Antarktika

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Antarktika

Antarktika

Lage Antarktikas auf einer Weltkarte

FlĂ€che 14.000.000 kmÂČ
Bevölkerung keine im engeren Sinne, mehrere hundert bis tausend Wissenschaftler und Touristen
Bevölkerungsdichte —
LĂ€nder keine
Regionen Westantarktika, Ostantarktika

Antarktika[1][2] (von griechisch antarktikos ጀΜταρÎșτÎčÎșός ‚der Arktis gegenĂŒber‘) ist der sĂŒdlichste Kontinent der Erde. Er wird auch als SĂŒdkontinent oder Antarktischer Kontinent bezeichnet, schließt den SĂŒdpol ein und liegt inmitten der Antarktis. Antarktika hat eine FlĂ€che von etwa 14 Millionen Quadratkilometern und ist nahezu vollstĂ€ndig vom Antarktischen Eisschild bedeckt.

Inhaltsverzeichnis

Namensgebung

Bereits seit der Antike wurde die Existenz eines unentdeckten SĂŒdkontinents vermutet und dieser Terra Australis („SĂŒdliches Land“) genannt. Mit der Erkundung des sĂŒdlichen Pazifiks, Neuseelands und Australiens durch Abel Tasman und James Cook im 18. Jahrhundert wurde dessen mögliche Lage auf die hohen sĂŒdlichen Breitengrade eingeschrĂ€nkt. Das Packeis des SĂŒdlichen Ozeans und die extremen Witterungsbedingungen machten jedoch eine Erkundung dieser Region lange unmöglich.

Erst zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch Entdeckungen klar, dass im Inneren der SĂŒdpolarregion, fĂŒr die der Name Antarktis geprĂ€gt war, tatsĂ€chlich Land von kontinentalen Ausmaßen liegt. Der hierfĂŒr gewĂ€hlte Name Antarktika hat die gleiche sprachliche Wurzel wie Antarktis: griechisch ጀΜταρÎșτÎčÎșός, antarktikos, „der Arktis gegenĂŒber“. „Arktis“ leitet sich wiederum vom altgriechischen Wort ΆρÎșÏ„ÎżÏ‚, arktĂłs, fĂŒr BĂ€r ab. In der Arktis gibt es keine vergleichbare polare Landmasse.

Jedoch fiel im deutschen Sprachgebrauch, anders als in anderen Sprachen, insbesondere nach 1920 der Name Antarktika in Ungebrauch[3]. Stattdessen etablierte es sich, mit „die Antarktis“ sowohl das gesamte SĂŒdpolargebiet als auch den darin liegenden Kontinent zu bezeichnen.

Aus der Doppelbedeutung des Wortes Antarktis folgt eine mangelnde Unterscheidung von Region und Kontinent. Dies kritisierte unter anderem der deutsche Polarforscher und Meeresbiologe Leonid Breitfuß 1946 in der Fachzeitschrift Polarforschung. Er forderte, die Begriffe wie in anderen Sprachen ĂŒblich zu unterscheiden und fĂŒr die Region weiterhin Antarktis, fĂŒr den Kontinent jedoch den Namen Antarktika zu verwenden.[4]

Geographie

Allgemein

Antarktika. Aus Satellitenfotos („Blue Marble“) zusammengesetztes Bild

Antarktika liegt vollstĂ€ndig sĂŒdlich des 60° sĂŒdlichen Breitengrades und ist vom SĂŒdlichen Ozean umgeben. Zum Kontinent gehören neben dem antarktischen Festland zahlreiche vorgelagerte Inseln auf dem Kontinentalschelf, sowie die zahlreichen Schelfeistafeln.

Der nördlichste Punkt des antarktischen Festlandes ist Prime Head 23 km nordwestlich der Hope Bay im Norden der Antarktischen Halbinsel, auf 61°0'3,6"S. Der nördlichste Punkt des antarktischen Kontinents liegt jedoch auf einer der winzigen Seal Islands (auf 60°56'5"S), eine der zahlreichen vorgelagerten subantarktischen Inseln, rund acht Kilometer nördlich von Kap Yelcho, dem Nordpunkt von Elephant Island, eine der SĂŒdlichen Shetlandinseln. Die noch weiter nördlich gelegenen SĂŒdlichen Orkneyinseln dagegen werden gemeinhin nicht mehr zum Kontinent Antarktika gerechnet, obwohl auch sie noch vollstĂ€ndig sĂŒdlich des 60° sĂŒdlichen Breitengrades liegen.

Der sĂŒdlichste Punkt des Kontinents ist der geographische SĂŒdpol in Ostantarktika.

Die nĂ€chstgelegenen grĂ¶ĂŸeren Landmassen sind Feuerland an der SĂŒdspitze SĂŒdamerikas, danach das Kap Agulhas in SĂŒdafrika sowie die Inseln Tasmanien und Neuseeland.

Regionen

Geographische Karte Antarktikas

Man unterteilt den Kontinent Antarktika in Westantarktika, welches grĂ¶ĂŸtenteils westlich des Meridians von Greenwich und östlich des 180. LĂ€ngengrades liegt, und in Ostantarktika, welches östlich des Meridians von Greenwich und westlich des 180. LĂ€ngengrades. Geographisch geteilt werden die beiden Großlandschaften durch das Transantarktische Gebirge.

Westantarktika

Westantarktika hat eine zerklĂŒftete und in mehrere Halbinseln gegliederte OberflĂ€che, die hauptsĂ€chlich mit einem Eispanzer ĂŒberzogen ist. Das Klima ist stĂ€rker ozeanisch geprĂ€gt, weshalb auch die Temperaturen nicht so extrem kalt wie in Ostantarktika sind.

Ostantarktika

Die OberflĂ€che von Ostantarktika besteht aus einem einzigen, riesigen Eispanzer. Das Klima ist kontinental und nur wenig vom Meer geprĂ€gt, was zu extremen Temperaturen von bis zu -88,3 Â°C fĂŒhrt.

In Ostantarktika liegt außer dem SĂŒdpol auch die Mitte des Kontinents, der als „SĂŒdpol der UnzugĂ€nglichkeit“ bezeichnet wird.

Inselwelt

Webb Island vor der Adelaide-Insel

Einige der Inseln Antarktikas sind rundum von Meer umgeben, andere sind ĂŒber das Schelfeis mit dem Kontinent verbunden, so dass ihr Inselcharakter nur unter dem Eis erkennbar wird. Zum Teil sind die Inseln vulkanischen Ursprungs.

Einige Inseln vor der KĂŒste Antarktikas und im SĂŒdpolarmeer:

Siehe auch Liste von antarktischen und subantarktischen Inseln.

Bergwelt

Mount Herschel (3335 m) in den AdmiralitÀtsbergen in Viktorialand, vom Hallett-Kap aus gesehen

Die Gebirge Antarktikas liegen, vor allem im Landesinneren, teilweise vollstÀndig unter dem Eisschild begraben (subglaziale Gebirge, bis zu 3500 m hoch). Es gibt jedoch auch Berge und Gebirge, die nicht oder nur zum Teil vom Eisschild bedeckt sind.

Der höchste Berg Antarktikas ist Mount Vinson (4892 m), gelegen in der Sentinel Range in Westantarktika. Der zweithöchste Gebirgszug ist die Queen Alexandra Range in Ostantarktika mit dem 4528 m hohen Mount Kirkpatrick.

Es gibt auch Vulkane in Antarktika, die zum Teil erloschen und zum Teil aktiv sind. Der höchste ist der 3.794 m hohe Mount Erebus, der sich auf der Ross-Insel im Westen des Rossmeeres befindet. Er ist der sĂŒdlichste aktive Vulkan der Erde.

Die Vulkaninsel Deception Island besitzt als Besonderheit die einzigen bekannten Thermalquellen Antarktikas.

