Lyon

ÔĽŅ
Lyon
Lyon
Wappen von Lyon
Lyon (Frankreich)
Lyon
Wahlspruch
Avant, avant, Lion le melhor.
Region Rh√īne-Alpes (Pr√§fektur)
D√©partement Rh√īne
Arrondissement Lyon
Kanton Chef-lieu von 14 Kantonen
Koordinaten 45¬į 46‚Ä≤ N, 4¬į 50‚Ä≤ O45.7588888888894.8413888888889170Koordinaten: 45¬į 46‚Ä≤ N, 4¬į 50‚Ä≤ O
H√∂he 170 m (162‚Äď312 m)
Fläche
‚Äď Unit√© urbaine
47,87 km¬≤
954,19 km¬≤
Einwohner
‚Äď Unit√© urbaine
474.946 (1. Jan. 2008)
1.348.832
Bevölkerungsdichte
‚Äď Unit√© urbaine
9.922 Einw./km¬≤
1.414 Einw./km¬≤
Postleitzahl 69001‚Äď69009
INSEE-Code
Website www.lyon.fr
Stadtgliederung 9 Arrondissements
Das Rathaus von Lyon

Lyon?/i [lj…ĒŐÉ] (deutsch veraltet: Leyden, lat. Lugdunum) ist die Hauptstadt der Region Rh√īne-Alpes und des D√©partements Rh√īne im Osten Frankreichs.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Stadt liegt am Zusammenfluss der Rh√īne und der Sa√īne. Mit 474.946 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) ist sie nach Paris und Marseille die drittgr√∂√üte Stadt des Landes. Der rund 1,3 Millionen Einwohner z√§hlende Ballungsraum ist der zweitgr√∂√üte Frankreichs nach der √éle-de-France, dem Gro√üraum Paris mit ca. 11,5 Millionen Einwohnern. Um diese Position streiten sich allerdings seit vielen Jahren die St√§dte Lyon und Marseille.

Die Altstadt Lyons wurde 1998 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Lyon ist ein Bistum der r√∂misch-katholischen Kirche. Bischofssitz ist die Kathedrale Saint-Jean in der Altstadt. Markanter ist jedoch die Basilika Notre-Dame de Fourvi√®re, die die ganze Stadt √ľberragt. 1871 wurde sie auf der Spitze des gleichnamigen H√ľgels errichtet.

Die Lyoner Gastronomie genie√üt einen exquisiten Ruf. Die Vielfalt der traditionellen K√ľche findet in der seltenen Kombination aus Alpen-N√§he und schiffbarem Zugang zum Mittelmeer ihren Ursprung. N√∂rdlich und s√ľdlich der Stadt schlie√üen sich die Weinanbaugebiete Beaujolais bzw. C√ītes du Rh√īne an. Historisch ist die Stadt eng mit den canuts, den Seidenwebern, verkn√ľpft, deren Handwerk w√§hrend der Industriellen Revolution die treibende Wirtschaftskraft war. Dar√ľber hinaus ist Lyon als Stadt des Lichtes bekannt, dem zu Ehren j√§hrlich am 8. Dezember die ‚ÄěF√™te des Lumi√®res‚Äú[1] gefeiert wird.

Lyon ist die Heimatstadt des Physikers Andr√©-Marie Amp√®re, des Schriftstellers Antoine de Saint-Exup√©ry, des Koches von Weltruhm Paul Bocuse sowie der Wegbereiter des modernen Kinos, den Gebr√ľdern Lumi√®re.

Lyon ist Sitz der internationalen Polizeibeh√∂rde Interpol und der Internationalen Agentur f√ľr Krebsforschung (International Agency for Research on Cancer, kurz: IARC).

