Logistik

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Logistik

Die Logistik befasst sich mit Organisation, Steuerung, Bereitstellung und Optimierung von Prozessen der G√ľter-, Informations-, Energie-, Geld- und Personenstr√∂me entlang der Wertsch√∂pfungskette sowie der Lieferkette.

Inhaltsverzeichnis

Wortherkunft

Die Wurzeln des Begriffs Logistik liegen im altgriechischen Wort őĽőŅő≥őĻŌÉŌĄőĻőļőģ logistikńď ‚Äöpraktische Rechenkunst‚Äė.[1] Er bedeutet, dass der Material- und Informationsfluss zwischen Quellen und Senken logisch geplant, durchgef√ľhrt und kontrolliert werden muss.

Im Franz√∂sischen leitet sich daraus das Wort logistique ‚ÄöLogistik‚Äė, ‚ÄöNachschub‚Äė ab,[2] im Englischen logistics ‚ÄöLogistik‚Äė, ‚ÄöNachschubwesen‚Äė.[3] Die historische Herleitung des Wortes Logistik liegt im franz√∂sischen "loger" f√ľr Unterbringung, Einquartierung und zeigt den Bezug zum milit√§rischen Nachschubwesen auf, dem die Logistik entspringt.

Ursprung der Logistik

Historisch hat die Logistik ihren Ursprung im Milit√§rwesen (Napoleonische Kriege und europ√§ische Befreiungskriege). Sie stellte den Nachschub f√ľr die K√§mpfer sicher oder genauer: Die Logistik beinhaltete die Verwaltung, Lagerung und Steuerung des Transports der f√ľr die Kriegsf√ľhrung notwendigen G√ľter (Waffen, Munition, Verpflegung etc.) zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort. Weitere Informationen im Artikel Nachschub.

Die Logistik als Gegenstand der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften

Die Wirtschaftswissenschaften befassen sich mit den wirtschaftlichen Zusammenh√§ngen und Gesetzm√§√üigkeiten der Logistik. So werden bspw. Lager-, Produktions-, Transport-, Personal- und Materialkosten der einzelnen Prozesse in einem System ermittelt aber auch Einflussfaktoren der einzelnen Str√∂me und deren Auswirkungen. Weiter werden Kennzahlen und Analysefunktionen wie bspw. Kosten-Nutzen-Analyse, Nutzwertanalyse zur Kontrolle und Optimierung der Prozesse eingesetzt. Urspr√ľnglich als Hauptfunktion der Materialwirtschaft verstanden, wird Logistik heute vor allem als betriebliche Querschnittsfunktion √ľber die Bereiche Beschaffung, betriebliche Leistungserstellung (Produktion im weiteren Sinne) und Absatz betrachtet.

Die Ingenieurwissenschaften besch√§ftigen sich mit der technischen Ausf√ľhrung der Transporteinrichtungen und Ausgestaltung der Transportnetzstrukturen. Zu den Disziplinen geh√∂rt die F√∂rdertechnik, die Materialflusstechnik, die Lagertechnik und die Verkehrsbetriebstechnologie. Informationstechnik und Telematik dient der Kontrolle und Steuerung der Orts√§nderungsprozesse. Automatisierungstechnik erlaubt, logistische Prozesse zu automatisieren.

Grundlagen der Logistik

Definition

Konkreter wird Logistik daher definiert als integrierte Planung (Logistikplanung), Organisation, Steuerung, Abwicklung und Kontrolle des gesamten Material- und Warenflusses mit den damit verbundenen Informationsfl√ľssen, beginnend bei der Absatzplanung / Marketing; Entwicklung √ľber Produktion, durch die (eigenen) betrieblichen Wertsch√∂pfungsstufen (z. B. Produktions- und/oder Distributionsstufen), Beschaffung bis zur Auslieferung der Produkte beim Kunden, inklusive der Abfallentsorgung und des Recyclings, unter Ber√ľcksichtigung der Unternehmensziele.

Ziele

Die Ziele der Logistik sind die Erbringung einer hochwertigen Leistung, Qualität und Kostensenkung. Hierbei entstehen Zielkonflikte. Beispielsweise wird ein hoher Lagerbestand zwar die Fehlmengenkosten vermindern sowie die Lieferbereitschaft erhöhen, jedoch steigen dadurch automatisch die Lagerhaltungskosten. Die Logistik-Kostenrechnung dient hierbei als Instrument zur Ermittlung des Optimums.

