Makedonien

ï»ż
Makedonien
Geographisches Makedonien
Die aktuelle geographische Region von Makedonien wird nicht offiziell durch irgendeine internationale Organisation oder einen Staat definiert. Im historischen Kontext umfasst sie Teile von fĂŒnf heutigen LĂ€ndern: Albanien, Bulgarien, Griechenland, Mazedonien und Serbien.

        Regionen:
        Griechisches Makedonien
        Republik Mazedonien
        Oblast Blagoewgrad (Bulgarien)

        Kleinere Gebiete:
        Mala Prespa und Golo Bardo (Albanien)
        Gora und Prohor Pčinjski (Serbien)

Makedonien (gelegentlich auch Mazedonien) ist ein geographisches und historisches Gebiet auf der Balkanhalbinsel. Es hat eine FlĂ€che von etwa 67.000 kmÂČ und eine Bevölkerung von ca. 5 Millionen.

Der grĂ¶ĂŸere, sĂŒdliche Teil des Gebietes bildet heute die Region Makedonien in Nord-Griechenland. Der kleinere, nördliche Teil bildet den Staat, der 1991 als „Republik Mazedonien“ seine UnabhĂ€ngigkeit von Jugoslawien erklĂ€rte. Ein weiterer kleinerer Teil gehört zu SĂŒdwest-Bulgarien.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Altertum (ca. 1400 v. Chr.–395)

Der Stern von Vergina war das Emblem der makedonischen Königsdynastie zur Zeit Philipps II. und Alexanders des Großen

Die Frage, wie „griechisch“ die antiken Makedonen waren, ist auch heute nicht ohne politische Brisanz. Das Gebiet war bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Einer Forschungsmeinung zufolge sind die Makedonen aber erst gemeinsam mit den Nordwestgriechen um 1200 v. Chr. in dieses Gebiet eingewandert. Einige antike Historiker beschreiben die Makedonen als eine Mischbevölkerung aus Phrygern, Thrakern und Illyrern, die nicht als ein griechischer Stamm eingewandert sein sollen, doch die meisten heutigen Forscher sehen die Makedonen als griechischen Stamm an, der sich allerdings aufgrund enger Kontakte zu Thrakern und Illyrern von den ĂŒbrigen Griechen unterschieden habe.

Über ihre Sprache gibt es bis heute unterschiedliche Auffassungen, zumal die Quellenlage eher dĂŒrftig ist. Nach Auffassung des Linguisten Otto Hoffmann (Die Makedonen, 1906) ergibt sich aus dem Namenmaterial, insbesondere den Personennamen, aber auch den Orts- und Monatsnamen, dass die makedonische Sprache bzw. der makedonische Dialekt ein griechischer Dialekt war. Diese Auffassung vertreten auch einige fĂŒhrende Sprach- und Geschichtswissenschaftler jĂŒngerer Zeit (Ivo Hajnal, Hermann Bengtson, Nicholas G. Hammond). Andere Sprachwissenschaftler sind der Meinung, das Makedonische sei eine mit dem Griechischen verwandte Einzelsprache.

Am ehesten wird man die Makedonen vor Alexander I. daher vielleicht als „Proto-Griechen“ bezeichnen können, auch wenn die meisten Experten (etwa Hans-Ulrich Wiemer) aufgrund jĂŒngster Untersuchungen inzwischen ĂŒberzeugt sind, dass sie Griechen gewesen seien, denen aber in bestimmten Quellen (vor allem bei Demosthenes) aus politischen GrĂŒnden ihr Hellenentum abgesprochen worden sei.

In der Antike gab es keinen einheitlichen Staat Griechenland, sondern die durch gemeinsame Kultur, Religion und Sprache verbundene Gemeinschaft der griechischen Klein- und Stadtstaaten. Von besonderer Bedeutung war die Teilnahme von Angehörigen des makedonischen Königshauses an den Olympischen Spielen. Sie ist erstmals fĂŒr König Alexander I. bezeugt, der um 500 v. Chr., noch vor seinem Regierungsantritt, als junger Mann in Olympia zugelassen wurde, nachdem seine griechische Abstammung ĂŒberprĂŒft worden war.[1] 408 v. Chr. wurde der makedonische König Archelaos I. Sieger im Viergespann. Diese Anerkennung des Griechentums erstreckte sich aber nur auf die Königsfamilie, nicht auf die Makedonen als Volk, die gewöhnlich nicht als Griechen, sondern als „Barbaren“ (Nicht-Griechen) betrachtet wurden. Eine wichtige Quelle hierfĂŒr ist die Rede an den Makedonenkönig Philipp II., die der Athener Isokrates im Jahr 346 veröffentlichte und dem Herrscher ĂŒbersandte. Darin erklĂ€rt er, Philipps Vorfahren hĂ€tten als Griechen die Herrschaft ĂŒber ein nichtgriechisches Volk, die Makedonen, errungen; fĂŒr dieses Volk sei eine solche Monarchie angemessen, von Griechen hingegen werde diese Herrschaftsform nicht ertragen, denn Barbaren mĂŒsse man zwingen, Griechen ĂŒberreden.[2]

Philipp II., König Makedoniens
Das Makedonische Reich unter Philipp II.

Den Grundstein zur Großmachtstellung legte König Archelaos I. (413 v. Chr. bis 399 v. Chr.). Unter seiner Herrschaft zog es viele griechische Gelehrte und KĂŒnstler an seinen Hof. Ein weiterer König war Perdikkas II., ein Zeitgenosse des Thrakerkönigs Sitalkes. Zur fĂŒhrenden Macht im antiken Griechenland wurde Makedonien binnen weniger Jahre jedoch erst ab 356 v. Chr. durch König Philipp II. Er konnte Ober- und Niedermakedonien erstmalig fest miteinander verbinden, organisierte das Heer neu und begann, den makedonischen Einflussbereich durch Eroberungen und Unterwerfungen auszuweiten. Die Ausweitung des makedonischen Herrschaftsbereichs unter Philipp II. brachte das Königreich Makedonien in einen Konflikt mit Athen, welches seine Interessen in Makedonien (Erzbergbau am Pangeo-Gebirge, Siedlungen und HandelsstĂŒtzpunkte auf der Chalkidiki) gefĂ€hrdet sah. Erschwerend kam hinzu, dass die VorgĂ€nger von Philipp II. im Peloponnesischen Krieg von 431 bis 404 v. Chr. mit dem athenischen Kriegsgegner Sparta teilweise koaliert hatten. Das Königreich Makedonien war allerdings nicht unumstrittener Herrscher in Makedonien. Der Chalkidikische Bund, ein StĂ€dtebund unter der FĂŒhrung der Stadt Olynthos konnte Anteile von Makedonien (Anthemoundas-Tal am Thermaischen Golf und Mygdonia) fĂŒr sich einnehmen und bedrohte zeitweilig sogar Pella, ohne dieses allerdings belagern oder angreifen zu können. Philipp II. fĂŒhrte aufgrund dieser Interessenkonflikte eine vorsichtige und taktierende Außenpolitik mit zum Teil wechselnden BĂŒndnissen, welche im Endeffekt ihm eine Konsolidierung und nachfolgend Ausdehnung seines Machtbereichs erlaubten. Der Konflikt mit Athen wurde mit der Einnahme von Amphipolis östlich des erzfĂŒhrenden Pangeon-Gebirges durch makedonische Truppen unter Philipp II. mehr als offensichtlich. Die Versuche Athens, vor allem des Politikers (Demagogen) Demosthenes im Konflikt des zweiten Olynthischen Kriegs 350 bis 348 v. Chr. zugunsten von Makedoniens Gegner, dem Chalkidikischen Bund unter der FĂŒhrung Olynthos einzugreifen, waren unzureichend und zu spĂ€t. Philipp II. zerstörte 348 v. Chr. Olynthos, löste den chalkidikischen Bund auf und hatte hiernach „den RĂŒcken fĂŒr eine Auseinandersetzung mit den griechischen Stadtstaaten frei.“

Wiederum eröffnete Philipp II. nicht direkt einen Feldzug gegen die griechischen Stadtstaaten, sondern verschaffte sich mit seinem Eingreifen in den dritten heiligen Krieg der delphischen Amphyktionie, einem religiösen Bund der griechischen Stadtstaaten, Respekt und Anerkennung sowie einen Sitz im Rat der Amphyktionie. Den Sitz im Amphyktionenrat mit zwei Stimmen erhielt er fĂŒr sich persönlich aufgrund seiner Verdienste, nicht als Vertreter der Makedonen, die weiterhin im Unterschied zu ihrer Königsfamilie nicht als Griechen anerkannt waren.[3] Trotz dieser Integration Philipps als „Grieche“ blieben die Spannungen zwischen ihm und Athen sowie den anderen griechischen Stadtstaaten mit teilweise Ausnahme von Theben nicht entschĂ€rft. Unter athenischer FĂŒhrung erhoben sich die griechischen Stadtstaaten gegen die drohende makedonische Hegemonie ĂŒber das gesamte Gebiet von Griechenland, wurden jedoch 338 v. Chr. in der Schlacht von Chaironeia von den Makedonen unter der FĂŒhrung Philipp II. und seines Sohnes Alexander besiegt.

