Antonio López de Santa Anna

ÔĽŅ
Antonio López de Santa Anna

Antonio L√≥pez de Santa Anna P√©rez de Lebr√≥n, auch Santa Ana geschrieben, (* 21. Februar 1794 in Xalapa; ‚Ć 21. Juni 1876 in Mexiko-Stadt) war ein mexikanischer General und Politiker. Er war elfmal Staatschef von Mexiko (Pr√§sidentschaften 1833‚Äď35; 1839; 1841‚Äď42, 1843, 1844; 1846‚Äď47; 1853‚Äď55) und wurde f√ľnfmal ins ‚Äělebenslange‚Äú Exil gesandt. Seine Regierungszeiten waren meist k√ľrzer als die verfassungsm√§√üige Amtszeit.

Antonio López de Santa Anna, Porträt, Mitte 19. Jh.

Inhaltsverzeichnis

Die fr√ľhen Jahre

Antonio López war der Sohn eines Ehepaares, das der unteren Mittelschicht angehörte. Sein aus Spanien stammender Vater war ein kleiner Beamter in der spanischen Verwaltung, seine Mutter stammte aus Frankreich. 1810 trat der Jugendliche als Kadett in das spanische Militär ein, wo er sich bis 1812 in den Rang eines Leutnants hochdiente. Er sah in spanischen Heeresdiensten einen Sinn darin, mexikanische Unabhängigkeitsbestrebungen zu unterbinden.

Militärische Karriere

1821 wechselte er die Seite und erkl√§rte dem Rebellenf√ľhrer Agust√≠n de It√ļrbide seine Loyalit√§t. W√§hrend des Mexikanischen Unabh√§ngigkeitskrieges schloss sich Santa Anna zun√§chst als Oberst eines Regimentes dem aufst√§ndischen Agust√≠n de It√ļrbide an. Sein Ansehen stieg enorm, nachdem es ihm gelungen war, die spanischen Kr√§fte aus der Hafenstadt Veracruz zu vertreiben. Iturbide belohnte Santa Anna daf√ľr mit dem Generalsrang und ernannte ihn zum Gouverneur von Veracruz.

Nach der Thronbesteigung It√ļrbides wandte er sich gegen ihn und trug 1823 zu seinem Sturz bei. Er geh√∂rte zu den Milit√§rf√ľhrern, die den Plan von Casa Mata (1. Februar 1823) unterst√ľtzten, der auf einen Umsturz hinauslief und Mexiko zur Republik machen sollte.

Nach Ausrufung der Republik 1824 bildeten sich in Mexiko zwei politische Str√∂mungen. Die Zentralisten, eine konservative Gruppe von Kirchenf√ľhrern, reichen Landbesitzern, Kreolen und Offizieren der Armee, wollten eine stark zentralistische, koloniale Regierungsform retten. Die F√∂deralisten, eine liberale, antiklerikale Fraktion, die den Aufbau f√∂deralistischer, unabh√§ngiger Gliedstaaten unterst√ľtzte, wollten hingegen der indianischen Bev√∂lkerung und anderen unterdr√ľckten Gruppen mehr Rechte verschaffen. Santa Anna war zwar ein erkl√§rter Gegner der r√∂misch-katholischen Kirche, neigte aber trotzdem zur zentralistischen Anschauung. 1824 wurde er zum Gouverneur von Yucat√°n ernannt und entwickelte hier einen Plan zur Invasion des weiterhin spanischen Kuba, der aber im Sand verlief.

