Ludwig Mies van der Rohe

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Ludwig Mies van der Rohe
Briefmarke, im Hintergrund die Neue Nationalgalerie

Ludwig Mies van der Rohe (* 27. MĂ€rz 1886 in Aachen; † 17. August 1969 in Chicago; eigentlich Maria Ludwig Michael Mies) war ein deutscher Architekt.

Mies van der Rohe war einer der bedeutendsten Architekten der Moderne. Mit den Mitteln der technischen Zivilisation wollte er diese architektonisch ordnen und reprĂ€sentieren. Seine Baukunst gilt dem Ausdruck konstruktiver Logik und rĂ€umlicher Freiheit in klassischer Form. DafĂŒr entwickelte er moderne Tragstrukturen aus Stahl, die eine hohe VariabilitĂ€t der NutzflĂ€chen und eine großflĂ€chige Verglasung der Fassaden ermöglichten. Dieses Konzept war so rational und universal, dass es auf viele zeitgenössische Architekten einen außerordentlich großen Einfluss ausĂŒbte (siehe auch International Style) und bis heute, den technischen Innovationen entsprechend, immer weiter entwickelt wurde. Das VerhĂ€ltnis von Proportion, Detail und Material in seinem Werk sowie die einmaligen Raumschöpfungen der Jahre in Berlin hatten ebenfalls große Wirkung. BerĂŒhmt wurde er schließlich auch mit seinem Hinweis auf die Bedeutung des Wesentlichen, der seither sprichwörtlich ist: „Weniger ist mehr“.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Die Kindheit in Aachen

Das Wohnhaus der Familie Mies in Aachen

Maria Ludwig Michael war der jĂŒngste Sohn des Aachener Steinmetzmeisters Michael Mies (1851–1927) und seiner Frau Amalie (geb. Rohe, 1843–1928). Er wuchs mit seinem Bruder und seinen beiden Schwestern in einfachen katholischen VerhĂ€ltnissen auf, besuchte nach der Grundschule drei Jahre lang die Domschule in Aachen und bereitete sich von 1899–1901 an der Gewerbeschule Aachen (heutiger Name: Mies-van-der-Rohe-Schule Aachen, Berufskolleg fĂŒr Technik des Schulverbandes in der StĂ€dteRegion Aachen) und als Maurerlehrling bei einer Baufirma auf das Berufsleben vor. Seine erste Anstellung bekam er anschließend als Zeichner fĂŒr Stuckornamente. Schon im Betrieb seiner Eltern, wo er gelegentlich bei der Herstellung von Natursteinbauteilen und Grabmalen mitarbeitete, war sein Zeichentalent aufgefallen. Zeichnen wurde auch auf der Gewerbeschule ausfĂŒhrlich unterrichtet und die tĂ€gliche Arbeit an den Ornamenten verbesserte nun seine FĂ€higkeiten auf diesem Gebiet weiter. 1904 wechselte Mies als Zeichner zum Aachener Architekten Albert Schneiders [1], der die örtliche Bauleitung fĂŒr ein Projekt eines Berliner BĂŒros durchfĂŒhrte. Hier lernte er den Berliner Architekten DĂŒlow kennen, der ihn aufforderte, in die Hauptstadt zu gehen und ihm half, eine Stelle bei John Martens im Hochbauamt Rixdorf bei Berlin (heute Bezirk Neukölln) zu bekommen. 1905 verließ Ludwig Mies Heimatstadt und Familie. Seine Herkunft sowie der Sinn fĂŒr Material und Handwerk wurden spĂ€ter in seiner Architektur evident.

Die Lehrjahre in Berlin

Noch im selben Jahr bewarb sich Mies mit Erfolg bei Bruno Paul, der auch gerade nach Berlin gekommen war. Mies arbeitete bei ihm zum ersten Mal an MöbelentwĂŒrfen und besuchte nebenher die Kunstgewerbeschule Berlin und die Hochschule fĂŒr bildende KĂŒnste. Auch begegnete er hier dem Ehepaar Riehl, das ein neues Wohnhaus bauen und fĂŒr die Planung einem Nachwuchstalent eine Chance geben wollte. Durch die Vermittlung eines Kollegen fiel die Wahl auf Mies und mit dem Wohlwollen Pauls errichtete er vollkommen selbststĂ€ndig 1907 sein erstes GebĂ€ude: Haus Riehl in Potsdam-Babelsberg (Landhaus-/Jugendstil). Es wurde von der Fachpresse freundlich aufgenommen. Vorher hatte er noch mit seinem Kollegen auf Initiative und mit UnterstĂŒtzung der Riehls eine sechswöchige Studienreise nach Italien (Florenz, Rom, Vicenza) unternommen. Aus der Beziehung zu seinen Bauherren wurde in den folgenden Jahren eine Mies sehr förderliche persönliche Freundschaft, Alois Riehl wird ihm dabei sicher auch philosophische Impulse vermittelt haben.

1908 folgte Mies einer Empfehlung seines BĂŒrochefs und wechselte zu Peter Behrens, wo er an bedeutenden Großprojekten seine professionellen FĂ€higkeiten weiter entwickeln konnte. DarĂŒber hinaus begann jetzt aber auch die intensive intellektuelle Auseinandersetzung mit Architektur ĂŒberhaupt. Behrens selber gehörte zur Avantgarde und es war kein Zufall, dass auch Walter Gropius bei ihm arbeitete. Die Exkursionen mit Kollegen zu den Bauten von Karl Friedrich Schinkel und die Ausstellung der Arbeiten von Frank Lloyd Wright in Berlin 1910 hinterließen ebenso bleibende EindrĂŒcke. 1911 realisierte Mies, wieder im Alleingang, sein zweites GebĂ€ude: Haus Perls in Berlin-Zehlendorf (Neoklassizismus). Im gleichen Jahr wurde er von Behrens von der Bauleitung fĂŒr den Neubau der Deutschen Botschaft in Sankt Petersburg abgezogen und mit der Projektleitung fĂŒr die private Wohn-Museums-Anlage Kröller-MĂŒller in den Niederlanden betraut. Das Projekt kam ĂŒber die Planung nicht hinaus, weil sich die Bauherren mit Behrens nicht einigen konnten und den Auftrag zurĂŒckzogen. Mies aber schlugen sie vor, einen eigenen Entwurf auszuarbeiten.