Generell wird versucht, √ľberfl√ľssige Transporte zu vermeiden. So kann es sein, dass ein Zulieferer mehrere Teile zusammen montiert, weil hierdurch unter dem Strich weniger Transportarbeit anf√§llt. Bei einer Warenverteilung kann es sinnvoll sein, hiermit eine Spezialfirma (eine Spedition) zu beauftragen. Diese hat dann auch andere Auftraggeber, setzt z. T. moderne Flottensteuerungsl√∂sungen ein und kann so teure Leerfahrten besser vermeiden.

Sobald dieser Teil reibungslos funktioniert, liegt es auf der Hand auch die Terminplanung mit der Bestellung der Vorprodukte und dem Versand der Fertigprodukte hiermit zu verkn√ľpfen. Alle Fachabteilungen haben durch ein Warenwirtschaftssystem die gleiche Informationsbasis. Schlie√ülich erfolgt die Bewertung aller Vorg√§nge unter buchhalterischen Gesichtspunkten.

Aufgaben

Pragmatischer wird die Aufgabe auch durch Reinhardt J√ľnemann (1989) formuliert: ‚ÄěDer logistische Auftrag besteht darin, die richtige Menge, der richtigen Objekte als Gegenst√§nde der Logistik (Waren, Personen, Energie, Informationen), am richtigen Ort (Quelle, Senke) im System, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Qualit√§t, zu den richtigen Kosten zur Verf√ľgung zu stellen.‚Äú[4] Diese Zielvorgabe ist gemeinhin auch als Die 6 R der Logistik bekannt. Es handelt sich dabei erkennbar um eine Adaption der Lasswell-Formel (1948) aus den Kommunikationswissenschaften.

Aufgaben der Logistik sind u.a. Transport, Lagerung, Bereitstellung, Beschaffung und Verteilung von G√ľtern, Personen, Geld, Informationen und Energie und deren Steuerung, Kontrolle und Optimierung.

Eine logistische Aufgabe ist u.a. der Transport von G√ľtern. Vom Produzenten zum Kunden oder vom Verk√§ufer zum Endkunden. Eine weitere Aufgabe ist u.a. der innerbetriebliche Transport von Waren/Material und Informationen, z.B. Waren aus dem Lager zum Produktionsort zu transportieren, Mitarbeiter mit Informationen und Arbeitsmaterialien zu versorgen usw. So sind die verschiedenen Fachdisziplinen der Logistik mehr oder weniger abh√§ngig von der Effizienz der Infrastruktur der Unternehmen, der St√§dte usw. aber auch von den technologischen Systemen.

Eine Aufgabe der Distributionslogistik ist die rechtzeitige Planung anhand von allgemeinen Verkehrsverboten, gesetzlichen Feiertagen und zeitlichen Einschr√§nkungen. Erg√§nzt wird sie durch die Vorbereitung der Transportpapiere unter Wahrung der Sozialvorschriften im Stra√üenverkehr durch den Disponenten und die Sicherung, Bereitstellung und Kontrolle von G√ľtern oder Waren w√§hrend der Lagerung. Eine weitere Aufgabe ist die Bef√∂rderung von Schwerlasten (nicht ma√ü- und/oder gewichtsgerechte Frachtg√ľter) oder der Gefahrguttransport und die Lagerung von Gefahrgut, f√ľr die bestimmte erweiterte gesetzliche Vorschriften bestehen. Darunter fallen Ausnahmegenehmigungen und die Stellung von Begleitfahrzeugen inklusive korrekte Gefahrzeichen-Verbringung am Fahrzeug, welches diesen Transport durchf√ľhren soll. F√ľr andere Bereiche sind neben zollrechtlichen Vorschriften auch CEMT-Genehmigungen erforderlich. Besonderes Augenmerk hat die innergemeinschaftliche Lieferung.

Der Disponent entscheidet auch, ob Huckepackverkehr oder intermodaler bzw. multimodaler Verkehr sinnvoll sind oder welcher Verkehrstr√§ger √ľber welchen Verkehrsweg gew√§hlt werden soll.

