren. Im Reservat leben diverse Amphibienarten, wie beispielsweise der N√∂rdliche Kammmolch (Triturus cristatus) und der Grasfrosch (Rana temporaria).

Meeresschutzgebiete

In Ligurien bestehen zwei Meeresschutzgebiete, zum einen in der Provinz La Spezia, zum anderen in der Provinz Genua:

  • Meeresschutzgebiet Cinque Terre: Es umfasst 4591 Hektar und wird vom Punta Mesco und Riomaggiore begrenzt. Der gesch√ľtzte K√ľstenabschnitt ist in drei Schutzzonen unterteilt (A, B und C). Charakteristisch sind die √ľberh√§ngenden Felsw√§nde und der felsige Meeresboden, der immer wieder von sandbedeckten Zonen unterbrochen wird. In der Schutzzone leben verschiedene Kolonien von Gorgonien, Seeanemonen und Korallen. In den sandigen Meeresgrundabschnitten kommen Neptungr√§ser (Posidonia oceanica) vor.
  • Meeresschutzgebiet Portofino: Unter Schutz stehen 372 Hektar des Meeresabschnittes um die Halbinsel von Portofino und schlie√üt sowohl Teile des Golfo Paradiso wie auch des Golfo del Tigullio ein. In der Meeresflora √ľberwiegen Gorgonien, Edelkorallen und Schw√§mme, wie auf sandigem Grund auch die oben genannten Neptungr√§ser.

Zudem gehört das Ligurische Meer zum Heiligtum der Wale.

Wirtschaft

Wirtschaftsdaten

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukts (BIP) der EU ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards erreicht Ligurien einen Index von 119,2 (EU-25: 100) (2003).[6] Ligurien hat mit einer Arbeitslosenquote von √ľber elf Prozent die h√∂chste in Norditalien.

Die Wirtschaft Liguriens ist innerhalb der drei Hauptwirtschaftssektoren (Prim√§r bis Terti√§r) auf einige Produktionsbereiche spezialisiert, die wiederum stark voneinander abh√§ngig sind. Im Prim√§rsektor sticht vor allem die Produktion von zertifizierten, regionaltypischen Landwirtschaftsprodukten hervor. Entlang der K√ľste wird Fischfang und im ligurischen Landesinneren Viehzucht betrieben.

Die Industrie ist schwerpunktm√§√üig in den Peripherien der gro√üen Ballungszentren, wie den Provinzhauptst√§dten Imperia, Savona, Genua und La Spezia, angesiedelt. Ma√ügeblich f√ľr die Entwicklung der ligurischen Industrie waren und sind die H√§fen von Genua, La Spezia und Savona. In diesem Kontext sind der Seehandel, der Schiffbau, aber auch der Tourismus zu nennen. Sekund√§r hierzu entwickelte sich im Rohstoffsektor die Stahl-, die Chemie-, die Petrochemie- und die Metallverarbeitungsindustrie.

In Folge ist die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts (italienisch: PIL) und des Bruttoinlandsprodukts pro Kopf (PIL procapite) dargestellt[7].

2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
Bruttoinlandsprodukt
(in Millionen Euro)
33.669,8 35.534,7 36.053,6 37.218,6 38.644,1 39.913,5 41.004,5
Bruttoinlandsprodukt pro Kopf
(in Euro)
21.264,2 22.568,9 22.948,0 23.633,8 24.382,7 24.927,3 25.484,5

Nachstehend ist die Aufgliederung des in Ligurien produzierten BIPs nach Hauptwirtschaftszweigen in Millionen Euro aufgelistet[7]. Als Bezug gelten die Marktpreise von 2006.