Der Makedonenkönig vereinte nun die zersplitterten und meist zerstrittenen griechischen Stadtstaaten im Korinthischen Bund auf der Basis eines Allgemeinen Friedens und schuf damit erstmals in der Geschichte ein geeintes Griechenland, nur mit Ausnahme Spartas und der griechischen Kolonien im westlichen Mittelmeer. Ungeachtet dieser Einigung schrieb der Korinthische Bund die Heeresfolge der griechischen Stadtstaaten gegenĂŒber Philipp II. und dem Königreich Makedonien fest, was zugleich Sinnbild der makedonischen Hegemonie ĂŒber die griechischen Stadtstaaten war. An der damaligen makedonischen Nordgrenze eroberte Philipp II. die Landschaft Lynkestis (entspricht der Region um die Prespaseen).

Als seit spĂ€testens 338 v. Chr. politisch dominante Macht in ganz Griechenland prĂ€gten die Makedonen die Bezeichnung „Makedonien“ zunĂ€chst fĂŒr die sich bildende staatliche Struktur. Als Bezeichnung der Landschaft blieb auch „Epeiros“ (griechisch: „Festland“) gelĂ€ufig. Staatsform war die Monarchie. Der König wurde von der Heeresversammlung gewĂ€hlt. Ausschlaggebend fĂŒr die makedonischen (militĂ€rischen) Erfolge waren vor allem die Heeresreform Philipp II. mit der EinfĂŒhrung der makedonischen Phalanx-Technik sowie der Sarissa.

Der Feldzug Alexanders
Römische Provinzen

Unter Philipps Sohn Alexander dem Großen erreichte Makedonien den Höhepunkt seiner Macht und seine grĂ¶ĂŸte Ausdehnung. Unter dem Vorwand eines „Rachefeldzugs“ fĂŒr den Persereinfall in Griechenland 170 Jahre zuvor, fĂŒhrte er 334 v. Chr. ein gesamtgriechisches Heer nach Kleinasien und besiegte in drei Schlachten – am Granikos, bei Issos und Gaugamela â€“ die Perser vernichtend. Er eroberte nacheinander Ägypten und das Persische Kernland und dehnte sein Reich bis zum Hindukusch und zum Indus aus. Damit schuf er die Voraussetzung fĂŒr die Hellenisierung ganz Vorderasiens. Nach Alexanders Tod im Jahr 323 v. Chr. in Babylon zerfiel das Großreich unter den KĂ€mpfen seiner Nachfolger, der Diadochen. Aus dem Alexanderreich ging in Vorderasien die Herrschaft der Seleukiden hervor und in Ägypten die der PtolemĂ€er. Die makedonische Dynastie sollte das Land am Nil 300 Jahre regieren, bis zum Tod Königin Kleopatras 30 v. Chr.

Das Königreich Makedonien selbst verlor dagegen immer weiter an Bedeutung. Sein Machtbereich schrumpfte infolge dreier Makedonisch-Römischer Kriege immer mehr zusammen. 168 v. Chr. erzwang Rom das Ende des makedonischen Königtums und die Aufteilung des Landes in vier selbstĂ€ndige Gebiete. Diese wiederum wurden 20 Jahre spĂ€ter als Provinz Macedonia ins Römische Reich eingegliedert, das nun auch im östlichen Mittelmeerraum zur fĂŒhrenden Macht aufgestiegen war. Mit der Reichsteilung im Jahre 395 fiel das Land an das Oströmische Reich, das kulturell und sprachlich griechisch geprĂ€gt war.

Makedonien im Mittelalter (395–1371)

Slawische StÀmme (orange) auf dem Balkan im 7. Jahrhundert, Grenze des nominellen byzantinischen Herrschaftsgebietes lila

Bereits im 4./5. Jahrhundert fielen Hunnen und Goten in Makedonien ein, ließen sich dort jedoch nicht nieder. Seit dem 6./7. Jahrhundert besiedelten Slawen den Balkan, darunter auch Makedonien und große Teile Griechenlands.[4] Dadurch kam es zu tiefgreifenden ethnischen Änderungen: Die Slawen vermengten sich mit der ortsansĂ€ssigen Bevölkerung, die sich aus Paionen (protobulgarische StĂ€mme aus Paionien unter der FĂŒhrung von Kuber[5]), antiken Makedonen und anderen ethnischen Elementen zusammensetzte. Bereits im 7. Jahrhundert war Makedonien offenbar so sehr slawisch geprĂ€gt, dass es in byzantinischen Quellen auch als Sklavinia (ÎŁÎșλαυÎčÎœÎŻÎ±) bezeichnet wurde.[6] Allerdings blieb in den StĂ€dten die byzantinische Kultur nach wie vor lange erhalten. Im byzantinischen Reich wurden die Slawen zu einem bedeutenden Faktor und sicherten sich ausgedehnte SiedlungsrĂ€ume ĂŒberwiegend im Kernland des geographischen Makedoniens und Thrakiens und drĂ€ngten die hellenisierte Bevölkerung bis auf ein paar Inseln im Binnenland immer mehr an die KĂŒsten.

Seit dem 8. Jahrhundert ĂŒbertrug sich jedoch die Bezeichnung Makedonien auf ein anderes, weiter östlich gelegenes geographisches Gebiet, das weder mit dem Makedonien der Antike, noch mit der gegenwĂ€rtigen geographischen Bezeichnung ĂŒbereinstimmte. Das mittelalterliche Mazedonien umfasste damit eine andere Region, mit der Stadt Adrianopel als Zentrum, die im heutigen Thrakien lag. Erst mit dem Klassizismus und im ZĂŒge der UnabhĂ€ngigkeitsbewegungen der Balkanvölker bekam die Region ihren antiken Namen zurĂŒck, im Mittelalter war sie jedoch meist unter Pelagonien oder Kisinas bekannt.

SĂŒdosteuropa und Kleinasien im Jahr 910
SĂŒdosteuropa und Kleinasien um 1000

Im 9. Jahrhundert geriet der grĂ¶ĂŸte Teil der heutigen Region Makedonien unter die Herrschaft des ersten bulgarischen Reiches mit dem Herrscher Krum Khan. 811 verlor das byzantinische Reich die Schlacht am Warbiza-Pass gegen das erste bulgarische Reich. Zwei Jahre spĂ€ter, 813, wiederholte sich die byzantinische Niederlage gegen das erste bulgarische Reich in der Schlacht von Adrianopel. Der byzantinische Machtbereich schrumpfte nachfolgend zugunsten des bulgarischen zusammen; vor allem Thrakien und Makedonien kamen unter die Kontrolle des bulgarischen Reiches mit seinen Herrschern Presian I. (836–852), Boris I. (852–889), Simeon I. (893–927) und Peter I. (927–969). Um diese Zeit fand eine Christianisierung der Bevölkerung statt, sowie die Verbreitung von slawischer Literatur, die in glagolitischer und kyrillischer Schrift verfasst wurde.[7] Nach dem Tod von Zar Peter 969 zeigte das erste bulgarische Reich Zerfallserscheinungen. Das byzantinische Reich unter Kaiser Basileios II. (bulgarisch Wasilij II.) Bulgarroktonos (der „Bulgarentöter“) konnte in der Schlacht von Kleidion am 29. Juli 1014 die Bulgaren unter Zar Samuil besiegen.

Nachfolgend wurde die heutige Region Makedonien in das Byzantinische Reich eingegliedert. 1185 unternahmen Normannen eine Belagerung von Thessaloniki, nachdem sie aus Italien angekommen an der heutigen albanischen KĂŒste bei Durres gelandet waren. 1204 fiel im vierten Kreuzzug die byzantinische Hauptstadt Konstantinopel (heute Istanbul) an die Kreuzfahrer, welche nachfolgend Kreuzfahrerstaaten errichteten. Die sĂŒdlichen Teile der geographischen Region wurden dabei unter die Kontrolle des Königreich Thessaloniki mit seinem König Bonifatius von Montferrat gestellt. Direkt nach der Etablierung der lateinischen Kaiser- und Königreiche kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den lateinischen Staaten und dem Bulgarischen Reich. 1205 unterlag das Lateinische Kaiserreich von Byzanz den Bulgaren unter Zar Kalojan in der Schlacht von Adrianopel und verlor seinen Kaiser Balduin in bulgarischer Gefangenschaft.

