Los Angeles

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Los Angeles
Los Angeles
Spitzname: City of Angels, L.A., Gang Capital of the Nation, Horizontal City
Skyline von Los Angeles (Downtown LA)
Skyline von Los Angeles (Downtown LA)
Siegel von Los Angeles
Siegel
Flagge von Los Angeles
Flagge
Lage im County und in Kalifornien
LA County Incorporated Areas Los Angeles highlighted.svg
Basisdaten
GrĂŒndung: 4. September 1781
Staat: Vereinigte Staaten
Bundesstaat: Kalifornien
County:

Los Angeles County

Koordinaten: 34° 3â€Č N, 118° 15â€Č W34.052222222222-118.24361111111100Koordinaten: 34° 3â€Č N, 118° 15â€Č W
Zeitzone: Pacific Standard Time (UTC−8)
Einwohner:
– Metropolregion:
3.831.868 (Stand: 2009 (SchÀtzung))
12.874.797 (Stand: 2009)
Bevölkerungsdichte: 3.154,1 Einwohner je kmÂČ
FlĂ€che: 1.290,6 kmÂČ (ca. Err miÂČ)
davon 1.214,9 kmÂČ (ca. 469 miÂČ) Land
Höhe: 100 m
Gliederung: 15 Stadtbezirke
Postleitzahlen: 90001-90068, 90070-90084, 90086-90089, 90091, 90093-90097, 90099, 90101-90103, 90174, 90185, 90189
Vorwahl: +1 213, 310, 323, 424, 661, 818
FIPS: 06-44000
GNIS-ID: 1662328
WebprÀsenz: www.lacity.org
BĂŒrgermeister: Antonio R. Villaraigosa

Los Angeles [lɒs ˈÊndʒələs] (aus dem spanischen Los Ángeles [losˈaƋxeles] ‚Die Engel‘) oder auch kurz L.A., ist die grĂ¶ĂŸte Stadt im US-Bundesstaat Kalifornien. Sie liegt am Pazifischen Ozean und dem Los Angeles River.

Los Angeles ist mit 3.831.868 Einwohnern (2009)[1] im Stadtgebiet nach New York die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt der Vereinigten Staaten.[2] Mit 11,8 Millionen Einwohnern in der Agglomeration,[3] knapp 13 Millionen Einwohnern in der Metropolregion (Metropolitan Statistical Area) und 17,8 Millionen in der erweiterten Metropolregion steht die Greater Los Angeles Area unter den grĂ¶ĂŸten Metropolregionen der Welt an 17. Stelle.[4] Die Einwohner von Los Angeles werden Angelenos (ĂŠndʒəˈlinoʊz) genannt.

Los Angeles ist Hauptstadt und Verwaltungssitz des Los Angeles County. Die Stadt ist das Wirtschafts-, GeschĂ€fts- und Kulturzentrum Kaliforniens mit zahlreichen UniversitĂ€ten, Hochschulen, Forschungsinstituten, Theatern und Museen. Los Angeles ist weltgrĂ¶ĂŸter Standort fĂŒr die Flugzeug- und Raumfahrtindustrie und bekannt wegen der dort ansĂ€ssigen Film- und Fernsehindustrie (Hollywood) und Musikszene.

Inhaltsverzeichnis

Der Name der Stadt

Die Stadt wurde am 4. September 1781 offiziell von Gouverneur Felipe de Neve als El Pueblo de la Reina de Los Ángeles (Spanisch „Das Dorf der Königin der Engel”) gegrĂŒndet.[5] Der gegenwĂ€rtige Name Los Angeles ist eine VerkĂŒrzung des GrĂŒndungsnamens auf „die Engel”.

Weit verbreitet war ursprĂŒnglich auch der inoffizielle Name El Pueblo de Nuestra Señora la Reina de los Ángeles del RĂ­o de PorciĂșncula [el ˈpweÎČlo de ˈnwestÉŸa seˈÉČoÉŸa la ˈreiÌŻna de los ˈaƋxeles del ˈrio de poÉŸsiˈuƋkula] (Das Dorf Unserer Lieben Frau, Königin der Engel des Flusses Portiuncula).[5]

Im Gegensatz zur landlĂ€ufigen Meinung, dass der ursprĂŒngliche Name so lautete, haben Wissenschaftler aus offiziellen Dokumenten von Gouverneur Felipe de Neve, Generalbefehlshaber Theodor de Croix und Vizekönig Antonio MarĂ­a de Bucareli y UrsĂșa festgestellt, dass die Siedlung einfach den Namen El Pueblo de la Reina de Los Ángeles trug.

Die hĂ€ufig (auch umgangssprachlich) verwendete AbkĂŒrzung lautet „L.A.“. Wegen der spanischen Bedeutung des Stadtnamens trĂ€gt die Stadt den Beinamen City of Angels (Stadt der Engel).

Geographie

Geographische Lage

Satellitenaufnahme der Bucht von Santa Monica

Der Stadtkern und die Vororte von Los Angeles liegen in einer hĂŒgeligen KĂŒstenregion durchschnittlich 100 Meter ĂŒber dem Meeresspiegel.[6] Im Westen und SĂŒden grenzt die Stadt an die Bucht von Santa Monica des Pazifischen Ozeans. Im Osten und Norden ist sie von Gebirgsketten umgeben. Ebenfalls im Norden der Stadt liegt das San Fernando Valley, in dem ein Drittel der Bewohner in EinfamilienhĂ€usern lebt. Das Tal ist durch den Griffith Park und die Santa Monica Mountains von Hollywood und der Innenstadt abgeschnitten.

Das administrative Stadtgebiet hat eine FlĂ€che von 1.290,6 kmÂČ. Davon sind 1.214,9 kmÂČ LandflĂ€che und 75,7 kmÂČ WasserflĂ€che. Das Stadtgebiet erstreckt sich 71 km in Nord-SĂŒd-Richtung und 47 km in Ost-West-Richtung. Es ist durch ein System von Schnellstraßen aus Stahl- und Betonkonstruktionen miteinander verbunden. Die Stadt wird durch die grĂ¶ĂŸte Kraftfahrzeugdichte der Welt belastet, die Auto- und Industrieabgase sind zu einem drĂ€ngenden Umweltproblem geworden. Daher gehört Los Angeles zu den StĂ€dten mit der grĂ¶ĂŸten Belastung durch Smog in den USA.

Die Stadt wird manchmal als horizontal city (horizontale Stadt) bezeichnet, da sie relativ wenige Wolkenkratzer besitzt und das gesamte Stadtgebiet sehr weitlĂ€ufig ist. Hohe GrundstĂŒckspreise fĂŒhren im Zentrum von Los Angeles trotzdem dazu, dass HochhĂ€user sich dort inzwischen auch durchsetzen. Die Agglomeration, also das durchgĂ€ngig bebaute Gebiet, nimmt eine FlĂ€che von 4320 Quadratkilometern ein.

Zur Metropolregion von Los Angeles gibt es verschiedene Definitionen:

  • Das Metropolitan Statistical Area (MSA) umfasst die 15 Stadtbezirke (Districts) von Los Angeles sowie die beiden Countys Los Angeles (Metropolitan Division Los Angeles-Long Beach-Glendale) und Orange (Metropolitan Division Riverside-San Bernardino-Ontario). Es hat eine BodenflĂ€che von 12.562 Quadratkilometer.
  • Zum Combined Statistical Area (CSA) gehören 173 selbstĂ€ndige StĂ€dte. Es umfasst die Countys Los Angeles, San Bernardino, Riverside, Ventura und Orange. Die erweiterte Metropolregion erstreckt sich somit bis an die Grenze von Nevada und hat eine FlĂ€che von 87.941 Quadratkilometer. Dabei wird nur ein Bruchteil dieser FlĂ€che stĂ€dtischer Nutzung ĂŒbergeben; der grĂ¶ĂŸte Teil der FlĂ€che besteht aus unbewohnten Teilen der Mojave-WĂŒste sowie des Joshua Tree National Park, der sich in Riverside und im San Bernardino County befindet.

Geologie

3D-Darstellung des Los-Angeles-Beckens anhand einer Satellitenaufnahme
Durch das Northridge-Erdbeben von 1994 beschĂ€digte BrĂŒcke, 10 Freeway am La Cienega Boulevard

Am Ostrand der Metropolregion verlĂ€uft die San-Andreas-Verwerfung; außerdem befindet sich direkt unter der Stadt die Puente-Hills-Verwerfung. Die daraus resultierende Erdbebengefahr erklĂ€rt die strengen Bauvorschriften, die im gesamten sĂŒdkalifornischen Erdbebengebiet angewandt werden. Seit 1800 wurde Los Angeles von neun großen Erdbeben mit einer Magnitude von sechs und höher und Tausenden von kleineren Beben erschĂŒttert. Zahlreiche GebĂ€ude sind erdbebensicher gebaut, was die Anzahl an Todesopfern bei Beben wesentlich verringert.

Bis zum Jahre 1958 bestand zudem eine gesetzliche Vorschrift, wonach die Obergrenze fĂŒr GebĂ€ude 45 Meter beziehungsweise 14 Stockwerke nicht ĂŒbersteigen durfte. Eine Ausnahme war nur das Rathaus von 1928 mit 138 Metern. Erdbebensichere Konstruktionen machten das Gesetz spĂ€ter ĂŒberflĂŒssig. Die GefĂ€hrdung durch Erdbeben, die Abkehr von dichter Bebauung und die Festlegung eines Leitbildes, wonach Los Angeles eher eine Art „City in the Garden“ (Stadt im Garten) werden sollte, standen als Idee hinter dieser Vorschrift. Auch dies ist eine ErklĂ€rung fĂŒr die Ausdehnung der Stadt.

Das schwerste Erdbeben in der jĂŒngeren Geschichte war das Fort-Tejon-Erdbeben am 9. Januar 1857, nahe der heutigen Gemeinden Wrightwood und Palmdale. Das Beben der Magnitude 7,9 verursachte nur geringe SchĂ€den, da die Region zu dieser Zeit nur gering besiedelt war. WĂŒrde ein derartiges Beben heute auftreten, entstĂ€nde ein Schaden von mehreren Milliarden US-Dollar, die Verluste an Menschenleben wĂ€ren erheblich.

Am 10. MÀrz 1933 forderte ein Erdbeben der Magnitude 6,4 120 Todesopfer. In Long Beach und weiteren Orten entstand ein Sachschaden von 50 Millionen US-Dollar. Zahlreiche der beschÀdigten GebÀude waren nicht erdbebensicher gebaut. Ein weiteres schweres Erdbeben ereignete sich am 9. Februar 1971 mit einer StÀrke von 6,6. Das so genannte San-Fernando-Erdbeben von 1971 (auch Sylmar-Erdbeben) verursachte im San Fernando Valley einen Schaden von 500 Millionen US-Dollar und forderte 65 Todesopfer. Das Beben am 28. Juni 1991 hatte eine StÀrke von 5,8, verursachte aber wegen seiner Tiefe keinen OberflÀchenbruch. Es entstanden dennoch SchÀden in Höhe von 40 Millionen US-Dollar, vor allem im San Gabriel Valley.

Am 17. Januar 1994 erschĂŒtterte ein Erdbeben der StĂ€rke 6,7 die Stadt Los Angeles. Das Epizentrum des Northridge-Erdbebens lag im Stadtteil Reseda im San Fernando Valley. 57 Menschen kamen dabei ums Leben, 12.000 Personen wurden verletzt. Wichtige Verkehrsverbindungen und schĂ€tzungsweise 100.000 GebĂ€ude wurden beschĂ€digt oder zerstört. Nach Angaben der Federal Emergency Management Agency (FEMA) entstand ein Sachschaden in Höhe von 40 Milliarden US-Dollar.[7]

2008 publizierten der Geologische Dienst der USA (USGS) und das SĂŒdkalifornische Erdbebenzentrum eine neue Studie. Die Forscher prognostizierten darin fĂŒr Kalifornien bis 2038 mit einer 99,7-prozentigen Wahrscheinlichkeit ein schweres Erdbeben der StĂ€rke 6,7. Ein Beben der StĂ€rke 7,5 oder mehr wurde mit einer 46-prozentigen Wahrscheinlichkeit vorausgesagt. Der Großraum Los Angeles ist dabei etwas stĂ€rker gefĂ€hrdet als San Francisco im Norden des Bundesstaates. So liegt die Möglichkeit eines Bebens der StĂ€rke 6,7 in Los Angeles bei 67 Prozent und in San Francisco bei 63 Prozent.[8]

Am 29. Juli 2008 wurde um 11:42 Uhr Ortszeit ein Erdbeben der StĂ€rke 5,4 registriert. Das Epizentrum lag ca. 46 km ost-sĂŒd-östlich vom Stadtzentrum entfernt, in der NĂ€he von Chino Hills.[9]

Stadtgliederung

Blick vom Mount Wilson auf das Los-Angeles-Becken bei Nacht

Los Angeles gliedert sich in 15 Bezirke (Districts). Die Einwohnerzahlen beziehen sich auf die VolkszÀhlung vom 1. April 2000.[10]

Stadtbezirk FlÀche
in kmÂČ
Einwohner-
zahl
Einwohner
je kmÂČ
1st District 36,17 236.344 6.534
2nd District 130,64 258.603 1.980
3rd District 107,54 258.788 2.406
4th District 78,00 252.787 3.241
5th District 122,72 258.749 4.106
6th District 63,02 235.885 3.743
7th District 78,09 235.869 3.020
8th District 46,35 243.108 5.245
9th District 38,09 236.932 6.220
10th District 35,19 243.664 6.924
11th District 167,68 258.433 1.541
12th District 161,31 242.361 1.502
13th District 34,01 244.369 7.185
14th District 59,43 235.036 3.955
15th District 99,74 253.884 2.545
Los Angeles 1.257,97 3.694.813 2.937

Siehe auch: Liste der Stadtteile von Los Angeles, Liste der Vororte von Los Angeles

Klima

Die Stadt liegt in der subtropischen Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur betrĂ€gt 18 Grad Celsius und die jĂ€hrliche Niederschlagsmenge 305 Millimeter im Mittel. Die wĂ€rmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 22,8 Grad Celsius und der kĂ€lteste der Januar mit 13,2 Grad Celsius im Mittel. Fast der gesamte Jahresniederschlag fĂ€llt in der Zeit von November bis April, dementsprechend ist es zwischen Mai und Oktober ĂŒberwiegend trocken.

