Antwerpen

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Antwerpen
Antwerpen
Wapenantwerpen.jpg Flag of Antwerp (City).svg
Antwerpen (Belgien)
Antwerpen
Antwerpen
Staat Belgien
Region Flandern
Provinz Antwerpen
Bezirk Antwerpen
Koordinaten 51¬į 13‚Ä≤ N, 4¬į 24‚Ä≤ O51.2205555555564.3997222222222Koordinaten: 51¬į 13‚Ä≤ N, 4¬į 24‚Ä≤ O
Fläche 204,51 km²
Einwohner (Stand) 483.505 Einw. (1. Jan. 2010)
Bevölkerungsdichte 2364 Einw./km²
Postleitzahl 2000, 2018, 2020, 2030, 2050, 2060 (Antwerpen)
2040 (Berendrecht-Zandvliet-Lillo)
2100 (Deurne)
2140 (Borgerhout)
2170 (Merksem)
2180 (Ekeren)
2600 (Berchem)
2610 (Wilrijk)
2660 (Hoboken)
Vorwahl 03
B√ľrgermeister Patrick Janssens (sp.a)
Webseite www.antwerpen.be

lblelslhla

Antwerpen (veraltet deutsch: Antorf oder Antorff, franz.: Anvers) ist eine Hafenstadt in Belgien und Hauptstadt der Provinz Antwerpen. Die Stadt liegt im Norden Belgiens in der Region Flandern und ist mit 472.071 Einwohnern (2008) die gr√∂√üte Stadtgemeinde des Landes. Die Stadtregion Antwerpen ist nach der Region Br√ľssel die gr√∂√üte in Belgien.

Von gro√üer internationaler Bedeutung ist Antwerpen durch seinen Seehafen, den zweitgr√∂√üten Europas, sowie als weltweit wichtigstes Zentrum f√ľr die Verarbeitung und den Handel von Diamanten.

Antwerpen war im 15. und 16. Jahrhundert eine der gr√∂√üten St√§dte der Welt, zeitweise die wichtigste Handelsmetropole Europas und als bedeutendes kulturelles Zentrum Wirkungsst√§tte von K√ľnstlern wie Rubens. Antwerpen war Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1920 und Kulturhauptstadt Europas 1993. Das Druckereimuseum Plantin-Moretus und der Turm der Liebfrauenkathedrale geh√∂ren zum UNESCO-Welterbe.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Lage

Antwerpen liegt an der Schelde, 88 km vor ihrer M√ľndung in die Nordsee. Der Fluss weitet sich im Stadtgebiet zu einer breiten, von Seeschiffen befahrbaren Trichterm√ľndung auf, die √ľber den Meeresarm Westerschelde zur Nordsee f√ľhrt. Um die Schifffahrt nicht zu behindern, gibt es in Antwerpen keine Br√ľcken √ľber die Schelde, sondern zahlreiche Tunnel. Die letzte Br√ľcke befindet sich etwa 20 km stromaufw√§rts in Temse.

Das Stadtgebiet reicht im Norden bis an die Grenze zu den Niederlanden, dort befindet sich auch der Grenzpunkt zwischen der belgischen Provinz Antwerpen und den niederländischen Provinzen Seeland und Nordbrabant.

Die Hauptstadt Br√ľssel liegt etwa 40 km s√ľdlich, die Hafenstadt Rotterdam 75 km n√∂rdlich von Antwerpen. Die Stadt liegt damit auf einer wichtigen europ√§ischen Verkehrsachse, die von Amsterdam √ľber Antwerpen und Br√ľssel nach Paris f√ľhrt. Die Gro√üstadtregionen Antwerpen und Br√ľssel gehen baulich direkt ineinander √ľber, zumal die auf halbem Wege gelegene Domstadt Mechelen mit √ľber 80.000 Einwohnern ein Bindeglied bildet. Die beiden Gro√üst√§dte sind durch zwei Autobahnen und eine der meistbefahrenen Eisenbahnstrecken Europas miteinander verbunden.

Das etwa 140 km √∂stlich gelegene Ruhrgebiet ist von gro√üer Bedeutung f√ľr den Antwerpener Hafen und deshalb √ľber eine eigene G√ľterfernbahn (‚ÄěEiserner Rhein‚Äú) mit diesem verbunden, da der echte Rhein vom Ruhrgebiet zum an seiner M√ľndung gelegenen konkurrierenden Seehafen Rotterdam f√ľhrt.

