Lombardei

ÔĽŅ
Lombardei
Lombardei
Wappen der Region Lombardei Flagge der Region Lombardei
Basisdaten
Hauptstadt: Mailand
Provinzen: 12
Fl√§che: 23.862,85 km¬≤ (4.)
Einwohner: 9.917.714 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 416 Einwohner/km²
Website: www.regione.lombardia.it
ISO 3166-2: IT-25
Präsident: Roberto Formigoni (PdL)
Karte
Karte Italiens, Lombardei hervorgehoben

Die Lombardei (italienisch Regione Lombardia, lombardisch Regiun Lumbardia) ist eine norditalienische Region mit einer Fl√§che von 23.863 km¬≤ und 9.917.714 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2010). Sie ist in die zw√∂lf Provinzen Bergamo, Brescia, Como, Cremona, Lecco, Lodi, Mantua, Mailand, Monza und Brianza, Pavia, Sondrio und Varese aufgeteilt. Sie liegt zwischen Lago Maggiore, Po und Gardasee. Die Hauptstadt ist Mailand (ital. Milano). Die zweitgr√∂√üte Stadt ist Brescia.

Im Mittelalter verstand man unter ‚ÄěLombardei‚Äú nicht nur die heutige Region Lombardia, sondern den gesamten Nordwesten Italiens, insbesondere einschlie√ülich des Piemonts und Genuas und des heute schweizerischen Tessins. In deutschen Sagen wie z. B. der von Wolfdietrich wird f√ľr dieses Gebiet auch die Bezeichnung Lampartenland verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

topographische Karte Schweiz ‚Äď Rh√īne-Alpes ‚Äď Lombardei ‚Äď S√ľdtirol

Die Lombardei grenzt im Norden an die Schweizer Kantone Tessin und Graub√ľnden, im Osten an die italienischen Regionen Trentino-S√ľdtirol und Venetien, im S√ľden an Emilia-Romagna und Westen ans Piemont.

Die Lombardei hat Teil an den gro√üen norditalienischen Seen: dem Lago Maggiore (der die Grenze zum Piemont und zum Tessin bildet), dem Lago di Lugano (Grenze zum Tessin), dem Lago di Como und Lago d'Iseo (beide vollst√§ndig lombardisch) und dem Lago di Garda (Grenze zu Trentino-S√ľdtirol und Venetien).

Die Landschaftsformung ist sehr unterschiedlich: im Norden die alpinen Regionen etwa des Veltlin, im S√ľden die Poebene. Das gesamte Territorium entw√§ssert √ľber den an der s√ľdlichen Grenze in West-Ost-Richtung flie√üenden Po, dessen wichtigste Nebenfl√ľsse auf lombardischem Gebiet der Ticino, die Adda, der Oglio und der Mincio sind.

Wirtschaft

Die Lombardei

Die Lombardei ist Italiens f√ľhrende Wirtschaftsregion, wobei die Agglomeration um die Hauptstadt Mailand die wichtigste Rolle spielt. Mailands Wirtschaftsstruktur wird √ľberwiegend durch Handel, Banken und Italiens wichtigste B√∂rse gepr√§gt. Aber auch im verarbeitenden Gewerbe ist der Gro√üraum Mailand dominant; ferner ist die Industriemetropole Brescia bedeutend.

Innerhalb der EU erreicht das BIP pro Einwohner der Lombardei, ausgedr√ľckt in Kaufkraftstandards, einen Indexwert von 141,5 (EU27: 100) (2004),[2] den h√∂chsten Wert f√ľr eine italienische Region (NUTS-2-Ebene). Auch die Arbeitsproduktivit√§t der Lombardei ist die h√∂chste f√ľr eine italienische Region. Das BIP in der Lombardei wurde 2006 von 4.417.000 Erwerbst√§tigen erbracht. Die Arbeitslosigkeit liegt bei nur 3,87 % (2006), die somit deutlich unter dem italienischen Schnitt von 8,6 % liegt.[3]

In der Landwirtschaft spielen die fruchtbaren Ebenen im S√ľden eine wichtige Rolle.

