Loren

Sophia Loren (1992)

Sophia Loren [ˈlɔren] (* 20. September 1934 in Rom; eigentlich Sofia Villani Scicolone) ist eine italienische Filmschauspielerin. Sie entwickelte sich in den 60er-Jahren zum Weltstar.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Sophia Loren wuchs in der Kleinstadt Pozzuoli bei Neapel in ärmlichen Verhältnissen auf. Ihr Vater Riccardo Scicolone, Sohn der Sofia Scicolone, heiratete ihre Mutter Romilda Villani auch nach der Geburt ihrer Schwester Maria nicht und verließ die Familie. Die Mutter versuchte, aus der Schönheit Sophias Kapital zu schlagen, um ihre Familie durchzubringen. Sophia durfte zu Misswahlen, wirkte als Modell für Fotoromanzen und erhielt Komparsenauftritte in Filmen.

Bei dem Schönheitswettbewerb zur Miss Rom wurde sie 1950 Zweite und lernte dabei ihren zukünftigen Ehemann, den 22 Jahre älteren italienischen Filmproduzenten Carlo Ponti kennen. Dieser förderte sie fortan und erfand für sie den Namen Sophia Loren. Die beiden heirateten am 17. September 1957, nachdem sich Ponti in Mexiko von seiner ersten Frau hatte scheiden lassen. Allerdings wurde die Scheidung vom italienischen Staat nicht anerkannt und Ponti wurde der Bigamie bezichtigt. 1962 wurde die Ehe Loren/Ponti annulliert. Sophia Loren, Carlo Ponti und seine erste Frau Giuliana Fiastri, wurden daraufhin 1966 französische Staatsbürger. Nach der Scheidung von seiner ersten Frau legalisierten Loren und Ponti am 9. April 1966 ihre Ehe.

1957 kam Sophia Loren auf eine Initiative Pontis nach Hollywood und stand in "Stolz und Leidenschaft", ihrem ersten US-Film, vor der Kamera. In den USA drehte sie Filme u.a. mit Stars wie Anthony Quinn, Clark Gable, Cary Grant, Frank Sinatra, Anthony Perkins, Charlton Heston, Paul Newman und Gregory Peck.

In Italien stand sie eine Zeit lang in einem Konkurrenzverhältnis zu Gina Lollobrigida, dem anderen Sexsymbol der damaligen Zeit. Mit ihrem Filmpartner Marcello Mastroianni bildete Sophia Loren in vielen italienischen Produktionen ein Traumpaar. Mit dem Regisseur Vittorio De Sica arbeitete sie gerne zusammen.

Sophia Loren ist die Taufpatin von Drew Barrymore.

In über 100 Filmen hat Sophia Loren bisher mitgewirkt. In den 1980er Jahren sind auch einige Fernsehproduktionen mit diesem Weltstar entstanden. Ihre deutsche Standard-Synchronstimme ist Marion Degler.

1980 kam Sophia Loren in die Schlagzeilen, als sie zu 30 Tagen Haft wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde. Die Strafe trat sie in Caserta im Mai 1982 an.

Am 11. Februar 2006 trug sie im Rahmen der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin gemeinsam mit anderen Berühmtheiten die Olympische Flagge ins Turiner Olympiastadion.

Zusammen mit ihrem Ehemann Carlo Ponti hat sie zwei Kinder: Carlo jr. (geb. 1968) und Edoardo (geb. 1973). Die Familie lebt am Genfersee und besitzt zudem eine Ranch in Kalifornien, einen Palazzo in Rom, ein Chalet in der Schweiz und eine Wohnung im Trump World Tower in New York City.

Carlo Ponti starb am 10. Januar 2007 94-jährig in einem Genfer Krankenhaus.

Sophias Schwester Anna Maria Scicolone heiratete Romano Mussolini, einen Jazzpianisten, der als dritter Sohn des faschistischen Diktators Benito Mussolini geboren wurde. Sophia Loren ist damit die Tante der neofaschistischen Politikerin Alessandra Mussolini, der Enkelin des Diktators. Sophia Loren förderte die Karriere Alessandra Mussolinis: Sie brachte sie dazu, nackt für den Playboy zu posieren. Außerdem gab sie ihr Rollen in Filmen, in denen sie selbst spielte: Die Sünde (Bianco, rosso e...) (1972), Ein besonderer Tag (1973), Ein bißchen blond (Qualcosa di biondo) (1984) und Samstag, Sonntag, Montag (Sabato, domenica e lunedì) (1990) auf.

