Marburg

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Marburg
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Marburg
Marburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Marburg hervorgehoben
50.80758.7722222222222186
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Landkreis: Marburg-Biedenkopf
Höhe: 186 m ĂŒ. NN
FlĂ€che: 124,5 kmÂČ
Einwohner:

80.656 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 648 Einwohner je kmÂČ
Postleitzahlen: 35037–35043
Vorwahl: 06421
Kfz-Kennzeichen: MR
GemeindeschlĂŒssel: 06 5 34 014
Stadtgliederung: 19 Stadtteile inklusive der Kernstadt (wiederum in 15 Bezirke unterteilt)
Adresse der
Stadtverwaltung:
Markt 1
35037 Marburg
WebprÀsenz: www.marburg.de
OberbĂŒrgermeister: Egon Vaupel (SPD)
Lage der Stadt Marburg im Landkreis Marburg-Biedenkopf
MĂŒnchhausen (am Christenberg) Biedenkopf Breidenbach Steffenberg Angelburg Bad Endbach Dautphetal Gladenbach Lohra Fronhausen Wetter (Hessen) Lahntal Rauschenberg Wohratal Cölbe Weimar (Lahn) Marburg Ebsdorfergrund Neustadt (Hessen) Kirchhain Amöneburg Stadtallendorf Nordrhein-Westfalen Landkreis Waldeck-Frankenberg Schwalm-Eder-Kreis Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen VogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild

Die UniversitĂ€tsstadt Marburg (vor 1977 offiziell Marburg an der Lahn[2]) ist die Kreisstadt des Landkreises Marburg-Biedenkopf in Mittelhessen. Sie liegt am Ufer des Flusses Lahn und ist mit etwa 80.000 Einwohnern die siebtgrĂ¶ĂŸte Stadt Hessens. Das Stadtgebiet erstreckt sich beiderseits der Lahn westlich ins Gladenbacher Bergland hinein und östlich ĂŒber die Lahnberge hinweg bis an den Rand des Amöneburger Beckens.

Seit dem 13. Jahrhundert hat Marburg Stadtrechte. Heute erfĂŒllt es die Funktion eines Oberzentrums im Regierungsbezirk Gießen. Als grĂ¶ĂŸere Mittelstadt hat Marburg wie noch sechs andere MittelstĂ€dte in Hessen einen Sonderstatus im Vergleich zu den anderen kreisangehörigen Gemeinden. Die Stadt ĂŒbernimmt daher Aufgaben des Landkreises, so dass sie in vielen Dingen einer kreisfreien Stadt gleicht. Marburg besitzt mit der Philipps-UniversitĂ€t die Ă€lteste noch existierende protestantisch gegrĂŒndete UniversitĂ€t der Welt, die auch heute noch durch ihre Bauwerke und Studierenden das Stadtbild prĂ€gt.

Den Namen Marburg verdankt die Stadt dem Umstand, dass hier frĂŒher die Grenze („mar(c)“) zwischen den Territorien der Landgrafen von ThĂŒringen und der Erzbischöfe von Mainz verlief. Die herausragenden SehenswĂŒrdigkeiten in Marburg sind die Elisabethkirche, die Alte UniversitĂ€t, das Landgrafenschloss sowie die unterhalb von diesem gelegene Altstadt, die in Marburg „Oberstadt“ genannt wird.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geografische Lage

Marburg vom Kaiser-Wilhelm-Turm aus gesehen

Marburg liegt in Mittelhessen, etwa in der Mitte zwischen Frankfurt am Main und Kassel, von beiden StĂ€dten jeweils rund 77 Kilometer Luftlinie entfernt. Die benachbarte UniversitĂ€tsstadt Gießen liegt etwa 27 Kilometer sĂŒdlich.

Landschaftlich liegt Marburg im Marburger Bergland, einem SĂŒdwestauslĂ€ufer des Burgwaldes, der durch das Tal der Lahn in Nord-SĂŒd-Richtung durchbrochen wird. Nach Westen grenzt es mit der Elnhausen-Michelbacher Senke und den sich anschließenden DamshĂ€user Kuppen unmittelbar an Teile des Gladenbacher Berglandes und damit an das Rheinische Schiefergebirge, nach Osten schließt sich das Amöneburger Becken an, das ebenfalls Anteil an der Stadtgemarkung hat.[3]

Der höchste Berg innerhalb des zu Marburg gehörenden Stadtgebiets ist mit 412 m ĂŒ. NN der Störner westlich der eigentlichen Stadt, nordwestlich des kleinen Stadtteils Dilschhausen. Die niedrigste Stelle befindet sich im SĂŒden der Stadt an der Lahn (173 m ĂŒ. NN).

Die grĂ¶ĂŸte Ausdehnung des Hauptsiedlungsgebietes betrĂ€gt in Nord-SĂŒd-Richtung etwa neun Kilometer (Norden Wehrdas bis SĂŒden Cappels), in Ost-West-Richtung maximal 4 (Westen Marbachs bis östlicher Ortenberg) bis 4,5 Kilometer (westlicher Stadtwald bis östlicher Richtsberg), zumeist aber – an die Enge des Tals der Lahn angepasst – deutlich weniger. Westlich der Marburger Lahntalsenke ziehen sich Teile der Altstadt und anderer Ortsteile den Marburger RĂŒcken hoch, östlich schließen sich die Lahnberge an, in deren Gipfellagen sich das UniversitĂ€tsklinikum und diverse Institute befinden.

Der historische Altstadtkern liegt westlich vom heutigen Stadtzentrum, unterhalb des Landgrafenschlosses (Marburger Schloss); auch der BrĂŒckenvorort, das ehemalige Gerberdorf Weidenhausen auf der anderen Lahnseite, hat Altstadtcharakter. Marburg hat sich im Laufe der letzten zwei Jahrhunderte vom Altstadtkern abwĂ€rts in das Lahntal ausgedehnt. SĂŒdlich des Schlosses befindet sich das Jugendstilviertel SĂŒdviertel, westlich davon das 1931 eingemeindete Ockershausen. Im unmittelbaren Osten der Kernstadt liegt der durch die Bahnlinie von der Innenstadt getrennte Ortenberg, im Ă€ußersten SĂŒdosten der alten Stadtgemarkung liegt in höheren Lagen die erst in den 1960er-Jahren erschlossene Hochhaussiedlung Richtsberg.

WĂ€hrend der Gebietsreform 1974 sind die Großstadtteile Marbach (nördlicher Westen), Wehrda (Norden) und Cappel (SĂŒden) eingemeindet worden, in die das bebaute Stadtgebiet fließend ĂŒbergeht. Speziell Marbach kann heute, Ă€hnlich wie Ockershausen, als Teil der Kernstadt angesehen werden, wenngleich der Ortsteil aus historischen GrĂŒnden nicht als Innenstadtbezirk verwaltet wird. Nachbargemeinden Marburgs sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden, folgende StĂ€dte und Gemeinden: Lahntal, Cölbe, Kirchhain, Ebsdorfergrund, Weimar (Lahn), Gladenbach und Dautphetal.

Geologie

Geologische Karte

→ Hauptartikel: Geologie des Marburger Berglandes

Nachdem die Lahn sĂŒdlich der Frankenberger Bucht die FlĂŒsse Wetschaft und Ohm aufgenommen hat, wendet sie sich nach SĂŒden und durchschneidet bei Marburg ein mĂ€chtiges, in weiten Bereichen flach liegendes und ĂŒberwiegend bewaldetes Schichtpaket des Buntsandsteins, der in der Unteren Trias abgelagert wurde.[3] Das Stadtbild wird deshalb bestimmt durch die tief liegenden Ablagerungen der Lahn in der Marburger Lahntalsenke und die im Westen und Osten aufragenden Höhen des Buntsandsteins.

Hauptgestein des Buntsandsteins bei Marburg ist der etwa 250 Meter mĂ€chtige Mittlere Buntsandstein. Seine wechselnd feinen bis groben, rötlichen Quarzsande und Sandsteine unterlagern die bewaldeten Höhen der Lahnberge und des Marburger RĂŒckens. In der WesthĂ€lfte des Marburger RĂŒckens ĂŒberwiegt der Untere Buntsandstein.

Nicht an der OberflÀche aufgeschlossen sind im westlichen Stadtgebiet die etwa 60 Meter mÀchtigen Sedimentgesteine des Zechsteins, die den Buntsandstein am Ostrand des Rheinischen Schiefergebirges unterlagern.[4] Sie wurden am Ostrand des flachen Zechsteinmeers abgelagert und bestehen vor allem aus Kupferschiefer.[5]

Eine große Rolle in der geologischen Struktur der Marburger Umgebung spielen Störungen, die ab dem Oberen Jura und wĂ€hrend des TertiĂ€rs die Hessische Senke in ein Bruchschollenfeld zerlegten und verschieden alte Gesteine auf gleiches Niveau brachten. Die nur etwa fĂŒnf Kilometer westlich im Schiefergebirge bekannten Gesteine der Lahnmulde und ihrer benachbarten geologischen Strukturen wurden durch Bruchtektonik abgesenkt, und bilden in einigen hundert Metern unter der OberflĂ€che die Unterlage des Zechsteins und Buntsandsteins unterhalb Marburgs. Sie erscheinen im Nordosten im Kellerwald wieder an der ErdoberflĂ€che.

In Zusammenhang mit der Bruchschollenbildung steht der Vulkanismus des Vogelsbergs, der wenige Kilometer sĂŒdöstlich von Marburg den Buntsandstein und die ihn ĂŒberlagernden Schichten des MiozĂ€ns weitflĂ€chig mit basaltischen Gesteinen ĂŒberdeckt, die im MiozĂ€n vor 7 bis 20 Millionen Jahre vor heute gefördert wurden.[6]

Den zentralen Teil des Stadtgebietes unterlagern Schluffe, Sande und Kiese der Marburger Lahntalsenke, die nur wenig verfestigt sind. Sie wurden von der Lahn abgelagert, die ein Tal durch den Buntsandstein geschnitten hat und sich wenige Kilometer sĂŒdlich der Stadt in den wenig widerstĂ€ndigen Gesteinen des Zechsteins deutlich ausweitet.