So verließ er 1912 das BĂŒro Behrens und folgte einer Einladung nach Den Haag, wo er als Gast seiner Bauherren einen neoklassizistischen GebĂ€udekomplex erarbeitete. Allerdings war auch Hendrik Petrus Berlage um einen Entwurf gebeten worden, der dann am Ende den Zuschlag erhielt. Mies hat spĂ€ter immer wieder darauf hingewiesen, wie lehrreich und wertvoll dennoch die Bekanntschaft mit Berlages Materialbehandlung und konstruktiver Logik fĂŒr ihn gewesen ist. Auch Berlages theoretische Arbeiten wurden von ihm sehr geschĂ€tzt.

Haus Urbig in Potsdam (1915/17)

Mies kehrte 1913 nach Berlin zurĂŒck und heiratete im April seine Freundin Adele Auguste (genannt Ada) Bruhn (1885–1951, Fabrikantentochter, TĂ€nzerin). Er eröffnete ein ArchitekturbĂŒro und erhielt auch gleich den Auftrag fĂŒr ein WohngebĂ€ude in Zehlendorf. Es war fĂŒr die nĂ€chsten zehn Jahre das erste in einer Reihe von Ă€hnlichen, durchweg konventionellen WohnhĂ€usern fĂŒr wohlhabende Klienten. Zwischen 1915 und 1917 entstand nach seinen PlĂ€nen ein neoklassizistischer Bau fĂŒr den Mitinhaber der Deutschen Bank Franz Urbig. Diese Villa lehnt sich an den Stil Schinkels an. Bekannt ist das GebĂ€ude auch als "Churchill-Villa", da 1945 wĂ€hrend der Potsdamer Konferenz Winston Churchill hier wohnte.[2]

Vor und wĂ€hrend des Ersten Weltkriegs bekam seine Frau Ada drei Töchter, darunter Georgia van der Rohe. Er selbst wurde im Herbst 1915 in die Armee einberufen und in verschiedene Baukompanien in Frankfurt am Main, Berlin und Osteuropa abkommandiert. An KĂ€mpfen nahm er nicht teil, Anfang 1919 kehrte er nach Berlin zurĂŒck. In den folgenden Jahren geriet seine Ehe in eine tief greifende Krise und 1921 trennte sich das Paar im gegenseitigen Einvernehmen. Im folgenden Jahr erweiterte er seinen Nachnamen um die Herleitung „van der“ und den Geburtsnamen seiner Mutter zu „Mies van der Rohe“.

Der Aufbruch in die Moderne

Mustersiedlung Am Weißenhof
Barcelona-Pavillon
ehem. VerSeid AG heute Ludwig Mies van der Rohe Business Park, Krefeld

Der Erste Weltkrieg wirkte in Europa insgesamt als gewaltiger Kulturschock. Seine Art und sein Ausmaß enthĂŒllten Illusionen der Vorkriegszeit. Auch die Architektur sahen viele nun mit anderen Augen. Wenige Avantgardisten hatten schon vorher geahnt, dass die enormen wissenschaftlichen, technischen und sozialen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts mit historisierenden RĂŒckgriffen und ornamentalen Verkleidungen architektonisch nicht authentisch auszudrĂŒcken waren. Modernen Architekten ging es jetzt um eine vollstĂ€ndige Neuformulierung der zeitgenössischen Architekturtheorie. Mies van der Rohe begriff diese Herausforderung dank seiner Erfahrungen vor allem mit Paul, Behrens und Berlage sofort und stellte sich ihr, obwohl er fĂŒr theoretische Problemstellungen sicher nicht die entsprechende schulische Vorbildung besaß. Allerdings ist schon frĂŒh ein natĂŒrliches und ernsthaftes Interesse an philosophischen und naturwissenschaftlichen Themen nachweisbar. So hinterließ er am Ende seines Lebens eine umfangreiche Bibliothek mit in großen Teilen intensiv durchgearbeiteten BĂŒchern ĂŒber Architektur, Philosophie und Naturwissenschaften. TatsĂ€chlich hat kein anderer Protagonist der modernen Architektur sich Ă€hnlich stark an philosophischen Prinzipien orientiert wie Mies van der Rohe.

Mit der Revolution im November 1918 wurde im Deutschen Reich die Republik ausgerufen. Im selben Monat fanden sich in Berlin einige KĂŒnstler zusammen, die ihre Vorstellungen von einer modernen Kunst diskutieren und der Öffentlichkeit mit Ausstellungen nahebringen wollten. Sie grĂŒndeten die Novembergruppe. Mies van der Rohe schloss sich ihnen 1921 an und organisierte bis 1925 die ArchitekturbeitrĂ€ge dieser Gruppe in der jĂ€hrlichen Großen Berliner Kunstausstellung.

1921 nahm Mies van der Rohe auch an einem Wettbewerb fĂŒr ein BĂŒrohochhaus an der Friedrichstraße in Berlin teil. Von den Auslobern des Wettbewerbs wurde sein Beitrag nicht ernst genommen, weil er zu ungenau und ungewöhnlich war. Es ist allerdings gut möglich, dass Mies van der Rohe seinerseits die Auslober nicht ernst nahm, weil die wirtschaftliche Lage die Realisierung eines solchen Projektes ohnehin nicht zuließ. Sein Hochhausentwurf war wohl vor allem eine Studie, mit der er bei dieser Gelegenheit an die Öffentlichkeit ging. Aus heutiger Sicht ist diese Studie visionĂ€r, denn erstmals waren alle HauptnutzflĂ€chen weitgehend variabel und die Fassade vollstĂ€ndig verglast. Hier ist das erste Beispiel fĂŒr seine „Haut-und-Knochen“-Architektur der spĂ€teren Jahre, wobei „Haut“ fĂŒr die Glasfassade und „Knochen“ fĂŒr das Stahltragwerk steht.

1922 variierte er dieses Thema mit einer weiteren Studie fĂŒr ein „Glashochhaus“. Er ließ davon ein großes Modell anfertigen und stellte es mit der Novembergruppe in der Berliner Kunstausstellung vor. 1923 beteiligte er sich in gleicher Weise an der Ausstellung, diesmal mit zwei Studien: dem „Landhaus in Eisenbeton“ und dem „BĂŒrohaus in Eisenbeton“. Das BĂŒrohaus mit seinen umlaufenden FensterbĂ€ndern war wieder offensichtlich zukunftweisend, das Landhaus mit seiner Grundrissdisposition und den Außenraumbildungen ebenso innovativ. 1924 legte Mies van der Rohe eine letzte Studie vor: das „Landhaus in Backstein“. Vielleicht inspiriert von Frank Lloyd Wright und dessen PrairiehĂ€usern, GemĂ€lden von Theo van Doesburg oder dem „Prounen Raum“ von El Lissitzky, zeigte sich hier zum ersten Mal die Idee des offenen Grundrisses, des fließenden Raumes, in seiner Arbeit.