Im Sommer herrschen in Los Angeles tagsĂŒber meist Temperaturen um die 22 bis 25 Grad Celsius. Ohne die Lage an der PazifikkĂŒste wĂ€re es noch wĂ€rmer, da der Wind vom Meer die Temperaturen abschwĂ€cht. Im Winter dagegen ist es etwas kĂ€lter, wobei die Temperaturen fast nie unter 15 Grad Celsius sinken. Nachts sinkt die Temperatur durchschnittlich um circa zehn Grad Celsius ab. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 50 bis 75 Prozent.

Typisch fĂŒr das Klima in der Region von Los Angeles sind auch mehrere, relativ deutlich voneinander abgrenzbare kleinere Klimazonen. Der Grund hierfĂŒr liegt vor allem in den verschiedenen GebirgszĂŒgen, die das Becken von Los Angeles zum Beispiel vom San Fernando Valley und anderen, weiter landeinwĂ€rts gelegenen Gebieten trennen. Im San Fernando Valley beispielsweise ist es im Sommer oft mehrere Grade wĂ€rmer als an der KĂŒste, wĂ€hrend es im Winter dort spĂŒrbar kĂŒhler ist.

Alle zwei bis drei Jahre kommt es zu Hitzewellen, bei denen die Temperaturen ĂŒber 40 Grad Celsius steigen können. Ursache dafĂŒr sind die sogenannten Santa-Ana-Winde, die ĂŒber die Santa-Ana-Berge aus den östlich der Stadt gelegenen WĂŒsten kommen. Dabei entstehen immer wieder ausgedehnte Wald- und BuschbrĂ€nde. Am 3. Oktober 1933 starben im Griffith Park bei einem der schlimmsten BuschbrĂ€nde in den Vereinigten Staaten 29 Feuerwehrleute. Zwischen Ende Oktober und Anfang November 1993 vernichteten BrĂ€nde im Stadtbereich von Los Angeles tausende Hektar bebauten Landes.[11] Die höchste Temperatur wurde am 22. Juli 2006 in Woodland Hills mit 48,3 Grad Celsius gemessen, die tiefste Temperatur am 6. Februar 1989 in Canoga Park mit −7,8 Grad Celsius.[12][13]

Los Angeles
Klimadiagramm (ErklÀrung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
61
 
19
9
 
 
64
 
19
10
 
 
50
 
19
10
 
 
18
 
20
12
 
 
3.6
 
21
14
 
 
0.8
 
22
15
 
 
0.3
 
24
17
 
 
3.8
 
25
18
 
 
7.9
 
25
17
 
 
8.6
 
24
15
 
 
45
 
21
12
 
 
42
 
19
9
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: [14]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Los Angeles
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 18,7 18,8 18,6 19,7 20,6 22,2 24,1 24,8 24,8 23,6 21,3 18,8 Ø 21,3
Min. Temperatur (°C) 8,8 9,6 10,3 11,6 13,5 15,3 17,1 17,9 17,3 15,1 11,6 8,8 Ø 13,1
Niederschlag (mm) 61,0 63,8 50,3 18,3 3,6 0,8 0,3 3,8 7,9 8,6 44,7 42,2 ÎŁ 305,3
Regentage (d) 4,5 4,6 4,9 2,5 0,6 0,2 0,2 0,4 1,0 1,4 3,1 3,8 ÎŁ 27,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
18,7
8,8
18,8
9,6
18,6
10,3
19,7
11,6
20,6
13,5
22,2
15,3
24,1
17,1
24,8
17,9
24,8
17,3
23,6
15,1
21,3
11,6
18,8
8,8
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
61,0 63,8 50,3 18,3 3,6 0,8 0,3 3,8 7,9 8,6 44,7 42,2
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Quelle: [14]

Umweltprobleme

Smog in Los Angeles – Blick von den Hollywood Hills auf die Stadt
Smog in Downtown Los Angeles, Pasadena Highway

Sorgen bereitet die große Luftverschmutzung – hohe Werte an Ozon-, Stickoxid- und Kohlenwasserstoff – in Los Angeles, verursacht durch die dort ansĂ€ssige Industrie und den Autoverkehr. Der Großraum Los Angeles/Long Beach/Riverside zĂ€hlte 2007 nach einem Bericht der American Lung Association zum stĂ€dtischen Gebiet mit der höchsten Luftverschmutzung in den Vereinigten Staaten.[15] Neben Industrien und Alltagsverkehr der privaten Autos und Lastwagen kann die Luftverschmutzung zu einem wesentlichen Teil dem Hafen-Binnenverkehr zugeschrieben werden, d. h. den Lastwagen, die zwischen Kai und Ablage GĂŒter tragen und bei denen sich oft die Motoren im Leerlauf befinden. Abhilfe sollen elektrische Schwerlastwagen schaffen, die seit 2009 eingefĂŒhrt werden.[16]

Die Schadstoffkonzentrationen sind besonders im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr am höchsten. Der photochemische Smog, dessen Hauptbestandteil das Ozon ist, erreicht dagegen am Mittag seine höchste Konzentration. Da die Stadt von Gebirgsketten umgeben ist, wird der Luftaustausch mit dem weiten Umland gehemmt. Der Seewind erreicht lediglich das Becken von Los Angeles, ohne die Inversionswetterlage ĂŒber der Stadt aufzulösen.

Ozon und andere Chemikalien fĂŒhren bei der Bevölkerung zu Husten, Augenreizungen, Kopfschmerzen und Lungenfunktionsstörungen. Seit Anfang der 1980er Jahre werden Anstrengungen zur Lösung des Problems unternommen. So wurden noch 1979 an 120 Tagen im Jahr erhöhte Schadstoffwerte gemessen, 1996 – nach EinfĂŒhrung von Katalysatoren – nur noch an sieben Tagen. Im neuen Jahrtausend ist die Anzahl an Smogtagen fast auf null gesunken. Trotzdem entlĂ€sst der Großraum Los Angeles immer noch eine der landesweit grĂ¶ĂŸten Mengen an toxischen Gasen in die AtmosphĂ€re. Hauptgrund ist der nur schwach entwickelte öffentliche Verkehr.

Die Luftverschmutzung in Los Angeles gefĂ€hrdet auch die weiter entfernt liegenden Gebirgsseen und schneebedeckten Regionen der Sierra Nevada und ist verantwortlich fĂŒr das Waldsterben. Starke Winde tragen die Schadstoffe bis nach Palm Springs im Riverside County und fĂŒhren dort zu erhöhten Schadstoffkonzentrationen.

Das Zentrum von Los Angeles liegt im Smog, betrachtet von den Hollywood Hills aus.

Geschichte

StadtgrĂŒndung

Der erste EuropĂ€er in der Region war der Entdecker Juan RodrĂ­guez Cabrillo, der 1542 das Land fĂŒr Spanien beanspruchte, ohne jedoch eine Siedlung zu grĂŒnden. 1771 grĂŒndeten spanische Mönche des Franziskanerordens die Mission „San Gabriel“ nahe Whittier Narrows, die spĂ€ter den Ausgangspunkt fĂŒr die Besiedlung der Region bildete. Die spanischen Missionen in Kalifornien sollten den Einfluss Spaniens und die Macht der Kirche erweitern. Um sie vor Angriffen der dort lebenden Ureinwohner zu schĂŒtzen, wurde die Mission durch ein Fort befestigt.

Nachdem sich die Mission etabliert hatte, schickte der spanische Gouverneur Kaliforniens, Felipe de Neve, elf Familien, um das Land zu bebauen. Am 4. September 1781 wurde die Gemeinde Los Angeles mit 44 Siedlern auf dem Gebiet der TongvĂĄ-Ureinwohner gegrĂŒndet. Damals wurde dort noch hauptsĂ€chlich Viehzucht betrieben.

1803 schickte US-PrĂ€sident Thomas Jefferson die Offiziere Meriwether Lewis und William Clark mit dem Auftrag in die Region, den Landweg zur WestkĂŒste zu erkunden. Nach acht Monaten erreichte die Expedition dank der UnterstĂŒtzung von Ureinwohnern die KĂŒste des Pazifischen Ozeans. In den folgenden Jahrzehnten etablierten sich die ersten US-amerikanischen Siedler in der Region.

1821 fiel Los Angeles an Mexiko, das nach einem langen Krieg seine UnabhĂ€ngigkeit von Spanien errungen hatte. 1835 wurde die Siedlung vom mexikanischen Kongress zur Stadt und gleichzeitig zur Hauptstadt von Mexikos nördlichster Region Alta California erhoben. Der zweite Teil des Erlasses wurde allerdings niemals durchgesetzt und bald wieder revidiert. So blieb Monterey bis 1849 die Hauptstadt von Kalifornien. Die Bevölkerung wuchs bis 1836 auf 2.228 Einwohner an, um danach wieder vorĂŒbergehend zurĂŒckzugehen. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Los Angeles eine mexikanische Gemeinde, die sich vorwiegend aus amerikanischen Siedlern, armen chinesischen Arbeitern und einigen wenigen wohlhabenden mexikanischen Großgrundbesitzern zusammensetzte.

1846 proklamierte der Schulmeister William Ide die UnabhĂ€ngigkeit Kaliforniens. Die Republik bestand nur kurze Zeit. WĂ€hrend des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges zwischen 1846 und 1848 wurden Alta California und damit auch Los Angeles von US-amerikanischen Soldaten besetzt und den USA angegliedert. 1848 wurde nördlich von Sacramento Gold gefunden, das den bekannten Goldrausch auslöste. Zahlreiche Goldsucher kamen in die Region, wovon auch Los Angeles profitierte, indem es Fleisch, Obst und GemĂŒse an die Digger verkaufte.

Industrialisierung

Ölförderanlagen 1896 nahe Los Angeles
Bau des Los Angeles AquĂ€dukts in der Mojave-WĂŒste, 1909
Quinn's Superba Theatre, 518 South Broadway, 1920

Der Ort erhielt am 4. April 1850 das US-Stadtrecht im Rahmen der GrĂŒndung des Staates Kalifornien durch die USA; er hatte damals 1.610 Einwohner. Vom Sezessionskrieg (1861–1865) zwischen den aus den Vereinigten Staaten ausgetretenen SĂŒdstaaten - der Konföderation - und den in der Union verbliebenen Nordstaaten, blieb Los Angeles nahezu unberĂŒhrt.

Überschwemmungen 1861/62 und eine anschließende verheerende DĂŒrre fĂŒhrten zum Ruin vieler auf Viehzucht spezialisierter Farmen. Gleichzeitig begann, vor allem durch die GrundstĂŒcksspekulation, ein neuer Aufschwung. Die Folge war ein Anstieg der GrundstĂŒckspreise und der Zuzug von zahlreichen chinesischen, japanischen, europĂ€ischen und jĂŒdischen Einwanderern.

Die Ablehnung der chinesischen Migranten durch weite Teile der US-amerikanischen Bevölkerung steigerte sich in der wirtschaftlichen Krisenzeit der 1870er Jahre zu einer antichinesischen Hysterie. Am 24. Oktober 1871 kam es in Los Angeles zu einem rassistischen Aufstand, nachdem bei einem Krieg zwischen rivalisierenden chinesischen Banden zufĂ€lligerweise ein Weißer getötet wurde. Im weiteren Verlauf des Aufstandes fiel ein Mob von mehr als 500 europĂ€ischstĂ€mmigen Personen in Chinatown ein und tötete 19 der Bewohner. Unter den Getöteten war lediglich einer an dem ursprĂŒnglichen Bandenkrieg beteiligt. Außerdem war ein Weißer getötet worden, der versucht hatte, das Morden zu verhindern.

Die grĂ¶ĂŸte Zuwanderergruppe stammte aus dem Mittleren Westen, aus Staaten wie Iowa und Indiana, und löste als neue politische Klasse die alte mexikanische Elite ab. Schon bald wurden die alten Großfarmen parzelliert und die Bevölkerung wuchs. Von 1870 bis 1900 vergrĂ¶ĂŸerte sich die Einwohnerzahl der Stadt von knapp 6.000 auf ca. 102.000 Einwohner. In den zehn Jahren bis 1910 verdreifachte sich diese Zahl noch auf 320.000 Einwohner, wobei zu diesem Wachstum auch umfangreichen Eingemeindungen beitrugen, darunter der StĂ€dte Wilmington und San Pedro (beide 1909) im SĂŒden sowie Hollywood (1910) im Westen. Von 1899 bis 1914 wurde in San Pedro der heutige Hafen von Los Angeles gebaut.

Als wichtiger Entwicklungsmotor fĂŒr die nĂ€chsten Jahrzehnte sollte sich die Eisenbahn herausstellen. 1869 wurde die erste Eisenbahnlinie in Los Angeles eröffnet. Sie verlief ĂŒber 34 Kilometer vom heutigen Stadtzentrum zum damals noch unabhĂ€ngigen San Pedro, wo sich heute der Hafen von Los Angeles befindet. Aber erst nach der Anbindung an die Union Pacific Railroad im Jahre 1876 und an die Eisenbahnlinie nach Santa Fe im Jahre 1885 beschleunigte sich das Wachstum der Stadt. Zu dieser Zeit wurden neue BewĂ€sserungstechniken erprobt und fĂŒr die Region geeignete Anbauprodukte wie z.B. Orangen entdeckt. Die Stadt wurde bald zu einem Synonym fĂŒr gute Gesundheit, eine saubere Umwelt, reichlich Sonne und endlose Zitrusplantagen.