Stadtgliederung

Ortsteile Marburgs

→ Hauptartikel: Stadtgliederung Marburgs

Die Stadt Marburg setzt sich aus der Kernstadt sowie 18 Stadtteilen mit eigenem Ortsbeirat zusammen, die bis zu ihrer Eingemeindung in den 1970er Jahre selbststĂ€ndig waren. Zu statistischen Zwecken wird Marburg außerdem in 33 Stadtbezirke unterteilt: die 18 Außenstadtteile sowie die Kernstadt, die in 15 Innenstadtbezirke unterteilt ist. Die nominelle Kernstadt hat 50.806 Einwohner, das um Cappel, Wehrda und Marbach ergĂ€nzte innere Stadtgebiet 67.848, wĂ€hrend auf die dörflichen Außenstadtteile 13.139 Einwohner entfallen.

Neben der offiziellen Gliederung hat die Stadt 17 sogenannte Stadtteilgemeinden, die als Heimatvereine ehrenamtlich auf die Entwicklung der Stadtteile einwirken. Außer der Organisation von Veranstaltungen in den verschiedensten Bereichen nehmen diese Vereine an Planungen teil oder beteiligen sich mit Eigenleistungen an der Stadtteilentwicklung wie dem Bau von KinderspielplĂ€tzen oder KleingĂ€rten. Die Stadtteilgemeinden heißen:

  • Afföller
  • Badestube
  • Bauerbach
  • Gisselberg
  • Glaskopf
  • Hansenhaus
  • Ketzerbach
  • Marbach
  • Oberstadt
  • Ockershausen
  • Ortenberg
  • Richtsberg
  • SĂŒdviertel
  • Stadtwald
  • Waldtal
  • Weidenhausen
  • Zahlbach

Klima

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Marburg
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 3 4 10 14 19 22 24 24 19 14 0 0 Ø 12,8
Min. Temperatur (°C) -1 -2 2 4 8 12 13 13 10 7 0 0 Ø 5,5
Temperatur (°C) 0,3 1,3 4,5 8,4 12,9 16,2 17,7 17,1 13,8 9,3 4,4 1,5 Ø 9
Niederschlag (mm) 60,9 50,0 60,4 54,7 69,1 70,2 70,6 64,4 54,1 58,3 68,5 74,7 ÎŁ 755,9
Sonnenstunden (h/d) 34,5 68,2 106,8 155,3 190,8 181,1 193,0 186,2 140,1 95,4 40,3 30,9 Ø 118,8
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Quelle: Min./Max. Temperatur – MSN Weather (Werte fĂŒr Nov und Dez nicht verfĂŒgbar),[7] Temperatur – DWD Marburg-Wehrda,[8] Normwerte Sonne – DWD Marburg-Wehrda,[9] Niederschlag – DWD Marburg-Wehrda[10]

Geschichte

Schloss, Elisabethkirche und Oberstadt
Blick auf das winterliche Marburg von SĂŒden
Hirschberg 13, erbaut 1321, das Àlteste FachwerkgebÀude der Stadt
St. Marien, innen, Blick zum Chor
UniversitÀtskirche, innen, das einzige noch bestehende GebÀude des ehemaligen Dominikanerklosters


„Die alte, von jeher durch den letzten Aufenthalt, Tod und BegrĂ€bnis der heiligen LandgrĂ€fin Elisabeth von Hessen berĂŒhmte Stadt, liegt krumm, schief und buckelig unter einer alten Burg, den Berg hinab“. So urteilte vor mehr als 200 Jahren der Marburger Professor Johann Heinrich Jung-Stilling ĂŒber die Stadt an der Lahn und rĂŒhmte gleichzeitig, dass die Umgebung der Stadt „schön und sehr angenehm“ sei.

Durch Jahrhunderte hindurch nahezu unverĂ€ndert in ihren wesentlichen Bestandteilen erhebt sich die HĂ€userkulisse der Altstadt mit dem Marburger Schloss als Stadtkrone und der Elisabethkirche ĂŒber dem Lahntal. Diese Altstadt gibt Marburg das charakteristische Aussehen und ist Marburgs Touristenattraktion.

Vor- und FrĂŒhgeschichte

Erste Besiedlungsspuren um Marburg sind fĂŒr die Mittlere Altsteinzeit vor ungefĂ€hr 50.000 Jahren belegt. Sowohl auf den Lahnbergen[11] als auch im Bereich zwischen den Neuhöfen und der DammĂŒhle[12] wurden Schaber und anderes Werkzeug gefunden, die auf eine Besiedlung in dieser Zeit schließen lassen. Auch fĂŒr die Jungsteinzeit gibt es zahlreiche Belege. In dieser Zeit des Übergangs der Bevölkerung von JĂ€gern und Sammlern zu sesshaften, den Boden bearbeitenden Menschen stellten die naturrĂ€umlichen Voraussetzungen des Amöneburger Beckens mit seinen fruchtbaren Böden eine attraktive Basis hierfĂŒr dar. Bandkeramische Funde deuten auf eine Besiedlung in dieser Zeit hin. Nach Demandt[13] sollen hier oft mehrere Kulturen, wie die Rössener Kultur oder die Michelsberger Kultur aufeinandergestoßen sein. In der Bronzezeit gab es ebenfalls kulturelle Überlagerungen, was Funde aus der Einzelgrabkultur, der Schnurkeramik und der Glockenbecherkultur zeigen. Die große Anzahl an HĂŒgelgrĂ€bern in diesem Raum ist ein weiterer Beleg dafĂŒr.[14] Reste davon können im Neuen Botanischen Garten besichtigt werden. Eine sichelförmig bewehrte Hofanlage auf dem in der NĂ€he gelegenen Schanzenkopf deutet auf eine Besiedelung um 700 n. Chr. hin. Die so genannte Heimburg lĂ€sst sich der spĂ€tmerowingischen Zeit zurechnen.

StadtgrĂŒndung und Mittelalter

Die ersten AnfĂ€nge der Burganlage reichen bis ins 9./10. Jahrhundert zurĂŒck. Die erste urkundliche ErwĂ€hnung Marburgs ist fĂŒr 1138/39 belegt, als Stadt das Jahr 1222. Die Bewohner zogen wohl aus den umliegenden, heute wĂŒsten Orten Aldenzhausen, Lamersbach, Walpertshausen, Ibernhausen und Willmannsdorf nach Marburg. Durch die rĂ€umliche NĂ€he zur Burg wurden die Orte Weidenhausen und Zahlbach zu VorstĂ€dten.[15]

Große Bedeutung erhielt die Stadt aber erst, als LandgrĂ€fin Elisabeth von ThĂŒringen Marburg 1228 als Witwensitz wĂ€hlte. Sie baute ein Hospital, in dem sie sich bei der Pflege von Kranken und Gebrechlichen aufopferte. Obwohl sie bereits mit 24 Jahren starb (1231), gilt sie bis heute als die bedeutendste Persönlichkeit, die je in Marburg wirkte. Über sie werden viele Legenden erzĂ€hlt. Schon 1235 wurde sie heilig gesprochen und der Deutsche Orden begann noch im selben Jahr, ĂŒber ihrem Grab die Elisabethkirche zu erbauen, den ersten rein gotischen Kirchbau in Deutschland. Pilger aus ganz Europa kamen zum Grab der Heiligen und trugen dazu bei, dass Marburg als Stadt aufblĂŒhte. Der Pilgerfriedhof lag an der St. Michaelskapelle, das Michelchen genannt.

Marburg als Wiege Hessens

Zwischen 1248 und 1604 war Marburg – mit einigen Unterbrechungen – Residenz der Landgrafen von Hessen-Marburg. Nach dem Aussterben der Landgrafen von ThĂŒringen 1247 sollte die Landgrafschaft zunĂ€chst an die Wettiner fallen, aber Sophie von Brabant, die Tochter der Heiligen Elisabeth, ließ ihren Sohn Heinrich 1247 auf der Mader Heide bei Fritzlar zum Landgrafen ausrufen und 1248 die Marburger BĂŒrger ihr und Heinrich huldigen.

Im folgenden hessisch-thĂŒringischen Erbfolgekrieg (1247–1264) erstritt Sophie fĂŒr Heinrich die UnabhĂ€ngigkeit Hessens. Jener wurde erster Herrscher der neuen Landgrafschaft Hessen, 1292 von König Adolf von Nassau in den erblichen ReichsfĂŒrstenstand erhoben und die Landgrafschaft Hessen damit offiziell reichsrechtlich anerkannt. Die BemĂŒhungen um Anerkennung spiegelten sich insbesondere im Ausbau der Stadt zur Residenz und Festung mit der Erweiterung der Stadtmauer um die heutige Oberstadt wider. Um 1250 erhielt die Vorstadt Weidenhausen eine steinerne LahnbrĂŒcke und wurde dadurch besser an die Stadt angeschlossen. 48 Jahre nach Beginn der Bauarbeiten zur Elisabethkirche wurde diese am 1. Mai 1283 geweiht. Die Fertigstellung der beiden TĂŒrme dauerte unterdessen nochmals etwa 50 Jahre. Da das Wachstum der Stadt immer weiter anhielt und die Marburger BĂŒrger einen reprĂ€sentativeren Bau wĂŒnschten, bauten sie als Ersatz fĂŒr die Kilianskapelle die St.-Marienkirche als dritte Kirche nach der Schlosskirche und der Elisabethkirche. Der gotische Chor wurde 1297 geweiht. Es entstanden auch weitere Klöster wie das Franziskanerkloster am BarfĂŒĂŸertor sowie das Dominikanerkloster an der WeidenhĂ€user BrĂŒcke.[16]

Bedeutungsverlust zugunsten Kassels

Als Heinrich I. 1308 starb, teilte er die Landgrafschaft in die zwei Teile Oberhessen und Niederhessen. Niederhessen mit der Residenz Kassel, sowie den StĂ€dten Homberg (Efze), Melsungen und Rotenburg an der Fulda bekam sein Sohn Johann, Otto I. bekam mit Oberhessen das Gebiet um Marburg, Gießen, GrĂŒnberg und Alsfeld. Da Johann bereits 1311 starb, vereinigte Otto I. die beiden TeilfĂŒrstentĂŒmer wieder und residierte nun abwechselnd in Kassel und Marburg, so dass Marburg entsprechend an Bedeutung verlor. 1319 fiel beinahe die ganze Stadt einem großem Brand zum Opfer. Otto I. fĂŒhrte eine lange Fehde gegen den Erzbischof von Mainz, die sein Sohn Heinrich und dessen Neffe Hermann II. von Hessen weiter fĂŒhrten und die in den Sternerkrieg mĂŒndete. Kurz nach dem Tode Ottos I. wurde unter Heinrich II. 1330 der Saalbau des Landgrafenschlosses, dessen FĂŒrstensaal als der grĂ¶ĂŸte gotische Profanraum in Deutschland gilt, erbaut. Infolge der durchziehenden Kriegsheere wurde die Pest 1348/49 in Marburg eingeschleppt. Zum Ende der Auseinandersetzungen mit dem Sterner-Ritterbund griff dieser unter FĂŒhrung des Grafen von Ziegenhain 1373 erfolglos Stadt und Schloss an. Nach dem Tod Ludwigs I., des Sohnes Hermanns II., wurde die Landgrafschaft zwischen 1458 und 1500 nochmals geteilt. Heinrich III. residierte 1458 bis 1483 in Marburg, Wilhelm III. 1483 bis 1500. Da dieser kinderlos starb, wurde die Landgrafschaft wieder unter seinem Vetter Wilhelm II. vereinigt.