In der Lombardei gibt es drei Verkehrsflughäfen: Als größten den Aeroporto internazionale Milano-Malpensa (MXP) in der Provinz Varese, als nächsten den Aeroporto Enrico Forlanini, besser bekannt als Milano-Linate (LIN) in der Nähe von Mailand und den Aeroporto internazionale Orio al Serio (BGY) bei Bergamo, der hauptsächlich von Fracht- und Billigfluggesellschaften genutzt wird.

Geschichte

Antike

Lago d'Iseo und Berge der Umgebung

Zur Zeit des R√∂mischen Reiches war das Gebiet der Lombardei Teil von Gallia Transpadana. Zusammen mit den anderen Regionen n√∂rdlich des Po (Venetien und Piemont) erhielt es 89 v. Chr. nur das latinische B√ľrgerrecht, nicht die vollen B√ľrgerrechte. Die vollen B√ľrgerrechte erhielt es im Jahr 49 v. Chr. Zusammen mit dem Piemont bildete es in Augustus' Verwaltungsstruktur die 11. Region.

Gegen Ende des 4. Jahrhunderts geh√∂rte das Gebiet zur Provinz Liguria, deren Hauptstadt Mediolanum (Mailand) war. Hier wirkte Bischof Ambrosius von Mailand. In der V√∂lkerwanderungszeit wurde die sp√§tere Lombardei zun√§chst von den Westgoten erobert (401‚Äď412). 452 zogen die Hunnen durch Oberitalien. 493‚Äď540 und 544‚Äď549 war Oberitalien ostgotisch. Durch den Gotenkrieg Justinians fiel es wieder an (Ost-)Rom zur√ľck.

Mittelalter

568 wurde die Po-Ebene von den Langobarden unter K√∂nig Alboin erobert. Diese errichteten hier ein Langobardisches K√∂nigreich mit der Hauptstadt Pavia, das gegen 670 fast ganz Italien umfasste, und unter Grimoald (662‚Äď671) und Liutprand (712‚Äď744) seine gr√∂√üte r√§umliche Ausdehnung. Das Kernland des langobardischen Reichs tr√§gt seither den Namen Langobardia oder Lombardia.

754 griffen die Franken unter Pippin in den Krieg zwischen Papst Stephan II. und den Langobarden ein. Sie besiegten die Langobarden, trennten das Land zwischen dem unteren Po und den Apenninen von der Lombardei ab und schenkten es dem Papst (Pippinische Schenkung). Die Gegend um Bologna und Ravenna fiel somit an den Kirchenstaat.

773/774 eroberten die Franken unter Karl dem Gro√üen das Langobardische K√∂nigreich. Im Zuge der karolingischen Reichsteilungen wurde die Lombardei Mittelpunkt des karolingischen, sp√§ter ottonischen K√∂nigreichs Italien. Die deutschen K√∂nige waren zugleich Tr√§ger der langobardischen Krone (Reichsitalien). Im Osten und S√ľdosten des kaiserlich-langobardischen Reichs erstarkten zwei Markgrafschaften, die von Verona und die von Tuscien. Gegen diese st√§rkte Kaiser Heinrich III. die St√§dte der Lombardei mit Privilegien. Heinrich IV. erschien 1077 auf der Burg von Canossa, dem Stammsitz der Markgr√§fin von Tuscien, Mathilde, die sich gegen ihn auf die Seite des Papstes gestellt hatte.

Die lombardischen St√§dte nahmen ‚Äď auch durch die Kreuzz√ľge ‚Äď einen starken wirtschaftlichen Aufschwung und wurden ‚Äď beg√ľnstigt durch die anderweitig interessierten Kaiser Lothar von Supplinburg und Konrad III. ‚Äď politisch unabh√§ngig. Oftmals gingen sie B√ľndnisse mit dem Papst gegen den Kaiser ein. Mit ihrer Unabh√§ngigkeit nahmen sie auch die Aus√ľbung der k√∂niglichen Rechte (Regalien) in ihrer Umgebung f√ľr sich in Anspruch.

Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) forderte 1158 w√§hrend des Reichstags auf den Ronkalischen Feldern (s√ľd√∂stlich von Mailand) die R√ľckgabe der Regalien an die Krone. Durch die Weigerung der lombardischen St√§dte kam es zum Krieg und zur Bildung des Lombardischen St√§dtebundes gegen den Kaiser (1167). 1176 unterlag Friedrich I. den lombardischen St√§dten in der Schlacht bei Legnano (nordwestlich von Mailand). Im Frieden von Konstanz anerkannte er 1183 den Lombardischen St√§dtebund und √ľberlie√ü die innerhalb der Stadtmauern gelegenen Regalien den St√§dten. Unmittelbar anschlie√üend verb√ľndete sich Mailand mit dem Kaiser und gestattete die dortige Kr√∂nung des Sohnes Friedrichs, Heinrichs VI., zum K√∂nig von Italien. Daraufhin verb√ľndete sich der Papst mit den Welfen, und in der Lombardei entstanden √ľberall zwei politische Parteien, die der Ghibellinen (Waiblinger, Staufer) und der Guelfen (Welfen).

1232 sah sich Friedrich II. einer Opposition aus seinem Sohn Heinrich VII. und den lombardischen St√§dten gegen√ľber, die gemeinsam gegen das von Friedrich best√§tigte Statutum in favorem principum opponierten. Nach dem Sieg √ľber Heinrich schlug Friedrich auch die lombardischen St√§dte 1237 in der Schlacht von Cortenuova zwischen Bergamo und Brescia.

Auch nach dem Ende der Staufer standen sich in den lombardischen St√§dten weiter papsttreue und kaisertreue Parteien gegen√ľber. In den gr√∂√üeren St√§dten entstanden Patrizier-Dynastien, die die Macht in den Stadtstaaten untereinander aufteilten. In Mailand herrschten seit Heinrich VII. die Visconti. Unter Gian Galeazzo Visconti (1385‚Äď1402) eroberte Mailand weite Teile der Lombardei, insbesondere die Nachbarst√§dte Pavia, Piacenza, Parma und Cremona, au√üerdem Bergamo, Brescia, Verona, Como und das Veltlin. Genua, Mantua und Modena blieben unabh√§ngig. Turin und das Piemont blieben beim Herzogtum Savoyen. 1395 wurde Mailand Herzogtum innerhalb des Heiligen R√∂mischen Reiches. Das Herzogtum Mailand wurde zum Vorl√§ufer der heutigen Region Lombardia, und die Geschichte der Lombardei wurde zunehmend zur Geschichte Mailands.

Im folgenden Konflikt mit der Republik Venedig verlor Mailand den Nordosten der Po-Ebene wieder. 1406 fiel Verona an Venedig, 1428 auch Bergamo und Brescia.

Renaissance und Neuzeit

1450 riss Francesco Sforza in Mailand die Macht an sich. Gegen Ende des 15. Jahrhunderts geriet die Lombardei in den Blick der neuen Gro√üm√§chte Frankreich, Habsburg und der Schweiz und wurde f√ľr etwa ein halbes Jahrhundert zu deren Kriegsschauplatz. Zun√§chst verb√ľndete sich Mailand unter Ludovico Sforza mit Frankreich zwecks Eroberung Neapels. Anschlie√üend k√§mpfte Frankreich an der Seite der Schweiz gegen Mailand und besetzte dieses 1500. Die Schweiz erhielt 1503 Bellinzona. Parma und Piacenza wurden p√§pstlich. Nachdem Neapel 1504 spanisch geworden war und Spanien per Heirat an Habsburg gebunden war, k√§mpften Frankreich und Habsburg gemeinsam mit dem Papst gegen Venedig, das Bergamo und Brescia vor√ľbergehend wieder verlor (1509). Anschlie√üend verb√ľndete sich der Papst mit Habsburg und England gegen Frankreich, das Mailand 1512 wieder r√§umen musste. Das Veltlin wurde 1512 von den Graub√ľndnern besetzt; der Papst verlor Parma und Piacenza. 1515 gewann Frankreich unter Franz I. mit seinem Sieg √ľber die Schweizer bei Marignano Mailand zur√ľck. 1516 anerkannte Spanien die franz√∂sische Herrschaft √ľber Mailand; der neue (habsburgische) K√∂nig Karl I. (Kaiser Karl V.) f√ľhlte sich aber nach seiner Thronbesteigung im gleichen Jahr nicht daran gebunden. 1525 besiegte Karl Franz bei Pavia, worauf Mailand und Genua im Frieden von Madrid 1526 wieder (formal) unabh√§ngig wurden. 1535 fiel Mailand endg√ľltig an Habsburg, und mit der Erbteilung 1556 wurde es spanisch. Parma und Piacenza wurden 1545 zum Herzogtum Parma; Modena und Mantua blieben unabh√§ngige Herzogt√ľmer, w√§hrend Brescia und Bergamo venezianisch blieben.