Siehe auch Liste der Berge oder Erhebungen in Antarktika.

Geographische Besonderheiten

Antarktischer Eisschild

Ausdehnung und Struktur des antarktischen Eisschildes
- Blautöne zeigen die Eisdicke in Schritten von 1000 m
- dicke Linien: Eisscheiden
- dĂŒnne Linien: Fließlinien des Eises
- tĂŒrkisfarben: Schelfeis
- rot: nicht von Eis bedecktes Land

Das auffĂ€lligste Merkmal des antarktischen Kontinents ist die fast völlige Vereisung. Der Antarktische Eisschild ist die grĂ¶ĂŸte Eismasse der Erde. Rund 90 %[5] des irdischen Eises und 70 %[6] der weltweiten SĂŒĂŸwasser-Reserven sind in dem bis zu 4500 m dicken Eisschild enthalten. Eine vergleichbare großflĂ€chige Vereisung gibt es auf der Erde gegenwĂ€rtig sonst nur in Grönland.

Nur etwa 280.000 kmÂČ des Kontinents sind eisfrei, was etwa 2 bis 3 Prozent der GesamtflĂ€che entspricht. Die mĂ€chtigsten Eisschichten liegen im Marie-Byrd-Land im Westteil. Nur etwa 400 km von der KĂŒste entfernt befindet sich an dieser Stelle ein tiefer subglazialer Graben, ĂŒber dessen Grund sich das Eis 4776 m hoch erhebt. Die dĂŒnnsten Eisschichten findet man ĂŒber den bis zu 3500 m hohen subglazialen Gebirgen im Inneren des Kontinents.

Als sich der antarktische Eisschild vor einigen Millionen Jahren bildete, senkte sich der Kontinent durch das enorme Gewicht der Eismassen in der Erdkruste ab. Bei einem Abschmelzen des Eises wird damit gerechnet, dass sich das Land wieder heben wird. Gleichzeitig wĂŒrde sich beim vollstĂ€ndigen Abschmelzen der Meeresspiegel um etwa 61 Meter heben.

Das Eis ist in stĂ€ndiger Fließbewegung vom Landesinneren auf die KĂŒsten zu. Geographische Linien, an denen das Eis in unterschiedliche Richtungen fließt, werden Eisscheiden genannt, Ă€hnlich zu Wasserscheiden.

Der Eiszuwachs und -abfluss halten sich nicht genau die Waage. WĂ€hrend Ostantarktika derzeit etwa 25 Gigatonnen an Masse pro Jahr zunimmt, verliert Westantarktika etwa 50 Gigatonnen an Masse pro Jahr. Dies wird als Gletscherschmelze bezeichnet. Insbesondere die Antarktische Halbinsel ist aktuell vom GletscherrĂŒckgang betroffen. Besonders drastisch wurde der Eisverlust deutlich bei der Auflösung großer Teile des Larsen-Schelfeises.

Die Glaziologie untersucht die Struktur, die Geschichte und die interne Dynamik des Eispanzers. Das Ziel der Untersuchungen liegt im VerstĂ€ndnis der zukĂŒnftigen Entwicklung der Antarktis und des Einflusses möglicher VerĂ€nderungen auf das Weltklima. Die wichtigsten Erkenntnisse werden hierbei aus der Untersuchung von Eisbohrkernen gewonnen.

„Land“ unter und ĂŒber dem Meer

Antarktika ohne Eis, Regionen unter Meerespiegelniveau in blau und violett. BerĂŒcksichtigt sind hier weder der durch die Eisschmelze bedingte Anstieg des Meeresspiegels noch die langfristige Anhebung der Kontinentalmasse durch das wegfallende Gewicht.

Das SĂŒĂŸwasser-Eis Antarktikas bildet den Großteil der „Land“oberflĂ€che und wird daher zum Kontinent gerechnet. Große Teile von Antarktika liegen unter Meerespiegelniveau, sind jedoch bis ĂŒber Meerespiegelniveau von Eis bedeckt und werden ĂŒblicherweise als Teil des Kontinents angesehen.

Der tiefste Punkt ist der 2.496 m[7] unter dem Meeresspiegel liegende Bentleygraben in Westantarktika(80° 19â€Č S, 110° 5â€Č W-80.316666666667-110.08333333333). Er gilt als der tiefste nichtunterseeische Punkt der Erde.

Ohne Eisdecke wĂŒrden die Umrisse des Kontinents völlig anders aussehen als sie ĂŒblicherweise dargestellt werden. Westantarktika wĂŒrde in drei große Teile zerfallen: die Antarktische Halbinsel, Marie-Byrd-Land und das Vinson-Massiv. Ostantarktika bestĂŒnde aus einer Landmasse mit riesigen Buchten (z. B. Aurora Subglacial Basin und Wilkes Subglacial Basin) und Fjorden (z. B. an der Stelle des heutigen Amery-Gletschers oder unter dem SĂŒdpol). Die ostantarktische Landmasse wĂ€re ĂŒbersĂ€t mit vielen Seen und Binnenmeeren, deren Grund teilweise weit unter den Meeresspiegel reicht.

Seen unter dem Eis

In Antarktika gibt es Seen aus flĂŒssigem Wasser unter dem Eis, sogenannte subglaziale Seen. Diese bestehen vorrangig aus SĂŒĂŸwasser.

Radar-Aufnahme (RADARSAT-1) des Wostoksees aus dem All. Das Eis ĂŒber dem See besitzt eine glatte OberflĂ€che.

Bisher wurden mehr als 150 subglaziale Seen gefunden. Der grĂ¶ĂŸte davon ist der Wostoksee, der 1996 durch Satellitenaufnahmen in der NĂ€he der russischen Wostok-Station entdeckt wurde. Er ist etwa 250 km lang, 50 km breit, hat eine Wassertiefe von bis zu 1200 m und liegt in einer Tiefe von 3700 bis 4100 Metern unter dem Eis. Dass der See trotz seiner Durchschnittstemperatur von -3 Â°C nicht gefroren ist, ist auf den hohen Druck von etwa 30–40 Megapascal unter der Eisdecke zurĂŒckzufĂŒhren, da bei hohem Druck der Schmelzpunkt des Eises sinkt[8].

Daneben gibt es in Antarktika auch OberflĂ€chenseen (mit teilweise ganzjĂ€hrig zugefrorener OberflĂ€che) wie den Fryxellsee und hypersaline Seen wie den Don-Juan-See, der mit einem Salzgehalt von ĂŒber 40 % als salzhaltigstes GewĂ€sser der Erde gilt.

FlĂŒsse

Eine weitere geographische Besonderheit Antarktikas ist das weitgehende Fehlen von oberflĂ€chlichen FlĂŒssen. Der grĂ¶ĂŸte Fluss Antarktikas, der Onyx River, ist ein ca. 30 km langer Schmelzwasserfluss, der nur wĂ€hrend des spĂ€ten antarktischen Sommers (Februar, MĂ€rz) fließt.

Jedoch wurde 2006 entdeckt, dass die subglazialen Seen vermutlich durch ein Netzwerk subglazialer FlĂŒsse untereinander verbunden sind und ein Druckausgleich und Wassertransport zwischen ihnen stattfindet. Die subglazialen FlĂŒsse befinden sich teils ĂŒber, teils unter Meeresspiegelhöhe.

Die 1911 entdeckten rotgefÀrbten Blood Falls bestehen aus eisenhaltigem hypersalinen Wasser, das aus einem subglazialen See stammt.

Antarktische Oasen

Als Antarktische Oasen werden große (weitgehend) eisfreie Regionen in Antarktika bezeichnet. Die grĂ¶ĂŸten Antarktischen Oasen werden von den TrockentĂ€lern im Viktorialand gebildet. Antarktische Oasen sind felsig und enthalten oft SĂŒĂŸwasserseen. In diesen Gebieten lĂ€sst sich die antarktische Flora und Fauna erkunden. Sie sind außerdem fĂŒr die Suche nach Fossilien bedeutsam.

