Linksverkehr

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Linksverkehr
Weltweite Verteilung von Rechts- und Linksverkehren (s. a. Liste der L√§nder mit Linksverkehr)
  • ÔĽŅRechtsverkehr
  • ÔĽŅLinksverkehr
Beim Straßenverkehr in Indien herrscht Linksverkehr (Rajpath, Neu-Delhi)
Wechsel der Fahrbahnseite an der laotisch-thailändischen Grenze

Als Linksverkehr bezeichnet man den Straßenverkehr, bei dem die Verkehrsteilnehmer im Gegensatz zum Rechtsverkehr auf der linken Spur - jeweils in Fahrtrichtung gesehen - der Straße fahren.

Von den 221 Staaten und Gebieten der Erde gilt derzeit in 59 L√§ndern, haupts√§chlich fr√ľheren britischen Kolonien und Dominion mit ungef√§hr 2,34 Milliarden Einwohnern, Linksverkehr.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Weltweite (mit historischen Umstellungen) Verteilung von Rechts- und Linksverkehr
  • ÔĽŅRechtsverkehr
  • ÔĽŅFr√ľher Linksverkehr, jetzt Rechtsverkehr
  • ÔĽŅLinksverkehr
  • ÔĽŅFr√ľher Rechtsverkehr, jetzt Linksverkehr
  • ÔĽŅFr√ľher uneinheitliche Regelung (abh√§ngig vom Ort), jetzt Rechtsverkehr

Auf welcher Seite begegnende Fuhrwerke einander auszuweichen haben (passieren), wurde durch Konvention, später durch Rechtsvorschriften festgelegt, um Missverständnisse und Unfälle zu vermeiden.

Es gibt unterschiedliche Erkl√§rungsans√§tze, aufgrund welcher Erfahrungswerte die Entscheidung f√ľr Rechts- oder Linksverkehr fiel. Viele dieser Erkl√§rungsans√§tze gehen allerdings davon aus, dass die Rechtsh√§nder die jeweilige Norm bestimmten. Au√üerdem erkl√§ren sie nur bedingt, warum relativ schnell auf den rechtsseitigen Verkehr in vielen L√§ndern umgeschwenkt wurde.

Technische Erklärungen

Technische Erkl√§rungen beziehen sich oft auf das F√ľhren von Tieren oder Fahrzeugen: Je nach Zeit, Gegend und Tradition kann ein Reiter oder Kutscher die Z√ľgel mit der rechten, der linken oder beiden H√§nden halten. Fuhrwerke k√∂nnen vom Fahrzeug aus gelenkt, zu Fu√ü am Z√ľgel oder durch einen Reiter auf einem der eingespannten Pferde oder Ochsen gef√ľhrt werden.

  • Eine einfache Theorie f√ľr den Linksverkehr besteht darin, dass viele Menschen (v. a. wenn es sich um Rechtsh√§nder handelt) auf ein Pferd zuerst mit dem linken Bein steigen bzw. zuerst das rechte Bein √ľber den R√ľcken des Tieres schwingen. Die Ausrichtung des Tieres befindet sich also in solchen F√§llen notwendigerweise nach links blickend vom Reiter aus gesehen. Damit das Pferd nicht auch noch gewendet werden musste, blieb man einfach auf der linken Seite bzw. f√ľhrte das Tier direkt mit dieser Ausrichtung an den Weg heran.
  • Eine Theorie besagt, dass Linksverkehr entstehen kann als Folge rechtsh√§ndigen F√ľhrens von Zugtieren (durch den nebenher laufenden Gespannf√ľhrer). Mit dem Passieren im Linksverkehr vermeidet der Zugf√ľhrer, zwischen die beiden Gespanne zu geraten bzw. in der Mitte der Stra√üe zu gehen. Gegner dieser Erkl√§rung argumentieren, dass sich f√ľr diese Art der F√ľhrung der Rechtsverkehr besser eigne, da so der F√ľhrer bequemer in der Mitte der Stra√üe gehen und das Zugtier bei Gegenverkehr effektiver an den Stra√üenrand abdr√§ngen kann und dabei die kritische, kollisionsgef√§hrdete Wagenseite zum Gegenverkehr hin besser im Auge beh√§lt.
  • Bei vom Wagen aus gesteuerten Fuhrwerken sa√ü der Fahrer auf der rechten Seite, damit seine knallende Peitsche nicht die Passagiere traf, denn dazu musste er nach hinten ausholen. Er fuhr deshalb m√∂glichst weit links, von wo aus er entgegenkommenden Verkehr besser sehen konnte. Das gilt allerdings nur f√ľr Rechtsh√§nder.
  • Anders bei Fuhrwerken, bei denen der Fuhrmann auf einem der Zugtiere ritt: in diesem Fall musste der Reiter auf dem hintersten linken Tier reiten, um die anderen Pferde mit seiner Peitsche lenken zu k√∂nnen; die bevorzugte Stra√üenseite f√ľr diese Fuhrwerke war deshalb rechts. Auch das gilt nur f√ľr Rechtsh√§nder.
  • Eine weitere plausible Theorie basiert auf dem F√ľhren von Waffen. Man f√ľhrte sein Pferd links, um dem Gegner mit der rechten Waffenhand begegnen zu k√∂nnen.
  • In der Kanalschiffahrt entstand Linksverkehr dadurch, dass der Steuermann das Steuerruder in der rechten Hand h√§lt (Steuerbord). Um das Ruder beim Anlegen freizuhalten, legte er mit der linken Schiffsseite (Backbord) an. Also fuhr so jeder links, um ein unn√∂tiges Kreuzen der Fahrrinne zu vermeiden.