Wertschöpfung

Die Logistik stellt zun√§chst nichts her und w√§hlt auch nichts aus. Ungeachtet anderer Wortfindungen ist die Logistik zuerst eine reine Dienstleistung f√ľr Transporte von einem Ort zu einem anderen Ort sowie die Zwischenlagerung auf dem Transportweg gem√§√ü den Vorgaben des Auftraggebers. F√ľr diese origin√§ren Leistungen der Logistik ist die Wertsch√∂pfung bezogen auf den Wert des Transportgutes gering und das Haftungsrisiko beispielsweise des Frachtf√ľhrers hoch. Daher streben modern aufgestellte Logistik-Dienstleister nach M√∂glichkeiten, die Wertsch√∂pfung durch komplexere Leistungen zu vergr√∂√üern.

Moderne logistische Ketten schließen daher beispielsweise

  • Produktionsstufen ein, wenn sich dies vorteilhaft gegen√ľber einer blo√üen Transportleistung hinsichtlich des Transportaufwandes anbietet.
  • Distributionsstufen ein, wenn sich dies vorteilhaft gegen√ľber einer sortenreinen Lagerung hinsichtlich des Aufwandes f√ľr die Vorratshaltung anbietet.
  • Veredelungsstufen ein, wenn sich dies vorteilhaft gegen√ľber der Lagerung und dem Transport in der zu liefernden Qualit√§t erweist.
  • Desintegrations- und Integrationsstufen ein, wenn sich dies aus technischen oder fiskalischen Gr√ľnden als vorteilhaft gegen√ľber unver√§nderter Konfiguration des Transportgutes erweist.
  • Nebenleistungen ein, wenn dies f√ľr den Auftraggeber aus Gr√ľnden der Verf√ľgbarkeit oder der Dislozierung oder der Expertise des Logistikers gegen√ľber eigener Leistung vorteilhaft ist.

Bereiche

Die Logistik stellt f√ľr Gesamt- und Teilsysteme in Unternehmen, Konzernen, Netzwerken und virtuellen Unternehmen kunden- und prozessorientierte L√∂sungen bereit. Logistik (im betriebswirtschaftlichen Sinne Warenbewegung) verbindet die betrieblichen Bereiche Lagerung und Transportwesen. Unter dem Lohnkostendruck und mit Hilfe eines Warenwirtschaftssystems war es notwendig und m√∂glich diese beiden Bereiche unter einer gemeinsamen Strategie zusammenzufassen.

Funktionsbereiche

G√ľtertransport √ľber die Autobahn
  • Innerbetrieblicher Transport
  • Au√üerbetrieblicher Transport
  • Umschlag (Beladen, Entladen sowie Umladen)
  • Lagerhaltung / Bestandsmanagement
  • Aggregation von Funktionseinheiten
  • Versand von G√ľtern
  • Warenpr√ľfung und Handhabung
  • Lagerung und Kommissionierung
  • Verpackungen
  • Steuerung von Produktionsabl√§ufen
  • Koordination von Prozessen
  • Organisation von Personal
  • Verteilung von G√ľtern

Wettbewerbsorientierung

Das Alter eines logistischen Organisationsansatzes ist der erste Hinweis auf einen Zustand des Beharrens. Der Beweis der √ľberwiegend technischen Bewertung erschlie√üt sich bei dem Versuch, Prozesskosten der Logistik in einer Prozesskostenrechnung zu modellieren.

Eine im Prozess mitlaufende Kostenerfassung ist hingegen meist nicht durch entsprechend vereinbarte Abrechnungsmodelle begr√ľndet. Meist bleibt jeder Teilnehmer in der logistischen Kette ungeachtet seiner direkten Kosten an zuvor vereinbarte Preise gebunden.