Dem zweiten bulgarischen Reich gelang damit die Etablierung einer Kontrolle ĂŒber weite Teile insbesondere des Norden der heutige Region Makedonien (und Thrakien). 1207 starb der König von Thessaloniki Bonifatius von Montferrat in einem Gefecht mit bulgarischen Truppen; im gleichen Jahr verstarb der bulgarische Zar Kalojan bei der Belagerung von Thessaloniki. Nachfolgend schrumpfte das Herrschaftsgebiet des Königreichs Thessaloniki in Norden und Nordosten unter Druck des bulgarischen Reiches sowie im SĂŒdwesten und Westen durch Druck des Despotats Epirus. 1224 wurde der sĂŒdliche Teil des antiken Makedoniens durch das Despotat Epirus mit der Einnahme der Stadt Thessaloniki erobert. Das expandierende Despotat Epirus geriet darauf hin in Konflikt mit dem ebenfalls expandierenden bulgarischen Reich.

Balkanhalbinsel mit Makedonien in den Jahren 1230 bis 1251
SĂŒdosteuropa und Kleinasien 1265
SĂŒdosteuropa und Kleinasien 1355

Mit der fĂŒr die Bulgaren und das zweite bulgarische Reich unter Zar Iwan Asen II. siegreichen Schlacht von Klokotniza 1230 wurde geographische Region Makedonien unter die Kontrolle des zweiten bulgarischen Reiches gestellt. 1259 fielen mit der Schlacht von Pelagonien die sĂŒdlichen Anteile der geographischen Region Pelagonien wieder an das byzantinische Reich. 1321 brach im byzantinischen Reich ein BĂŒrgerkrieg aus, welcher auch den SĂŒden der geographischen Region Makedonien betraf. Im Zuge dieses BĂŒrgerkriegs wurden landwirtschaftliche Betriebe und Besitzungen zerstört.[8] 1330 fĂŒhrte der bulgarische Herrscher Michail Schischman Asen einen Feldzug gegen Nordostmakedonien, welcher gegen den serbischen König gerichtet war[8], scheiterte jedoch in der Schlacht bei Welbaschd. Die bereits im byzantinischen BĂŒrgerkrieg sichtbar gewordenen Unruhen setzten sich mit AufstĂ€nden in den StĂ€dten Pelagoniens fort. Der prominenteste dieser AufstĂ€nde war die Zeloten-Herrschaft in Thessaloniki von 1342 bis 1349, welcher zur weitgehenden Entmachtung des byzantinischen Adels und Klerus in Thessaloniki fĂŒhrte.[8]

Mitte des 14. Jahrhunderts bis 1355 eroberte das serbische Königreich unter Stefan UroĆĄ IV. DuĆĄan die gesamte heutige Region Makedonien mit Ausnahme von Thessaloniki und seiner unmittelbaren Umgebung und darĂŒber hinaus weite Teile des griechischen Festlandes. Nach dessen Tod 1355 konnte sich die serbische Kontrolle nicht halten und die Gebiete einschließlich der antike Region Makedonien gelangten fĂŒr kurze Zeit unter erneute byzantinische Herrschaft.

Makedonien als Teil des Osmanischen Reichs (1371–1800)

Die geographische Region Makedonien wurde ab 1371 schrittweise durch das Osmanische Reich erobert. 1369 machte das Osmanische Reich unter Sultan Murat I. Adrianopel zu seiner Hauptstadt. 1371 unterlag eine kombiniert serbisch-bulgarische Streitmacht unter den serbischen Teilkönigen Jovan UgljeĆĄ und VukaĆĄin Mrnjavčević (Region Serres und Region Prilep) dem osmanischen Heer in der Schlacht an der Maritza. Nach diesem Sieg expandierten die Osmanen ihr Herrschaftsgebiet kontinuierlich nach Westen und bekamen somit auch die Region Makedonien unter ihre Kontrolle. 1387 fĂ€llt die Stadt Thessaloniki an die Osmanen. 1389 kommt es zur Schlacht auf dem Amselfeld, welche das osmanische Reich erneut gewinnt und damit seine Herrschaft in der Region Makedonien konsolidiert. Die Besetzung von Skopje erfolgt 1392.

Balkanhalbinsel in den Jahren 1453 bis 1888.

Sowohl Bulgarien als auch das Byzantinische Reich können der osmanischen Expansion nichts wesentliches entgegen setzen. 1402 konnte Kaiser Manuel II. durch geschicktes Lavieren im nach der tĂŒrkischen Niederlage gegen die Mongolen ausgebrochenen osmanischen Interregnum Thessaloniki auf diplomatischem Wege zurĂŒckgewinnen, der byzantinische Herrschaftsbereich blieb aber auf die Stadt und ihre unmittelbare Umgebung (Halbinsel Kassandra und westliche Chalkidiki) beschrĂ€nkt. Bereits 1423 erlaubten die Byzantiner die Stationierung einer venezianischen Garnison in Thessaloniki und auf Kassandra. Die Zuhilfenahme venezianischer Truppen konnte die osmanische Expansion nicht aufhalten: 1430 wurde Thessaloniki und die venezianische Besitzung auf Kassandra von den Osmanen erobert.

Die gesamte geographische Region Makedonien war damit unter Kontrolle des osmanischen Reiches und verblieb dort bis 1912 fĂŒr knapp 500 Jahre.

Makedonien zwischen 1800 und dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945

WĂ€hrend der tĂŒrkischen Herrschaft gab es gemeinsame Bestrebungen der Bulgaren, Serben und Griechen, sich vom Osmanischen Reich zu lösen.

Nach der Befreiung SĂŒdgriechenlands und der Proklamation des griechischen Staates 1829 folgten viele Griechen der sogenannten Megali Idea („Große Idee“), die das Ziel setzte, die restlichen griechischen Gebiete vom osmanischen Joch zu befreien und einen griechischen Staat mit der Hauptstadt Konstantinopel zu schaffen. In Makedonien wiederum liegen die AnfĂ€nge der Bulgarischen Nationalen Wiedergeburt, einer Periode des sozio-ökonomischen Wachstums und der nationalen Einigung des bulgarischen Volkes.[9]

Balkanhalbinsel mit Makedonien im Jahr 1888

1864 gliederte sich die geographische Region Makedonien in sechs Verwaltungsbezirke (Vilayet) des osmanischen Reiches. Die Vilayets in der geographischen Region Makedonien waren (Hauptstadt in Klammern) Adrianopel (Edirne), Selanik (Thessaloniki), Manastir (Bitola), Yanya (Ioannina), Ishkodra (Shkodra) und Kosovo (Skopje).[10] Eine Verwaltungsregion Makedonien oder Mazedonien bestand dabei fĂŒr das osmanische Reich bis 1903 weder direkt noch indirekt.[10] Ab 1903 wurde vom osmanischen Reich im Zuge der osmanischen wie auch internationalen ReformbemĂŒhungen (beispielsweise MĂŒrzsteger Programm) von den vilayat-i selase, den drei Vilayets, gesprochen, welche sich auf dem Gebiet der geographischen Region Makedonien befanden.[11] FĂŒr Bulgarien beendete der Vorfrieden von San Stefano 1878 die tĂŒrkische Fremdherrschaft. Makedonien jedoch wurde von den GroßmĂ€chten auf dem im gleichen Jahr stattfindenden Berliner Kongress dem Osmanischen Reich zugesprochen.

Zwischen 1872 und 1912 bauten sich zwischen den Bevölkerungsgruppen der geographischen Region Mazedoniens zunehmend Spannungen auf. Ein Spannungsfeld war dabei der Schulkampf zwischen griechisch-orthodoxem Patriarchat in Konstantinopel (Istanbul), der serbischen Schulbehörde und dem bulgarischen Exarchat. Oswald Spengler bemerkte hierzu 1923 in seinem Werk Untergang des Abendlandes:[12]

„In Mazedonien haben Serben, Bulgaren und Griechen im 19. Jahrhundert christliche Schulen fĂŒr die tĂŒrkenfeindliche Bevölkerung gegrĂŒndet. Wenn in einem Dorfe zufĂ€llig serbisch unterrichtet wurde, so bestand schon die folgende Generation aus fanatischen Serben. Die heutige StĂ€rke der ‚Nationen‘ ist also lediglich die Folge der frĂŒheren Schulpolitik.“

1893 entstand in Thessaloniki die bulgarische Freiheitsbewegung BMARK (Bulgarische Makedonien-Adrianopeler RevolutionĂ€re Komitees); Nach mehreren Attentaten organisierte sie 1903 den Ilinden-Probraschenie Aufstand der gegen die TĂŒrken gerichtet war. Der Aufstand fĂŒhre zu der GrĂŒndung der kurzlebigen Republik KruĆĄevo in Mazedonien und die ebenfalls kurzlebige Strandscha-Republik im tĂŒrkischen Vilayet Adrianopel.