Alte Zivilisationen

Ob in den Zeiten vor den R√∂mern in einzelnen Kulturen Links- oder Rechtsverkehr herrschte, ob es √ľberhaupt diesbez√ľglich Regelungen gab, ist unbekannt.

Römer

Aus römischer Zeit sind bekannt

  • M√ľnzen (r√∂mischer Denar, um 50 v. Chr. bis 50 n. Chr.), auf denen zwei Reiter auf der rechten Schulterseite aneinander vorbeireiten (Linksverkehr),
  • Wagenspuren von einem r√∂mischen Steinbruch bei Blunsdon Ridge, nahe Swindon, deren vom Steinbruch wegf√ľhrende, linke Spur von den beladenen Wagen tiefer ausgepr√§gt ist als die rechte. Streng genommen weist das aber nur auf Linksverkehr an diesem Ort hin.

Belegt ist auch, dass römische Soldaten auf der linken Seite marschierten. Nicht bekannt ist, ob das immer der Fall war.

Mittelalter und fr√ľhe Neuzeit

In Mittel- und Osteuropa herrschte der Linksverkehr vor.

Napoleon

Die Wahl von Rechts- oder Linksverkehr ist wahrscheinlich auf die jeweils verbreitete Form der Fuhrwerke zur√ľckzuf√ľhren. Im Frankreich der Revolutionszeit dominierten berittene Gespanne, und die Regierung Robespierres erlie√ü ein Gesetz, das in Paris Rechtsverkehr vorschrieb. Napoleon Bonaparte erweiterte dieses Gesetz auf Milit√§rfahrzeuge, der √ľbrige Verkehr hatte sich dem anzupassen. Das napoleonische Frankreich hat dann im Gefolge seiner Eroberungen in weiten Teilen Europas den Rechtsverkehr eingef√ľhrt. Nach Napoleons Niederlage blieben die meisten L√§nder beim Rechtsverkehr.

Moderne

Die Frage von Rechts- oder Linksverkehr erhielt eine gr√∂√üere praktische Bedeutung erst beim Aufkommen verst√§rkten Autoverkehrs. Heute herrscht in den einzelnen Staaten jeweils eine einheitliche Regelung, ob links oder rechts gefahren wird. Jedoch gibt es in vielen L√§ndern auf kurzen Strecken Ausnahmen, die meist durch den Stra√üenverlauf bedingt sind. So ist z. B. in London auf der kurzen Privatstra√üe ‚ÄěSavoy Court‚Äú vor dem Savoy Theatre Rechtsverkehr vorgeschrieben, damit durch den R√ľckstau vor der Vorstellung nicht der Eingang zum Savoy Hotel blockiert wird, und das, obwohl diese Stra√üe von der gro√üen Hauptstra√üe ‚ÄěStrand‚Äú abzweigt.

Psychologie

Warnung, beim Überqueren einer Straße nach rechts zu schauen (in London)
Hinweisschild auf Linksverkehr an den Parkplatzausfahrten an der Great Ocean Road in Australien - gerichtet an Autofahrer aus Ländern mit Rechtsverkehr

F√ľr Personen, die an den Rechtsverkehr gew√∂hnt sind, bringt eine Umstellung auf den Linksverkehr anf√§nglich erhebliche Schwierigkeiten, weil pl√∂tzlich lang einge√ľbte Bewegungsautomatismen nicht mehr gelten. Insbesondere das Abbiegen ist gef√§hrlich, da man durch einge√ľbte Fahrpraxis leicht auf der Stra√üenseite f√ľr den Gegenverkehr ankommen kann.

Fu√üg√§nger begeben sich in Gefahr, da der kurze, in der Kindheit antrainierte Blick nach links vor dem Betreten der Fahrbahn sinnlos ist ‚Äď die Gefahr droht ja von rechts. Die Situation an einer ampellosen Kreuzung ist f√ľr einen Fu√üg√§nger wesentlich un√ľbersichtlicher als f√ľr einen Autofahrer, der ja bereits die H√§lfte seiner Fahrbahn besetzt.

Als Beifahrer steigt man als an Rechtsverkehr gew√∂hnter Mensch nat√ľrlich auf der rechten Seite ein ‚Äď der Fahrerseite im Linksverkehr. Sitzt man als Beifahrer auf der richtigen, linken Seite, ist das Mitfahren ebenfalls ungew√∂hnlich ‚Äď da zur ‚Äěfalschen‚Äú Seite ausgewichen wird.

Die Umstellungsschwierigkeiten ergeben sich erneut, wenn man nach einiger Zeit in einem Linksverkehr-Land wieder im heimischen Rechtsverkehr unterwegs ist. Dies ist besonders gef√§hrlich, weil man sich wieder in der urspr√ľnglich gewohnten Umgebung befindet und deshalb kein Grundgef√ľhl mehr f√ľr die Gef√§hrlichkeit der Situation hat, wenn man in die im Linksverkehr einge√ľbte, nun aber ‚Äěfalsche‚Äú Richtung nach kreuzendem Verkehr Ausschau h√§lt.