Beispiele:

Gletscher und Eisströme

Gletscher in Antarktika
Geschwindigkeitskarte Antarktikas. Die Farben geben die unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten des Eises an.

Die antarktischen Eismassen bewegen sich bestĂ€ndig fließend in Richtung der KĂŒsten des SĂŒdlichen Ozeans. Dabei gibt es Bereiche, in denen sich das Eis signifikant schneller bewegt als in angrenzenden Bereichen, diese werden Eisströme genannt. Sie sind eine spezielle Form von Gletschern.

Die Eisströme können hunderte von Kilometern lang sein, 50 km breit, 2 km hoch, und ihre Geschwindigkeit kann bis zu 1000 Meter pro Jahr betragen. An den RĂ€ndern der Eisströme treten ScherkrĂ€fte auf, die das Eis verformen und weicher machen. Dort entstehen zahlreiche Gletscherspalten.

Die meisten Eisströme Antarktikas werden Gletscher genannt, aber nicht jeder Gletscher ist auch ein Eisstrom. Dort, wo Eisströme ins Meer strömen, können Gletscherzungen („Eiszungen“) weit ins Meer hinaus ragen.

Beispiele:

Schelfeise

Die grĂ¶ĂŸten Schelfeistafeln Antarktikas (Stand 2007).
  • ï»żRoss (472.960 kmÂČ)
  • ï»żFilchner-Ronne (422.420 kmÂČ)
  • ï»żAmery (62.620 kmÂČ)
  • ï»żLarsen C (48.600 kmÂČ)
  • ï»żRiiser-Larsen (48.180 kmÂČ)
  • ï»żFimbul (41.060 kmÂČ)
  • ï»żShackleton (33.820 kmÂČ)
  • ï»żGeorge VI (23.880 kmÂČ)
  • ï»żWest (16.370 kmÂČ)
  • ï»żWilkins (13.680 kmÂČ)

Etwa 44% der KĂŒstenlinie Antarktikas ist Schelfeis. Dies sind SĂŒĂŸwassereisplatten von 100 bis 1000 Metern Dicke, die nicht auf Land aufliegen, sondern als starre Gebilde auf dem Meerwasser schwimmen. Sie werden von Gletschern gespeist und sind fest mit diesen verbunden. Das Gletschereis gleitet ĂŒber den kontinentalen Fels, bis es ab einem bestimmten Punkt, der Aufsetzlinie, von Meerwasser unterflossen wird. Ab dieser Linie wird es Schelfeis genannt und schiebt sich als zusammenhĂ€ngende Platte ins Meer hinaus. An seiner Kante brechen fortwĂ€hrend Eisberge unterschiedlichster Ausmaße ab, dies wird als „kalben“ bezeichnet. Große von Schelfeis stammende Eisberge, die fĂŒr die Antarktis typisch sind, werden aufgrund ihrer flachen Form Tafeleisberge genannt.

Zu den grĂ¶ĂŸten antarktischen Schelfeisen zĂ€hlen:

Im Unterschied zum Schelfeis wird das aus Salzwasser bestehende Packeis, das Antarktika vor allem im Winter großflĂ€chig umgibt, nicht mit zum Kontinent gerechnet.

Probleme der Umriss- und GrĂ¶ĂŸenbestimmung

Per Definition werden die Schelfeisgebiete mit zum Kontinent gerechnet. Die genaue Lage ihrer Aufsetzlinien ist schwierig zu bestimmen und kartographisch festzuhalten, wie auch ihre sich stĂ€ndig verĂ€ndernden Abbruchkanten. Durch das Kalben von großen Eisbergen verĂ€ndern sich fortwĂ€hrend die Umrisse des Kontinents und seine GrĂ¶ĂŸe. Der grĂ¶ĂŸte bisher gemessene zusammenhĂ€ngende Eisberg, im Jahr 1956 gesichtet, hatte Ausmaße von 335 x 97 km und eine FlĂ€che von etwa 31.000 kmÂČ[9], grĂ¶ĂŸer als Belgien.

Geologie

Antarktika liegt heute im Zentrum einer Kontinentalplatte und ist an allen Seiten von mittelozeanischen RĂŒcken umgeben. Nur die der Antarktischen Halbinsel vorgelagerten SĂŒdlichen Shetlandinseln liegen auf einer eigenen Mikroplatte.

Ostantarktika enthĂ€lt in Enderby-Land die mit drei Milliarden Jahren Ă€ltesten Gesteine des Kontinents und ist ein prĂ€kambrischer Kraton, der in den letzten 500 Millionen Jahren keine nennenswerte Umformung erfahren hat. Westantarktika ist geologisch deutlich jĂŒnger und heterogener. Es entstand, als beginnend im Jura Mikrokontinente an Ostantarktika angelagert wurden. Mitte der Kreidezeit kam es zu einem Rifting, Marie-Byrd-Land entfernte sich wieder mehrere hundert Kilometer von Ostantarktika und es bildete sich der Bentleygraben. Der jĂŒngste Teil Antarktikas ist die Antarktische Halbinsel. Sie ist ein Faltenstrang der Anden und entstand vor 80 bis 60 Millionen Jahren.

Durch den antarktischen Kontinent, vom Victorialand ĂŒber die Ross Insel und Marie-Byrd-Land bis zur Antarktischen Halbinsel, zieht sich ein GĂŒrtel von zum Teil noch aktiven Vulkanen, darunter der knapp 3800 m hohe Mount Erebus auf der Ross-Insel. Seine Fortsetzung findet dieser GĂŒrtel auf den SĂŒdlichen Shetlandinseln sowie auf den Balleny-Inseln.

Projekte, die wesentlich zur geologischen Erforschung der Antarktis beigetragen haben, sind u. a. die GANOVEX Expeditionen der Bundesanstalt fĂŒr Geowissenschaften und Rohstoffe, die Polarstern-Expeditionen des Alfred-Wegener-Instituts und das Cape Roberts Project.

Kartographische Darstellung

Beispiel: gnomonische Projektion

Aufgrund der polaren Lage Antarktikas verwenden Karten, die diesen Kontinent darstellen, meist eine polstĂ€ndige azimutale Abbildung. Dabei liegt der BerĂŒhrpunkt der Abbildungsebene im SĂŒdpol. Meridiane werden als sternförmig vom SĂŒdpol ausgehende Geraden, Breitenkreise als konzentrische Kreise um den SĂŒdpol dargestellt. Es gibt verschiedene solcher Abbildungen, z.B.:

Auf diesen Karten befindet sich nicht, wie man es sonst gewohnt ist, oben Norden. Stattdessen wird die Karte nach einem LĂ€ngengrad orientiert. HĂ€ufig ist der Nullmeridian oben. Das hat den Vorteil, dass sich Westantarktika links von Ostantarktika befindet. Gelegentlich wird aber auch der Nullmeridian nach rechts orientiert, so dass die westlichen LĂ€ngengrade als Winkel dem in der Mathematik ĂŒblichen Koordinatensystem entsprechen (90° W oben usw.).

Detailkarten von Antarktika, die nicht den SĂŒdpol enthalten, sind davon abweichend oftmals wieder mit Norden nach oben ausgerichtet.

Erdgeschichtliche Entwicklung

Fossilien zeigen, wie die Kontinente in Gondwana verbunden waren.

Die meiste Zeit der Erdgeschichte war Antarktika fruchtbares Land und eisfrei. Vor mehr als 170 Millionen Jahren war Antarktika Teil der Landmasse des Großkontinentes Gondwana. Anhand von Fossilien lĂ€sst sich die ehemalige Anordnung der heute getrennten Kontinente in Gondwana rekonstruieren. Die nebenstehende Darstellung zeigt dies exemplarisch anhand der Reptilien Cynognathus, Mesosaurus und Lystrosaurus sowie des Farns Glossopteris.