Ab 1890 wurde Kohle gefördert. Als weitaus wichtiger fĂŒr die weitere Entwicklung erwiesen sich jedoch die umfangreichen ÖlvorrĂ€te unter der Stadt, die im Jahre 1892 erstmals in der NĂ€he des heutigen Dodger Stadium angebohrt wurden. Von da an breiteten sich die BohrtĂŒrme in kurzer Zeit in weiten Teilen der Region aus. In der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts wurde Los Angeles zu einem der wichtigsten Zentren der Ölproduktion und 1923 wurde gar ein Viertel der Weltfördermenge in der Region von Los Angeles produziert. Auch heute noch spielt die Ölförderung eine gewisse Rolle.

Um das enorme Wachstum auch fĂŒr die weitere Zukunft sicherzustellen, machten sich die Verantwortlichen der Stadt in den Jahren vor der Jahrhundertwende Gedanken um die Wasserversorgung von Los Angeles. FĂŒr eine in einer halbtrockenen Klimazone gelegenen Stadt war und ist dies ein enorm wichtiges Thema. Bis dahin wurde Los Angeles durch den nahegelegenen Los Angeles River mit Trink- und Brauchwasser versorgt. Als dessen WasservorrĂ€te nicht mehr ausreichten, wurde 1913 im Norden das erste Los Angeles AquĂ€dukt errichtet, das Wasser aus dem 300 Kilometer entfernten Owens Valley nach Los Angeles beförderte. Mithilfe der billigen Trinkwasserversorgung war Los Angeles in den Jahren vor und nach 1910 in der Lage, zahlreiche Umlandgemeinden einzugemeinden, darunter Wilmington, San Pedro (beide 1909) und Hollywood (1910).

1910 entdeckten die Filmproduzenten die Region Los Angeles als ideales ProduktionsgelĂ€nde und zogen von New York und Chicago nach Hollywood. In den folgenden Jahren erzielten Gilbert M. Anderson mit seinen Western und Mack Sennett mit seinen Slapstick-Komödien weltweit große Erfolge. Als 1927 der Film Der JazzsĂ€nger dem Tonfilm zum Durchbruch verhalf, setzte erneut ein Aufschwung ein. Die Filmindustrie mit Sitz in Hollywood wurde zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in den Vereinigten Staaten und lockte viele Neuankömmlinge nach Los Angeles. Der erste Monumentalfilm in Farbe – David O. Selznicks Film Vom Winde verweht – kam 1939 in die Kinos und gewann zehn Oscars.

In den 1920er Jahren kam es zur Eingemeindung zahlreicher weiterer Nachbargemeinden wie Sawtelle (1922), Hyde Park (1923), Eagle Rock (1923), Venice (1925), Watts (1926), Barnes City (1927) und Tujunga (1932). Santa Monica und Beverly Hills, die wirtschaftlich und kulturell als Teile von Los Angeles betrachtet werden, konnten verwaltungsmĂ€ĂŸig aber ihre SelbstĂ€ndigkeit bis heute bewahren.

Zu den wichtigsten Ereignissen der dreißiger Jahre gehören sicher die Olympischen Spiele des Jahres 1932. Erstmals in der Geschichte der Spiele wurde zu diesem Anlass fĂŒr die mĂ€nnlichen Teilnehmer ein Olympisches Dorf gebaut. Heute ist das Dorf ein Teil des Stadtteils Baldwin Hills. Im gleichen Jahr 1932 stieg die Einwohnerzahl von Los Angeles auf ĂŒber eine Million.

Wirtschaftszentrum

North Figueroa Bridge 1938

Bereits Mitte des 20. Jahrhunderts war das kleine Vorstadthaus mit Swimming Pool und Doppelgarage zum dauerhaften Symbol der Stadt geworden. Ein großer Aufschwung setzte wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs mit der Luft- und Raumfahrtindustrie ein, die sich kriegsbedingt in großer Anzahl im Großraum Los Angeles ansiedelten.

Zahlreiche deutschsprachige Kulturschaffende und Intellektuelle wĂ€hlten Los Angeles als Zufluchtsort vor den Nationalsozialisten. Dazu gehörten unter anderem Bertolt Brecht, Marlene Dietrich, Lion Feuchtwanger, Otto Klemperer, Fritz Lang, Ernst Lubitsch, Heinrich Mann, Thomas Mann, Luise Rainer und Billy Wilder. Aber auch KĂŒnstler aus anderen LĂ€ndern fanden hier ein neues zu Hause: Luis Buñuel, Jean Renoir, Igor Strawinsky, Arturo Toscanini und viele andere. Zahlreiche große Werke der Dichter, Dirigenten, Regisseure und Maler entstanden im Exil; die Emigranten machten das Los Angeles der 1940er Jahre zu einem lebendigen Zentrum der europĂ€ischen Kultur.

Aber auch mit rassistischer Gewalt hatte die Stadt weiterhin zu kĂ€mpfen. 1943 kam es zu einer Serie von Unruhen, die als Zoot Suit Riots in die Geschichte eingingen. Sie entflammten zwischen den in der Stadt stationierten Soldaten und mexikanisch-amerikanischen Jugendbanden, angefĂŒhrt von sogenannten Pachucos, die wegen der Zoot Suits, die sie trugen, bekannt waren.

Schon in den zwanziger Jahren hatte sich trotz eines leistungsfĂ€higen Straßenbahnnetzes das Automobil zum bevorzugten Verkehrsmittel der Angelenos entwickelt. So gab es in diesem Jahrzehnt in Los Angeles mehr Autos relativ zur Einwohnerzahl als in jeder anderen amerikanischen Großstadt. Am 1. Januar 1940 wurde der Arroyo Seco Parkway, die erste Stadtautobahn, zwischen Pasadena und dem nördlichen Stadtzentrum eröffnet. Damit war der Kurs fĂŒr die weitere Entwicklung geprĂ€gt. Nach dem Krieg kauften Unternehmen wie General Motors, Greyhound Lines und die Firestone Tire & Rubber Company das Nahverkehrsnetz auf und demontierten es anschließend – dieser Vorgang ging als der Große Amerikanische Straßenbahn-Skandal in die Geschichte ein. An dessen Stelle entstand ein weitverzweigtes Autobahnnetz. Nach der PrĂ€misse der 1950er Jahre sollte kein BĂŒrger mehr als sechs Kilometer von einer Autobahnauffahrt leben. 1960 wurde das erste BĂŒrohochhaus in die ehemals niedrige Silhouette der Stadt gebaut, deren höchstes Bauwerk bis dahin das Rathaus (City Hall) von 1928 war.

Im August 1965 kam es zu schweren Rassenunruhen in Los Angeles' sĂŒdlichem Stadtteil Watts. Die als Watts-Aufruhr bezeichneten Ausschreitungen forderten innerhalb von sechs Tagen 32 Todesopfer und 874 Verletzte. Der Sachschaden betrug 45 Millionen US-Dollar.

Zug der „Gold Line“ der Metro Los Angeles in der NĂ€he von Pasadena

Der stark zunehmende Autoverkehr fĂŒhrte ab Ende der 1970er Jahre zu ersten Problemen. Smog, Dezentralisierung und eine stark steigende KriminalitĂ€t prĂ€gten das Bild der Stadt. Seit Anfang der 1990er Jahre arbeitet LA jedoch wieder am Bau eines Stadtbahnnetzes, nachdem der Öffentliche Nahverkehr der Millionenmetropole fast drei Jahrzehnte lang mit Bussen auskommen musste. Der finanzielle und bĂŒrokratische Aufwand zum Bau der Metro ist jedoch ungleich grĂ¶ĂŸer als beim Bau des ursprĂŒnglichen Netzes, da nicht nur die Stadt heute sehr viel dichter bebaut ist, sondern beim Bau der unterirdischen Strecken auch RĂŒcksicht auf Erdbeben genommen werden muss.

Die Unruhen in Los Angeles vom 29. April bis 2. Mai 1992 stellten eine der grĂ¶ĂŸten Rassenunruhen in der Geschichte der USA dar. Auslöser war der Freispruch von vier Polizisten weißer Hautfarbe, die der Misshandlung des Afroamerikaners Rodney King angeklagt waren. Bei den Unruhen starben 53 Menschen, 2.383 wurden verletzt, der Sachschaden belief sich auf 800 Millionen US-Dollar.[17]

Die Skyline von Los Angeles

Mit dem Ende des Kalten Krieges 1990 war ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt, die Luft- und Raumfahrtindustrie, stark betroffen. Nach den TerroranschlĂ€gen am 11. September 2001 und der Neuausrichtung der Verteidigungsstrategie zur BekĂ€mpfung des Terrorismus besitzt dieser Industriezweig wieder eine große wirtschaftliche als auch strategische Bedeutung fĂŒr die USA. Anfang des 21. Jahrhunderts ist der Status der Stadt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region unumstritten. Probleme, mit denen die Stadt zu kĂ€mpfen hat, sind die Arbeitslosigkeit, der enorme Verkehr, Umweltbelastungen und immer wieder auftretende Rassenunruhen.

Bevölkerung

Religionen

Katholische Kathedrale Unserer Lieben Frau von den Engeln
Mormonen-Tempel („Los Angeles California Temple“)

Los Angeles ist die Heimat von AnhĂ€ngern vieler Religionen. Unter den mehr als 100 christlichen Glaubensrichtungen ist die römisch-katholische Kirche aufgrund der hohen Zahl an Hispanics dominierend. Weitere wichtige christliche Konfessionen sind die Adventisten, Baptisten, Lutheraner, Methodisten, Orthodoxe Kirchen und Zeugen Jehovas. Kleinere religiöse Gruppen sind AnhĂ€nger der Bahai-Religion, des Buddhismus, Hinduismus, Islam, der jĂŒdischen Religion, des Mormonentums, Sikhismus, Sufismus und des Zoroastrismus.

Die römisch-katholische Kirche der Region ist im Erzbistum Los Angeles organisiert. Es wurde am 1. Juni 1922 als Bistum Los Angeles-San Diego errichtet und am 11. Juli 1936 zum Erzbistum erhoben. Mit 4,2 Millionen GlĂ€ubigen (2004) gilt es als das grĂ¶ĂŸte Bistum in den Vereinigten Staaten.[18] Es ist einer der typischen Kardinalssitze der Katholischen Kirche, dessen Erzbischof zur Erledigung seiner Hirtenpflichten sechs Weihbischöfe zur VerfĂŒgung stehen. Die Kirchenprovinz umfasst heute die BistĂŒmer Fresno, Monterey, Orange, San Bernardino und San Diego. Erzbischof von Los Angeles ist seit 1985 Roger Michael Mahony. Die 2002 nach PlĂ€nen des spanischen Architekten Rafael Moneo fertiggestellte Kathedrale Unserer Lieben Frau von den Engeln (Cathedral of Our Lady of the Angels) ist die Bischofskirche des Erzbistums.

In der Stadt steht mit dem 1956 errichteten „Los Angeles California Temple“ das (nach dem Salt Lake Temple) zweitgrĂ¶ĂŸte Heiligtum der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (Mormonen). Der Tempel ist 112 Meter lang, 82 Meter breit und besitzt eine Höhe von 78 Metern. Auf der Spitze des Tempelturmes ist eine Statue des Engels und Propheten Moroni angebracht.[19]

Los Angeles verfĂŒgt mit 490.000 Personen (2001) ĂŒber die (nach New York und Miami) drittgrĂ¶ĂŸte jĂŒdische Gemeinde in den Vereinigten Staaten.[20] Viele Synagogen befinden sich in der Stadt, die meisten im San Fernando Valley und in West Los Angeles.

Aufgrund der vielen Einwanderer aus Asien verzeichnete die buddhistische Gemeinde in den letzten Jahren einen starken Zuwachs. Los Angeles hat gegenwĂ€rtig die grĂ¶ĂŸte buddhistische Bevölkerung in den Vereinigten Staaten und beherbergt eine große Vielzahl an Schulen und Systemen des Buddhismus. Es gibt mehr als 300 buddhistische Tempel ĂŒber die Stadt verteilt.

In Los Angeles praktizierten seit Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Hindu-Swamis und Gurus. Die Self-Realization Fellowship (Gemeinschaft der Selbst-Verwirklichung) hat ihren Sitz in Hollywood und besitzt einen privaten Park in Pacific Palisades. Die gemeinnĂŒtzige religiöse Gesellschaft wurde 1920 in Los Angeles von Paramahansa Yogananda als „Kirche aller Religionen“ gegrĂŒndet. Auch Maharishi Mahesh Yogi praktizierte in der Stadt. Er brachte die Transzendentale Meditation, eine auf Ideen der Veden basierende Meditationstechnik, auf einer seiner Weltreisen 1959 nach Los Angeles.

Einwohnerentwicklung

Downtown L. A.

Die Bevölkerungsexplosion im 20. Jahrhundert – 1900 hatte die Stadt erst 102.000 Einwohner – traf Los Angeles gĂ€nzlich unvorbereitet. Die Einwohner verteilten sich auf ein großes Gebiet, und diverse Flachbauten (HandelsgebĂ€ude, Einkaufszentren) wurden errichtet. Die Einwohnerzahl von Los Angeles nimmt auch heute kontinuierlich zu; eine bedeutende Rolle spielt dabei auch die Zuwanderung aus Lateinamerika (insbesondere aus Mexiko) und aus Asien. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung von Los Angeles wurde außerhalb der USA geboren.

