Liste der PrÀsidenten der Vereinigten Staaten

ï»ż
Liste der PrÀsidenten der Vereinigten Staaten
Siegel des PrÀsidenten der Vereinigten Staaten
Alle lebenden US-PrÀsidenten, von links: George Bush, Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton, Jimmy Carter im Oval Office am 7. Januar 2009

Die Liste der PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten fĂŒhrt die StaatsoberhĂ€upter in der Geschichte der Vereinigten Staaten vollstĂ€ndig auf. Neben allen Personen, die das Amt als PrĂ€sident der Vereinigten Staaten nach Inkrafttreten der amerikanischen Verfassung von 1789 innehatten, sind auch die entsprechenden VizeprĂ€sidenten verzeichnet.

Die Nummerierung bezieht sich dabei auf die fortlaufende Zahl der PrĂ€sidenten und nicht auf die Zahl der Amtszeiten. Wenn also ein PrĂ€sident zwei (oder mehr) Amtszeiten in Folge absolvierte, wird er dennoch nur einmal aufgefĂŒhrt. Eine Ausnahme gilt bezĂŒglich Grover Cleveland, der als bisher einziger PrĂ€sident zwei Amtszeiten absolvierte, die nicht direkt aufeinander folgten. Er wird daher als 22. und als 24. PrĂ€sident gefĂŒhrt, und entsprechend hat die Liste fĂŒr 43 PrĂ€sidenten 44 EintrĂ€ge.

Nach RĂŒcktritt, Todesfall oder Amtsenthebung des PrĂ€sidenten rĂŒckt der VizeprĂ€sident fĂŒr den Rest der Amtszeit zum PrĂ€sidentenamt auf, und die Nummerierung wird fortgesetzt. Insgesamt ist dies bisher in neun FĂ€llen geschehen. Acht PrĂ€sidenten starben im Amt (Harrison 1841, Taylor 1850, Lincoln 1865, Garfield 1881, McKinley 1901, Harding 1923, Roosevelt 1945 und Kennedy 1963), wobei Lincoln, Garfield, McKinley und Kennedy ermordet wurden. Der neunte PrĂ€sident, auf den sein VizeprĂ€sident folgte, war Nixon, der 1974 als PrĂ€sident zurĂŒcktrat.

WĂ€hrend des Amerikanischen BĂŒrgerkriegs war Jefferson Davis von 1861 bis 1865 PrĂ€sident der Konföderierten Staaten von Amerika; er wird nicht als PrĂ€sident der Vereinigten Staaten gezĂ€hlt.

Zur besseren Übersicht ist die Liste in drei Abschnitte gegliedert:

  • Vom UnabhĂ€ngigkeitskrieg bis zum BĂŒrgerkrieg (1789–1861)
  • Vom BĂŒrgerkrieg bis zum Zweiten Weltkrieg (1861–1945)
  • Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (ab 1945)

Die Farben in der ersten Spalte stehen fĂŒr die jeweilige Parteizugehörigkeit des PrĂ€sidenten; eine Farblegende findet sich am Ende der Tabelle. Die Lebensdaten des jeweiligen PrĂ€sidenten befinden sich in Klammern unter den Namen.

Inhaltsverzeichnis

Vom UnabhĂ€ngigkeitskrieg bis zum BĂŒrgerkrieg (1789–1861)

