Luftangriff

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Luftangriff
Luftkämpfe zwischen amerikanischen und japanischen Fliegerkräften, Juni 1942 (Es handelt sich hierbei um ein Diorama)
Flächenbombardements, Beispiel Heilbronn, Dezember 1944

Der Luftkrieg ist eine Form der Kriegf√ľhrung, bei der milit√§rische Operationen haupts√§chlich aus der Luft durchgef√ľhrt werden. Es existieren vier Arten der Luftkriegsf√ľhrung:

  • Krieg aus der Luft: Aufkl√§rung und Bek√§mpfung von Bodenzielen durch Aufkl√§rungsflugzeuge und Bomber
  • Krieg in der Luft: Bek√§mpfung feindlicher Flugzeuge durch eigene Jagdflugzeuge
  • Krieg gegen Luftstreitkr√§fte: Bek√§mpfung feindlicher Flugzeuge durch bodengest√ľtzte Flugabwehr.
  • Fl√§chenbombardement: Fl√§chenhafte Zerst√∂rung auch ziviler, nicht verteidigter Bodenziele durch Bomber √ľber gro√üe Stadtgebiete

Die Integration des Luftkrieges in die allgemeine Kriegsf√ľhrung gilt Daniel Moran zufolge als ‚Äězentrale milit√§rische Herausforderung des 20. Jahrhunderts‚Äú anzusehen. W√§hrend sich die urspr√ľngliche Hoffnung, dass der Luftkrieg abschreckend wirken k√∂nne oder milit√§risch allm√§chtig sei, sich nicht erf√ľllt habe, habe sich die Luftkriegsf√ľhrung als entscheidendes Element des Gefechts der verbundenen Waffen etabliert.[1]

Inhaltsverzeichnis

Der Anfang

Die erste kriegerische Nutzung des Luftraums bestand im Einsatz von Ballons zu Aufkl√§rungszwecken und zur Lenkung des Artilleriefeuers. Im amerikanischen B√ľrgerkrieg wurden vereinzelt Ballons zur Aufkl√§rung eingesetzt.

Den ersten Luftangriff f√ľhrte am 22. August 1849 die √Ėsterreichische Armee aus, indem sie auf Vorschlag des Leutnants und Erfinders Franz von Uchatius aus 110 Hei√üluftballons Brandbomben auf Venedig abwarf. In Venedig, das seit dem Wiener Kongress zu √Ėsterreich geh√∂rte, hatten 1848 italienische Freiheitsk√§mpfer die unabh√§ngige ‚ÄěRepubblica di San Marco‚Äú ausgerufen. Im August 1849 eroberten die √Ėsterreicher Venedig zur√ľck.

Der erste Einsatz eines Flugzeugs f√ľr die Kriegsf√ľhrung war der Flug einer italienischen Etrich Taube, die am 22. Oktober 1911 von Tripolis (Libyen) aus ein t√ľrkisches Milit√§rlager aufkl√§rte und mit 2-kg-Bomben und einer Faustfeuerwaffe angriff.

Der italienische General Giulio Douhet begr√ľndete damit seine Theorie des Bombenkrieges, bei dem Flugzeuge speziell zur Bombardierung gebaut werden sollten. Somit gilt er als Begr√ľnder der Luftkriegstheorie. Seine Pl√§ne, Italien komplett auf einen Luftkrieg vorzubereiten, stie√üen jedoch auf gro√üen Widerstand. Als er unautorisiert den Bau von Bombenflugzeugen beauftragte, versetzte man ihn nach dem Disziplinarrecht zur Infanterie. Sp√§ter verhaftete man ihn sogar, und erst als Italien in den Ersten Weltkrieg eintrat und verheerende Niederlagen erlebte, rief man ihn in seine Stellung zur√ľck.

Alle Großmächte bauten sich Lufteinheiten auf, die aber noch im Heer oder der Marine verankert waren.

Erster Weltkrieg

Verteilung der Luftstreitkräfte im Ersten Weltkrieg

Im Ersten Weltkrieg wurden die meisten der Luftkriegskonzepte entwickelt, die den Luftkrieg bis zum Vietnamkrieg und teilweise auch dar√ľber hinaus bestimmten.

Siehe auch: Luftkrieg im Ersten Weltkrieg

Luftaufklärung

Zu Beginn des Krieges konzentrieren sich die Mittelmächte und die Entente hauptsächlich auf die operative Fernaufklärung. Im Laufe des Krieges wurden Reihenbildgeräte entwickelt, die die Grundlage der Bildaufklärung legten.

Der erste entscheidende Erfolg der Luftaufkl√§rung bestand in den Meldungen des britischen Royal Flying Corps (RFC), die es m√∂glich machten, den deutschen Vorsto√ü in Richtung der Marne abzufangen. Dies sorgte daf√ľr, dass der Schlieffenplan nicht mehr erf√ľllbar war und der Krieg sich an der Westfront zu einem langen Grabenkrieg entwickelte.

Als sich der Stellungskrieg anbahnte, wurden Fesselballons und zweisitzige, mit Funk ausger√ľstete Flugzeuge zur Lenkung des Artilleriefeuers eingesetzt. Es wurden besonders von den Briten Versuche unternommen mit Ballons und Flugzeugen Spione hinter den feindlichen Linien abzusetzen.

Luft√ľberlegenheit

Es entwickelte sich die Erkenntnis, dass Ballons und Aufkl√§rer direkt aus der Luft angegriffen werden mussten, da es an ausreichenden und praktischen M√∂glichkeiten der Luftverteidigung vom Boden aus mangelte. Die Entwicklung echter Jagdflugzeuge, mit denen ein Pilot ohne die Hilfe eines mitfliegenden Sch√ľtzen in Richtung Flugzeugl√§ngsachse feuern konnte, ging vom franz√∂sischen Piloten Roland Garros aus. Er befestigte ein nach vorne gerichtetes Maschinengewehr an einer Morane-Saulnier L und verst√§rkte die Propellerr√ľckseite, sodass er durch den Propellerkreis hindurch feuern konnte, ohne die Maschine zu besch√§digen. Ein von Fokker entwickeltes Unterbrechergetriebe stellte eine sinnvolle Weiterentwicklung dieser Methode dar. Die damit ausger√ľstete Fokker E-III gilt als erstes in Serie gefertigtes Jagdflugzeug der Welt.

Auf alliierter Seite behalf man sich zun√§chst mit einer Druckpropelleranordnung, sp√§ter mit starr montierten, √ľber den Propellerkreis hinweg ausgerichteten Waffen. Die Strukturen zur F√ľhrung von Verb√§nden im Kampf wurden der Kavallerie entlehnt und kontinuierlich weiterentwickelt. Der englische Pilot Lanoe Hawker setzte sich fr√ľh f√ľr einen disziplinierten Verbandsflug beim RFC ein. Auf alliierter Seite blieb man bei der Aufteilung in Schwadronen (engl. squadron), auf deutscher Seite kam es zur Aufstellung von Staffeln, was zahlenm√§√üig einer Schwadron entspricht, und Geschwadern, die mehrere Staffeln zusammenfassten.

Die Alliierten stellten ihre Verb√§nde im Verlauf des Krieges als separate Streitkr√§fte auf, die unabh√§ngig von der Heeresleitung operieren durften. Wenig sp√§ter kamen regelm√§√üige Patrouillenfl√ľge hinzu, durch die die Franzosen und Briten die gesamte Westfront kontrollieren konnten.

Die Deutschen antworteten darauf mit der Durchf√ľhrung von ‚ÄěSperrfl√ľgen‚Äú. Bei dieser Taktik mussten die deutschen Besatzungen nahe der Front stationiert werden, um den Luftraum durch st√§ndige √úberwachungen zu sperren. Allerdings waren f√ľr ein solches Vorgehen sehr viele Jagdflugzeuge notwendig, die konzentriert in einem engen Gebiet operierten und deshalb f√ľr andere Aktionen nicht verf√ľgbar waren.

Im Oktober 1916 erfolgte auf Anregung des erfahrenen Kampffliegers Oswald Boelcke eine Umstrukturierung der deutschen Luftwaffe, die nun als eigenst√§ndige Streitkraft neben Heer und Marine aufgestellt wurde. Des Weiteren w√§hlte Boelcke einige herausragende Flieger in den eigenen Reihen, die er pers√∂nlich im Luftkampf ausbildete und in der legend√§ren ‚ÄěJagdstaffel 2‚Äú zum Einsatz brachte. Um seine Erfahrungen weiterzugeben, fasste er in der Dicta Boelcke die wichtigsten Grundlagen des Luftkampfes zusammen.

Als 1918 die Amerikaner eintrafen, konnten die alliierten Luftstreitkr√§fte die Deutschen durch ihre zahlenm√§√üige √úberlegenheit zur√ľckdr√§ngen. Sie mussten sich trotz R√ľstungsbem√ľhungen darauf beschr√§nken, wenigstens in einem begrenzten Gebiet die Luft√ľberlegenheit zu erringen.