Lyon
Klimadiagramm (Erklärung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
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17
8
 
 
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10
4
 
 
56
 
7
2
Temperatur in ¬įC,  Niederschlag in mm
Quelle: Météo-France
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschl√§ge f√ľr Lyon
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (¬įC) 6,2 8,4 12,4 15,3 20,0 23,5 27,0 26,7 22,3 16,7 10,2 7,1 √ė 16,3
Min. Temperatur (¬įC) 0,1 1,2 3,3 5,6 9,9 13,1 15,6 15,3 11,9 8,4 3,6 1,5 √ė 7,5
Niederschlag (mm) 52,9 50,5 54,8 72,3 87,8 80,2 62,0 69,0 88,3 94,7 75,1 55,5 ő£ 843,1
Regentage (d) 9,4 9,0 8,8 9,5 11,3 8,8 6,8 7,2 7,7 10,3 9,2 9,5 ő£ 107,5
T
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26,7
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7,1
1,5
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52,9 50,5 54,8 72,3 87,8 80,2 62,0 69,0 88,3 94,7 75,1 55,5
  Jan Feb M√§r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Geschichte

Das Römische Theater
Die Cathedrale St-Jean und die Basilica Notre Dame de Fourvi√®re vom Ufer der Sa√īne

Antike und Mittelalter

Lyon wurde 43 v. Chr. von den R√∂mern unter dem keltischen Namen Lugdunum (H√ľgel des Lichts oder H√ľgel der Raben; die Etymologie ist nach wie vor umstritten) als Verwaltungszentrum Galliens gegr√ľndet. Vorher bestand an gleichem Ort bereits eine keltische Siedlung. Diese Rolle hatte die Stadt √ľber drei Jahrhunderte inne, bevor ihre Bedeutung im Zuge des Untergangs des R√∂mischen Reiches zur√ľckging. Der Name der Stadt wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte sprachlich und hat folglich nichts mit dem L√∂wen (frz. lion) zu tun.

Im Jahr 177 wurde hier die M√§rtyrerin Blandina verbrannt, die man sp√§ter zur Stadtpatronin von Lyon machte. Im 2. Jahrhundert lebte auch Iren√§us von Lyon, der nicht nur Bischof (177-202) war, sondern einer der bedeutendsten Kirchenv√§ter und einer der ersten systematischen Theologen des Christentums. Der sp√§tere r√∂mische Kaiser Caracalla wurde am 4. April 188 im heutigen Lyon geboren, dem Verwaltungssitz der Provinz Gallia Lugdunensis, deren Statthalter sein Vater damals war. Er erhielt den Namen Septimius Bassianus. In der Sp√§tantike bestand hier eine ‚ÄěHochschule‚Äú, an der unter anderem auch Sidonius Apollinaris studierte. Lyon war fr√ľhzeitig auch Bistum bzw. Erzbistum. 461 fiel die Stadt an die Burgunden und blieb bis zur fr√§nkischen Eroberung 534 K√∂nigsresidenz. Die Stadt wurde 725 von den Arabern, die aus Spanien kommend ins Frankenreich einfielen, verw√ľstet. Erst im 11. Jahrhundert erlangte Lyon wieder gr√∂√üere √ľberregionale Bedeutung, als die r√∂misch-katholische Kirche der Stadt den Hauptsitz √ľber Gallien (Primat des Gaules) zusprach, den sie noch heute besitzt. Der Erzbischof von Lyon, der traditionell zum Kardinal erhoben wird, ist nach wie vor der Primas der katholischen Kirche in Frankreich.

Die Stadt fiel 1032, wie auch das gesamte K√∂nigreich Arelat, an das Heilige R√∂mische Reich. In der Renaissance erlebte Lyon aufgrund des Seidenhandels einen erneuten Entwicklungsschub. 1310 wurde die Stadt von franz√∂sischen Truppen besetzt; die Pest w√ľtete 1348 in Lyon.

Neuzeit

W√§hrend der Franz√∂sischen Revolution war Lyon das Hauptwiderstandszentrum gegen den Nationalkonvent im s√ľdlichen Frankreich. Die Stadt war nicht nur ein Refugium f√ľr die Girondisten, die sich von den √ľbrigen Jakobinern abgespalten hatten, sondern auch f√ľr Royalisten. Nachdem hier die jakobinische Stadtverwaltung verjagt worden war, entschloss sich der Nationalkonvent zu einem milit√§rischen Vorgehen gegen die abtr√ľnnige Stadt. Am 9. Oktober 1793 wurde Lyon nach 66 Tagen Belagerung von den Truppen des Nationalkonvents erobert. Unter Vorsitz der Konventsmitglieder Collot d'Herbois und Fouch√© folgte in den folgenden sechs Monaten ein blutiges Strafgericht, dem insgesamt 1962 Stadtbewohner zum Opfer fielen. Schlie√ülich ordnete der Nationalkonvent sogar an, dass die H√§user aller ‚ÄěGegner der Revolution‚Äú abzurei√üen seien.[2] Lyon sollte zu einer ‚ÄěVille sans Nom‚Äú (‚ÄěStadt ohne Name‚Äú) werden. Betroffen waren von dieser Ma√ünahme vor allem die Geb√§ude an der Place Bellecour, die allerdings unter Napol√©on Bonaparte wieder aufgebaut wurden.