Hauptwirtschaftszweig Bruttoinlandsprodukt Prozentualer Anteil am regionalen BIP Prozentualer Anteil am nationalen BIP
Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischfang 611,9 ‚ā¨ 1,49 % 1,84 %
Industrie im engeren Sinn 4.030,7 ‚ā¨ 9,83 % 18,30 %
Bauwirtschaft 2.261,8 ‚ā¨ 5,52 % 5,41 %
Handel, Restaurierungs- und Reparaturgewerbe, Hotelgewerbe und Gastronomie, Transport und Kommunikation 10.285,0 ‚ā¨ 25,08 % 20,54 %
Finanzdienstleistung, Immobilienhandel und Unternehmensberatung 10.898,9 ‚ā¨ 26,58 % 24,17 %
Andere Dienstleistungsgewerbearten 8.512,1 ‚ā¨ 20,76 % 18,97 %
Mehrwertsteuer (IVA), indirekte Produktsteuern und Importsteuern 4.404,2 ‚ā¨ 10,74 % 10,76 %
BIP Italiens zum Marktpreis 41.004,5 ‚ā¨

Der Vergleich der regionalen mit den nationalen Wirtschaftsdaten zeigt, dass die Wirtschaft Liguriens sich in einer post-industriellen Phase befindet, wobei der Industrieanteil an der Gesamtwirtschaft Liguriens prozentual nur die Hälfte des italienischen Anteils beträgt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich der Wirtschaftsschwerpunkt in die Bereiche Dienstleistungen, Handel und Tourismus verlagert.

Landwirtschaft

Terrassenbau bei Manarola (Cinque Terre)

Die Landwirtschaft Liguriens ist stark von der Morphologie des Territoriums gepr√§gt, das mit seinen schmalen K√ľstenstreifen und dem gebirgigen Hinterland nur wenig Raum zum Bewirtschaften bietet. Ein charakteristisches Bild liefern die Cinque Terre, wo mit Hilfe von Trockenmauern zahlreiche Terrassen angelegt wurden, die dem Pflanzenbau dienen.

In erster Linie werden in Ligurien Fr√ľchte, Oliven und Zierpflanzen kultiviert. Vor allem in der Riviera di Ponente findet ungef√§hr die H√§lfte der italienischen Blumenproduktion statt. Deswegen tr√§gt die Autobahn A10 auch den Namen ‚ÄěAutobahn der Blumen‚Äú.

Die Landwirtschaft besteht zum einen aus dem traditionellen Obst- und Gem√ľsebau, zum anderen aus Olivenkulturen (konzentriert um Leivi, Lavagna und Sestri Levante), Obstplantagen (Zitrone, Pfirsich und Aprikose) und Weinbau (Moscato Bianco, Ciliegiolo, Bianchetta Genovese und Vermentino). Der Gro√üteil der Weinberge befindet sich im Umland von La Spezia, wo die roten Rebsorten Sangiovese, Ciliegiolo und Canaiolo, sowie die Wei√üweinsorten Bosco, Albarola, Trebbiano und Vermentino angebaut werden.

Eine Besonderheit stellt aus landwirtschaftlicher Sicht das Val di Vara dar. Hier ist der Biologische Anbau so stark ausgepr√§gt, dass das Tal den Beinamen ‚ÄěValle del Biologico‚Äú erhielt. Seine Hauptlandwirtschaftszweige sind die Viehzucht, die Milchwirtschaft und die Rindfleischproduktion.

Tourismus

Die Bucht von Portofino

Der Tourismus stellt f√ľr Ligurien eine wichtige Einnahmequelle dar. Das milde Klima, die renommierten Ortschaften wie beispielsweise Portofino, die Cinque Terre oder Porto Venere und die Diversit√§t der Freizeitangebote zieht Touristen aus dem Inland, wie auch dem Ausland an.

Der Schwerpunkt liegt in den Sommermonaten auf dem Strand- und Badeurlaub. Daneben spielen jedoch auch saisonunabhängig der Angeltourismus und Agrotourismus eine Rolle. Kulturell findet in Ligurien eine Vielzahl von Ausstellungen, Kongressen, Festivals und Festen statt. Außerdem können die zahlreichen mittelalterlichen Festungen und historisch bedeutenden Orte besichtigt werden.

Der Massentourismus hat allerdings auch zu betr√§chtlichen Umweltproblemen gef√ľhrt. So wurden lange K√ľstenabschnitte zementiert, ein Ph√§nomen, was die Ligurer als Rapallizzazione, nach dem traditionellen Touristenziel Rapallo benannt haben. Der geomorphologisch bereits stark begrenzte Freiraum wurde durch die ausgedehnten Bade- und Freizeitbauten weiter vermindert; dies verhindert einen Ausbau der H√§fen. Die niedrige Bev√∂lkerungszahl erschwert zudem den wirtschaftlichen Aufschwung. Obwohl die Region √ľber einen gr√∂√üeren reichen Bev√∂lkerungsanteil verf√ľgt, geht der Region und dem italienischen Staat ein Gro√üteil des Kapitals durch Steuerflucht in das nahegelegene Monaco verloren.