Strategische Bombardements

Bomben und Propaganda-Material wurden von Flugzeugen bereits zu Beginn des Krieges √ľber feindlichen St√§dten abgeworfen.

Als erste St√§dte wurden am 6. und 24. August 1914 L√ľttich und Antwerpen von einem deutschen Zeppelin bombardiert. Der erste erfolgreiche deutsche Bombenabwurf √ľber britischem Boden gelang einem Flieger am 24. Dezember bei Dover. Am 19. Januar 1915 wurde der erste Bombenangriff auf London geflogen.

Fast zeitgleich wurden die ersten Bombenzielgeräte entwickelt, wie das Dorana-Bombenzielgerät und das Lafay-Zielgerät. Sie waren zwar noch sehr primitiv, aber die Trefferwahrscheinlichkeit konnte dadurch erheblich verbessert werden.

1916 wurden die Bombenattacken verst√§rkt. Nun wurden zus√§tzlich zu den Sprengbomben auch Brandbomben eingesetzt, mit denen besonders in England gro√üer Schaden angerichtet wurde. Die verheerendsten Angriffe f√ľhrten die Deutschen in der Zeit vom 31.¬†M√§rz bis zum 6.¬†April durch, wodurch die Briten gezwungen waren, ihre Arbeitsst√§tten bei Gefahr zu verdunkeln oder ganz stillzulegen.

Zun√§chst setzten die Deutschen besonders Zeppeline f√ľr die Bombardierung ein. Ab 1917 wurden in Deutschland Gro√üflugzeuge, sp√§ter auch Riesenflugzeuge, als strategische Bomber gebaut. Sie l√∂sten die Zeppeline als wichtigstes Mittel zur Bombardierung ab. Die Gro√üflugzeuge waren schneller und damit schwieriger abzufangen.

Insgesamt betrachtet, hatten die Bombardierungen einen milit√§rischen und strategischen Nutzen, der weit √ľber die materiellen Sch√§den hinausging. Gro√übritannien musste erhebliche Mittel in den Aufbau einer Luftabwehr stecken und eine gro√üe Zahl von Fliegereinheiten f√ľr die Heimatverteidigung statt f√ľr den Kampf an der Front einsetzen. Die Produktionsausf√§lle durch Bombenalarme waren ebenfalls gr√∂√üer als der direkt angerichtete Schaden.

Siehe auch: Zeppeline im Ersten Weltkrieg

Erdkampfunterst√ľtzung mit Schlachtflugzeugen

(siehe eigener Artikel Taktischer Luftkrieg)

Bombers of WW1.ogg
US-Bomberangriff auf deutsche Linien.

Im Ersten Weltkrieg wurden Jagdflugzeuge bereits zur Bekämpfung von Infanteristen und Panzern eingesetzt. Um gegnerische Soldaten anzugreifen, machten die Jagdpiloten nicht nur vom Bord-MG Gebrauch, sondern warfen mitunter lange, dicke Nägel, sogenannte Fliegerpfeile (französisch: Fléchettes), aus dem Flugzeug. Im Einsatz gegen Panzer verwendeten die Jagdpiloten Bomben, die sie zunächst manuell auf ihr Ziel warfen. Im späteren Verlauf des Krieges wurden die Bomben von der Unterseite des Flugzeugs ausgeklinkt.

Im Kriegsjahr 1917 stellte man auf deutscher Seite sogenannte Schlachtstaffeln auf, deren Flugzeuge speziell f√ľr den Einsatz gegen Bodenziele gedacht waren. Die Flugzeuge der Schlachtstaffeln waren an ihrer Unterseite gepanzert und griffen tieffliegend in Bodenk√§mpfe ein. Durch ihre Spezialisierung auf die Unterst√ľtzung der Infanterie war der Nutzen der Schlachtstaffeln jedoch beschr√§nkt. Auf alliierter Seite setzte man regul√§re Jagdflugzeuge f√ľr derartige Zwecke ein, die zus√§tzlich in Luftk√§mpfe eingriffen.

Flugabwehr

(s. eigenen Artikel Flugabwehr)

Da vor dem Krieg nur in Deutschland an Flugabwehrkanonen geforscht wurde, mussten die Frontsoldaten improvisieren, bis auf allen Seiten entsprechende Waffen zur Verf√ľgung standen.

Mit einfachen Maschinengewehren fehlte es an der Möglichkeit, richtig zielen zu können. Besonders feindliche Ballons konnte man schlecht abschießen, weshalb der Kampf in der Luft zunächst eine größere Bedeutung hatte.

Am 22. August 1914 wurde das erste britische Flugzeug von Gewehrfeuer getroffen, worauf es √ľber belgischem Gebiet abst√ľrzte. Manfred von Richthofen fiel h√∂chstwahrscheinlich Gewehrfeuer vom Boden zum Opfer.

Marineflieger

(s. eigenen Artikel Marineflieger)

Eugene B. Ely kurz vor der Landung auf der USS Pennsylvania

Die Briten gingen w√§hrend des Ersten Weltkrieges bereits fr√ľh dazu √ľber, mehrere Kriegsschiffe zu Wasserflugzeugtendern umzubauen. Diese waren aber lediglich f√ľr Wasserflugzeuge geeignet, die vom Deck starteten und nach beendetem Einsatz in der N√§he des Tenders landeten. Spezielle Kr√§ne bef√∂rderten sie dann an Bord. Die HMS Ark Royal (II) gilt weithin als der erste Flugzeugtr√§ger, war jedoch lediglich mit Wasserflugzeugen ausgestattet, und nahm an der Dardanellenschlacht teil.

Von der HMS Furious, einem umgebauten englischen Kreuzer, startete 1917 ein Angriff auf die Zeppelinhallen in Tondern. Eine R√ľcklandung war jedoch nicht m√∂glich.

1910 begann man auch in √Ėsterreich-Ungarn mit der Ausbildung von Marinefliegern. 1911 wurde im Kriegshafen Pula die erste Seeflugstation errichtet. Ende 1915 verf√ľgten die k. u. k. Seeflugstreitkr√§fte √ľber 65 kampftaugliche Seeflugzeuge. Als Antwort auf die steigende Anzahl italienischer Bombenangriffe begann man alsbald auch mit √úberlegungen zu Jagdflugzeugen. Nach dem Bau eines Prototypen entschied man sich jedoch f√ľr den Ankauf von 40 deutschen Jagdflugzeugen. Linienschiffsleutnant Gottfried von Banfield (der ‚ÄěAdler von Triest‚Äú) errang am 31. Mai 1917 den ersten Luftsieg bei Nacht in der Luftkriegsgeschichte. Um 22:30 Uhr zwang er ein italienisches Seeflugboot in der N√§he von Schloss Miramare zur Landung.

Obwohl bereits 1910 in den USA der erste Start von einem Schiff und 1911 die erste Landung auf der USS Pennsylvania gelang, konnte erst 1918 mit der HMS Argus, einem umgebautem Passagierschiff, der erste f√ľr Start und Landung geeignete Flugzeugtr√§ger fertiggestellt werden. Dieser kam f√ľr einen Kriegseinsatz im Ersten Weltkrieg allerdings zu sp√§t.

Romantisches Heldenbild

Lieutenant-Colonel W. A. 'Billy' Bishop, 60. Schwadron des Royal Flying Corps, vor seiner Nieuport 17 Scout

Im Ersten Weltkrieg wurde von der franz√∂sischen Presse der Begriff des Fliegerasses f√ľr Piloten mit mindestens 5 Absch√ľssen gegnerischer Maschinen gepr√§gt. Das erste sogenannte Fliegerass war Adolphe P√©goud, die drei f√ľhrenden "Asse" des Ersten Weltkrieges waren Manfred von Richthofen (Deutschland), Ren√© Fonck (Frankreich) und Billy Bishop (Gro√übritannien). Die Presse (sp√§ter auch der Film) schuf das romantische Bild von Fliegerassen als modernen Rittern der L√ľfte. Das ber√ľhmteste Beispiel daf√ľr ist der Bericht von Ernst Udet √ľber seinen Kampf gegen Georges Guynemer.