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Lyon zu einer bedeutenden Industriestadt, blieb aber auch weiterhin ein Zentrum der Seidenindustrie. In den Jahren 1831 und 1834 erlebte die Stadt zwei große Revolten der Seidenweber (französisch: Canuts), die vom französischen Militär niedergeschlagen wurden und jeweils hunderte Todesopfer forderten.

Zur Zeit der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg war Lyon ein Mittelpunkt der Résistance.

Unter dem langj√§hrigen B√ľrgermeister Louis Pradel (1957-76) kam es zu durchgreifenden Modernisierungen der st√§dtischen Infrastruktur, aber auch zu Verlusten an historischer Substanz. Pradels Plan, durch das Stadtviertel Vieux Lyon, eines der gr√∂√üten erhaltenen Renaissanceviertel Europas, eine Schnellstra√üe zu bauen, f√ľhrte zu B√ľrgerprotesten und zur Einf√ľhrung des Gedankens des Ensembleschutzes ins franz√∂sische Denkmalschutzrecht durch Kulturminister Andr√© Malraux[3]

Wirtschaft

Lyon ist eines der ältesten Zentren der französischen Fayence-Herstellung. Seit 1512 wird hier Fayence gefertigt, anfangs wohl von italienischen Einwanderern. Die Erzeugnisse des späten 16. Jahrhunderts erinnern an zeitgenössische Majoliken aus Urbino.

Das bekannteste Unternehmen aus Lyon ist wohl die Großbank Crédit Lyonnais, deren Hauptsitz sich in einem markanten Hochhaus namens Tour du Crédit Lyonnais im Osten der Stadt befindet. Das Gebäude wird wegen seiner Form Crayon (Bleistift) genannt.

Daneben ist Lyon ein wichtiger Standort des Pharma-Unternehmens sanofi-aventis ‚Äď vormals Aventis ‚Äď, dessen Vorl√§ufer Rh√īne-Poulenc seinen Hauptsitz in Lyon hatte. In der Stadt befindet sich die europ√§ische Hauptgesch√§ftsstelle von Bayer CropScience.

Außerdem haben in Lyon der paneuropäische Fernsehsender Euronews und das Montanunternehmen Gindre Duchavany sowie der Softwarehersteller Cegid ihren Hauptsitz.

Ferner existieren Raffinerien und weitere Industrie.

Verkehr

Moderne Fassadenmalerei
√ĖPNV-Netz

Lyon ist Frankreichs zweitgr√∂√üter Eisenbahnknotenpunkt mit den Bahnh√∂fen Perrache und Part-Dieu sowie dem Rangierbahnhof Sibelin. 1981 war Lyon die erste Stadt, die mit Paris durch den TGV verbunden wurde. Die wichtige TGV-Linie von Paris nach Marseille f√ľhrt √ľber den ebenfalls architektonisch bedeutsamen Bahnhof Lyon-Saint-Exup√©ry TGV. Lyon verf√ľgt √ľber eine Verladestelle[4] f√ľr Autoreisez√ľge.

Die vielbefahrene Nord-S√ľd-Verbindung Autoroute du Soleil unterquert Lyon an der Westseite der Altstadt in einem Tunnel.

Der internationale Flughafen Lyons liegt in Satolas, etwa 25 km √∂stlich der Stadt. Er ist nach Antoine de Saint-Exup√©ry benannt.

Die M√©tro von Lyon umfasst vier Linien, von denen eine fahrerlos (Linie D) und eine mit Zahnradbetrieb (Linie C) unterwegs ist. Daneben gibt es noch zwei Drahtseilbahnlinien (funiculaire) auf dem Fourvi√®re-H√ľgel. Wegen des Seils haben sie den Spitznamen ficelle (Bindfaden). Als Erweiterung des bestehenden Bus- und Oberleitungsbus-Netzes wurden ab 2000 vier Stra√üenbahnlinien in Betrieb genommen. Seit einiger Zeit gibt es als Erg√§nzung zum klassischen √ĖPNV ein System von Leihfahrr√§dern (Velo‚Äôv). Die Stationen sind √ľber die ganze Stadt verteilt und in der ersten halben Stunde sind die Fahrr√§der kostenlos. Das Velo‚Äôv Lyons ist als Vorbild f√ľr das 2007 in Paris eingef√ľhrte System V√©lib zu sehen.