Für Aufsehen sorgte Sophia Loren zuletzt, als sie 2007 im Pirelli-Kalender nackt posierte. Außerdem durch die Versteigerung eines Francis-Bacon-Gemäldes aus dem Nachlass ihres verstorbenen Mannes Carlo Ponti kurz nach dessen Tod [1] 2007 kündigte die 72-Jährige an, bei einem Aufstieg des Fußballclubs SSC Neapel nochmals nackt aufzutreten [2]. Obwohl dies dem Verein in der Saison 2006/07 gelang, hat Loren ihr Versprechen bis heute nicht eingelöst.

Familiengeschichte

  1. Vater: Riccardo Scicolone
  2. Mutter: Romilda Villani
  3. Großmutter (vs.): Sofia Scicolone
  4. Tante (vs.): Maria Scicolone
  5. Schwester: Anna Maria Mussolini (* Mai 1938), geb. Villani
  6. Ehemann: Carlo Ponti (* 11. Dezember 1912 in Magenta; † 10. Januar 2007), Filmproduzent
  7. 1. Kind: Carlo Ponti (* 29. Dezember 1968), Dirigent
  8. 2. Kind: Edoardo Ponti (*6. Januar 1973), Regisseur
  9. Schwiegertochter (zu #7): Andrea Mészáros, Geigerin aus Ungarn
  10. Schwiegertochter (zu #8): Sasha Alexander (eigentl.: Suzana Drobnjakovic) (* 17. Mai 1975), Schauspielerin
  11. Enkelin (zu #8 & #10): Lucia Ponti (* 12. Mai 2006)
  12. Enkel (zu #7 & #9): Vittorio Ponti
  13. Schwager (zu #5): Romano Mussolini (1927–2006), Jazzpianist und Maler, dritter Sohn des Diktators Benito Mussolini
  14. Nichte (zu #5 & #13): Alessandra Mussolini, faschistische Politikerin
  15. Nichte (zu #5 & #13): Elisabetta Mussolini

Filme (chronologisch)

  • 1949: (Cuori Sul Mare)
  • 1950: (Il Voto)
  • 1950: (Le Sei Mogli Di Barbablu)
  • 1950: (Io Sono Il Capataz)
  • 1951: Quo vadis? (Quo Vadis)
  • 1951: (Milano Miliardaria)
  • 1951: Anna (Anna)
  • 1951: (Il Mago Per Forza)
  • 1951: Zorro, der Held (Il Sogno Di Zorro)
  • 1951: (E'Arrivato L'Accordatore)
  • 1951: (Era Lui... Si, Si / Quelles Drôles De Nuits)
  • 1952: (La Favorita)
  • 1952: Mädchenhandel (La Tratta Della Bianche)
  • 1953: Weiße Frau in Afrika (Africa Sotto I Mari)
  • 1953: Aida (Aida)
  • 1953: (Ci Troviamo In Galleria)
  • 1953: (Tempi Nostri (Tempi Nostri)
  • 1953: Sonntag in Rom (La Domenica Della Buona Genti)
  • 1953: (Il Paese Dei Campanelli)
  • 1953: Drei Sünderinnen (Un Giorno In Preturia)
  • 1953: Für Männer gefährlich / Und keiner läßt sie schlafen (Pelligrini D'Amore)
  • 1954: Zwei Nächte mit Kleopatra (Due Notti Con Cleopatra)
  • 1954: Karussell Neapel (Carosello Napoletano)
  • 1954: Attila, die Geißel Gottes (Attila Flagello Di Dio)
  • 1954: Die verkaufte Unschuld (Miseria Et Nobilta)
  • 1954: Das Gold von Neapel (L'Oro Di Napoli)
  • 1954: Die Frau vom Fluß (La Donna Del Fiume)
  • 1955: Schade, dass du eine Kanaille bist (Peccato Che Sia Una Canaglia)
  • 1955: Männer mögen's so / Im Zeichen der Venus (Il Segno Di Venere)
  • 1955: Eine Frau für schwache Stunden (La Bella Mugnaia)
  • 1955: Liebe, Brot und 1000 Küsse (Pane, Amore E...)
  • 1956: Wie herrlich, eine Frau zu sein (La Fortuna Di Essere Donna)
  • 1956: Stolz und Leidenschaft
  • 1956: Der Knabe auf dem Delphin (Boy On A Dolphin)
  • 1957: Die Stadt der Verlorenen (Legend of the Lost)
  • 1957: Begierde unter Ulmen (Desire Under The Elms)
  • 1958: Hausboot (Houseboat)
  • 1958: Der Schlüssel (The Key)
  • 1959: Die schwarze Orchidee (The Black Orchid)
  • 1959: So etwas von Frau (That Kind of Woman)
  • 1960: Es begann in Neapel (It Started in Naples)
  • 1960: Die Dame und der Killer (Heller In Pink Tights)
  • 1959: Prinzessin Olympia / Olympia (A Breath of Scandal)
  • 1960: Und dennoch leben sie (La Ciociara)
  • 1960: Die Millionärin (The Millionairess)
  • 1961: El Cid (El Cid)
  • 1961: Madame Sans Gêne
  • 1961: Boccaccio 70 (Boccaccio 70)
  • 1962: Die dritte Dimension (Le Couteau Dans La Plaie / La Troisième Dimension)
  • 1962: Die Eingeschlossenen (I Sequestrati Di Altona / Les Sequestres D'Altona)
  • 1963: Gestern, heute und morgen (Ieri, Oggi, Domani / Hier, Aujourd'Hui, Demain)
  • 1963: Der Untergang des Römischen Reiches (The Fall of the Roman Empire)
  • 1964: Hochzeit auf italienisch (Matrimonio All'Italiana / Mariage A L'Italienne)
  • 1964: Geheimaktion Crossbow (Operation Crossbow)
  • 1965: Lady L (Lady L)
  • 1966: Judith (Judith)
  • 1966: Arabeske (Arabesque)
  • 1966: Die Gräfin von Hongkong (A Countess From Hongkong)
  • 1966: Schöne Isabella (C'Era Una Volta)
  • 1967: Die Über-Sinnliche (Questi Fantasmi)
  • 1969: Sonnenblumen (I Girasoli)
  • 1970: Die Frau des Priesters (La Moglie Del Prete)
  • 1971: Mortadella (La Mortadella)
  • 1971: Die Sünde (Bianco, Rosso E...)
  • 1972: Der Mann von La Mancha (Man of La Mancha / L'Uomo Della Mancha)
  • 1973: Die Reise nach Palermo (Il Viaggio / Le Voyage)
  • 1974: Das Urteil (Le Verdict / L'Accusa E: Violenza Carnale E Omicidio)
  • 1974: Flüchtige Begegnung (Brief Encounter)
  • 1974: Die Puppe des Gangsters (La Pupa Del Gangster)
  • 1976: Treffpunkt Todesbrücke (Cassandra Crossing)
  • 1977: Angela (Angela)
  • 1977: Ein besonderer Tag (Una Giornata Particolare / Une Journée Particulière)
  • 1978: Verstecktes Ziel (Brass Target)
  • 1978: Blutfehde (Fatto Di Sangue Fra Due Uomini Per Causa Di Una Vedova)
  • 1979: Firepower (Firepower)
  • 1986: Drug Fighter (Courage)
  • 1995: Prêt-à-porter
  • 1995: Der dritte Frühling – Freunde, Feinde, Fisch & Frauen (Grumpier Old Men)
  • 2002: Zwischen Fremden
  • 2009: Nine