Ballungsraum

Zusammen mit dem nur etwa 40 km s√ľdlich gelegenen Br√ľssel und der drittgr√∂√üten belgischen Stadtregion um Gent (50 km s√ľdwestlich) und weiteren St√§dten wie L√∂wen, Mechelen, Sint-Niklaas und Aalst bildet die Region Antwerpen die Metropolregion Vlaamse Ruit (‚ÄěFl√§mische Raute‚Äú, auch ‚ÄěFl√§mischer Diamant‚Äú), die mit rund 5 Millionen Einwohnern zu den gro√üen Agglomerationen Europas geh√∂rt.

Stadtgliederung

Die Gemeinde Antwerpen besteht aus den Distrikten Antwerpen, Berchem, Berendrecht-Zandvliet-Lillo, Borgerhout, Deurne, Ekeren, Hoboken, Merksem, und Wilrijk. Die Eingemeindung der genannten ehemaligen Nachbargemeinden wurde in zwei Schritten, 1958 und 1983, vollzogen.

Geschichte

Historische Karte (um 1888)
Die Kathedrale zu Antwerpen. Gemälde von Domenico Quaglio, 1820.
Antwerpen: Grote Markt
Stadhuis (Rathaus)
Zurenborg: Cogels-Osylei
Schloss am Schelde-Ufer (Het Steen) mit der Figur des Lange Wapper
Das Innere des alten Bahnhofsgebäudes, 2007

Auf dem Boden der Stadt Antwerpen l√§sst sich bereits ein gallo-r√∂mischer vicus nachweisen. Das belegen Funde von Ton- und Glasscherben aus dem 2. und 3. Jahrhundert n. Chr., die 1952‚Äď1961 bei Grabungen nahe der Schelde ans Licht kamen.

Im 7. Jahrhundert begann die Christianisierung. Urkundlich erw√§hnt wurde die Stadt erstmals 726. Im Jahr 836 wurde die Stadt von den Normannen verw√ľstet. Ende des 11. Jahrhunderts kam Antwerpen zum Herzogtum Brabant im Ostfrankenreich bzw. dem daraus erwachsenen Heiligen R√∂mischen Reich. Der Ort erhielt 1291 die Stadtrechte. Eine erste Bl√ľtezeit erlebte die Stadt im 14. Jahrhundert. Sie war dank des Hafens und des Tuchhandels ein f√ľhrender Handelsplatz und ein Finanzzentrum Europas. Antwerpen fiel 1430 an Burgund, 1477 an Habsburg.

1556 setzte sich nach heftigen K√§mpfen die Reformation wie in den gesamten spanischen Niederlanden durch. Im 16. Jahrhundert war die Stadt reichste Handelsstadt Europas. Durch die darauffolgenden Konflikte zwischen den Habsburgern und den vom Reich losgel√∂sten Niederlanden folgte der Niedergang. 1585 eroberte der spanische Statthalter Alessandro Farnese Antwerpen. Alle protestantischen Einwohner mussten die Stadt verlassen. Ein weiterer Grund war eine Bestimmung des Westf√§lischen Friedens von 1648, dass die Schelde nicht mehr als Schifffahrtsweg genutzt werden durfte, was f√ľr den Handel der Stadt schwerwiegende Beeintr√§chtigungen brachte.

Seit 1863 erlebte Antwerpen ‚Äď jetzt zum neuen Staat Belgien geh√∂rend ‚Äď einen erneuten Aufschwung als belgischer Hafen, das Schifffahrtsverbot fiel endg√ľltig. Es wird milit√§risch zur Festung Antwerpen mit zwei G√ľrteln von Forts ausgebaut. Davon existieren heute noch einige Bauwerke.

In Antwerpen fanden 1903 die ersten Gymnastik-Weltmeisterschaften statt.

Im Ersten Weltkrieg zog sich das belgische Heer zur Festung Antwerpen zur√ľck; die Stadt Antwerpen selbst wurde von den belagernden deutschen Truppen am 8. Oktober 1914 bombardiert und am 10. Oktober eingenommen (‚Üí Belagerung von Antwerpen (1914)), nachdem die britische und belgische Besatzung von Antwerpen geflohen war. Es folgte die Proklamation einer Milit√§rverwaltung durch den deutschen General Hans von Beseler. Erst Ende 1918 wurde Antwerpen durch die milit√§rische Niederlage Deutschlands befreit.