Diese fĂŒnf Studien wurden nach und nach in verschiedenen Ausstellungen ĂŒber moderne Architektur in einer Reihe von StĂ€dten in Deutschland und Europa vorgestellt. Sie gelten in der Baugeschichte als bemerkenswert innovativ und als Keimzellen seiner spĂ€teren Arbeiten. Mies van der Rohe organisierte weitere Ausstellungen, hielt VortrĂ€ge und schrieb Artikel fĂŒr seine Freunde und Kollegen in der Zeitschrift G sowie in anderen Veröffentlichungen. Er beteiligte sich intensiv an den Debatten ĂŒber moderne Architektur und bezog dabei Position auf Seiten der Neuen Sachlichkeit, ohne sich am Ende allerdings vollkommen oder einseitig der FunktionalitĂ€t zu verschreiben.

1923 baute Mies van der Rohe sein erstes GebĂ€ude in moderner Formensprache: Haus Ryder in Wiesbaden, ein hell verputztes kubisches Wohnhaus mit Flachdach und stilistisch dem Bauhaus nahe stehend. Haus Wolf in Guben von 1926 zeigt dann spĂ€ter deutliche BezĂŒge zu den beiden Landhausstudien und beweist seine EigenstĂ€ndigkeit im formalen Ausdruck.

Mitte der Zwanziger Jahre wurden in einigen StĂ€dten des Deutschen Reichs im Zuge der wirtschaftlichen Erholung nach der Inflation mehrere große Siedlungen des Sozialen Wohnungsbaus errichtet (z.B. von Ernst May und Bruno Taut). Mies van der Rohe realisierte in diesem Zusammenhang sein bis dahin umfangreichstes Projekt. Dies waren vier MehrfamilienwohnhĂ€user an der Afrikanischen Straße in Berlin-Wedding, die 1927 fertiggestellt wurden. Er verwendete hier vorfabrizierte Normbauteile (z.B. Fenster) zur Senkung der Baukosten und bemĂŒhte sich mit der offenen Gruppierung der Baukörper um eine gute Belichtung und BelĂŒftung der Wohnungen. Formal sind die GebĂ€ude dem Haus Ryder in Wiesbaden Ă€hnlich.

Nachdem Mies van der Rohe 1923 in den BDA (Bund Deutscher Architekten) aufgenommen worden war, grĂŒndete er hier 1924 mit anderen progressiven Mitgliedern einen internen GesprĂ€chskreis mit dem Namen Der Ring. Innerhalb des BDA fĂŒhrte dies zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den der Tradition verbundenen und den der Moderne verpflichteten Mitgliedern, in deren Folge Mies van der Rohe 1926 seine Mitgliedschaft im BDA aufkĂŒndigte.

1924 trat Mies van der Rohe auf Einladung dem DWB (Deutscher Werkbund) bei und wurde hier 1926 zum VizeprĂ€sidenten ernannt. In dieser Funktion leitete er die Werkbundausstellung „Die Wohnung“ 1927 in Stuttgart. Ein Teil dieser Ausstellung war die Mustersiedlung Am Weißenhof (Weißenhofsiedlung) im Ortsteil Killesberg, deren Bebauungsplan er entwarf und deren Realisierung er koordinierte. Außerdem beteiligte er sich selbst mit einem langgestreckten Riegel aus vier MehrfamilienhĂ€usern, bei denen er zum ersten Mal ein Stahlskelett verwendete, wodurch die FensterflĂ€chen vergrĂ¶ĂŸert werden konnten und die WohnflĂ€chen variabler nutzbar waren. Sie wurden ein viel gelobtes Beispiel der Architektur der Moderne, sowohl in funktionaler wie in formaler Hinsicht. Le Corbusier entwarf zusammen mit seinem Bruder zwei GebĂ€ude fĂŒr die Siedlung und lud Mies van der Rohe bei dieser Gelegenheit zum GrĂŒndungskongress des CIAM ein. Ein anderer Teil der Ausstellung wurde in der Innenstadt gezeigt und befasste sich mit moderner Wohnungseinrichtung. Die Leitung dafĂŒr hatte die Innenarchitektin Lilly Reich. Sie war seit 1920 Mitglied des Vorstands des Deutschen Werkbunds und arbeitete viel mit Mies van der Rohe zusammen. Hier gestalteten sie gemeinsam einen Ausstellungsbereich fĂŒr die Glasindustrie („Glasraum“) mit raumhohen GlastrennwĂ€nden und farbigen BodenbelĂ€gen, und fĂŒr die Delmhorster Linoleumwerke. Aus dieser Zusammenarbeit entwickelte sich eine enge berufliche und private Partnerschaft.

1928 nahm Mies van der Rohe erfolglos an vier Wettbewerben teil, die nun die Ganzglasfassade und den variablen Grundriss schon realistischer vorfĂŒhrten und eine weitere Stufe der Entwicklung zu seinen HochhĂ€usern in den USA darstellten. Der Entwurf fĂŒr die Neugestaltung des Alexanderplatzes in Berlin-Mitte zeigte dabei auch seine stĂ€dtebaulichen PrĂ€missen der Verkehrstauglichkeit und baulichen Verdichtung in großen StĂ€dten.

Mitte 1928 wurden Mies van der Rohe und Reich wohl vor allem aufgrund des großen Erfolges der Stuttgarter Werkbundausstellung mit der kĂŒnstlerischen Leitung der deutschen Abteilung der Weltausstellung 1929 in Barcelona beauftragt. Sie gestalteten auch hier einige Ausstellungsbereiche gemeinsam und Mies van der Rohe baute noch ein offizielles EmpfangsgebĂ€ude dazu. Dieser fast zweckfreie ReprĂ€sentationsbau wurde die Hauptattraktion der gesamten Weltausstellung und gilt seither als eines der bedeutendsten Werke der modernen Architektur ĂŒberhaupt: der Barcelona-Pavillon.

Ende 1928 begann Mies van der Rohe mit dem Entwurf fĂŒr Haus Tugendhat im tschechischen BrĂŒnn (Brno), das 1930 fertiggestellt wurde und ebenfalls als eines der Hauptwerke der modernen Architektur gilt. Es gehört heute zum Weltkulturerbe der Vereinten Nationen. Die Innenausstattung entstand in Zusammenarbeit mit Lilly Reich.