Kultur

Die Cathedrale St-Jean, die Basilica Notre Dame de Fourviere und der Tour métallique de Fourvière
Nach einer Lichtplanung à la Jéol illuminierte Kathedrale
Only Lyon Installation, Place Bellecour

Die Stadt war um 1550 Zentrum der Lyoneser Dichterschule.

Neben zahlreichen Theatern und Kinos bietet Lyon auch ein Opernhaus (Op√©ra national de Lyon), das √ľberregionale Bedeutung hat und dessen Architektur als Meisterwerk des Architekten Jean Nouvel gilt.

Lyon ist auch bekannt f√ľr sein Marionettentheater, das sich um die stadtgeschichtlich gepr√§gte Figur des Guignol rankt.

Lyon zählt an die 30 Museen, wie zum Beispiel das Musée des Confluences und das Musée des Beaux-Arts, 15 stadteigene Bibliotheken, ein Nationalorchester (Orchestre national de Lyon), ein Nationalkonservatorium sowie zahlreiche bedeutende Chöre und gilt zudem als das gastronomische Zentrum Frankreichs.

Ein Lyoner Stra√üenname d√ľrfte weltweit wohl einmalig sein: die Stra√üe des ersten Films. Die Stra√üe liegt im 8. Arrondissement und befindet sich an der Stelle, an der die Br√ľder Lumi√®re 1895 den vermutlich ersten Film der Welt gedreht haben. Heute kann man in dieser Stra√üe ein Museum zur Geschichte des Films im ehemaligen Wohnhaus der Familie Lumi√®re besichtigen. In unmittelbarer N√§he wurde f√ľr das Institut Lumi√®re (Lichtinstitut) ein modernes Kino erbaut, an der Stelle der ehemaligen Chemiefabrik der Gebr√ľder.

Eine weitere kulturelle Besonderheit ist das Maison de la Danse (Tanzhaus). Dieses bietet ein vollst√§ndig auf Tanz in all seinen Formen ausgerichtetes Programm an, von klassischem Ballett √ľber modernen Tango bis zu experimentellem Tanztheater. Alle zwei Jahre organisiert das Maison de la Danse eine jeweils unter einem anderen Thema stehende Biennale, die die gesamte Stadt im September zwei Wochen lang in eine gigantische Tanzb√ľhne verwandelt.

Am linken Sa√īne-Ufer, n√∂rdlich des Stadtzentrums, befinden sich die Subsistances. Es handelt sich hierbei um einen in einem alten Konvent untergebrachten Kulturkomplex, der sich den aktuellen Ausdrucksformen artistischer Kreation widmet, wie Tanz, Theater, neue Zirkusformen, Video und Computerperformances.

Der Zoo von Lyon befindet sich im Parc de la T√™te d‚Äôor (Park des goldenen Kopfes), wo es auch einen See und einen botanischen Garten gibt. Auf dem Fourvi√®re-H√ľgel im Westen der Stadt befindet sich ein Theater aus der R√∂merzeit, das auch heute noch f√ľr Auff√ľhrungen, vor allem in den Sommermonaten, genutzt wird sowie ein Odeon. Auf dem Croix-Rousse-H√ľgel dagegen st√∂√üt man auf die Reste des r√∂mischen Amphitheaters. Ein bemerkenswertes Bauwerk in Lyon ist der f√ľr die √Ėffentlichkeit nicht zug√§ngliche Tour m√©tallique de Fourvi√®re (Metallturm von Fourvi√®re).