Beteiligte Luftstreitkräfte

Die Flugzeugproduktion der kriegsf√ľhrenden M√§chte des Ersten Weltkrieges

Flugzeugproduktion im Ersten Weltkrieg (in St√ľck)[2]
Land 1914 1915 1916 1917 1918 Gesamtproduktion
Deutsches Kaiserreich 1348 4532 8182 19.746 14.123 47.931
√Ėsterreich-Ungarn 70 238 931 1714 2438 5391
Großbritannien 245 1933 6099 14.748 32.036 55.061
Frankreich 541 4489 7549 14.915 24.652 52.146
USA - - 83 1807 11.950 13.840
Italien - 382 1255 3871 6532 12.031
Russland 535 1305 1870 1897 - 5607

Zwischenkriegszeit

Die von 1914 bis 1918 entwickelte Luftkampftaktik bildete den Grundstein der kommenden Luftkriegsf√ľhrung. Die Strategie des Luftkrieges wurde von Theoretikern wie William L. Mitchell und Giulio Douhet neu √ľberdacht und sah die Durchf√ľhrung uneingeschr√§nkter Bombenangriffe als Mittel, den Krieg schnell und ohne die im Ersten Weltkrieg erfahrenen schweren Verluste bei den eigenen Truppen zu entscheiden. Die Luftwaffen mehrerer Gro√üm√§chte, darunter die USA, Gro√übritannien und Deutschland, legten solche √úberlegungen beim Aufbau ihrer Luftflotte zugrunde.

Zwischen den Weltkriegen wurden Flugzeuge vor allem in den Kolonien eingesetzt. So warfen die Italiener im Italienisch-√Ąthiopischen Krieg von 1935 Giftgasgranaten von Flugzeugen auf √§thiopische Zivilisten.

Die Industrienationen f√∂rderten technische Entwicklungen, und die Durchf√ľhrung von internationalen Wettbewerben wie die Schneider Trophy f√ľhrte zu einer technologischen Kopf-an-Kopf-Situation der ehemaligen Weltkriegsgegner.

Die wesentlichen Errungenschaften sind: Fl√ľssigkeitsgek√ľhlter Reihenmotor, Strahltriebwerk, Raketenantrieb, Radar, Einziehfahrwerk, Ganzmetallbauweise, Bordfunk, Pilotenakademien.

Den Spanischen B√ľrgerkrieg nutzten die Sowjetunion, Deutschland und Italien um ihre Flugzeuge und Truppen zu erproben. Besonders Deutschland nutzte den Krieg um den Piloten Kampferfahrung zukommen zu lassen und stellte mit der Legion Condor eine Einheit auf, in der durch ein Rotationsverfahren bis zum Ende des Krieges etwa 20.000 deutsche Soldaten k√§mpften. Dabei wurde ebenfalls die Zivilbev√∂lkerung massiv bombardiert. Die Stadt Guernica wurde von deutschen Bombern zerst√∂rt und steht bis heute als Symbol f√ľr die Schrecken des Krieges.

Zweiter Weltkrieg

Siehe auch: Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg

Europa

Beginn des Luftkrieges in Europa

Frau geht an aufgereihten Bombenopfern vorbei, unbekannte deutsche Stadt.

Als der Zweite Weltkrieg begann, war es ein vorrangiges Ziel der deutschen Luftwaffe, die Lufthoheit √ľber Polen zu erlangen, um die eigenen Truppen in ihrem Blitzkrieg-Feldzug zu unterst√ľtzen. Die Erfahrungen der Piloten aus dem Spanischen B√ľrgerkrieg waren der Luftwaffe hierbei von Nutzen.

Beim sogenannten Fall Wei√ü, dem Angriff auf Polen, waren zwei deutsche Luftflotten beteiligt. Bereits in den ersten Stunden des Krieges gelang es einem Flieger des zweiten Stuka-Geschwaders Immelmann, ein polnisches Flugzeug abzuschie√üen. Es war der erste Abschuss im Zweiten Weltkrieg. Ebenfalls in den ersten Stunden des Krieges wurde die grenznahe polnische Stadt WieluŇĄ zum gro√üen Teil durch Bombenangriffe zerst√∂rt. Laut Horst Boog, dem ehemaligen Leiter und wissenschaftlichem Direktor des Milit√§rgeschichtlichen Forschungsamtes der deutschen Bundeswehr in Freiburg, war der Angriff auf Wielun ein taktischer Angriff auf die 28. polnische Division und eine Kavalleriebrigade, welche in Wielun am Vorabend des Angriffs von einem Aufkl√§rer entdeckt wurden. Eine andere Meinung vertritt der Historiker Jochen B√∂hler. Nach seiner Ansicht soll die deutsche Luftwaffe zahlreiche polnische Orte nur deshalb dem Erdboden gleichgemacht haben, um die Schlagkraft ihrer Bombardements zu testen.

In den nachfolgenden Tagen konnten die Deutschen die Lufthoheit erlangen. Die Propaganda meldete sogar die totale Vernichtung der polnischen Luftwaffe, obwohl diese durchaus noch einsatzf√§hig war. Allerdings waren ihre Flugzeuge meistens hoffnungslos veraltet. Viele der polnischen Bomber, wie die Kar√°s-Maschinen, sind nicht in der Lage gewesen, die deutschen Panzerverb√§nde wirkungsvoll zu bek√§mpfen. Nur einige wenige moderne Flugzeuge, wie die ŇĀoŇõ-Bomber, konnten in einem begrenzten Umfeld Panzerkolonnen zielsicher bombardieren. Die Verluste auf polnischer Seite waren dabei ausgesprochen hoch, da besonders die deutsche Flugabwehr sehr effektiv arbeitete.

Heinz Guderian schreibt nach Kriegsende in seiner Autobiografie, dass sich das Oberkommando der Wehrmacht (OKW) entschlossen h√§tte, die in der polnischen Hauptstadt Warschau eingeschlossenen √ľber 200.000 Mann umfassenden polnischen Milit√§reinheiten mit einem ‚ÄěWirkungsfeuer‚Äú zur Kapitulation zu zwingen, um einen verlustreichen H√§userkampf in einer Gro√üstadt zu vermeiden. Neben massivem Beschuss durch die Artillerie seien auch Sturzkampfbomber (Stuka) zur Bek√§mpfung ‚Äětaktischer Punktziele‚Äú eingesetzt worden. Aufgrund der Angriffe und der zu diesem Zeitpunkt milit√§risch aussichtslos gewordenen Lage h√§tten die polnischen Verb√§nde am 28. September 1939 kapituliert. In diesen ersten Kriegswochen habe Warschau schon ca. 10% seiner Bausubstanz eingeb√ľ√üt.[3] Durch Bombardierung und Beschuss wurde laut Historiker Vogel das administrative und logistische Zentrum Polens zerst√∂rt.[4]

Ruine in Coventry, Luftangr. 1940

Das britische Vorkriegskonzept f√ľr den Luftkrieg hatte Langstrecken-Bombenangriffe auf feindliche Ziele bei Tage vorgesehen. Das inzwischen zur Einsatzreife entwickelte deutsche Radar erlaubte der deutschen Luftwaffe aber erfolgreiche Abfangeins√§tze, sodass die RAF nach anf√§nglichen hohen Verlusten zu Nachteins√§tzen √ľbergehen musste.

Während des Westfeldzuges benutzten die Deutschen die Blitzkrieg-Taktik, also die Kombination von Luft- und Landstreitkräften, und schafften es so, Frankreich zu besiegen. Die Niederlande kapitulierten bereits nach vier Tagen, nachdem die Innenstadt von Rotterdam durch einen deutschen Luftangriff zerstört wurde. Durch diesen Luftangriff starben etwa 800 Menschen, 80.000 Rotterdamer wurden obdachlos.

Nach der Niederlage Frankreichs sollte Gro√übritannien durch eine gro√üangelegte Invasion erobert oder von der Luftwaffe in die Knie gezwungen werden. Die resultierende Luftschlacht um England f√ľhrte jedoch zu einer Niederlage der Luftwaffe. Trotzdem gab es √ľber 20.000 Tote allein in London. Die Zerst√∂rungen der Bausubstanz waren enorm; allein im Londoner Stadtzentrum waren Tausende Geb√§ude betroffen. Von November 1940 an wurden die Angriffe auch auf andere St√§dte - vor allem Industriezentren - ausgeweitet: Birmingham, Coventry, Manchester, Sheffield und 1941 auch auf Clydebank, Liverpool und Plymouth. Mit dem Angriff auf die Sowjetunion im Juni 1941 wurden die Luftangriffe auf England erheblich seltener.

Am 6. und 7. April bombardierten 484 (nach anderen Quellen 611) deutsche Kampf- und Jagdflugzeuge unter dem Codenamen ‚ÄěUnternehmen Strafgericht‚Äú das unverteidigte Belgrad. Die Zivilbev√∂lkerung sollte in der ersten Welle getroffen werden; die zweite Welle sollte milit√§rische Anlagen und Verwaltungszentren treffen. Es kam eine unbekannte Anzahl von Menschen ums Leben. Die Angaben reichen von 1700 bis zu 25.000 Toten. Au√üerdem wurde die historische Innenstadt mit dem Regierungsviertel weitgehend zerst√∂rt. Die Zerst√∂rung des administrativen Zentrums Jugoslawiens war der Auftakt zur folgenden Besetzung des Landes.[4]

Nachdem die Luftwaffe sp√§ter, im Laufe der Operation Barbarossa, meistens die Luft√ľberlegenheit hatte, musste sie bei massierten Luftangriffen auf Moskau wieder eine Niederlage hinnehmen. Das Ziel, die Stadt oder zumindest wichtige Versorgungsknotenpunkte wie Kraft- und Wasserwerke zu zerst√∂ren, wurde nur in geringem Umfang erreicht. Als folgenschwere Fehleinsch√§tzung muss auch Hermann G√∂rings Ank√ľndigung gelten, eine eingekesselte Armee in Stalingrad einen Winter lang aus der Luft versorgen zu k√∂nnen.