1920 war Antwerpen Austragungsort der Olympischen Sommerspiele. 1930 fand mit der Exposition internationale coloniale, maritime et d'art flamand eine weitere Weltausstellung statt; weitere waren bereits 1885 und 1894 veranstaltet worden.

W√§hrend des Zweiten Weltkriegs war Belgien wie im Ersten Weltkrieg Durchzugsgebiet zwischen dem Deutschen Reich und Frankreich. Im Mai 1940 wurde die Stadt von der Deutschen Wehrmacht besetzt. Im Verlauf der n√§chsten Jahre wurde sie mehrmals Ziel alliierter Luftangriffe; so am 5. April 1943, als bei einem Bombardement der Industriegebiete √ľber 2000 Menschen ums Leben kamen. Im September 1944 wurde Antwerpen von vorr√ľckenden britischen Truppen befreit. Die Stadt war mit ihren intakt gebliebenen Hafenanlagen die Haupt-Nachschubbasis f√ľr die alliierten Streitkr√§fte und wurde deswegen neben London zu einem weiteren Hauptziel von V1-Flugbomben und V2-Raketen (7. Oktober 1944 bis 30. M√§rz 1945) sowie das Ziel der Ardennenoffensive (Dezember 1944 bis Februar 1945). Von den √ľber 1600 auf die Stadt und Umgebung abgefeuerten V-Waffen erreichten 1200[1] ihr Ziel. Der Hafen wurde wegen der Zielungenauigkeit von V1 und V2 jedoch kaum bis gar nicht zerst√∂rt. Umso mehr hatte die Zivilbev√∂lkerung Tote (je nach Quelle 3700 bis 7000) und Verletzte zu beklagen (ca. 6000). Die V-Waffen und die Ardennenoffensive verz√∂gerten den Vormarsch der Alliierten und als erg√§nzender Ausweichhafen wurde Gent ausgew√§hlt. Der Terror, die Zerst√∂rungen und die Massaker (unter anderem Einschl√§ge von V2-Raketen auf belebte Kreuzungen, in der Innenstadt oder im ‚ÄěRex‚Äú-Kino, wo am 16. Dezember 1944 allein 567 Menschen umkamen) blieben der Bev√∂lkerung in bleibender Erinnerung. Die alliierten Medien durften bis Fr√ľhjahr 1945 nichts dar√ľber berichten, w√§hrend die NS-Propaganda jede abgeschossene V-Waffe gegen London und Antwerpen als Argument f√ľr einen Endsieg propagierte. Im M√§rz 1945 bezeichnete das amerikanische Time Magazin Antwerpen als ‚ÄěThe City of Sudden Death‚Äú (Stadt des pl√∂tzlichen Todes). Trotz der Zerst√∂rungen blieb das historische Stadtbild jedoch weitgehend erhalten.

Die gro√üe j√ľdische Minderheit der Stadt wurde durch den Holocaust besonders schwer getroffen. Unter den ermordeten Antwerpener Juden war auch Mala Zimetbaum, die 1942 deportiert wurde und 1944 als Widerstandsk√§mpferin in Auschwitz umgebracht wurde. Heute ist die Stadt wieder ein gro√ües Zentrum des orthodoxen Judentums in Europa.

1993 war Antwerpen Kulturhauptstadt Europas.

Herkunft des Stadtnamens

Der Name Andauerpa verweist auf die aufgeworfenen Ufer an der Bucht (Scheldebucht). Der Name stammt wahrscheinlich von ‚Äěan de warp‚Äú (an der Warft). Die ersten Siedler haben auf Warften gelebt, sp√§ter hat man mangels Platzes auf h√∂hergelegenen Fl√§chen ‚Äěan der Warft‚Äú gesiedelt.

Dass der Name Antwerpen sinngem√§√ü ‚ÄěHand werfen‚Äú bedeutet und auf die Brabo-Legende zur√ľckgehe, ist eine sp√§ter im 15. Jahrhundert erfundene Geschichte. Eine lokale Spezialit√§t, kleine Schokoladenh√§nde namens Antwerpse Handjes, erinnert an diese Legende.