Die inzwischen weltweit t√§tige Lyoner K√ľnstlergruppe Cit√©Cr√©ation wertete insbesondere den Stadtteil Les √Čtats-Unies (8. Arrondissement) mit gro√üfl√§chigen Fresken, Trompe-l‚ÄôŇďils und weiteren Wandmalereien auf. Die Murals in Lyon bestehen inzwischen aus √ľber 100 Kunstwerken auf Mauern und Geb√§uden mit Motiven aus der Geschichte und dem Leben der Stadt. Die Wandbilder Fresque des Lyonnais aus den Jahren 1994/95 stellen auf einer Fl√§che von 800 Quadratmetern 24 historische und sechs zeitgen√∂ssische Personen aus Lyon dar. Dazu z√§hlen Iren√§us von Lyon, Antoine de Saint-Exup√©ry und Tony Garnier sowie unter den Zeitgenossen Abb√© Pierre, Paul Bocuse und Bertrand Tavernier.[5] Auf den Spuren der Wandbilder werden Stadtrundg√§nge organisiert.[6]

Plan Lumière (Lichtmasterplan)

Auf Initiative des Lyoner Lichtplaners Roland J√©ol wurde in Lyon 1989 der weltweit erste Lichtmasterplan in Kraft gesetzt. J√©ol l√§sst seitdem Hunderte Bauwerke und andere Objekte in Lyon illuminieren. Nach dem Vorbild Lyons gibt es inzwischen mehr als 200 St√§dte in Frankreich mit ‚Äěplans lumi√®res‚Äú. J√©ol wurde auch beauftragt, andere europ√§ische St√§dte, beispielsweise Z√ľrich und Gent systematisch zu illuminieren.[7]

Universitäten

Zum Verbund der Universität Lyon gehören:

  • √Čcole normale sup√©rieure Lettres et sciences humaines
  • Institut d‚ÄôEtudes Politiques (Sciences-Po) de Lyon
  • Ecole nationale sup√©rieure des sciences de l‚Äôinformation et des biblioth√®ques
  • Ecole Nationale des Beaux-Arts de Lyon
  • Ecole de commerce europ√©enne de Lyon (ECE Lyon)
  • Ecole sup√©rieure de commerce de Lyon (IDRAC Lyon)

Sport

In Lyon ist der Fußball-Club Olympique Lyon zu Hause, der von 2002 bis 2008 als erste Mannschaft sieben nationale Meisterschaften in Folge gewann. 2008 gelang zudem das erste Mal in der Vereinsgeschichte der Gewinn des Doubles (Meisterschaft und Coupe de France) durch einen 1:0-Sieg n.V. gegen Paris St. Germain. Das Heimstadion ist das Stade Gerland, das offiziell Stade Municipal de Gerland heißt und im 7. Arrondissement an der Avenue Jean Jaurès liegt. Allerdings plant der Verein einen Neubau in Pusignan oder Vénissieux.

Der Verein Lyon Olympique Universitaire spielt Rugby Union in der zweiten Profiliga Pro D2.

Lyoner K√ľche

Lyon wird in Frankreich "la ville de gueule" genannt, was mit Gaumenstadt zu √ľbertragen ist und auf ihren Status als Hauptstadt kulinarischer Gaumenfreuden hinweist.

Die Lyoner K√ľche ist eine einfache, aber feine K√ľche und beruht auf den ber√ľhmten regionalen Produkten (Appellation d‚ÄôOrigine Contr√īl√©e, abgek√ľrzt: AOC) wie Gefl√ľgel aus Bourg-en-Bresse (Bressehuhn), Forellen aus den klaren Fl√ľssen der Alpen, aus den vielen Seen Hecht, Saibling, Felchen, Aal und Flusskrebse, die ber√ľhmten Karpfen aus der Dombes, Fr√ľchte aus den Monts Lyonnais und dem Rh√īnetal, Gem√ľse aus dem Flachland des Departement Ain, die Artischocken aus Vaulx-en-Velin, K√§se aus der Dauphin√© und dem Ard√®che, Wein aus dem Beaujolais, aus den Region C√ītes du Rh√īne, Bugey und dem Burgund.

Aus der Region Rh√īne-Alpes kommen auch viele weltbekannte K√§se, darunter der Tomme de Savoie (ein milder Weichk√§se) und der Beaufort (der Gruy√®re aus Savoyen), die Bergk√§se Chevrotin des Alpes, Reblochon und Dauphinois, der Vacherin de Chamb√©ry (ein cremiger K√§se, der mit einem L√∂ffel gegessen wird), die Blauschimmelk√§se Bleu de Bresse und Bleu de Gex und der Ziegenk√§se Chevretons du Beaujolais. In der Region gibt es nicht weniger als 17 Mineralquellen, das bekannteste Mineralwasser ist sicher Evian. Der Chartreuse, ein Kr√§uterlik√∂r, den Kart√§userm√∂nche der Gro√üen Kartause bei Grenoble herstellen, stammt aus der Region.