Im spĂ€ten Jura begann Gondwana zu zerfallen. ZunĂ€chst hingen Antarktika und Australien noch zusammen und bildeten in der Kreide gemeinsam einen Kontinent Ost-Gondwana. Ein großer Teil dieses Doppelkontinents lag bereits sehr weit sĂŒdlich innerhalb des Polarkreises. Jedoch war das Erdklima in der Kreide deutlich wĂ€rmer als heute und der SĂŒdpol war unvergletschert. In der Unterkreide vor 145-100 Millionen Jahren lebten auch Dinosaurier auf dem Kontinent, beispielsweise Cryolophosaurus und Leaellynasaura, belegt durch Fossilienfunde. Der damalige Lebensraum hat keine Entsprechung zu irgendeinem heute existierenden Lebensraum der Erde: die Tier- und Pflanzenwelt war besonders an die lange Dunkelheit in der Polarnacht angepasst.

FĂŒr die Zeit nach dem weltweiten Massenaussterben am Ende der Kreide, im PalĂ€ogen, wird vermutet, dass Antarktika eine reiche Beuteltierfauna beherbergte, auch wenn es bislang nur wenig Fossilienfunde gibt, die dies belegen. Auch Terrorvögel lebten in dieser Zeit in Antarktika. Vor etwa 45 Millionen Jahren trennten sich Antarktika und Australien.

Glaziale und Interglaziale

Vor etwa 30 Millionen Jahren, mit Beginn des aktuellen Eiszeitalters Neogen, traten erste nennenswerte Eisfelder auf. Vor ca. 25 Millionen Jahren, an der Wende der erdgeschichtlichen Epochen von OligozĂ€n und MiozĂ€n, öffnete sich zwischen der Antarktis und SĂŒdamerika die Drakestraße. Die dadurch ausgelöste Bildung des Zirkumpolarstroms verstĂ€rkte den Prozess der Vereisung. Die bis dahin den Kontinent bedeckenden WĂ€lder wurden verdrĂ€ngt. Seit etwa fĂŒnf Millionen Jahren, im PliozĂ€n, kam es zur dauerhaften Vereisung des Kontinents, die bis heute vorliegt. Die Vereisung fĂŒhrte zum Sterben fast aller Pflanzen- und landlebenden Tierarten Antarktikas und zu einem weltweiten Absinken des Meeresspiegels.

Innerhalb der Vereisungszeit wechseln sich Kaltzeiten (Glaziale) und Warmzeiten (Interglaziale) ab. WĂ€hrend der Glaziale ist die Vergletscherung Antarktikas wesentlich grĂ¶ĂŸer als wĂ€hrend der Interglaziale. Auch der Meeresspiegel schwankt entsprechend der unterschiedlich starken Vergletscherung. Im letzten Glazial vor 18.000 Jahren lag er um etwa 135 Meter niedriger als heute. Seit etwa 12.000 Jahren befinden wir uns in einer Warmzeit, dem HolozĂ€n, mit vergleichsweise geringer Vereisung.

Durch die Analyse von Eisbohrkernen konnten detaillierte Informationen ĂŒber die Klimageschichte der Erde gewonnen werden. Die Ă€ltesten Eisbohrkerndaten reichen bis zu 900.000 Jahre in die Vergangenheit und umfassen mehr als acht Eiszeit-Zyklen.

Klima

Antarktika ist durch seine polare Lage unter allen Kontinenten in jeder Hinsicht ein klimatischer Extremfall.

Jahreszeiten und TageslÀngen

Antarktika im Winter (Polarnacht)
Antarktika im Sommer (Polartag)

Antarktika ist geprÀgt von zwei Jahreszeiten, die Winter und Sommer genannt werden.

Im antarktischen Winter (etwa MĂ€rz bis September) scheint die Sonne, je nach Breitengrad, nur wenige Stunden tĂ€glich oder gar nicht (Polarnacht). Im antarktischen Sommer (etwa September bis MĂ€rz) hingegen scheint sie, je nach Breitengrad, nahezu oder tatsĂ€chlich 24 Stunden am Tag (Polartag) und kreist dabei linksherum ĂŒber den gesamten Himmel. In der Übergangszeit pendelt die Sonne unter und ĂŒber den Horizont; diese Wochen sind von DĂ€mmerung geprĂ€gt. Siehe dazu auch den Artikel TageslĂ€nge.

Temperatur

Antarktika ist der kĂ€lteste Kontinent der Erde. Die inlĂ€ndische Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei −55 Â°C. Die Monatsmitteltemperaturen variieren aufgrund der TageslĂ€nge. Auf dem Polarplateau erreichen die Temperaturen zwischen −40 und −68 Â°C und an der KĂŒste zwischen ca. −18 Â°C im Juni und einigen Grad ĂŒber null im wĂ€rmsten Monat Januar. Die tiefste jemals auf der Erde in der freien Natur gemessene Temperatur betrĂ€gt −89,2 Â°C, sie wurde am 21. Juli 1983 von der sowjetischen Wostok-Station auf dem Polarplateau aufgezeichnet.

Es gibt mehrere GrĂŒnde fĂŒr die extrem niedrigen Temperaturen Antarktikas:

  • Aufgrund der hohen geographischen Breite erhĂ€lt das Land nur eine geringe Sonneneinstrahlung.
  • Der antarktische Zirkumpolarstrom trennt den Kontinent von warmen Meeresströmungen.
  • Schnee und Eis besitzen eine hohe Albedo, die den grĂ¶ĂŸten Teil der eingestrahlten Sonnenenergie reflektiert.
  • Die niedrigen Lufttemperaturen fĂŒhren zu einer Ă€ußerst geringen Luftfeuchtigkeit. Da Wasserdampf das wirksamste Treibhausgas ist, fĂŒhrt dies zu einer hohen WĂ€rmeabstrahlung ins All.
  • Antarktika ist der Kontinent mit der höchsten durchschnittlichen Erhebung.
  • Über den Polen ist die TroposphĂ€re nur 8 km dick.[10]

Niederschlag

In der Regel handelt es sich bei den antarktischen NiederschlĂ€gen um Schnee. Im Jahresdurchschnitt sind das etwas ĂŒber 40 l/m2 im Inneren des Erdteils. Nach niederschlagsorientierter Definition sind diese Gebiete also eine WĂŒste (und zwar die grĂ¶ĂŸte der Welt). Zur KĂŒste hin nimmt der Schneefall jedoch deutlich zu.

Winde

Die polare Lage und die vom Polarplateau zur KĂŒste hin wehenden katabatischen Fallwinde wirken nicht nur auf den Kontinent selbst bestimmend, sondern auch auf das angrenzende Polarmeer. Im Juli 1972 wurde bei der Dumont-d’Urville-Station eine Windgeschwindigkeit von 327 km/h (91 m/s) gemessen.

Flora und Fauna

Menschen und junge Kaiserpinguine auf Snow Hill Island, Antarktika

WĂ€hrend der SĂŒdliche Ozean und die riesige Packeiszone, die Antarktika umgeben, sowie die vorgelagerten Inseln voller Leben sind, ist das Innere des Kontinents öde und leer, da hier kaum höher entwickelte Lebensformen vorgefunden werden. Stattdessen werden diese Gebiete vorwiegend von Mikroorganismen, Moosen und Flechten sowie einigen wirbellosen Tieren bevölkert. DafĂŒr sind diese Ökosysteme einzigartig auf der Erde. Zum einen liegen sehr extreme Umweltbedingungen vor, zum anderen ist die Region – durch Ersteres bedingt – noch weitgehend frei von menschlichen EinflĂŒssen.