Das durch den heiligen Amandus benannte Caloes sei ein fr√ľherer Name von Antwerpen gewesen. Sp√§ter wurde der s√ľdlich von Caloes gelegene Stadtteil, in welchem sich die durch Norbert von Xanten im Jahre 1124 gestiftete Sankt-Michiels-Abtei befindet, unter dem Namen Kiel bekannt.

Der Name Antorf war ein beispielsweise von Albrecht D√ľrer verwendetes, aber nun veraltetes Exonym.

Sehensw√ľrdigkeiten

Antwerpen geh√∂rt zu den wenigen zentraleurop√§ischen Gro√üst√§dten mit weitgehend erhaltenem historischen Stadtkern. Aufgrund der vielen noch vorhandenen Bau- und Kunstdenkmale aus der Bl√ľtezeit der Stadt (Sp√§tmittelalter, Renaissance und Barock) sowie aus der Zeit des Jugendstils gilt Antwerpen als eine sehr sehenswerte Gro√üstadt und ist ein wichtiges Ziel im St√§dtetourismus.

Zu den wichtigsten Sehensw√ľrdigkeiten der Stadt geh√∂ren:

Kunst und Lebenskunst

Die Stadt hat viele bekannte K√ľnstler hervorgebracht, darunter die Maler Rubens, van Dyck, Jacob Jordaens, Jan Brueghel den √Ąlteren und seinen Sohn Jan Brueghel den J√ľngeren sowie den sehr bedeutenden Buchdrucker und Verleger Christoph Plantin (16. Jahrhundert), dessen Haus in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde und das Plantin-Moretus-Museum beinhaltet. In Antwerpen befinden sich zahlreiche kulturelle Einrichtungen, etwa die Oper oder das Rubensmuseum. Antwerpen ist f√ľr seine Lebenskunst bekannt. Durch seine historische Hafenlage entwickelte sich eine au√üerordentliche metropolische Vielseitigkeit der Gastronomie mit internationalen Einfl√ľssen.

Besonders im Viertel Zuid (S√ľden) findet man Kultur auf engstem Raum konzentriert. Dieses Ambiente hat daf√ľr gesorgt, dass sich hier inzwischen eine reiche, talentierte Modekultur entwickelt hat, deren Mittelpunkt die Modeabteilung der K√∂niglichen Akademie der Sch√∂nen K√ľnste, um die sich neben vielen Schriftstellern und K√ľnstlern auch viele gem√ľtliche Bars angesiedelt haben, bildet. Das besterhaltene Ensemble des Jugendstils in Antwerpen ist zweifellos das Viertel Zurenborg.

Von 1966 bis 1976 war die Galerie Wide White Space eine der f√ľhrenden Avantgarde-Galerien in Europa; sie arbeitete eng mit bekannten K√ľnstlern wie Joseph Beuys, Marcel Broodthaers und Panamarenko zusammen. Neben Panamarenko ist Jan Fabre ein bedeutender zeitgen√∂ssischer K√ľnstler, der in Antwerpen lebt und arbeitet.

Religion

Die gro√üe Mehrheit der Antwerpener ist r√∂misch-katholisch. Als Seehafen und Handelsmetropole ist Antwerpen seit Jahrhunderten aber auch eine sehr internationale Stadt. Dies dr√ľckt sich auch durch eine gro√üe Vielfalt der ans√§ssigen Religionen aus.[2]

Antwerpen ist wie ganz Belgien aufgrund der fr√ľheren Zugeh√∂rigkeit zu den Spanischen Niederlanden √ľberwiegend vom r√∂misch-katholischen Christentum gepr√§gt. Der Liebfrauendom geh√∂rt als Stadtkrone der historischen Altstadt zu den gr√∂√üten Kirchenbauwerken Europas, er ist Kathedrale des Bistums Antwerpen. Die Stadt und die Vorortgemeinde Stabroek bilden innerhalb des Bistums das Dekanat Antwerpen. Da auch viele der in Antwerpen lebenden Einwanderer r√∂misch-katholische oder uniert-katholische Christen sind, nutzen auch zahlreiche fremdsprachige Gemeinschaften die katholischen Kirchen der Stadt. So gibt es mehrere afrikanische und lateinamerikanische Gemeinden, aber auch eine chald√§ische der hiesigen irakischen Christen.