In Los Angeles leben Menschen aus insgesamt 140 LĂ€ndern, diese sprechen 224 verschiedene Sprachen. Laut VolkszĂ€hlung 2000 hatten die 1,7 Millionen Lateinamerikaner (Latinos) einen Anteil von 46,5 Prozent an der Gesamtbevölkerung von Los Angeles. In wenigen Jahren werden mehr Einwohner in Los Angeles Spanisch sprechen als Englisch. Die Latinos haben eine wesentlich höhere Geburtenrate als die Englisch sprechenden Bewohner der Stadt.

Eine stark zunehmende Bevölkerungsgruppe bilden die Asiaten und Zuwanderer von den Pazifischen Inseln. Sie haben einen Anteil von 11,0 Prozent an der Gesamtbevölkerung der Stadt (Afroamerikaner: 12,0 Prozent). Dabei handelt es sich ĂŒberwiegend um Japaner, Chinesen, Koreaner, Vietnamesen, Thais, Filipinos und Iraner. Die Ureinwohner spielen mit 29.412 Personen (0,8 Prozent) nur eine untergeordnete Rolle im Leben der Stadt. 29,7 Prozent der Einwohner von Los Angeles gehören der weißen Bevölkerungsgruppe (ohne Latinos) an.

Laut der VolkszĂ€hlung aus dem Jahre 2000 gab es im Stadtgebiet 3.694.820 Einwohner, 1.275.412 Haushalte und 798.719 Familien, die in der Stadt ansĂ€ssig waren. Die Bevölkerungsdichte betrug 4.923 Einwohner pro Quadratkilometer. Der Median des Einkommen je Haushalt lag bei US$ 36.687, der Median des Einkommens einer Familie bei US$ 39.942. Die grĂ¶ĂŸten Gruppen nach ethnischer Herkunft im Stadtgebiet waren: Deutsche 167.160 (4,5 Prozent), Iren 139.188 (3,8 Prozent), EnglĂ€nder 127.632 (3,5 Prozent), Italiener 95.263 (2,6 Prozent), Russen 87.419 (2,4 Prozent), Polen 56.670 (1,5 Prozent) und Franzosen 49.415 (1,3 Prozent).[21]

Am 1. Juli 2006 lebten im administrativen Stadtgebiet von Los Angeles 3.877.129 Personen.[2] Die Bevölkerungsdichte lag bei 3.191 Einwohner pro Quadratkilometer. In der Metropolregion (Metropolitan Statistical Area) lebten 12.950.129 Menschen. Die Bevölkerungsdichte betrug 1.031 Einwohner pro Quadratkilometer. In der erweiterten Metropolregion (Combined Statistical Area) lebten 17.775.984 Menschen.[4] Die Bevölkerungsdichte betrug 202 Einwohner pro Quadratkilometer.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen der eigentlichen Stadt nach dem jeweiligen Gebietsstand. Von 1800 bis 2000 handelt es sich um VolkszĂ€hlungsergebnisse und 2008 um eine SchĂ€tzung des California Department of Finance.[22]


Jahr/Datum Einwohner
1781 44
1790 139
1800 315
1810 354
1820 650
1830 770
1836 2.228
1. Juni 1850 1.610
1. Juni 1860 4.399
1. Juni 1870 5.728
1. Juni 1880 11.183
1. Juni 1890 50.395
Datum Einwohner
1. Juni 1900 102.479
15. April 1910 319.198
1. Januar 1920 576.673
1. April 1930 1.238.048
1. April 1940 1.504.277
1. April 1950 1.970.358
1. April 1960 2.479.015
1. April 1970 2.816.061
1. April 1980 2.966.850
1. April 1990 3.485.557
1. April 2000 3.694.820
1. Januar 2008 4.045.873

KriminalitÀt

Armenviertel

Probleme bereitet die hohe KriminalitĂ€t, darunter besonders die BandenkriminalitĂ€t. Los Angeles zĂ€hlt zu den StĂ€dten mit der höchsten Zahl an Straßenbanden. Nach einer SchĂ€tzung des Los Angeles Police Departments (LAPD) sind in der Stadt mehr als 400 Gangs mit mindestens 39.000 Mitgliedern aktiv. Ihnen stehen 350 Sonderbeamte der Polizei gegenĂŒber, die auf BandenkriminalitĂ€t spezialisiert sind.

Einige Gegenden gelten wegen der Straßenbanden besonders in der Nacht als sehr gefĂ€hrlich. Dazu zĂ€hlen vor allem die Stadtteile South Los Angeles und Watts sowie die Vororte Compton und Lynwood. Compton gehört nach Angaben des privaten Forschungsinstituts Morgan Quitno zu den gefĂ€hrlichsten Orten in den Vereinigten Staaten. Die Mordrate liegt hier um ein Achtfaches ĂŒber dem Landesdurchschnitt.[23]

Insgesamt wurden 2006 in Los Angeles 132.034 Straftaten registriert (2005 = 142.506 und 2004 = 163.626). Die Gesamt-KriminalitĂ€tsrate sank zum Vergleichszeitraum 2005 um 7,3 Prozent, gegenĂŒber 2004 um 19,3 Prozent. In den einzelnen Sparten verlief die Entwicklung 2006 folgendermaßen (in Klammern RĂŒckgang gegenĂŒber 2005): 481 Morde (−1,8 Prozent), 903 Vergewaltigungen (−7,2 Prozent), 14.235 RaubĂŒberfĂ€lle (+5,5 Prozent), 14.118 schwere Körperverletzungen (−9,1 Prozent), 20.020 EinbruchdiebstĂ€hle in Privatwohnungen und -gebĂ€uden (−8,2 Prozent), 29.911 DiebstĂ€hle aus Kraftfahrzeugen (−8,8 Prozent), 27.779 DiebstĂ€hle persönlicher Sachen/andere DiebstĂ€hle (−9,3 Prozent) und 24.587 AutodiebstĂ€hle (−8,1 Prozent).[24]

Politik

Stadtregierung

Rathaus

An der Spitze der Stadtverwaltung von Los Angeles steht der BĂŒrgermeister (Mayor), der von der Bevölkerung fĂŒr eine Amtszeit von vier Jahren gewĂ€hlt wird. Er ernennt Leiter der verschiedenen Ressorts der Stadtverwaltung und andere Beamte, in einigen FĂ€llen auch mit Zustimmung des Stadtrats. Der BĂŒrgermeister besitzt das Recht, gegen Verordnungen sein Veto einzulegen.

Dem Stadtrat (City Council) von Los Angeles gehören 15 District-Council-Mitglieder an. Er gliedert sich regional nach den Bezirken (Districts) der Stadt. Die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet Gesetze, legt die Grundsteuer fest und teilt den einzelnen Ressorts der Stadtverwaltung ihre finanziellen Mittel zu. Stadtratswahlen finden ebenfalls alle vier Jahre statt.

Die BĂŒrgermeisterwahlen 2005 gewann Antonio Villaraigosa mit großem Vorsprung. Er ĂŒbernahm am 1. Juli 2005 das Amt von seinem VorgĂ€nger James Hahn und ist damit der erste hispanische BĂŒrgermeister von Los Angeles seit den frĂŒhen 1870er Jahren. Als bis dahin letzter Latino-BĂŒrgermeister der Stadt war CristĂłbal Aguilar im Jahre 1872 aus dem Amt geschieden.[25]

Villaraigosa nahm schon kurz nach seiner AmtseinfĂŒhrung den Kampf gegen die verbreitete Korruption auf, indem er beispielsweise alle Lobbyisten aus den stĂ€dtischen Kommissionen entfernte. Wichtige Themen wĂ€hrend seiner Amtszeit waren unter anderem der Bau von Sozialwohnungen und die Anlage öffentlicher GrĂŒnflĂ€chen. Erfolge erzielte er in der öffentlichen Sicherheit. So geht die KriminalitĂ€tsrate seit einigen Jahren zurĂŒck. Auch beschloss der Stadtrat eine Aufstockung der Mitarbeiterzahl des Los Angeles Police Departments.[26]

Siehe auch: Liste der BĂŒrgermeister der Stadt Los Angeles

Flagge und Siegel

Siegel von Los Angeles

Die Flagge von Los Angeles wurde 1931 zum 150-jĂ€hrigen JubilĂ€um der Stadt entworfen. Sie besteht aus drei eingekerbten vertikalen Streifen in den Farben GrĂŒn, Gold und Rot, die die wichtigsten FrĂŒchte reprĂ€sentieren, die in Kalifornien angebaut werden: Oliven, Orangen und Trauben. In der Mitte ist das Stadtsiegel abgebildet. Das Siegel enthĂ€lt das Wappen der Stadt Los Angeles, bestehend aus vier Feldern. Die vier Felder beinhalten den Wappenschild der Vereinigten Staaten, die Flagge Kaliforniens, das Wappen Mexikos in der Version von 1867–1968 und die Wappen von Kastilien und LeĂłn, heute Kastilien-LeĂłn. Die beiden letzten stehen fĂŒr die Geschichte der Stadt unter Mexiko, resp. als spanische Kolonie. Umgeben ist das Wappen von den bereits oben genannten FrĂŒchten sowie vom gesetzmĂ€ĂŸigen Namen der Stadt (City of Los Angeles) und dem GrĂŒndungsdatum (1781).

StÀdtepartnerschaften

Los Angeles unterhÀlt Partnerschaften mit folgenden StÀdten:[27]

StÀdtefreundschaften

Los Angeles unterhÀlt Freundschaften mit folgenden StÀdten:[28]

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Musik und Theater

Walt Disney Concert Hall von Frank Gehry
Blick vom Kodak Theatre auf den Hollywood Boulevard


Am 23. Oktober 2003 eröffnete die von Frank Gehry entworfene Walt Disney Concert Hall. In dem GebĂ€ude sind das Los Angeles Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Gustavo Dudamel und die LA Master ChorĂ€le beheimatet. Der Bau der Konzerthalle ist auf eine öffentlich-private Partnerschafts-Initiative zwischen Lillian Disney (1899–1997), weiteren Mitgliedern der Disney-Familie sowie Sponsoren und dem Regierungsbezirk von Los Angeles zurĂŒckzufĂŒhren.

In einer HĂŒgellandschaft in Hollywood liegt die 1922 eröffnete Hollywood Bowl, ein natĂŒrliches Amphitheater. Das Hollywood Bowl Orchestra hat hier seinen Sitz, wĂ€hrend der Sommersaison auch das Los Angeles Philharmonic Orchestra. Die Beatles, Frank Sinatra und Mikhail Baryshnikov sind nur einige der legendĂ€ren KĂŒnstler, welche hier aufgetreten sind. Diverse Konzerte finden dort in den Sommermonaten statt und der Zutritt auf das GelĂ€nde ist tĂ€glich ĂŒber das ganze Jahr kostenfrei möglich.

Im Theater District am Broadway befinden sich zahlreiche große Filmtheater. Das 1893 erbaute Bradbury Building mit seinem sonnendurchfluteten Atrium, stilvollen schmiedeeisernen Balkonen war in dem Film Blade Runner zu sehen, genau wie das benachbarte Kino Million Dollar Theater aus dem Jahre 1918, das inzwischen einen allgemein zugĂ€nglichen Kirchengemeindesaal beherbergt. Das erste Kino der Vereinigten Staaten, das Electric Theatre, eröffnete 1902 in Los Angeles.

Das noch extravagantere Los Angeles Theater wurde 1931 in nur 90 Tagen fĂŒr die UrauffĂŒhrung von Charlie Chaplins Film Lichter der Großstadt fertiggestellt und lĂ€dt jedes Jahr im Juni anlĂ€sslich des Filmfestivals Last Remaining Seats Cineasten in seinen VorfĂŒhrsaal. Zu den regelmĂ€ĂŸig genutzten Traditionskinos gehört das Orpheum, ein prachtvolles Beispiel der Neorenaissance mit ausladenden Treppen und prunkvollen Kronleuchtern.

Auf dem Hollywood Boulevard steht das Grauman’s Chinese Theatre. Es wurde 1927 im Stil einer chinesischen Pagode eröffnet. WeltberĂŒhmt wurde das Kino durch die Hand- und SchuhabdrĂŒcke zahlreicher Filmstars, die in Zementblöcken im Eingangsbereich des Kinos verewigt wurden. Nahe befinden sich das 1922 in einem pseudo-Ă€gyptischen Stil eröffnete Grauman’s Egyptian Theatre und das Kodak Theatre, in welchem seit dem Jahr 2002 die Oscars (Academy Awards) der Academy of Motion Picture Arts and Sciences vergeben werden.

Museen

Getty Center

Los Angeles hat pro Kopf die meisten Museen in der ganzen Welt. Auf ca. 3.000 Einwohner kommt ein Museum.

Zu den zahlreichen Museen im Großraum Los Angeles gehören das Hammer Museum (mit einer Sammlung von vornehmlich alten Meistern und französischen Impressionisten), das Southwest Museum (es beherbergt hauptsĂ€chlich indianische AusstellungsstĂŒcke), das Los Angeles Museum of the Holocaust, das Museum of Jurassic Technology und die Huntington-Bibliothek (mit einer Sammlung von Manuskripten, BĂŒchern, Fotografien und Kunstwerken).

Das Los Angeles County Museum of Art am Wilshire Boulevard ist ein 1910 gegrĂŒndetes Kunstmuseum. Es beherbergt eine Sammlung von ĂŒber 100.000 Werken von der Antike bis zur Gegenwart. Damit ist es das grĂ¶ĂŸte Museum der Vereinigten Staaten westlich von Chicago. Besonders umfangreich und bedeutungsvoll sind die Sammlung zur amerikanischen, islamischen und koreanischen Kunst.