Reformation, UniversitĂ€t und der DreißigjĂ€hrige Krieg

1504 wurde Philipp I. in Marburg geboren. Da sein Vater, Landgraf Wilhelm II. bereits 1509 gestorben war, ĂŒbernahm er bereits 13jĂ€hrig die Regentschaft. Als AnhĂ€nger der protestantischen Lehre wurde er zum VorkĂ€mpfer der Reformation im Deutschen Reich. 1527 grĂŒndete der Landgraf die nach Liegnitz (1526) zweite protestantische UniversitĂ€t, die seitdem fĂŒr die Stadt der wichtigste Wirtschaftsfaktor war und es bis heute geblieben ist. Zu ihr gehörten auch das Gymnasium Philippinum sowie die Hessische Stipendiatenanstalt, die als Ă€ltestes deutsches Studentenwohnheim gilt.

Relief zur Erinnerung an die ReligionsgesprÀche im Landgrafenschloss

1529 fanden auf dem Marburger Schloss auf Einladung Philipps des GroßmĂŒtigen das Marburger ReligionsgesprĂ€ch statt, um eine gemeinsame Vorgehensweise nach der erneuten BestĂ€tigung des Wormser Ediktes festzulegen. Hierbei ging es unter anderem um die unterschiedlichen Auffassungen Luthers und Zwinglis zur Rolle des Abendmahls (siehe Abendmahlsstreit).

Nach dem Tode Philipps I. am 31. MĂ€rz 1567 wurde die Landgrafschaft Hessen nach den altertĂŒmlichen Erbregeln im hessischen FĂŒrstenhaus unter seine vier Söhne aufgeteilt: Wilhelm erhielt den nun Hessen-Kassel genannten nördlichen Teil, Ludwig erhielt Hessen-Marburg, Philipp Hessen-Rheinfels und Georg den nun als Hessen-Darmstadt bezeichneten sĂŒdlichen Landesteil. Da Philipp und Ludwig 1583 und 1604 jeweils kinderlos starben, fielen diese Territorien an die Kasseler bzw. DarmstĂ€dter Linien. Marburg wurde Teil der Landgrafschaft Hessen-Kassel.

Aus der Vierteilung Hessens wurde nach 1604 eine faktische Zweiteilung. Der Erbfolgestreit um Hessen-Marburg und die konfessionellen Differenzen zwischen der lutherischen DarmstĂ€dter und der reformierten Kasseler Linie fĂŒhrten in Folge zu erbitterter, jahrzehntelanger Gegnerschaft.

Die Geschichte Marburgs seit dem DreißigjĂ€hrigen Krieg

Darmstadt und Kassel fĂŒhrten ĂŒber Jahrzehnte hinweg um das Marburger Erbe Krieg gegeneinander, teilweise im grĂ¶ĂŸeren Zusammenhang des DreißigjĂ€hrigen Kriegs, in dem Kassel mit Schweden, Darmstadt dagegen an der Seite des Kaisers kĂ€mpfte. 1623 kam es vorĂŒbergehend zur Einnahme der Stadt und Festung Marburg durch die Truppen Tillys. Auch der „Hauptakkord“ von 1627, der das Erbe Darmstadt zusprach, konnte den Streit nicht dauerhaft beenden. Die Kasseler LandgrĂ€fin Amalie Elisabeth begann 1645 mit der Belagerung Marburgs den Hessenkrieg, den sie drei Jahre spĂ€ter siegreich beenden konnte. Oberhessen wurde dauerhaft geteilt, Marburg fiel an Kassel, Gießen und das Hessische Hinterland mit Biedenkopf an Darmstadt. Marburgs Bedeutung sank danach zunehmend, es spielte nur noch eine Rolle als Verwaltungssitz und militĂ€rischer StĂŒtzpunkt.

1708 wurde durch den Marburger Augenoptiker Unkel eine der Ă€ltesten optischen WerkstĂ€tten in Deutschland gegrĂŒndet.

Ab 1773 wurden die Festungsanlagen des Schlosses im Zuge der Napoleonischen Kriege geschleift. SpÀter wird Marburg Hauptstadt des Departements der Werra als Teil des Königreichs Westphalen unter JérÎme Bonaparte. Auch die Auflösung des Deutschen Ordens in Marburg, der bis dahin einen immensen Einfluss auf die Stadt hatte, fÀllt in diese Zeit.

1850 wird die Eisenbahnstrecke Kassel-Marburg eröffnet und ab 1852 bis Frankfurt am Main verlÀngert (Main-Weser-Bahn). Marburg erhÀlt dadurch am Ostufer der Lahn einen Bahnhof, der die Stadtentwicklung stark vorantreibt.

Neuzeit

Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erlebte die UniversitĂ€t einen Aufschwung, der ein schnelles Anwachsen der Stadt zur Folge hatte. Innerhalb weniger Jahrzehnte verdreifachte sich die Zahl der Einwohner, die Zahl der Studenten verzehnfachte sich. Nicht wenige Marburger BĂŒrger verdienten sich durch die Vermietung von Zimmern an Studenten ein Zubrot. Es hieß: Die Marburger leben von einem Studenten unterm Dach und zwei Ziegen im Keller (Quelle?).

Mit der Annexion durch Preußen prosperierte die Stadt. Zuerst erstanden Stadtteile außerhalb der mittelalterlichen Stadtmauern, jedoch sĂ€mtlich rechts der Lahn. Nach 1900 wurden auch die bis dahin ausschließlich landwirtschaftlichen FlĂ€chen links der Lahn in Besitz genommen. Zuerst wurden dort KleingĂ€rten angelegt, danach auch Siedlungsbauten. U. a. hatte der 1907 gegrĂŒndete Marburger Spar- und Bauverein GrundstĂŒcke von dem Ökonom Hoffmann erworben.

Die Verbindung zur anderen Lahnseite stellten die im 13. Jahrhundert errichtete WeidenhĂ€user BrĂŒcke, die 1723 gebaute ElisabethbrĂŒcke (spĂ€ter auch BahnhofsbrĂŒcke genannt) und die 1892 erstellte SchĂŒtzenpfuhlbrĂŒcke her. Zudem wurden zwischen den drei kilometerweit auseinander liegenden SteinbrĂŒcken vier HolzbrĂŒcken in Marburg errichtet.

Zweiter Weltkrieg

Im Zuge einer Kreisneugliederung wurde Marburg 1929 kreisfrei und im gleichen Zuge um den Stadtteil Ockershausen vergrĂ¶ĂŸert. Bei der Reichstagswahl am 5. MĂ€rz 1933 errang die NSDAP 57,6 % (Reichsdurchschnitt 43,9 %) im neuen Stadtkreis, die DNVP 11,1 %, die SPD 13,5 %, das Zentrum 5,8 %, die KPD 4,8 % und die DVP 3,6 %. Daraufhin setzen sich die Nationalsozialisten durch Gleichschaltung aller Vereine und VerbĂ€nde in der Stadt rigoros durch, was sich durch die BĂŒcherverbrennung am KĂ€mpfrasen weiter zeigt. Dennoch hielt im darauf folgenden Jahr Vizekanzler Franz von Papen an der UniversitĂ€t die als Marburger Rede bekannt gewordene letzte öffentliche Rede gegen den umfassenden Machtanspruch des Nationalsozialismus. 1938 wurde die Marburger Synagoge durch die SA zerstört. Bis 1942 waren alle Juden aus der Stadt geflĂŒchtet oder in Konzentrationslager deportiert worden.

Den Zweiten Weltkrieg ĂŒberstand Marburg weitgehend unversehrt. Lediglich der Hauptbahnhof war Ziel der Angriffe der alliierten LuftstreitkrĂ€fte, wie bis heute zahlreiche Bombenkrater auf den Lahnbergen zeigen. Weiterhin wurden rings um Marburg MinengĂŒrtel verlegt, die bis zum heutigen Tag noch nicht völlig gerĂ€umt sind. Der Hauptbahnhof wurde als wichtiger Bahnknotenpunkt gezielt angegriffen und bei einem Bombenangriff am 22. Februar 1945 schwer beschĂ€digt, daher ist auch das Bahnhofsviertel nicht mehr nur durch Altbauten, sondern durch neu entstandene HĂ€user geprĂ€gt. Auch das Chemische Institut der UniversitĂ€t und die Reithalle am Ortenberg wurden zerstört. Wenige Tage zuvor hatten US-amerikanische AufklĂ€rer FlugblĂ€tter abgeworfen mit etwa folgendem Aufdruck: Marburg und Bad Nauheim wollen wir schonen, bei Euch wollen wir spĂ€ter wohnen. (Quelle?)

Am spĂ€ten Nachmittag des 28. MĂ€rz 1945 erreichte die Spitze der 7. Panzerdivision der 1. US-Armee Marburg und nahm es am folgenden Tag kampflos ein. Die Division war von Remagen aus ĂŒber den Westerwald kommend (in Hauptstoßrichtung der heutigen B 255 folgend) vorgerĂŒckt.