Nr. PrÀsident
(Lebensdaten)
Partei Dauer der PrÀsidentschaft Nr. der Amtszeit VizeprÀsident
1 Gilbert Stuart Williamstown Portrait of George Washington.jpg George Washington
(1732–1799)
parteilos 30. April 1789
 4. MĂ€rz 1797
1. John Adams Johnadamsvp.flopped.jpg
2.
Washington ist der erste PrĂ€sident nach dem UnabhĂ€ngigkeitskrieg und gilt als „Vater der amerikanischen Nation“. Mit seiner AmtsfĂŒhrung setzt er MaßstĂ€be und schafft PrĂ€zedenzfĂ€lle, die fĂŒr alle weiteren PrĂ€sidentschaften prĂ€gend sind. Zu seinen Leistungen zĂ€hlt die Errichtung einer funktionsfĂ€higen Bundesregierung und der Aufbau eines Kabinetts. Gleichwohl ist seine Politik nicht immer glĂŒcklich: Eine Steuer auf Alkohol fĂŒhrt zur Whiskey-Rebellion und politisch ist der Jay-Vertrag höchst umstritten. Washington befĂŒrwortet in den europĂ€ischen Koalitionskriegen eine neutrale Haltung und setzt diese Politik auch in der Citizen GenĂȘt-AffĂ€re gegen eine starke pro-französische Stimmung in der Bevölkerung durch. Durch seinen Entschluss auf eine dritte Amtszeit zu verzichten, bindet er â€“ bis auf Franklin D. Roosevelt â€“ alle seine Nachfolger an diese Vorgabe der nur einmaligen Wiederwahl.
2 Johnadamsvp.flipped.jpg John Adams
(1735–1826)
Föd.  4. MĂ€rz 1797
 4. MĂ€rz 1801
3. Thomas Jefferson 02 Thomas Jefferson 3x4.jpg
Die PrĂ€sidentschaft von John Adams ist innenpolitisch von Intrigen und politischen ZĂ€nkereien geprĂ€gt, die in der Herausbildung des Zweiparteiensystems begrĂŒndet sind. Der Quasi-Krieg mit Frankreich und die XYZ-AffĂ€re zeigen, dass eine Verwicklung in die europĂ€ischen Kriege kaum noch abwendbar ist. Zur Landesverteidigung setzt Adams mit den Alien and Sedition Acts erhebliche EinschrĂ€nkungen der demokratischen Rechte durch, steigert die MilitĂ€rausgaben und ordnet die GrĂŒndung des Marineministeriums an. Seine grĂ¶ĂŸte Leistung ist die Vermeidung des scheinbar unabwendbaren Krieges durch Verhandlungen mit Talleyrand und gegen den Widerstand in der eigenen Partei.
3 T Jefferson by Charles Willson Peale 1791 2.jpg Thomas Jefferson
(1743–1826)
Demokr.-
Rep.
 4. MĂ€rz 1801
 4. MĂ€rz 1809
4. Aaron Burr AaronBurr.jpg
5. George Clinton George clinton.jpg
Die Wahl Jeffersons zum PrĂ€sidenten erfolgt wegen eines Patts im Electoral College durch das ReprĂ€sentantenhaus. Ein Ergebnis der umstrittenen Wahl sind das wegweisende Urteil zur Verfassungsgerichtsbarkeit und der Verfassungszusatz zur PrĂ€sidentschaftswahl. Mit dem Louisiana Purchase wird die französische Kolonie Louisiana erworben, die daraufhin entsandte Lewis-und-Clark-Expedition ist die erste Überlandexpedition von KĂŒste zu KĂŒste und Jefferson bewilligt die Mittel fĂŒr die erste Nationalstraße. Mit dem Tripolitanischen Krieg wird erstmals eine militĂ€rische Auseinandersetzung außerhalb der eigenen Grenzen gefĂŒhrt. Der Embargo Act, der Großbritannien und Frankreich friedlich zwingen soll, die NeutralitĂ€t zu respektieren, ist ein außergewöhnlicher Misserfolg, der vor allem den amerikanischen Handel völlig lĂ€hmt.
4 James Madison.jpg James Madison
(1751–1836)
Demokr.-
Rep.
 4. MĂ€rz 1809
 4. MĂ€rz 1817
6. George Clinton
nicht besetzt (verstorben)
7. Elbridge Gerry 05 Elbridge Gerry 3x4.jpg
nicht besetzt (verstorben)
Louisiana wird als erster Bundesstaat aus den ehemaligen Louisiana-Territorien neu aufgenommen. Die jahrelangen Spannungen zwischen den USA und Großbritannien fĂŒhren zum Britisch-Amerikanischen Krieg, wobei der Versuch der Amerikaner, in Kanada einzumarschieren und die britische Kolonie zu erobern, klĂ€glich scheitert. Im Gegenteil gelingt den Briten die vorĂŒbergehende Besetzung Washingtons und sie brennen das Weiße Haus und das Kapitol nieder. Mit dem Frieden von Gent wird der „status quo ante bellum“ wiederhergestellt und Westflorida den Vereinigten Staaten zuerkannt. Als positives Ergebnis des Krieges stehen eine grĂ¶ĂŸere industrielle UnabhĂ€ngigkeit und ein schnelleres Wirtschaftswachstum. Zum Ende seiner zwei Amtszeiten wird ein erstes Zollgesetz verabschiedet, das mit Schutzzöllen die heimische Wirtschaft stĂ€rken soll.
5 Jamesmonroe-npgallery.jpg James Monroe
(1758–1831)
Demokr.-
Rep.
 4. MĂ€rz 1817
 4. MĂ€rz 1825
8. Daniel D. Tompkins 06 Daniel Tompkins 3x4.jpg
9.
Monroe ist der letzte PrĂ€sident, der die amerikanische Revolution noch aus eigenem Erleben kennt und die Zeit der PrĂ€sidentschaft gilt als „Era of Good Feeling“. Der erste Seminolenkrieg fĂŒhrt zu weiteren Gebietsgewinnen, jĂ€hrlich abwechselnd treten ein Nordstaat und ein SĂŒdstaat dem Bund bei: Indiana, Mississippi, Illinois, Alabama, Maine und nachdem ein Kompromiss in Fragen der Sklavenhaltung gefunden wird, wird auch Missouri Bundesstaat. Die spanische Kolonie Florida wird erworben und die Monroe-Doktrin gibt den außenpolitischen Kurs Amerikas fĂŒr die folgenden Jahrzehnte vor. Die GrĂŒndung des Bureau of Indian Affairs fĂŒhrt zu einer Abkehr von der bisherigen Indianerpolitik, nach der die Indianer bis dato als rechtmĂ€ĂŸige Bewohner Amerikas anerkannt worden waren. Mit der Wirtschaftskrise von 1819 entwickelt sich die erste grĂ¶ĂŸere amerikanische Wirtschaftskrise, der die Regierung wenig entgegenzusetzen hat.
6 John Quincy Adams.jpg John Quincy Adams
(1767–1848)
Demokr.-
Rep.
 4. MĂ€rz 1825
 4. MĂ€rz 1829
10. John C. Calhoun 07 John Calhoun 3x4.jpg