Ein ungewöhnliches und zugleich sehr einfaches Ökosystem liegt in den TrockentĂ€lern nahe der McMurdo-Station vor, das vorwiegend von Mikroorganismen, Moosen und Flechten und einigen wirbellosen Tieren bevölkert wird. Durch die wenigen vorkommenden Organismen können die ZusammenhĂ€nge und gegenseitigen Beziehungen sowie ihre Anpassung an die extremen Lebensbedingungen sehr umfassend untersucht werden.

Überraschenderweise stellte man fest, dass sich das Leben nicht nur auf die wenigen eisfreien Regionen beschrĂ€nkt, sondern auch an unerwarteten Stellen nachgewiesen werden kann. In den TrockentĂ€lern wurden zum Beispiel Algen und Flechten gefunden, die innerhalb von Sandsteinfelsen leben. Selbst in den Weiten des antarktischen Eispanzers wurden in kleineren Eisspalten und Schmelzwasserseen auf den Gletschern verschiedene Algen und andere Organismen gefunden.[11][12]

Flora

Antarktische Schmiele auf Petermann Island

Antarktika bildet zusammen mit den angrenzenden Gebieten ein eigenes Florenreich, das antarktische Florenreich. Es umfasst Antarktika, die SĂŒdinsel Neuseelands und den sĂŒdwestlichen Teil Patagoniens und beherbergt dreizehn unterschiedliche Pflanzengattungen, wie zum Beispiel die SĂŒdbuche (Nothafagus), Gunnera oder Fuchsia, von denen die meisten allerdings nicht in Antarktika selbst beheimatet sind.

In der gesamten Antarktis gibt es nur zwei BlĂŒtenpflanzen: die Antarktische Schmiele (Deschampsia antarctica) und das NelkengewĂ€chs Antarktische Perlwurz (Colobanthus quitensis). Durch den Menschen eingeschleppt wurden jedoch auch der Kriechende Hahnenfuß, die Wassersegge, die RispengrĂ€ser Poa annua und Poa pratensis sowie die Vogelmiere.

Neben diversen Algen wurden mittlerweile mehr als 200 Flechtenarten, mehr als 100 Arten von Moosen und Lebermoosen sowie etwa 30 Macrofungi gefunden.

Fauna

Charaktertiere Antarktikas sind die Pinguine, Meeresvögel, die nur zum BrĂŒten an Land kommen. Von den siebzehn Pinguinarten brĂŒten aber nur vier auf Antarktika und seinen unmittelbar vorgelagerten Inseln, die grĂ¶ĂŸte Art der Kaiserpinguin, der Adeliepinguin, der Eselspinguin und der ZĂŒgelpinguin, die letzten beiden Arten aber nur auf der antarktischen Halbinsel. Weitere Brutvögel des antarktischen Festlandes sind der Schneesturmvogel, der WeißflĂŒgel-Sturmvogel, die Antarktikskua (Stercorarius maccormicki), die Dominikanermöwe und der Weißgesicht-Scheidenschnabel (auch hier die beiden letzten Arten nur auf der antarktische Halbinsel).[13]

An der KĂŒste und auf Inseln leben vier Robbenarten, alle aus der Familie der Hundsrobben (Phocidae), der Krabbenfresser, mit mehreren Millionen Exemplaren eine der individuenreichsten Großtierarten der Erde, die Weddellrobbe, die weiter sĂŒdlich lebt als jedes andere SĂ€ugetier, der Seeleopard, ein Fressfeind der Pinguine, und die seltene Rossrobbe, die die kleinste antarktische Robbe ist. Die grĂ¶ĂŸte Robbe, der SĂŒdliche See-Elefant ist nur auf antarkischen Inseln anzutreffen.[14] Die Paarung und die Jungenaufzucht der Robben finden an Land oder auf dem Packeis statt.

Das grĂ¶ĂŸte dauerhaft landlebende Tier Antarktikas ist eine 12 Millimeter große, flĂŒgellose ZuckmĂŒckenart namens Belgica antarctica.

Geschichte

Annahmen und AnnÀherung

Weltkarte des Orontius Finaeus aus dem Jahr 1531, SĂŒdhemisphere mit hypothetischer Terra Australis

Lange vor der Entdeckung Antarktikas im Jahre 1820 nahm man die Existenz eines riesigen SĂŒdkontinents an, der ein Gegengewicht zu den Landmassen der Nordhalbkugel bilden sollte. Dieser Kontinent namens Terra australis ist auf zahlreichen Weltkarten der frĂŒhen Neuzeit abgebildet. Da einige dieser Darstellungen, zum Beispiel die Karte des Piri Reis von 1513, die Karte des Orontius Finaeus von 1531, die Karte von Gerhard Mercator von 1569 oder die Karte von Philippe Buache von 1754, gewisse Ähnlichkeiten mit der tatsĂ€chlichen Lage und Form Antarktikas aufweisen, gibt es Autoren, die vermuten, dass der Kontinent bereits lange vor dem offiziellen Datum 1820 entdeckt wurde. Insbesondere fĂŒr die Karte von Piri Reis ist dies jedoch weder die einzige noch die plausibelste Deutungsmöglichkeit.

Entdeckungsstand bis zur Reise Abel Tasmans nach einer Karte von Hendrik Hondius aus dem Jahr 1650

TatsĂ€chlich aber gibt es keinerlei Beweise fĂŒr die Anwesenheit von Menschen in Antarktika vor dem 19. Jahrhundert. Allerdings wurden durchaus schon Entdeckungsreisen im SĂŒdpolargebiet unternommen, so wurden zum Beispiel die SĂŒdlichen Shetlandinseln wahrscheinlich bereits 1599 durch Dirk Gerritz oder Gabriel de Castilla 1603 entdeckt. James Cook durchkreuzte den SĂŒdlichen Ozean in den Jahren von 1772 bis 1775 und ĂŒberquerte dabei 1773 als wahrscheinlich erster Mensch den SĂŒdlichen Polarkreis, aber Packeis verhinderte, dass er Antarktika selbst zu Gesicht bekam.

Entdeckung und Polerkundung

Siehe auch: Liste der Antarktisexpeditionen

Die erste Sichtung Antarktikas kann nicht mit absoluter Sicherheit an einem Ereignis festgemacht werden: KapitĂ€n Fabian von Bellingshausen von der russischen Marine, KapitĂ€n Edward Bransfield von der britischen Marine und der US-amerikanische RobbenjĂ€ger Nathaniel Palmer sichteten Antarktika innerhalb weniger Tage oder Wochen, wahrscheinlich war Bellingshausen am 16. Januarjul./ 28. Januar 1820greg. der erste. Die erste Landung fand nur ein Jahr spĂ€ter durch den US-amerikanischen RobbenjĂ€ger John Davis am 7. Februar 1821 statt. Der englische Seefahrer James Weddell konnte bei guten Witterungsbedingungen 1823 im nach ihm benannten Weddell-Meer bis auf 74° 15â€Č SĂŒd vorstoßen. Der französische König beauftragte daraufhin Jules Dumont d’Urville, diesen Rekord zu brechen, doch dessen Reise 1837–1838 war erst im zweiten Anlauf erfolgreich, als er das Adelie-Land sichtete.

Nachdem 1831 der magnetische Nordpol lokalisiert wurde, brach James Clark Ross mit seinen Schiffen HMS Erebus und HMS Terror 1839 zum magnetischen SĂŒdpol auf. Auf der Suche danach konnte Ross zwar dessen ungefĂ€hre Position bestimmen, ihn aber nicht erreichen. Dabei kartierte er auch die Ross-See, eine Seeregion, die spĂ€ter nach ihm benannt wurde.