Bombenangriffe auf Deutschland

Bombing of Hamburg.ogg
Alliierter Bombenangriff auf Hamburg.
B-17 Bomber
Britische Luftaufklärung nach dem verheerenden Luftangriff auf Koblenz vom 6. November 1944

Die Angriffe der Royal Air Force auf deutsche St√§dte begannen mit dem Angriff auf M√∂nchengladbach in der Nacht auf den 12. Mai 1940 mit 35 Bombern. In der Folgezeit flog die RAF wiederholt kleinere Angriffe auf deutsche St√§dte, darunter allein acht auf Berlin. Die deutsche Luftwaffe antwortete mit Angriffen auf London (7. September) und Coventry (15. November), der damaligen R√ľstungsschmiede des Empire. Ende 1940 begann die RAF dann, gro√üangelegte, gegen Zivilisten gerichtete und bis dahin in diesem Ausma√ü im Zweiten Weltkrieg noch nicht dagewesene Fl√§chenangriffe auf deutsche St√§dte zu fliegen. Da milit√§rische Aktionen auf dem europ√§ischen Festland f√ľr die Briten nach der Besetzung Frankreichs durch deutsche Truppen nicht mehr m√∂glich waren, erschienen Luftangriffe als die einzige M√∂glichkeit, Deutschland zu schaden. Dass dabei gezielt die eigentlich nach dem Kriegsv√∂lkerrecht zu schonende Zivilbev√∂lkerung getroffen wurde, ist mit der Behauptung, hierdurch deren Moral brechen zu k√∂nnen und den Widerstand gegen das Naziregime zu st√§rken, erfolgt und entsprach dem ausdr√ľcklichen Entschluss der Churchill-Regierung, die gleich nach ihrer Regierungs√ľbernahme entschieden hatte, den Bombenkrieg auf das Nichtkampfgebiet auszudehnen. Dies wurde als ‚Äěmoral bombing‚Äú bezeichnet. Der Anfang 1942 erteilte Befehl Churchills wurde als Area Bombing Directive bekannt. Hohe Opferzahlen der deutschen Zivilbev√∂lkerung wurden dabei nicht nur in Kauf genommen, sondern waren eines der prim√§ren Ziele. Pr√§zise Tagesangriffe waren wegen der deutschen Flugabwehr zu Beginn des Krieges noch sehr verlustreich, sodass das Bomber Command der RAF n√§chtliche Fl√§chenangriffe gegen deutsche St√§dte durchf√ľhrte. Dabei wurden zu einem hohen Prozentsatz brandsetzende Bomben verwendet, die eine verheerende Wirkung in den Wohnvierteln der betroffenen St√§dte zeigten. Derart konstruierte Brandbomben wie beispielsweise die Elektron-Thermitstab-Brandbombe waren bereits lange vor dem Krieg konstruiert und getestet worden. [5]

Als Arthur Harris die F√ľhrung des Bomber Command √ľbernahm, entwickelte er den Plan zu einem Tausend-Bomber-Angriff mittels eines Bomberstroms, der die Wirkung auf das Ziel maximieren sollte. Gleichzeitig sollte eine S√§ttigung oder √úberforderung des deutschen Nachtj√§ger-Leitsystems die britischen Verluste verringern.

Der erste Tausend-Bomber-Angriff erfolgte am 30. Mai 1942 auf K√∂ln (Operation Millennium). Mit insgesamt 1.455 Tonnen Bomben wurden in 90 Minuten √ľber 3.300 H√§user vollst√§ndig zerst√∂rt und 474 Menschen get√∂tet. Die RAF verlor dabei deutlich weniger Flugzeuge als bei ihren √ľblichen Angriffen. Ma√ügeblich an den Attacken waren die Flugzeuge von Typ Vickers Wellington beteiligt, aber auch der Langstreckenbomber Avro Lancaster wurde gegen K√∂ln eingesetzt.

US-Bomber √ľber Europa

Im Kriegsjahr 1942 traten auch die amerikanischen Luftflotten in den Luftkrieg ein. Sie flogen am Tag auf Sicht Pr√§zisionsangriffe auf Ziele in Nordfrankreich, erlitten aber 1943, als sie dazu √ľbergingen, Ziele im Deutschen Reich anzugreifen, mangels Begleitschutz schwere Verluste durch die deutsche Jagdabwehr. Insbesondere bei den Angriffen auf Essen sowie Regensburg und Schweinfurt 1943 gab es gro√üe Verluste (siehe auch Operation Double Strike, Luftangriffe auf das Ruhrgebiet).

Die Konferenz von Casablanca im Januar 1943 f√ľhrte zu einer Festlegung der weiteren Vorgangsweise, was die Bombenangriffe gegen Deutschland betraf. Trotz Vorbehalten seitens Winston Churchills wurde ein gemeinsames Vorgehen britischer und amerikanischer strategischer Bomber (combined bomber offensive) vereinbart. Dabei wollten die Amerikaner Pr√§zisionsangriffe bei Tag durchf√ľhren und die Briten die Angriffe bei Nacht intensivieren. Als Ergebnis versprach man sich Bombenangriffe auf Deutschland 'rund um die Uhr'. Dies gilt als politische Grundlage der Vorgehensweise in den folgenden Jahren.

Im Februar 1944 starteten Amerikaner und Briten die sogenannte ‚ÄěBig Week‚Äú (dt.: Gro√üe Woche), eine Reihe alliierter Luftangriffe auf speziell ausgew√§hlte Ziele der deutschen R√ľstungsindustrie. Zwischen dem 20. und dem 25. Februar 1944 wurden daf√ľr ca. 6.000 Bomber und 3.670 Begleitj√§ger eingesetzt. Die Big Week war der Beginn des entscheidenden Abschnitts des alliierten strategischen Luftkrieges gegen Deutschland. Amerikaner und Briten beabsichtigten, die deutsche Luftwaffe planm√§√üig durch Abnutzung zu vernichten.

Im weiteren Verlauf des Jahres 1944 erlangten die Alliierten schlie√ülich durch massiven Einsatz von Langstrecken-Jagdflugzeugen vom Typ North American P-51 endg√ľltig die Lufthoheit. Die deutsche (R√ľstungs-)Industrie war in der Folge gezwungen, noch gr√∂√üere Teile ihrer Produktion in H√∂hlen, Tunnel o. √§. zu verlagern. Dennoch konnte die Produktion von Kriegsg√ľtern durch den Einsatz von Kriegsgefangenen, Zwangsarbeitern und KZ-H√§ftlingen teilweise sogar noch erh√∂ht werden.

Bei der Bombardierung Hamburgs (Operation Gomorrha) setzten die Alliierten 1943 das erste Mal durch Abwurf von Streifen aus Aluminiumfolie St√∂rungsma√ünahmen gegen die deutschen Radaranlagen ‚ÄěW√ľrzburg-Riese" ein. Gro√üe Teile Hamburgs wurden im Feuersturm zerst√∂rt ‚Äď der erste H√∂hepunkt des Bombenkrieges gegen Deutschland. Auch die Luftangriffe auf Dresden am 13., 14. und 15. Februar 1945 sowie auf Kassel, Braunschweig, W√ľrzburg, Darmstadt, Pforzheim, Nordhausen, N√ľrnberg und Halberstadt am 8. April 1945 erlangten traurige Ber√ľhmtheit.