Verkehr

Straßen und Autobahnen

Eine Autobahnbr√ľcke der A12 bei Nervi (Genua)

Die Autobahnen, die die Region durchqueren, beziehungsweise sie an die angrenzenden Staaten und Regionen anbinden sind die Folgenden:

Bahnverbindungen

Die Schmalspurbahn der Strecke Genua‚ÄďCasella

Das Schienennetz ist zweifelsohne stark durch die Morphologie der Region gepr√§gt. Die Unwegsamkeit des ligurischen Hinterlands hat zur Konzentration nahezu des gesamten Bahnverkehrs entlang der K√ľste gef√ľhrt. Ausnahmen bilden einige √ľberregionale Verbindungen. Die Bahnlinien Liguriens sind:

  • Bahnstrecke Genua‚ÄďVentimiglia: verl√§uft, teilweise einspurig, entlang der K√ľste der Riviera di Ponente und verbindet die Regionalhauptstadt mit Savona, Imperia und Ventimiglia; daneben bestehen internationale Anschlussm√∂glichkeiten nach Frankreich
  • Bahnstrecke Genua‚ÄďLa Spezia: verl√§uft entlang der K√ľste der Riviera di Levante und schlie√üt an toskanische Bahnlinien an
  • Bahnstrecke Genua‚ÄďOvada‚ÄďAcqui Terme
  • Bahnstrecke Genua‚ÄďMailand
  • Bahnstrecke Turin‚ÄďGenua
  • Bahnstrecke Savona‚ÄďTurin
  • Bahnstrecke Savona‚ÄďAcqui Terme
  • Bahnstrecke Pontremolese: schlie√üt Parma, auf der H√∂he von La Spezia, an das thyrrenische Schienennetz an
  • Bahnstrecke Cuneo‚ÄďLimone‚ÄďVentimiglia (auch Tendabahn): verl√§uft teils auf franz√∂sischem Territorium
  • Bahnstrecke Genua‚ÄďCasella: eine Schmalspurbahn nach Casella

Flughäfen

Der Flughafen Genua vom Meer aus gesehen

Hauptflughafen der Region ist der internationale Flughafen Cristoforo Colombo bei Sestri Ponente. Dieser befindet sich ungef√§hr neun Kilometer westlich vom genuesischen Stadtzentrum, mit dem er √ľber die A10 verbunden ist. Der Flughafen wurde 1962, auf einer aufgesch√ľtteten Halbinsel im Golf von Genua, eingeweiht. Er verf√ľgt √ľber eine 3065 Meter lange Piste und ein Flughafengeb√§ude, das erst 1986 fertiggestellt wurde.

Gelegentlich wird er von den gro√üen Flugh√§fen Norditaliens als Ausweichobjekt genutzt, wenn diese wegen Nebels geschlossen sind. Der genuesische Flughafen ist von gro√üer Bedeutung f√ľr den Hafen von Genua, wie auch f√ľr die Industrie und die Messe der Stadt.

Kleinere Flugh√§fen befinden sich bei Albenga (Internationaler Flughafen Clemente Panero) und bei Luni (Flughafen Bartolomeo Arrigoni). Letzterer dient haupts√§chlich als St√ľtzpunkt der Italienischen Marine.

Kultur

Sprache

Amts- und Verkehrssprache ist Italienisch. Die ligurische Sprache gehört zu den gallo-romanischen Sprache und wird in der Region selbst, aber auch in den angrenzenden Zonen des Piemont und der Emilia-Romagna, sowie auf der Insel San Pietro, auf Sardinien und Korsika gesprochen. Obwohl die Sprache im Laufe der Zeit immer weniger gesprochen wird, hat sie in den letzten Jahrzehnten eine gewisse Wiederbelebung erfahren. Diese hat ihren Ausgangspunkt in der Wiederentdeckung des Ligurischen in Literatur und vor allem in der Musik. Bekannte Vertreter dieses Trends sind beispielsweise Gilberto Govi, die Musikgruppe Buio Pesto und Fabrizio de André.