Sowohl fĂŒr eine Musterwohnung in der Weißenhofsiedlung, als auch fĂŒr den Barcelona-Pavillon und das Haus Tugendhat entwarf Mies van der Rohe jeweils eine Reihe von Möbeln. Die bekanntesten sind die Freischwinger der MR-Serie, der Barcelona-Sessel, der Brno-Stuhl, der Tugendhat-Sessel, die Palisanderliege mit Nackenrolle und das Glastischchen mit Kreuzgestell. Bei der Auswahl der Bezugsmaterialien wurde er auch hier von Lilly Reich beraten.

Das Bauhaus in Dessau von Walter Gropius, kurzzeitig ab 1930 neue WirkungsstĂ€tte fĂŒr van der Rohe

Das Ende der Moderne in Deutschland

Mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929 setzte auch fĂŒr Mies van der Rohe eine Zeit wirtschaftlicher Unsicherheit ein. Er nahm 1930 die Berufung zum Direktor des Bauhauses in Dessau an und begann damit seine akademische LehrtĂ€tigkeit. Das Bauhaus in Dessau wurde jedoch schon 1932 von einem neu gewĂ€hlten Stadtrat mit nationalsozialistischer Mehrheit aus politischen GrĂŒnden geschlossen. Mies van der Rohe versuchte daraufhin die Lehranstalt als Privatinstitut in Berlin weiterzufĂŒhren, musste aber wegen des zunehmenden politischen Drucks der neuen (Januar 1933) Reichsregierung der Nationalsozialisten Mitte 1933 aufgeben, weil diese das Bauhaus wegen einiger Sympathien fĂŒr den Sozialismus nicht dulden wollten und die durch das Bauhaus vertretene Kulturauffassung generell ablehnten.

Denkmal fĂŒr Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht

Mies van der Rohes Haltung zu den neuen Machthabern ist in der Folgezeit oft als opportunistisch kritisiert worden. Dieser Vorwurf ist nachweislich zutreffend (Eintritt in die Reichskulturkammer 1934, Unterzeichnung des Aufrufs der Kulturschaffenden zur UnterstĂŒtzung fĂŒr Adolf Hitler im Völkischen Beobachter 18. August 1934, Eintritt in die NS-Wohlfahrt 1934, Teilnahme an der Ausstellung Deutsches Volk-Deutsche Arbeit 1934, Entwurf fĂŒr den deutschen Beitrag zur Weltausstellung in BrĂŒssel, 1934). Die Nationalsozialisten selber waren sich allerdings nach einiger Zeit, auch aus taktisch motivierter ZurĂŒckhaltung (u. a. wegen der Olympischen Spiele 1936 in Berlin), sicher, dass seine Arbeit nicht ihren Vorstellungen entsprach, grenzten ihn zunehmend aus und drĂ€ngten ihn 1937, die Preußische Akademie der KĂŒnste zu verlassen, die ihn erst sechs Jahre vorher zu ihrem Mitglied gewĂ€hlt hatte. Damit war klargestellt, dass er offiziell abgelehnt wurde. TatsĂ€chlich war die zeitgenössische deutsche Architektur bald durch Staatsgewalt alternativlos auf einen monumentalen Neoklassizismus und modifizierte Traditionsstile festgelegt. Mies van der Rohes erwiesene Behauptung seiner kĂŒnstlerischen IntegritĂ€t auch unter schwierigen UmstĂ€nden machte hier in der Sache selbst die geforderte Anpassung praktisch unmöglich. Eine politisch determinierte Kunst lehnte er außerdem grundsĂ€tzlich und ausdrĂŒcklich ab. Demnach war sein Denkmal fĂŒr Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von 1926 eben auch keine politische Stellungnahme zugunsten einer sozialistischen RĂ€terepublik, derer er nun verdĂ€chtigt werden konnte, sondern lediglich die kĂŒnstlerische Umsetzung des Gedenkens an zwei Mordopfer im Auftrag ihrer AnhĂ€nger. Seine FehleinschĂ€tzungen politischer RealitĂ€ten teilt er mit einigen anderen KĂŒnstlern. Bei ihm erklĂ€ren sie sich vielleicht am ehesten mit seinem von Freunden konstatierten Desinteresse an politischen Themen ĂŒberhaupt.

Hatte Mies van der Rohe noch 1931 auf der Berliner Bauausstellung im Rahmen der von ihm selbst geleiteten Abteilung „Die Wohnung unserer Zeit“ ein Modellwohnhaus in OriginalgrĂ¶ĂŸe aufbauen lassen, das die Prinzipien des Pavillons von Barcelona mit Wohnzwecken verband, so war es ihm spĂ€ter nicht mehr möglich, dieses Thema weiter zu realisieren. An seinen EntwĂŒrfen aus dieser Zeit fĂŒr nicht gebaute WohnhĂ€user (Haus Gericke 1932, Haus Hubbe 1935, Haus U. Lange 1935) sowie einer kleinen Serie von HofhĂ€usern, die er als Studien anfertigte, lĂ€sst sich gut erkennen, wie weit die fĂŒr Barcelona gefundenen Lösungen weiter ausformuliert und in moderne WohngebĂ€ude hĂ€tten umgesetzt werden können. Abgesehen von seinem Vorschlag fĂŒr den Deutschen Pavillon zur Weltausstellung 1935 in BrĂŒssel wirken seine wenigen ĂŒbrigen Arbeiten der Dreißiger Jahre vergleichsweise zurĂŒckhaltend und konventionell.

1932 hatte die Ausstellung „Modern Architecture: International exhibition“ des Museum of Modern Art in New York sowie das Buch dazu („The International Style“) die moderne Architektur in den USA weithin bekannt gemacht und ein allgemeines Interesse geweckt. Amerikanische UniversitĂ€ten versuchten zunehmend, sich dieser Entwicklung anzuschließen, und so bekam Mies van der Rohe 1936 ein Angebot zur Bewerbung an einen Lehrstuhl fĂŒr Entwerfen an der Harvard University in Boston und eines fĂŒr die Leitung der Architekturabteilung am Armour Institute in Chicago. 1937 unternahm er eine Reise in die USA, die ihn ĂŒber New York und Wyoming (Projekt Resor House) nach Chicago fĂŒhrte, wo er die Verhandlungen mit dem Armour Institute erfolgreich abschließen konnte. Die beachtlichen Einflussmöglichkeiten im Institut und die Aussicht auf die problemlose GrĂŒndung eines ArchitekturbĂŒros in Chicago waren wohl ausschlaggebend fĂŒr ihn. Er kehrte noch einmal nach Deutschland zurĂŒck, bevor er 1938 endgĂŒltig in die Vereinigten Staaten ĂŒbersiedelte. 1944 wurde er amerikanischer StaatsbĂŒrger.