Osmanisches Reich um 1900
Makedonien im Jahr 1913

1912/13 fĂŒhrte der Balkanbund (Serbien, Bulgarien, Griechenland und Montenegro) Krieg gegen das Osmanische Reich um Makedonien und Thrakien (Erster Balkankrieg). Die TĂŒrkei musste ihre europĂ€ischen Besitzungen zum grĂ¶ĂŸten Teil aufgeben. Danach entzĂŒndete sich der Streit um die Aufteilung der eroberten Gebiete. Dies fĂŒhrte noch 1913 zum zweiten Balkankrieg, aus dem Bulgarien als Verlierer hervorging. Der grĂ¶ĂŸte Teil der historischen Region Makedonien fiel danach an Griechenland (Griechisch oder „ÄgĂ€is-Makedonien“/Makedonia) und Serbien („Vardar-Makedonien“/SĂŒd-Serbien). Der nordöstliche Teil kam an Bulgarien („Pirin-Makedonien“/Blagoewgrad) und ein kleiner Teil im Nordwesten an Albanien (Mala Prespa).

Der an Griechenland gefallene Teil Makedoniens war von 528.000 griechischen Makedoniern (Griechen) bzw. 44,18 %, 465.000 Muslime-TĂŒrken (tĂŒrkischsprechenden Muslimen) und Pomaken (bulgarische Muslimen) 38,91 %, 104.000 Bulgaren und Slawen 8,70 % und 98.000 Ladino-sprechenden Juden und Walachen 8,21 % bewohnt. [13]

Im Ersten Weltkrieg wurde das Gebiet des heutigen Mazedonien erneut an Bulgarien angeschlossen, 1919 verlor dieses die eroberten Gebiete aber wieder und es wurden die Grenzen von 1913 wiederhergestellt. Der serbische Teil des Gebietes wurde Teil des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen.

Im griechischen Teil wurden im Zuge des Bevölkerungsaustausches mit der TĂŒrkei 1923 (Lausanner Vertrag) 350.000 vorwiegend tĂŒrkische Muslime vertrieben und 565.000 griechische FlĂŒchtlinge aus der heutigen TĂŒrkei, vor allem aus Konstantinopel (Istanbul) und Smyrna (Izmir) angesiedelt. 86.000 Bulgaren wurden nach Bulgarien umgesiedelt. Infolgedessen ist diese Region heute in ĂŒberwiegender Mehrheit griechisch bevölkert. Mit dem Ziel eines sprachlich homogenen Nationalstaates wurde die Hellenisierung durch Umsiedlung und Assimilation, teilweise auch gewaltsam angestrebt. Slawische Ortsnamen wurden durch griechische ersetzt und bis Ende der 1940er Jahre wurde die Pflege des slawischen Idioms zum Teil erschwert, wobei dessen Sprecher oft Repressalien seitens der staatlichen Behörden ausgesetzt waren.

Im zu Serbien bzw. ab 1918 zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen (ab 1929 Königreich Jugoslawien) gehörenden Teil Makedoniens wurden die Slawen Mazedoniens von den Behörden als SĂŒd-Serben (ab 1929 Vardarska banovina) betrachtet.

Die Geschichte wiederholte sich im Zweiten Weltkrieg, ab 1941 stand der nördliche Teil Makedoniens unter bulgarischer Besatzerherrschaft, ein kleiner Teil war von deutschen Truppen besetzt.

1944 wurden die Vorkriegsgrenzen wiederhergestellt und die slawischen Mazedonier vom sozialistischen Jugoslawien zum Staatsvolk erklÀrt.

Die historische Region Makedonien im Kalten Krieg (1945–1990)

In Vardar-Mazedonien setzte nach der Anerkennung als jugoslawische Teilrepublik samt Anerkennung einer (slawo-)mazedonischen Nation eine Phase der politischen StabilitĂ€t ein. Gleichsinniges kann fĂŒr Pirin-Makedonien angenommen werden. Trotz dieser „inneren“ Befriedung war die Region nicht spannungsfrei, sondern wurde gegenteilig einer der ersten SchauplĂ€tze des kalten Krieges und fortgesetzter politischer Auseinandersetzungen, welche erneut von nationalistischen Strömungen und EinflĂŒssen befördert wurden. Tito hatte PlĂ€ne fĂŒr ein vereintes kommunistisches Groß-Makedonien, entweder unabhĂ€ngig oder unter jugoslawischer Ägide oder als Teil einer Balkanunion, vorgebracht. Erfolgreich waren diese PlĂ€ne nicht; zum einen entstand zwischen Bulgarien und Jugoslawien trotz kommunistischer FĂŒhrung in beiden Staaten ein unverĂ€nderter Gegensatz hinsichtlich der Anschauung einer Nation Mazedonien bzw. Slawomazedonien. Die bulgarischen Kommunisten negierten die Existenz einer solchen, Tito erkannte sie ausdrĂŒcklich an. Trotz des bis 1948 noch vorhandenen Einflusses der Komintern-Zentrale in Moskau war eine VerstĂ€ndigung nicht möglich. Der Gegensatz zwischen Bulgarien und Jugoslawien wurde durch den Austritt Jugoslawiens aus der Komintern 1948 (Titos Bruch mit Stalin) verschĂ€rft. Zwar gewann Tito hierdurch politischen Handlungsspielraum, als dass er das Stalin-Churchill-Übereinkommen bezĂŒglich der sowjetisch-britischen InteressenssphĂ€ren auf dem Balkan von 1944 ignorieren konnte. Allerdings fehlte ihm die UnterstĂŒtzung einer Siegermacht und spĂ€teren Supermacht. Die nach dem Bruch erfolgte AnnĂ€herung Jugoslawiens an die USA brachte Tito in Konflikt mit dem seit 1946 tobenden griechischen BĂŒrgerkrieg, wo die USA sich ab 1947 auf seiten der rechtsgerichteten griechischen Regierung massiv engagierten.

Der griechische BĂŒrgerkrieg hatte Ende MĂ€rz 1946 begonnen. Die kommunistisch kontrollierten Rebellen der DSE kĂ€mpften gegen die rechtsgerichtete Zentralregierung in Athen, welche 1946 und 1947 von Großbritannien, ab MĂ€rz 1947 im Rahmen der Truman-Doktrin von den USA unterstĂŒtzt wurde. Die Kommunistische Partei Griechenlands hatte nicht ohne innere Auseinandersetzungen eine Autonomie oder auch eine UnabhĂ€ngigkeit der geographischen Region Mazedonien als politischen Programmpunkt vertreten (zugleich auch Komintern-Standpunkt), was ihr in einem substantiellen Teil der griechischen Bevölkerung viele Sympathien kostete. Im Sinne dieser Programmatik fochten auf Seiten der DSE auch (slawo-)mazedonische Rebellen in einer separaten Organisation, der NOF gegen die griechische Zentralregierung. Die DSE-Rebellen hatten sowohl in Jugoslawien als auch in Albanien operative StĂŒtzpunkte und RĂŒckzugsgebiete, welche nicht in unmittelbarer Reichweite der griechischen StreitkrĂ€fte lagen. Selbst Hinweise von Untersuchungskommissionen der UNO auf die UnterstĂŒtzung der DSE von Albanien und Jugoslawien aus wurden durch den immer schĂ€rfer werdenden Ost-West-Gegensatz im UN-Sicherheitsrat und in der UN-Vollversammlung quasi neutralisiert oder selbst zum Streitpunkt. Der Bruch Titos mit Stalin 1948 leitete als einer der Faktoren die Niederlage der DSE - und damit auch die Niederlage der NOF - ein. Albanien gewĂ€hrte 1949 den DSE-Rebellen zwar Zuflucht, aber keine aktive UnterstĂŒtzung, so dass die DSE Ende September 1949 den griechischen Regierungstruppen endgĂŒltig unterlag. Damit waren die Chancen der NOF eine (slawo-)mazedonische Autonomie oder gar UnabhĂ€ngigkeit auf griechischem Territorium zu bewirken vergangen. Als Folge des griechischen BĂŒrgerkrieges flĂŒchteten sowohl ethnisch griechische DSE-Rebellen als auch ethnische (Slawo-)Mazedonier nach Jugoslawien, Albanien und weiter in die Ostblockstaaten. Auch wurden - teils mit, teils auch ohne Zustimmung der Eltern - Kinder in die Ostblockstaaten gefĂŒhrt (deca begalci). Insbesondere in Bitola, Gevgelija und Titov Veles entstanden so beachtliche Gemeinden teils geflohener, teils vertriebener Griechen und slawischer Mazedonier.