Weil bei der PrĂ€sidentschaftswahl keiner der Kandidaten die Mehrheit im Electoral College erhĂ€lt, entscheidet das ReprĂ€sentantenhaus die Wahl des PrĂ€sidenten. John Q. Adams ist der erste PrĂ€sident, dessen Vater (John Adams) bereits dieses Amt bekleidete. Der Sohn liefert eine Politik ohne große Höhepunkte und die Amtszeit ist glĂŒck- und glanzlos. Einzig die PlĂ€ne fĂŒr eine weitere transkontinentale Ausbreitung der Staaten mit Kanal- (Eriekanal und Illinois Waterway) und Eisenbahnprojekten (Baltimore and Ohio Railroad) bleiben als prĂ€sidiale Leistungen.
7 Andrew Jackson.jpg Andrew Jackson
(1767–1845)
Demokr.  4. MĂ€rz 1829
 4. MĂ€rz 1837
11. John C. Calhoun
nicht besetzt (zurĂŒckgetreten)
12. Martin Van Buren 08 Martin Van Buren 3x4.jpg
Jackson gilt als der erste „VolksprĂ€sident“, weil er zum einen aus schlichten VerhĂ€ltnissen stammt und zum anderen seine PopularitĂ€t bei den einfachen WĂ€hlern enorm ist. Bei seiner AmtseinfĂŒhrung ist er der erste PrĂ€sident, der das Spoils-System einfĂŒhrt, also die personelle Neubesetzung von Ämtern der Bundesbehörden betreibt. Der entstehende Abolitionismus fĂŒhrt zu ernsten Meinungsverschiedenheiten zwischen Nord- und SĂŒdstaaten, die sich auch in der Nullifikationskrise zeigen. Arkansas und Michigan treten als Bundesstaaten bei. Mit dem Indian Removal Act wird die gesetzliche Grundlage zur Zwangsumsiedlung der östlich des Mississippi lebenden Indianer geschaffen. Sein Veto gegen die VerlĂ€ngerung der Charta der Zentralbank, vor allem aber seine Rede zur BegrĂŒndung zĂ€hlen zu den Höhepunkten amerikanisch-demokratischer Tradition.
8 Martin Van Buren edit.jpg Martin Van Buren
(1782–1862)
Demokr.  4. MĂ€rz 1837
 4. MĂ€rz 1841
13. Richard Johnson 09 Richard Johnson 3x4.jpg
Martin Van Buren ist der erste PrĂ€sident, der als US-amerikanischer StaatsbĂŒrger geboren worden ist. Bei ihm handelt es sich â€“ vor George Bush â€“ um den letzten VizeprĂ€sidenten, der aus dieser Position heraus in das Amt des PrĂ€sidenten gewĂ€hlt worden ist. Die Wirtschaftskrise von 1837 ist eine der schwersten in der Geschichte der USA und die Caroline/McLeod-AffĂ€re fĂŒhrt zu einer erneuten bewaffneten Auseinandersetzung mit Großbritannien. Auf dem Pfad der TrĂ€nen sterben bei einer Zwangsumsiedlung ca. 4.000 der 10.000 in das Reservat aufgebrochenen Indianer und weitere zwangsweise Umsiedlungen fĂŒhren zum 2. Seminolenkrieg.
9 William Henry Harrison.jpg William Henry Harrison
(1773–1841)
Whig  4. MĂ€rz 1841
 4. April 1841
14. John Tyler John Tyler.jpg
Harrison ist der erste US-PrĂ€sident, der wĂ€hrend seiner Zeit im Amt verstirbt und durch den amtierenden VizeprĂ€sidenten ersetzt wird. Mit einem Monat ist diese PrĂ€sidentschaft die kĂŒrzeste der US-Geschichte.
10 John Tyler.jpg John Tyler
(1790–1862)
Whig  4. April 1841
 4. MĂ€rz 1845
14. nicht besetzt (aufgerĂŒckt)
Die Bedeutung dieser PrĂ€sidentschaft erschöpft sich im Wesentlichen in dem PrĂ€zedenzfall der AmtsĂŒbernahme durch den VizeprĂ€sidenten. Tyler stellt sich auf den Standpunkt, er habe nicht nur die Rechte und Pflichten eines PrĂ€sidenten ĂŒbernommen, sondern er sei PrĂ€sident geworden. Die verfassungsrechtliche Grundlage fĂŒr den tatsĂ€chlichen Übergang der PrĂ€sidentschaft ist erst 1965 durch den 25. Verfassungszusatz geschaffen worden.
11 Polkpolk.jpg James K. Polk
(1795–1849)
Demokr.  4. MĂ€rz 1845
 4. MĂ€rz 1849
15. George M. Dallas 11 George Dallas 3x4.jpg
Die Annexion Texas, die den bislang flĂ€chenmĂ€ĂŸig grĂ¶ĂŸten Staat dem Bund zufĂŒhrt, verbunden mit dem Glauben an den „göttlichen Auftrag zur Expansion“ enden im Mexikanischen Krieg. Der Sieg ĂŒber Mexiko manifestiert sich im Vertrag von Guadalupe Hidalgo mit der Landnahme des gesamten SĂŒdwestens. Der Oregon-Kompromiss mit Großbritannien legt die Grenze mit Kanada auf den 49. Breitengrad fest.
12 Zachary Taylor 2.jpg Zachary Taylor
(1784–1850)
Whig  4. MĂ€rz 1849
 9. Juli 1850
16. Millard Fillmore 12 Millard Fillmore 3x4.jpg
Die kurze Amtszeit ist, bis auf den Beginn des Goldrauschs im soeben gewonnenen Gebiet von Kalifornien, recht ereignislos. Taylor ist der zweite PrĂ€sident, der wĂ€hrend der Zeit im Amt eines natĂŒrlichen Todes stirbt.
13 Millard Fillmore.jpg Millard Fillmore
(1800–1874)
Whig  9. Juli 1850
 4. MĂ€rz 1853
16. nicht besetzt (aufgerĂŒckt)
Die Expedition von Matthew Perry zwingt Japan zu einer Öffnung des Landes und der Kompromiss von 1850 als friedlicher Ausgleich zwischen den Interessen der sklavenhaltenden SĂŒdstaaten und des freien Nordens verhindert vorerst die sich abzeichnende Sezession.
14 Franklin Pierce.jpg Franklin Pierce
(1804–1869)
Demokr.  4. MĂ€rz 1853
 4. MĂ€rz 1857
17. William R. King 13 William King 3x4.jpg
nicht besetzt (verstorben)
Der Kansas-Nebraska Act fĂŒhrt zwischen Gegnern und AnhĂ€ngern der Sklaverei beinahe zum BĂŒrgerkrieg. Neben dem erfolgreich verlaufenen Gadsden-Kauf, mit dem Teilgebiete von Arizona und New Mexico erworben werden und dem misslungenen Plan, Kuba zu kaufen oder gewaltsam zu erobern, ist die Amtszeit vor allem durch persönliche Probleme gekennzeichnet.
15 James Buchanan.jpg James Buchanan
(1791–1868)
Demokr.  4. MĂ€rz 1857
 4. MĂ€rz 1861
18. John C. Breckinridge 14 John Breckinridge 3x4.jpg
Die PrĂ€sidentschaft wird als unglĂŒcklich oder auch unfĂ€hig bezeichnet: Die Krise von 1857 schwĂ€cht die gesamte Weltwirtschaft, nach dem Dred-Scott-Urteil steht es jedem Bundesstaat frei, ĂŒber die Sklaverei zu entscheiden und dies fĂŒhrt zur Sezession der ersten SĂŒdstaaten, wobei Buchanan wegen seiner politischen Ansichten und der bereits verlorenen Wiederwahl zum Nichtstun verurteilt ist. Buchanan war bislang der einzige unverheiratete PrĂ€sident.