Die Moderne in Amerika

Die Crown Hall auf dem IIT Campus
860-880 Lake Shore Drive Apartments, Chicago
Farnsworth House
Seagram Building, New York City
Neue Nationalgalerie, Berlin

Mies van der Rohe nahm nun am Armour Institute seine akademische LehrtĂ€tigkeit wieder auf und war zunĂ€chst damit beschĂ€ftigt, die Ausbildung der Studenten neu zu gestalten. Die Orientierung an der École des Beaux-Arts wurde aufgegeben und durch eine Lehre ersetzt, die sich vom Handwerklichen ĂŒber das Planerische zum Theoretischen entwickelte (vgl. „firmitas, utilitas, venustas“ bei Vitruv). Er holte dafĂŒr auch zwei ehemalige Bauhauskollegen an seine FakultĂ€t: Walter Peterhans, der von New York herĂŒberkam und die Seminare fĂŒr visuelle Schulung aufbaute und Ludwig Hilberseimer, der aus Deutschland emigrierte und den Bereich StĂ€dtebau ĂŒbernahm.

1939 grĂŒndete Mies van der Rohe sein ArchitekturbĂŒro in Chicago und bekam nach der Fusion des Armour Institute mit dem Lewis Institute zum Illinois Institute of Technology (IIT) ein Jahr spĂ€ter den Auftrag fĂŒr die Planung des neuen Campus dieser Hochschule. Er entwarf eine an der Erschließungsstruktur Chicagos orientierte rechtwinklige und durchgrĂŒnte Ansammlung niedriggeschossiger InstitutsgebĂ€ude mit sichtbaren Stahltragwerken und Ausfachungen aus Backstein und Glas. FĂŒnfzehn dieser GebĂ€ude realisierte er im Laufe der Jahre selber, darunter 1946 die Alumni Memorial Hall, 1952 die St. Savior Chapel und 1956 die Crown Hall, die als eines seiner Meisterwerke in den USA gilt. Außerdem baute er weitere neun GebĂ€ude fĂŒr Hochschuleinrichtungen außerhalb des Campus. Mit dem Ausscheiden aus dem IIT 1958 wurde schließlich auch die Zusammenarbeit mit seinem BĂŒro beendet.

1946 lernte Mies van der Rohe den Projektentwickler Herbert Greenwald kennen, der mit einem modernen Architekten ApartmenthĂ€user im ganzen Land realisieren wollte. Bis zu seinem Tod 1969 entstanden aus dieser Zusammenarbeit sechs große Wohnhochhausanlagen. Davon sind wohl die beiden ApartmenthĂ€user am Lake Shore Drive 860/880 in Chicago die berĂŒhmtesten. Hier hat Mies van der Rohe 1951 selbst zum ersten Mal im Hochhausbau eine reine Stahlkonstruktion verwendet und die Fassaden weitgehend verglast. Dieses Konzept sollte er in Zukunft fĂŒr alle Hochhausbauten vergleichbarer Konstruktionsweise beibehalten, er legte aber sehr bald die Ă€ußeren Tragwerkspfosten aus der Fassadenebene zurĂŒck in den Innenraum und hĂ€ngte die Fassade davor (Vorhangfassade, engl. „curtainwall“). Dies beeintrĂ€chtigte zwar die von ihm erstrebte Wahrnehmung der konstruktiven Logik, ließ sich aber aus bauphysikalischen und baugesetzlichen GrĂŒnden nicht mehr anders ausfĂŒhren. Die grĂ¶ĂŸte Wohnanlage, Lafayette Park in Detroit von 1955, entwarf er gemeinsam mit Ludwig Hilberseimer und Alfred Caldwell als eine moderne Version der Gartenstadt.

1947 organisierte Philip Johnson, der Leiter der Architekturabteilung des Museum of Modern Art in New York, eine Retrospektive der Arbeiten von Mies van der Rohe. Johnson ĂŒberließ ihm die Gestaltung der Ausstellung. Sie wurde ein großer Erfolg und festigte sein Ansehen in den Vereinigten Staaten nachhaltig. In dieser Zeit arbeitete er auch an den PlĂ€nen fĂŒr das Wochenendhaus einer befreundeten Ärztin, das dann 1951 fertig gestellt wurde: Farnsworth House. Es wird als sein erstes Meisterwerk in den Vereinigten Staaten angesehen, wurde weltberĂŒhmt und befindet sich heute im Besitz des National Trust for Historic Preservation.

1954 erhielt Mies van der Rohe den Auftrag zur Planung seines ersten BĂŒrohochhauses, des Seagram Building in New York von 1958. Es zĂ€hlt ebenfalls zu seinen Meisterwerken. Die Art der EinfĂŒgung des GebĂ€udes in die stĂ€dtische Situation war vollkommen neu und findet sich dann in Ă€hnlicher Form in drei folgenden Projekten: dem Chicago Federal Center von 1964, dem Westmount Square Montreal von 1968 und dem Toronto-Dominion Centre von 1969. In allen FĂ€llen wird mitten in der Stadt und umgeben von Hochhausbauten ein öffentlicher Platz freigehalten, der in die vollstĂ€ndig verglasten Erdgeschosszonen von Mies van der Rohes GebĂ€uden fast nahtlos ĂŒbergeht und sie auf diese Weise untereinander und mit dem Stadtraum verbindet. Hier und auch bei einzelnen freistehenden BĂŒrohochhĂ€usern wie dem One Charles Center in Baltimore von 1963 und dem IBM Building in Chicago von 1969 beweist Mies van der Rohe außerdem insgesamt ein hohes Maß an Aufmerksamkeit fĂŒr die stĂ€dtebauliche Situation.

Anfang der 1960er-Jahre bekam Mies van der Rohe vom Senat (West-)Berlins das Angebot fĂŒr die Planung der Neuen Nationalgalerie im Kulturforum am Kemperplatz. Trotz zunehmender gesundheitlicher Probleme (Arthritis) und eingeschrĂ€nkter BewegungsfĂ€higkeit arbeitete er intensiv an diesem Auftrag und reiste mehrere Male zur Besichtigung der Baustelle nach Berlin. An der Eröffnung 1968 konnte er allerdings nicht mehr teilnehmen. Die Neue Nationalgalerie gilt als Meisterwerk und steht am Ende einer Reihe von Bauten und Projekten, die den stĂŒtzenlosen, eingeschossigen Hallenraum thematisieren, der als nutzungsvariabler Universalraum ohne funktionale Festlegungen ein freier und rein architektonischer Raum sein sollte. In den meisten FĂ€llen erreichte er dies wegen funktionaler EinschrĂ€nkungen nur zum Teil, am Ende in Berlin wie am Anfang in Chicago (Crown Hall, s.o.) gelang es ihm fast vollstĂ€ndig.