Die Unierte Protestantische Kirche in Belgien und die mit ihr im ARPEE zusammengeschlossenen evangelikalen Christen haben in Antwerpen etwa 15 Gemeinden. Die Anglikanische Kirche hat ebenfalls eine Gemeinde in der Stadt, sie gehört zum Archidiakonat Nordwesteuropa im Bistum Gibraltar in Europa. Auch die protestantische Konfessionsfamilie hat zahlreiche weitere ausländische und fremdsprachige Gemeinden, darunter die Deutschsprachige Evangelische Gemeinde.

Es gibt f√ľnf byzantinisch-orthodoxe Gemeinden. Davon unterstehen zwei dem √Ėkumenischen Patriarchat von Konstantinopel (eine griechisch- und eine russischsprachige), eine der Russisch-Orthodoxen Kirche, eine der Georgischen Orthodoxen Apostelkirche und eine der Rum√§nisch-Orthodoxen Kirche.

Antwerpen hat eine der gr√∂√üten j√ľdischen Gemeinschaften Europas, daher pr√§gen orthodoxe Juden in einigen Vierteln das Stadtbild. Die Antwerpener Juden dominieren besonders den Diamantenhandel, deswegen ist das Viertel der Diamantenschleifer am Hauptbahnhof auch ein wichtiges Wohngebiet der j√ľdischen Antwerpener. Es gibt 22 Synagogen, die zu drei verschiedenen Gemeinden geh√∂ren.

Durch die gro√üe Zahl marokkanischer und t√ľrkischer Einwanderer ist auch der Islam in Antwerpen stark vertreten, es gibt knapp 30 Gemeinden der unterschiedlichen Str√∂mungen und Rechtsschulen, ganz √ľberwiegend sunnitischer Richtung, aber auch der Ahmadiyya oder des Sufismus.

Es gibt acht hinduistische und acht buddhistische Gemeinden sowie eine der Baha'i und des Jainismus.

Wirtschaft und Bildung

Diamanten

Hoveniersstraat, Zentrum des Diamantengroßhandels in Antwerpen

Traditionell gilt die Stadt als wichtigster Diamantenhandelsplatz der Welt. Neben vier Diamantenbörsen (die älteste und größte ist die Beurs voor Diamanthandel) haben sich etwa 1.600 Diamantenfirmen und ein Diamantenmuseum angesiedelt.

Waren es vor kurzem noch √ľber 80 Prozent, so werden heute noch rund 60 Prozent aller Rohdiamanten in Antwerpen gehandelt, ein halbes Jahrtausend lang traditionell vor allem von j√ľdischen H√§ndlern. In den letzten Jahren hat sich eine gewaltige Ver√§nderung des Diamantenhandels ergeben. Jainistische Inder beherrschen 55 Prozent des weltweiten Diamantengesch√§fts. Sie handeln zunehmend auch an anderen Orten, zum Beispiel in Dubai, wo der Handel steuerfrei ist. Dies fordern die H√§ndler mittlerweile auch in Antwerpen, und die belgische Regierung plant eine Steueramnestie, mit der sie die f√ľr das Land so wichtigen H√§ndler ‚Äď Handel und Industrie des Diamantensektors besch√§ftigen immerhin 27.000 Menschen in der Stadt ‚Äď davon abbringen will, die Stadt als Handelsplatz ganz zu verlassen.

Wissenschaft

In Antwerpen befinden sich die aus drei kleineren Universit√§ten hervorgegangene Universit√§t Antwerpen und mehrere Hochschulen beziehungsweise wissenschaftliche Institute (zum Beispiel das Institut f√ľr Tropenmedizin).

Industrie

Im Hafengebiet unweit des Churchilldocks war an der Stra√üe ‚ÄěNoorderlaan‚Äú auf einem 90 Hektar gro√üen Gel√§nde ein Automobilwerk von General Motors Belgium NV, in dem 2500 Besch√§ftigte Pkws f√ľr Opel produzierten. Am 21. Januar 2010 wurde bekanntgegeben, dass der Betrieb geschlossen werden soll[3] Im Dezember 2010 wurde das letzte Fahrzeug produziert und danach die Produktionsanlagen abgebaut.[4]

Ferner befinden sich in Antwerpen verschiedene Industriezweige, u. a. Fahrzeugbau und Erd√∂lindustrie.