Unfallstatistik und Verkehrsform

Im Linksverkehr wird rechts, im Rechtsverkehr links √ľberholt. Sowohl H√§ufigkeit als auch Schwere der Verkehrsunf√§lle sind unabh√§ngig von Rechts- oder Linksverkehr. Keine der beiden Formen ist sicherer.

Fahrzeuge, die von gew√∂hnten Personen in einer Verkehrsform benutzt werden, f√ľr die diese Fahrzeuge nicht gebaut wurden (also z. B. Links-Lenker im Linksverkehr), sind sehr viel seltener an schweren Unf√§llen beteiligt. In Kontinentaleuropa sind PKW mit dem Lenkrad auf der rechten Seite statistisch gesehen sicherer. Dies wird vor allem auf den Umstand zur√ľckgef√ľhrt, dass der Fahrer in solchen Fahrzeugen auf der ‚Äěfalschen‚Äú Seite sitzt und somit an riskanten √úberholman√∂vern und Raserei gehindert wird. In Gro√übritannien, wo mehr Kraftfahrzeuge vom europ√§ischen Festland unterwegs sind, ist dieser Effekt sp√ľrbarer als in L√§ndern wie Deutschland, in denen nur wenige Fahrzeuge aus Gro√übritannien/Irland unterwegs sind.

Fahrzeuge

‚Üí Hauptartikel: Rechtslenker

Position des Fahrersitzes beim Linksverkehr

Beim Kraftfahrzeug sitzt der Fahrer in der Regel zur Stra√üenmitte hin, um besser die √úbersicht √ľber den entgegenkommenden Stra√üenverkehr zu behalten, bei Linksverkehr also rechts. Die √§ltesten motorgetriebenen Fahrzeuge hatten den Fahrersitz noch in der Mitte. F√ľr den Import von Linkslenkern in L√§nder mit Linksverkehr oder umgekehrt wurden je nach Land unterschiedliche Regelungen getroffen.

Es gab oder gibt aber auch Fahrzeuge, deren Fahrersitz auf der gegen√ľberliegenden Seite ‚Äď von der Stra√üenmitte weg ‚Äď platziert ist, um die √úbersicht auf engen Stra√üen, den Stra√üengraben, Mauern oder Hecken zu verbessern. Verbreitet ist das heute zum Beispiel bei Lkw, die vorwiegend auf Gebirgsstrecken eingesetzt werden. Auch Stra√üenreinigungsfahrzeuge haben oft den Fahrersitz auf der der Stra√üenmitte abgewandten Seite, um es dem Fahrer zu erleichtern, den Bordstein im Auge zu behalten. Auch Lkw, die f√ľr die M√ľllabfuhr benutzt werden, sind in Deutschland oft Rechtslenker. Fahrzeuge im gehobenen Chauffeurdienst werden manchmal auch als Rechtslenker bestellt, vor allem bei haupts√§chlicher Nutzung im Stadtverkehr. √úblicherweise sitzt der Fahrgast hinten rechts, sodass der Chauffeur dem Passagier z√ľgiger die Fahrzeugt√ľr √∂ffnen kann.

Ebenfalls existieren Fahrzeuge, bei denen die Fahrerposition gewechselt werden kann, zum Beispiel der Unimog. Dies dient meist jedoch der √úbersicht bei verschiedenen Arbeiten, selten dem Einsatz im Links- und Rechtsverkehr.

Konstruktive Anpassung von Kraftfahrzeugen

Lage des Steuers und der Wischer

Die Konstruktion von Autos der gleichen Marke f√ľr den Links- und Rechtsverkehr erfordert jeweils Anpassungen an die anderen Gegebenheiten, die in unterschiedlich hohem Ausma√ü ausgef√ľhrt sein k√∂nnen.

Entsprechend der Sitzposition des Fahrers m√ľssen die Scheibenwischer gelagert werden. Um zum Beispiel f√ľr einen rechts sitzenden Fahrer ein optimales Sichtfeld auf der rechten Seite zu schaffen, sind die Scheibenwischer in Fahrtrichtung rechts angeschlagen.

Der Kraftstofftank bei den meisten f√ľr Rechtsverkehr konstruierten Autos liegt rechts. So liegt er bei schweren Unf√§llen mit entgegenkommenden Fahrzeugen auf der dem Crashbereich entgegengesetzten Seite. Ein weiterer Grund ist das Tanken bei am Stra√üenrand stehenden Autos. Der Autofahrer, der einen Reservekanister Benzin einf√ľllt, ist auf der sicheren Seite (Seitenstreifen/Stra√üengraben) und ist nicht dem vorbeifahrendem Verkehr ausgesetzt. Bei Autos f√ľr Linksverkehr hingegen liegt er aus demselben Grund links. Eigentlich m√ľsste die Konstruktion des gesamten Autos komplett gespiegelt werden, was aber den meisten Herstellern zu teuer ist.

Auch das Auspuffrohr wird asymmetrisch herausgef√ľhrt. Mit R√ľcksicht auf die Fu√üg√§nger befindet es sich bei Fabrikaten f√ľr den Rechtsverkehr links, bei Fahrzeugen f√ľr den Linksverkehr hingegen rechts. Au√üerdem bietet es Vorteile bei der Sicherheit, die sich erhitzende Abgasanlage weit von dem Kraftstofftank und den Kraftstoffleitungen zu montieren.