In den letzten Jahren seines Lebens wurde Mies van der Rohe mit vielen Auszeichnungen geehrt. Ehrendoktortitel, Goldmedaillen von ArchitektenverbĂ€nden und die höchsten Zivilorden der Bundesrepublik Deutschland und der Vereinigten Staaten von Amerika gehören dazu. Die AuftrĂ€ge fĂŒr sein BĂŒro wurden immer zahlreicher, vieles ĂŒberließ er seinen langjĂ€hrigen Mitarbeitern und einem Enkelsohn, der Architekt war. In seinem Testament verfĂŒgte er fĂŒr die Abwicklung der mit ihm begonnenen GebĂ€ude die WeiterfĂŒhrung seines BĂŒros unter seinem Namen fĂŒr fĂŒnf Jahre.

Mies van der Rohe erkrankte am Ende seines Lebens an Speiseröhrenkrebs und starb im Sommer 1969 im Wesley Memorial Hospital in Chicago im Alter von 83 Jahren an einer LungenentzĂŒndung innerhalb von drei Tagen. Seine Urne wurde auf dem Graceland Memorial Cemetery in Chicago beigesetzt. Zum Gedenken wurden in seiner Heimatstadt Aachen die technische Gewerbeschule, die er selbst 1899 bis 1901 besuchte, und eine Straße nach ihm benannt sowie in Barcelona 1986 der Pavillon wiedererrichtet und ebenfalls dort 1987 der Mies van der Rohe Award for European Architecture gestiftet.

Werke (Auswahl)

Bauten

Haus Lange und Haus Esters, Krefeld
Mies van der Rohe Haus, Berlin-Hohenschönhausen
Highfield House, Baltimore
Westmount Square, Montreal
Toronto Dominion Centre, Toronto
  • Haus Riehl, Potsdam-Neubabelsberg (1907)
  • Haus Perls, Berlin (1911)
  • Haus Werner, Berlin (1913)
  • Haus Urbig, Potsdam-Neubabelsberg (1917)
  • Haus Kempner (zerstört), Berlin (1921–1923)
  • Haus Eichstaedt, Berlin (1921–1923)
  • Haus Feldmann (zerstört), Berlin (1921–1923)
  • Haus Ryder, Wiesbaden (1923)
  • Haus Mosler, Potsdam-Neubabelsberg (1924)
  • Haus Wolf (zerstört), Guben (Gubin) (1926)
  • MehrfamilienhĂ€user Afrikanische Straße, Berlin (1927)
  • MehrfamilienhĂ€user Am Weißenhof, Stuttgart (1927)
  • Barcelona-Pavillon Barcelona (1929)
  • Haus Lange und Haus Esters, Krefeld (1927–1930)
  • Haus Tugendhat, BrĂŒnn (Brno) (1930)
  • FĂ€rberei- und HE-GebĂ€ude der Vereinigten Seidenwebereien AG (Verseidag) Krefeld 1931
  • Trinkhalle (zerstört), Dessau (1932)
  • Haus Lemke (heute Mies van der Rohe Haus), Berlin (1933)
  • BĂŒro- und VersandgebĂ€ude der Vereinigten Seidenwebereien AG (Verseidag), Krefeld (1937–1939), nicht realisiert.
  • Gesamtplan des Campus des Illinois Institute of Technology (IIT), Chicago (1941)
  • Minerals and Metals Research Building (IIT), Chicago (1943)
  • Alumni Memorial Hall (IIT), Chicago (1946)
  • Perlstein Hall (IIT), Chicago (1946)
  • Promontory Apartments, Chicago (1949)
  • Kraftwerk des IIT, Chicago (1950)
  • Farnsworth House Plano (1951)
  • 860–880 Lake Shore Drive Apartments Chicago (1951)
  • Kapelle St. Savior (IIT), Chicago (1952)
  • Mc Cormick House, Elmhurst (1952)
  • Carman Hall (IIT), Chicago (1953)
  • Commons Building (IIT), Chicago (1953)
  • Morris Greenwald House, Westport (1953)
  • Cullinan Hall des Museum of Fine Arts, Huston (1954)
  • Cunningham Hall und Bailey Hall (IIT), Chicago (1955)
  • Crown Hall Chicago (1956)
  • Gesamtplan Lafayette Park, Detroit (1956)
  • 860-880 Lake Shore Drive Apartments, Chicago (1956)
  • Siegel Hall (IIT), Chicago (1957)
  • Seagram Building New York (1958)
  • BĂŒrogebĂ€ude Bacardi, Mexiko-Stadt (1961)
  • Lafayette Towers, Detroit (1963)
  • 2400 Lakeview Apartments, Chicago (1963)
  • One Charles Center, Baltimore (1963)
  • Federal Center, Chicago (1964)
  • Highfield House, Baltimore (1964)
  • Meredith Memorial Hall (Drake University), Des Moines (1965)
  • Social Service Administration Building der University of Chicago (1965)
  • Neue Nationalgalerie Berlin (1967)
  • Westmount Square, Montreal (1968)
  • Martin Luther King Memorial Library, Washington (1968)
  • Toronto-Dominion Centre, Toronto (1967 und 1969)
  • IBM Regional Office Building, Chicago (1969)
  • Apartment Building Nr. 1 Île des SƓurs, Montreal (1969)
  • Brown Wing des Museum of Fine Arts, Houston (1974)

Ausstellungen

  • „Glasraum“ (mit L. Reich) in „Die neue Wohnung“, Stuttgart (1927)
  • CafĂ© „Samt und Seide“ (mit L. Reich) fĂŒr „Die Mode der Dame“, ReprĂ€sentationsstand des Vereins Deutscher Seidenwebereien, Berlin, Funkhalle (1927)
  • Abteilung der Elektroindustrie und Abteilung der Seidenindustrie (mit L. Reich), Weltausstellung Barcelona 1929
  • "Deutsche Seide", (mit Lilly Reich), Pavillon der deutschen Seidenindustrie im Textilpalast, Weltausstellung Barcelona 1929, Köln 1930
  • „Haus fĂŒr ein kinderloses Ehepaar“ und „Junggesellenwohnung“ (beide mit L. Reich) in „Berliner Bauausstellung“ (1931)
  • Abteilungen Glas und Bergbau in „Deutsches Volk – Deutsche Arbeit“, Berlin (1934)
  • „Jose Guadalupe Posada“ im Art Institute Chicago (1946)
  • „Theo van Doesburg“ fĂŒr die „Renaissance Society“ in der University of Chicago (1947)
  • Gestaltung der eigenen Retrospektive im Museum of Modern Art, New York (1947)
  • Teilnahme mit einigen Möbeln an der documenta III in Kassel in der Abteilung Industrial Design