Im Dezember 1828 war er an dem Staatsstreich beteiligt, der Vicente Guerrero an die Macht brachte. Gro√üe Popularit√§t erlangte er durch seinen Kampf gegen Spaniens Versuch, Mexiko zur√ľckzuerobern. Im Jahre 1829 unternahm Spanien einen letzten Versuch, seinen fr√ľheren Besitz Mexiko zur√ľckzugewinnen und landete mit einer Streitmacht von 2600 Soldaten in Tampico. Santa Anna marschierte mit geringeren Kr√§ften gegen sie und verwickelte die Spanier, von denen viele unter Gelbfieber litten, in kleine Scharm√ľtzel, bis sie am 11. September 1829 kapitulierten. Dieser Erfolg brachte ihm die Beinamen Held von Tampico und ‚ÄěSalvador/Benem√©rito de la Patria‚Äú (‚ÄěRetter des Vaterlandes‚Äú) ein.

Politische Karriere

Der Weg zur Macht

1829 wurde Santa Anna unter dem Pr√§sidenten Guerrero zum Kriegsminister und Oberbefehlshaber des Heeres ernannt. Er erkl√§rte, er wolle sich aus der Politik heraushalten, ‚Äěes sei denn, mein Land braucht mich‚Äú. Er entschied, dass das n√∂tig sei, nachdem Anastasio Bustamante einen Staatsstreich anf√ľhrte, der Pr√§sident Guerrero hinwegfegte und den gest√ľrzten Pr√§sidenten 1831 das Leben kostete. 1832 zettelte Santa Anna an der Spitze der Garnison von Veracruz einen Aufstand gegen Bustamante an. Nachdem der Rebell am 1. Oktober bei Puebla siegreich war, proklamierte er Manuel G√≥mez Pedraza zum Pr√§sidenten. In der politischen Konfusion der Folgezeit ergriff Santa Anna dann die Initiative und wurde im M√§rz 1833 zu dessen Nachfolger gew√§hlt. Doch die am 1. April beginnende Amtszeit sah ihn offiziell aus Gesundheitsgr√ľnden nicht im Amt.[1][2] Zun√§chst hatte Santa Anna eher geringes Interesse am Lauf der Dinge in seinem Land. Er √ľbertrug das Pr√§sidium dem Vizepr√§sidenten Valent√≠n G√≥mez Far√≠as, einem liberalen Reformer, und lie√ü ihm freie Hand. Far√≠as arbeitete hart, um die Korruption auszurotten, die unter dem Milit√§r, wohlhabenden Landbesitzern und der katholischen Kirche kr√§ftig vorangeschritten war. Santa Anna √ľbernahm am 16. Mai 1833 f√ľr wenige Wochen erstmals das Pr√§sidentenamt.

Als diese Kreise ihren Verdruss √§u√üerten, entlie√ü der Pr√§sident 1834 seinen Vertreter, suspendierte die Verfassung, l√∂ste den mexikanischen Kongress auf und errichtete so eine Diktatur. W√§hrend einige Konservative applaudierten, rief dies betr√§chtliche Missbilligung in anderen Gruppen hervor. In den Landesteilen San Luis Potos√≠, Quer√©taro, Durango, Guanajuato, Michoac√°n, Yucat√°n, Jalisco, Zacatecas und auch Coahuila y Tejas (Texas) brach offene Rebellion aus. Santa Anna plante, zun√§chst die Unruhen im gr√∂√üten Bundesstaat Zacatecas niederzuschlagen und sich dann dem texanischen Problem zuzuwenden. Am 12. Mai 1835 besiegte er die von Francisco Garc√≠a angef√ľhrte Miliz in Zacatecas und nahm 3000 Gefangene. Die Armee durfte die Stadt 48 Stunden lang pl√ľndern. Santa Anna zwang Mexiko im Oktober 1835 eine streng zentralistische Verfassung auf.