Kurioserweise existiert der Begriff Ligurisch oder Ligurien nicht in der ligurischen Sprache, was auf die Dominanz der Republik Genua zur√ľckzuf√ľhren ist. So sprach man, auch in den von der Hauptstadt weit entfernten Orten, von der Genuesischen Sprache.

K√ľche

Trenette al pesto

Die ligurische K√ľche ist typisch f√ľr die Mittelmeerk√ľche, die Produkte aus Fischfang mit den Erzeugnissen der Landwirtschaft vereint. Die Gerichte zeichnen sich durch ihre Einfachheit aus und werden mit zahlreichen Kr√§utern, wie zum Beispiel Rosmarin und Thymian gew√ľrzt. Letztere wachsen wild auf dem gesamten Territorium und sind typische Vertreter der mediterranen Macchie.

Das bekannteste regionale Produkt ist mit Sicherheit das Oliven√∂l, das die Basis der meisten Gerichte der ligurischen Gastronomie bildet. Zu den wichtigsten regionaltypischen Gerichten z√§hlen neben den verschiedenen Fischspeisen die Focaccia, das Pesto, die Farinata und die Trofie. Unter den S√ľ√üspeisen sticht das Pandolce hervor.

Bekannte Persönlichkeiten

Folgende bekannte Persönlichkeiten haben ihren Geburtsort in der Region Ligurien: die Schauspieler Paolo Villaggio, Vittorio Gassman und Giancarlo Giannini, der Regisseur Pietro Germi, die Musiker Niccolò Paganini und Luciano Berio, die Liedermacher Fabrizio de André, Ivano Fossati, Max Manfredi und Umberto Bindi, der Wissenschaftler Giulio Natta, die Schriftsteller Edmondo De Amicis, Eugenio Montale, Edoardo Sanguineti, der Kritiker Carlo Bo, die Politiker Palmiro Togliatti, Giuseppe Dossetti, Alessandro Natta und Sandro Pertini und der Architekt Renzo Piano.

Von historischer Bedeutung sind die Ligurer Christoph Kolumbus, Giuseppe Garibaldi, Goffredo Mameli, Giuseppe Mazzini, Andrea Doria.

Sport

Neben dem Fußball ist in Ligurien der Wasserball sehr beliebt. In diesem Bereich sind von Bedeutung die Mannschaften Pro Recco, Rari Nantes Savona, Rari Nantes Camogli, Rari Nantes Bogliasco und Rari Nantes Sori.

Im Basketball ist der Basket Spezia Club erfolgreich. Die Damenmannschaft spielt in der Serie A1.

Fußball

Das Stadion Luigi Ferraris in Genua

Im professionellen Fußball sind die zwei genuesischen Fußballclubs Genoa und Sampdoria von nationaler Bedeutung. Beide spielen in der Serie A und veranstalten den legendären Derby della Lanterna.

Zahlreiche weitere Fußballmannschaften spielen in der Dilettantenklasse. In der Serie D spielen die Unione Sportiva Dilettantistica Lavagnese 1919 (Lavagna), die Associazione Sportiva Dilettantistica Sarzanese Calcio 1906 (Sarzana), die Associazione Sportiva Dilettantistica Savona 1907 Foot-Ball Club (Savona), die Fratellanza Sportiva Sestrese Calcio 1919 (Sestri Ponente), die Unione Sportiva Sestri Levante (Sestri Levante), die Associazione Sportiva Dilettantistica Spezia Calcio 2008 (La Spezia) und die Associazione Calcio Dilettantistica Virtus Entella (Chiavari).

Bildergalerie

Quellen

  1. ‚ÜĎ Statistiche demografiche ISTAT. Bev√∂lkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. ‚ÜĎ Innenministerium
  3. ‚ÜĎ ISTAT - Demographie 2006
  4. ‚ÜĎ Italia, reati in calo dell‚Äô8,1% - Ma Genova √® quinta assoluta
  5. ‚ÜĎ Emergenza Cinghiale a Genova bei Repubblica.it
  6. ‚ÜĎ Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25 [1]
  7. ‚ÜĎ a b Daten ISTAT - 2008

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Ligurien ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Ligurien ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Wikisource: Volkslieder der Region ‚Äď Quellen und Volltexte

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