Gro√üe K√ľchenchefs, wie Paul Bocuse, Pierre Orsi, Alain Chapel, Georges Blanc, Jean-Paul Lacombe, Guy Lassausaie oder Christian T√™tedoie und auch der Gr√ľnder der Restaurantkritik, Jean Anthelme Brillat-Savarin, haben zum guten Ruf der Lyoner Gastronomie beigetragen. Sie stehen in der gastronomischen Tradition der ‚ÄěM√®res Lyonnaises‚Äú (M√ľtter von Lyon). Diese standen zuerst im Dienst gro√üer Familien der Bourgeoisie und machten sich in der zweiten H√§lfte des 19. Jahrhunderts selbstst√§ndig. Zu ihren Kunden geh√∂rten Handwerkergesellen, die durch Frankreich reisten. Paul Bocuse hat seine Karriere am K√ľchenherd der M√®re Brazier begonnen, Georges Blanc ist ein direkte Nachfahre der M√®re Blanc - andere ber√ľhmten M√®res Lyonnaises sind: La M√®re Vittet, la M√®re Guy, la M√®re Fillioux (Lehrmeisterin von M√®re Brazier), la M√®re Poupon, la M√®re Brigousse, la M√®re L√©a und la Grande Marcelle.

Ber√ľhmte Gerichte, die in den typischen ‚ÄěBouchons‚Äú, kleinen Restaurants mit traditioneller K√ľche, serviert werden, sind: Saladier lyonnais (ein Salat aus Schafsf√ľ√üen, Heringsfilets, Gefl√ľgelleber und hartgekochten Eiern), das Gratin dauphinois, die Pommes Dauphines, die Lyoner Quiche, gebratene Froschschenkel, Poularde demi-deuil (H√§hnchen mit Tr√ľffeln unter der Haut), Poularde mit Flusskrebsen und Morcheln, Coq au vin (Hahn in Wein geschmort), Tripes √† la lyonnaise (Rindermagen und ausgel√∂ste Rinderf√ľ√üe in Tomaten-Wei√üweinsauce), Quenelles (Fischkl√∂√üchen, meist aus Hecht) an Sauce Nantua, Andouillette √† la lyonnaise (Wurst aus Schweineinnereien und Kalbfleisch), Rosette de Lyon (eine luftgetrocknete, salamiartige Wurst), Rochen, Kaninchen mit Kastanien, Cardons √† la moelle (Lauch mit Knochenmark), Cervelas Lyonnais (Brioche gef√ľllt mit einer Mischung aus Wurst, Tr√ľffel und Pistazienkernen), Croquette de Valence (Cr√®pe gef√ľllt mit Schinken, Wildgefl√ľgel und Pilzen), Walnuss-Torte, karamelisierte √Ąpfel und Bugnes de Lyon (Mini-Beignets mit Zitronenaroma). Die weltweit bekannteste Fleischwurst aus Lyon ist die Lyoner, dort wird sie einfach Cervelas genannt.

Verwaltung

Blick auf die Sa√īne aufw√§rts in Richtung Stadtzentrum

Lyon ist Hauptort der Communauté Urbaine du Grand Lyon, dem mit 1.452.952 Einwohnern (Stand 2007) zweitgrößten Ballungsraum Frankreichs.