Pedalerie: Kupplung, Bremse, Gas

Gas- und Kupplungpedal sind bei Rechts- und Linkslenkern identisch angeordnet. Auch die Gangschaltung ist identisch. Unterschiede gibt es hingegen bei den Bedienhebeln f√ľr Blinker und Scheibenwischer. Manche Hersteller spiegeln die Anordnung, andere wiederum nicht.

Bei japanischen Fahrzeugen, die nach Europa exportiert werden, werden diese √Ąnderungen nicht immer eingeplant. So ist bei fast allen japanischen Modellen die Tankklappe links und oft auch der Auspuff rechts. Umgekehrt nehmen deutsche Hersteller nicht alle n√∂tigen √Ąnderungen vor oder behelfen sich mit ‚ÄěKr√ľcken‚Äú: Beim VW Passat wurden in der ersten Baureihe f√ľr den Rechtslenker die Scheibenwischer und die Technik noch weitgehend gespiegelt: Der Hauptbremszylinder sitzt rechts, hinter dem Bremspedal. In der zweiten Baureihe (Typ 32B) wurden die Scheibenwischer nicht gespiegelt, und die Bremskraft vom Pedal auf der rechten Seite wurde √ľber einen Hebel auf den links sitzenden Hauptbremszylinder umgeleitet.

Die Anordnung der Hebel zur Bedienung von Blinker und Scheibenwischer wird unterschiedlich umgesetzt. In Fahrzeugen europ√§ischer Hersteller ist der Hebel f√ľr Blinker und Fernlicht immer auf der linken Seite des Lenkrades angebracht, in japanischen Modellen hingegen stets auf der fahrzeug√§u√üeren Seite.

Bei kleineren M√§rkten wird auf ‚ÄěFeinheiten‚Äú auch verzichtet: Wegen seiner relativen N√§he zu Japan werden etwa in Palau und im fernen Osten Russlands haupts√§chlich gebrauchte japanische Fahrzeuge (mit Rechtslenkung) gefahren, obwohl in dem Land Rechtsverkehr herrscht.

Fahren im Linksverkehr

Die Umstellung von Rechts- auf Linksverkehr ist schwieriger, als im ersten Moment angenommen wird. Dass bei beiden Fahrzeugtypen das Gaspedal rechts ist, hat den Vorteil, dass es zu keinen kritischen Pedalverwechslungen kommt. Die Bedienelemente f√ľr Blinker und Scheibenwischer sollte man vor Fahrtantritt testen.

Zu beachten ist, dass in den meisten L√§ndern mit Linksverkehr trotzdem Rechts vor links gilt. Bei einer Stra√üeneinm√ľndung von rechts kann ein Fahrzeug im Rechtsverkehr einfach einbiegen, es hat Vorfahrt vor dem von links kommenden Verkehr und muss den Verkehr von rechts nicht beachten, da es dessen Spur nicht kreuzt. Im Linksverkehr ist die Situation anders: Biegt das Fahrzeug links oder rechts ab, muss es immer auf den Verkehr von rechts kommend achten.

Die gr√∂√üte Schwierigkeit ist aber das Sitzen auf der rechten Seite. Man hat kein ‚ÄěGef√ľhl‚Äú mehr f√ľr das Fahrzeug. Statistiken belegen, dass die linke vordere Fahrzeugecke besonders gef√§hrdet ist. Als ge√ľbter Fahrer im Rechtsverkehr sitzt man leicht links der Fahrspurmitte. So h√§lt man ge√ľbten Abstand zum Fahrbahnrand (parkende Autos, Fu√üg√§nger, M√ľlltonnen). Im Linksverkehr f√ľhrt dies dazu, dass man dem Fahrbahnrand ‚Äď nun auf der linken Seite ‚Äď zu nah kommt. Dieses passiert fast unbemerkt. Fahrten mit einem mitschauenden Beifahrer sind hier von Vorteil.

Das kurze Linksabbiegen und weite Rechtsabbiegen sowie das Fahren im Kreisverkehr oder Schalten mit der anderen Hand sind dagegen schnell einge√ľbt.

Einzelne Länder und Territorien

Die ‚ÄěUnited Nations Convention on Road Traffic‚Äú (1949) legt nur fest: ‚ÄěJeglicher Fahrzeugverkehr, der in dieselbe Richtung f√§hrt, soll auf der gleichen Seite der Stra√üe fahren. Diese Seite sollte im ganzen Land einheitlich sein.‚Äú In Kontinentaleuropa gilt seit 1927 die Konvention von Paris, die den Rechtsverkehr vorschreibt. Die Umsetzung war 1967, also nach 40 Jahren, abgeschlossen.

Zu Ländern mit Linksverkehr siehe: Liste der Länder mit Linksverkehr.

Bolivien

In Bolivien gilt Rechtsverkehr, nur auf der gef√§hrlichen Yungas-Stra√üe ist aus Sicherheitsgr√ľnden Linksverkehr vorgeschrieben.

Irland

In Irland herrschten Wagengespanne vor. Im Jahre 1835 wurde mit dem Highway Act der Linksverkehr im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland gesetzlich verankert.

Island

1968 wurde in Island der Rechtsverkehr eingef√ľhrt.