Mit dem Westfälischen Frieden schied die Lombardei 1648 formell aus dem Verband des Heiligen Römischen Reiches aus, zu dem sie seit dem Ende der Staufer ohnehin nur noch locker gehört hatte. An der territorialen Zuordnung änderte sich durch den Westfälischen Frieden nichts.

Infolge des Spanischen Erbfolgekriegs wurden Mantua 1708, Mailand 1714 und Parma 1735 österreichisch. Der Westen des Herzogtums vom Valle Antigorio bis hinunter nach Piacenza fiel 1713/1748 an Savoyen/Königreich Piemont-Sardinien.

Französische Revolution und Napoleon

In seinem Italienfeldzug ab M√§rz 1796 konnte Napoleon rasch gro√üe Teile Norditaliens ‚Äď die Lombardei sowie Teile des Kirchenstaats und Sardinien-Piemonts ‚Äď erobern. Unterst√ľtzt wurde er dabei von der verbreiteten Abneigung der Italiener gegen die √∂sterreichische Fremdherrschaft. Sie sprachen sich f√ľr eine Demokratie und gegen Feudalismus und Klerikalismus aus. Obwohl das Direktorium eigentlich andere Pl√§ne hatte, arbeitete Napoleon auf die Errichtung einer eigenst√§ndigen Republik im Norden Italiens hin.

Napoleon beseitigte die √∂sterreichische Herrschaft in Mailand und Mantua ebenso wie die Selbst√§ndigkeit Venedigs. Im Oktober 1796 wurde s√ľdlich des Po die Cispadanische Republik gegr√ľndet, am 9. Juli 1797 n√∂rdlich des Po die Transpadanische Republik, die im Wesentlichen das Territorium der Lombardei umfasste. Im Laufe des Jahres wurde die Republik in Cisalpinische Republik umbenannt, und es wurden ihr die Cispadanische Republik, Teile Venetiens, die w√§hrend des Winterfeldzugs gegen √Ėsterreich annektiert worden waren sowie das schweizerische Veltlin angegliedert. Die Gebiete westlich von Mailand kamen mit dem Piemont unter franz√∂sische Milit√§rverwaltung. Das Herzogtum Parma blieb zun√§chst erhalten.

Die Phase von recht gro√üer Freiheit endete mit dem Zweiten Koalitionskrieg im April 1799, und die von den Franzosen errichteten Republiken in Italien brachen unter dem Vormarsch der russischen Armeen des Generals Suworow zusammen. Nach seinem Staatsstreich im November √ľberquerte Napoleon abermals die Alpen und konnte die √∂sterreichisch-russische Armee wieder zur√ľckdr√§ngen. Nach der Schlacht von Marengo wurde die Cisalpinische Republik wieder errichtet.

Nach den Friedensschl√ľssen von Lun√©ville und Amiens wandelte Napoleon die Cisalpinische Republik mittels einer konstituierenden Versammlung in Lyon in eine italienische Republik um. An deren Spitze wurde auf franz√∂sischen Druck Napoleon selbst f√ľr zehn Jahre gew√§hlt. Weitgehend auf repr√§sentative Funktionen beschr√§nkt war der Vizepr√§sident Francesco Melzi d'Eril, ein lombardischer Adliger. Es gab eine Verfassung und eine legislative Versammlung, aber in der Praxis wurde das Staatsgebilde weitgehend von Frankreich aus gesteuert.