Weitere Arbeiten

  • Tisch und Stuhl aus Palisander (1920)
  • Grabstein fĂŒr Alois Riehl, Friedhof Klein-Glienicke, Potsdam (1925)
  • Denkmal fĂŒr Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht (1935 zerstört), Berlin-Friedrichsfelde (1926)
  • Weißenhofmöbel (u.a. Freischwinger) Mitarbeit L. Reich (1927)
  • TĂŒrdrĂŒcker fĂŒr S. A. Loevy, Berlin (1928) (u.a. in den HĂ€usern Esters, Lange und Tugendhat verwendet)
  • Barcelonamöbel (u.a. Barcelona-Sessel) Mitarbeit L. Reich (1929)
  • Tugendhatmöbel (u.a. Brno-Stuhl, Tugendhat-Sessel, Palisanderliege, Glastisch) Mitarbeit L. Reich (1930)
  • Inneneinrichtung des Arts Club of Chicago (1951)

Projekte und Studien

  • Wettbewerb Bismarckdenkmal, Bingen (1910)
  • Haus Kröller-MĂŒller, Wassenaar (1912)
  • Haus des Architekten, Werder (1914)
  • Haus Petermann, Neubabelsberg (1921)
  • Wettbewerb Hochhaus Friedrichstraße, Berlin (1921)
  • Glashochhaus, Studie (1922)
  • Haus Lessing, Potsdam (1923)
  • BĂŒrohaus und Landhaus in Eisenbeton, Studien (1923)
  • Landhaus in Backstein, Studie (1924)
  • Haus Dexler, Jena (1925)
  • Haus Eliat, Nedlitz (1925)
  • GeschĂ€ftshaus Adam, Berlin (1928)
  • BankgebĂ€ude WĂŒrttembergische Sparkasse, Stuttgart (1928)
  • Wettbewerb Umbau Alexanderplatz, Berlin (1928)
  • Wettbewerb BĂŒrohaus Friedrichstraße, Berlin (1929)
  • Haus Nolde, Berlin (1929)
  • Wettbewerb Innenraum Neue Wache, Berlin (1930)
  • Wettbewerb Golfclubhaus, Krefeld, Egelsberg (1930)
  • HofhĂ€user, Studien (1931–1940)
  • Haus Gericke, Berlin (1932)
  • Wettbewerb Reichsbank, Berlin (1933)
  • Haus in den Bergen, Studie (1934)
  • Haus auf einer Plattform, Studie (1934)
  • Glashaus in Hanglage, Studie (1934)
  • Wettbewerb Deutscher Pavillon Weltausstellung BrĂŒssel 1935 (1934)
  • Haus Hubbe, Magdeburg (1935)
  • Haus U. Lange, Krefeld (1935)
  • BĂŒro- und VersandgebĂ€ude Verseidag, Krefeld (1937- 1939)
  • Resor House, Jackson Hole (1938)
  • Museum for a Small City, Studie (1942)
  • Concert Hall, Studie (1942)
  • Library and Administration Building (IIT), Chicago (1944)
  • HörsaalgebĂ€ude, Sporthalle, Schwimmbad (IIT), Studien (1945)
  • Cantor Drive-In Restaurant, Indianapolis (1946)
  • 50 by 50 House, Studie (1951)
  • Steel Frame Prefabricated Row House, Studie (1951)
  • Pi Lamda Fraternity House, Bloomington (1952)
  • Wettbewerb Nationaltheater Mannheim (1953)
  • Convention Hall, Chicago (1954)
  • Skulpturen fĂŒr den Platz des Seagram Building, New York (1958)
  • Battery Park Apartments, New York (1958)
  • Marina Site Apartments, Los Angeles (1958)
  • Rimpau Site Apartments, San Francisco (1958)
  • BĂŒrogebĂ€ude Bacardi, Santiago (Kuba) (1958)
  • Georg-SchĂ€fer-Museum, Schweinfurt (1959)
  • BĂŒrogebĂ€ude Krupp, Essen (1963)
  • Foster City Apartments, San Mateo (1966)
  • Mansion House BĂŒrohochhaus, London (1967)
  • Commerzbank BĂŒrohochhaus, Frankfurt am Main (1968)
  • King Broadcasting Studios, Seattle (1969)

Auszeichnungen (Auswahl)