F√ľr Kontroversen sorgte im Jahre 2002 das von J√∂rg Friedrich ver√∂ffentlichte Buch Der Brand (ISBN 3549071655), dem Kritiker vorwerfen, es verzichte auf den historischen Kontext, und die Angriffe der Alliierten auf die Zivilbev√∂lkerung w√ľrden mit emotionalen Formulierungen als Kriegsverbrechen dargestellt. Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass Friedrich die milit√§rischen Aktionen sprachlich in die N√§he der Verbrechen des NS-Regimes bringe. Hans-Ulrich Wehler: ‚ÄěDie ‚ÄöBomber Group 5‚Äė mutiert zur ‚ÄöEinsatzgruppe‚Äė, Bombenopfer werden zu ‚ÄöAusgerotteten‚Äė, ihre Keller zu ‚ÄöKrematorien‚Äė erkl√§rt. Das ist die unverhohlene sprachliche Gleichstellung mit dem Horror des Holocaust.‚Äú[6] Der Historiker Hans Mommsen hat jedoch in diesem Kontext darauf hingewiesen, dass der Terminus der ‚ÄěAusrottung‚Äú von Churchill selbst gebraucht wurde.[7] J√∂rg Friedrich selbst indes bestreitet eine von ihm beabsichtigte begriffliche Parallelisierung; so befinde sich nicht jedes Krematorium in einem ‚ÄěVernichtungslager wie in Auschwitz‚Äú[8]. In diesem Zusammenhang ist auch darauf zu verweisen, dass der Begriff ‚ÄěEinsatzgruppe‚Äú in unserer Zeit durchaus eine √ľber den Kontext nationalsozialistischer Verbrechen hinausreichende Verwendung findet, z. B. bei der deutschen Luftwaffe[9], bei der Feuerwehr[10] oder dem Technischem Hilfswerk[11].

Denkmal f√ľr Luftkriegs-Opfer in Karlsruhe

Auch der britische Historiker Frederick Taylor (Historiker) hat sich mit dem Bombenkrieg eingehend beschäftigt.

Der britische Philosoph A. C. Grayling (Birkbeck College, University of London) fasst die Untersuchungen seines Buch Among the Dead Cities: The History and Moral Legacy of the WWII Bombing of Civilians in Germany and Japan so zusammen: Das area bombing sei unverh√§ltnism√§√üig und milit√§risch nicht notwendig gewesen, es h√§tte gegen ‚Äěhumanit√§re Prinzipien‚Äú und gegen ‚Äěanerkannten Ma√üst√§be‚Äú der westlichen Zivilisation versto√üen. Es sei ‚Äěmoralisch sehr falsch‚Äú gewesen. (S. 276 f.)

Luftlandungen

US-Soldaten landen während der Operation Market Garden

W√§hrend des Zweiten Weltkrieges nutzten die Deutschen erstmalig Fallschirmj√§ger. Fallschirmspringer erlauben es, Truppen hinter der Front abzusetzen, was die Deutschen zur Unterst√ľtzung ihrer Blitzkriegtaktik benutzten. Der gr√∂√üte Erfolg war dabei die Eroberung des belgischen Fort Eben-Emael. Doch Fallschirmj√§gereins√§tze forderten Verluste, da die Soldaten in der Luft leicht zu treffen sind, in Hindernissen h√§ngen bleiben und kein schweres Ger√§t transportiert werden kann. Au√üerdem landen die Soldaten weit zerstreut, und es dauert eine gewisse Zeit, bis sich die Einheiten in einem kampff√§higen Zustand befinden.

Die Deutschen unternahmen mit der Luftlandeschlacht um Kreta einen letzten großen Einsatz von Fallschirmjägern. Zwar konnten die Deutschen Kreta erobern, aber die Verluste waren enorm, weshalb Adolf Hitler auf den Einsatz von Fallschirmjägern zu Eroberungszwecken während des restlichen Krieges verzichtete.

Die Alliierten zogen aus der Schlacht um Kreta andere Schl√ľsse und bauten selbst Fallschirmj√§gereinheiten auf. Diese wurden w√§hrend der Landungsoperationen in Sizilien (Operation Husky), Normandie (Operation Overlord) und der Operation Market Garden eingesetzt.

Neben Fallschirmj√§gern wurden f√ľr die Luftlandung auch Lastensegler eingesetzt.

Durch die Entwicklung von Hubschraubern kam den Fallschirmlandungen nach dem Zweiten Weltkrieg geringere Bedeutung zu.

Neue Waffen

Gefallener US-Soldat nach einem V2-Angriff auf Antwerpen am 27. November 1944

Im Krieg aus der Luft wurden von Deutschland ab 1944 zun√§chst mit dem Marschflugk√∂rper Fieseler Fi-103 und wenig sp√§ter mit der Boden-Boden-Rakete Aggregat 4 die propagandawirksam als ‚ÄěVergeltungswaffen" bezeichneten V1 und V2 eingesetzt. Die V1 mit ihrer einfachen Seitensteuerung √ľber Kurskreisel konnte ein gro√ür√§umiges Ziel wie die Stadt London treffen; w√§hrend die von einem Tr√§gheitsnavigationssystem gesteuerte ballistische Rakete V2 eine genauere Zielausrichtung bot. Ihr Einsatz trug aber nur wenig zur √Ąnderung des Kriegsverlaufes bei. Da es vor allem gegen die V2-Rakete wenig bis keine Abwehrm√∂glichkeiten gab, verbreiteten die Angriffe in der Zivilbev√∂lkerung von Gro√übritannien und Belgien (Antwerpen) einen enormen Schrecken und forderten ca. 8.000 Opfer.

F√ľr den Krieg in der Luft wurden von der deutschen Luftwaffe gegen Ende des Krieges mit Erfolg ungelenkte Luft-Luft-Raketen (R4M) sowie in kleinem Umfang die ferngesteuerte Ruhrstahl X-4 eingesetzt. F√ľr die Abwehr vom Boden aus wurde in der Heeresversuchsanstalt Peenem√ľnde aus der V2 die Flugabwehrrakete ‚ÄěWasserfall" entwickelt, ohne zum Einsatz zu kommen.

Strahlflugzeug Me 262
(hier: Zweisitziger Nachtj√§ger mit ‚ÄěNeptun" Radar)

Ebenfalls f√∂rderte das Reichsluftfahrtministerium die Entwicklung d√ľsen- und raketengetriebener Flugzeuge, mit denen die Deutschen den zunehmenden alliierten Bombenangriffen entgegentreten wollten. Viele dieser modernen Flugzeugtechnologien kamen jedoch in zu geringem Umfang, zu sp√§t oder √ľberhaupt nicht zum Einsatz. Besonders die anf√§nglichen technischen Unzuverl√§ssigkeiten und der Mangel an Betriebsstoffen und geschultem Personal verhinderte einen nennenswerten Erfolg.

Als Wunderwaffen wurden diese von der Propaganda gen√ľtzt, um den Durchhaltewillen angesichts der in allen Bereichen hoffnungslosen Lage aufrechtzuerhalten.

Siehe auch: Messerschmitt Me 262, Me 163, Heinkel He 162, Arado Ar 234


Pazifikkrieg

Luftkrieg im Pazifik

Im Pazifikkrieg ver√§nderte der Luftkrieg die komplette maritime Kriegsf√ľhrung. Der Krieg wurde zum gr√∂√üten Teil zur See gef√ľhrt und bestand aus zahlreichen Landungsaktionen. Da viele K√§mpfe auf unwegsamen Regenwaldgebiet stattfanden und die Anlandung von schweren Waffen schwierig war, bekam auch die Luftunterst√ľtzung ein gr√∂√üeres Gewicht.

Japan und die USA unterhielten gro√üe Flugzeugtr√§gerflotten, die es erm√∂glichten, schnell vor einem Ziel aufzutauchen, einen gr√∂√üeren Luftangriff zu fliegen und dann zu verschwinden. Diese Taktik √ľberraschte die Amerikaner bei dem Angriff auf Pearl Harbor. Auch die Seegefechte √§nderten sich, die Schlachtschiffe und Kreuzer verloren immer weiter an Bedeutung, da die Gefechte nun von Torpedobombern auf einer Distanz ausgetragen wurden, die f√ľr die Schiffsartillerie zu gro√ü war.

Japanischer Luftangriff auf Midway

In der Schlacht im Korallenmeer kam es im Mai 1942 zu der ersten ausschließlich von Trägerflugzeugen geschlagenen Seeschlacht. Der Großteil der Trägerflotten Japans und der USA traf einen Monat später in der Schlacht von Midway aufeinander. Beide Seiten hatten den Wert der Trägereinheiten erkannt, und die Japaner versuchten in der Schlacht, neben der Eroberung Midways die US-Trägerflotte zu zerschlagen. Dabei wurden ein US-amerikanischer und alle vier eingesetzten japanischen Flugzeugträger versenkt, wodurch der japanischen Flotte nur zwei große Flottenträger blieben und sie das strategische Übergewicht im Pazifik verlor.

Bombenangriffe auf Japan

Bereits 1942 unternahmen die Amerikaner einen √úberraschungsangriff von Flugzeugtr√§gern aus auf das japanische Mutterland, der sp√§ter unter dem Namen ‚ÄěDoolittle Raid‚Äú in die Geschichte eingehen sollte. Als die Alliierten mehr und mehr Inseln in der N√§he von Japan erobern konnten, bestand auch die M√∂glichkeit, direkt mit schweren B-29-Bombern anzugreifen.