Nach der Gr√ľndung des Franz√∂sischen Kaiserreichs 1804 wurden auch die italienischen Staaten nun offiziell in Monarchien umgewandelt. Napoleon selbst wurde am 26. Mai 1805 mit der alten langobardischen Eisenkrone gekr√∂nt, nachdem sein Bruder Joseph die K√∂nigsw√ľrde abgelehnt hatte. Sein Stiefsohn Eug√®ne de Beauharnais wurde Vizek√∂nig. Parma wurde dem franz√∂sischen Empire angegliedert.

Risorgimento

Nach dem Sturz Napoleons 1814 √ľbergab Eug√®ne Mailand ohne Widerstand an √Ėsterreich. Der Wiener Kongress gab Habsburg au√üer Mailand auch Venetien ‚Äď einschlie√ülich der zuvor venetianischen Teile der Lombardei ‚Äď und stellte im √ľbrigen Italien weitgehend die vornapoleonischen Verh√§ltnisse wieder her. Die Lombardei und Venetien wurden zum K√∂nigreich Lombardisch-Venetien zusammengefasst, als dessen K√∂nige die √∂sterreichischen Kaiser fungierten, wenn auch die Verwaltung von √Ėsterreich getrennt war.

Die starke Abh√§ngigkeit von Wien, die Polizeimethoden und die von Deutschen dominierte B√ľrokratie wurde bald zum √Ąrgernis f√ľr die Italiener. Die Ideen der Carbonari schwappten aus S√ľditalien in die Lombardei √ľber. Das politische Ziel ‚Äď eine Vereinigung Norditaliens unter dem sardinisch-piemontesischen K√∂nig Karl Albert, eine Konf√∂deration der italienischen Staaten oder eine italienische Republik ‚Äď war noch umstritten. Allen diesen Richtungen war gemeinsam, dass die √Ėsterreicher aus Norditalien vertrieben werden sollten.

Als die Revolution von 1848 in mehreren europ√§ischen Hauptst√§dten ausbrach, kam es in Mailand zu den Aufst√§nden der Cinque giornate (18.‚Äď22. M√§rz), und die √∂sterreichischen Truppen mussten sich aus der Stadt zur√ľckziehen. Wenige Wochen sp√§ter erkl√§rte das Piemont √Ėsterreich den Krieg und marschierte in die Lombardei ein. So wie die Revolution anderswo in Europa zusammenbrach, wurden auch die alten Zust√§nde in der Lombardei wiederhergestellt.

Im Anschluss daran versuchte Cavour von Piemont aus mit franz√∂sischer Unterst√ľtzung, die Lombardei von √Ėsterreich zu l√∂sen. 1859 kam es zum von √Ėsterreich erkl√§rten Krieg. Nach Niederlagen bei Magenta (zwischen Mailand und Novara) und Solferino (s√ľdlich des Gardasees) trat √Ėsterreich die Lombardei einschlie√ülich der vormals venetianischen Gebiete um Bergamo und Brescia an Frankreich ab. 1860 trat Frankreich die Lombardei im Tausch gegen Savoyen und Nizza an Piemont-Sardinien ab. Parma und Modena blieben unabh√§ngig. Im M√§rz 1861 machte sich der piemontesische K√∂nig zum K√∂nig von Italien. Die Lombardei ist seither italienische Provinz.

Zweiter Weltkrieg

Mussolini gr√ľndete nach seiner Befreiung durch die Deutschen am Gardasee seine vollst√§ndig von Deutschland abh√§ngige und seit September 1943 von deutschen Truppen besetzte Repubblica Sociale Italiana. Die Lombardei wurde zusammen mit dem Piemont und Venetien erst in den letzten Kriegstagen befreit, nachdem die Alliierten am 19. April 1945 bei Bologna nach Norden durchgebrochen waren.