Vom BĂŒrgerkrieg bis zum Zweiten Weltkrieg (1861–1945)

Nr. PrÀsident
(Lebensdaten)
Partei Dauer der PrÀsidentschaft Nr. der Amtszeit VizeprÀsident
16 Abraham Lincoln head on shoulders photo portrait.jpg Abraham Lincoln
(1809–1865)
Rep.  4. MĂ€rz 1861
15. April 1865
19. Hannibal Hamlin 15 Hannibal Hamlin 3x4.jpg
20. Andrew Johnson 16 Andrew Johnson 3x4.jpg
Lincolns zwei Amtszeiten sind durch den BĂŒrgerkrieg mit den Konföderierten geprĂ€gt. Nach der Sezession von elf sklavenhaltenden SĂŒdstaaten fĂŒhrt Lincoln die Nordstaaten zum Sieg, setzt die Wiederherstellung der Union durch und betreibt die Sklavenbefreiung. Kurz nach Unterzeichnung der Kapitulation von Appomattox wird er von einem fanatischen Sympathisanten der SĂŒdstaaten, dem Schauspieler John Wilkes Booth, erschossen und ist damit der erste PrĂ€sident, der wĂ€hrend seiner Zeit im Amt ermordet wird.
17 President Andrew Johnson standing.jpg Andrew Johnson
(1808–1875)
Unionist 15. April 1865
 4. MĂ€rz 1869
20. nicht besetzt (aufgerĂŒckt)
Die Hauptaufgabe seiner PrĂ€sidentschaft, der Wiederaufbau der SĂŒdstaaten und ihre Wiedereingliederung in die Union (Reconstruction), wird erschwert durch das erste Impeachment der amerikanischen Geschichte, das jedoch nicht zu einer Entfernung aus dem Amt fĂŒhrt. Der von Johnson getĂ€tigte Ankauf von Alaska war seinerzeit höchst umstritten.
18 Ulysses Grant 1870-1880.jpg Ulysses S. Grant
(1822–1885)
Rep.  4. MĂ€rz 1869
 4. MĂ€rz 1877
21. Schuyler Colfax 17 Schuyler Colfax 3x4.jpg
22. Henry Wilson 18 Henry Wilson 3x4.jpg
nicht besetzt (verstorben)
Der ehemalige Oberbefehlshaber der Unionsarmeen hat fĂŒr die Politik weit weniger Begabung als fĂŒr das MilitĂ€r und so bleibt diese PrĂ€sidentschaft zum einen wegen ihrer Korruptionsskandale (Whiskey Ring/Jay Gould/William W. Belknap) und zum anderen wegen der GrĂŒndung des ersten Nationalparks in Erinnerung. Eine von ihm angestrebte dritte Amtszeit verweigert ihm seine Partei mit Verweis auf das Vorbild George Washingtons.
19 President Rutherford Hayes 1870 - 1880 Restored.jpg Rutherford B. Hayes
(1822–1893)
Rep.  4. MĂ€rz 1877
 4. MĂ€rz 1881
23. William A. Wheeler 04936r.jpg
Die PrĂ€sidentschaftswahlen sind von erheblichen UnregelmĂ€ĂŸigkeiten gekennzeichnet. Der Sieg von Hayes wird erst von einer durch den Kongress eingesetzten Kommission festgestellt. In seine Amtszeit fĂ€llt der Beginn des Gilded Age.
20 James Abram Garfield, photo portrait seated.jpg James A. Garfield
(1831–1881)
Rep.  4. MĂ€rz 1881
19. September 1881
24. Chester A. Arthur 20 Chester Arthur 3x4.jpg
Garfield will die Erneuerung des korrumpierten Staates, was ihm jedoch zum VerhÀngnis wird. Nach der Aufdeckung von Schiebungen bei der Stellenvergabe im Postdienst wird er von einem enttÀuschten AnwÀrter namens Charles J. Guiteau angeschossen und stirbt zweieinhalb Monate spÀter an dieser Verletzung.
21 Chester Alan Arthur.jpg Chester A. Arthur
(1829–1886)
Rep. 19. September 1881
 4. MĂ€rz 1885
24. nicht besetzt (aufgerĂŒckt)
Reformen des öffentlichen Dienstes sollen die staatliche Korruption eindĂ€mmen â€“ insgesamt ist dies jedoch eine politisch eher schwache Amtszeit.
22 Grover Cleveland Portrait.jpg Grover Cleveland
(1837–1908)
Demokr.  4. MĂ€rz 1885
 4. MĂ€rz 1889
25. Thomas Hendricks 21 Thomas Hendricks 3x4.jpg
nicht besetzt (verstorben)
In seiner ersten Amtszeit wird die Freiheitsstatue eingeweiht. Cleveland ist der einzige PrĂ€sident, der im Weißen Haus heiratet. Als er 1886, mit 49 Jahren, die 21-jĂ€hrige Frances Folsom ehelicht, kommt es in Washington zum Skandal.
23 Benjamin Harrison Portrait.jpg Benjamin Harrison
(1833–1901)
Rep.  4. MĂ€rz 1889
 4. MĂ€rz 1893
26. Levi P. Morton 22 Levi Morton 3x4.jpg
Unter seiner PrĂ€sidentschaft werden Gesetze zur Regulierung der Wirtschaft, wie der protektionistische McKinley Tariff und der Kartell- und Monopol einschrĂ€nkende Sherman Antitrust Act verabschiedet. Erstmals ĂŒberschreiten die jĂ€hrlichen Ausgaben des Staates die Milliardenschwelle. Harrison ist der einzige PrĂ€sident, der Enkel eines anderen PrĂ€sidenten ist. Sein Großvater William Henry Harrison war der 9. PrĂ€sident der USA.
24 President Grover Cleveland.jpg Grover Cleveland
(1837–1908)
Demokr.  4. MĂ€rz 1893
 4. MĂ€rz 1897
27. Adlai E. Stevenson 23 Adlai E. Stevenson 3x4.jpg
Cleveland ist der einzige PrĂ€sident, der nach einer Unterbrechung erneut in das Amt gewĂ€hlt wird. In seiner zweiten Amtszeit fĂ€llt die Weltausstellung in Chicago und, mit dem Pullman-Streik, der bis dato grĂ¶ĂŸte Arbeiterprotest der amerikanischen Geschichte.
25 Mckinley.jpg William McKinley
(1843–1901)
Rep.  4. MĂ€rz 1897
14. September 1901
28. Garret Hobart Garret A. Hobart three-quarter length portrait.jpg
nicht besetzt (verstorben)
29. Theodore Roosevelt Theodore Roosevelt.jpg