Am California Plaza, an der Grand Avenue, steht das 1986 eröffnete Museum of Contemporary Art. Der Komplex ist ein verspieltes Arrangement aus rötlichen geometrischen Blöcken, entworfen vom Architekten Isozaki Arata, der ihn als „kleines Dorf im Tal der Wolkenkratzer“ bezeichnete. Es beherbergt eine eindrucksvolle Sammlung von GemĂ€lden und Skulpturen von Franz Kline, Mark Rothko, Robert Rauschenberg, Claes Oldenburg und Antoni TĂ pies.

Kunstkenner besuchen das in Santa Monica gelegene Santa Monica Museum of Art in der Michigan Avenue, da hier sehr viel zeitgenössische Kunst gezeigt wird.

Ein weiteres Museum ist das Getty Center in Brentwood, einem Distrikt von West Los Angeles in den Santa Monica Mountains. Das Getty Center beherbergt seit dem Jahre 1997 das J. Paul Getty Museum und weitere wissenschaftliche Einrichtungen, wie das Getty Conservation Institute, das auf dem Gebiet der Restaurierung tĂ€tig ist, und das Getty Leadership Institute, das sich um die Aus- und Fortbildung von FĂŒhrungspersonal fĂŒr Museen kĂŒmmert.

Entworfen wurde der GebÀudekomplex von dem US-amerikanischen Architekten Richard Meier, der bereits Mitte der 1980er Jahre mit dem Entwurf beauftragt wurde. Die Bauarbeiten begannen im Jahre 1991 und dauerten bis 1997.

In Malibu hat der MilliardĂ€r Jean Paul Getty in einem Nachbau der Villa dei Papiri von Herculaneum etwa 50.000 KunstschĂ€tze zusammengetragen und im J. Paul Getty Museum der allgemeinen Öffentlichkeit kostenlos zugĂ€nglich gemacht. Die Auswahl konzentriert sich dabei auf klassische Kunstwerke wie Skulpturen, GemĂ€lde, Zeichnungen, Manuskripte und Photographien.

Bauwerke

Grauman's Chinese Theatre am Hollywood Boulevard

Das Civic Center beherbergt verschiedene RegierungsgebĂ€ude (einschließlich der City Hall, des Rathauses von Los Angeles) sowie das Los Angeles Music Center mit der Konzerthalle Dorothy Chandler Pavilion, dem Ahmanson Theatre, dem Mark Taper Forum und der Walt Disney Concert Hall.

Die Chinatown von Los Angeles

Im September 2002 wurde im Zentrum der Stadt die katholische Kathedrale Our Lady of the Angels eingeweiht; der als postmoderne Interpretation einer spanischen Missionsstation gestaltete Kirchenbau mit einem 40 Meter hohen Glockenturm ist Teil eines Kulturareals, das die Innenstadt neu beleben soll. Interessant sind auch der Farmers Market, Chinatown, Little Tokyo sowie das nahe gelegene Culver City. In dem Vorort Inglewood befindet sich das Great Western Forum.

FĂŒr Filminteressierte einen Besuch wert sind die Universal Studios in Universal City, die Warner Bros. Studios in Burbank und CBS Television City in Hollywood. Das Hollywood Sign (Hollywood-Schild) liegt im Norden der Stadt und ist vom Griffith Observatory gut zu sehen. Auf dem Hollywood Boulevard im Stadtzentrum befinden sich viele Theater und Kinos (Grauman’s Chinese Theatre, Grauman’s Egyptian Theatre, Kodak Theatre und andere) sowie der berĂŒhmte Hollywood Walk of Fame, auf dem zahlreiche Sterne eingelassen wurden, um Prominente zu ehren.

Weitere SehenswĂŒrdigkeiten sind der 310 Meter hohe U.S. Bank Tower (das zehnthöchste GebĂ€ude der USA und das höchste westlich des Mississippis), das Aon Center, die Bank of America Plaza, der City National Tower (frĂŒher Bank of America Tower) und das Staples Center (alle in Downtown).

Westin Bonaventure Hotel in Downtown Los Angeles

In der Alameda Street in Downtown befindet sich die 1939 fertiggestellte Los Angeles Union Station, der Hauptbahnhof von Los Angeles. Der Baustil kombiniert spanischen Kolonialstil, Mission Revival und spÀten Art Déco mit maurischen Architekturelementen. Die Los Angeles Public Library in der Fifth Street ist ein eher verstecktes architektonisches Juwel. Die Bibliothek bietet unter anderem alte bemalte Holzdecken und eine kirchenartige Turmhalle.

Im Broadway Theater District steht das 13-stöckige Eastern Columbia Building. Das Art Déco-Haus wurde 1930 nach PlÀnen des Architekten Claud Beelman eröffnet. Die markanten Watts Towers befinden sich im Stadtteil Watts und das Capitol Records Building in Hollywood. The Magic Castle ist das private Klubhaus der Academy of Magical Arts, eines Zauberklubs in der Franklin Avenue in Hollywood.

Vom Getty Center, Dodger Stadium in Elysian Park oder Mount Wilson bieten sich bei gutem Wetter weitreichende Aussichten ĂŒber das Stadtgebiet. Das Encounter Restaurant am Flughafen Los Angeles gilt unter Angelenos als das heimliche Wahrzeichen der Stadt.

Die bekanntesten Hotels in Los Angeles sind das Hotel Regent Beverly Wilshire (erbaut 1928), das Chateau Marmont Hotel in West Hollywood (erbaut 1929 nach dem Vorbild des Chateau Amboise im französischen Loiretal), das Beverly Hilton Hotel (1955), das Mondrian Hotel (1959) in West Hollywood und das Westin Bonaventure Hotel (1976) in Downtown.

Frank Lloyd Wrights Ennis House in Los Feliz

In Los Angeles und Umgebung befinden sich zahlreiche Meisterwerke der Villenarchitektur. Dazu gehören unter anderem das Gamble House der Architekten Charles und Henry Green, Richard Neutras Lovell House und die Bauten Irving Gills. Viele der GebĂ€ude des in Europa nahezu unbekannten Architekten Irving Gill sind zerstört oder weitestgehend verĂ€ndert worden, was zu fortschreitenden Verlusten seines Schaffens fĂŒhrt.

Weitere Beispiele der Wohnarchitektur sind das Schindler House des Architekten Rudolph Michael Schindler in West Hollywood sowie Frank Lloyd Wrights Hollyhock House in Little Armenia und Ennis House in Los Feliz. Besonders das Hollyhock House zÀhlt zu den bedeutendsten Werken Wrights. Das Haus erinnert mit seinen glatten PutzflÀchen und Ornamenten aus Betonfertigteilen an einen Maya-Tempel aus Mittelamerika. Im Hof befinden sich Wasserspiele in der Form eines Amphitheaters.

Case Study House No. 21 von Pierre Koenig

Weitere bemerkenswerte GebĂ€ude stammen von John Lautner, einem SchĂŒler Frank Lloyd Wrights. BerĂŒhmtestes Beispiel ist die 1960 entstandene Malin Residence, auch Chemosphere genannt. Das auf einer steilen Böschung ĂŒber dem San Fernando Valley erbaute GebĂ€ude erinnert in der Form an ein achtkantiges UFO, wobei ein einziger Betonpfeiler die Konstruktion trĂ€gt, was tatsĂ€chlich den Effekt des Schwebens verstĂ€rkt.

Weit verstreut ĂŒber das Stadtgebiet finden sich ferner die sogenannten Concept Houses, darunter Pierre Koenigs Bailey House, auch bekannt als Case Study House No. 21 und das Stahl House (Case Study House No. 22). Beide HĂ€user wurden auf zuvor als unbebaubar gehaltenen GrundstĂŒcken errichtet. Diese können ebenso besichtigt werden, wie das Eames House des Designers Charles Eames und seiner Ehefrau, der KĂŒnstlerin Ray Eames in Santa Monica.

Parks

Uniglobe im Themenpark Universal Studios Hollywood

Die Parks in Los Angeles und Umgebung enthalten zahlreiche Freizeit- und Kultureinrichtungen.

Im El Pueblo de Los Angeles State Historic Park liegt die 1822 fertiggestellte Plaza Church. Im Griffith Park, dem bei weitem grĂ¶ĂŸten Park von Los Angeles, befinden sich das Gene Autry Western Heritage Museum, ein Observatorium, ein Planetarium und der Zoo von Los Angeles. Der Exposition Park beheimatet das Los Angeles Memorial Coliseum, ein Museum fĂŒr Wissenschaft und Industrie sowie ein Naturhistorisches Museum.

Im zentral gelegenen Elysian Park steht das Dodger Stadium (Chavez Ravine) und außerdem noch die L.A. Police Academy. Ebenfalls direkt im Zentrum von Los Angeles liegt der Echo Park. Dort diente der Echo Park Lake als Kulisse im erfolgreichen Film Chinatown.

Nicht nur fĂŒr Kinder interessant sind die Freizeitparks Disneyland und Disney’s California Adventure mit dem 30 Meter hohen Grizzly Peak im nahegelegenen Anaheim. In der NĂ€he der Stadt gibt es den Angeles National Forest und die endlosen PazifikstrĂ€nde – die KĂŒste von Los Angeles erstreckt sich ĂŒber etwa 115 Kilometer – in Santa Monica oder auch Venice Beach.

Im Hancock Park von Los Angeles befinden sich die La Brea, eine Ansammlung von mit natĂŒrlichem Asphalt gefĂŒllter Gruben unterschiedlicher GrĂ¶ĂŸe. Die asphaltreichen Sedimente von Rancho La Brea sind bekannt als eine der an Fossilien reichsten Fundstellen aus dem PleistozĂ€n oder Eiszeitalter. Das George C. Page Museum beherbergt eine Ausstellung von Tierskeletten, darunter eine umfangreiche Sammlung von SchĂ€deln des Canis dirus, eines ausgestorbenen wolfsĂ€hnlichen Hundes. Ebenfalls im Hancock Park steht das Los Angeles County Museum of Art mit seiner Kunstsammlung.

Die Universal Studios Hollywood sind ein Themenpark, der sich in zwei Bereiche unterteilt – den „Upper Lot“ und den „Lower Lot“. Beide sind verbunden durch die weltweit grĂ¶ĂŸte und höchste Rolltreppenkonstruktion, die sich ĂŒber mehrere Ebenen erstreckt. Der Upper Lot erstreckt sich vom Eingang des Parks bis zum The Simpsons Ride, bei welchem auch die Rolltreppen in den unteren Parkteil fĂŒhren. Neben aufwendigen Live-Shows bietet der Upper Lot auch die eigentliche Studio Tram Tour, die eine Hauptattraktion darstellt. Der Lower Lot liegt mitten in den eigentlichen Studios und bietet drei Attraktionen, den Jurassic Park – The Ride, Backdraft und Revenge of the Mummy.

Sport

Staples Center
Honda Center
Dodger Stadium

Zu den beliebtesten Sportarten in Los Angeles gehören vor allem die Mannschaftssportarten American Football, Baseball, Basketball und Eishockey. Sehr verbreitet sind auch Fußball, Lacrosse und Volleyball. Individualsportarten wie Bowling, Golf, Leichtathletik, Schwimmen und Tennis sind gleichfalls sehr populĂ€r.

Los Angeles war Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1932 und der Sommerspiele 1984. Zu den vielen Sportveranstaltungen der Weltstadt zÀhlen unter anderem der jÀhrlich ausgetragene Los-Angeles-Marathon und das Tennisturnier Countrywide Classic der ATP Tour. Zahlreiche bekannte Sportvereine sind in Los Angeles und Umgebung beheimatet.

Die Anaheim Ducks sind ein Eishockeyklub, der in der National Hockey League (NHL) spielt. In der Saison 2006/07 gewannen sie erstmals den Stanley Cup und den Divisiontitel. Weitere Erfolge sind der Gewinn des Conferencetitels in der Saison 2002/03 und 2006/07. Der 1992 gegrĂŒndete Verein trĂ€gt seine Heimspiele im 18.000 Zuschauer fassenden Honda Center aus.

Die Los Angeles Angels of Anaheim sind ein Baseballteam, das in der Major League Baseball (MLB) spielt. GrĂ¶ĂŸter Erfolg war der Gewinn des Titels der World Series 2002. Der 1961 entstandene Verein trĂ€gt seine Heimspiele im Angel Stadium of Anaheim (KapazitĂ€t: 45.000 Zuschauer) aus.

Die Los Angeles Dodgers sind eine Baseballmannschaft, die in der Major League Baseball (MLB) spielt. Die L.A. Dodgers entstanden aus den Brooklyn Dodgers durch Umzug im Jahre 1959. Bisher konnten sechs Titel der World Series gewonnen werden. Das Team trÀgt seine Heimspiele im 56.000 Zuschauer fassenden Dodger Stadium aus.

Die Los Angeles Galaxy sind eine Fußballmannschaft, die in der Major League Soccer (MLS) spielt. GrĂ¶ĂŸte Erfolge waren der Gewinn des CONCACAF Champions Cup 2000 und die Landesmeistertitel 2002 und 2005. Die 1995 gegrĂŒndete Mannschaft trĂ€gt ihre Heimspiele im Home Depot Center (KapazitĂ€t: 27.000 Zuschauer) aus. Prominentester Fußballspieler ist David Beckham, der am 21. Juli 2007 sein erstes Spiel fĂŒr Galaxy bestritt.

Die Los Angeles Kings sind eine Eishockeymannschaft, die in der National Hockey League (NHL) spielt. Die grĂ¶ĂŸten Erfolge waren der Gewinn des Divisiontitels in der Saison 1990/91 und der Conferencetitel in der Saison 1992/93. Das Team wurde 1967 gegrĂŒndet und trĂ€gt seine Heimspiele im Staples Center (KapazitĂ€t: 18.000 Zuschauer) aus. Von 1988 bis 1996 spielte Wayne Gretzky, einer der erfolgreichsten Eishockeyspieler ĂŒberhaupt, bei den Kings.