Gegenwart

Die Lombardei war in der j√ľngsten Vergangenheit Ausgangspunkt von Sezessionsbestrebungen. Am 10. M√§rz 1982, offiziell am 12. April 1984, gr√ľndete Umberto Bossi eine Lega Autonomista Lombarda, die zur Keimzelle der heutigen politischen Partei Lega Nord wurde.

Literatur

  • Dewiel, Lydia L.: Lombardei und Oberitalienische Seen. K√∂ln 51996

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Lombardei ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Commons: Lombardei ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Statistiche demografiche ISTAT. Bev√∂lkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica vom 31. Dezember 2010.
  2. ‚ÜĎ Eurostat: Regionales BIP je Einwohner in der EU27, http://epp.eurostat.ec.europa.eu/pls/portal/docs/PAGE/PGP_PRD_CAT_PREREL/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2007/PGE_CAT_PREREL_YEAR_2007_MONTH_02/1-19022007-DE-AP.PDF
  3. ‚ÜĎ http://www.wirtschaftsblatt.at/home/international/wirtschaftspolitik/arbeitslosigkeit-in-italien-mit-86-prozent-stabil-457382/index.do

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Lombardei ‚ÄĒ Lombardei ‚Ķ   Deutsch W√∂rterbuch

  • Lombardei ‚ÄĒ Lombardei, s. ‚á® Lamparten. [Zus√§tze und Erg√§nzungen] Die Lombardei ist der Garten der Welt. It.: La Lombardia √® il giardino del mondo. (Giani, 921.) ‚Ķ   Deutsches Sprichw√∂rter-Lexikon

  • Lombardei ‚ÄĒ Lombardei, hie√ü 1) der Theil von Oberitalien welcher von den Longobarden fr√ľher besessen wurde; er theilte sich in a) Oberlombardei, mit Piemont, Montferrat, Mailand; u. b) in Unterlombardei, mit Parma, Modena, Mantua, Ferrara, Bologna, Padua,… ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Lombardei ‚ÄĒ (Lombardie), Landschaft des K√∂nigreichs Italien, im N. von der Schweiz (Kantone Tessin und Graub√ľnden), im NO. von √Ėsterreich (Tirol), im O. von Venetien, im S. von der Emilia und Ligurien, im W. von Piemont begrenzt, umfa√üt die Provinzen Be ‚Ķ   Meyers Gro√ües Konversations-Lexikon

  • Lombardei ‚ÄĒ Lombardei, Landschaft in Oberitalien, n√∂rdl. vom Po, zwischen Ticino und Mincio, benannt nach den Langobarden; fr√ľher als Teil von Gallia cisalpina r√∂m. Provinz, 476 von Odoaker, 483 von den Ostgoten, 553 von den Griechen, 568 von den Langobarden ‚Ķ   Kleines Konversations-Lexikon

  • Lombardei ‚ÄĒ Lombardei, der fr√ľher von den Longobarden (s. d.) besessene Theil Oberitaliens, gegenw√§rtig zu Oesterreich, Sardinien, Parma, Modena und Toscana geh√∂rig ‚Ķ   Herders Conversations-Lexikon

  • Lombardei ‚ÄĒ Lom|bar|dei, die; : italienische Region. * * * Lombardei ¬† [nach den Langobarden], italienisch Lombardia, Region und Gro√ülandschaft in Italien, in der nordwestlichen Poebene und den s√ľdlichen Alpen, 23 861 km2, 9,03 Mio. Einwohner, mit den… ‚Ķ   Universal-Lexikon

  • Lombardei ‚ÄĒ Lom|bar|dei, die; (italienische Region) ‚Ķ   Die deutsche Rechtschreibung

  • Lombardei-Venedig ‚ÄĒ Lombardei Venedig, s. Lombardisch Venetianisches K√∂nigreich ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Lombardei-Rundfahrt ‚ÄĒ Lombardei Rundfahrt, ¬† Stra√üenradsport: ein Klassiker ‚Ķ   Universal-Lexikon


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.