McKinley verfolgt eine imperialistische Politik, die zur Annexion von Hawaii, dem spanisch-amerikanischen Krieg mit der Besetzung der spanischen Kolonien (Kuba, Puerto Rico und Philippinen) sowie zum philippinisch-amerikanischen Krieg fĂŒhrt. Er erhöhte die Schutzzölle und betrieb eine Politik, die auf der Laissez-faire-Theorie beruht. Ein halbes Jahr nach Beginn der zweiten Amtszeit wird er von Leon Czolgosz erschossen.
26 President Theodore Roosevelt, 1904.jpg Theodore Roosevelt
(1858–1919)
Rep. 14. September 1901
 4. MĂ€rz 1909
29. nicht besetzt (aufgerĂŒckt)
30. Charles W. Fairbanks 26 Charles Fairbanks 3x4.jpg
Innen- und außenpolitisch ist der PrĂ€sident um den Ausgleich verschiedenster Interessen bemĂŒht: Er setzt sich fĂŒr die MachtbeschrĂ€nkung der Kartelle ein, empfĂ€ngt mit Booker Washington offiziell den ersten Afroamerikaner im Weißen Haus und grĂŒndet zum Schutz der Natur eine Reihe von Nationalparks. Er erhĂ€lt als erster PrĂ€sident den Friedensnobelpreis fĂŒr seine Vermittlung im russisch-japanischen Krieg. WĂ€hrend seiner ersten Amtszeit wurde der fĂŒr den Weiterbau des Panamakanals entscheidende Hay-Bunau-Varilla-Vertrag abgeschlossen.
27 William Howard Taft.jpg William Howard Taft
(1857–1930)
Rep.  4. MĂ€rz 1909
 4. MĂ€rz 1913
31. James S. Sherman James Sherman, Bain bw photo portrait facing left.jpg
nicht besetzt (verstorben)
Taft bemĂŒhte sich, die von seinem VorgĂ€nger eingeleiteten Reformen zu konsolidieren. Dabei gerĂ€t er in einen innerparteilichen Konflikt zwischen verschiedensten Interessensgemeinschaften. Außenpolitisch setzt er den Kurs der Dollar-Diplomatie fort. Als einziger PrĂ€sident wurde er spĂ€ter Oberster Richter (Chief Justice) der USA.
28 President Woodrow Wilson portrait December 2 1912.jpg Woodrow Wilson
(1856–1924)
Demokr.  4. MĂ€rz 1913
 4. MĂ€rz 1921
32. Thomas Riley Marshall VPthomasrmarshall.JPG
33.
Wilson grĂŒndet im Zuge sozialreformerischer Politik die Bundeshandelskommission und die US-Zentralbank. Außenpolitisch bemĂŒht sich Wilson zunĂ€chst um eine neutrale Position im Ersten Weltkrieg, die erst nach AnkĂŒndigung des „uneingeschrĂ€nkten U-Boot-Kriegs“ und Bekanntwerden der Zimmermann-Depesche zugunsten des Kriegseintritts auf Seiten der Entente aufgegeben wurde. FĂŒr seine BemĂŒhungen um den Völkerbund erhĂ€lt er den Friedensnobelpreis. In seine zweite Amtszeit fĂ€llt auch die landesweite EinfĂŒhrung der Alkoholprohibition.
29 Warren G Harding portrait as senator June 1920.jpg Warren G. Harding
(1865–1923)
Rep.  4. MĂ€rz 1921
 2. August 1923
34. Calvin Coolidge Calvin Coolidge photo portrait head and shoulders.jpg
In seiner nur 27-monatigen Zeit im Amt betreibt Harding eine Politik der Nichteinmischung in den Bereichen Wirtschaft und Soziales. Infolge zahlreicher Skandale, in die auch Mitglieder seiner Regierung verwickelt sind, gilt seine PrÀsidentschaft als wenig erfolgreich. WÀhrend einer Reise durch den Westen stirbt er in San Francisco an einem Schlaganfall.
30 John Calvin Coolidge, Bain bw photo portrait.jpg Calvin Coolidge
(1872–1933)
Rep.  2. August 1923
 4. MĂ€rz 1929
34. nicht besetzt (aufgerĂŒckt)
35. Charles Gates Dawes Charles Dawes, Bain bw photo portrait.jpg
Auch Coolidge ist ein Verfechter des wirtschaftlichen Laissez-faire, ein Merkmal der "Roaring Twenties". Mit dem Johnson-Reed Act wird die Zahl der Einwanderer erstmals einer Quote unterworfen, mit der Federal Radio Commission eine MedienĂŒberwachung installiert und mit dem Briand-Kellogg-Pakt das Verbot des Angriffskrieges völkerrechtlich verankert.
31 HerbertHoover.jpg Herbert Hoover
(1874–1964)
Rep.  4. MĂ€rz 1929
 4. MĂ€rz 1933
36. Charles Curtis 31 Charles Curtis 3x4.jpg
Der „Schwarze Donnerstag“ ist der Auftakt zur Weltwirtschaftskrise, der Hoover mit dem Hoover-Moratorium zu begegnen sucht.
32 FDRin1942.jpg Franklin D. Roosevelt
(1882–1945)
Demokr.  4. MĂ€rz 1933
12. April 1945
37. John N. Garner 32 John Garner 3x4.jpg
38.
39. Henry A. Wallace 33 Henry Wallace 3x4.jpg
40. Harry S. Truman 34 Harry Truman 3x4.jpg
Der New Deal bĂŒndelt die Wirtschafts- und Sozialreformen und mit Hilfe der Works Progress Administration wird die Massenarbeitslosigkeit und -armut ĂŒberwunden. Außenpolitisch vertritt Roosevelt die Linie der Good Neighbor Policy und bemĂŒht sich nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zumindest offiziell um NeutralitĂ€t. Inoffiziell werden die Alliierten frĂŒhzeitig militĂ€risch unterstĂŒtzt (Leih- und Pachtgesetz). Durch den japanischen Angriff auf Pearl Harbor werden die USA zum Kriegseintritt gezwungen. Vielleicht wegen dieser Erfahrung trĂ€gt Franklin Roosevelt erheblich zur GrĂŒndung der Vereinten Nationen bei. Er ist der Einzige, dessen PrĂ€sidentschaft lĂ€nger als zwei Amtszeiten wĂ€hrte. Die zuvor als informelles Prinzip geltende BeschrĂ€nkung wurde erst mit einer VerfassungsĂ€nderung im Jahre 1951 formales Gesetz. Kurz nach der Konferenz von Jalta stirbt Roosevelt im Alter von 63 Jahren an einer Hirnblutung.