In √ľber 95 % der logistischen Systeme jenseits der Projektlogistik wird

  • entweder nach einem zun√§chst wissenschaftlich begr√ľndeten, aber l√§ngst nicht mehr aktuellen Modell nur bei wirtschaftlichem Zwang nach einem besser angepassten Kostenmodell und einer fundierten Erneuerung der Prozessf√ľhrung gesucht,
  • oder ohne ein durch den Prozessablauf begr√ľndetes Kostenmodell lediglich handwerklich und mechanistisch an Symptomen einer schwachen Prozessf√ľhrung gebastelt,
  • in beiden F√§llen jede prozessorientierte Erfassung oder zumindest eines prozessaufl√∂senden Monitorings der Kosten unterlassen und stattdessen
  • die herk√∂mmliche aus Vergangenheitswerten nachkalkulatorisch begr√ľndete Zuschlagskalkulation (lump-sum-costing) betrieben.

Ungeachtet der resultierenden schwachen wirtschaftlichen Robustheit zeigt sich die Resistenz der Logistikunternehmen gegen√ľber einem wettbewerbsorientierten Vorgehen mit dem Ziel, die verbleibenden spezifischen Risiken in der Hierarchie der Beteiligten vertikal verteilt zu belassen. Solange Ersatzoptionen zahlreich sind, werden die untergeordneten Unternehmer durch Insolvenz gebrochen. Der f√ľhrende Logistiker erkennt Bedarf einer verbesserten Risikoteilung erst dann, wenn er seine unternehmerischen Ziele nicht mehr erreichen kann. Zuletzt werden die stetig steigenden Energiekosten und Treibstoffkosten sowie die Risiken bei geringer Laufzeit der Vertragsbindung solches Beharren aufbrechen.

Die Logistik ist in der heutigen Zeit mittlerweile selbst zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor f√ľr Unternehmen geworden. Die Kundenanforderungen steigen. Herausragende Logistik bringt Kundenzufriedenheit und sorgt f√ľr Gewinn im Unternehmen wenn es die Verantwortlichen schaffen, das Verh√§ltnis aus Nutzen und Kosten zu maximieren. Schnelligkeit lautet die Devise, doch das alles unter dem Stichwort der Nachhaltigkeit. Green Logistik ist der Slogan, der in der heutigen Zeit immer mehr in das Bewusstsein der Konsumenten r√ľckt. Hier ergibt sich ein weiterer Zielkonflikt, denn schnelle Lieferungen von Sendungen mit wenigen Auftragspositionen gehen zu Lasten der Fahrzeugauslastung, was wiederum bedeutet, dass der CO¬≤ Aussto√ü pro Produkt steigt. Nachhaltig ist laut Definition ein geringer Carbon Footprint beim Transport. Um dies zu erreichen bedarf es einer hohen Auslastung des knappen Transportraumes. Um jedoch hohe Auslastungen zu erreichen m√ľssten die Logistiker die Kundenauftr√§ge sammeln, bis das Transportmittel ausgelastet ist. Das wiederum hat zur Folge, dass die Response Time f√ľr die Kunden steigt.

Fachdisziplinen der Logistik

Man untergliedert in der Betriebswirtschaftslehre die Logistik im engeren Sinne horizontal auch in die vier Subsysteme:

  1. Beschaffungslogistik; optimale und zeitgerechte Zulieferung und Beschaffung von ben√∂tigten G√ľtern. Teilbereich der Inbound-Logistik
  2. Produktionslogistik; Planung, Steuerung und √úberwachung der innerbetrieblichen Transport-, Umschlags- und Lagerprozesse
  3. Distributionslogistik (Vertriebs-, Absatzlogistik); Verteilung oder Zustellung bzw. Vertrieb von G√ľtern. Auch Outbound-Logistik genannt,
  4. Entsorgungslogistik (Reverse-Logistik); R√ľcknahme von Abf√§llen und R√ľckst√§nden zur Beseitigung oder Verwertung, Recycling

Teilbereiche der Logistik

Lagerlogistik: beinhaltet die Planung, Durchf√ľhrung und Kontrolle aller logistischen Ma√ünahmen bez√ľglich der Standortwahl des Lagers, Gestaltung optimaler Lagersysteme und Lagerorganisation sowie der Lagertechnik.

Transportlogistik: besch√§ftigt sich mit der physikalischen Verbringung von G√ľtern zwischen verschiedenen Orten innerhalb von Logistiknetzwerken.