Um im Januar 1945 die sterblichen Überreste Paul von Hindenburgs und seiner Frau Gertrud sowie der Preußenkönige Friedrich II. (Der Große) und Friedrich Wilhelm I. (Soldatenkönig) vor der anrĂŒckenden Roten Armee zu schĂŒtzen, sollten die SĂ€rge durch die Wehrmacht in einem thĂŒringischen Salzbergwerk eingelagert werden. Die Amerikaner, die weite Teile ThĂŒringens eroberten, brachten die berĂŒhmten Toten nach Marburg, wo Hindenburg mit seiner Frau in der Nordturmkapelle der Elisabethkirche endgĂŒltig beigesetzt wurde. Der Sarg Friedrich Wilhelms I. befindet sich heute im Kaiser-Friedrich-Mausoleum in Potsdam; Friedrich II. ist in einer Gruft am Schloss Sanssouci beigesetzt.

Marburg musste, wie nahezu alle mittelgroßen deutschen StĂ€dte, eine große Zahl von FlĂŒchtlingen aufnehmen. Erst seit dieser Zeit gibt es in der Stadt eine grĂ¶ĂŸere Zahl kleinerer und mittlerer Industriebetriebe.

Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg

Polizeieinsatz beim Abriss von HĂ€usern am Biegeneck
Tannenberg-Kaserne um 1950
Das Denkmal Platz der Weißen Rose in der Tannenberg-Kaserne

Aufgrund des raschen Bevölkerungsanstiegs nach dem Krieg und der daraus resultierenden Wohnungsnot wurden 1963 auf kommunalpolitischer Ebene das Neubaugebiet Richtsberg fĂŒr etwa 9.000 Einwohner sowie der Bau der Stadthalle, des Großsportfeldes und mehrerer Schulen beschlossen. 1972 begann mit der förmlichen Festlegung des ersten Abschnittes die Altstadtsanierung. Seitdem wurde die historische Bausubstanz der Altstadt sorgfĂ€ltig renoviert. Im Stadtbild ist dies durch die immer noch wachsende Zahl wiederhergestellter FachwerkgebĂ€ude deutlich erkennbar.

Im Rahmen der Gebietsreform verlor Marburg seine Kreisfreiheit am 1. Juli 1974. Die Stadt wurde aber Mittelpunkt des neuen Großkreises Marburg-Biedenkopf und wuchs durch die Eingliederung von 18 Umlandgemeinden flĂ€chenmĂ€ĂŸig um mehr als das FĂŒnffache, bezogen auf die Einwohnerzahl der Stadt um ein Drittel auf 70.922. Mit dem Verkauf eines EckgrundstĂŒckes an der Biegenstraße begann 1991 die umfassende Neugestaltung im Bereich Marburg-Mitte. Diese Planungen lösten seit den 1980er-Jahren heftige Diskussionen um das Biegeneck und den alten Schlachthof aus; dies fĂŒhrte zu Hausbesetzungen und PolizeieinsĂ€tzen. Im selben Jahr wurde auf Bundesebene die Auflösung des Bundeswehrstandortes Marburg beschlossen. Es wurden umfangreiche Konversionsplanungen erforderlich, um den Wegfall der Standorte JĂ€gerkaserne im SĂŒdviertel und Tannenbergkaserne (heutiger Stadtteil Stadtwald) wirtschaftlich abzufangen.

Nach wie vor ist die UniversitĂ€t mit ĂŒber 3.900 BeschĂ€ftigten und mehr als 21.000 Studierenden der wichtigste Wirtschaftsfaktor in der Stadt. Das dazugehörige, inzwischen privatisierte und mit seinem Gießener Pendant fusionierte UniversitĂ€tsklinikum beschĂ€ftigt in Marburg ĂŒber 4.200 Mitarbeiter.

2009 fand in Marburg der 6. Internationale Kongress fĂŒr Psychotherapie und Seelsorge statt, der öffentliche Kontroversen hervorrief und in dessen Vorfeld die Marburger ErklĂ€rung abgegeben wurde.

Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“.

Ehemaliger Bundeswehrstandort

Marburg war jahrhundertelang Garnisonsstadt. Die Geschichte als Garnison geht bis in die Zeit der GrĂŒndung der Stadt zurĂŒck.

Mit dem Einzug der preußischen Truppen in Kurhessen im Jahr 1866 wurde Marburg Standort des 11. Preußischen JĂ€gerbataillons. Im Jahr 1868 wurde die alte JĂ€gerkaserne nahe dem KĂ€mpfrasen im SĂŒdviertel gebaut. Weitere Bauten folgten in den Jahren bis 1913, u. a. ein Exerzierhaus, das Offizierskasino und das Bezirkskommando.[17]

Nach dem Ersten Weltkrieg und infolge des Versailler Vertrages trat an die Stelle des JĂ€gerbataillons ein Ausbildungsbataillon des 15. Infanterieregements der Reichswehr. In den 1930er Jahren wurden dann neue Kasernenbauten errichtet, so unter anderem 1937 die neue JĂ€gerkaserne auf dem KĂ€mpfrasen und 1938 im Wald bei Ockershausen die Tannenbergkaserne.

Nach dem Zweiten Weltkrieg nutzten zunĂ€chst amerikanische Truppen von 1945 bis 1950 und anschließend von 1951 bis 1956 französische Truppenteile die beiden Kasernen.

Die Bundeswehr ĂŒbernahm diese Standorte, wobei ab 1970 dort die 2. JĂ€gerdivision in der JĂ€gerkaserne stationiert war. In der Tannenbergkaserne war das SanitĂ€tsbataillon 2 untergebracht. In den 1960er und 1970er Jahren wurden dort weitere Kasernen fĂŒr die Flugabwehr errichtet. Es war dort das Flugabwehrsystem Roland stationiert.

Es waren diverse Truppenteile der Bundeswehr bis in die 1990er Jahre in Marburg stationiert, zu nennen sind u.a.:

Nach der Wiedervereinigung und der Umstrukturierung der Bundeswehr wurden Mitte bis Ende der 1990er Jahre beide Kasernen von der Bundeswehr aufgegeben und von der Stadtentwicklungsgesellschaft in Gewerbegebiete konvertiert. Damit wurde die lange Tradition der Garnisonsstadt beendet.

Eingemeindungen

Am 1. Januar 1931 wurde die Gemeinde Ockershausen nach Marburg eingemeindet. Mit der Gebietsreform in Hessen von 1. Juli 1974 wurde die Stadt Marburg mit den Kreisen Marburg und Biedenkopf zum neuen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Gleichzeitig wurden Marburg die Gemeinden Bauerbach, Cappel, Cyriaxweimar, Dilschhausen, Elnhausen, Ginseldorf, Gisselberg, Haddamshausen, Hermershausen, Schröck, Wehrshausen, Michelbach, Marbach, Moischt und Wehrda als Ortsteile zugeschlagen.

Einwohnerentwicklung

Marburg hatte im Mittelalter und der frĂŒhen Neuzeit nur wenige tausend Einwohner. Die Bevölkerung wuchs nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurĂŒck. So starben beim Ausbruch der Pest 1348/49 und wĂ€hrend des DreißigjĂ€hrigen Krieges (1618–1648) zahlreiche Bewohner. Erst mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. Lebten 1800 erst 6.000 Menschen in der Stadt, so waren es 1905 bereits 20.000. Mit der Einwohnerzahl stieg auch die Zahl der Studenten. 1866 studierten erst 264 Personen in Marburg, 1907 bereits 1.954 (darunter erstmals 28 Studentinnen) und 1929 waren schon ĂŒber 4.000 Studenten in der Stadt gemeldet.

Bis 1939 stieg die Bevölkerungszahl von Marburg auf 28.000. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg fĂŒhrte der Zuzug vieler FlĂŒchtlinge und Vertriebener zu einem Anstieg der Einwohnerzahl um 11.000 Personen auf 39.000 bis Ende 1946. Im Jahre 1964 hatte Marburg mit 25,2 Prozent das höchste Wohnungsdefizit in der Bundesrepublik Deutschland. Durch zahlreiche Eingemeindungen wuchs die Stadt am 1. Juli 1974 auf 70.922 Einwohner an. Auch die Zahl der Studenten stieg weiter. Im Wintersemester 1945/46 studierten 2.543 Personen in Marburg, im Sommersemester 1963 schon 7.423; im Wintersemester 2002/03 waren es 18.540 (nur zur HĂ€lfte in Marburg mit Erstwohnsitz gemeldet), im Wintersemester 2010/2011 bereits 21.833. Durch die Schließung der beiden Bundeswehrstandorte entstand zu Beginn der 1990er-Jahre ein „Knick“ in der Bevölkerungsentwicklung. Am 31. Dezember 2008 betrug die „Amtliche Einwohnerzahl“ nach Fortschreibung des Hessischen Statistischen Landesamtes 79.836 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen LandesĂ€mtern).

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1845 handelt es sich meist um SchĂ€tzungen, danach um VolkszĂ€hlungsergebnisse (1864–1939, 1946–1961, 1970 und 1987) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die „ortsanwesende Bevölkerung“, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die „Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung“. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.

Religion

Die religiöse Bedeutung Marburgs begann 1235 mit der Heiligsprechung Elisabeths von ThĂŒringen und dem Bau der Elisabethkirche. Neben Rom und Santiago de Compostela gehörte Marburg in jener Zeit zu den bedeutendsten europĂ€ischen Pilgerorten.[18] Mit der Reformation, die durch Philipp den GroßmĂŒtigen unterstĂŒtzt und umgesetzt wurde, und den damit verbundenen Bau der weltweit ersten protestantischen UniversitĂ€t, setzte sie sich fort. Durch die UniversitĂ€t wiederum entstand das weite religiöse Spektrum, welches heute in der Stadt zu finden ist.