Die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg (ab 1945)

Nr. PrÀsident
(Lebensdaten)
Partei Dauer der PrÀsidentschaft Nr. der Amtszeit VizeprÀsident
33 Harry-truman.jpg Harry S. Truman
(1884–1972)
Demokr. 12. April 1945
20. Januar 1953
40. nicht besetzt (aufgerĂŒckt)
41. Alben W. Barkley AlbenBarkley.jpg
Der Krieg endet in Europa wenige Wochen nach Trumans Amtsantritt, im Pazifik erst nach den AtombombenabwĂŒrfen auf Hiroshima und Nagasaki. Die Anti-Hitler-Koalition zerbricht und mit der Berlin-Blockade erreicht der Kalte Krieg einen ersten Höhepunkt. WĂ€hrend der PrĂ€sidentschaft von Truman beginnt die McCarthy-Ära, in der das Komitee fĂŒr unamerikanische Umtriebe Jagd auf tatsĂ€chliche oder vermeintliche Kommunisten macht. Ab 1950 interveniert er im Koreakrieg indem er dem antikommunistischen SĂŒden zur Hilfe kommt, der vom Norden angegriffen wurde. 1953 wird wenig nach seinem Ausscheiden ein Waffenstillstand vereinbart der quasi den Vorkriegszustand wieder herstellt und noch heute gilt. 1952 verzichtet er auf eine erneute Wiederwahl (die zulĂ€ssig gewesen wĂ€re).
34 Dwight D Eisenhower official photograph.jpg Dwight D. Eisenhower
(1890–1969)
Rep. 20. Januar 1953
20. Januar 1961
42. Richard Nixon Richard Nixon, official bw photo, head and shoulders.jpg
43.
Die Eisenhower-Doktrin bedeutet eine weitere VerschÀrfung im Kalten Krieg. Der Koreakrieg endet mit einem Waffenstillstand und der De-facto-Teilung des Landes. Wichtigste Impulsgeber der PrÀsidentschaft sind der Ausbau des nationalen Autobahnnetzes und die Errichtung der NASA als Weltraumbehörde.
35 John F. Kennedy, White House photo portrait, looking up.jpg John F. Kennedy
(1917–1963)
Demokr. 20. Januar 1961
22. November 1963
44. Lyndon B. Johnson 37 Lyndon Johnson 3x4.jpg
Die nur 1036 Tage (34 Monate) wĂ€hrende Zeit, in denen Kennedy PrĂ€sident war, ist geprĂ€gt von entscheidenden außenpolitischen Ereignissen: Das Scheitern der Kuba-Invasion in der Schweinebucht, das beginnende militĂ€rische Engagement im Vietnamkrieg, die Kubakrise wegen der Stationierung sowjetischer Atomraketen, die AnkĂŒndigung der Mondlandung und der Bau der Berliner Mauer. Innenpolitisch bemĂŒht sich Kennedy um Reformen und unterstĂŒtzt die BĂŒrgerrechtsbewegung, die die Aufhebung der Rassentrennung fordert. Am 22. November 1963 wird John F. Kennedy in Dallas ermordet.
36 Lyndon B. Johnson, Honolulu Conference on the Vietnam War C1283-6 original.jpg Lyndon B. Johnson
(1908–1973)
Demokr. 22. November 1963
20. Januar 1969
44. nicht besetzt (aufgerĂŒckt)
45. Hubert H. Humphrey H Humphrey.jpg
Johnson tritt das Amt nach der Ermordung Kennedys im November 1963 an und wird ein Jahr spĂ€ter durch regulĂ€re Wahlen mit großer Mehrheit im Amt bestĂ€tigt. Unter Johnson werden soziale Reformen verabschiedet, so wurde durch mehrere Gesetze wie den Civil Rights Act von 1964 die Rassentrennung abgeschafft und die Gleichberechtigung der Afroamerikaner staatlich gewĂ€hrleistet. Ebenso wird die Zahl der in Armut lebenden US-BĂŒrger halbiert. Allerdings wird die PrĂ€sidentschaft auch durch den Vietnamkrieg geprĂ€gt, gegen den sich zunehmend mehr und mehr Teile der Bevölkerung stellen, da es den US-StreitkrĂ€ften nicht gelingt, den Krieg gegen die kommunistischen Nordvietnamesen siegreich zu beenden. 1968 verzichtete Johnson auf eine weitere Kandidatur, obwohl diese zulĂ€ssig gewesen wĂ€re. Gleichzeitig ließ er Bombenangriffe in Vietnam einstellen.
37 Nixon 30-0316a.jpg Richard Nixon
(1913–1994)
Rep. 20. Januar 1969
 9. August 1974
46. Spiro Agnew Spiro Agnew.jpg
47. Spiro Agnew
nicht besetzt (zurĂŒckgetreten)
Gerald Ford 40 Gerald Ford 3x4.jpg
Weil die von ihm gewĂ€hlte Taktik der FlĂ€chenbombardements keinen Erfolg zeigt, sieht sich Nixon in Vietnam zu einem Friedensschluss gezwungen, der faktisch einer Kapitulation gleichkommt. Diese Situation zwingt ihn zu einer aktiven Entspannungspolitik und er unternimmt GesprĂ€chsreisen nach Moskau und Peking. Die Nixon-Doktrin sieht einen RĂŒckzug aus dem asiatischen Raum vor und definiert die Rolle der USA als die einer Ordnungsmacht im Hintergrund. Innenpolitische Leistungen sind die GrĂŒndung von Amtrak, der nationalen Wetter- und Ozeanbehörde und der Drogenverfolgungsbehörde. Außerdem gelang den USA unter ihm die von Kennedy angekĂŒndigte Mondlandung. Letztlich ist der Name Nixon jedoch dauerhaft mit der Watergate-AffĂ€re verbunden, die zum bisher einzigen RĂŒcktritt eines PrĂ€sidenten gefĂŒhrt hatte. Ein Jahr vor Nixon war bereits sein VizeprĂ€sident Spiro Agnew zurĂŒckgetreten, als dessen Nachfolger wurde Gerald Ford ernannt.
38 Gerald Ford.jpg Gerald Ford
(1913–2006)
Rep.  9. August 1974
20. Januar 1977
47. nicht besetzt (aufgerĂŒckt)
Nelson Rockefeller Nelson Rockefeller.jpg
Ford ist der bisher einzige PrĂ€sident, der nie durch vom Volk bestimmte WahlmĂ€nner gewĂ€hlt oder bestĂ€tigt wurde. Sein VorgĂ€nger als VizeprĂ€sident, Spiro Agnew, tritt wegen einer KorruptionsaffĂ€re zurĂŒck, Nixon ernennt Ford als Nachfolger und als Nixon seinerseits zurĂŒcktreten muss, folgt Ford ihm in das Amt nach. Kontrovers ist die Begnadigung, die Ford Nixon fĂŒr jegliches im Amt mögliche begangene Vergehen erteilt. Ford versucht erfolglos der Rezession und Inflation Herr zu werden. Außenpolitisch verzeichnet er mit dem endgĂŒltigen RĂŒckzug der USA aus Vietnam und der Unterzeichnung der Schlussakte von Helsinki 1975 Erfolge.