Die Luftangriffe auf Tokio im Februar und März 1945 waren die schwersten Bombardierungen des gesamten Krieges. Am 9. März 1945 wurden bei einem Nachtangriff durch Brandbomben innerhalb von sechs Stunden 185.000 Menschen getötet und mehr als 260.000 Gebäude zerstört [12]. Viele Gebäude in Tokio waren nach der alten Holzbauweise gebaut und fingen daher schnell Feuer.

Die USA hatten im Verlauf des Krieges eine neue Bombenwaffe entwickelt, die in ihrer Auswirkung alles bisher Gekannte in den Schatten stellte und die nachfolgenden Jahrzehnte wie keine andere Erfindung prägte: die Atombombe. Dabei wird die Kernspaltung oder Kernfusion als Explosionsenergie genutzt, im Gegensatz zu einer chemischen Reaktion bei konventionellen Waffen.

Atombombenabw√ľrfe

Hauptartikel: Atombombenabw√ľrfe auf Hiroshima und Nagasaki

Im August 1945 setzten die USA zwei Atombomben gegen japanische St√§dte ein, obwohl Japan bereits im Februar √ľber die Regierungen von sechs europ√§ischen L√§ndern den Waffenstillstand angeboten hatte. Die Atombombe Little Boy wurde √ľber Hiroshima und die Atombombe Fat Man √ľber Nagasaki gez√ľndet. Die Auswirkungen waren verheerend. In Hiroshima starben bis zu 100.000 Menschen sofort und in der Folge zwischen 90.000 und 200.000 Menschen an den Folgen der Strahlenkrankheit. 80 Prozent der Stadt wurden binnen Sekunden zerst√∂rt. Die zweite Bombe verfehlte ihr Ziel um zwei Kilometer, die Detonation t√∂tete aber trotzdem noch 31.000 Menschen. Hunderttausende starben an den Folgen. Die schwerkranken √úberlebenden nennt man Hibakusha.


Kalter Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum Kalten Krieg, bei dem sich die USA und die Sowjetunion gegen√ľberstanden. Dies sorgte f√ľr eine massive F√∂rderung der Waffen- und Milit√§rtechnik auf beiden Seiten. So wurden auch die Ergebnisse der Forschung in Deutschland auf beiden Seiten genutzt und Forscher rekrutiert (Operation Overcast).

Minuteman 2 während des Starts

Besonders die Nuklearwaffen spielten in diesem Konflikt eine wichtige Rolle. Zun√§chst war der Einsatz von Bombenflugzeugen geplant. Somit waren Bomberverb√§nde der strategische R√ľckhalt. Um eine Zerst√∂rung der Bomber am Boden und den daraus folgenden Verlust der R√ľckschlagf√§higkeit zu vermeiden, wurden strategische Bomberflotten mittels Luftbetankung 24 Stunden in der Luft gehalten. Die Bedeutung der Bomberverb√§nde √§nderte sich erst, als die Entwicklung der Interkontinentalrakete (Inter-Continental-Ballistic-Missile ICBM) fortschritt. Zun√§chst ben√∂tigten Interkontinentalraketen lange Auftank- und Startphasen, sodass ein Angriff schon Tage vorher vom Gegner entdeckt worden w√§re. Doch in der weiteren Entwicklung wurden die Waffen immer effektiver und hatten gegen√ľber Bombern den Vorteil, innerhalb von Minuten jeden Punkt auf der Erde erreichen zu k√∂nnen und einmal abgeschossen praktisch nicht mehr aufhaltbar zu sein.

U-2 Aufklärungsflugzeug

Die Luftaufkl√§rung gewann daher an immer gr√∂√üerer Bedeutung. Ber√ľhmt wurde besonders die amerikanische Lockheed U-2, die dank ihrer extremen Flugleistungen den USA zun√§chst sichere Spionagefl√ľge √ľber der UdSSR erlaubte. Am 1. Mai 1960 schaffte es die sowjetische Luft√ľberwachung aber, eine U-2 abzuschie√üen und den Piloten Francis Gary Powers festzunehmen. Doch die Bedeutung der Luftaufkl√§rung mit Flugzeugen nahm immer weiter ab, als die Satellitentechnologie immer besser wurde und unbemannte Aufkl√§rung direkt aus dem Weltall m√∂glich wurde. Die Wichtigkeit der Luftaufkl√§rung zeigte sich in der Kubakrise.

In zahlreichen Stellvertreterkriegen setzten beide Seiten ihre Technologie gegeneinander ein.

Siehe auch: Atomstreitkraft

Koreakrieg

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Bomben, abgeworfen von B-26s der Air Force, zerstören Versorgungslager und Hafenanlagen in Wonsan, Nordkorea, 1951.
Eine B-29 bombardiert Ziele in Korea

Der Koreakrieg des Jahres 1950 bot den USA und der Sowjetunion die M√∂glichkeit, ihre neuen Flugzeug-Technologien zu testen und im Vergleich gegeneinander antreten zu lassen. Die USA unterst√ľtzten S√ľdkorea, w√§hrend die Sowjetunion den nordkoreanischen Truppen inoffiziell unter anderem Flugzeuge, Ausbilder und Piloten zur Verf√ľgung stellten.

Propellermaschinen wurden während des Krieges zunehmend durch Jets abgelöst. Am 10. November 1950 kam es zum ersten Jet-gegen-Jet-Kampf, bei dem eine F-80 Shooting Star eine MiG-15 abschoss [13].

Die sowjetischen MiG-15 waren den Flugzeugen der US-Truppen √ľberlegen. Zwar konnten die US-Truppen mit der Einf√ľhrung der F-86 die Situation verbessern, diese war der MiG-15 aber ebenfalls nicht √ľberlegen. Um eine MiG-15 gr√ľndlich untersuchen zu k√∂nnen, boten die USA jedem gegnerischen Piloten, der mit einer intakten Maschine auf einem US-St√ľtzpunkt landen w√ľrde, 100.000 Dollar und Asyl an. Erst nach dem Kriegsende floh ein nordkoreanischer Pilot in den S√ľden. Dessen MiG-15 ist heute noch in einem USAF-Museum zu bewundern. Der Bereich, den die MiG-15 erreichen konnten, wurde von den amerikanischen Piloten ‚ÄěMiG Alley‚Äú genannt. Behindert wurden die Abwehrma√ünahmen der US-Piloten durch politische Restriktionen. So durften die Basen der MiGs in China nicht angegriffen werden, und das √úberfliegen der chinesischen Grenze war ebenfalls generell verboten. Aufgrund der MiGs war die USAF z.B. gezwungen, ihre B-29-Angriffe nachts durchzuf√ľhren. Erst mit der Einf√ľhrung der F-86E war das Gleichgewicht bei den Jagdflugzeugen wiederhergestellt. Die Mehrzahl der Bodenangriffe wurde jedoch von Propellerflugzeugen wie der North American P-51D ‚ÄěMustang‚Äú, der Douglas B-26 ‚ÄěInvader‚Äú, der Fairey ‚ÄěFirefly‚Äú FB.5, der Hawker Sea Fury FB.11, der Douglas AD-1 ‚ÄěSkyraider‚Äú oder der Vought AU-1 ‚ÄěCorsair‚Äú geflogen. F√ľr Bodenangriffe eingesetzte D√ľsenflugzeuge waren beispielsweise die F-84 ‚ÄěThunderjet‚Äú, Gloster ‚ÄěMeteor‚Äú, Grumman F9F ‚ÄěPanther‚Äú oder die McDonnell F2H ‚ÄěBanshee‚Äú.

Da die Sowjetunion sich nicht offiziell in den Konflikt einmischen wollte und durfte, waren die sowjetischen Piloten angehalten, sehr defensiv und hinter der Front zu fliegen. Durch diesen Umstand und eine gr√∂√üere Anzahl an Flugzeugen konnten die USA zum Ende des Krieges die Luftherrschaft erringen. Nach neuerer Forschung aus den USA lag die Abschussrate zuletzt bei 4,4:1 f√ľr die USA. Die amerikanische Verlustrechnung z√§hlt jedoch nur die eigenen Verluste, die direkt √ľber dem Kampfgebiet abgeschossen wurden. Flugzeuge, die √ľber eigenem Gebiet niedergehen oder abgewrackt werden m√ľssen, werden dagegen nicht als Absch√ľsse in die Statistik aufgenommen.

Um den Norden zu schw√§chen, unternahm die USAF zahlreiche Fl√§chenbombardements, wie sie sp√§ter auch in Vietnam durchgef√ľhrt wurden. Im Koreakrieg wurde sogar mehr Napalm abgeworfen als im Vietnamkrieg; allein in der zweiten H√§lfte des Jahres 1950 waren es mehr als 1¬†Millionen Gallonen (3.785.400 Liter). Dabei wurden auch gezielt Bew√§sserungsanlagen und Kraftwerke angegriffen; bei der Zerst√∂rung zahlreicher D√§mme kam es zu √úberschwemmungen.[14]

Als China Nordkorea massiv mit Truppen unterst√ľtzte, forderte der amerikanische Oberbefehlshaber Douglas MacArthur sogar, chinesische St√§dte mit Nuklearwaffen zu bombardieren, worauf er seines Postens enthoben wurde.

