Lordschaft Irland


Lordschaft Irland
Übersicht der "Staaten" auf der irischen Insel; ausgenommen Nordirland

Die Lordschaft Irland (engl. Lordship of Ireland, irisch Tiarnas na hÉireann, 1171 bis 1541) war nominell ein inselumfassender irischer Staat in Folge der normannischen Invasion der Ostküste Irland im Jahre 1169. Trotz dieser Tatsache blieb die Herrschaftsgewalt des Staates, neben einigen normannischen Hochburgen, auf ein kleines Gebiet rund um Dublin beschränkt; ein Gebiet, das später als The Pale bekannt werden sollte.

Ursprung

Wappen der Lordschaft Irland

Der Ursprung der Lordschaft liegt in der Entscheidung Diarmuid MacMorroughs, einem Fürsten aus Leinster, den normannischen Krieger Richard de Clare (alias Strongbow) um Hilfe zu bitten, seinen Thron zurück zu erhalten, den MacMorrough an eine Konföderation unter dem neuen irischen Hochkönig verloren hatte. Heinrich II., Regent über England und Teile von Frankreich, plante daraufhin eine Invasion Irlands, um de Clare unter Kontrolle zu behalten, den er als Gefahr für die Stabilität seines eigenen Königreiches ansah - es gab in England seit dem 10. Jahrhundert die Angst, dass angelsächsische Flüchtlinge Irland oder Flandern als Basis für einen Angriff auf England nutzen könnten.

Ein weiterer Grund für die Invasion von Heinrich II. war eine Bulle von Papst Hadrian IV., die es dem englischen Monarchen erlaubte, Irland zu besetzen. Irland war zu dieser Zeit noch von einem keltisch-christlichen Glauben geprägt, der unabhängig von der katholischen Kirche war. Durch eine Invasion Heinrichs konnte der Papst diese Kirche der römisch-katholischen Kirche einverleiben. Das Recht, Souveränität über verschiedene Inseln an Monarchen zu verteilen erhielt der Papst durch ein Dokument, das als Konstantinische Schenkung bekannt ist. Er vermachte dem englischen Monarchen also Irland als Feudalgebiet unter der Oberherrschaft des Papstes. Diese Bulle machte den englischen König zum "Lord of Ireland" (Lord von Irland).

Nach der Eroberung eines kleinen Teils der irischen Ostküste, nutzte Heinrich das Land um einen Disput innerhalb seiner Familie zu schlichten. Heinrich hatte sein Territorium unter seinen Söhnen aufgeteilt, lediglich sein Sohn Johann (John Lackland im englischen) hatte bisher kein Gebiet erhalten - daher stammt dessen Spitzname Johann Ohneland. Heinrich vermachte nun Irland seinem Sohn Johann, der damit 1185 zum Lord of Ireland (Dominus Hiberniae) wurde. Irland war damit die Lordschaft Irland.

Das Schicksal sorgte allerdings für die Tode von Johanns älteren Brüdern. Johann wurde dadurch zum König von England und die Lordschaft Irland wurde anstatt eines separaten Gebiets, das von einem geringen englischen Prinz beherrscht wurde zu einem territorialen Teil der englischen Krone. Englische Monarchen nutzen den Titel Lord of Ireland auch weiterhin, um ihren Anspruch auf die irische Insel zu untermauern.

Im Jahr 1541 wurde der Titel durch den Act of the Irish Parliament in König von Irland (King of Ireland), und der Name des Staates in Königreich Irland (Kingdom of Ireland) geändert. Dies geschah auf Drängen von Heinrich VIII., weil ihm der Titel ursprünglich vom Papst gewährt wurde und Heinrich VIII. von der katholischen Kirche exkommuniziert worden war, so dass der Titel nicht länger gültig war.

Siehe auch


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