Texanisch-Mexikanischer Krieg

Hauptartikel: Texanischer Unabhängigkeitskrieg

Als Santa Anna im Herbst 1835 die f√∂derale Verfassung endg√ľltig au√üer Kraft setzte, brach sich auch in Texas, das Teil des mexikanischen Bundesstaates Coahuila y Tejas war, die Revolution vollends ihre Bahn. Unmut hatte sich seit 1829 aufgestaut, als die mexikanische Regierung Sklavenarbeit verbot, texanische Siedler jedoch Sklavenhaltung betreiben wollten. Texanischen Truppen, bestehend aus Freiwilligen angloamerikanischer und mexikanischer Herkunft, gelang es, die mexikanischen Streitkr√§fte bis Ende 1835 hinter den Rio Grande zur√ľckzudr√§ngen. Die texanischen F√ľhrer erkl√§rten ihre Treue zur vorigen mexikanischen Verfassung, verurteilten aber Santa Annas Taten. Am 2. M√§rz 1836 verk√ľndeten sie dann ihre Unabh√§ngigkeit von Mexiko, woraufhin der Staatschef mit einer Armee von etwa 7000 Soldaten in Texas einr√ľckte.

In Alamo, einer alten spanischen Befestigungsanlage bei San Antonio, wurden nach der Eroberung am 6. M√§rz 1836 alle √ľberlebenden m√§nnlichen Verteidiger get√∂tet. Ein weiteres Massaker der Mexikaner folgte in Goliad (im heutigen Goliad County). Sam Houston, der Oberbefehlshaber der texanischen Verb√§nde, sammelte unterdessen frische Kr√§fte im Hinterland und besiegte die mexikanische Armee am 21. April 1836 in der Schlacht von San Jacinto beim heutigen Deer Park im Harris County. In nur 18 Minuten gewannen die Texaner die Schlacht; √ľber 600 Mexikaner starben und 730 wurden gefangengenommen. An die Schlacht erinnert das San Jacinto Monument. Staatschef Santa Anna wurde am Tage darauf gefangengenommen (er verblieb ca. 2 Monate in der Gefangenschaft von General Houston), ehe er nach Washington entlassen wurde, wo er von US-Pr√§sident Andrew Jackson empfangen wurde und weitere Diskussionen √ľber den Themenkomplex Texas entstanden. Bereits vor seiner Entlassung Richtung Hauptstadt wurde Santa Anna jedoch gezwungen, in Velasco ein Abkommen zu unterzeichnen, welches Texas die Unabh√§ngigkeit zugestand.

Eine neue mexikanische Regierung erklärte allerdings, dass Santa Anna nicht länger Präsident und das Abkommen von Velasco daher null und nichtig sei.

Die Verhandlungen mit Jackson verliefen ergebnislos und so wurde der prominente Kriegsgefangene 1837 wieder nach Veracruz in Mexiko per US-Seebegleitung entlassen, woraufhin er auf seine Hazienda zur√ľckkehrte.

Erneute Präsidentschaft

Mexiko lag in den 1830er Jahren sowohl im Fokus von Interessen der USA als auch der europ√§ischen Gro√üm√§chte. Frankreich versuchte mit einer Invasion des Landes in Mittelamerika Fu√ü zu fassen. Santa Anna witterte deshalb eine Chance zur R√ľckkehr ins politische Geschehen. Er stellte einen Schusswechsel mit einer fliehenden Invasionstruppe der Franzosen im Kuchenkrieg 1838 bei der Verteidigung von Veracruz als grandiosen Sieg dar. Bei diesem Scharm√ľtzel traf ihn eine Kanonenkugel in den Unterschenkel, welcher nicht mehr zu retten war. Santa Anna verfiel auf den illustren Gedanken, f√ľr sein amputiertes Bein ein Grabmal bauen zu lassen. Mit milit√§rischen Ehren wurde sein Unterschenkel beigesetzt. Von da an hielt er bei √∂ffentlichen Auftritten zu Pferde sein h√∂lzernes Bein √ľber seinen Kopf als Symbol seiner Opferbereitschaft f√ľr sein Land. Der Invalide behielt nach dem Abzug der Franzosen die Kontrolle √ľber seine Truppen und unterst√ľtzte zun√§chst den amtierenden Pr√§sidenten Bustamante.