Innerhalb der SFR Jugoslawien gehörte Mazedonien zu den wirtschaftlich rĂŒckstĂ€ndigsten Gebieten, mit einer Wirtschaftskraft von weniger als 75 % des gesamtjugoslawischen Durchschnitts. Eine große Rolle spielte die Landwirtschaft, insbesondere der großflĂ€chige Tabak- und Baumwollanbau. Die Industrie der rohstoffarmen Republik war nur gering entwickelt und war in erster Linie auf Stahl und Textilerzeugnisse konzentriert.

In Griechenland waren die Folgen von Zweitem Weltkrieg und anschließenden BĂŒrgerkrieg auf die Situation in den Verwaltungsregionen des griechischen Makedoniens erheblich. Eine deutliche Abwanderungswelle setzte in den 1950er und 1960er Jahren der Bevölkerungsdichte vor allem in Westmakedonien zu. Nicht nur (Slawo-)Mazedonier flohen infolge der Verneinung kultureller Rechte, sondern auch viele ethnische Griechen und (Slawo-)Mazedonier verließen Westmakedonien infolge der prekĂ€ren wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse.[14][15] Die griechischen Nachkriegsregierungen ab 1950 akzeptierten die Existenz einer (slawo-)makedonischen Minderheit nicht; die AusĂŒbung entsprechender Rechte bezĂŒglich Sprache, Bekleidung öffentlicher Ämter und ggf. Schulbildung wurden verneint, auch mit strafrechtlichen Sanktionen.[14] Einen Höhepunkt fand diese Politik in den Jahren der griechischen MilitĂ€rdiktatur von 1967 bis 1974.[14] Zwischenzeitlich gab es allerdings auch erhebliche EntspannungsbemĂŒhungen wie einen Vertrag zum unbĂŒrokratischen kleinen Grenzverkehr zwischen Nordgriechenland und der jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien.[14] Seit 1974 hat sich die Situation der (slawo-)mazedonischen Minderheit verbessert, bietet Menschenrechtsorganisationen aber noch genug Kritikpunkte.[16][17][18][19] Eine Anerkennung seitens des griechischen Staates hat weiterhin nicht stattgefunden; vielmehr wird von slawophonen Griechen gesprochen.[20]

Der Kalte Krieg und der hierdurch mitten durch die geographische Region Mazedonien verlaufende eiserne Vorhang hatten auf das Konfliktpotential in der geographischen Region eine unbestreitbar stabilisierende Wirkung. WĂ€hrend bis 1950 wiederholt Kriege und AufstĂ€nde die geographische Region betrafen, herrschte seit 1950 zumindest dahingehend Frieden, dass die Konflikte nicht mit Waffengewalt ausgefochten werden. Die Konflikte bestanden aber unvermindert weiter. Bulgarien weigerte sich eine (slawo-)mazedonische Nation anzuerkennen, was zwischen 1952 und 1967 zu einer scharfen diplomatischen Auseinandersetzung mit Jugoslawien fĂŒhrte, welche genau diese (slawo-)mazedonische Nation ausdrĂŒcklich anerkannt hatte. Jugoslawien wiederum bemĂŒhte sich um die (slawo-)mazedonische Minderheit in Nordwestgriechenland, was seitens Griechenlands nicht als kulturelle FĂŒrsorge sondern als Vorbereitung zu einem hegemonialen Anspruch auf Bestandteile des griechischen Staates mit verschwindend kleiner oder gar keiner (slawo-)mazedonischen Minderheit angesehen wurde - vor allem den territorialen Anspruch auf die Stadt Thessaloniki und ihre Umgebung.[21] Griechenland reagierte auf solche möglicherweise expansiven Ambitionen, in dem es versuchte der möglichen jugoslawischen Argumentation den Boden zu entziehen: es gĂ€be keine (slawo-)mazedonische Minderheit in Nordwestgriechenland. Der Gegensatz zwischen Bulgarien und Griechenland, was die (slawo-)mazedonische Minderheit in Nordwestgriechenland als bulgarisch betrachtete, war mit dieser Argumentationslinie ebenfalls antagonisiert.[20]

Anerkennung der mazedonischen Nation in Jugoslawien

In wie weit diese Anerkennung als Nation oder Ethnie eine kontinuierliche Entwicklung seit dem 19. Jahrhundert oder ein durch den jugoslawischen Staatschef forciertes „Nation-Building“ war, ist Gegenstand sowohl historischer als auch politischer Auseinandersetzungen. Eine Sichtweise betont eine kontinuierliche Entwicklung eines mazedonischen (oder slawo-mazedonischen) Nationalbewusstseins seit dem 19. Jahrhundert. Hinweisgebend auf eine kontinuierliche Entwicklung ist beispielsweise die 1893 gegrĂŒndete Organisation Bulgarische Makedonien-Adrianopeler RevolutionĂ€re Komitees (kurz BMARK), 1919 umbenannt im VMRO (innere makedonische revolutionĂ€re Organisation)[14]. Sie kĂ€mpfte mit Waffengewalt gegen die osmanische Besatzungsmacht und strebte ein von den Osmanen befreites Mazedonien an. Ein zwischenzeitlicher Höhepunkt dieser Entwicklung fand 1903 im Ilinden-Aufstand (oder Ilinden-Probaschenie-Aufstand) seinen Ausdruck: eine kurzzeitig existierende Republik von KruĆĄevo im Gebiet der heutigen Republik Mazedonien wird als historischer VorlĂ€uferstaat der Republik Mazedonien angesehen. Der im gleichen Zeitraum stattfindende Aufstand fĂŒhrte jedoch auch zu der ebenfalls kurzlebige Strandscha-Republik im Vilayet Adrianopel in Thrakien (heute SĂŒdbulgarien bzw. europĂ€ische TĂŒrkei), die jedoch beim mazedonischen Nationwerdens nicht berĂŒcksichtigt wird. Der Aufstand wurde von den osmanischen Truppen sowohl im Westen (Krusevo) als auch im Osten (Adrianopel) niedergeschlagen.

Die Identifikation von (Slawo-)Mazedoniern vor 1900 wird auch dadurch erschwert, dass vermeintlich neutrale Quellen wie Reiseberichte die slawische Bevölkerung als eine Gruppe zusammenfasste (siehe Ami BouĂ© in seinem Reisebericht aus den 1830er Jahren: alle Slawen waren Bulgaren).[22] Alternativ kam die osmanische Sichtweise zur Geltung, die bis 1876 nach Religionen unterschied (und damit slawische und griechische Orthodoxe summierte) und nach 1876 zwischen bulgarisch-orthodoxen und griechisch-orthodoxen Christen unterschied. Eine (slawo-)mazedonische orthodoxe Kirche (GrĂŒndung 1967) war zum damaligen Zeitpunkt nicht existent und somit auch als Unterscheidungsmerkmal nicht verfĂŒgbar.

Im Verlauf der Balkankriege 1912 und 1913 fand das mazedonische (slawo-mazedonische) Nationalbewusstsein mitsamt der Forderung nach einem unabhĂ€ngigen Staat oder weitgehender Autonomie keine BerĂŒcksichtigung. Jedoch nahm ein Teil der Bevölkerung durch den Makedonien-Adrianopel-Freiwilligen-Korps der bulgarischen Armee an den Kriegen teil, und kĂ€mpfte somit stellvertretend fĂŒr die bulgarischen Interessen gegen diejenigen der anderen Balkanstaaten. Im Ersten Weltkrieg besetzten bulgarische Truppen nach der Niederlage Serbiens 1915 das Gebiet der heutigen Republik Mazedonien und griffen 1916 die heutige griechische Verwaltungsregion Westmakedonien an und besetzten das Gebiet der heutigen PrĂ€fektur Florina kurzfristig. In den FriedensvertrĂ€gen nach dem ersten Weltkrieg wurde die Aufteilung der geographischen Region Mazedonien aus den Balkankriegen, trotz weitergehender AnsprĂŒche aller Beteiligten, als Status quo bestĂ€tigt. Erneut fand ein mazedonisches (slawo-mazedonisches) Nationalbewusstsein keine BerĂŒcksichtigung.