Italien

In Italien wurde ab 1924 auf Rechtsverkehr umgestellt. In der Stadt Mailand waren umfangreiche Arbeiten am Straßenbahnnetz notwendig und die Umstellung erfolgte erst im August 1926. Vorher war es eine Zeit lang so, dass in der Provinz Mailand (außerhalb der Stadt) rechts und in der Stadt links gefahren wurde. Im Bahnverkehr wird in Italien links gefahren.

Japan

In Japan gilt seit jeher Linksverkehr, obwohl es zu keinem Zeitpunkt zum britischen Commonwealth geh√∂rte. Der Grund hierf√ľr wird √ľberwiegend in dem Umstand gesehen, dass Japan bei der Einrichtung seines Schienennetzes im 19. Jahrhundert von britischen Ingenieuren unterst√ľtzt wurde.

Okinawa hatte, als Teil Japans, zun√§chst Linksverkehr. Die amerikanische Besetzung im Jahre 1945 f√ľhrte dann zur Einf√ľhrung des Rechtsverkehrs. Als 1972 die Inselgruppe an Japan zur√ľckgegeben wurde, blieb zun√§chst der Rechtsverkehr. Am 30. Juli 1978 wurde Okinawa dann aber wieder auf Linksverkehr umgestellt.

Kanada

In den Provinzen Ontario und Qu√©bec gab es nie Linksverkehr, weil es urspr√ľnglich franz√∂sische Kolonien waren. Als England Qu√©bec von Frankreich √ľbernahm, wurden der Bev√∂lkerung Zugest√§ndnisse hinsichtlich ihrer Sprache, ihrer althergebrachten Sitten, ihrer Religion, ihres Rechtssystems und auch des Rechtsverkehrs gemacht. Im √ľbrigen Kanada, ehemals britische Kolonien, gab es zun√§chst Linksverkehr. Die Umstellung erfolgte, um den Verkehr innerhalb Kanadas und mit den USA zu vereinheitlichen.

Kanalinseln

Die von der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg besetzten Kanalinseln wechselten in dieser Zeit zum Rechtsverkehr. Nach Ende der Besatzung wurde der Linksverkehr wieder eingef√ľhrt.

Malta

In der ehemaligen britischen Kolonie (Unabhängigkeit 1964) Malta gilt auch heute noch Linksverkehr.

Myanmar

Myanmar (fr√ľhere Namen: Burma und Birma) war bis 1948 britische Kolonie und hatte bis 1970 Linksverkehr. Der Staatschef Ne Win hatte 1970 einen Traum, der ihn zur Umstellung auf den Rechtsverkehr bewog. Alle alten Fahrzeuge und auch die meisten modernen Autos (japanische Gebrauchtwagen) sind jedoch auch heute noch mit Rechtssteuerung versehen.

Nordkorea

Bis 1945 war das Staatsgebiet des heutigen Nordkoreas ein Teil Japans. Damit hatte es bis 1945 Linksverkehr. Danach war bis 1948 das Gebiet von der Sowjetunion besetzt, die die Einf√ľhrung des Rechtsverkehrs durchsetzten.

√Ėsterreich

Besonders kompliziert war die Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr in √Ėsterreich. Jahrelang gab es keine einheitliche Regelung f√ľr das ganze Land, sondern eine Links- und eine Rechtsfahrzone. In f√ľnf Etappen wurde von 1921 bis 1938 auf Rechtsverkehr umgestellt.

√Ėsterreich-Ungarn kehrte nach Napoleons Niederlage zum Linksverkehr zur√ľck ‚Äď allerdings mit Ausnahme der damaligen Kronl√§nder Tirol (dazu z√§hlte auch Vorarlberg), Dalmatien, Krain und K√ľstenland. 1915 wurde generell der Linksverkehr eingef√ľhrt ‚Äď also auch in Tirol und Vorarlberg. Das stie√ü dort auf Widerstand in der Bev√∂lkerung. Deswegen durfte Vorarlberg schon am 21. August 1921 wieder zum Rechtsverkehr zur√ľckkehren. Dieses Bundesland war damals aber nur durch zwei Passstra√üen mit dem Rest des Landes verbunden. 1927 wurde festgelegt, den Verkehr in Kontinentaleuropa einheitlich rechts zu f√ľhren. Das √∂sterreichische Parlament fasste 1929 den Beschluss, ab 1932 in ganz √Ėsterreich rechts zu fahren. Tirol wollte den Beschluss sofort umsetzen, in Wien gab es erhebliche Bedenken, weil umfangreiche Arbeiten am Stra√üenbahnsystem n√∂tig waren.

Deshalb wurde der Rechtsverkehr am 2. April 1930 nur im Westen √Ėsterreichs eingef√ľhrt, n√§mlich in Tirol (ohne Osttirol) und im Westen des Bundeslands Salzburg. Die genaue Grenze verlief bei Lend, √∂stlich der Einm√ľndung des Gasteinertals in das Salzachtal. Durch diese Grenzziehung gab es √∂sterreichweit nur eine einzige Stra√üe, auf der die Fahrseite gewechselt werden musste.

K√§rnten und Osttirol stellten am 15. Juli 1935 auf Rechtsverkehr um. Am 1. Juli 1938, nach dem ‚ÄěAnschluss‚Äú an das Deutsche Reich trat die deutsche Stra√üenverkehrsordnung in ganz √Ėsterreich in Kraft. F√ľr Nieder√∂sterreich und Wien, das n√∂rdliche Burgenland und Teile der n√∂rdlichen Steiermark gab es aber wiederum eine Ausnahmeregelung. Wien und die umliegenden Gebiete wechselten erst am 19. September 1938 auf die rechte Stra√üenseite.