Verkehr

Seehafen

Vincent van Gogh: Kai in Antwerpen mit Schiffen (1885)
‚Üí Hauptartikel: Hafen von Antwerpen

Der Hafen der Stadt ist einer der gr√∂√üten der Welt und nach Rotterdam der zweitgr√∂√üte Europas. Wie viele gro√üe Seeh√§fen in Nordeuropa (z. B. London, Rotterdam, Bremen, Hamburg, Stettin) liegt er nicht am offenen Meer, sondern an einer dorthin f√ľhrenden Flussm√ľndung. √úber den Meeresarm Westerschelde erreichen die Schiffe die offene Nordsee.

Wie die anderen genannten Seeh√§fen hat auch Antwerpen einen Vorhafen an der unmittelbaren M√ľndung. Dieser (Vlissingen) liegt jedoch auf niederl√§ndischem Gebiet und ist deshalb, anders als etwa Bremerhaven zu Bremen, kein erg√§nzender, sondern eher ein konkurrierender Standort. Auch die Westerschelde als Hafenzufahrt ist ein niederl√§ndisches Gew√§sser, was angesichts der Konkurrenz zum nahen niederl√§ndischen Hafen Rotterdam zu vielen b√ľrokratischen Behinderungen und in der Vergangenheit sogar zu milit√§rischen Auseinandersetzungen f√ľhrte. Auch das Fl√§chenwachstum des Hafengebiets wird durch die Grenzlage behindert, da es im Norden bereits bis unmittelbar an die niederl√§ndische Grenze reicht.

Eine √§hnliche Situation besteht beim benachbarten belgischen Seehafen Gent, der nur √ľber einen Kanal durch niederl√§ndisches Gebiet und den dortigen Vorhafen Terneuzen die Westerschelde erreicht. Nur in den H√§fen Zeebr√ľgge und Ostende hat Belgien einen unmittelbaren Zugang zum Meer.

√úber den Albert-Kanal besteht f√ľr die Binnenschifffahrt eine Verbindung von Antwerpen zum Binnenhafen von L√ľttich an der Maas.

Fernverkehr

Hauptbahnhof

Antwerpen liegt an der europ√§ischen Nord-S√ľd-Hauptverkehrsachse von Amsterdam, d.h. der Metropolregion Randstad Holland, √ľber Br√ľssel und Lille nach Paris. In diesem Korridor verlaufen mehrere Autobahnen (auf belgischem Gebiet die A1 und A12), die gemeinsam die Europastra√üe 19 bilden, sowie die Schnellfahrstrecke Schiphol‚ÄďAntwerpen f√ľr die Hochgeschwindigkeitsz√ľge Thalys.

Die √ľber Antwerpen verlaufenden Ost-West-Routen sind von untergeordneter Bedeutung, da Antwerpen hier im Schatten der Nachbar-Gro√üstadt Br√ľssel steht. Die wichtigsten sind die A14/E17, die √ľber Gent nach Lille f√ľhrt und dort auf die Route Br√ľssel-Paris trifft, und die Europastra√üe 34 (Belgien: A21, Niederlande: A67, Deutschland: A40/Ruhrschnellweg), die √ľber Eindhoven nach Duisburg/Oberhausen f√ľhrt.

Der Hauptbahnhof, urspr√ľnglich ein Kopfbahnhof, wurde nach langandauernden Umbauarbeiten 2007 wiederer√∂ffnet. Im Rahmen der Anbindung Antwerpens an das europ√§ische Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsnetz wurde der Bahnhof untertunnelt und vergr√∂√üert. Das historische Empfangsgeb√§ude aus dem 19. Jahrhundert blieb dabei erhalten und wurde mit den neuen Bereichen verbunden. T√§glich wird der Bahnhof von circa 540 Z√ľgen frequentiert. Internationale Hochgeschwindigkeitsverbindungen bestehen mehrmals t√§glich in das n√∂rdliche Nachbarland Niederlande (mit Thalys und NS Highspeed) und nach Paris in Frankreich (mit Thalys). Ebenso existiert mit Thalys eine regelm√§√üige Express-Verbindung mit der Hauptstadt Br√ľssel.

Den Eisenbahng√ľterverkehr des Hafens mit dem weit √ľber Belgien hinausreichenden Hinterland vermittelt der Rangierbahnhof Antwerpen-Noord, einer der gr√∂√üten in Europa.