Die eigentliche Eroberung Antarktikas aber begann 1895 mit dem 6. Internationalen Geographischen Kongress, der in Londons Imperial Institute stattfand. Am 3. August wurde auf diesem Kongress eine Resolution verabschiedet, die festhielt, „that this Congress record its opinion that the exploration of the Antarctic regions is the greatest piece of geographical exploration still to be undertaken“, und forderte die Wissenschaftler der Welt auf, Expeditionen dorthin zu planen.

Wild wie kein anderes Land unserer Erde liegt es da, ungesehen und unbetreten. (Roald Amundsen, 1911)

In einer Zeit, in der die gesamte Welt entdeckt schien, empfand man die Antarktis als letzten unbekannten Flecken der Erde, und die Eroberung dieses Teils der Erde wurde zur Metapher fĂŒr den Triumph des Imperialismus. In diesem Sinne sagte Leonard Darwin, der PrĂ€sident der Royal Geographical Society wĂ€hrend eines Abschiedsessens fĂŒr Robert Falcon Scott, bevor dieser zu seiner Antarktisexpedition aufbrach:

„Scott is going to prove once again that the manhood of our nation is not dead and that the characteristics of our ancestors who won the Empire still flourish among us.“

Die erste Antarktisexpedition von Scott (1901–1904) nĂ€herte sich dem SĂŒdpol bis auf 480 Meilen.

Die Gauss, eingeschlossen im Eis, wĂ€hrend der ersten deutschen SĂŒdpolarexpedition am 29. MĂ€rz 1902.
Das Foto wurde aus einem Fesselballon aufgenommen und ist die erste Luftaufnahme in der Antarktis.

Die erste deutsche SĂŒdpolarfahrt, die Gauß-Expedition, fand von 1901 bis 1903 unter der Leitung von Erich von Drygalski statt. Ausgestattet mit dem Schiff Gauß entdeckten die Forscher das Kaiser-Wilhelm-II.-Land und sichteten aus einem Forschungsballon den Gaußberg.

Die Expedition von Ernest Henry Shackleton (1907–1909), ehemals ein Mitglied von Scotts Mannschaft, nĂ€herte sich dem SĂŒdpol bis auf 97 Meilen, bevor sie zur Umkehr gezwungen war.

Am 14. Dezember 1911 erreichte Roald Amundsen mit einer norwegischen Expedition als erster den SĂŒdpol, einen Monat bevor Robert Falcon Scott und seine Begleiter, die zuerst in Antarktika angekommen waren, am Pol anlangten. Scott wurde auf seinem RĂŒckweg durch einen Schneesturm aufgehalten – er und alle seine Begleiter starben durch die herrschende außergewöhnliche KĂ€lte.

Als vierter großer Antarktisentdecker dieser Zeit gilt Douglas Mawson, der erst Mitglied der Expedition Discovery unter Leitung von Shackleton war, und 1911 eine eigene Expedition in die Antarktis durchfĂŒhrte.

Die zweite deutsche SĂŒdpolarexpedition unter der Leitung von Wilhelm Filchner entdeckte 1912 mit dem fĂŒr neun Monate im Packeis eingeschlossenen Expeditionsschiff Deutschland das Filchner-Ronne-Schelfeis und das Prinzregent-Luitpold-Land.

Eine der legendĂ€rsten Expeditionen der Antarktis ist jedoch die 1914 begonnene Expedition Endurance, die zum Ziel hatte, Antarktika zu ĂŒberqueren, jedoch ebenso wie das Expeditionsschiff Deutschland, im Packeis eingeschlossen wurde.

Systematische Erkundung aus der Luft

Eine neue Ära der Antarktisentdeckung begann 1928 mit den Expeditionen des Amerikaners Richard Evelyn Byrd und des Australiers Hubert Wilkins. Wilkins ĂŒberflog am 20. Dezember 1928 als erster Mensch die Antarktische Halbinsel. Auch auf der zweiten Wilkins-Hearst-Expedition konnten Wilkins und weitere Piloten zwischen Dezember 1929 und Januar 1930 mehrere FlĂŒge ĂŒber dem antarktischen Festland absolvieren.[15] Den grĂ¶ĂŸeren Erfolg konnte jedoch Byrd auf seiner ersten von fĂŒnf Antarktis-Expeditionen erzielen, als das von Bernt Balchen gesteuerte Flugzeug Floyd Bennett am 29. November 1929 den SĂŒdpol erreichte.[16]

Bei seinen Erkundungen legte Byrd das Hauptaugenmerk auf Forschung. Bei der vom Dezember 1946 bis April 1947 stattfindenden Operation Highjump, der grĂ¶ĂŸten Antarktisexpedition aller Zeiten, brachte Byrd 4700 Menschen, 13 Schiffe und 23 Flugzeuge zum StĂŒtzpunkt Little America im McMurdo-Sund und ließ mehr als 70.000 Luftbildaufnahmen machen. Byrds Expeditionen legten die Basis fĂŒr die moderne Kartierung und Erforschung des Kontinents.

1938 plante eine deutsche Expedition unter Vorsitz des erfahrenen PolarkapitĂ€ns Alfred Ritscher die Reise zum SĂŒdpol. Als Schiff wurde die Schwabenland ausgewĂ€hlt, der schwimmende FlugzeugstĂŒtzpunkt der Lufthansa, von dem mit Hilfe von Dampfkatapulten 10 t schwere Dornier-Flugboote vom Typ Wal starten konnten. Diese revolutionĂ€re Technik verwendete die Lufthansa bereits seit 1934 fĂŒr den Postverkehr mit SĂŒdamerika. Die Schwabenland wurde noch im Herbst 1938 in Hamburger Werften fĂŒr die Expedition antarktistauglich gemacht. Nach den Umbaumaßnahmen der Schwabenland (sie war vorher hauptsĂ€chlich in TropengewĂ€ssern eingesetzt worden) verließ sie Hamburg am 17. Dezember 1938 und erreichte die Antarktis am 19. Januar 1939. In den folgenden Wochen wurden auf insgesamt 15 FlĂŒgen der beiden Flugboote Boreas und Passat fast 600.000 kmÂČ FlĂ€che ĂŒberflogen und fotografiert. Dabei wurden 11.000 Bilder gemacht. Knapp 1/5 der antarktischen FlĂ€che wurde so erstmals dokumentiert und gleichzeitig, durch Abwurf von beflaggten Aluminium-Stangen, als deutsches Reichsgebiet deklariert. Der Name des neuentdeckten Landes ist Neuschwabenland.

1950er Jahre

Im Jahr 1952 kam es zu den ersten und bisher einzigen Kampfhandlungen wegen GebietsansprĂŒchen: 1952 schossen argentinische Soldaten auf britische Forscher, als diese versuchten, eine zerstörte Forschungsstation wieder aufzubauen. Argentinien beanspruchte die Antarktische Halbinsel, da diese Landzunge an ihrem nördlichen Ende nur etwa 1480 km von der SĂŒdspitze SĂŒdamerikas entfernt ist.

Nach Amundsen und Scott stand erst am 31. Oktober 1956 wieder ein Mensch auf dem SĂŒdpol, als der US-amerikanische Konteradmiral George Dufek dort mit einem Flugzeug vom Typ R4D Skytrain landete.

WĂ€hrend des Internationalen Geophysikalischen Jahres 1957 bis 1958 fand eine große Zahl von Expeditionen statt. Unter anderem erreichte ein Team um den NeuseelĂ€nder Sir Edmund Hillary mit umgebauten Traktoren als erstes nach Scott auf dem Landweg den SĂŒdpol, wo am 20. Januar das Team um den Briten Vivian Fuchs auf Shackletons Route hinzustieß und die Forscher gemeinsam als „British Commonwealth Transantarctic Expedition“ bis zum 2. MĂ€rz die erste Durchquerung der Antarktis vollendeten. Außerdem erreichte am 14. Dezember 1958 eine sowjetische Expedition den SĂŒdpol der UnzugĂ€nglichkeit und richtete dort eine Forschungsstation ein, die bis zum 26. Dezember betrieben wurde.