Im Jahre 721 errichtete Bonifatius unterhalb der Burg Amöneburg ein kleines Kloster und eine neue Kirche beziehungsweise widmete er eine iro-schottische VorgĂ€ngerkirche um. In Marburg entstand aber erst 1227, als Marburg Stadt wurde, eine eigene Pfarrei. Die ansĂ€ssige Pfarrei war zuvor ein Filial der Mutterkirche in Oberweimar gewesen. Der Deutsche Orden ĂŒbernahm nach dem Tod der Heiligen Elisabeth deren Hospital und baute ihr zu Ehren die Elisabethkirche. Das geistliche Leben war bis zur Reformation katholisch geprĂ€gt, was durch die PrĂ€senz zahlreicher Orden wie der BrĂŒder vom gemeinsamen Leben („Kugelherren“), der Augustiner oder der Franziskaner (BarfĂŒĂŸer) belegt wird. Mit der Reformation ĂŒbernahm Landgraf Philipp der GroßmĂŒtige die protestantische Lehre und verbot gleichzeitig den Katholizismus. Erst 1788 wurde die katholische Lehre in Marburg wieder zugelassen.[19]

Christentum

Die acht evangelischen Kirchengemeinden Marburgs gehören zur Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Sie besitzen neun KirchengebÀude, darunter die bereits erwÀhnte Elisabethkirche und die UniversitÀtskirche.[20] Die drei römisch-katholischen Kirchengemeinden gehören zum Bistum Fulda.

Freikirchen und freikirchliche Gemeinschaften gibt es in Marburg seit dem 19. Jahrhundert. Dazu gehört die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde, die 1840 gegrĂŒndet wurde und damit zu den Ă€ltesten deutschen Baptistengemeinden gehört.[21] Ihr Gemeindezentrum ist die 1957 eingeweihte Uferkirche. Seit 1958 verfĂŒgt sie auch ĂŒber ein Studentenwohnheim.[22] Weitere Freikirchen sind Evangelisch-methodistische Kirchengemeinde, die freie evangelische Gemeinde, die BrĂŒdergemeinde, die Adventistengemeinde und die zum BFP gehörige Pfingstgemeinde. Der Christus-Treff Marburg, eine der Keimzellen der deutschen Jesus-Freaks, sowie eine Gemeinde der Pilgermission St. Chrischona sind hier ebenfalls einzuordnen.

Von den sogenannten altkonfessionellen Kirchen ist in Marburg nur die SelbstÀndige Evangelisch-Lutherischen Kirche vertreten.

Weitere christliche Religionsgemeinschaften in Marburg sind die Katholisch-Apostolische Gemeinde, die Neuapostolische Kirche und die anthroposophisch geprÀgte Christengemeinschaft.

Judentum

→ Hauptartikel: JĂŒdische Gemeinde Marburg

In Marburg gab es erstmals im Mittelalter eine jĂŒdische Gemeinde. Eine grĂ¶ĂŸere Anzahl jĂŒdischer Familien lebte in der ersten HĂ€lfte des 14. Jahrhunderts in der Judengasse. Nach Vertreibungen im 14. und 16 Jahrhundert wuchs die Gemeinde bis ins 20. Jahrhundert auf ĂŒber 500 Mitglieder. Bereits zu Beginn des Nationalsozialismus zogen viele Juden fort oder wanderten aus. 77 Juden, die in Marburg blieben, wurden 1941/1942 nach Riga beziehungsweise Theresienstadt und in Vernichtungslager des Ostens deportiert und ermordet. In den 1980er Jahren wurde eine neue jĂŒdische Gemeinde gegrĂŒndet. Am 26. November 2005 konnte eine neue Synagoge in der Liebigstraße eingeweiht werden. 2006 gehörten der Gemeinde etwa 350 Personen an. Am 28. November 2010 weihte die JĂŒdische Gemeinde die erste neue Thorarolle seit der Shoah ein.

Islam

Marburg verfĂŒgt seit 1986 ĂŒber eine Moschee, die Omar-Ibn-Al-Khattab-Moschee. Getragen wird sie vom Verein „OrientbrĂŒcke Marburg e.V.“. Dieser Verein gehört zur Islamischen Gemeinschaft Deutschland e.V. (IGD) und wird wie diese im Verfassungsschutzbericht des Bundes thematisiert.[23] Die Islamische Gemeinschaft Deutschland (IGD) war ursprĂŒnglicher TrĂ€ger der Moschee. Sie gilt als deutsche Zentrale der extremistischen Muslimbruderschaft. Die Verbindungen dieser Organisation reichen bis zu Gruppierungen, die im Verdacht steht, den islamistischen Terrorismus zu unterstĂŒtzen. Erst im Jahr 2002 wurde der Verein „Islamische Schule“ gegrĂŒndet, der in „OrientbrĂŒcke“ umbenannt wurde. Seitdem ist die Marburger Moschee formell unabhĂ€ngig von der IGD. Etwa 250 Menschen kommen jeweils zum Freitagsgebet.[24] Ein muslimischer Friedhof befindet sich in einem Abschnitt des stĂ€dtischen Friedhofs im Stadtteil Ockershausen.

Es gibt Planungen zum Neubau eines islamischen Kulturzentrums mit Moschee im Viertel „Bei St. Jost“.

Weitere Religionen

Es gibt in Marburg eine Gemeinde der Zeugen Jehovas und eine Gemeinde des Universellen Lebens.

Mit einem Shambhala-Zentrum gehört Marburg auch zu den grĂ¶ĂŸeren europĂ€ischen buddhistischen Zentren. Die Gemeinschaft besteht aus etwa 50 bis 120 Praktizierenden. Daneben gibt es eine Vielzahl weiterer religiöser Gruppierungen, die nicht zuletzt durch die UniversitĂ€t nach Marburg kamen.

Politik

Stadtverordnetenversammlung

Die Mehrheit in der 59-köpfigen Stadtverordnetenversammlung und damit die Etathoheit hatte nach der Kommunalwahl 2011 eine Koalition aus SPD (22 Sitze) und GrĂŒnen (13 Sitze). Im kommunalen Parlament vertreten sind außerdem die Fraktionen von CDU (14 Sitze), Marburger Linke (4 Sitze), FDP (2 Sitze), einer CDU-Abspaltung MBL (Marburger BĂŒrgerliste, 2 Sitze), die Partei "BĂŒrger fĂŒr Marburg" (1 Sitz) sowie Piraten (1 Sitz).

Stadtverordnetenvorsteher ist seit Dezember 1997 (zuletzt bestĂ€tigt am 15. April 2011) Heinrich Löwer (SPD). Die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung finden in der Regel einmal monatlich statt (normalerweise der letzte Freitag im Monat ab 16 Uhr), ĂŒblicherweise im Stadtverordneten-Sitzungssaal in der BarfĂŒĂŸerstraße 50. Die Sitzungen der STVV und der AusschĂŒsse sind öffentlich.

Die Kommunalwahl am 27. MĂ€rz 2011 lieferte folgendes Ergebnis:[25]

Gemeindewahl in Marburg 2011
Wahlbeteiligung 50,7 %
 %
40
30
20
10
0
37,3%
23,0%
22,6%
7,4%
2,5%
2,5%
2,2%
1,9%
0,6%
MBL Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KĂŒrzel
BfM Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KĂŒrzel
Sonst.
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2006
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+4,3%
-9,0%
+5,0%
-1,4%
-2,4%
-0,7%
+2,2%
+1,9%
± 0,0%
MBL Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KĂŒrzel
BfM Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/KĂŒrzel
Sonst.
Parteien und WĂ€hlergemeinschaften  %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 37,3 22 33,0 20
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 23,0 14 32,0 19
GRÜNE BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen 22,6 13 17,6 10
Marburger Linke Marburger Linke 7,4 4 8,8 5
FDP Freie Demokratische Partei 2,5 2 4,9 3
MBL Marburger-BĂŒrger-Liste 2,5 2 3,2 2
BfM BĂŒrger fĂŒr Marburg 2,2 1 – –
PIRATEN Piratenpartei Deutschland 1,9 1 – –
APPD Anarchistische Pogo-Partei Deutschlands 0,5 0 0,6 0
ödp Ökologisch-Demokratische Partei 0,1 0 – –
Gesamt 100 59 100 59
Wahlbeteiligung in % 50,7 43,9

OberbĂŒrgermeister

Der im Januar 2005 direkt gewĂ€hlte und seit dem 1. Juli 2005 im Amt tĂ€tige OberbĂŒrgermeister Egon Vaupel gehört der SPD an, sein Stellvertreter, der Bau- und Jugenddezernent BĂŒrgermeister Franz Kahle wird von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen gestellt.

Bei der OberbĂŒrgermeisterwahl am 27. MĂ€rz 2011 konnte sich Egon Vaupel mit 59,3% gegen die Kandidaten Wieland Stötzel (CDU, 18,0%), Franz Kahle (GRÜNE, 12,4%), Hans Henning Köster-Sollwedel (LINKE, 4,4%), Jörg Behlen (FDP, 1,7%), Reinhold Becker (MBL, 3,5%) und Michael Klapschinsky (APPD, 0,7%) durchsetzen.[26]

→ Siehe auch: Liste der StadtoberhĂ€upter von Marburg

Wappen

Wappen der Stadt

Das Marburger Stadtwappen wurde von dem Berliner Heraldiker Emil Doepler entworfen und durch Beschluss des Marburger Stadtrats vom 25. MĂ€rz 1895 eingefĂŒhrt. Es basiert auf dem Reitersiegel des ThĂŒringer Landgrafen an einer stĂ€dtischen Urkunde aus der Zeit zwischen 1248 und 1257; die Reiterdarstellung des Siegels geht auf die Zeit Landgraf Ludwigs IV. († 1227) zurĂŒck.[27] Damit ist das Wappen ein Beispiel fĂŒr die im 19. Jahrhundert gĂ€ngige Praxis, nicht mehr bekannte oder als zu wenig reprĂ€sentativ empfundene Stadtwappen durch Motive aus Siegeln zu ersetzen. In den heutigen Gemeindeordnungen ist der Gebrauch der Stadt- und Gemeindewappen in den Dienstsiegeln hĂ€ufig vorgeschrieben.

