Mainz-Lerchenberg

Wappen von Lerchenberg
Wappen von Mainz

Lerchenberg
Ortsbezirk von Mainz

Lage von Lerchenberg in Mainz
Koordinaten 49° 57′ 30″ N, 8° 11′ 35″ O49.9583333333338.1930555555556228Koordinaten: 49° 57′ 30″ N, 8° 11′ 35″ O.
Höhe 228 m ü. NN
Fläche 2,4 km²
Einwohner 5974 (31. Aug. 2010)
Bevölkerungsdichte 2489 Einwohner/km²
Ausländeranteil 15,1 % (31. Aug. 2010)
Eingemeindung 1. Jan. 1964
Postleitzahl 55127
Vorwahl 06131
Adresse der
Verwaltung
Hebbelstraße 2
55127 Mainz
Website www.mainz.de
Politik
Ortsvorsteher Angelika Stahl (CDU)
Sitzverteilung (Ortsbeirat)
CDU SPD Grüne ÖDP FDP
6 4 1 1 1
Verkehrsanbindung
Bus MVG Mainz Linie 54, 70, 90, MVG Mainz + ORN Gemeinschaftslinie 68, 71, ORN Linie 650

Lerchenberg ist ein Ortsbezirk der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Er ist der jüngste und neu entstandene Ortsbezirk der Stadt. Lerchenberg gilt als die sogenannte „Jubiläumssiedlung“, da es zur 2000-Jahr-Feier im Jahr 1962 gegründet wurde. Dadurch konnte das seit Kriegsende drückende Wohnraumproblem von Mainz gerade für junge Familien deutlich gemildert werden.

Weit über die Stadtgrenze von Mainz hinaus ist der Lerchenberg durch das ZDF-Sendezentrum bekannt geworden.

Inhaltsverzeichnis

Geographische Lage

Der Stadtteil Lerchenberg liegt auf einer Anhöhe oberhalb der „Draiser Senke“ und westlich der Mainzer Innenstadt und dem Rhein. Zu Rheinhessen hin wird der Stadtteil von dem Ober-Olmer-Wald begrenzt. Die naheliegenden rheinhessischen Ortschaften sind Essenheim, Ober-Olm und Klein-Winternheim. Die nächstgelegenen Mainzer Stadtteile sind Drais und Marienborn.

Geschichte

Am 25. Mai 1961 beschloss der Mainzer Stadtrat, anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt Mainz eine „Jubiläumssiedlung“ zu gründen. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs bestand in Mainz nach wie vor Wohnungsknappheit, die durch diesen neuen Stadtteil mit gelindert werden sollte. Im Jubiläumsjahr 1962 schenkte das Land Rheinland-Pfalz unter Ministerpräsident Peter Altmeier der Stadt Mainz mit 62 Hektar Land einen Teil des dazu erforderlichen Geländes, den die Stadt Mainz auf 154 Hektar erweitern konnte.

Am 16. April 1964 beschloss der Stadtrat, die Jubiläumssiedlung, die nach einem Ideen-Wettbewerb unter der Mainzer Bevölkerung zuvor auf den Namen „Mainz-Lerchenberg“ getauft worden war, offiziell einzugemeinden. Durch die relativ hohen Erschließungskosten von rund 25 Mio. D-Mark verzögerten sich die Arbeiten am neuen Mainzer Stadtteil Im September 1967 bezogen die ersten Bewohner ihre Eigenheime, zwei Jahre später bewohnten bereits 2900 Menschen den Lerchenberg. Knapp 20 Jahre später lag die Einwohnerzahl bei etwas über 6000 Personen.

Nachdem im ZDF-Staatsvertrag Mainz als Standort des Senders festgelegt wurde, suchte die Stadtverwaltung zusammen mit dem ZDF nach einem geeigneten Grundstück. Am 25. Juni 1964 kaufte das ZDF von der Stadt Mainz ein Areal in unmittelbarer Nähe des neuen Stadtteils Lerchenberg. 1966 begannen dort die ersten Bauarbeiten für das zukünftige Sendezentrum. Zuerst wurden Gebäude für den Kraftfahrzeug- und Ü-Wagenbetrieb errichtet (1. Bauabschnitt). 1971 erfolgte die Grundsteinlegung für das weithin sichtbare Redaktions- und Verwaltungsgebäude, welches 1974 eingeweiht wurde (2. Bauabschnitt). Im September 1977 begannen die Erdarbeiten für den dritten Bauabschnitt des eigentlichen Sendebetriebsgebäudes, einem von der Planungsgruppe Stieldorf entworfenen Rundbau (mit einem Durchmesser von 166 Metern), der 1984 bezogen wurde. Inzwischen komplettieren weitere Gebäude das ZDF-Sendezentrum auf dem Mainzer Lerchenberg.