Santa Anna machte sich ab 1841 wieder (mit kurzen Unterbrechungen) zum unumschr√§nkt herrschenden Pr√§sidenten. Seine zweite Herrschaft war noch diktatorischer als die vorherige, und 1842 stattete er sich selbst mit diktatorischen Vollmachten aus.[3] Sein Verlangen nach immer gr√∂√üeren Steuern lie√ü bald Wut im Lande aufkommen. Verschiedene Bundesstaaten stoppten einfach ihren Gesch√§ftsverkehr mit der Zentralregierung. Yucat√°n und Laredo gingen sogar so weit, sich selbst zu unabh√§ngigen Republiken zu erkl√§ren. Im Dezember 1844 erreichte die Opposition gegen ihn einen Punkt, an dem Santa Anna einsah, dass es zur Vermeidung eines B√ľrgerkriegs notwendig sei, auf die Pr√§sidentschaft zu verzichten und gegen eine gener√∂se Pension ins Exil zu gehen. Vom mexikanischen Kongress wegen Hochverrats zu lebensl√§nglicher Verbannung und Konfiskation seines Verm√∂gens von 3 Millionen Pesos verurteilt, ging er nach Kuba ins Exil.

Mexikanisch-Amerikanischer Krieg

Santa Anna im Jahr 1847

Hauptartikel: Mexikanisch-Amerikanischer Krieg

Nach der Aufnahme der Republik Texas in die USA im Jahr 1845 nahmen die Spannungen zwischen Mexiko und seinem n√∂rdlichen Nachbarn zu. Eine kriegerische Auseinandersetzung zeichnete sich ab. Die Rolle Santa Annas in dieser politischen Situation war undurchsichtig. Der des Landes verwiesene Staatsmann f√ľhrte seit Anfang 1846 in seinem Exil in Havanna Geheimgespr√§che mit Abgesandten des US-Pr√§sidenten James K. Polk. Santa Annas Angebot lautete: Wenn ihm die USA wieder zur Macht in Mexiko verhelfen w√ľrden und 30 Millionen US-Dollar f√ľr die umstrittenen Territorien zahlten, wollte er einen strategischen Plan zur Eroberung seines Landes liefern und als mexikanischer Oberbefehlshaber heimlich mit den USA kooperieren.

Im April 1846 besetzten US-Einheiten mexikanisches Gebiet n√∂rdlich des R√≠o Grande, das ihrer Interpretation nach zum US-Staat Texas geh√∂rte. Damit beabsichtigten die USA, Mexiko zum Krieg zu provozieren. Am 25. April fielen die ersten mexikanischen Sch√ľsse gegen die US-Soldaten, woraufhin am 13. Mai 1846 Washington Mexiko den Krieg erkl√§rte.

Santa Anna schrieb nach Mexiko-Stadt, dass er keine Ambitionen auf die Präsidentschaft habe, aber seinem Lande gerne mit seinen militärischen Erfahrungen beistehen wolle, erfolgreich fremde Invasoren wie in der Vergangenheit zu bekämpfen. Präsident Gómez Farías war arglos genug, das Angebot anzunehmen und erlaubte dem aus dem Lande Gewiesenen die Heimkehr.

Im August 1846 wurde Santa Anna von seiner Partei zur√ľckgerufen und von der provisorischen Regierung zum Generalissimus ernannt. Er wurde, den Geheimabreden gem√§√ü, durch die US-Seeblockade vor Veracruz geschleust und zog am 15. September 1846 in Mexiko-Stadt ein. Die USA verfuhren exakt nach seinem Schlachtplan. Eine Blockade der mexikanischen Seeh√§fen und das Vorr√ľcken von US-Truppen √ľber Monterrey nach Saltillo waren Santa Annas Erfindung. Der zur√ľckgeholte Pr√§sident sah unterdessen Mexiko wieder als seinen Privatbesitz an und f√ľhrte seine Armee in Niederlagen, w√§hrend er parallel zum milit√§rischen Geschehen Geheimgespr√§che mit dem Kriegsgegner pflegte.