39 Jimmy Carter.jpg Jimmy Carter
(*1924)
Demokr. 20. Januar 1977
20. Januar 1981
48. Walter Mondale Waltermondaleasdiplomat.jpg
Seit Hoover ist dies die erste Amtszeit ohne offene kriegerische Auseinandersetzung, doch wird dieser Zustand durch eine oft widersprĂŒchliche Außenpolitik erreicht, die in manchen LĂ€ndern den Eindruck einer „schwĂ€chelnden“ Nation erweckt. Carter ist als Vermittler an den Verhandlungen zum Abkommen von Camp David I beteiligt und fĂŒhrt die SALT-II-GesprĂ€che, doch seine BemĂŒhungen, die Geiselnahme von Teheran und die sowjetische Invasion Afghanistans durch nichtmilitĂ€rische Mittel zu beenden, schlagen fehl. Auch das innenpolitische Engagement im Bereich der Energie-, Bildungs- und Umweltpolitik bringt keine Wende in der Wirtschafts- und Gesellschaftskrise.
40 Official Portrait of President Reagan 1981.jpg Ronald Reagan
(1911–2004)
Rep. 20. Januar 1981
20. Januar 1989
49. George Bush 43 George H.W. Bush 3x4.jpg
50.
Der ĂŒberzeugte Antikommunist zielt mit einer massiven AufrĂŒstung darauf, den Kalten Krieg durch eine Verschiebung des „Gleichgewichts des Schreckens“ zugunsten der USA zu beenden. Der PrĂ€sident zeigt sich auch sonst außenpolitisch wenig zimperlich, so in der Iran-Contra-AffĂ€re und bei der Invasion in Grenada. Die von ihm betriebene Wirtschaftspolitik („Reaganomics“) fĂŒhrt zwar zu steigendem Wohlstand, der aber vor allem auf Kosten eines Rekord-Haushaltsdefizits generiert wird.
41 George H. W. Bush, President of the United States, 1989 official portrait.jpg George Bush
(*1924)
Rep. 20. Januar 1989
20. Januar 1993
51. Dan Quayle 44 Dan Quayle 3x4.jpg
Nach dem Zusammenbruch der UdSSR verkĂŒndet Bush die „New World Order“ und befĂŒrwortet in diesem Zusammenhang auch die Deutsche Wiedervereinigung. WĂ€hrend die UNO-Resolution 678 noch die völkerrechtliche Grundlage zur „Operation Desert Storm“ liefert, findet die Invasion in Panama ohne internationale Zustimmung statt. Der Bruch seines Wahlversprechens („Read my lips: no new taxes“) gilt als Hauptgrund fĂŒr die nicht erfolgreiche Wiederwahl.
42 Bill Clinton.jpg Bill Clinton
(*1946)
Demokr. 20. Januar 1993
20. Januar 2001
52. Al Gore Al Gore, Vice President of the United States, official portrait 1994.jpg
53.
Clinton widmet sich mit verschiedenen Reformen der BekĂ€mpfung von Drogenmissbrauch, Waffengewalt und Armut. Zu seinen primĂ€ren Zielen gehört die Senkung der Staatsverschuldung und die EinfĂŒhrung einer allgemeinen Krankenversicherung. Das Kyoto-Protokoll wird unterzeichnet und mit GrĂŒndung der NAFTA entsteht eine ausgedehnte Freihandelszone zwischen Kanada, den USA und Mexiko. WĂ€hrend er eine Politik der Aussöhnung mit den ehemaligen Feinden China und Russland betreibt und das Dayton-Friedensabkommen vermittelt, entsteht mit Al-Qaida eine neue Gefahr fĂŒr die Sicherheit des Landes. Das Ende seiner zweiten Amtszeit ist ĂŒberschattet vom „Platzen der Dotcom-Blase“ und der Lewinsky-AffĂ€re, in deren Folge ein erfolgloses Amtsenthebungsverfahren gegen Clinton eingeleitet wird.
43 George-W-Bush.jpeg George W. Bush
(*1946)
Rep. 20. Januar 2001
20. Januar 2009
54. Dick Cheney 46 Dick Cheney 3x4.jpg
55.
Nach den TerroranschlĂ€gen vom 11. September verkĂŒndet Bush den Krieg gegen den Terror und erlĂ€sst mit dem USA PATRIOT Act die entsprechende gesetzliche Grundlage zur Terrorabwehr, verbunden mit EinschrĂ€nkungen der BĂŒrgerrechte. Innenpolitisch ist die GrĂŒndung des Ministeriums fĂŒr Innere Sicherheit ein weiterer Schritt, wĂ€hrend er außenpolitisch eine Reihe von Kriegen gegen die sogenannten Schurkenstaaten fĂŒhrt. Dazu zĂ€hlen bewaffnete Auseinandersetzungen mit den Taliban und der Kampf gegen Saddam Hussein, der durch eine „Koalition der Willigen“ im Irakkrieg gefĂŒhrt wird. Doch weder diesen Kriegen noch der Suche nach Osama bin Laden oder der endgĂŒltigen Zerschlagung des Al-Qaida-Netzes ist echter Erfolg beschieden. Zeigte die Bush-Doktrin noch die unilaterale Einstellung des PrĂ€sidenten, so mehren sich zum Ende der zweiten Amtszeit die Anzeichen, dass die politische Ausrichtung in die Völkerkreise der UNO und NATO zurĂŒckweist. Innenpolitisch endet seine PrĂ€sidentschaft in der grĂ¶ĂŸten Finanzkrise seit der Great Depression von 1929. Wegen immenser Verluste am Immobilienmarkt kommt es an den Börsen zu Verwerfungen, in deren Folge eine Reihe Finanzinstitute (u. a. Lehman Brothers) in die Insolvenz gehen.
44 Official portrait of Barack Obama.jpg Barack Obama
(*1961)
Demokr. seit 20. Januar 2009 56. Joe Biden Thumbnail-sized photo of Joe Biden.jpg
Barack Obama ist der erste afroamerikanische PrĂ€sident der Vereinigten Staaten; zugleich ist er der erste PrĂ€sident, der außerhalb des amerikanischen Kontinents geboren wurde, und zwar auf Hawaii. Er ĂŒbernimmt das Amt wĂ€hrend einer globalen Finanzkrise und setzt als eine seiner ersten Amtshandlungen ein Konjunkturprogramm mit einem Volumen von 787 Milliarden Dollar durch. Im selben Jahr wurde ihm fĂŒr seine außergewöhnlichen BemĂŒhungen, die internationale Diplomatie und die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu stĂ€rken, der Friedensnobelpreis verliehen. Am 1. Mai 2011 konnte er die Tötung des seit Jahren gesuchten Terroristen Osama bin Laden durch eine US-Kommandoeinheit verkĂŒnden.