Die Los Angeles Lakers sind ein Team der National Basketball Association (NBA). Die Mannschaft gewann insgesamt 16 Meistertitel – die zweitmeisten hinter den Boston Celtics – sowie 28 Conferencetitel und 26 Divisiontitel. Seit den GrĂŒndungstagen der Liga gehörten die Lakers zur NBA, und ebenso zu den erfolgreichsten Teams. HeimspielstĂ€tte ist das Staples Center.

Weitere bekannte Sportvereine der Stadt und dessen Umgebung sind die Los Angeles Clippers in der National Basketball Association (NBA), die C.D. Chivas USA in der Major League Soccer (MLS) die UCLA Bruins und die USC Trojans in der National Collegiate Athletic Association (NCAA) sowie die Los Angeles Sparks in der Women’s National Basketball Association (WNBA). Bis 1994 war die Stadt auch Heimat von zwei Teams der National Football League (NFL), der US-amerikanischen Profiliga im American Football. 1995 zogen die Rams nach St. Louis und die Raiders nach Oakland. Seitdem besitzt die Stadt kein NFL-Team mehr.

Freizeit und Erholung

Venice Beach

Einer der beliebtesten StrĂ€nde an der PazifikkĂŒste von Los Angeles ist Venice Beach. Am Venice Boardwalk, der breiten Promenade, auch als Ocean Front Walk bekannt, treffen sich an Wochenenden (im Sommer tĂ€glich) zahlreiche Musiker, Maler und Artisten. Bei Nacht ist Venice Beach wegen der Straßenbanden und Dealer ein gefĂ€hrlicher Ort. Der Aufenthalt am Strand ist nach Sonnenuntergang verboten.

Das an palmengesĂ€umten StrĂ€nden und HĂ€ngen ĂŒber dem Pazifik gelegene Santa Monica, unmittelbar nördlich von Venice, ist der Ă€lteste, grĂ¶ĂŸte und bekannteste Badeort der Metropole. In dem betont gesundheitsbewussten, liberalen Bezirk leben viele Schriftsteller und Rockstars. Der Ort ist aber auch bekannt wegen der strengen Mietpreiskontrollen und Bauvorschriften.

Bekannt ist auch die Strandkolonie von Malibu, die von zahlreichen Prominenten bewohnt wird. Surfrider Beach, sĂŒdlich des Piers, ist seit den 1950er Jahren ein beliebter Surfertreffpunkt. Ein großer Teil des „Malibu Creek State Park“ an der Las Virgenes Road weiter nördlich, unweit des Mulholland Drive, gehörte den Studios der 20th-Century Fox. In den von immergrĂŒnem GebĂŒsch ĂŒberwachsenen HĂ€ngen wurden viele Tarzan-Filme gedreht. Im Tausend Hektar großen Park befinden sich ein See, mehrere WasserfĂ€lle und Wanderwege.

Entlang der KĂŒste sĂŒdlich von Los Angeles fĂŒhrt der Pacific Coast Highway vorbei an den Start- und Landebahnen des LAX-Flughafens zu einem KĂŒstenstreifen mit mehreren StrĂ€nden der South Bay: Manhattan Beach, Hermosa Beach und Redondo Beach. In Long Beach ist den letzten Jahren viel investiert worden, wodurch unter anderem eine Reihe neuer BĂŒrogebĂ€ude und Hotels entstand. Die grĂ¶ĂŸte SehenswĂŒrdigkeit von Long Beach ist der Dampfer Queen Mary, von den 1930er bis zu den 1960er Jahren das Flaggschiff der Cunard Line, ist es heute ein Hotel.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

FrĂŒhling

USC Springfest auf dem Campus der University of Southern California

Jedes Jahr am Ostersonntag findet der Easter Sunrise Service at the Bowl statt, ein ökumenischer Ostergottesdienst am frĂŒhen Morgen in der Hollywood Bowl in Hollywood. Der Jimmy Stewart Relay Marathon, ein Staffellauf fĂŒr wohltĂ€tige Zwecke, wird Mitte April im Griffith Park ausgetragen. Weitere Veranstaltungen im Monat April sind das RosenblĂŒtenfest im Exposition Park Rose Garden, das L.A. Times BĂŒcherfest auf dem Campus der University of California, Los Angeles, das Pacific Islander Festival im Ken Malloy Harbor Regional Park, die Fiesta Broadway im Homestead Museum und das USC Springfest auf dem Campus der University of Southern California.

Anfang Mai treffen sich die nordamerikanischen Ureinwohner zum UCLA Pow Wow auf dem Intramural Field, UCLA Campus. Zu sehen sind traditionelle Musik, Tanz und Kunsthandwerk. Feste im Mai sind das Cinco de Mayo, ein Straßenfest in Downtown und das Family Fun Fest, ein japanisches Kulturfest anlĂ€sslich des Tags der Kinder in Little Tokyo.

Ebenfalls im Mai werden das Valley Greek Festival in der St. Sophia Cathedral, das NoHo Theatre & Arts Festival auf dem Lankershim Boulevard und Magnolia Avenue in North Hollywood und das UCLA Jazz Reggae Festival auf dem Intramural Field, UCLA Campus, veranstaltet. Am letzten Montag im Mai findet die Memorial Day Parade im Canoga Park, San Fernando Valley, statt.

Sommer

Die Hollywood Bowl, Ort zahlreicher Veranstaltungen – im Hintergrund das Hollywood Sign

Im Juni werden zahlreiche Festivals veranstaltet. Dazu gehören unter anderem das Playboy Jazz Festival und das Mariachi USA Festival in der Hollywood Bowl. Weitere Festivals sind das Los Angeles Independent Film Festival (Directors Guild of America, Sunset Boulevard) und das Hollywood Ha-Ha Comedy Festival (Noho Arts District, North Hollywood). Das Hollywood Bowl Summer Festival findet von Ende Juni bis Mitte September in der Hollywood Bowl statt.

Die Feierlichkeiten zum Independence Day, dem amerikanischen UnabhĂ€ngigkeitstag, werden am 4. Juli in der ganzen Stadt begangen. Ebenfalls im Juli gibt es an verschiedenen Orten der Stadt das Outfest – LA Gay and Lesbian Film Festival (Schwulen- und Lesben-Filmfestival), am Echo Park Lake das Lotus Festival und im Los Angeles Tennis Center in Westwood das Herren-Tennisturnier Countrywide Classic der ATP Tour. Im August werden auch zahlreiche Festivals veranstaltet. Dazu gehören das Nisei Week Japanese Festival, ein japanisches Kulturfestival in Little Tokyo, das Los Angeles Festival an zahlreichen Orten der Stadt und das JVC Jazzfestival in der Hollywood Bowl.

Das Sweet & Hot Jazz Festival findet von August bis September im Los Angeles Airport Marriott Hotel statt. El Diecisis de Septiembre, die Feiern zum mexikanischen UnabhÀngigkeitstag, sind am 16. September in Broadway und South Los Angeles zu sehen. Veranstaltungen Anfang und Mitte September sind das Port of Los Angeles Lobster Festival, ein Hummerfest im Hafen an der Harbor Waterfront und das Herbst-Mond-Fest in Chinatown.

Herbst und Winter

Kapelle der University of California

Im Oktober finden das Hollywood Film Festival an verschiedenen Orten in Hollywood und das Los Angeles International Short Film Festival (Kurzfilmfestival) an der Los Angeles Film School in Hollywood statt. Der November bietet das AFI Los Angeles International Film Festival an verschiedenen Orten der Stadt, das Mariachi Festival (Mexikanisches Musikfest) auf dem Mariachi Plaza in Boyle Heights und die Hollywood Christmas Parade auf dem Sunset Boulevard in Hollywood.

Von Ende November bis Ende Dezember ist das Griffith Park Light Festival (Lichterfest) im Griffith Park, Downtown, zu sehen. Die Martin Luther King Kingdom Day Parade, eine Parade anlÀsslich des Geburtstags von Martin Luther King am 15. Januar, zieht am Martin Luther King Day vom Martin Luther King Boulevard bis zum Western Boulevard.

Der Februar bietet das Pan African Film & Art Festival, veranstaltet im Magic Johnson Theaters am Baldwin Hills Crenshaw Plaza und das Chinesische Neujahrsfest mit Golden Dragon Parade in North Broadway, Chinatown. Ebenfalls im Februar findet die Oscar-Verleihung im Kodak Theatre in Hollywood statt. Anfang MĂ€rz wird der Los-Angeles-Marathon ausgetragen. Er fĂŒhrt von der Grand Avenue durch das gesamte Stadtzentrum von Los Angeles.

Gastronomie

Farmers Market in Fairfax

Los Angeles bietet eine große Auswahl an internationalen Restaurants und LokalitĂ€ten. Zu den beliebten Speisen gehören die traditionelle amerikanische KĂŒche mit viel Fleisch und Kartoffeln, koreanische Tempura-Gerichte, Sushi, japanische Gerichte mit Udon- und Sobanudeln, die mexikanischen Enchilades und Tamales, pikante Burritos und Pastrami-Sandwiches.

Daneben gibt es chinesische Restaurants, wo Abalonen, Krebse, Garnelen und Ente serviert werden. Gern gegessen werden auch „gedippte“ Sandwiches mit reichlich Truthahn, Schweinefleisch, Rindfleisch oder Lamm sowie italienische Ossobuco und Risotto. Die auch in Los Angeles angebotene Cajun-KĂŒche bietet SpezialitĂ€ten des Cajun Country.

Handel

Rodeo Drive

Eine der bekanntesten Einkaufsstraßen ist der Rodeo Drive in Beverly Hills, einem Vorort von Los Angeles. Zahlreiche bekannte Modemarken sind hier zu finden. Die Straße beherbergt auch die teuersten Einkaufszentren der Welt. Zu ihnen zĂ€hlen The Rodeo Collection mit fĂŒnf Verkaufsebenen ober- und unterhalb der Erde sowie das Two Rodeo, das den Eindruck zweier kleiner europĂ€ischer Kopfsteinpflasterstraßen mit Brunnen, Piazza und Balkonen erweckt. Am Ende der Straße stehen weitere große KaufhĂ€user, darunter Barneys New York und Saks Fifth Avenue.

Filialen der KaufhĂ€user Macy’s und Bloomingdale’s befinden sich im nahe gelegenen Beverly Center und dem Westfield Century City (frĂŒher Century City Shopping Center & Marketplace). Das Einkaufszentrum in Century City, ein Beispiel des Modernismus der 1960er Jahre, wurde ohne Überdachung im Stil eines Marktplatzes errichtet.

In der Melrose Avenue, gelegen zwischen dem Santa Monica Boulevard und der Hoover Street in Silver Lake, gibt es zahlreiche EinzelhandelsgeschĂ€fte. Am bekanntesten ist die Boutique Red Balls, die im Vorspann der Fernsehserie Melrose Place zu sehen ist. Eine weitere Einkaufspromenade ist der Universal CityWalk neben den Universal Studios Hollywood. Hier befinden sich zahlreich GeschĂ€fte und Restaurants. Auch in der Innenstadt von Los Angeles gibt es viele KaufhĂ€user und Galerien, darunter der Grand Central Market am South Broadway. Im Angebot sind frisch zubereitete SpezialitĂ€ten, FrĂŒchte und GemĂŒse.

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

GeschÀftszentrum von Los Angeles
Los Angeles und das Griffith Observatorium

Die Stadt ist ein fĂŒhrendes Produktions-, Handels-, Transport- und Finanzzentrum in den USA. Dort sind unter anderem die chemische Industrie, Elektronik-, Bekleidungs- und Nahrungsmittelindustrie, Metallverarbeitung, Bauwirtschaft und Verlage ansĂ€ssig. Los Angeles ist weltgrĂ¶ĂŸter Standort fĂŒr die Flugzeug- und Raumfahrtindustrie sowie ein wichtiges Zentrum fĂŒr Kino-, Radio-, Fernseh- und Musikproduktionen. Der Fremdenverkehr spielt ebenfalls eine wichtige Rolle fĂŒr die Wirtschaft von Los Angeles.

Die Arbeitslosenquote der Stadt lag 2010 mit durchschnittlich 13,9 % ĂŒber der des Bundesstaates Kalifornien (12,4 %) und war auch höher als der nationale Durchschnitt in den USA (9,6 %). Die Entwicklung verlief in den letzten Jahren folgendermaßen: 2006 (5,3 %), 2007 (5,6 %), 2008 (8,3 %), 2009 (12,7 %) und 2010 (13,9 %).[29]

Bis Ende der 1990er Jahre war Los Angeles Sitz von vielen großen Finanzinstituten im Westen der Vereinigten Staaten. ZusammenschlĂŒsse mit anderen Instituten fĂŒhrten zur Verlegung des Hauptsitzes in andere StĂ€dte. So kam es beispielsweise 1992 zur Fusion der Security Pacific Bank mit der Bank of America, 1996 zum Zusammenschluss der First Interstate Bancorp mit Wells Fargo und 1998 zur Fusion der Great Western Bank mit der Washington Mutual. Los Angeles war auch Sitz der Pacific Exchange, bis sie im Jahre 2001 geschlossen wurde.

Zahlreiche große Unternehmen und Gesellschaften sowie Forschungseinrichtungen haben in der Stadt ihren Hauptsitz. Dazu gehören unter anderem Konzerne der Unterhaltungsindustrie wie 20th Century Fox, DreamWorks SKG, Paramount Pictures, The Walt Disney Company und Warner Bros., die Academy of Motion Picture Arts and Sciences (bekannt durch die Oscar-Verleihung), der Spielwarenhersteller Mattel, die Hersteller von Computerspielen Activision und THQ, der Luft- und Raumfahrtkonzern Northrop Grumman, das Raumfahrt-Konsortium Sea Launch, der Öl- und Gaslieferant Unocal, die Rand Corporation (Denkfabrik fĂŒr die US-StreitkrĂ€fte), die ICANN (Verwalter von Namen und Adressen im Internet), die Hotelkette Hilton und der Verlag Tokyopop.