In der Zwischenkriegszeit bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges auf dem Balkan im April 1941 betrieben die Staaten, welche die geographische Region Mazedonien unter sich aufgeteilt hatten, eine Assimilierungspolitik. In Vardar-Mazedonien - oder zum damaligen Zeitpunkt als Vardarska Banovina tituliert, wurde eine etwaige Existenz einer mazedonischen (slawo-mazedonischen) Ethnie durch den Begriff SĂŒd-Serben verneint und zugleich die Assimilation voran getrieben. In ÄgĂ€is-Mazedonien unter griechischer Kontrolle wurde keine minder assimilierende Politik verfolgt. Umbenennungen von Ortschaften zu teils zuvor gebrĂ€uchlichen griechischen Namen (Edessa) oder zu teils vorher nicht existenten griechischen Namen (Ptolemaida) wurden nebst der Bezeichnung als slawophone Griechen zur Verneinung einer Minderheiten- oder ethnischen Problematik verwendet. Der kleine bulgarische Teil der geographischen Region Makedonien, Pirin-Mazedonien, wurde als bulgarisch bezeichnet. Verweise auf eine mazedonische (slawo-mazedonische) Nation fanden sich von offizieller Seite nirgends. Vielmehr kursierten politische (Gebiets-)AnsprĂŒche der Staaten aus teils wirtschaftlicher, teils fraglich ethnischer Motivation heraus: Serbien benötigte einen Zugang zur ÄgĂ€is (Thessaloniki), Bulgarien auch, Griechenland wollte diesen Zugang nicht abgeben. Eine Auseinandersetzung mit den eigenen (bezogen auf die Staaten Serbien, Bulgarien und Griechenland) Minderheiten oder ethnischen Probleme fand nicht statt. Eine Absage an nationalistische oder bisweilen imperialistische Forderung ebenfalls nicht. Bezogen auf die politische Situation zeigte sich keine politische Vertretung einer mazedonischen (oder slawo-mazedonischen) Nation bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit entsprechender Macht und Einfluss zur Beförderung einer weitgehenden Autonomie oder eines unabhĂ€ngigen Staates Mazedonien.

Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges am 6. April 1941 auf dem Balkan mit dem deutschen Angriff von Bulgarien aus auf Griechenland und Jugoslawien Ă€nderte die Situation. Bulgarien besetzte nach deutscher Erlaubnis Vardar-Mazedonien. Einen Zugriff auf ÄgĂ€is-Mazedonien bekam es nur in sehr geringem Umfange: die Deutschen behielten sich die Besatzung der heutigen griechischen Verwaltungsregionen West- und Zentralmakedonien vor, einschließlich der Stadt Thessaloniki sowie einem Grenzstreifen zur TĂŒrkei einschließlich des Hafens Alexandroupolis. Die bulgarische Besatzungsmacht verfolgte eine Assimilierungspolitik im Sinne der Bulgarisierung;[23].

Der mazedonische Nation-Building-Prozess ist eng verbunden mit der Etablierung des zweiten sozialistischen und föderativen Jugoslawien nach dem Zweiten Weltkrieg[24]. Der jugoslawische KommunistensfĂŒhrer Tito förderte ab 1943 den aktiven Widerstand gegen das bulgarische Besatzungsregime unter dem Begriff eines slawo-mazedonischen oder mazedonischen Widerstands gegen die bulgarische Besatzung - die Bevölkerung Auf heutigem griechischen Territorium verhielten sich die zur slawo-mazedonischen Minderheit zugehörigen Bewohner teils passiv, teils schlossen sie sich dem griechischen Widerstand an, teils (Minderzahl) kollaborierten sie mit den Besatzungstruppen der AchsenmĂ€chte. Mit dem deutschen RĂŒckzug aus Griechenland und Jugoslawien im Oktober/November 1944 und dem gleichzeitigen Zusammenbruch der bulgarischen Besatzung in Vardar-Makedonien gewannen die Vertreter des slawo-mazedonischen oder mazedonischen Widerstands die Oberhand. Ein britischer Verbindungsoffizier beschrieb den (slawo-)mazedonischen Widerstand wie folgt:[25]

„Die makedonische Partisanen-Bewegung ist primĂ€r nationalistisch und sekundĂ€r kommunistisch. In ihrer Propaganda legen sie die Betonung die ganze Zeit auf eine mazedonische nationale UnabhĂ€ngigkeit.“

Konsequenterweise wurde 1946 die Region Vardar-Mazedonien, entsprechend der bereits 1943 in Jajce geschlossenen PlÀnen der 2. AVNOJ-Konferenz Teilrepublik des jugoslawischen Bundesstaates (SR Makedonija). Vertreter der makedonischen Kommunisten fehlten jedoch bei diesem Beschluss. Die slawischen Mazedonier wurden gleichzeitig als eigenstÀndige Nation anerkannt. Im Rahmen dieser Anerkennung als Nation wurde eine Reform der (slawo-)mazedonischen Sprache in Auftrag gegeben. In dieser Zeit wurde die mazedonische Sprache, auf der Grundlage der westmazedonischen Dialekte standardisiert[26], durch einen Beschluss des AVNOJ zur Amtssprache Mazedoniens proklamiert[27][28] und in der Folge zu einer voll funktionierenden, serbisch geprÀgten[29] Standardsprache ausgebaut. Es folgte die erste standardisierte Grammatik der mazedonischen Literatursprache von Blaze Koneski.[26].

Die GrĂŒndung einer autokephalen mazedonisch-orthodoxen Kirche erfolgte 1958, gegen den Widerstand der griechisch-orthodoxen und serbisch-orthodoxen Kirche.[30] 1967 erkannte die russisch-orthodoxe Kirche die mazedonisch-orthodoxe Kirche als autokephal.[30]

Die Region Mazedonien in der jĂŒngsten Vergangenheit (1990 bis heute)

Mit dem Zerfall Jugoslawiens proklamierte die vormalige Teilrepublik Mazedonien am 19. November 1991 die UnabhÀngigkeit als Republik Mazedonien, 1993 erfolgte die Aufnahme in die Vereinten Nationen, auf DrÀngen Griechenlands als Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien (engl. Former Yugoslav Republic of Macedonia).

Obwohl die Beziehungen zwischen Griechenland und der SFR Jugoslawien nicht die schlechtesten waren, herrschte in Griechenland mehrheitlich GleichgĂŒltigkeit gegenĂŒber dem nördlichen Nachbarn. Dies Ă€nderte sich, als bereits wĂ€hrend des Zerfallsprozesses Jugoslawiens von slawisch-makedonischen Nationalisten verstĂ€rkt Landkarten in Umlauf gebracht wurden, auf denen das zum griechischen Staatsgebiet gehörende Griechisch- oder ÄgĂ€is-Makedonien (Makedonia) und das bulgarische Pirin-Makedonien (Blagoewgrad), dem jugoslawischen oder Vardar-Makedonien (SĂŒd-Serbien) zugeschlagen waren.

Die Namensfrage

Insofern musste es Griechenland zwangslĂ€ufig als Provokation verstehen, dass Mazedonien bei seiner UnabhĂ€ngigkeitserklĂ€rung 1991 eine Nationalflagge prĂ€sentierte, auf der der 1978 im nordgriechischen Vergina bei Ausgrabungen entdeckte Stern von Vergina zu sehen war. Griechenland fĂŒrchtete Bedrohungen der IntegritĂ€t seines Territoriums, insbesondere, nachdem Mazedonien sich in der PrĂ€ambel seiner neuen Verfassung auf die Tradition der Republik von Krushevo beruft, die ja die Schaffung eines einheitlichen Staates in den Grenzen des geographischen Makedonien vorsah. So verweigert Griechenland dem nördlichen Nachbarn auch die bloße Verwendung des Namens Makedoniens, da es die Vereinnahmung und slawische Monopolisierung der makedonischen Geschichte befĂŒrchtet.

Athen antwortete auf diese Provokation stante pede mit der Schließung der GrenzĂŒbergĂ€nge und einem Boykott sowie der Schließung des Hafens von Thessaloniki, ĂŒber den die Republik Mazedonien 1991 80 % ihrer Importe abwickelte. Der Boykott, der Mazedonien in eine dramatische Wirtschaftskrise stĂŒrzte, wurde 1994 aufgehoben, nachdem dieses sich bereit erklĂ€rte, die Flagge zu Ă€ndern. Anschließend entwickelte sich die wirtschaftliche als auch die politische Zusammenarbeit zwischen der Republik Mazedonien und Griechenland sehr gut [31]. Die Namensfrage blieb und bleibt bei politischen Diskussionen zumeist ausgeklammert.