Obwohl er am 22. und 23. Februar 1847 bei Buenavista von den US-Amerikanern unter General Zachary Taylor eine Niederlage hinnehmen musste, wurde er von den Mexikanern zum Pr√§sidenten gew√§hlt. Nachdem Santa Anna am 18. April 1847 vom General Winfield Scott bei Cerro Gordo abermals geschlagen worden war, lie√ü er sich zum Diktator ernennen, um die Friedenspartei nicht ans Ruder kommen zu lassen. Als jedoch Scott die Hauptstadt Mexiko-Stadt am 15. September 1847 einnahm, entfloh der mexikanische Staatschef nach Jamaika. Das Exil in Kingston verlie√ü er 1853 und ging nach Turbaco in Kolumbien.

Nach der Landung von US-Einheiten bei Veracruz hatte sich zuvor das Blatt bereits zu Gunsten der USA gewendet, Santa Anna setzte sein Doppelspiel jedoch fort, um seinen Nimbus als ‚ÄěPatriot‚Äú zu erhalten. Der Vertrag von Guadalupe Hidalgo vom 2. Februar 1848, ratifiziert am 30. Mai 1848, der Mexiko den Verlust seiner damaligen Nordh√§lfte einbrachte, stie√ü wohl auch deshalb auf heftigen Protest Santa Annas. Allerdings hatte er sich auf Kuba eindeutig auf dieses Kriegsziel der USA eingelassen.

R√ľckkehr nach Mexiko

Zunehmende Anarchie veranlasste 1853 rebellierende Konservative, den energischen Santa Anna zur√ľckzurufen, um mit ihm die Regierungsgewalt zur√ľckzugewinnen. Nachdem er die Ruhe im Lande wieder hergestellt hatte, erkl√§rte er sich am 17. Dezember 1853 zum Pr√§sidenten der Republik auf Lebenszeit und behauptete sich als Diktator bis zum August 1855. Es war die siebte Pr√§sidentschaft von Santa Anna.[4]

Am 30. Januar 1854 erlie√ü Santa Ana eine Navigationsakte, die dann vier Monate sp√§ter in Kraft trat. Inhalt der Akte war es, dass grunds√§tzlich nur mexikanischen Schiffen die Einfuhr ausl√§ndischer Waren vorbehalten bleiben sollte. Ausgenommen wurden die Schiffe, die unter einer Flagge fuhren, mit denen Mexiko eine Reziprozit√§tsvereinbarung geschlossen hatte. Alle anderen Schiffe hatten f√ľr ihre Waren Tonnengelder und Hafengeb√ľhren in zweifacher H√∂he zu entrichten.[5]

Aber auch diese Herrschaft war nicht besser als seine fr√ľheren. Santa Anna lenkte Regierungsgelder in seine eigenen Taschen, ver√§u√üerte im Gadsden-Kauf weiteres Staatsgebiet an die USA und lie√ü sich als ‚ÄěAllerh√∂chste Durchlaucht‚Äú anreden. Bereits am 1. M√§rz 1854 sprachen sich Gegner Santa Annas im Plan von Ayutla f√ľr seine Absetzung aus. Trotz gro√üz√ľgiger Zuwendungen an das Milit√§r, um dessen Loyalit√§t zu sichern, hatten selbst seine konservativen Verb√ľndeten 1855 endg√ľltig genug von Santa Anna. Eine Gruppe Liberaler, angef√ľhrt von Benito Ju√°rez und Ignacio Comonfort, st√ľrzte den Diktator, der daraufhin wieder nach Kuba floh. Als das Ausma√ü seiner Korruption bekannt wurde, wurde er wegen Verrates in Abwesenheit verurteilt und sein gesamter mexikanischer Besitz eingezogen.