Viele Laboratorien und Forschungszentren, die der Weltraumorganisation NASA angehören, wie beispielsweise das Dryden Flight Research Center, das Jet Propulsion Laboratory und der Goldstone Deep Space Communications Complex haben sich in der Metropolregion Los Angeles angesiedelt.

Verkehr

Fernverkehr

Autobahnen
Kreuzung der Interstates 105 und 110

Über ein gut ausgebautes Netz von inner- und zwischenstaatlichen Fernstraßen (Highways) ist Los Angeles mit allen grĂ¶ĂŸeren StĂ€dten des Landes verbunden.

Auf der Interstate 5 kann man von Los Angeles aus die im Norden gelegene Stadt Seattle im Bundesstaat Washington und in sĂŒdliche Richtung San Diego, die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Kaliforniens, erreichen. Der Pacific Coast Highway (State Highway 1) verlĂ€uft in Richtung Norden entlang der kalifornischen KĂŒste nach Santa Barbara und San Francisco. Die Interstate 10 verbindet Los Angeles mit Phoenix (Arizona), die Interstate 15 mit Las Vegas (Nevada) und Salt Lake City (Utah) und die Interstate 40 mit Oklahoma City (Oklahoma) und Memphis (Tennessee).

Insbesondere fĂŒr den Verkehr innerhalb des Bundesstaates Kalifornien, teilweise aber auch fĂŒr Langstrecken hat der Überlandbusverkehr große Bedeutung.

Eisenbahnverkehr

Die Stadt ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt (transkontinental und regional). Die Eisenbahngesellschaft Amtrak betreibt ZĂŒge von Los Angeles ĂŒber Van Nuys nach Bakersfield. In Los Angeles besteht eine Umsteigemöglichkeit in den PACIFIC Surfliner, der von San Diego ĂŒber Los Angeles nach San Luis Obispo fĂ€hrt. Der Bahnhof Union Station in Los Angeles ist Endstation zahlreicher Hauptstrecken, die durch den sĂŒdlichen Teil der Rocky Mountains fĂŒhren. Er ist auch der am weitesten im SĂŒden gelegene Bahnhof der Strecke entlang der WestkĂŒste nach Seattle. Das regionale Bahnnetz Metrolink im SĂŒden Kaliforniens verbindet Los Angeles mit allen wichtigen StĂ€dten der Region. Von der Union Station gelangt man ĂŒber die U-Bahn (Rote Linie) nach Downtown, Hollywood und weiteren Orten.

Flugverkehr
Flugzeug beim Anflug auf den Flughafen Los Angeles (LAX)

Der Großraum Los Angeles besitzt zahlreiche FlughĂ€fen. Der grĂ¶ĂŸte ist der Los Angeles International Airport (LAX), der im Westen des Stadtgebietes liegt. Er verfĂŒgt ĂŒber vier Pisten und zehn Abfertigungshallen. Dort werden jĂ€hrlich 61,0 Millionen Passagiere abgefertigt; damit war er 2006 der Flughafen mit dem weltweit fĂŒnftgrĂ¶ĂŸten Passagieraufkommen.[30]

bedienen vor allem nationale Ziele und sind merklich kleiner.

bedienen den Privatflugverkehr.

Schifffahrt
Vincent Thomas Bridge am Hafen von Los Angeles

Der Hafen von Los Angeles in der Bucht von San Pedro ist Nordamerikas grĂ¶ĂŸter Containerhafen und der zehntgrĂ¶ĂŸte weltweit. 2006 betrug das Containervolumen 8,5 Millionen TEU (20-Fuß-Container), 2005 waren es noch 7,5 Millionen TEU gewesen.[31] Der durch die Schaffung einer Hafenkommission (Board of Harbor Commissioners) am 9. Dezember 1907 gegrĂŒndete Hafen nimmt eine FlĂ€che von 30 Quadratkilometern ein, dies auf einem KĂŒstenstreifen von 69 Kilometern. Angrenzend liegt der separate Hafen von Long Beach.

Der Hafen von Los Angeles ist das grĂ¶ĂŸte Zentrum fĂŒr Passagierschiffsreisen an der WestkĂŒste der USA; von hier aus werden jĂ€hrlich ĂŒber eine Million Passagiere transportiert. Das renovierte „World Cruise Center“ wird als sicherster Passagierschifffahrtskomplex der USA bezeichnet. Der Hafen wird durch die „Pacific Harbor Line“ (PHL) bedient. Von dort aus gelangen die intermodalen Eisenbahnwaggons durch den Alameda Corridor nach Los Angeles.

Nahverkehr

Schienenverkehr
Metrorail der „Blue Line“

Am 3. Juli 1873 fuhren die ersten Pferdestraßenbahnen in der Stadt. 1885 wurde das Straßenbahnsystem elektrifiziert. Es wurde unter der Bezeichnung „Red Cars“ berĂŒhmt, obwohl nur die Fernverbindungen in Richtung San Fernando Valley und Orange County rot lackiert waren, die Waggons in den Grenzen der Stadt Los Angeles waren gelb/weiß. 1925 erlebte das Red-Car-Netz mit rund 1.900 Netzkilometern die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung und wĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs die höchsten Fahrgastzahlen. Doch bereits ab 1936 begannen Automobilkonzerne wie General Motors die in privatem Besitz befindlichen Straßenbahngesellschaften ĂŒber vorgeschobene Unternehmen zu kaufen und nach und nach stillzulegen und durch Buslinien mit Bussen der jeweiligen Fahrzeughersteller zu ersetzen (sog. Großer Amerikanischer Straßenbahn-Skandal).[32] Am 31. MĂ€rz 1963 wurde der Betrieb des Netzes zu Gunsten des Individualverkehrs eingestellt, die letzte Bahn von Downtown nach Hollywood fuhr mit der Aufschrift „into oblivion“, was soviel wie „ins Vergessen“ bedeutet. Viele Freeways wurden auf den StreckenverlĂ€ufen der Red Cars gebaut. Trotzdem sind heute noch viele Gleisanlagen erhalten und mit den Right-of-Way-Rechten ausgestattet, was eine Reaktivierung vereinfachen wĂŒrde. Nach 27 Jahren Unterbrechung verkehrte am 14. Juli 1990 wieder eine Straßenbahn in Los Angeles. Heute ist das 117 Kilometer lange Stadtbahnnetz Teil der Metro Los Angeles.[33]

Das Netz der Metro besitzt fĂŒnf Linien, davon sind jedoch nur die „Red Line“ und die „Purple Line“ Voll-U-Bahnen, die anderen drei Linien sind Stadtbahnstrecken (Light Rail). Die „Red Line“ eröffnete am 30. Januar 1993 ihren Betrieb. Sie verkehrt auf einem 28 Kilometer langen Streckenabschnitt. Betreiber des auch als MetroRail bezeichneten Systems ist die „Los Angeles County Metropolitan Transportation Authority“.[34] Seit den 1980er Jahren investierte die Stadt mehrere Milliarden Dollar in die Erneuerung des Schienennetzes – mit nur mĂ€ĂŸigem Erfolg. Denn gegenwĂ€rtig ist die Zersiedelung des Stadtgebietes so weit fortgeschritten, dass Bahnhöfe zu Fuß kaum noch erreichbar sind. Die Arbeiten fĂŒr ein U-Bahn-Netz wurden vorĂŒbergehend eingestellt, da die Kosten an der Erdbeben-gefĂ€hrdeten WestkĂŒste zu hoch waren. Dagegen wird das ĂŒberwiegend an der OberflĂ€che verlaufende Stadtbahnnetz schneller ausgebaut. Zwei Strecken befinden sich derzeit im Bau und sollen bis 2010 in Betrieb gehen.

Straßenverkehr
Hollywood Freeway

Trolleybusse verkehrten zwischen dem 11. September 1910 und 1915, in den Jahren 1922 und 1937 sowie vom 3. August 1947 bis 31. MĂ€rz 1963 in der Stadt.[35] Omnibusse fahren zwischen fĂŒnf Uhr morgens und zwei Uhr nachts etwa alle 15 Minuten entlang der wichtigsten Hauptstraßen, zusĂ€tzlich gibt es Express- und Nachtlinien. FahrplĂ€ne befinden sich an zahlreichen Busterminals.

Das Busnetz der Stadt ist das RĂŒckgrat des öffentlichen Verkehrs, wird aber ĂŒberwiegend von weniger Verdienenden benutzt. Zahlreiche Busgesellschaften bedienen die Metropolregion, die grĂ¶ĂŸte unter ihnen ist die öffentliche „Los Angeles County Metropolitan Transportation Authority“ (LACMTA), die mit 2.600 Bussen ein etwa 8.000 Kilometer langes Streckennetz betreibt.[36] Im nördlichen und nordwestlichen Teil verkehren die Busse der „Santa Monica Big Blue Bus Line“ und im sĂŒdlichen Teil „Orange County Transit“. Im Flughafenbereich bedient die „Culver City Bus Company“ ein kleines Streckennetz.

Insgesamt nutzen nur etwa zehn Prozent der Bewohner der Stadt die öffentlichen Verkehrsmittel. Neun von zehn BeschÀftigten fahren mit dem eigenen Auto zur Arbeit. So hat Los Angeles auch die höchste Kraftfahrzeugdichte der Welt. Mehrspurige Autobahnen in den USA sind zu einem Symbol des Verkehrs im 20. Jahrhunderts geworden. Trotz des gut ausgebauten Autobahnnetzes kommt man mit dem Auto in Los Angeles in der Regel nicht mehr sehr schnell voran. Die individuelle Fortbewegung per Automobil und die dadurch erzeugte Luftverschmutzung (Smog) sind heute Probleme ersten Ranges.

In Los Angeles sind Millionen von Berufspendlern durchschnittlich gut eine Stunde pro Weg auf den Autobahnen unterwegs. Immense Verkehrsprobleme sind die Folge, deren Ursache in der weitlĂ€ufigen Siedlungsstruktur liegen. Die kalifornische Metropole besaß noch in den 1920er Jahren das weltweit grĂ¶ĂŸte Schienennetz fĂŒr den Nahverkehr. Bereits damals siedelte man dort nicht so kompakt wie in Europa. In den nachfolgenden Jahrzehnten wurde die Straßenbahn nach und nach durch das Auto ersetzt. Um die Staus zu verringern, baute man die Autobahnen seit den 1940er Jahren auf bis zu 15 Spuren aus. Außerdem versucht man durch die Einrichtung der sogenannten Diamond Lanes, welche Fahrgemeinschaften vorbehalten sind, die Bildung von Fahrgemeinschaften zu fördern und somit das Verkehrsaufkommen zu senken.

Medien

Printmedien

Hauptsitz der „Los Angeles Times“ am 125. Jahrestag der Publikation ihrer ersten Ausgabe 2006

Die grĂ¶ĂŸte Tageszeitung in der Region ist die Los Angeles Times, La OpiniĂłn ist die grĂ¶ĂŸte spanischsprachige Zeitung. „Investor’s Business Daily“ hat seine BĂŒros in Los Angeles, mit Hauptsitz in Playa Del Rey.

Es gibt auch eine Reihe von kleineren regionalen Zeitungen, alternativen Wochenzeitungen und Zeitschriften, darunter die Zeitung „Daily News“ (mit Fokus auf das San Fernando Valley), „LA Weekly“, „Los Angeles CityBeat“, „LA Record“ (berichtet ĂŒber die Musikszene im Großraum von Los Angeles), „Los Angeles Magazine“, „Los Angeles Business Journal“, „Los Angeles Daily Journal“ (renommiertes juristisches Magazin), The Hollywood Reporter und Variety (Unterhaltungsmagazine) sowie „Los Angeles Downtown News“.

ZusĂ€tzlich zu den englisch- und spanischsprachigen Zeitungen, werden zahlreiche lokale Zeitschriften fĂŒr Immigranten in ihrer Muttersprache veröffentlicht, darunter in Armenisch, Koreanisch, NiederlĂ€ndisch, Persisch, Russisch, Chinesisch und Japanisch. Viele StĂ€dte um Los Angeles besitzen ihre eigenen Tageszeitungen, die teilweise auch in Los Angeles gelesen werden. Beispiele sind „The Daily Breeze“ (fĂŒr die South Bay), und „The Long Beach Press-Telegram“.

Rundfunk und Fernsehen

Fox Plaza in Century City, Hauptsitz der 20th Century Fox, ist ein großer Finanzbezirk in West Los Angeles

Der Großraum Los Angeles besitzt eine Vielzahl von lokalen Radio- und Fernsehstationen und ist (nach New York) der zweitgrĂ¶ĂŸte Medienmarkt in Nordamerika. Die erste Radiostation in Los Angeles war KNX. Sie begann 1920 experimentelle Programme auszustrahlen und bekam im Dezember 1921 eine kommerzielle Sendelizenz. Die erste Fernsehstation in Los Angeles (und die erste in Kalifornien) war KTLA, die am 22. Januar 1947 mit der Ausstrahlung von Programmen begann.

Die großen zu einem Netzwerk verbundenen Fernsehstationen in Los Angeles sind KABC-TV 7 (ABC), KCBS 2 (CBS), KNBC 4 (NBC), KTTV 11 (FOX), KTLA 5 (CW Network), KCOP-TV 13 (MyNetworkTV) und KPXN 30 (ION Television). Es gibt auch drei PBS-Stationen in der Region, einschließlich KCET 28, KOCE-TV 50, 58 und KLCS. World TV betreibt auf zwei TV-KanĂ€len die Stationen KNET-LP 25 und LP KSFV-6. Es gibt auch mehrere spanischsprachige Fernsehnetzwerke, darunter KMEX-TV 34 (Univision), KFTR 46 (TeleFutura), KVEA 52 (Telemundo) und KAZA 54 (Azteca AmĂ©rica). KTBN 40 (Trinity Broadcasting Network) ist eine religiöse Station.