Gemeinden

  • Albigny-sur-Sa√īne
  • Bron
  • Cailloux-sur-Fontaines
  • Caluire-et-Cuire
  • Champagne-au-Mont-d'Or
  • Charbonni√®res-les-Bains
  • Charly
  • Chassieu
  • Collonges-au-Mont-d'Or
  • Corbas
  • Couzon-au-Mont-d'Or
  • Craponne
  • Curis-au-Mont-d'Or
  • Dardilly
  • D√©cines-Charpieu
  • √Čcully
  • Feyzin
  • Fleurieu-sur-Sa√īne
  • Fontaines-Saint-Martin
  • Fontaines-sur-Sa√īne
  • Francheville
  • Genay
  • Givors
  • Grigny (Rh√īne)|Grigny
  • Irigny
  • Jonage
  • Limonest
  • Lyon
  • Marcy-l'√Čtoile
  • Meyzieu
  • Mions
  • Montanay
  • La Mulati√®re
  • Neuville-sur-Sa√īne
  • Oullins
  • Pierre-B√©nite
  • Poleymieux-au-Mont-d'Or
  • Rochetaill√©e-sur-Sa√īne
  • Rillieux-la-Pape
  • Saint-Cyr-au-Mont-d'Or
  • Saint-Didier-au-Mont-d'Or
  • Sainte-Foy-l√®s-Lyon
  • Saint-Fons
  • Saint-Genis-Laval
  • Saint-Genis-les-Olli√®res
  • Saint-Germain-au-Mont-d'Or
  • Saint-Priest
  • Saint-Romain-au-Mont-d'Or
  • Sathonay-Camp
  • Sathonay-Village
  • Solaize
  • Tassin-la-Demi-Lune
  • La Tour-de-Salvagny
  • Vaulx-en-Velin
  • V√©nissieux
  • Vernaison
  • Villeurbanne

Stadtviertel

Lyon ist seit der Eingemeindung umliegender Gemeinden im Jahr 1852 in neun städtische Arrondissements unterteilt. Die Organisation der Stadtverwaltung ist der von Paris und Marseille vergleichbar. Die Nummer des Arrondissements entspricht der letzten Stelle des Code Postal.

  • 1. Arrondissement: Pentes de la Croix-Rousse, Terreaux, Saint-Vincent
  • 2. Arrondissement: Cordeliers, Bellecour, Ainay, Confluent
  • 3. Arrondissement: La Part-Dieu, La Villette, Montchat, La Guilloti√®re
  • 4. Arrondissement: La Croix-Rousse, Serin
  • 5. Arrondissement: Saint-Jean-Saint-Paul ‚Äď Saint-Georges, Saint-Just, Fourvi√®re, Le Point-du-Jour, M√©nival, Champvert, La Sarra, Saint-Ir√©n√©e
  • 6. Arrondissement: Les Brotteaux, Bellecombe, T√™te d‚ÄôOr
  • 7. Arrondissement: La Guilloti√®re, Gerland, La Mouche
  • 8. Arrondissement: Monplaisir, Le Bachut, Mermoz, Les √Čtats-Unis, Le Grand Trou, La√ęnnec
  • 9. Arrondissement: Vaise, La Duch√®re, Saint-Rambert-l‚Äô√éle-Barbe

Kantone

Lyon ist der Hauptort von 14 Kantonen, die teilweise mit den städtischen Arrondissements zusammenfallen, teilweise diese weiter unterteilen. (Stand der Einwohnerzahlen: Zählung 1999)

  • Der Kanton Lyon-I besteht aus dem 2. Arrondissement (27.977 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-II besteht aus dem 1. Arrondissement (26.868 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-III besteht aus dem 4. Arrondissement (33.797 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-IV besteht aus dem 9. Arrondissement (47.030 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-V besteht aus dem 5. Arrondissement (46.985 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-VI besteht aus einem Teil des 6. Arrondissements (23.061 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-VII besteht aus einem Teil des 6. Arrondissements (25.106 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-VIII besteht aus einem Teil des 3. Arrondissements (30.467 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-IX besteht aus einem Teil des 7. Arrondissements (35.481 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-X besteht aus einem Teil des 7. Arrondissements (26.262 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-XI besteht aus einem Teil des 3. Arrondissements (29.250 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-XII besteht aus einem Teil des 8. Arrondissements (34.071 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-XIII besteht aus einem Teil des 3. Arrondissements (22.851 Einwohner).
  • Der Kanton Lyon-XIV besteht aus einem Teil des 8. Arrondissements (36.246 Einwohner).

Städtepartnerschaften

Lyon unterhält mit folgenden Städten Partnerschaften.

Söhne und Töchter der Stadt

→ Hauptartikel: Liste von Söhnen und Töchtern der Stadt Lyon

Ber√ľhmte Lyoner sind unter anderem der r√∂mische Kaiser Claudius, der Physiker Andr√©-Marie Amp√®re sowie der Chirurg und Nobelpreistr√§ger Alexis Carrel.