Literatur

  • Harry N. Abrams, Phyllis Lambert (Hrsg.): Mies in America. Canadian Centre for Architecture, Montreal 2001, ISBN 0-920785-69-7 / Hatje Cantz, Ostfildern 2001, ISBN 3-7757-1076-0.
  • Werner Blaser: Mies van der Rohe. Die Kunst der Struktur. DVA, Stuttgart 1981, ISBN 3-421-02560-6.
  • Werner Blaser: West meets East  âˆ’  Mies van der Rohe. 2. erweiterte Auflage, BirkhĂ€user, Basel 2001, ISBN 3-7643-6458-0.
  • JĂĄnos Bonta: Mies van der Rohe. Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1983, ISBN 963-05-1618-7.
  • Ruth Cavalcanti Braun: Mies van der Rohe als Gartenarchitekt. Berlin 2006, ISBN 3-7983-1971-5.
  • Peter Carter: Mies van der Rohe bei der Arbeit. Phaidon, Berlin 2005, ISBN 0-7148-9469-9.
  • Jean-Louis Cohen: Ludwig Mies van der Rohe. BirkhĂ€user, Basel 2007, ISBN 978-3-7643-7959-9.
  • Johannes Cramer, DorothĂ©e Sack (Hrsg.): Mies van der Rohe. FrĂŒhe Bauten. Probleme der Erhaltung - Probleme der Bewertung. (= Berliner BeitrĂ€ge zur Bauforschung und Denkmalpflege, Band 1.) Michael Imhof, Petersberg 2004, ISBN 3-935590-96-2.
  • Aurora Cuito, Rui Morais de Sousa: Mies van der Rohe. te Neues, Kempen 2002, ISBN 3-8238-5581-6.
  • Yilmaz Dziewor: Mies van der Rohe. Blick durch den Spiegel. König, Köln 2005, ISBN 3-88375-864-7.
  • Helmut Erfurth, Elisabeth Tharandt: Ludwig Mies van der Rohe. Die Trinkhalle. Sein einziger Bau in Dessau. Anhaltische Verlagsgesellschaft, Dessau 1995, ISBN 3-910192-28-9.
  • Sokratis Georgiadis u.a.: MiesverstĂ€ndnisse. Aachen 2002, Arch+ Nr. 161.
  • Dirk Hensen: Weniger ist mehr. Zur Idee der Abstraktion in der modernen Architektur. Buan, Berlin 2005, ISBN 3-00-017306-4.
  • Christiane Lange: Mies van der Rohe und Lilly Reich. Möbel und RĂ€ume. Hatje Cantz, Ostfildern 2007, ISBN 978-3-7757-1920-9. dt. u. engl. Vers.
  • Christiane Lange: Mies van der Rohe. Architektur fĂŒr die Seidenindustrie. Nicolai Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-89479-668-6. dt. u. engl. Vers.
  • Andreas Marx, Paul Weber: Konventioneller Kontext der Moderne. Mies van der Rohes Haus Kempner 1921-23. Ausgangspunkt einer Neubewertung des Hochhauses Friedrichstraße. In: JĂŒrgen Wetzel (Hrsg.): Berlin in Geschichte und Gegenwart. (= Jahrbuch des Landesarchivs Berlin 2003.) Gebr. Mann, Berlin 2003, ISBN 3-7861-2475-2, S. 65-107.
  • Miron Mislin: Architekturtheorie und Architekturidee bei Mies van der Rohe. In: Transparent, Heft 10-12/1985, ISSN 0041-1302.
  • Ulrich MĂŒller: Raum, Bewegung und Zeit im Werk von Walter Gropius und Ludwig Mies van der Rohe. Akademie-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-05-004059-9.
  • Fritz Neumeyer: Mies van der Rohe. Das kunstlose Wort – Gedanken zur Baukunst. Siedler, Berlin 1986, ISBN 3-88680-186-1. (2. Auflage, Berlin 1995.)
  • MoisĂ©s Puente (Hrsg.): Conversations with Mies van der Rohe. Princeton Architectural Press, New York 2008, ISBN 978-1-56898-753-8.
  • Helmut Reuter, Birgit Schulte (Hrsg.): Mies und das neue Wohnen. RĂ€ume, Möbel, Fotografie. Hatje Cantz, Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7757-2220-9 (Englischsprachige Ausgabe: ISBN 978-3-7757-2221-6).
  • Terence Riley, Barry Bergdoll (Hrsg.): Mies in Berlin. Ludwig Mies van der Rohe, die Berliner Jahre 1907–1938. (Ausstellungskatalog) Prestel, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-7913-2817-4.
  • Franz Schulze: Mies van der Rohe. Leben und Werk. Ernst & Sohn, Berlin 1986, ISBN 3-433-02249-6.
  • Franz Schulze (Hrsg.): Mies van der Rohe. Critical Essays. New York 1989, ISBN 0-87070-569-5.
  • David Spaeth: Mies van der Rohe. Der Architekt der technischen Perfektion. 2. Auflage, DVA, Stuttgart 1995, ISBN 3-421-03063-4.
  • Wolf Tegethoff: Die Villen und Landhausprojekte von Mies van der Rohe. Bacht, Essen 1981, ISBN 3-87034-033-9.
  • Rolf D. Weisse: Mies van der Rohe. Vision und RealitĂ€t. Strauss, Potsdam 2001, ISBN 3-929748-12-6.
  • Nicholas Fox Weber: The Bauhaus group. Six masters of modernism. Knopf, New York 2009, ISBN 978-0-307-26836-5.
  • Claire Zimmerman: Mies van der Rohe (1886–1969). Die Struktur des Raumes. Taschen, Köln 2006, ISBN 3-8228-2857-2.

Weblinks

 Commons: Ludwig Mies van der Rohe â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Mies van der Rohe Haus Aachen e.V., Biografie [1]
  2. ↑ Berliner Zeitung, 27. Februar 2009

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  • Ludwig Mies van der Rohe — Born Ludwig Mies March 27, 1886(1886 03 27) Aachen, Kingdom of Prussia, German Empire 
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  • Ludwig Mies van der Rohe — Timbre de la poste allemande pour les 100 ans de Mies van der Rohe en 1986 PrĂ©sentation Nom de naissance Ludwig Mies Naissance 
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  • Ludwig Mies Van Der Rohe — Timbre de 1986 Ă  son effigie. Ludwig Mies van der Rohe (nĂ© le 27 mars 1886 Ă  Aix la Chapelle, dĂ©cĂ©dĂ© le 17 aoĂ»t 1969 Ă  Chicag 
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  • Ludwig mies van der rohe — Timbre de 1986 Ă  son effigie. Ludwig Mies van der Rohe (nĂ© le 27 mars 1886 Ă  Aix la Chapelle, dĂ©cĂ©dĂ© le 17 aoĂ»t 1969 Ă  Chicag 
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  • Ludwig Mies van der Rohe — InformaciĂłn personal Nacimiento 27 de marzo de 1886 AquisgrĂĄn, Alemania 
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  • Ludwig Mies van der Rohe — (27 de marzo de 1886 17 de agosto de 1969) fue un arquitecto y diseñador alemĂĄn. NaciĂł en AquisgrĂĄn como el mĂĄs joven de los cuatro hijos de una familia catĂłlica, propietaria de un negocio y taller de canterĂ­a. Tras terminar sus estudios en la… 
   Enciclopedia Universal

  • Ludwig Mies Van Der Rohe — noun United States architect (born in Germany) who built unornamented steel frame and glass skyscrapers (1886 1969) ‱ Syn: ↑Mies Van Der Rohe ‱ Instance Hypernyms: ↑architect, ↑designer * * * Ludwig Mies van der Rohe 
   Useful english dictionary

  • Ludwig Mies van der Rohe — ➡ Mies van der Rohe * * * 
   Universalium

  • Mies van der Rohe — Ludwig Mies van der Rohe Timbre de 1986 Ă  son effigie. Ludwig Mies van der Rohe (nĂ© le 27 mars 1886 Ă  Aix la Chapelle, dĂ©cĂ©dĂ© le 17 aoĂ»t 1969 Ă  Chicag 
   WikipĂ©dia en Français

  • Mies van der rohe — Ludwig Mies van der Rohe Timbre de 1986 Ă  son effigie. Ludwig Mies van der Rohe (nĂ© le 27 mars 1886 Ă  Aix la Chapelle, dĂ©cĂ©dĂ© le 17 aoĂ»t 1969 Ă  Chicag 
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