Der Flughafen Antwerpen hat nur eine geringe internationale Bedeutung. Die Stadt kann mit einer st√ľndlichen verkehrenden direkten Zugverbindung vom Flughafen Amsterdam (Dauer unter 2 Stunden) oder mit einer st√ľndlich verkehrenden direkten Busverbindung vom Flughafen Br√ľssel-Zaventem erreicht werden (Dauer 45 Minuten).

Regional- und Nahverkehr

Antwerpen besitzt ein großes Straßenbahnnetz mit 10 Linien. Im Innenstadtbereich gibt es zwei Tunnelstrecken mit 11 Tunnelstationen, auch die Schelde wird unterirdisch gekreuzt. Die Strecke aufs linke Scheldeufer reicht bis ins ostflämische Zwijndrecht.

Die wichtigste Stadtautobahn ist der Antwerpener Ring (R1), der die von Norden kommenden Autobahnen A1 (Utrecht) und A12 (Rotterdam) vereinigt, in einem Halbkreis √∂stlich um die Innenstadt herumf√ľhrt, im S√ľden der Stadt im Kennedytunnel die Schelde kreuzt und sich im S√ľdwesten in die Autobahnen A11 (Hafen von Gent/Br√ľgge) und A14 (Gent) verzweigt. Im Westen m√ľndet au√üerdem die A13 (Hasselt/L√ľttich) ein, von der wenige Kilometer √∂stlich die A13 (Eindhoven) abzweigt, im S√ľden wiederum die beiden nach Br√ľssel f√ľhrenden Autobahnen A1 und A12.

Wesentlich weiter au√üerhalb als der Ring R1 verl√§uft der Gro√üe Ring, der allerdings bisher nur ein 13 km langes Teilst√ľck im Nordwesten darstellt. Dieses unterquert allerdings mithilfe von drei Unterwassertunneln das gesamte Hafengebiet und bindet dieses sehr gut an die Verkehre nach Norden (Rotterdam) und Westen (Gent) an.

Im Innenstadtbereich gibt es au√üerdem zwei sehr alte Scheldetunnel, n√§mlich den Waaslandtunnel, durch den die Nationalstra√üe N49a verl√§uft, und den Radfahrer- und Fu√üg√§ngertunnel Sint-Annatunnel, die beide bereits 1933 er√∂ffnet wurden. Etwas s√ľdlich davon liegt der von den Stra√üenbahnen benutzte Brabotunnel (1990). Ein weiterer Tunnel ist der Craeybeckxtunnel, dieser f√ľhrt die Autobahn 1 unterhalb eines Parkgebiets hindurch.

Flughafen

Passagiere in den Jahren 1997 bis 2010 konnten mit der Belgischen Eisenbahn zwei Stationen nach Mortsel fahren, von dort sind es f√ľnf Minuten zum Terminal Bahnhof Heathrow Terminal. Es gibt einen direkten Gleisanschluss f√ľr diese mehr als 1,2 Millionen Flugg√§sten direkt gegen√ľber dem Terminal (50 Meter). Dieses Gleis wird von der Belgischen Eisenbahn nur als G√ľterstrecke benutzt. Der Bahnsteig ist ein nicht asphaltierter Grasbahnsteig. Das Terminal befindet sich im Nord-Osten links der Startbahn/Landebahn.

Städtepartnerschaften

Zusätzlich bestehen nicht besiegelte Partnerschaften mit:

Söhne und Töchter der Stadt

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ www.v2rocket.com
  2. ‚ÜĎ Quelle f√ľr die Angaben in diesem Abschnitt: Stadt Antwerpen: Gids voor levensbeschouwelijk Antwerpen (Weltanschauungen in Antwerpen), November 2006 (PDF)
  3. ‚ÜĎ Opel best√§tigt: Aus f√ľr Antwerpen ‚Äď n-tv.de
  4. ‚ÜĎ tagesschau.de, abgerufen am 29. Dezember 2010

Weblinks

 Commons: Antwerpen ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Antwerpen ‚Äď Bedeutungserkl√§rungen, Wortherkunft, Synonyme, √úbersetzungen
 Wikisource: Antwerpen ‚Äď Quellen und Volltexte

Siehe auch


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  • Antwerpen ‚ÄĒ Anvers ‚Ėą‚Ėą‚Ėą‚Ėą‚Ėą‚Ėą‚Ėą‚Ėą‚Ėą‚Ėą95 % Traduction ‚Ķ   Wikip√©dia en Fran√ßais


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