Mehrere unabhĂ€ngige TV-Stationen befinden sich in der Region, einschließlich der KCAL-TV-9 (im Besitz von CBS Corporation), KSCI 18 (konzentriert sich hauptsĂ€chlich auf Programme in asiatischen Sprachen), KWHY-TV 22 (sendet in spanischer Sprache), KNLA-LP 27 (spanische Sprache), KSMV-LP 33 (Variety), KPAL-LP 38, KXLA 44, KDOC-TV 56 (mit Fokus auf klassische Programme und örtliche Sportvereine), KJLA 57 (Variety), und KRCA 62 (spanische Sprache).

Filmindustrie

Hollywood ist nicht nur ein Stadtteil von Los Angeles, sondern ein Synonym fĂŒr die US-amerikanische Filmindustrie. Der Ort, der am 1. Februar 1887 von der Familie Wilcox gegrĂŒndet wurde, war einst der Standort einer der grĂ¶ĂŸten presbyterianischen Kirchen des Landes und lag noch um 1900 etwa 13 Kilometer von Los Angeles entfernt. Er begann seinen Aufstieg 1911, als David Horsley’s Nestor Company hier das erste Filmstudio eröffnete. Es ist heute ein Museum und beherbergt eine Sammlung interessanter ErinnerungsstĂŒcke aus der Stummfilmzeit.

Hollywood Sign, 1923 als Werbetafel fĂŒr GrundstĂŒcke errichtet

1911 ĂŒbersiedelten 15 weitere, „Independents“ genannte, Unternehmen von New York, dem damaligen Zentrum der Filmindustrie. Es gab mehrere GrĂŒnde fĂŒr diesen Umzug. Die wichtigsten waren das geeignetere Klima und die lĂ€ngeren Tage (zu dieser Zeit hatte man noch kein adĂ€quates Kunstlicht, man drehte also entweder im Freien oder in einem Studio mit Glasdach oder Ähnlichem). Mitentscheidend war zweifelsohne auch die große Entfernung zu New York, von wo aus die mĂ€chtige Motion Picture Patents Company (MPPC) alle ihr nicht angeschlossenen Unternehmen mit hohen Strafen und LizenzgebĂŒhren bedrohte.

Der neue Industriezweig expandierte rasch und brachte schnellen Erfolg und Reichtum. Zahlreiche Regisseure und Produzenten, wie Cecil B. DeMille, Samuel Goldwyn, Jesse L. Lasky und Adolph Zukor hatten in Hollywood BĂŒros eröffnet. Doch erst mit D. W. Griffiths Stummfilmepos Die Geburt einer Nation (1915) entwickelte sich die Filmproduktion zu einer eigenstĂ€ndigen Industrie mit entsprechender Technik und Spezialisierung. Zahlreiche kleinere Unternehmen gingen zu dieser Zeit in Konkurs oder wurden von den großen Studios ĂŒbernommen, die in den 1930er Jahren beinahe ausnahmslos an neue Standorte weiter außerhalb wie Culver City, Burbank oder West Los Angeles umzogen. Von den großen Namen blieb nur Paramount Pictures in Hollywood. 1927 zĂ€hlte Los Angeles 247 Filmgesellschaften, 58 große Filmateliers und einen Ausstoß von rund 800 Langfilmen.[37]

FĂŒr den Niedergang der Studios in den 1950er Jahren waren neben der Kartellgesetzgebung der US-Regierung auch die sich erholende Filmindustrie im Ausland nach dem Zweiten Weltkrieg und natĂŒrlich das Fernsehen verantwortlich. Ein neuer Aufschwung begann erst in den 1970er und 1980er Jahren durch Regisseure wie Steven Spielberg und George Lucas. Sie entwickelten das Konzept des Blockbusters – eines teuer produzierten, mit zahlreichen Spezialeffekten ausgestatteten Monumentalfilms, der ein so breites Publikum wie möglich ansprechen sollte. Dank eines damals begonnenen Trends und der finanziellen Konsolidierung der US-amerikanischen Medienkonzerne ist Hollywood heute noch ein Symbol fĂŒr den dauerhaften Erfolg der US-amerikanischen Filmindustrie und professionell produzierte, unterhaltsame Filme mit weltbekannten Schauspielern und Happy End.

Durch die NĂ€he zur Filmindustrie wurde die Stadt selbst zum Schauplatz vieler Filme.


Panorama von Los Angeles
Panorama von Los Angeles
Panorama von den Bergen bis zum Ozean in Los Angeles
Panorama von den Bergen bis zum Ozean in Los Angeles

Bildung

Royce Hall - HauptgebÀude der University of California
Bovard Hall – Verwaltung der University of Southern California

Die Stadt beherbergt zahlreiche bedeutende UniversitÀten, Hochschulen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen.

Die California State University, Los Angeles (CSULA) ist eine von drei staatlichen UniversitĂ€ten in Los Angeles. An ihr sind 21.000 Studenten eingeschrieben. Die CSULA wurde 1947 als Los Angeles State College gegrĂŒndet und 1964 in California State College at Los Angeles umbenannt. Ihren heutigen Namen erhielt sie 1972, als sie Teil des Systems der California State University wurde.

Eine weitere staatliche UniversitĂ€t ist die California State University, Northridge (CSUN). Sie ist eine der grĂ¶ĂŸten Hochschulen des Systems der California State University. Die Hochschule wurde 1958 als San Fernando Valley State College eröffnet und erhielt 1972 ihren heutigen Namen. An ihr sind etwa 33.000 Studenten eingeschrieben.

Die staatliche University of California, Los Angeles (UCLA) wurde 1919 gegrĂŒndet und ist der zweitĂ€lteste Campus der University of California. 2003 waren etwa 37.000 Studierende eingeschrieben. An den zwölf FakultĂ€ten arbeiten mehr als 22.000 Angestellte. Die Anderson School of Management – eine der bekanntesten Business Schools in den USA – gehört zur UCLA.

Die University of Southern California (USC) ist die Ă€lteste PrivatuniversitĂ€t in SĂŒdkalifornien. Sie wurde im Jahre 1880 eröffnet. Das Lehrangebot der UniversitĂ€t wurde stetig erweitert, in der Anfangszeit kam fast jedes Jahr eine neue FakultĂ€t hinzu. Sie beschĂ€ftigt heute rund 3.000 VollzeitlehrkrĂ€fte, etwa 32.000 Studenten sind an ihr eingeschrieben.

Die Loyola Marymount University (LMU) ist eine von 28 Mitgliedshochschulen der Association of Jesuit Colleges and Universities. Derzeit sind rund 9.000 Studenten eingeschrieben. Die Hochschule entstand 1973 aus dem Zusammenschluss des Marymount College mit der Loyola University. Der Ursprung der Bildungseinrichtung geht auf das St. Vincent’s College zurĂŒck, welches 1865 eröffnet wurde.

Aus den Medien bekannt ist die Crenshaw High School im Stadtteil South Los Angeles, an der zurzeit etwa 2600 SchĂŒler lernen. Die High School war unter anderem Drehort der Filme Boyz n the Hood – Jungs im Viertel von 1991 und Love & Basketball von 2000. Auch die Fernsehserie Moesha (1996–2001) spielt an der Schule.

Im Jahre 1986 gab es in der Los Angeles Public Library, der öffentlichen Zentralbibliothek von Los Angeles (2,1 Millionen BĂ€nde), zwei GroßbrĂ€nde. Die 1926 fertiggestellte Einrichtung wurde 1993 nach einem Umbau wiedereröffnet. Seit 2001 trĂ€gt die Bibliothek den Namen des frĂŒheren BĂŒrgermeisters von Los Angeles, Richard Riordan.

Söhne und Töchter der Stadt

Die Stadt ist Geburtsort zahlreicher prominenter Persönlichkeiten. Dazu gehören unter anderem die Schauspielerinnen Bridget Fonda, Jodie Foster, Angelina Jolie, Elizabeth Mitchell, Marilyn Monroe, Mary-Kate und Ashley Olsen, Gwyneth Paltrow und Anna May Wong, der Schauspieler Leonardo DiCaprio, der Schauspieler und SÀnger David Faustino, der Produzent und SÀnger Dr. Dre, der SÀnger und Schauspieler Ice Cube und SÀnger und Produzent Michael Landau, der SÀnger und Pianist Randy Newman, der Basketballspieler Michael Cooper, die Tennisspielerin Darlene Hard, der Komponist John Cage, der Musiker James Hetfield, der Science-Fiction-Schriftsteller Larry Niven und der Bildhauer Isamu Noguchi.

Verweise

Literatur

  • Stefan Bratzel: Extreme der MobilitĂ€t. Entwicklung und Folgen der Verkehrspolitik in Los Angeles. BirkhĂ€user, Basel 1995, ISBN 3-7643-5186-1.
  • Mike Davis: City of Quartz. Ausgrabungen der Zukunft in Los Angeles. Verlag Schwarze Risse, Berlin 1994. ISBN 3-924737-23-1.
  • Mike Davis: Ökologie der Angst. Piper, MĂŒnchen 2004, ISBN 3-492-23819-X.
  • Lung Ho Nu: Ballungsgebiete von Metropolen der Industriestaaten im Vergleich: London, Paris, Los Angeles, Tokyo, Minsk. 1992, ISBN 3-88091-580-6.
  • Roger Keil: Weltstadt. Stadt der Welt. Internationalisierung und lokale Politik in Los Angeles. Verlag WestfĂ€lisches Dampfboot, MĂŒnster 2001, ISBN 3-924550-76-X.
  • Bernd-Peter Lange (Hrsg.), Hans-Peter Rodenberg (Hrsg.): Die neuen Metropolen. Los Angeles – London. Argument Verlag, Hamburg 1994, ISBN 3-88619-713-1.

Einzelnachweise

  1. ↑ [1]:Die Einwohnerzahlen sind laut United States Census Bureau nur geschĂ€tzt. Sie beruhen nicht auf einer ZĂ€hlung.
  2. ↑ a b U.S. Census Bureau: Einwohnerzahlen der Stadt
  3. ↑ U.S. Census Bureau: Einwohnerzahlen der Agglomeration
  4. ↑ a b U.S. Census Bureau: Einwohnerzahlen der Metropolregion
  5. ↑ a b Los Angeles Almanac: The Settlement of Los Angeles
  6. ↑ City-data.com: Los Angeles Detailed Profile
  7. ↑ County of Los Angeles: Historical Disaster Information
  8. ↑ Forscher sagen schweres Erdbeben in Kalifornien voraus. In: Der Spiegel. 15. April 2008, abgerufen am 9. Juni 2009 (chs/dpa/AP/AFP).
  9. ↑ Meldung ci14383980 des Geologischen Dienstes der USA (engl.)
  10. ↑ Stadt Los Angeles: Stadtbezirke
  11. ↑ Emergency-management.net: Katastrophen in Los Angeles 1926-2003
  12. ↑ National Weather Service: Weather records at Los Angeles
  13. ↑ National Climatic Data Center: Selected U.S. Heat Wave Records, June–July 2006
  14. ↑ WMO: World Weather Information Service
  15. ↑ American Lung Association: State of the Air 2007
  16. ↑ Fleet of electric trucks is bound for Port of Los Angeles – Los Angeles Times
  17. ↑ County of Los Angeles: Katastrophen in Kalifornien seit 1950
  18. ↑ Catholic-hierarchy.org: Archdiocese of Los Angeles
  19. ↑ ldschurchtemples.com: Los Angeles California Temple
  20. ↑ Adherents.com: The Largest Jewish Communities
  21. ↑ Censtats.census.gov: Profile of General Demographic Characteristics: 2000
  22. ↑ California Department of Finance: City/County Population Estimates with Annual Percent Change 2007 and 2008
  23. ↑ MorganQuitno: Sicherste und gefĂ€hrlichste StĂ€dte der Vereinigten Staaten
  24. ↑ LAPD: KriminalitĂ€tsstatistiken (Link nicht mehr abrufbar)
  25. ↑ Los Angeles Almanac: Biography of Antonio Villaraigosa – Mayor of Los Angeles
  26. ↑ Stadt Los Angeles: Offizielle Website des BĂŒrgermeisters
  27. ↑ City of Los Angeles: Sister cities of Los Angeles (StĂ€dtepartnerschaften von Los Angeles). Abgerufen am 24. Oktober 2010 (englisch).
  28. ↑ Sister Cities of Los Angeles: Offizielle Website
  29. ↑ U.S. Bureau of Labor Statistics: Local Area Unemployment Statistics
  30. ↑ Airports Council International: Passenger Traffic
  31. ↑ American Association of Port Authorities: Port Industry Statistics
  32. ↑ Armin Thurnher: Vor 20 Jahren im Falter: Wie Los Angeles um das grĂ¶ĂŸte Straßenbahnnetz der Welt kam. Falter, Nr. 18/09, 29. April 2009, S. 3
  33. ↑ Los Angeles Public Transportation
  34. ↑ Urbanrail.net: Metro Los Angeles
  35. ↑ University of Manitoba: All-Time List of North American Trolleybus Systems
  36. ↑ LACMTA: Facts at a Glance
  37. ↑ L'Estrange Fawcett: Die Welt des Films. Amalthea-Verlag, ZĂŒrich, Leipzig, Wien 1928, S. 53 und 61 (ĂŒbersetzt von C. Zell, ergĂ€nzt von S. Walter Fischer)

Weblinks

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