Vietnam

Einsatz von Napalm in Vietnam
Boeing B-52 wirft Bomben auf Vietnam
Bell UH-1D Hubschrauber 1966 in Vietnam
Verspr√ľhung von Agent Orange im Mekong Delta am 26. Juli 1969

In Vietnam begannen die USA 1965 einen der verheerendsten Bombenkriege der Geschichte. Unter anderem wurden Entlaubungsmittel (Agent Orange) und Napalm eingesetzt. Notleidende der Bombardements war vor allem die Zivilbev√∂lkerung. Die bis zu 1200 Grad Celsius erzeugenden Napalmbomben f√ľgten denjenigen, die nicht sofort starben, schwerste Verbrennungen zu.

Auf Vietnam wurden mehr Bomben abgeworfen als w√§hrend des Zweiten Weltkrieges auf allen Kriegsschaupl√§tzen zusammen. In Nordvietnam wurde der Luftkrieg als vorwiegend politisches Mittel eingesetzt. In Washington wurde entschieden, was wann und wo anzugreifen sei. 1964 bombardierte man nordvietnamesische H√§fen als ‚ÄěVergeltung‚Äú f√ľr einen Angriff von Schnellbooten. Ab 1965 wollte man mit der Operation ‚ÄěRolling Thunder‚Äú die Nordvietnamesen zum Waffenstillstand bringen. Gleichzeitig war den US-Streitkr√§ften aber untersagt, die gro√üen H√§fen, Flugpl√§tze oder St√§dte zu bombardieren, da man bef√ľrchtete, sowjetische ‚ÄěBerater‚Äú zu treffen. Erst 1972 unterband man den Nachschub Nordvietnams durch die Verminung der H√§fen und die massive Bombardierung der St√§dte (Operation Linebacker). Hiernach kam es zum Waffenstillstand zwischen den USA und Nordvietnam.

Im sonstigen Luftkrieg gelang es den USA aber nicht, die Streitkr√§fte Nordvietnams und den Vietcong entscheidend zu treffen, z.B. den Nachschub √ľber den ‚ÄěHo-Chi-Minh-Pfad‚Äú durch Laos zu unterbinden.

Neu waren im Vietnamkrieg der massierte Einsatz von Lenkwaffen. Schon 1965 setzte Nordvietnam die ‚ÄěSA-2‚Äú zur Luftabwehr ein, 1972 auch die tragbare ‚ÄěSA-7‚Äú. Die USA setzten Anti-Radar-Lenkwaffen ein, ferngesteuerte oder fernsehgelenkte Bomben. Ab Anfang der 1970er Jahre kamen lasergelenkte Bomben zum Einsatz.

In Vietnam ver√§nderte sich das Verh√§ltnis zwischen Luft- und Bodenoperationen. Der Luftkrieg wurde immer bedeutender, und Operationen des Heers wurden immer weniger und daf√ľr st√§rker mit Luftschl√§gen kombiniert. Zum einen fordert der Luftkrieg weniger eigene Opfer und l√§uft f√ľr die Soldaten sauberer ab, da kein direkter Kontakt zum Feind besteht. Aus der Luft wurde auch das Herbizid Agent Orange verspr√ľht, um die W√§lder zu entlauben, die dem Vietcong Schutz boten, und Nahrungsquellen zu entziehen. Insgesamt wurden w√§hrend des Krieges 90 Millionen Liter Herbizide verspr√ľht, die wegen ihrer Giftigkeit Krebs und Mutationen verursachen.

Die Entwicklung des Hubschraubers wurde im Vietnamkrieg besonders deutlich. Mit dem Hubschrauber konnten Truppen leicht transportiert und in unwegsamem Gel√§nde abgesetzt werden. Dies erm√∂glichte Taktiken, bei denen zun√§chst aus der Luft bombardiert wurde und dann Infanterie abgesetzt werden konnte, um den restlichen Widerstand am Boden zu bek√§mpfen und die Position zu halten. Au√üerdem k√∂nnen die Truppen leicht wieder evakuiert werden und sich zur√ľckziehen. So kann dem Gegner ein Schlag zugef√ľgt werden und, bis dieser reagieren kann, ist das Gebiet schon wieder ger√§umt. Dies macht auch gef√§hrliche Fallschirmlandungen √ľberfl√ľssig. Gleichzeitig verringerte der Hubschrauber die Zeit, die ein verletzter US-Soldat brauchte, um ins Lazarett zu gelangen, auf sieben Minuten. Am bekanntesten wurde der Bell UH-1 ‚ÄěHuey‚Äú, der wegen seines knallenden Rotorger√§usches zu jeder Ger√§uschkulisse des Vietnamkrieges geh√∂rt (Spitzname bei der Bundeswehr ist ‚ÄěTeppichklopfer‚Äú).

Zweiter Golfkrieg

F-117 Nighthawk Tarnkappenbomber

Der Zweite Golfkrieg von 1991 war eine milit√§rische Operation, die, durch eine UNO-Resolution begr√ľndet, die Befreiung des vom Irak besetzten Kuwaits zum Ziel hatte. Der Krieg wurde zum gr√∂√üten Teil durch Luftoperationen entschieden, die die USA und ihre Verb√ľndeten durchf√ľhrten. Pro Tag wurden mehr als 1.000 Angriffe geflogen und mehr Waffen eingesetzt als w√§hrend des Zweiten Weltkrieges. So setzte sich die Entwicklung fort, dass man Bodentruppen erst dann zum Einsatz bringt, wenn alle aus der Luft erreichbaren Ziele zerst√∂rt sind.

Der Krieg war bestimmt von dem erstmaligen Einsatz satelliten- und computergest√ľtzter Waffensysteme, wie zum Beispiel pr√§zisionsgelenkter Bomben, Tarnkappenbomber und Marschflugk√∂rper. Wegen der starken Medienpr√§senz wurde vom Pentagon der Luftkrieg als sauberere L√∂sung pr√§sentiert, nachdem die Napalmbombardierungen w√§hrend des Vietnamkrieges heftige nationale und internationale Kritik ausl√∂sten. Der Begriff der chirurgischen Kriegf√ľhrung wurde gepr√§gt, doch er erwies sich als Propaganda, da es trotzdem zu Opfern unter der Zivilbev√∂lkerung kam und, z.B. bei den Angriffen auf die irakischen Stellungen durch Boeing B-52-Bomber, auch zahlreiche konventionelle Waffen eingesetzt wurden. Vor allem der Einsatz von Uranmunition erweist sich als verheerend f√ľr die Zivilbev√∂lkerung (siehe auch: Golfkriegssyndrom).

Obwohl der Verlauf des Krieges die technologische √úberlegenheit der USA und ihrer Verb√ľndeten unterstrich, mussten im Bereich der Freund-Feind-Erkennung, und zwar speziell im Bereich der Nahunterst√ľtzung der vorr√ľckenden Bodentruppen, fatale Irrt√ľmer zugegeben werden.

21. Jahrhundert

In der modernen Kriegsf√ľhrung dient die Erringung der Lufthoheit zu Beginn einer Operation dazu, die Handlungsfreiheit √ľber dem Einsatzgebiet zu gew√§hrleisten, um dann die eigenen Bodentruppen durch gezielte Angriffe auf den Gegner zu unterst√ľtzen, Luftlandeoperationen zu erm√∂glichen und strategische Ziele (Infrastruktur, Industrie) anzugreifen.

Zun√§chst war die Luftaufkl√§rung und Artillerieleitung die wichtigste Aufgabe der Luftstreitkr√§fte. Daraus folgte das Abfangen feindlicher Flugger√§te und sp√§ter die M√∂glichkeit, mit Flugger√§ten Bomben auf weitentfernte Ziele zu werfen. Als sich Technik und Industrie weiterentwickelten, war es m√∂glich, gro√üe Bomberflotten aufzustellen und verheerende Zerst√∂rung in das feindliche Land zu tragen. Die auf Giulio Douhet zur√ľckgehende Strategie, St√§dte des Feindes zu zerst√∂ren, so seine Moral zu brechen und seine Bev√∂lkerung zu Aufst√§nden zu motivieren (counter-cities), hat sich aber insbesondere wegen der Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg als wenig wirksam erwiesen.

Der Luftkrieg des anbrechenden 21. Jahrhunderts ist von einem starken Transformationsprozess gepr√§gt. Viele Luftstreitkr√§fte, vor allem die der Vereinigten Staaten, des Vereinigten K√∂nigreichs und Israels, haben im Laufe mehrerer Kriege die Erfahrung gemacht, dass das Primat der Luft√ľberlegenheit und Luftinitiative gegen asymmetrisch agierende Gegner nur von eingeschr√§nktem Nutzen ist.