Ethnische Konflikte in der Republik Mazedonien (2000)

Ab 2000 wurde die Republik Mazedonien von heftigen Unruhen erschĂŒttert. Vergleichbar dem regelrechten „Patchwork“ in ethnischer Hinsicht in anderen Teilen Mazedoniens und dem Balkan brachen in der Republik Mazedonien Konflikte, begrenzt auch mit Waffengewalt, zwischen der albanischen Minderheit und der (slawo-)mazedonischen Mehrheit auf. Auf (slawo-)mazedonischer Seite wurden auch unter dem Eindruck des unmmittelbar in der Nachbarschaft aufgetretenen Kosovo-Konflikts von 1999 BefĂŒrchtungen vor einem Großalbanien unter Einschluss des Kosovo und nordwestlichen Teilen der Republik Mazedonien laut. Neben der numerisch recht starken albanischen Minderheit machte sich auch eine kleine serbische Minderheit bemerkbar. Die NationalitĂ€tenkonflikte der historischen Region Mazedonien hatten 2000 auch den (slawo-)mazedonischen Staat Republik Makedonien quasi „eingeholt.“ Durch Vermittlung der EU konnte das Rahmenabkommen von Ohrid am 13. August 2001 unterzeichnet werden. Durch dieses Abkommen und seine Umsetzung entschĂ€rften sich die ethnischen GegensĂ€tze zwischen Albanern und Mazedoniern in der Republik Mazedonien merklich.

Bevölkerung

In der Republik Mazedonien stellen die Slawischen Mazedonier die Mehrheit der Bevölkerung. Daneben gibt es Minderheiten, Albaner, Serben und TĂŒrken.

Die griechische „geografische Region“ (geografikĂł diamĂ©risma/ÎłÎ”Ï‰ÎłÏÎ±Ï†ÎčÎșό ÎŽÎčαΌέρÎčσΌα) Makedonien ist administrativ in drei Verwaltungsregionen unterteilt, wobei die östliche auch Westthrakien umfasst. Im Gegensatz zu anderen Regionen hat diese eine starke IdentititĂ€t, die zum einen auf historischen Unterschieden beruht, zum anderen auch auf die Konkurrenz Thessaloniki-Athen zurĂŒckgeht. So werden Politikern aus dieser Region typisch „makedonische“ Eigenschaften zugesprochen.

Die Region ist in ĂŒberwiegender Mehrheit griechisch-makedonisch bevölkert, wobei in den Zwanziger Jahren ein großer Teil der Pontos-Griechen die Stelle der ehemals nicht-griechischen Bevölkerung einnahm [32]. Es existiert dort jedoch eine kleine slawomazedonische (oder auch slawophone) Minderheit[33][34], vor allem in den PrĂ€fekturen Kilkis und Florina. Deren Anteil an der Gesamtbevölkerung ist nicht gesichert, da der griechische Staat bei VolkszĂ€hlungen keine Zahlen zur sprachlichen oder ethnischen Herkunft der Einwohner erhebt. Weiterhin existieren aromunische[35] meglenorumĂ€nische[36] und armenische[37] Bevölkerungsanteile, die jedoch weitgehend assimiliert sind und deren Sprachen heute als bedroht gelten. [38]

Bulgarien hat zwar die Republik Mazedonien als Staat sofort anerkannt, weigerte sich jedoch, die slawischen Mazedonier als ein eigenstÀndiges Volk und Mazedonisch als eigene Sprache anzuerkennen.

Im Jahr 1999 legten die bulgarische und die mazedonische Regierung ihren jahrelangen linguistischen Streit bei, der die bilateralen Beziehungen schwer belastete. Bulgarien erkannte die EigenstÀndigkeit der mazedonischen Sprache und Nation erstmals offiziell an, Mazedonien entsagte im Gegenzug jeglicher Einflussnahme auf die slawisch-mazedonische Minderheit in dem bulgarischen Teil Makedoniens.[39]

Siehe auch

Literatur

  • Hoffmann, Otto: Die Makedonen, ihre Sprache und ihr Volkstum. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1906. (Lesenswert, aber völlig veraltet.)
  • Errington, Malcolm: Geschichte Makedoniens. C.H. Beck, MĂŒnchen 1986. (Standardwerk zum antiken Makedonien.)
  • Turatsoglu, Giannēs: Makedonien – Geschichte, Monumente und Museen. Ekdotike Athenon, Athen 1995, 1997. ISBN 960-213-329-5