Blasonierung nach Heinz Ritt: „In Rot mit silbernem Saum auf silbernem Ross ein gepanzerter Ritter mit silbernem, goldverziertem Topfhelm und blauem Waffenrock, in der Rechten an rotgeschĂ€fteter Lanze mit goldener Spitze eine golden befranste, dreilatzige silberne Fahne, darin in Gold mit blauem Bord ein blaues gotisches M, links einen Schild haltend, darin in Blau ein steigender, goldbekrönter, von Silber und Rot siebenmal geteilter Löwe.“[28] In Ă€lteren Darstellungen hat der Landgraf einen blauen Waffenrock und eine gĂ€nzlich goldene Fahne, auf anderen Darstellungen ist beides silbern. Die von der Stadt gefĂŒhrte Flagge ist blau-weiß-rot geteilt.

WappenerklĂ€rung: Der Ritter im Wappen der Stadt Marburg ist der auf einem weißen Pferd reitende gepanzerte hessische Landgraf, sein Schild (Hessenschild) zeigt den Hessenlöwen. Auf der Fahne ist das Wappenbild durch das traditionelle Marburger „M“, Blau auf Gold, das eigentliche Stadtzeichen (Gemerke), ersetzt. Aus diesem Logo leitet sich wiederum die Stadtflagge ab: Das Rot des Hintergrundes, das Weiß des Pferdes und das Blau des Schildes ergeben horizontal von oben nach unten die Stadtfarben.

StÀdtepartnerschaften

Offizielle Druckgrafik: Marburgs PartnerstÀdte mit ihren Wappen

Seit 1961 besteht eine StĂ€dtepartnerschaft mit der französischen Stadt Poitiers. ZurĂŒckzufĂŒhren ist diese Partnerschaft auf die Beziehungen der beiden ansĂ€ssigen UniversitĂ€ten.[29] 1969 erfolgte die Verschwisterung mit der slowenischen namensgleichen Stadt Maribor (Marburg an der Drau), 1971 mit Sfax in Tunesien. 1988 wurde die Verschwisterungsurkunde mit der damals noch zur DDR gehörenden Stadt Eisenach in ThĂŒringen unterzeichnet. Die Verantwortlichen wollten damit ein Zeichen zur VölkerverstĂ€ndigung und zur Überwindung der deutschen Teilung setzen und die Beziehungen der beiden StĂ€dte durch das Wirken der Heiligen Elisabeth verdeutlichen.[30] Die StĂ€dtepartnerschaft zu Northampton in England entwickelte sich ĂŒber die Partnerschaft beider StĂ€dte mit der französischen Stadt Poitiers und fĂŒhrte 1992 zur Verschwisterung. Die letzte StĂ€dtepartnerschaft wurde 2005 mit Sibiu/Hermannstadt in RumĂ€nien geschlossen, da bereits viele Kontakte auf universitĂ€rer, schulischer, kirchlicher und kultureller Ebene bestanden.[31] Zur WĂŒrdigung des Engagements in den partnerschaftlichen Beziehungen wurde die Stadt 1980 mit der Ehrenfahne des Europarates ausgezeichnet.[32]

Solarsatzung

Im Juni 2008 wurde vom Marburger Stadtparlament mit den Stimmen der SPD, von BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen und der Linken die bundesweit bisher einzigartige und umstrittene Marburger Solarsatzung verabschiedet. Danach sollen bis auf wenige Ausnahmen alle Marburger Bauherren verpflichtet werden, bei Neubauten oder grĂ¶ĂŸeren Änderungen an DĂ€chern oder Heizungsanlagen solarthermische Anlagen zu installieren.[33] Der Gießener RegierungsprĂ€sident hob diesen Beschluss am 7. Oktober 2008 auf.[34] Gegen diese VerfĂŒgung hat die Stadt Marburg beim Verwaltungsgericht Gießen Klage erhoben.[35] Einem auf Anraten des Verwaltungsgerichts Gießen zwischen der Stadt Marburg und dem RegierungsprĂ€sidium ausgehandelten Vergleich hat das Wirtschaftsministerium im MĂ€rz 2010 nicht zugestimmt.[36] Im Mai 2010 hat das Verwaltungsgericht die Klage abgewiesen. Die Stadt Marburg hat gegen das Urteil kein Rechtsmittel eingelegt, sondern eine neue Fassung der Satzung erarbeitet. Diese Vorlage passierte im darauffolgenden September den Magistrat und wurde am 29. Oktober 2010 von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.[37]

BĂŒrgerinformationssystem

Die Stadt Marburg betreibt ein BĂŒrgerinformationssystem, mit Hilfe dessen sich BĂŒrger ĂŒber die politischen Gremien informieren können. Hier werden die nĂ€chsten Sitzungen mit ihrer Tagesordnung angekĂŒndigt, des Weiteren kann man Informationen (Name, Parteizugehörigkeit, Funktion und Kontakt) zu den Kommunalpolitikern einsehen.[38]

Kultur

Theater und Kino

Stadthalle, seit 1969: Erwin-Piscator-Haus

Das Hessische Landestheater Marburg ist das jĂŒngste der sechs großen hessischen Theater mit fĂŒnf örtlichen SpielstĂ€tten und zusĂ€tzlichen FreiluftauffĂŒhrungen.[39] JĂ€hrlich findet hier seit 1995 die bundesweit beachtete „Hessische Kinder- und Jugendtheaterwoche“ mit qualitativ hervorragenden Produktionen sowie einem umfangreichen Workshop-Programm fĂŒr Schulklassen und Lehrer fĂŒr Darstellendes Spiel aus der Region statt.[40]

Neben gelegentlichen Gastvorstellungen von BoulevardbĂŒhnen oder Musicalensembles in der Stadthalle sowie studentischen Theatergruppen und AuffĂŒhrungen der Schulen besitzt Marburg drei freie Theater, die teils kommunal unterstĂŒtzt werden. Das Theater Gegenstand[41] im Kulturzentrum Waggonhalle fĂŒhrt vorwiegend eigene Produktionen auf. Dazu zĂ€hlen etwa die Krankenhaus-Live-Soap „Marburg Hope“ und das Improvisationstheater „Fast Forward Theater“. Die Marburger Theaterwerkstatt german stage service im „G-Werk“ am Afföller ist ein KĂŒnstlerensemble, das eigene TheaterstĂŒcke und Performances fĂŒr den öffentlichen Raum entwickelt und auf internationalen Festivals auffĂŒhrt. Das Schnaps & Poesie Theater ist das kleinste Marburger Theater. In wechselnden sehr kleinen SpielstĂ€tten (jeweils ca. 20 PlĂ€tze) wird Hör-Theater in Form szenischer Lesungen angeboten. Seit 2010 gibt es die vom ehemaligen Oberspielleiter des Marburger Landestheaters Peter Radestock neu gegrĂŒndete „Kleine Komödie“, die sich dem gehobenen Boulevard-Theater mit eigenen Produktionen zugewandt zeigt.[42]

Mit jĂ€hrlich rund einer halben Million verkauften Kinotickets (bei einem Einzugsgebiet von rund 253.000 Einwohnern im Landkreis) nimmt das Kino einen hohen Stellenwert in der Freizeitgestaltung der Marburger ein. Das Angebot umfasst neben 14 kommerziell betriebenen KinosĂ€len an drei Standorten – darunter sieben im Marburger Cineplex – auch ein unabhĂ€ngiges und nicht-kommerzielle Kino im Kulturzentrum im G-Werk, das sogenannte „TRAUMAkino“. Im Sommer finden auf der FreiluftbĂŒhne im Schlosspark GroßleinwandvorfĂŒhrungen statt.[43] Seit 1994 zeigt das Open Eyes Filmfest internationale Kurzfilmproduktionen. Seit 2006 findet jĂ€hrlich im Cineplex in Kooperation mit den Fachdiensten Kultur- und Jugendförderung der Stadt Marburg das Marburger Kinder- und Jugendfilmfestival Final Cut statt.[44] Die Marburger KameragesprĂ€che mit dem Marburger Kamerapreis sind ein jĂ€hrliches Ereignis fĂŒr das Fachpublikum und die Cineasten.[45]

Museen

Marburg bietet neben drei ĂŒber viele Jahre existierenden privaten Galerien – Galerie Henke, Galerie Schmalfuß und LOG-Gallery â€“ mehrere zugĂ€ngliche KĂŒnstlerateliers und viele weitere Ausstellungsorte und Museen, wovon fĂŒnf zur UniversitĂ€t gehören.

Museum fĂŒr Kunst und Kulturgeschichte

Das Museum fĂŒr Kunst und Kulturgeschichte im Ernst-von-HĂŒlsen-Haus
Georg Kolbe, Kauernde (auf einem hohen Sockel im Garten des Museums)

Das Museum fĂŒr Kunst und Kulturgeschichte Marburg unterhĂ€lt an zwei Standorten Einrichtungen. Die Sammlung im Ernst-von-HĂŒlsen-Haus in der Biegenstraße 11 zeigt neben wechselnden Ausstellungen Werke des Expressiven Realismus (etwa des Marburger KĂŒnstlers Franz Frank) und des Pointillismus (besonders von Paul Baum), daneben Kunst des 17. bis 20. Jahrhunderts, Kunst der Gegenwart wie GemĂ€lde von Bernard Schultze, Dieter Krieg und Harald HĂ€user, Werke von Carl Bantzer und Otto Ubbelohde sowie der WillingshĂ€user Schule. Auch eine Sammlung von AbgĂŒssen antiker Statuen ist hier zu sehen. Das GebĂ€ude wurde 1927 als Geschenk des Marburger UniversitĂ€tsbundes zum 400jĂ€hrigen Bestehen der UniversitĂ€t eröffnet und wird 2011-2013 saniert, wobei das Museum neu konzipiert wird (neue RundgĂ€nge, neuer Eingangs- und Servicebereich).

Eine Keramiksammlung im Landgrafenschloss zeigt Marburger Irdenware und Steinzeug aus Hessen und dem Westerwald. Im Wilhelmsbau des Schlosses sind die Kulturgeschichtlichen Sammlungen auf fĂŒnf Stockwerken untergebracht. Zudem finden wechselnde Sonderausstellungen statt.