JĂŒngere Expeditionen zu Fuß

Reinhold Messner und Arved Fuchs konnten erstmalig vom 13. November 1989 bis zum 12. Februar 1990 den gesamten Kontinent ĂŒber den SĂŒdpol in 92 Tagen zu Fuß durchqueren. 2001 folgten ihnen die beiden Antarktis-Abenteurerinnen Ann Bancroft und Liv Arnesen auf Skiern.

Politischer Status

GebietsansprĂŒche in der Antarktis nach dem Antarktisvertrag:
  • ï»żNeuseeland
  • ï»żAustralien
  • ï»żFrankreich
  • ï»żNorwegen
  • ï»żVereinigtes Königreich
  • ï»żChile
  • ï»żArgentinien

Antarktika ist kein eigener Staat. Verschiedene Nationen haben GebietsansprĂŒche erhoben, die sich zum Teil ĂŒberschneiden. Derzeit erheben sieben Nationen AnsprĂŒche auf acht Territorien in Antarktika: Argentinien, Australien, Chile, Frankreich, Neuseeland, Norwegen und das Vereinigte Königreich:

Das Marie-Byrd-Land, in Westantarktika zwischen dem chilenisch und dem neuseelĂ€ndisch beanspruchten Territorium gelegen, ist mit Abstand das grĂ¶ĂŸte Gebiet der Erde, das derzeit von keinem Staat beansprucht wird.

1961 trat der Antarktisvertrag in Kraft, in dem die GebietsansprĂŒche „auf Eis gelegt“ wurden.

Obwohl Antarktika kein Staat ist, besitzt der Kontinent eine eigene lĂ€nderspezifische Top Level Domain „.aq“.

Flagge Antarktikas

Da Antarktika keine Nation ist und keine Regierung hat, hat sie auch keine eigene Flagge. In letzter Zeit gab es jedoch einige Versuche, eine Flagge fĂŒr Antarktika zu kreieren. Die zwei relativ bekannt gewordenen VorschlĂ€ge stammen von Graham Bartram und Whitney Smith.

Bartrams Entwurf ist an das Design der UN-Flagge angelehnt und zeigt Antarktika in weiß vor blauem Hintergrund. Diese Flagge ist vor allem im Internet populĂ€r.

Smith verwendet Orange als Hintergrundfarbe (Signalfarbe, die sich vom Schnee am besten abhebt). In Weiß, das den Schnee reprĂ€sentiert, findet sich ein A fĂŒr Antarktika, das SĂŒdsegment der Erde weist auf die Lage des Kontinents hin, zwei HĂ€nde deuten auf die friedlichen menschlichen Absichten in der Antarktis hin.

Bevölkerung

Forschungsstationen

Antarktika hat keine Bevölkerung im eigentlichen Sinne. In den ĂŒber 80 Forschungsstationen leben jedoch im Sommer ca. 4000 und im Winter ca. 1000 Menschen, wobei die genaue Anzahl stark variiert. Allein auf der grĂ¶ĂŸten Station, der McMurdo-Station, lebten im Juli 2005 (also mitten im antarktischen Winter) 79 Frauen und 162 MĂ€nner.

Am 7. Januar 1978 wurde in der NĂ€he von Hope Bay mit Emilio Palma das erste Baby auf dem antarktischen Festland geboren. 1986/1987 wurden in der chilenischen Station ein Junge und ein MĂ€dchen geboren.

Forschungsstationen

Im sĂŒdlichen Bereich innerhalb des 60. Breitengrades existieren nach Angaben von COMNAP 82 Forschungsstationen, davon sind 37 Stationen ganzjĂ€hrig und 36 Stationen nur in den Sommermonaten im Einsatz.

Hervorzuheben sind hierbei die US-amerikanischen Stationen Palmer und McMurdo, deren HĂ€fen die logistische Grundlage der meisten AktivitĂ€ten in der Antarktis bilden, sowie die Amundsen-Scott-SĂŒdpolstation und aus deutscher Sicht die Neumayer-Station III.

Zeitzonen

Antarktika hat keine definierten Zeitzonen. Es wurde vorgeschlagen, die gesamte Antarktis unter eine einzige Zeitzone, UTC, zu stellen. In der Praxis verwenden die einzelnen Forschungsstationen oft die Zeitzone ihres jeweiligen Heimatlandes oder die Zeitzone des Flughafens, mit dem sie logistisch eng verbunden sind, zum Beispiel verwenden die US-amerikanischen Stationen Neuseeland-Zeit.[17] In der gegenseitigen Kommunikation zwischen den Stationen wird UTC verwendet, wie beim Amateur- und Flugfunk ĂŒblich.

Da die Zeitzonensituation unklar ist, ist auch unklar, ob die Datumsgrenze entlang des 180. LĂ€ngengrades bis zum SĂŒdpol reicht oder ob sie am polaren Wendekreis endet.

Infrastruktur

GĂŒtertransport auf der SĂŒdpol-Autobahn Anfang 2006
→ Hauptartikel: Verkehr in der Antarktis

Der Großteil des Transports von Menschen und Material erfolgt ĂŒber Luftverkehr mit Flugzeugen und Helikoptern. 27 Stationen besitzen Flugstreifen und/oder HubschrauberlandeplĂ€tze. Die Pisten bestehen teils aus Schotter, teils aus Eis oder zusammengedrĂŒcktem Schnee. Eine Landebahn ist lĂ€nger als drei Kilometer und sechs weitere sind zwischen zwei und drei Kilometer lang. Die Versorgung der Festlandstationen wird ĂŒberwiegend von Lockheed-C-130-Hercules-Flugzeugen der New York Air National Guard ĂŒbernommen. Im Dezember 2007 begannen zivile LinienflĂŒge zur Casey-Station.

Die US-amerikanische Marine unterhĂ€lt zwei SeehĂ€fen, McMurdo und Palmer, deren Nutzung jedoch durch die US-amerikanische Regierung stark reglementiert ist. Es gibt außerdem AnkerplĂ€tze vor der KĂŒste, von wo aus Waren mit kleineren Booten, FrachtkĂ€hnen oder Helikoptern zu KĂŒstenstationen an Land gebracht werden.

Es gibt nur wenige, qualitativ schlechte und hĂ€ufig schneeverwehte Straßen in Antarktika. Die bedeutendste lĂ€ngere Strecke ist die 1500 Kilometer lange SĂŒdpol-Autobahn, die 2006/2007 vollendet wurde und die amerikanischen Stationen McMurdo an der KĂŒste und Amundsen-Scott am SĂŒdpol verbindet. Sie wurde gebaut, indem man Schnee einebnete und Gletscherspalten auffĂŒllte. Der Landverkehr erfolgt mit Kettenfahrzeugen, in der Vergangenheit mit Hundeschlitten, und zu Fuß mit Skiern oder Schneeschuhen.

Kommunikation

Antarktisches Postamt

Von militĂ€rischen Kommunikationswegen und Amateurfunk abgesehen, ist das Iridium-System nutzbar. Bis 2009 soll ein 1700 km langes Glasfaserkabel zur Internetanbindung auf dem Polarplateau zwischen der SĂŒdpolstation und der ganzjĂ€hrig besetzten Station Dome Concordia fertiggestellt sein, bei der bereits eine Anbindung an die geostationĂ€ren Kommunikationssatelliten besteht.

WĂ€hrung

Eine Besonderheit ist der Antarktische Dollar. Er ist jedoch keine offizielle WĂ€hrung, sondern lediglich eine 1996 herausgegebene Sammlerserie von selbst kreierten Banknoten des Antarctica Overseas Exchange Office. Mit einem Großteil des Erlöses wurden Forschungsprojekte in der Antarktis unterstĂŒtzt.