Nach Art der T√§tigkeit wird auch zwischen Lagerlogistik (Lagerwesen), Verpackungslogistik und Transportlogistik unterschieden. H√§ufig taucht in diesem Zusammenhang auch der Begriff Intralogistik auf, der in der Regel die kompletten logistischen Vorg√§nge an einem Standort √ľbergreifend zusammenfasst und je nach Betrieb eine Kombination aus Produktionslogistik, Lagerlogistik und Verpackungslogistik darstellt.

Kontraktlogistik: TUL-Prozesse (Transport/Umschlag/Lagerung) im Rahmen eines Vertrages zwischen Dienstleister und Kunden, wobei ein bestimmter Mehrwert durch bestimmte Arbeiten wie zum Beispiel durch Kommissionieren, Fakturieren, Konfektionierung und so weiter erreicht werden soll.

Informationslogistik: beinhaltet die strategische Planung und Entwicklung aller f√ľr die Gesch√§ftsprozessabwicklung und die f√ľr den Informationsaustausch erforderlichen Informationssysteme und Prozesse sowie die Sicherstellung einer hohen Qualit√§t und die durchg√§ngige Verf√ľgbarkeit der bereitgestellten Informationen.

Ersatzteillogistik: beinhaltet die Sicherstellung der Einsatzf√§higkeit der verkauften Produkte durch Ersatz- oder Wartungsprodukt und ist ein Teilgebiet der Distributionslogistik. F√ľr die Investitionsg√ľterindustrie ist die Ersatzteillogistik f√ľr den After-Sales-Service von gro√üer Bedeutung.

Personallogistik: beinhaltet die Einsatzplanung und Entwicklung von Mitarbeitern. Siehe hierzu auch Personaleinsatzplanung.

Logistische Kosten

Beispiele f√ľr logistische Kosten sind Lagerhaltungskosten, Bestandskosten, Transportkosten, Kommissionierungskosten, Verpackungs- und Versandkosten, Entsorgungskosten sowie Auftragsabwicklungskosten. Die Kostenrechnung f√ľr den Logistikbereich beinhaltet die Erfassung und Verrechnung der von den logistischen T√§tigkeiten verursachten Kosten.

In der Regel erfordert eine gut funktionierende Logistik hohe Investitionskosten. Dem stehen eingesparte Lohnkosten gegen√ľber. Die technischen Beschreibungen √ľbergehen den entscheidenden betriebswirtschaftlichen Aspekt des Kosten/Nutzen-Verh√§ltnisses. Die Vereinfachung f√ľhrt zum Gleichgewicht der Parameter Kosten und Nutzen, h√§ufig mit Gewichtung der Kosten und weniger auf Betrachtung des Nutzens. So steht es in vielen Anwendungsf√§llen der Logistik noch aus, durch einen Neuentwurf der Prozesse f√ľr eine Steigerung des Nutzens zu sorgen und dadurch eine Senkung der Kosten herbeizuf√ľhren.

Die logistische Kette

Die logistische Kette ist der Weg vom Lieferanten bis zum Kunden die ein Prozess durchl√§uft. Dabei sind die Schnittstellen die Beschaffung (Bestellungen: Material, Dienstleistungen), die Produktion (Prozesse) und der Vertrieb (Kundenauftrag: Produkte, Dienstleistungen). Beeinflusst wird dieser Ablauf durch die vorhandenen logistischen Prozesse und die Materialressourcen. Das Ziel ist es, diese Schnittstellen in Nahtstellen zu transformieren, indem sie durchg√§ngig abgestimmt und Prozessabl√§ufe system√ľbergreifend gesteuert werden.

Die logistische Kette bringt u. a. folgende Vorteile:

  • Durch das Zusammenfassen der Hauptprozessketten wird die Duplizierung logistischer Aktivit√§ten vermieden.
  • Transporteinheiten werden aufeinander abgestimmt, wodurch der Umschlags- und Verpackungsaufwand vermindert wird.
  • Die logistische Flussorientierung wird verwirklicht.

Logistik-Optimierungsansätze

Durch moderne Konzepte wie Efficient Consumer Response, Just-in-time-Produktion, Supply Chain Event Management, Category Management oder Kanban kann Logistik effizienter gestaltet werden. Voraussetzung hierf√ľr ist eine ad√§quate (informations-)technologische Unterst√ľtzung wie z. B. durch EDI (Electronic Data Interchange), RFID (Radio Frequency Identification), Strichcodes, Enterprise Resource Planning- bzw. Advanced Planning and Scheduling-Systemen sowie Tracking & Tracing-Systemen.