Literatur

  • C. Beaulieu: Histoire de Lyon depuis les Gaulois jusqu'√† nos jours. Lyon 1837 (Digitalisat)

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ fr:F√™te des lumi√®res (Lyon)
  2. ‚ÜĎ Ernst Schulin: Die Franz√∂sische Revolution. 4., √ľberarbeitete Aufl., C.H.Beck, M√ľnchen 2004, S. 219 und 226f., ISBN 3-406-51262-3.
  3. ‚ÜĎ Vgl. R√©gis Neyret: Du monument isol√© au "tout patrimoine" in G√©ocarrefour, Bd. 79/3 2004, 231ff - als Webdokument verf√ľgbar
  4. ‚ÜĎ Terminalbeschreibungen SNCF Autoreisezug (Pdf-Datei)
  5. ‚ÜĎ Fresque des Lyonnais auf Wikipedia in franz√∂sischer Sprache
  6. ‚ÜĎ Petra Sparrer: Lyon spiegelt seine Seele an der Hauswand. Rund 180 bemalte Hausw√§nde machen Frankreichs drittgr√∂√üte Stadt zu einer Open-Air-Galerie. Die Lyoner Gruppe Cit√© de la Cr√©ation und ihre Idee. In: die tageszeitung, 10. November 2010.
  7. ‚ÜĎ Ville de Lyon: Le nouveau Plan Lumi√®re

Weblinks

 Commons: Lyon ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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  • Lyon OU ‚ÄĒ Lyon olympique universitaire Pour les articles homonymes, voir LOU. Lyon OU ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Lyon tv ‚ÄĒ Cr√©ation 6 novembre 2006 Langue Fran√ßais Pays d origine  France ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • LYON ‚ÄĒ LY Lugdunum est fond√©e en LYON 43 par le proconsul Munatius Plancus, ¬ę√† l‚Äôendroit o√Ļ la Sa√īne et le Rh√īne m√™lent leurs eaux¬Ľ, pour √©tablir les familles romaines chass√©es de Vienne par le soul√®vement des Allobroges √† la mort de C√©sar. Situ√©e au… ‚Ķ   Encyclop√©die Universelle

  • Lyon [1] ‚ÄĒ Lyon (spr. Liong), 1) Arrondissement im franz√∂sischen Departement Rh√īne, 24,16 QM., 12 Cantone u. 410,000 Ew.; 2) (lat. Lugdunum, im Mittelalter Leona), Hauptstadt desselben u. des Departements, an der Sa√īne u. Rh√īne; die zweite Stadt Frankreichs ‚Ķ   Pierer's Universal-Lexikon

  • Lyon [1] ‚ÄĒ Lyon (spr. li√≥ng: hierzu der Stadtplan), Hauptstadt des franz. Depart. Rhone, drittgr√∂√üte Stadt Frankreichs und eine der bedeutendsten Industrie und Handelsst√§dte Europas, 165‚Äď310 m √ľ. M., unter 45¬į46¬ī n√∂rdl. Br. und 4¬į49¬ī √∂stl. L., an der… ‚Ķ   Meyers Gro√ües Konversations-Lexikon

  • Lyon 13 ‚ÄĒ Lyon Villeurbanne Rh√īne XIII LVR XIII ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais

  • Lyon ‚ÄĒ es la segunda ciudad en tama√Īo de Francia (despu√©s de Par√≠s). Est√° situada en la uni√≥n de los r√≠os R√≥dano y Saona. Sus barrios antiguos de tipo renacimiento forman parte del patrimonio mundial de la Unesco. Conecta a otras ciudades (Paris,… ‚Ķ   Enciclopedia Universal

  • Lyon ‚ÄĒ 1. La forma tradicional Le√≥n, usada en √©pocas pasadas para nombrar esta ciudad francesa a menudo con el especificador de Francia , ha sido sustituida en el uso actual por el original franc√©s Lyon, que tiene la ventaja de designar un solo lugar,… ‚Ķ   Diccionario panhisp√°nico de dudas

  • Lyon ‚ÄĒ Lyon ‚Ķ   Meyers Gro√ües Konversations-Lexikon

  • Lyon ‚ÄĒ Lyon, MS U.S. town in Mississippi Population (2000): 418 Housing Units (2000): 177 Land area (2000): 0.466018 sq. miles (1.206981 sq. km) Water area (2000): 0.000000 sq. miles (0.000000 sq. km) Total area (2000): 0.466018 sq. miles (1.206981 sq.… ‚Ķ   StarDict's U.S. Gazetteer Places


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