Die späten Jahre

Santa Anna hielt sich in den folgenden Jahren seines Exils auf Kuba, in den Vereinigten Staaten, in Kolumbien und auf der damals dänischen Karibik-Insel Saint Thomas auf.

Das Kaiserreich Mexiko unter Maximilian von Mexiko erkannte Santa Anna an, er wurde zur R√ľckkehr nach Mexiko aufgefordert und 1864 zum kaiserlichen ‚ÄěReichsmarschall‚Äú ernannt. Da die Franzosen, die eigentlichen Herren des Landes w√§hrend der Herrschaft Kaiser Maximilians, ihm nicht trauten, wurde er postwendend wieder des Landes verwiesen. Weil er nach dem gewaltsamen Ende des Kaiserreichs 1867 den Versuch machte, das mexikanische Heer f√ľr sich zu gewinnen und die Macht wieder an sich zu rei√üen, wurde Santa Anna in Yucat√°n verhaftet und gefangengesetzt, aber bald wieder freigelassen. Die von ihm immer wieder angezettelten Erhebungen in Mexiko hatten keinen Erfolg.

Erst 1874 durfte der Ex-Diktator im Rahmen einer Generalamnestie wieder in sein Heimatland zur√ľckkehren. Er starb zwei Jahre sp√§ter am 21. Juni 1876 in Armut und vergessen in Mexiko-Stadt.

Privates

1825 heiratete er Inés García, mit der er vier Kinder hatte. Nach ihrem Tod 1844 heiratete er die 15-jährige María Dolores de Tosta, mit der er allerdings kaum zusammenlebte. Diese Ehe blieb kinderlos. In seinem Testament erkannte er vier uneheliche Kinder an.

Bei einem Aufenthalt Santa Annas in New York traf er mit dem Fotografen und Erfinder Thomas Adams zusammen. Der General ermunterte ihn, √ľber andere Verwendungsm√∂glichkeiten f√ľr Chicle (ein Baumharz) nachzudenken und verkaufte 1869 zu diesem Zweck einen gro√üen Klumpen Chicle aus seiner Heimat an den Erfinder. Der Erfinder verbesserte das bisher gebr√§uchliche Kaugummi und errichtete die erste Kaugummifabrik der Welt.

Von Santa Anna ist bekannt, dass er ein passionierter Anh√§nger von Hahnenk√§mpfen war. Er gab Zehntausende von Dollars f√ľr pr√§mierte H√§hne aus.

Siehe auch

Literatur

  • James Michener: Der Adler und der Rabe. Ein amerikanisches Duell. L√ľbbe, Bergisch-Gladbach 1991, ISBN 3-7857-0613-8.
  • Randy Roberts & James S. Olsen: A line in the sand. The Alamo in blood and memory. Free Press, New York 2001, ISBN 0-684-83544-4.

Weblinks

 Commons: Antonio L√≥pez de Santa Anna ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. ‚ÜĎ Leslie Bethell: The Cambridge History of Latin America. Cambridge University Pr., Cambridge 1985, ISBN 0-521-23224-4, S. 436.
  2. ‚ÜĎ Antonio L√≥pez de Santa Anna Collection in der Benson Latin American Collection, Bibliothek der University of Texas at Austin
  3. ‚ÜĎ vgl. Becker, Felix: Die Hansest√§dte und Mexiko. Handelspolitik, Vertr√§ge und Handel, 1821-1867. Wiesbaden: Steiner 1984. S. 77.
  4. ‚ÜĎ vgl. Kahle, G√ľnter (Hrsg.): Lateinamerika-Ploetz: die Geschichte der lateinamerikanischen L√§nder zum Nachschlagen. 2. aktualisierte Aufl., Freiburg (u.a.): Ploetz 1993, S. 86.
  5. ‚ÜĎ vgl. Becker, Felix: Die Hansest√§dte und Mexiko. Handelspolitik, Vertr√§ge und Handel, 1821-1867. Wiesbaden: Steiner 1984. S. 77-79. Publiziert wurde die Navigationsakte in Tardiff, Guillermo: Historia general del comercio exterior mexicano: antecedentes, documentos, glosas y comentarios, 1848-1869. Tomo 2, M√©xico, DF.: o.O. 1970. S. 310-314.