Nachhaltige Logistik

Die Forderung nach einem nachhaltigen Wirtschaften ist sp√§testens seit 2009 [5] auch in der Logistik angekommen. Die Logistik gilt jedoch vor allem beim Thema Schadstoffemissionen als Problemverursacherin und nicht als Probleml√∂serin. Der Weg zu einer nachhaltigen Logistik ist deshalb auch ein Weg in ein Paradoxon, denn der marktwirtschaftliche Zwang so kostensparend wie m√∂glich Waren raum√ľbergreifend zu transportieren wird konterkariert durch die Erfordernisse der Nachhaltigkeit, Prozesse besonders ressourcenschonend und somit kostenintensiver zu gestalten. Experten schlagen deshalb eine Vielzahl von Herangehensweisen vor wie z.B. technische Innovationen, nachhaltige Logistiksysteme und Prozessoptimierungen innerhalb der Logistikketten.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Wilhelm Gemoll: Griechisch-Deutsches Schul- und Handw√∂rterbuch. M√ľnchen/Wien 1966.
  2. ‚ÜĎ Ernst Erwin Lange-Kowal, Eduard Weymuth: Langenscheidts Taschenw√∂rterbuch Franz√∂sisch. 2 Auflage. Langenscheidt, Berlin 1998, ISBN 3-468-11153-3.
  3. ‚ÜĎ Edmund Klatt, Dietrich Roy,: Langenscheidts Taschenw√∂rterbuch Englisch. 21 Auflage. Langenscheidt, Berlin 1988, ISBN 3-468-11123-1.
  4. ‚ÜĎ Reinhardt J√ľnemann: Materialflu√ü und Logistik. 1989, S. 18.
  5. ‚ÜĎ Change to green: Handlungsfelder und Perspektiven f√ľr nachhaltige Logistik und Gesch√§ftsprozesse (2009) ISBN 978-3-937711-95-9*Pb

Literatur

  • Kai Beckmann: Logistik. 2. Auflage. Merkur, Rinteln 2010, ISBN 978-3812-00637-8.
  • Timm Gudehus: Logistik, Grundlagen, Strategien, Anwendungen. 3. Aufl. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg/New York 2005.
  • D. Arnold, H. Isermann, A. Kuhn, H. Tempelmeier, K. Furmans (Hrsg.): Handbuch Logistik. 3. Auflage. Springer, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-540-72928-0.
  • Hans-Christian Pfohl: Logistiksysteme - Betriebswirtschaftliche Grundlagen. 7. Auflage. Springer, Heidelberg u. a. 2003.
  • Christof Schulte: Logistik. 3 Auflage. Franz Vahlen, M√ľnchen 2004, ISBN 3-8006-2454-0.
  • Horst Wildemann: Logistik Proze√ümanagement. 2 Auflage. M√ľnchen 2001.
  • Hartmut Werner: Supply Chain Management; Grundlagen, Strategien, Instrumente und Controlling. 2 Auflage. Gabler, 2002.
  • Rolf G. Poluha: Anwendung des SCOR-Modells zur Analyse der Supply Chain. 4. Auflage. Lohmar/K√∂ln 2008, ISBN 978-3-89936-719-5.
  • Hans Jung: Allgemeine Betriebswirtschaftslehre. R. Oldenbourg Verlag, M√ľnchen 1994.
  • Rolf G. Poluha: Quintessenz des Supply Chain Managements. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2009, ISBN 978-3-642-01583-0.
  • A.R. van Goor; Drs. S.J.C.M. Weijers: Logistiek Zakboek. Reed Business Information 3e druk, Doetinchem 2004.
  • G. Schuh; P. Attig: Smart Logistics. Apprimus Verlag, Aachen 2009, ISBN 978-3-940565-21-1.
  • Wolf-R√ľdiger Bretzke, Karim Barkawi: Nachhaltige Logistik: Antworten auf eine globale Herausforderung. Springer, Berlin 2010, ISBN 978-3-642-12351-1.

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Logistik ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen

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