Völkerkundliche Sammlung

Die Marburger Völkerkundliche Sammlung befindet sich im Institut der Völkerkunde der UniversitĂ€t Marburg in der Kugelgasse 10. Sie beherbergt dauerhaft mehr als 5.000 Objekte und setzt sich aus vielen verschiedenen (privaten) Teilsammlungen zusammen. Attraktiv ist fĂŒr Studenten die oft genutzte Möglichkeit, selbst aktiv Ausstellungen aus der Ethnologie zu organisieren und direkt an den Objekten zu arbeiten. Die ausgestellten GegenstĂ€nde decken zwar ein weites Feld ab, jedoch liegt der Fokus deutlich auf (Alltags-)GegenstĂ€nden indigener Gruppen im Amazonasgebiet.

Mineralogisches Museum

Das Mineralogische Museum Marburg besitzt etwa 45.000 Mineralien, 50.000 Gesteinsproben, mehrere tausend Edelsteinrohproben und 150 Meteoriten. Die grĂ¶ĂŸte mineralogische Sammlung Hessens gilt unter Fachleuten als eine der wichtigsten Deutschlands. Entstanden ist sie als Lehr- und Forschungssammlung des Instituts fĂŒr Mineralogie der UniversitĂ€t Marburg.

Religionskundliche Sammlung

Der Theologe und Religionsphilosoph Rudolf Otto grĂŒndete 1927 die Religionskundliche Sammlung, das Museum fĂŒr Religion. Nach mehreren UmzĂŒgen befindet es sich in der „Neuen Kanzlei“ in der Landgraf-Philipp-Straße 4. Es werden Kultfiguren, Bilder und Ikonen, Rollbilder, RitualgegenstĂ€nde, Hausaltare sowie verschiedene Modelle und Nachbildungen ausgestellt, sortiert nach den Themengebieten Altamerika, AltĂ€gypten, Religionen Afrikas, Religionen SĂŒd- und Ostasiens (Hinduismus, Buddhismus, Daoismus, Konfuzianismus, Shintƍ und Tenrikyƍ) und Monotheistische Religionen (Judentum, Christentum, Islam). Auch hier werden Sonderausstellungen zu wechselnden Themen angeboten. Die Marburger Religionskundliche Sammlung gehört neben Einrichtungen in Glasgow und Sankt Petersburg zu den wenigen Museen, die sich ausschließlich auf die Darstellung von Religion spezialisiert haben. Die Besichtigung der Sammlung ist im Rahmen von angemeldeten FĂŒhrungen möglich.

Museum anatomicum

Im Dachgeschoss des Instituts fĂŒr Zytobiologie befindet sich das Museum anatomicum. Gezeigt werden etwa 2.000 PrĂ€parate aus der Zeit von 1650 bis 1920, unter anderem in Formalin-gefĂŒllten GlasbehĂ€ltern aufbewahrte PrĂ€parate aus dem Gebiet der systematischen und topographischen Anatomie, der Embryologie und der Missbildungslehre. Ein weiterer Schwerpunkt bietet eine Sammlung von Knochen und Skeletten. Gezeigt werden darin zum Beispiel SchĂ€del von Hingerichteten, PrĂ€parate zur SchĂ€del- und Zahnentwicklung oder die RassenschĂ€delsammlung. Anatomische GerĂ€te, chirurgisches Instrumentarium und alte Mikroskope sind außerdem ausgestellt.[46] Ein bekanntes EinzelstĂŒck ist das „Marburger Lenchen“, die prĂ€parierte Leiche einer schwangeren Frau, die in der Lahn ertrank.

Weitere Museen

Der Kunstverein, davor eine Basaltplastik von Georg HĂŒter

Die neue Marburger Kunsthalle des Kunstvereins wurde 2000 auf dem GelĂ€nde des ehemaligen Schlachthofes am Gerhard-Jahn-Platz 5 eröffnet. Auf ĂŒber 500 Quadratmetern bietet sie stĂ€ndig wechselnde Ausstellungen zur Kunst der Gegenwart.

Im 1. Deutschen Polizeioldtimer-Museum in der Herrmannstraße 200 (an der Kreisstraße 69) können ĂŒber 70 historische Polizeifahrzeuge besichtigt werden. Mit weiteren Exponaten wie technischem Material und Fotos mit Bezug zur Motorisierung der deutschen Polizei stellt das Museum die grĂ¶ĂŸte Sammlung von Polizeifahrzeugen in Deutschland dar; sein Bestand wird hĂ€ufig fĂŒr historische Film- und Fernsehproduktionen genutzt.

Das Kindheitsmuseum wurde 1979 in privater TrĂ€gerschaft von Helge-Ulrike und Charles Barry Hyams in der HĂŒterschen Villa am BarfĂŒĂŸertor eröffnet. Bis zum Ende des Jahres 2008 gab es einen Einblick in die Kindheit der letzten beiden Jahrhunderte und verfĂŒgte ĂŒber eine Sammlung jĂŒdischer KinderbĂŒcher. Zu bestaunen waren außerdem Spielzeuge aus den Jahren 1850 bis 1950, ein Spiel-Zoo mit 600 Spielzeugtieren und MiniaturgebĂ€uden, historische Kinder- und SchulbĂŒcher, ein Einblick in die „Marburger Puppenklinik“, ein historisches Klassenzimmer aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg und weitere Exponate. Das Kindheitsmuseum soll mittelfristig zusammen mit dem Zirkus-Archiv und einer Ausstellung der Deutschen Blindenstudienanstalt in einem neuen Museumszentrum auf dem Waggonhallen-GelĂ€nde am Ortenberg eine neue Heimat finden.

Literarische Gesellschaft

Lesungen, durchschnittlich 30 im Jahr, in einem CafĂ© in der Marburger Altstadt, veranstaltet der Verein Neue Literarische Gesellschaft. „Literatur um 11“ findet seit 1974 statt.[47] Das Programm ist gleichermaßen aktuell wie zeitlos: Es reicht vom literarischen Chanson bis zum historischen Vortrag, von der aktuellen Belletristik ĂŒber Lyrik bis zur Lebensphilosophie.

Archive

Marburg beherbergt mehrere bundesweit bedeutende Archive.

  • Das Hessische Staatsarchiv Marburg ist zustĂ€ndig fĂŒr das bei den staatlichen Behörden im Regierungsbezirk Kassel und Teilen des Regierungsbezirks Gießen anfallende Schriftgut.
  • Das Bildarchiv Foto Marburg ist das deutsche Dokumentationszentrum fĂŒr Kunstgeschichte und besitzt ein Bildarchiv zur europĂ€ischen Kunst und Architektur mit rund 1,7 Millionen fotografischen Originalaufnahmen.
  • Im Lichtbildarchiv Ă€lterer Originalurkunden werden erhaltene Urkunden, die in Deutschland vor 1250 geschrieben wurden, verwahrt und fotografisch dokumentiert.

Weitere bedeutende Archive sind:

  • Archiv der deutschen Blindenstudienanstalt und internationale Dokumentationsstelle fĂŒr das Blinden- und Sehbehindertenwesen, beherbergt Dokumente, Zeitungsausschnitte und Ähnliches zur Geschichte des internationalen Blinden- und Sehbehindertenwesens sowie der deutschen Blindenstudienanstalt
  • Archiv des Herder-Instituts, beherbergt eine Forschungsbibliothek, eine fortlaufende Zeitungssammlung, ein Presseausschnittsarchiv (1952-1998) und eine herausragende Kartensammlung zur Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas mit Schwerpunkt auf dem Baltikum
  • Archiv des Hessischen Landesamts fĂŒr Geschichtliche Landeskunde, beherbergt ein Flurnamenarchiv fĂŒr das Gebiet der ehemals preußischen Provinz Hessen-Nassau
  • Behring-Archiv, beherbergt sowohl Materialien und Dokumente zur Person Emil von Behrings als auch zur Geschichte der Behringwerke
  • Corpus der minoischen und mykenischen Siegel, beherbergt AbdrĂŒcke und Fotos von minoischen und mykenischen Siegeln sowie Publikationen darĂŒber
  • Deutscher Sprachatlas des Forschungsinstituts fĂŒr deutsche Sprache, beherbergt handschriftliche und gedruckte Dokumente, Karten, Bild- und Tondokumente zur Geschichte der Dialekte und Regionalsprachen in Deutschland sowie ihrem Wandel im Laufe der Zeit (ein dedizierter Neubau fĂŒr den Sprachatlas und das zugehörige Forschungsinstitut soll bis 2014 auf dem ehemaligen BrauereigelĂ€nde entstehen)
  • Deutsches Adelsarchiv, Nachweis und Stammbaum aller deutschen Adelsfamilien
  • Forschungsstelle fĂŒr Personalschriften an der Philipps-UniversitĂ€t, eine europaweit einzigartige Institution, ermittelt und katalogisiert Leichenpredigten, die zwischen 1550 und 1750 gedruckt wurden
  • Forschungsstelle Georg BĂŒchner (FGB), Forschung und Erarbeitung von Publikationen zu Leben, Werk und Wirkung Georg BĂŒchners
  • Handschriften- und Nachlassarchiv der UniversitĂ€tsbibliothek, beherbergt BĂ€nde mit Marburger Vorlesungsnachschriften, StudentenstammbĂŒcher, BĂ€nde mit UniversitĂ€tsstatuten und -verordnungen sowie mehr oder weniger umfangreiche NachlĂ€sse und TeilnachlĂ€sse Marburger Professoren wie z. B. Friedrich Carl von Savignys und Paul Natorps
  • Kant-Forschungsarchiv der Philipps-UniversitĂ€t, beherbergt Original-Schriften des Philosophen Immanuel Kant, ist nicht museal zugĂ€nglich
  • Lichtbildarchiv Ă€lterer Originalurkunden, sammelt alle in Deutschland verwahrten Urkunden, die vor 1250 geschrieben wurden, und dokumentiert diese fotografisch
  • Religionen in Deutschland – Archiv mit Dokumentationsstelle, beherbergt umfangreiche BestĂ€nde so genannter grauer Literatur von Religionsgemeinschaften in Deutschland und dokumentiert aktuelle Religionsgeschichte
  • Stadtarchiv, zentrale stĂ€dtische Dienststelle fĂŒr alle Fragen zur Marburger Stadtgeschichte, beherbergt Unterlagen zur Dokumentation des Marburger Stadtlebens seit dem Mittelalter
  • Zentralarchiv der Deutschen VolkserzĂ€hlung im Institut fĂŒr EuropĂ€ische Ethnologie/Kulturwissenschaft der Philipps-UniversitĂ€t, beherbergt eine große Sammlung von Sagen und MĂ€rchen
  • Circus-, VarietĂ©- und Artistenarchiv, beherbergt Programme, KostĂŒme, Requisiten und Fotos aus dem Zirkus-, Artisten- und VarietĂ©bereich