Weblinks

Einzelnachweise und Bemerkungen

  1. ↑ Nicholas G.L. Hammond, Guy T. Griffith: A History of Macedonia, Band 2, Oxford 1979, S. 3, 11, 60.
  2. ↑ Isokrates, Rede an Philipp 105–108; siehe dazu Hilmar Kehl: Die Monarchie im politischen Denken des Isokrates, Bonn 1962, S. 97–104; Klaus Bringmann: Studien zu den politischen Ideen des Isokrates, Göttingen 1965, S. 96–102.
  3. ↑ Kehl (1962) S. 97f.
  4. ↑ Vgl. Max Vasmer: Die Slaven in Griechenland. Berlin 1941 (= Abhandlungen der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Jg. 1941, Philosophisch-historische Klasse, Nr. 12).
  5. ↑ Fine J., The Early Mediaval Balkans, The University of Michigan Press, 1983, ISBN 0-472-10025-4
  6. ↑ Max Vasmer, Die Slaven in Griechenland, S. 176.
  7. ↑ Das war das Werk der aus Thessaloniki (slawisch Solun) stammenden Slawenapostel Kyrillos und Methodios und deren SchĂŒller. Kyrill schuf das Glagolitische Alphabet und nicht wie oft behauptet das kyrillische. Die „Glagoliza“ wurde bis ins 13. Jahrhundert parallel zur „Kyrillica“ verwendet. Die Herkunft der „Kyrillica“ ist umstritten. Einige Forscher sehen ihre Entstehung durch Clemens (Kliment) von Ohrid andere in der Schule von Preslaw in Nordostbulgarien. Es steht aber fest, dass das kyrillische Alphabet im 9. oder 10. Jahrhundert in Bulgarien entstand. Die meisten Buchstaben wurden aus dem griechischen Alphabet (in seiner byzantinischen Schriftform) ĂŒbernommen oder abgeleitet. FĂŒr Laute, die im Griechischen nicht vorkamen, wurden Zeichen aus der glagolitischen Schrift (Glagoliza) ĂŒbernommen oder reformiert.
  8. ↑ a b c Fikret Adanir. Die Makedonische Frage. Ihre Entstehung und Entwicklung bis 1908. Frankfurter Historische Abhandlungen, Band 20. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden, 1979. S. 16. ISBN 3-515-02914-1
  9. ↑ Nina Janich, Albrecht Greule: Sprachkulturen in Europa: ein internationales Handbuch, Gunter Narr Verlag, 2002, S. 29
  10. ↑ a b Fikret Adanir. Die Makedonische Frage. Ihre Entstehung und Entwicklung bis 1908. Frankfurter Historische Abhandlungen, Band 20. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden, 1979. S. 2. ISBN 3-515-02914-1
  11. ↑ Fikret Adanir. Die Makedonische Frage. Ihre Entstehung und Entwicklung bis 1908. Frankfurter Historische Abhandlungen, Band 20. Franz Steiner Verlag, Wiesbaden, 1979. S. 3. ISBN 3-515-02914-1
  12. ↑ Zitiert nach: Stefan Troebst. Makedonische Antworten auf die „Makedonische Frage“: Nationalismus, RepubliksgrĂŒndung und nation-building in Vardar-Makedonien. 1944-1992. In: Georg Brunner, Hans Lemberg. Volksgruppen in Ostmittel- und SĂŒdeuropa. SĂŒdosteuropa-Studien. Band 52. Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden, 1994. S. 213. ISBN 3-7890-3095-3
  13. ↑ Boeckh K., Von Den Balkankriegen Zum Ersten Weltkrieg, Dissertation accepted, Ludwig-Maximilians University, 1994/95, S.227. ISBN 3-486-56173-1
  14. ↑ a b c d e Hugh Poulton. Who are the Macedonians? C. Hurst & Co. Publishers. S. 53 u. 163. ISBN 1-85065-534-0
  15. ↑ Hinrich-Matthias Geck. Die griechische Arbeitsmigration: Eine Analyse ihrer Ursachen und Wirkungen. Hanstein, 1979. S. 101. ISBN 3-7756-6932-9
  16. ↑ Iakovos D. Michailidis. On the other side of the river: the defeated Slavophones and Greek History. In: Jane K. Cowan (Hrsg.). Macedonia. The Politics of Identity and Difference. Pluto Press, 2000. S. 68 ff. ISBN 0-7453-1589-5
  17. ↑ Riki van Boeschoten. When difference matters: Sociopolitical dimensions of ethnicity in the district of Florina. In: Jane K. Cowan (Hrsg.). Macedonia. The Politics of Identity and Difference. Pluto Press, 2000. S. 1 ff. ISBN 0-7453-1589-5
  18. ↑ Richard Clogg (Hrsg.). Minorities in Greece: Aspects of a Plural Society. C. Hurst & Co. Publishers, 2002. ISBN 1-85065-706-8
  19. ↑ Loring M. Danforth. The Macedonian Conflict: Ethnic Nationalism in a Transnational World. Princeton University Press, Princeton, 1995. ISBN 0-691-04357-4
  20. ↑ a b Stefan Troebst. Makedonische Antworten auf die „Makedonische Frage“: Nationalismus, RepubliksgrĂŒndung und nation-building in Vardar-Makedonien. 1944-1992. In: Georg Brunner, Hans Lemberg. Volksgruppen in Ostmittel- und SĂŒdeuropa. SĂŒdosteuropa-Studien. Band 52. Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden, 1994. S. 203. ISBN 3-7890-3095-3
  21. ↑ Stefan Troebst. Makedonische Antworten auf die „Makedonische Frage“: Nationalismus, RepubliksgrĂŒndung und nation-building in Vardar-Makedonien. 1944-1992. In: Georg Brunner, Hans Lemberg. Volksgruppen in Ostmittel- und SĂŒdeuropa. SĂŒdosteuropa-Studien. Band 52. Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden, 1994. S. 204. ISBN 3-7890-3095-3
  22. ↑ Ami BouĂ©. La Turquie d'Europe. Tome DeuziĂ©me (Band 2). S. 5. A. Bertrand, 1840.
  23. ↑ AuswĂ€rtiges Amt. Akten zur deutschen AuswĂ€rtigen Politik, 1918-1945. Eigenverlag, 1995. S. 585.
  24. ↑ Heinz Willemsen/Stefan Troebst: SchĂŒttere KontinuitĂ€ten, multiple BrĂŒche; Die Republik Makedonien 1987-1995 in Egbert Jahn (Hrsg.): Nationalismus im spĂ€t- und postkommunistischen Europa. Band 2: Nationalismus in den Nationalstaaten, Verlag Nomos, 2009, ISBN 978-3-8329-3921-2, S. 517
  25. ↑ Zitiert nach: Stefan Troebst. Makedonische Antworten auf die „Makedonische Frage“: Nationalismus, RepubliksgrĂŒndung und nation-building in Vardar-Makedonien. 1944-1992. In: Georg Brunner, Hans Lemberg. Volksgruppen in Ostmittel- und SĂŒdeuropa. SĂŒdosteuropa-Studien. Band 52. Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden, 1994. S. 207. ISBN 3-7890-3095-3
  26. ↑ a b Stefan Troebst. Makedonische Antworten auf die „Makedonische Frage“: Nationalismus, RepubliksgrĂŒndung und nation-building in Vardar-Makedonien. 1944-1992. In: Georg Brunner, Hans Lemberg. Volksgruppen in Ostmittel- und SĂŒdeuropa. SĂŒdosteuropa-Studien. Band 52. Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden, 1994. S. 210. ISBN 3-7890-3095-3
  27. ↑ Wolf Oschlies:Lehrbuch der makedonischen Sprache : in 50 Lektionen, Verlag Sagner, MĂŒnchen, 2007, S. 9, ISBN 978-3-87690-983-7: [...]„den Beschluss des ASNOM (Antifaschistischer Rat der Volksbefreiung Mazedoniens), der am 2. August 1944 in dem sĂŒdserbischen (oder nordmakedonischen) Kloster Sv. Prohor Pćinjski die Republik Mekedonien (innerhalb der jugoslawische Föderation) und in dieser die „makedonische Volkssprache als Amtssprache“ proklamierte.“[...]
  28. ↑ The Making of the Macedonian Alphabet
  29. ↑ Ljubčo Georgievski: Mit dem Gesicht zur Wahrheit. AusgewĂ€hlte AufsĂ€tze, Essays und VortrĂ€ge (bulg. ĐĄ лОцД ĐșŃŠĐŒ ĐžŃŃ‚ĐžĐœĐ°Ń‚Đ°. Đ˜Đ·Đ±Ń€Đ°ĐœĐž статоо, ДсДта, рДчО), Sofia 2007, ISBN 978-954-9446-46-3 .
  30. ↑ a b Stefan Troebst. Makedonische Antworten auf die „Makedonische Frage“: Nationalismus, RepubliksgrĂŒndung und nation-building in Vardar-Makedonien. 1944-1992. In: Georg Brunner, Hans Lemberg. Volksgruppen in Ostmittel- und SĂŒdeuropa. SĂŒdosteuropa-Studien. Band 52. Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden, 1994. S. 211. ISBN 3-7890-3095-3
  31. ↑ Auswaertiges Amt: Griechenland - Außen- und Sicherheitspolitik
  32. ↑ Eintrag ĂŒber die Pontos-Griechen in der EnzyklopĂ€die des europĂ€ischen Ostens
  33. ↑ Aleksandr D. Dulienko: ÄgĂ€is-Makedonisch, in: MiloĆĄ Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europĂ€ischen Ostens. Klagenfurt 2002 (PDF; 174 KB)
  34. ↑ Peter M. Hill: Makedonisch, in: MiloĆĄ Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europĂ€ischen Ostens. Klagenfurt 2002 (PDF; 462 KB)
  35. ↑ Petar Atanasov: Aromunisch, in: MiloĆĄ Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europĂ€ischen Ostens. Klagenfurt 2002 (PDF, 197 kB)
  36. ↑ Petar Atanasov: MeglenorumĂ€nisch, in: MiloĆĄ Okuka (Hrsg.): Lexikon der Sprachen des europĂ€ischen Ostens. Klagenfurt 2002 (http://www.uni-klu.ac.at/eeo/Meglenorumaenisch.pdf PDF], 190 kB)
  37. ↑ Susanne Schwalgin: „Wir werden niemals vergessen!“ Trauma, Erinnerung und IdentitĂ€t in der armenischen Diaspora Griechenlands, Bielefeld 2004, ISBN 978-3-89942-228-3
  38. ↑ Christoph Pan: Die Minderheitenrechte in Griechenland, in: Christoph Pan und Beate Sibylle Pfeil: Minderheitenrechte in Europa, Zweite ĂŒberarbeitete und aktualisierte Auflage (Handbuch der europĂ€ischen Volksgruppen, Band 2), Wien 2006, ISBN 978-3-211-35307-3
  39. ↑ Herbert KĂŒpper: Minderheitenschutz im östlichen Europa - Bulgarien (pdf)

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • MakedonÄ­en — MakedonÄ­en, s. Mazedonien 
   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Makedonien — Makedonien, s. Mazedonien 
   Kleines Konversations-Lexikon

  • Makedonien — Ma|ke|do|ni|en; s: Region im nördlichen Griechenland. * * * I Makedoni|en,   Mazedoni|en,    1) neugriechisch MakedoÌŁnia, der griechische Teil der historischen Landschaft Makedonien, geographische Region in Nordgriechenland, grenzt im Norden an 
   Universal-Lexikon

  • Makedonien — Ma|ke|do|nien Ma|ke|do|nien 
   Dansk ordbog

  • Makedonien — Ma|ke|do|ni|en (Balkanlandschaft); vgl. 1Mazedonien 
   Die deutsche Rechtschreibung

  • Makedonien unter der Regierung Philipps II. — Makedonien unter der Regierung Philipps II.   Die Makedonen gehörten zu den nordwestgriechischen StĂ€mmen, die im Zuge der dorischen Wanderung um 1200 v. Chr. in Griechenland eingedrungen waren. Im makedonischen Staat des 4. Jahrhunderts fanden… 
   Universal-Lexikon

  • Makedonien (antikes Königreich) — Der Stern von Vergina gilt als Emblemen der makedonischen Königsdynastie. Das Königreich Makedonien (griechisch: ΜαÎșÎ”ÎŽÎżÎœÎŻÎ±) war ein antikes Königreich im Norden Griechenlands und wurde (wohl im 7. Jahrhundert v. Chr.) von der Dynastie der… 
   Deutsch Wikipedia

  • Makedonien (griechische Region) — Geografische Region Makedonien Î“Î”Ï‰ÎłÏÎ±Ï†ÎčÎșό ÎŽÎčαΌέρÎčσΌα ΜαÎșÎ”ÎŽÎżÎœÎŻÎ±Ï‚ Basisdaten 
   Deutsch Wikipedia

  • Makedonien (geographische Region Griechenlands) — Geographische Region Makedonien Î“Î”Ï‰ÎłÏÎ±Ï†ÎčÎșό ÎŽÎčαΌέρÎčσΌα ΜαÎșÎ”ÎŽÎżÎœÎŻÎ±Ï‚ Basisdaten 
   Deutsch Wikipedia

  • Makedonien (byzantinisches Thema) — Balkanhalbinsel und Makedonien im Jahre etwa 1000) 
   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.