Der Kosovokrieg, der Krieg in Afghanistan, der Irakkrieg und der Libanonkrieg 2006 verdeutlichten, dass wesentliche Kriegsziele wie die Beendigung von vermeintlichem V√∂lkermord, das Ergreifen von Terroristen, das Auffinden von Massenvernichtungswaffen oder die Befreiung von Soldaten aus feindlicher Kontrolle durch Luftangriffe alleine nicht erreicht werden k√∂nnen. Zwar k√∂nnen durch Luftbetankung und Flugzeugtr√§ger Kriegsflugzeuge jeden Ort der Erde erreichen und f√ľr den Einsatz von Bodentruppen vorbereiten, diese aber nicht ersetzen.

W√§hrend Enthauptungsschl√§ge (‚Äědecapitation strikes‚Äú) nur selten ihr Ziel erreichen, bringen zahlreiche Kollateralsch√§den den Krieg aus der Luft an den Rand ihrer Legitimierbarkeit. In der Verteidigungspolitik f√ľhrten stetig steigende Beschaffungs-, Wartungs-, Ausbildungs-, und Energiekosten, begleitet von st√§ndig anspruchsvolleren Pflichtenheften, zu alternativen strategischen Tendenzen. Obwohl die zentrale Planung eines Luftkrieges erhalten bleibt, wird die Durchf√ľhrung zunehmend dezentral durchgef√ľhrt. Dies geschieht im Rahmen der vernetzten Gefechtsf√ľhrung, mit deren Hilfe die Kommunikationswege stark verk√ľrzt werden. Aufgrund des generellen Vorteils der Offensive gegen√ľber der Defensive wird die Offensivverteidigung des eigenen Luftraums st√§rker betont.

Siehe auch

Literatur

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  • Robin Neillands: The bomber war. Arthur Harris and the Allied bomber offensive, 1939 - 1945. Nachdruck. Murray. London 2001, ISBN 0-7195-5637-6
    • dt. Ausgabe: Der Krieg der Bomber. Arthur Harris und die Bomberoffensive der Alliierten 1939‚Äď1945. Edition q, Berlin 2002, ISBN 3-86124-547-7
  • Gerald Penz "Die k.u.k. Fliegertruppe an der Karnischen Front 1915-1917" Vortrag zum Symposion von ARBOS - Gesellschaft f√ľr Musik und Theater, N√∂tsch-Arnoldstein 2007
  • Janusz Piekalkiewicz: Luftkrieg. 1939-1945. S√ľdwest-Verlag, M√ľnchen 1978, ISBN 3-517-00605-X; √ľberarbeitete Taschenbuchausgabe: Heyne, M√ľnchen 1986, ISBN 3-453-01502-9
  • Rudolf Prescher: Der rote Hahn √ľber Braunschweig. Luftschutzma√ünahmen und Luftkriegsereignisse in der Stadt Braunschweig 1927 bis 1945. Waisenhaus-Buchdruckerei, Braunschweig 1955; 2. erweiterte Auflage: Pfankuch, Braunschweig 1994
  • Alfred Price: Battle Over The Reich. Ian Allan Publishing, 1973; erweiterte und aktualisierte Ausgabe in zwei B√§nden: Battle Over The Reich. The Strategic Bomber Offensive Against Germany 1939-1945. Band 1 (August 1939-October 1943), 2006, ISBN 1903223474; Band 2 (November 1943-May 1945), 2006, ISBN 1903223482
    • dt. Ausgabe: Luftschlacht √ľber Deutschland. Motorbuch-Verlag, Stuttgart 1973, ISBN 3-87943-354-2
  • Peter Schneider: Spione am Himmel. Alliierte Luftaufnahmen im Raum Wittgenstein w√§hrend und nach dem Zweiten Weltkrieg. Thiele & Schwarz, 1996, ISBN 3-87816-092-5
  • Ewald Schoof: Der Angriff amerikanischer Verb√§nde auf den Fliegerhorst Diepholz. Eine Dokumentation des Einsatzbefehls Nr. 228. Druckerei Heldt, Twistringen 2002
  • Matthias Th√∂mmes: Tod am Eifelhimmel - Luftkrieg √ľber der Eifel 1939-1945. 4. Auflage, Helios-Verlag, Aachen 2004, ISBN 3-933608-04-X
  • Walter Waiss: Aus dem Boelcke-Archiv. Bd. 4. (Chronik Kampfgeschwader Nr. 27 Boelcke, Teil 3: 1.1.42-31.12.42), Helios-Verlag, Aachen 2005, ISBN 3-93820-807-4
  • Walter Waiss: Aus dem Boelcke-Archiv. Bd. 5. (Chronik Kampfgeschwader Nr. 27 Boelcke, Teil 3: 1.1.43-31.12.43), Helios-Verlag, Aachen 2007, ISBN 978-3-938208-49-X (formal falsche ISBN), ISBN 978-3-938208-49-6
  • Hans-Joachim Blankenburg / G√ľnther Sinnecker: Luftkrieg √ľber Mittelth√ľringen 1944-1945, Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2007, ISBN 978-3-938997-52-9
  • Ernst Stilla, Die Luftwaffe im Kampf um die Luftherrschaft, Bonn, Univ., Diss., 2005, http://hss.ulb.uni-bonn.de/diss_online/phil_fak/2005/stilla_ernst/0581.pdf

Weblinks

Fußnoten

  1. ‚ÜĎ Moran, Daniel: Geography and Strategy, in: Baylis, John et al.: Contemporary Strategy, Oxford: Oxford University Press, 2. Auflage 2007, S. 133
  2. ‚ÜĎ Neugebauer/Ostertag:Grundz√ľge der deutschen Milit√§rgeschichte - Band 2 Arbeits- und Quellenbuch, Rombachverlag, Freiburg 1993, 1. Auflage, Seite 209
  3. ‚ÜĎ Heinz Guderian: Erinnerungen eines Soldaten. Motorbuch, Stuttgart; 18., Aufl., 2001. ISBN 3879436932
  4. ‚ÜĎ a b Detlef Vogel: ‚ÄěOperation Strafgericht. Die r√ľcksichtslose Bombardierung Belgrads durch die deutsche Luftwaffe am 6. April 1941.‚Äú In: Gerd R. Uebersch√§r/Wolfram Wette (Hrsg.): Kriegsverbrechen im 20. Jahrhundert. [Darmstadt]¬†: Primus-Verl., 2001. ISBN 389678417X.
  5. ‚ÜĎ 60 Jahre Kriegsende - Themen
  6. ‚ÜĎ Hans-Ulrich Wehler in einer Rezension in der Sendung Das politische Buch im Deutschlandradio.
  7. ‚ÜĎ Hans Mommsen: Moralisch, strategisch, zerst√∂rerisch. In: Lothar Kettenacker (Hg.): Ein Volk von Opfern? Die neue Debatte um den Bombenkrieg 1940-45. Berlin; 2003. S.147.
  8. ‚ÜĎ ‚ÄěAlliierte wollten diesen Blutzoll‚Äú
  9. ‚ÜĎ Siehe hierzu: "Kommando√ľbergabe bei der Einsatzgruppe des Einsatzgeschwaders Mazar-e Sharif": http://www.luftwaffe.de/portal/a/luftwaffe/kcxml/04_Sj9SPykssy0xPLMnMz0vM0Y_QjzKLNzKId_c1BMlB2F7O-pFw0aCUVH1fj_zcVH1v_QD9gtyIckdHRUUALZAZ7Q!!/delta/base64xml/L2dJQSEvUUt3QS80SVVFLzZfMjBfR00x?yw_contentURL=%2F01DB060000000001%2FW2797KKA247INFODE%2Fcontent.jsp
  10. ‚ÜĎ Vgl. hierzu, stellvertretend f√ľr eine Vielzahl anderer Feuerwehrverb√§nde: http://www.feuerwehr-bodenheim.de/einsatzgruppe.html und "Die Einsatzgruppe Funk der Feuerwehr Wetter (Ruhr)": http://www.feuerwehrwetter.de/funkgruppe.htm
  11. ‚ÜĎ Vgl. hierzu, stellvertretend f√ľr eine Vielzahl anderer THW-Verb√§nde: "Notfall-System Kreis Lippe - Einsatzgruppe Technik": http://www.thw-lemgo.de/index.php?/h_notfallsystem.htm
  12. ‚ÜĎ History of the Second World War, B.H. Liddell Hart, Perigree Books, New York, 1982, Seite 691
  13. ‚ÜĎ Lockheed P-80 Shooting Star - USA
  14. ‚ÜĎ taz.de - Archiv

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