Wappen

Wappen Lerchenberg.png

Das Wappen von Mainz-Lerchenberg ist auf der Grundlage eines von der CDU-Ortsbeiratsfraktion 1978 für die Lerchenberger Bevölkerung ausgeschriebenen Wettbewerbs eingeführt worden. Das Wappen ist viergeteilt. In der heraldisch rechten oberen Ecke befindet sich ein silbernes Rad auf rotem Grund (Anlehnung an das Mainzer Stadtwappen), links oben und rechts unten jeweils ein skizzierter schwarzer Vogel (Lerche) im Flug von vorne auf silbernem Grund sowie links unten das erste ZDF-Senderlogo (eine römische Zwei mit zwei stilisierten Augen) in Silber auf blauem Grund. Dies soll die außerordentliche Verbundenheit des Stadtteils zum ZDF symbolisieren.

Wirtschaft und Infrastruktur

In der „Ortsmitte“ von Lerchenberg

Wirtschaft

Verkehr

Eine Straßenbahnneubaustrecke vom Hauptbahnhof mit Endpunkt Lerchenberg Bürgerhaus befindet sich im Planungsstadium. Das sogenannte Projekt „Mainzelbahn“ könnte um 2019 eröffnet werden.[1]

Medien

Verwaltungs- und Redaktionsgebäude des ZDF.

Der Lerchenberg wird auch „Medienberg“ genannt, da sich hier nicht nur das ZDF-Sendezentrum befindet, sondern auch 3sat und die Deutschlandzentrale von ARTE hier ihren Sitz haben. Die ZDF Werbefernsehen sowie die ZDF Enterprises haben ebenfalls ihren Sitz auf dem Lerchenberg. Von September 1991 bis zum Umzug nach Berlin und München im Sommer 2001 lag auch das Sendezentrum von Sat.1 auf dem Mainzer Lerchenberg. Auch die Verlagsgruppe Rhein Main hat dort ihren Hauptsitz. Weiter sind auf dem Lerchenberg der Ü-Wagen-Dienstleister TV-Skyline sowie das Media Service Center mit diversen Produktionsfirmen auf dem Lerchenberg angesiedelt.

Öffentliche Einrichtungen

Literatur

  • Claus Wolff: Die Mainzer Stadtteile. Emons Verlag, Köln 2004, ISBN 3-89705-361-6
  • Friedrich Schütz: 30 Jahre Mainz-Lerchenberg. Zur Geschichte einer Jubiläumssiedlung. Der Verleger Verlagsgesellschaft, Mainz 2000, ISBN 3-881-93019-1
  • Chronik Mainz-Lerchenberg. Schildert den Entstehungsprozeß und die Entwicklung des Stadtteils anhand von Presseberichten, Ortsbeiratssitzungen und vielen anderen Quellen; vom Antrag zur Errichtung einer Jubiläumssiedlung anlässlich der 2000-Jahrfeier der Stadt Mainz bis zum Jahr 2005.

Band 1. 1961–1976: Entstehungsprozess und Entwicklung des Stadtteils bis zur Eröffnung des Bürgerhauses. (Nicht mehr erhältlich, vergriffen.) Band 2. 1976–1986 Band 3. 1987–1996 Band 4. 1997–2005 Die Bände 2 bis 4 sind in der Ortsverwaltung Mainz-Lerchenberg erhältlich.

Weblinks

 Commons: Mainz – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://www.allgemeine-zeitung.de/region/mainz/meldungen/8525523.htm

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • St. Franziskus (Mainz-Lerchenberg) — Die Pfarrkirche St. Franziskus ist eine Pfarrkirche in Mainz Lerchenberg. Sie wurde in den Jahren 1982 bis 1984 nach einem Entwurf der Architekten Hans Schilling und Peter Kulka errichtet. Sie war der letzte Kirchenneubau in den Stadtdekanaten… …   Deutsch Wikipedia

  • Mainz — Wappen Deutschlandkarte …   Deutsch Wikipedia

  • Lerchenberg — Den Namen Lerchenberg tragen folgende Orte: Mainz Lerchenberg, Stadtteil von Mainz, Rheinland Pfalz Altenburg Lerchenberg, Stadtteil von Altenburg, Landkreis Altenburger Land, Thüringen Lerchenberg (Erkheim), Ortsteil der Marktgemeinde Erkheim,… …   Deutsch Wikipedia

  • Mainz am Rhein — Wappen Karte Mainzer Rad Basisdaten …   Deutsch Wikipedia

  • Mainz-Marienborn — Marienborn Ortsbezirk von Mai …   Deutsch Wikipedia

  • Mainz/Einwohnerentwicklung der Stadt Mainz — Stadtwappen Dieser Artikel gibt die Einwohnerentwicklung der Stadt Mainz tabellarisch und graphisch wieder. Die Entwicklung ist auch anhand des Artikels über die Stadtgeschichte nachzuvollziehen. Am 31. Dezember 2007 betrug die „Amtliche… …   Deutsch Wikipedia

  • Mainz-Altstadt — Altstadt Ortsbezirk von Mainz …   Deutsch Wikipedia

  • Mainz-Drais — Drais …   Deutsch Wikipedia

  • Mainz — This article is about the city in Germany. For the light cruiser, see SMS Mainz. For the Mainz sword, see Gladius. Mainz Mainz Old Town View from the citadel (2003) …   Wikipedia

  • Mainz-Mombach — Mombach …   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.