Farblegende

Farbe Partei
Demokratische Partei
Republikanische Partei
Föderalistische Partei
Demokratisch-Republikanische Partei
Whig-Partei
Parteiloser

Siehe auch

Literatur

  • Peter SchĂ€fer: Die PrĂ€sidenten der USA in Lebensbildern, Komet, 2. Auflage, Köln 2005 ISBN 3-89836-450-X
  • Klaus-JĂŒrgen Matz: Wer regierte wann? Regententabellen zur Weltgeschichte. Von den AnfĂ€ngen bis zur Gegenwart, dtv, 5. Auflage, MĂŒnchen 2001 ISBN 3-423-32523-2

Weblinks

 Commons: PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Diese Seite wurde als informative Liste oder Portal ausgezeichnet.
Diese Seite wurde in die Auswahl der informativen Listen und Portale aufgenommen.


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • Liste der VizeprĂ€sidenten der Vereinigten Staaten — Siegel des VizeprĂ€sidenten der Vereinigten Staaten Diese Liste der VizeprĂ€sidenten der Vereinigten Staaten enthĂ€lt alle Personen, die einmal das Amt des VizeprĂ€sidenten der Vereinigten Staaten ausgeĂŒbt haben. Inhaltsverzeichnis 
   Deutsch Wikipedia

  • Liste der MilitĂ€roperationen der Vereinigten Staaten — Dieser Artikel enthĂ€lt eine Liste der US MilitĂ€rinterventionen. 19. Jahrhundert 1801 Amerikanisch Tripolitanischer Krieg 1815 Zweiter Barbareskenkrieg 1823 Texas/Mexiko – Die nach PrĂ€sident James Monroe benannte Monroe Doktrin, Amerika den… 
   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Auslandsinterventionen der Vereinigten Staaten — Dieser Artikel enthĂ€lt eine Liste der US MilitĂ€rinterventionen. Inhaltsverzeichnis 1 19. Jahrhundert 1.1 1823 1.2 1845 1.3 1848 1.4 1853 1.5 
   Deutsch Wikipedia

  • Liste der EhrenbĂŒrger der Vereinigten Staaten — Der US Kongresses kann durch ein Bundesgesetz Personen (die in der Regel keine US BĂŒrger sind) fĂŒr besonders herausragende Verdienste, zu EhrenbĂŒrgern der Vereinigten Staaten ernennen oder den PrĂ€sidenten zur Verleihung der EhrenbĂŒrgerschaft… 
   Deutsch Wikipedia

  • Liste der PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika — Siegel des PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten Die Liste der PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten fĂŒhrt die StaatsoberhĂ€upter in der Geschichte der Vereinigten Staaten vollstĂ€ndig auf. Neben allen Personen, die das Amt als PrĂ€sident der… 
   Deutsch Wikipedia

  • PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika — Siegel des PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten Die Liste der PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten fĂŒhrt die StaatsoberhĂ€upter in der Geschichte der Vereinigten Staaten vollstĂ€ndig auf. Neben allen Personen, die das Amt als PrĂ€sident der… 
   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Mordattentate auf PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten — Das Attentat auf Abraham Lincoln – der erste PrĂ€sidentenmord. Die Liste der Attentate auf PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten nennt die Attentate, die auf PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ausgeĂŒbt wurden. Es gibt 20 bekannte… 
   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Attentate auf PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten — Das Attentat auf Abraham Lincoln – der erste PrĂ€sidentenmord. Die Liste der Attentate auf PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten nennt die Attentate, die auf PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika ausgeĂŒbt wurden. Es gibt 20 bekannte… 
   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Mitglieder im 107. Senat der Vereinigten Staaten — Rote Staaten werden von zwei Republikanern, blaue von zwei Demokraten, lila Staaten von einem Abgeordneten je Partei reprĂ€sentiert. Jeder Staat wĂ€hlt zwei Senatoren in den Senat der Vereinigten Staaten. Bis 1913 wurden die Senatoren durch die… 
   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Mitglieder im 108. Senat der Vereinigten Staaten — Rote Staaten werden von 2 Republikanern, blaue von zwei Demokraten, lila Staaten von einem Abgeordneten je Partei reprĂ€sentiert und blau grau gestreifte Staaten ein Demokrat und ein UnabhĂ€ngiger Jeder Staat wĂ€hlt zwei Senatoren in den Senat der… 
   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.