BodenschÀtze

Bislang wurden in Antarktika verschiedene Erzminerale von Buntmetallen, Industriemineralen und Edelmetallen gefunden. Derartige Funde von Erzmineralen in meist unbedeutenden Konzentrationen, wurden von verschiedenen Autoren zu Karten der „BodenschĂ€tze Antarktikas“ zusammengefasst.[18][19] LagerstĂ€tten im bergbaulichen Sinne bilden nur die Kohlevorkommen im Transantarktischen Gebirge und den Prince Charles Mountains, sowie Eisenerze in den Prince Charles Mountains.

Im sĂŒdlichen Transantarktischen Gebirge und der Queen Alexandra Range treten zwischen 10 und 30 Flöze mit MĂ€chtigkeiten von 0,1 bis 3,6 m auf; ein Flöz erreicht lokal sogar eine MĂ€chtigkeit von 11 m. Es handelt sich um Gaskohle mit mit durchschnittlichen Aschegehalten um 11 %. In den permischen Sedimentbecken um den Beaver Lake in den Prince Charles Mountains hat man 63 Flöze mit 0,1 bis 2,2 m MĂ€chtigkeit gezĂ€hlt, von denen 17 ĂŒber 0,7 m mĂ€chtig sind. Die gesamten bekannten VorrĂ€te betragen 16,9 Milliarden Tonnen, vermutet werden weitere VorrĂ€te unter dem Eis in der GrĂ¶ĂŸenordnung einiger hundert Milliarden Tonnen Kohle.[20]

Die Eisenerzvorkommen der Prince Charles Mountains sind am Mount Ruker aufgeschlossen, sie lassen sich unter dem Eis als 5 bis 10 km breite magnetische Anomalien ĂŒber mehr als 120 km verfolgen. Mit Gehalten an Eisenoxid (FeO) von 33,7 bis 57,4 % liegt die QualitĂ€t dieser Erze unterhalb der derzeitig weltweit als bauwĂŒrdig angesehenen Vorkommen.

Generell beruhen die AbschĂ€tzungen des Rohstoffpotentials Antarktikas auf statistischen Hochrechnungen, bei der man die durchschnittliche HĂ€ufigkeit bestimmter Rohstoffe in den ehemals in Gondwana benachbarten Kontinenten Australien, Indien, sĂŒdliches Afrika und SĂŒdamerika zur FlĂ€che Antarktikas ins VerhĂ€ltnis setzt. Demnach wĂ€ren etwa 45 Milliarden Barrel Erdöl und 326 Billionen Kubikmeter Erdgas in den Sedimentbecken Antarktikas sowie auf dem Kontinentalschelf zu erwarten.[21] Von diesen theoretisch zu erwartenden LagerstĂ€tten wurde allerdings bisher keine entdeckt.

Das Umweltschutzprotokoll zum Antarktisvertrag von 1991 verbietet die prospektion, Erschließung oder Gewinnung von BodenschĂ€tzen in der Antarktis, dieses Bergbaumoratorium kann erst 50 Jahre nach Inkrafttreten, d. h. im Jahre 2048, durch eine Dreiviertelmehrheit der Konsultativstaaten des Antarktisvertrags neu verhandelt werden.

Wirtschaft

Der Antarktisvertrag verbietet wirtschaftliche AktivitĂ€ten außer der Forschung und dem Tourismus. GrĂ¶ĂŸter Arbeitgeber in der Antarktis ist die fĂŒr die US-Stationen zustĂ€ndige Raytheon Polar Services Company.[22] Der Tourismus hat in den letzten Jahren stark zugenommen.

Der Antarktisvertrag wird im Jahr 2041 auslaufen.

Literatur

  • Deutsche Forschungsgemeinschaft: Deutsche Forschung in der Antarktis. Wissenschaftlicher Fortschritt und Perspektiven. Wiley-VCH, Weinheim 2005, ISBN 3-527-31251-X.
  • Georg Kleinschmidt: Die plattentektonische Rolle der Antarktis. Carl-Friedrich-von-Siemens-Stiftung, MĂŒnchen 2001. (Reihe Themen, Band 73)
  • John May: Das Greenpeace-Buch der Antarktis. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 1991, ISBN 3-473-46166-0.
  • Norbert W. Roland: Antarktis. Forschung im ewigen Eis. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-8274-1875-3.

Weblinks

 Commons: Antarktika â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikinews Wikinews: Antarktika â€“ in den Nachrichten

Einzelnachweise

  1. ↑ Bertelsmann: das neue Universal Lexikon. wissenmedia Verlag, GĂŒtersloh 2006, S. 247. (online)
  2. ↑ Peter Hupfer, Wilhelm Kuttler: Witterung und Klima. 11. Auflage. 2005, S. 262.
  3. ↑ Google Ngram Viewer "Antarktika"
  4. ↑ Leonid Breitfuß: Antarktis - Antarktika. In: Polarforschung. Band 16, 1946, S. 102 PDF-Datei
  5. ↑ HowStuffWorks If polar ice caps melted how much would the oceans rise ?
  6. ↑ wwwantarcticconnection.com
  7. ↑ Antarctica in Context
  8. ↑ Phasendiagramm des Wassers, (engl.)
  9. ↑ Polar Times, Band 43, S. 18 (Online-Version (Nachdruck) bei USA Today)
  10. ↑ Why is Antarctica so cold? Informationen von www.antarcticconnection.com
  11. ↑ New findings on the genetic diversity of a virus community in an Antarctic lake. Universidad Autónoma de Madrid, 11. November 2009.
  12. ↑ Alberto LĂłpez-Bueno u. a.: High Diversity of the Viral Community from an Antarctic Lake. In: Science. 6. November 2009, Vol. 326. no. 5954, S. 858–861, Abstract (abgerufen 26. Dezember 2009)
  13. ↑ Gerald Tuck, Hermann Heinzel: Die Meeresvögel der Welt. Parey, Hamburg/Berlin 1980, ISBN 3-490-07818-7.
  14. ↑ RĂŒdiger Wandrey: Wale und Robben der Welt. Franckh-Kosmos Verlag, 1997, ISBN 3-440-07047-6.
  15. ↑ Hubert Wilkins auf southpole.com. Abgerufen am 24. Juni 2011.
  16. ↑ Eugene Rodgers: Beyond the Barrier: The Story of Byrd's first Expedition to Antarctica. 1. Auflage. United States Naval Institute, Annapolis 1990, ISBN 0-87021-022-X, S. 186.
  17. ↑ Zeitzonen aller und speziell australischer Stationen.
  18. ↑ Bertrand Imbert: Die Pole. Expeditionen ins ewige Eis. Ravensburger Buchverlag, Ravensburg 1990, ISBN 3-473-51005-X, S. 175.
  19. ↑ Der Fischer Weltalmanach. 1998, Karte XVI, Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-19098-3.
  20. ↑ G.I. Kameneva, Y.V. Mikhal'sky: Major features of the distribution of coal-bearing deposits in Antarctica. In: Antarktika. Band 24, Leningrad 1985, S. 65–75.
  21. ↑ Cental Intelligence Agency: Polar Regions. Atlas. National Foreign Assessment Centre.
  22. ↑ www.polar.org

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  • Antarktika — is., öz. GĂŒney kutbundaki kara bölgesi 
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  • Antarktika — Ant|aÌŁrk|ti|ka (antarktischer Kontinent) 
   Die deutsche Rechtschreibung

  • antarktika — <yun.> coğr. Yer kĂŒrəsinin cənub qĂŒtbĂŒ sahəsi. Antarktikanın bitkisi zəif inkiƟaf etmiƟdir 
   Azərbaycan dilinin izahlı lĂŒÄŸÉ™ti


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