Bis heute gibt es √ľbrigens keine einheitliche Regelung f√ľr den √∂sterreichischen Bahnverkehr: Auf einigen Strecken wird links, auf anderen rechts gefahren, wobei der Rechtsverkehr bzw. ein Gleiswechselbetrieb auf immer mehr Strecken eingef√ľhrt wird. Seit 1909 wird st√ľckweise von Links- auf Rechtsfahren umgestellt, zuletzt 1991 mit Amstetten-Wien Westbahnhof auch der (zeitlich) letzte Teil der Westbahn.

Samoa

In Samoa wurde am 7. September 2009 um 6 Uhr gegen den Widerstand gro√üer Teile der Bev√∂lkerung der bestehende Rechts- auf Linksverkehr umgestellt. Begr√ľndet wurde dies von der Regierung, nicht teure US-amerikanische Fahrzeuge einf√ľhren zu m√ľssen, sondern auf g√ľnstigere japanische, australische oder auch neuseel√§ndische Importe bzw. Gebrauchtwagen zur√ľckgreifen zu k√∂nnen, welche aber das Steuer auf der rechten Seite haben.[1] Damit sich die Fahrer an den Linksverkehr gew√∂hnen k√∂nnen, wurden zwei Feiertage gegeben und ein Alkoholverbot verh√§ngt.

Schweden

Bis 1967 herrschte in Schweden Linksverkehr, während die Nachbarländer Norwegen, Finnland, aber auch Dänemark immer Rechtsverkehr hatten. Die Situation wurde noch dadurch erschwert, dass die Lenksäulen schwedischer Autos auf der linken Seite eingebaut waren.

Die Regierung lie√ü das Problem 1955 durch eine Kommission untersuchen. Diese veranschlagte 2,7 Millionen Kronen f√ľr eine Umstellung auf Rechtsverkehr, 500.000 Kronen allein f√ľr Informationsmaterial. Sodann lie√ü die Regierung das Volk per Volksabstimmung entscheiden, bei der aber nur 15,5 % der Bev√∂lkerung f√ľr einen √úbergang zum Rechtsverkehr votierten. Eine der h√§ufigsten Begr√ľndungen gegen die Umstellung war das bequeme Aus- und Einsteigen zum B√ľrgersteig hin. Im Laufe der Zeit √§nderte sich jedoch die √∂ffentliche Meinung, und so erlangte ein Antrag, Rechtsverkehr einzuf√ľhren, 1963 im schwedischen Reichstag die Mehrheit. In Folge wurde das Gesetz zur Umstellung vom Links- auf Rechtsverkehr verabschiedet, das am 3. September 1967, dem sogenannten Dagen H, in Kraft trat.

Die Umstellung auf den Rechtsverkehr war der Grund f√ľr die Einstellung der Stra√üenbahn in mehreren schwedischen St√§dten: Dort, wo die Waggons nur T√ľren auf einer Seite hatten, h√§tte man neben der Umstellung von Weichen und Haltestellen auch entweder die T√ľren der vorhandenen, damals schon √§lteren Waggons umbauen m√ľssen oder es w√§re ein komplett neuer Wagenpark anzuschaffen gewesen. Beides empfand man als zu teuer. Entweder wurde die Stra√üenbahn sp√§testens mit dem Tag der Umstellung stillgelegt, etwa der Gro√üteil des Netzes in Stockholm, oder sie wurde, wie etwa in Malm√∂, noch einige Jahre mit den Waggons weiterbetrieben, bei denen die T√ľren nunmehr auf der falschen Seite waren, bald aber auch stillgelegt. G√∂teborg und Norrk√∂ping sind, abgesehen von zwei Vorortlinien im Gro√üraum Stockholm, die einzigen St√§dte in Schweden, die auch nach Umstellung auf Rechtsverkehr ihre Stra√üenbahn langfristig behalten haben.

Slowakei

In der Tschechoslowakei wurde traditionell links gefahren. Um 1925 wurde jedoch die Konvention von Paris angenommen und der Plan gefasst, ‚Äěinnerhalb einer angemessenen Zeit‚Äú umzustellen. 1931 wurde dieses auf eine F√ľnfjahresfrist konkretisiert, was aber ohne Folgen blieb. Im November 1938 beschloss das Parlament die Umstellung zum 1. Mai 1939.

S√ľdkorea

Bis 1945 war das Staatsgebiet des heutigen S√ľdkoreas ein Teil Japans. Damit hatte es bis 1945 Linksverkehr. Danach war bis 1948 das Gebiet von den Amerikanern besetzt, die die Einf√ľhrung des Rechtsverkehrs durchsetzten.

Tschechien

In der Tschechoslowakei wurde traditionell links gefahren. Um 1925 wurde jedoch die Konvention von Paris angenommen und der Plan gefasst ‚Äěinnerhalb einer angemessenen Zeit‚Äú umzustellen. 1931 wurde dieses auf eine F√ľnfjahresfrist konkretisiert, was aber ohne Folgen blieb. Im November 1938, (kurz nach der Besetzung des Sudetenlandes), beschloss das Parlament die Umstellung zum 1. Mai 1939. In Wochenschauaufnahmen vom Einmarsch der Wehrmacht am 15. M√§rz 1939 ist ein Hinweisschild ‚ÄěIn Prag wird links gefahren!‚Äú zu sehen, w√§hrend auf der Landstra√üe rechts gefahren wird.