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)

sowie zahlreiche

Literatur

  • von Sophia Loren
    • Das Geheimnis meiner Schönheit. Ullstein, Frankfurt/M. 1985, ISBN 3-550-07737-8.
    • Komm, iß mit mir. Lübbe, Bergisch Gladbach 1978, ISBN 3-404-01030-2.
    • Rezepte und Erinnerungen. Heyne, München 1999, ISBN 3-453-15965-9.
    • „Wie herrlich eine Frau zu sein“ (Lucky to be a woman / La fortuna di essere donna). Baer Family Records, Hambergen 2003, ISBN 3-89795-895-3 (dreisprachige Ausgabe mit 2 CDs und 1 DVD)
  • über Sophia Loren
    • Yann-Brice Dherbier (Hrsg.):Sophia Loren. Bilder eines Lebens.Henschel-Verlag, Berlin 2008, ISBN 3-89487-624-7
    • Lars-Olaf Beier: Sophia Loren. Eine Hommage. Henschel-Verlag, Berlin 1994, ISBN 3-89487-203-9.
    • Giovanna Bertelli (Hrsg.): Sophia Loren. Schirmer-Mosel, München 2003, ISBN 3-8296-0101-8.
    • Aaron E. Hotchner: Sophia Loren. Ihre Filme, ihr Leben ("Sophia, living and loving"). Wilhelm Heyne Verlag, München, 1989, ISBN 3-453-86069-1. (Heyne Filmbibliothek; Bd. 69)
    • Stefano Masi: Sophia Loren. Gremes, Rom, 2001, ISBN 88-8440-038-4.
    • Italo Moscati: Sophia Loren. Eine Biographie. Herbig, München 1995, ISBN 3-7766-1924-4.
    • Berndt Schulz: Sophia Loren. Herrlich, eine Frau zu sein. In: Adolf Heinzlmeier u.a.: Glanz und Mythos der Stars der 40er und 50er Jahre (Die Unsterblichen des Kinos; Bd. 2). S. Fischer, Frankfurt/M. 1980, ISBN 3-596-23658-4, S. 210–217

Quelle

  1. SZOn - Error 404
  2. www.20minuten.ch: News von jetzt!

Weblinks


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