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen W√∂rterb√ľchern nach:

  • Antonio L√≥pez de Santa Anna ‚ÄĒ Mandats Pr√©sident du Mexique ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Antonio Lopez de Santa Anna ‚ÄĒ Antonio L√≥pez de Santa Anna Antonio L√≥pez de Santa Anna Antonio L√≥pez de Santa Anna , Le Napol√©on de l Ouest (21 f√©vrier 1794 √† Xalapa 21 juin 1876 √† Mexico) fut un ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Antonio L√≥pez de Santa Anna ‚ÄĒ For other people also named Antonio Lopez, see Antonio Lopez (disambiguation). This name uses Spanish naming customs; the first or paternal family name is L√≥pez de Santa Anna and the second or maternal family name is P√©rez de Lebr√≥n. Antonio… ‚Ķ   Wikipedia

  • Antonio L√≥pez de Santa Anna ‚ÄĒ Para otros usos de este t√©rmino, v√©ase Antonio L√≥pez (desambiguaci√≥n). Para otros usos de este t√©rmino, v√©ase Santa Anna (desambiguaci√≥n). Antonio L√≥pez de Santa Anna General Santa Anna, √≥leo sobre tela en exposici√≥n en el Museo de la Ciudad de… ‚Ķ   Wikipedia Espa√Īol

  • Antonio Lopez de Santa Anna ‚ÄĒ noun Mexican general who tried to crush the Texas revolt and who lost battles to Winfield Scott and Zachary Taylor in the Mexican War (1795 1876) ‚ÄĘ Syn: ‚ÜĎSanta Anna, ‚ÜĎSanta Ana, ‚ÜĎAntonio Lopez de Santa Ana ‚ÄĘ Instance Hypernyms: ‚ÜĎgeneral, ‚ÜĎfull… ‚Ķ   Useful english dictionary

  • Antonio L√≥pez de Santa Anna ‚ÄĒ Para otros significados de Antonio L√≥pez, ver Antonio L√≥pez. Antonio de Padua Mar√≠a Severino L√≥pez de Santa Anna y P√©rez de Lebr√≥n (21 de febrero de 1794 ‚Äď 21 de junio de 1876). Pol√≠tico y militar mexicano, fue en 11 ocasiones presidente de… ‚Ķ   Enciclopedia Universal

  • Antonio L√≥pez de Santa Anna ‚ÄĒ ‚ě° Santa Anna * * * ‚Ķ   Universalium

  • {Antonio L√≥pez de }Santa Anna ‚ÄĒ (1794‚Äď1876) the Mexican army officer who in 1836 led the attack on the Alamo. Texas became independent of Mexico when his forces were defeated at the Battle of San Jacinto in the same year. General Santa Anna later became Mexico‚Äôs president and… ‚Ķ   Universalium

  • Gouvernement Antonio L√≥pez de Santa Anna ‚ÄĒ Mexique Cet article fait partie de la s√©rie sur la politique du Mexique, sous s√©rie sur la politique ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Antonio Lopez de Santa Ana ‚ÄĒ noun Mexican general who tried to crush the Texas revolt and who lost battles to Winfield Scott and Zachary Taylor in the Mexican War (1795 1876) ‚ÄĘ Syn: ‚ÜĎSanta Anna, ‚ÜĎSanta Ana, ‚ÜĎAntonio Lopez de Santa Anna ‚ÄĘ Instance Hypernyms: ‚ÜĎgeneral, ‚ÜĎfull… ‚Ķ   Useful english dictionary


Share the article and excerpts

Direct link
… Do a right-click on the link above
and select ‚ÄúCopy Link‚ÄĚ

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.