Ungarn

Als Ungarn 1941 auf Seiten der Achsenmächte in den Krieg gegen die Sowjetunion eintrat, wechselte es zum Rechtsverkehr.

Vereinigte Staaten

Die Vereinigten Staaten hatten als ehemalige britische Kolonie vermutlich zunächst Linksverkehr. Trotzdem ist umstritten, ob der Linksverkehr in den amerikanischen Kolonien weit verbreitet war. Nach der Unabhängigkeit schrieb man schrittweise Rechtsverkehr fest.

Die gesetzliche Festlegung auf Rechtsverkehr erfolgte in:

  • Pennsylvania 1792
  • New York 1804
  • New Jersey 1813.

Ob es sich zu dieser Zeit um einen Wechsel vom Linksverkehr handelte oder ob nur die bestehende Praxis festgeschrieben wurde, ist unbekannt.

Im fr√ľhen 20. Jh. hatten amerikanische Autos ihr Lenkrad auf der rechten Seite.

Eine Ausnahme stellen die Inseln Saint Croix, Saint John und Saint Thomas dar, die zu den Amerikanischen Jungferninseln in der Karibik (Kleine Antillen) gehören. Die Inselgruppe gehört als nichtinkorporiertes US-amerikanisches Außengebiet zu den USA. Die Inseln sind das einzige Territorium der USA mit Linksverkehr.

Vereinigtes Königreich

Im Vereinigten Königreich herrschten Wagengespanne vor. Im Jahre 1835 wurde mit dem Highway Act der Linksverkehr im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland gesetzlich verankert.

Falklandinseln

W√§hrend der argentinischen Besetzung der Falklandinseln 1982 wurde Rechtsverkehr angeordnet, dem sich jedoch die Bev√∂lkerung h√§ufig widersetzte. Nach der R√ľckeroberung wurde der Linksverkehr fortgesetzt.

Volksrepublik China

Die Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao haben, anders als das Festlandchina, Linksverkehr. Am Grenz√ľbergang Lok Ma Chau zwischen Hongkong und Shenzhen √ľberkreuzen sich die beiden Fahrbahnen mit einem √úberwerfungsbauwerk. An der Lotus Bridge nach Macao wird der Stra√üenverkehr √ľber eine 360¬į-Schleife in den Rechtsverkehr √ľberf√ľhrt (full changeover system) (22¬į 8‚Ä≤ 25‚Ä≥ N, 113¬į 32‚Ä≤ 48‚Ä≥ O22.140138888889113.54656944444).

Umstellung von Verkehrsformen

Die Umstellung von Links- auf Rechtsverkehr (oder andersherum) ist heute sehr aufwendig und teuer. Daf√ľr ist zu einem bestimmten Zeitpunkt schlagartig die Umstellung s√§mtlicher Verkehrsteilnehmer notwendig. Au√üerdem m√ľssen zahlreiche Stra√üeneinrichtungen angepasst werden, Verkehrszeichen auf die andere Stra√üenseite versetzt werden, Autobahnkreuze, Hochstra√üen und anderes in vielen F√§llen umgebaut werden, da die Kreuzungseinrichtungen, Auf- und Abfahrten auf eine Verkehrsform abgestimmt sind; Gleiches gilt f√ľr Verkehrskonzepte und Lichtsignalanlagen mitsamt Steuerungen. Wegen dieses hohen Aufwandes war vor √ľber vierzig Jahren Schweden das letzte gr√∂√üere Land, das eine Umstellung vorgenommen hat.

Legenden zum Ursprung

√úber den Ursprung von Links- und Rechtsverkehr gibt es viele Legenden, die durch historische Quellen nicht gesichert sind:

  • Die Begegnung Bewaffneter auf einer Stra√üe wird gerne als Erkl√§rung f√ľr den Linksverkehr herangezogen: Danach ist es wegen der √ľberwiegenden Rechtsh√§ndigkeit des Menschen sicherer, sich mit der bewaffneten, rechten Seite, also im Linksverkehr, zu n√§hern, um einen potentiellen Angriff effizienter abwehren zu k√∂nnen. Das Drohen von Gefahr von seitlich, aus dem die Stra√üe begleitenden Geb√ľsch spricht wieder f√ľr Rechtsverkehr.
  • Andererseits k√§mpften Ritter in Ritterturnieren im Rechtsverkehr. Sie ritten also mit ihren linken Schultern aneinander vorbei und richteten die rechts getragenen Lanze √ľber den Hals des Pferdes nach vorne links auf den Gegner. Dazu gibt es zeitgen√∂ssische Abbildungen.
  • Streitwagen k√§mpften aus dem gleichen Grund im ‚ÄěLinksverkehr‚Äú, da der Streitwagenlenker oder der mitfahrende K√§mpfer die Waffe mit der rechten Hand auf der rechten Wagenseite geschickter einsetzen konnten. Trotz dieser Theorie verliefen aber die Wagenrennen im antiken Rom im Circus Maximus links herum. Die Relevanz dieser Beobachtung f√ľr allt√§glichen Stra√üenverkehr ist aber gering: Im Circus Maximus gab es keinen Gegenverkehr.
  • Das Besteigen eines Pferdes f√§llt einem bewaffneten Krieger, der das Schwert links am G√ľrtel tr√§gt, auf der linken Seite des Pferdes wesentlich leichter. Ein Reiter, der sein Pferd auf der linken Stra√üenseite ‚Äěgeparkt‚Äú hat, kann gefahrlos vom Stra√üenrand her aufsteigen, ohne vom Stra√üenverkehr ‚Äěerfasst‚Äú zu werden. Jedenfalls besteigt man noch heute Pferde ‚Äď und Fahrr√§der ‚Äď traditionell von links.
  • Napoleon habe in Frankreich den Rechtsverkehr eingef√ľhrt, weil sich die rechts getragenen Hellebarden seiner Truppen beim Linksverkehr immer verhakten. Hellebarden aber waren zu Napoleons Zeiten keine Milit√§rwaffen mehr.
  • Das Rechtsfahrgebot Napoleons komme daher, dass Napoleon Linksh√§nder war.
  • Napoleon habe gewollt, dass ‚Äď mit Hilfe der von den Montgolfier-Br√ľdern neu erfundenen Hei√üluftballons ‚Äď die franz√∂sischen Truppen beim Marschieren gut erkennbar w√§ren. Alle anderen Truppen marschierten links. Also habe Napoleon befohlen, dass seine Truppen rechts marschieren. Die Anzahl der Ballonbeobachtungen franz√∂sischen Milit√§rs d√ľrfte sich aber in engen Grenzen bewegt haben.
  • Das gemeine Volk ging schon immer rechts aneinander vorbei, aber unter Aristokraten galt es als vornehmer, links aneinander vorbeizugehen. So wurden in England die Verkehrsregeln im Linksverkehr festgesetzt, in Frankreich jedoch wechselte man in der Revolution zum im Volk √ľblichen Rechtsverkehr.[2]
  • Europaweit habe aufgrund eines p√§pstlichen Dekretes aus dem Jahr 1300 Linksverkehr geherrscht. In Auflehnung gegen den Papst sei in einigen L√§ndern der Rechtsverkehr eingef√ľhrt worden. Ein solches p√§pstliches Dekret existiert aber nicht. Im Gegenteil erlie√ü Papst Bonifatius VIII. im Jubeljahr 1300 eine Anordnung f√ľr Pilger auf der Engelsbr√ľcke, die sich auf dem Weg zum Petersdom befanden, sich auf der rechten Seite zu halten.

Andere Verkehrsträger

Der Oberleitungsbus Mérida verkehrt im Linksverkehr auf einer abgetrennten Sondertrasse in der Mitte einer Straße mit Rechtsverkehr
Die Stra√üenbahn in Z√ľrich beim √úbergang vom Linksverkehr zum Rechtsverkehr

In der Schifffahrt gilt international Rechtsverkehr.

Im Luftverkehr sind Ausweichregeln festgelegt.

Eisenbahnverkehr: Je nach Land und Eisenbahngesellschaft oder Geschichte eines Streckenteils unterschiedlich. Siehe hierzu Fahrordnung in den einzelnen Ländern.

Bestimmte Busway-Systeme (auch Bus Rapid Transport beziehungsweise kurz BRT genannt) setzen ebenfalls auf eine abweichende Fahrordnung. Urs√§chlich hierf√ľr ist die Verwendung von mittigen Bussteigen, diese sind beim Bau g√ľnstiger als die Errichtung zweier au√üen liegender Bussteige, mit Fahrzeugen die die Einstiege rechts haben, also bei sonst √ľblichem Rechtsverkehr zum nahen Fahrbahnrand hin. Beispiele hierf√ľr sind der Oberleitungsbus M√©rida in Venezuela, der Oberleitungsbus Quito in Ecuador und der Metrob√ľs Istanbul in der T√ľrkei.[3] Auch beim im Aufbau befindlichen Obus-System in Barquisimeto (ebenfalls Venezuela) wird dies der Fall sein. Voraussetzung f√ľr dieses Prinzip sind vom √ľbrigen Verkehr baulich abgetrennte Busfahrstreifen.

Aus dem gleichen Grund (Verwendung von Mittelbahnsteigen) verkehren auch die Stra√üenbahn Z√ľrich im Bereich der Tunnelstrecke Milchbuck‚ÄďSchwamendingen und die Metrotram Wolgograd im Linksverkehr.

Siehe auch

Literatur

  • Peter Kincaid: The Rule of the Road. An International Guide to History and Practice, Greenwood Press, New York 1986, ISBN 0-313-25249-1 (englisch)

Weblinks

 Commons: Links-/Rechtsverkehr ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Urs W√§lterlin: Von Rechts- auf Linksverkehr: Samoa wechselt die Seite. Basler Zeitung, 7. September 2009, abgerufen am 7. September 2009. Erg√§nzende Informationen enth√§lt die Berliner Zeitung vom 8. September 2009 (S. 28).
  2. ‚ÜĎ Wer links f√§hrt und geht, kann leichter den Degen ziehen, 17. Oktober 2003, zuletzt aktualisiert am 26. M√§rz 2009
  3. ‚ÜĎ Der Metrob√ľs im Linksverkehr englische Internetseite der Istanbuler Verkehrtbetriebe

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