Sport und Freizeit

Sportvereine

Der Sportpark in Marburg
Szene eines Spiels des Football-Erstligisten Marburg Mercenaries im Georg-Gaßmann-Stadion

AushĂ€ngeschilder in sportlicher Hinsicht sind die die Basketball-Damen des BC Marburg, die seit 1992 einen festen Bestandteil in der 1. Damen-Basketball-Bundesliga bilden und im Jahr 2003 Deutscher Meister und Pokalsieger wurden, sowie die Footballer der 1991 gegrĂŒndeten Marburg Mercenaries, die ihre Spiele im 12.000 Zuschauer fassenden Georg-Gaßmann-Stadion austragen, 2005 den europĂ€ischen EFAF-Cup gewannen und 2006 Deutscher Vizemeister wurden. Nach dem RĂŒckzug im Jahr 2006 nicht mehr in der Bundesliga vertreten sind die Skwosch-Frösche Marburg. Auch Tischtennis-Bundesliga gibt es seit Sommer 2009 in Marburg nicht mehr, nachdem sich der TTV Gönnern, der einige seiner Liga-Heimspiele in Marburg austrug, aus der deutschen Eliteklasse zurĂŒckgezogen hat.

Im Tennis spielen die Damen- und Herrenmannschaften des TC Marburg in der Hessenliga. Im Fußball sind der VfB Marburg (nach dem Abstieg aus der Hessenliga) und der Stadtteilverein FSV Schröck in der Verbandsliga vertreten. Die SSG Blista Marburg, Deutscher Meister von 2008, spielt fĂŒr die UniversitĂ€tsstadt in der Blindenfußball-Bundesliga.

Die Rhönradabteilung des TSV Marburg-Ockershausen ist mit ĂŒber einem Dutzend nationalen Meistertiteln und neun Weltmeisterschaften eine der erfolgreichsten Rhönrad-Mannschaften Deutschlands. Mit Laura Stullich, Victoria Hennighausen und Friederike Schindler stellte der Verein drei Weltmeisterinnen.

Der Kurhessische Verein fĂŒr Luftfahrt (KVfL) mit dem Flugplatz Marburg-Schönstadt ist einer der Ă€ltesten Luftsportvereine Deutschlands. Mit heute etwa 300 Mitgliedern und den vier Sparten Modellflug, Motorflug, Segelflug und Ballonfahren ist der Verein auch ĂŒberregional aktiv. Zu seinen sportlich erfolgreichsten Mitgliedern zĂ€hlt der zweifache Weltmeister im Segelflug Werner Meuser. In unmittelbarer NĂ€he des Flugplatzes befindet sich in Cölbe-Bernsdorf der 2003 erbaute 18-Loch-Golfplatz des Oberhessischen Golf-Clubs Marburg. Einer der Ă€ltesten Vereine, die Kraftsport in Deutschland betreiben, ist die Sportvereinigung Athleten Club 1888 Marburg.[48]

Aber auch bei den Feuerwehren zeichnet sich Marburg immer wieder durch eine Stadtteilfeuerwehr (Marburg-Michelbach) aus, denn auf Kreis-, Bezirks- und Landesentscheiden reprÀsentiert diese Marburg sehr erfolgreich.[49]

Musik

Das musikalische Angebot ist reichhaltig. Insbesondere die drei Kulturzentren sorgen fĂŒr eine weite Bandbreite von nicht nur fĂŒr JĂŒngere attraktiven Konzerten der Bereiche Rock, Pop, Hip Hop, A cappella, Tango, Ska, Punk, Reggae, Weltmusik. Vereine wie die Jazz-Initiative JIM sowie der Folkclub Marburg ergĂ€nzen das Angebot. Im Bereich der klassischen Musik gibt es einen aktiven Konzertverein, zwei junge Sinfonieorchester, nĂ€mlich das Studenten-Sinfonieorchester Marburg und die Junge Marburger Philharmonie, sowie viele Chöre im Stadtgebiet. Besonders erwĂ€hnenswert sind hierbei der Marburger Bachchor, der Marburger Konzertchor und der mit der UniversitĂ€t assoziierte UniChor Marburg.

Diskotheken und Szenegastronomie

In Marburg gibt es einige seit Jahrzehnten bestehende Diskotheken. Zu den Ă€lteren gehört das Till Dawn (ehemals Kult) im SĂŒden der Stadt und der Fun-Park, zu den neueren etwa der Club Nachtsalon. Neben drei kommerziellen Diskotheken gibt es zahlreiche After-Work-Partys sowie Veranstaltungen im Dunstkreis der studentischen Selbstverwaltung und Hochschulpolitik (Fachschaftspartys, SolidaritĂ€tspartys). Unter Studenten populĂ€r und stark besucht sind das KFZ und das CafĂ© Trauma. Auch haben sich viele Szenebars und -lounges im gesamten Stadtbereich etabliert.

RegelmĂ€ĂŸige Veranstaltungen

Artisten auf dem Marburger Marktplatz

FrĂŒhjahr

Mitte MĂ€rz findet in Marburg die Verleihung des „Marburger Kamerapreises“ im Rahmen der Marburger KameragesprĂ€che statt. Außerdem wird vom Hessischen Landestheater Marburg eine Kinder- und Jugendtheaterwoche organisiert. Ab dem letzten Aprilwochenende findet auf dem Messeplatz fĂŒr neun Tage die FrĂŒhjahrsmesse statt. Am Abend des letzten Apriltages beginnt um Mitternacht das traditionelle Maieinsingen. Der nĂ€chste Tag (1. Mai) ist vormittags geprĂ€gt durch Demonstrationen und Kundgebungen der Gewerkschaften, am Nachmittag folgt ein Fest.

Am Fronleichnamstag wird vom Kulturzentrum KFZ das A-cappella-Festival Nacht der Stimmen auf der FreilichtbĂŒhne im Schlosspark veranstaltet. In der ersten Juniwoche organisiert das Kulturamt Marburg das Kinderfestival Ramba Zamba.

Sommer

Pferdebrunnen am unteren Steinweg

Immer am letzten Freitag im Juni (nicht jedoch 2011) beginnt das Uni-Sommerfest auf einem abgesperrtem InnenstadtgelĂ€nde in der Biegenstraße zwischen HörsaalgebĂ€ude und Stadthalle mit fĂŒnf BĂŒhnen. Am ersten Juli-Wochenende findet dann der der Marburger MarktfrĂŒhschoppen, das laut Veranstalter „kĂŒrzeste Volksfest Deutschlands“, statt, das durch die historisch bedingten Ressentiments zwischen links gerichteten Studentengruppen und konservativen oder auch rechtskonservativen Studentenverbindungen eine gewisse Brisanz beinhaltet. Bereits am darauffolgenden Freitag folgt das Stadtfest 3 Tage Marburg (3TM) mit sechs MĂ€rkten, zehn BĂŒhnen mit 60 Rock- und Pop-Bands sowie 12 Klassik-Ensembles und -Solisten, Freibieranstich, dem Drachenboot-Cup und einem Höhenfeuerwerk auf dem Schlossberg. Ebenfalls im Juli beginnt das Kurzfilmfestival OpenEyes.

In den Monaten Juli und August bietet die Marburger Sommerakademie Kurse zu Kunst, Theater und Musik an. Der Verein KFZ organisiert Anfang August auch das Straßenfest Summer in the City, wĂ€hrend das Kulturzentrum Waggonhalle zwischen Mitte August und Mitte September den Marburger VarietĂ©-Sommer veranstaltet wird. Im September veranstalten die WeidenhĂ€user ihr traditionelles Entenrennen sowie das Höfefest. Der Herbst wird im zweiten Wochenende im Oktober mit dem Elisabeth-Jahrmarkt eingelĂ€utet. Neben einem Rahmenprogramm des Jahrmarktes ist der Sonntag verkaufsoffen.

Herbst

Zu Semesterbeginn wird vom AStA-Kulturreferat in der ersten Vorlesungswoche das Erstsemesterfest veranstaltet. In der Marburger Stadthalle findet regelmĂ€ĂŸig am ersten Wochenende im November der Kunsthandwerkermarkt statt.

Winter

Die Weihnachtszeit beginnt Marburg ab dem Samstag vor dem ersten Advent. Dann öffnen der Weihnachtsmarkt rund um die Elisabethkirche und der Adventsmarkt am Rathaus. Ein besonderes Ereignis zu Beginn eines neuen Jahres war zwischen 1998 und 2007 die AuffĂŒhrung der Die Feuerzangenbowle von 1944 am letzten Freitag im Januar auf einer Großleinwand auf dem Rathausplatz.

Das MaNo-Festival („Marburg Northampton Poitiers Festival“) wird jĂ€hrlich Anfang MĂ€rz vom Marburger MusikerInnen Verein organisiert. Drei Tage lang spielen ĂŒber 60 Bands aus Marburg sowie den PartnerstĂ€dten Northampton, Poitiers und Maribor in 15 Marburger Clubs und Kneipen.[50]

Ohne jahreszeitlichen Bezug

Bedingt unter anderem durch die geisteswissenschaftlichen Fachgebiete der UniversitĂ€t wie beispielsweise der Germanistik („Neuere deutsche Literatur und Medien“) gibt es in Marburg auch im Literaturbereich viele Angebote. Neben mehreren literarischen Vereinen mit unterschiedlichen Schwerpunkten finden im „CafĂ© Vetter“ jeden Sonntag Veranstaltungen der Vortragsreihe Literatur um 11 statt, regelmĂ€ĂŸig findet im KFZ ein Poetry Slam statt, einmal monatlich des weiteren das Late-Night-Lesen in der Jazzkneipe „Cavete“.

Der Marburger Literaturpreis der UniversitĂ€tsstadt Marburg und des Landkreises Marburg-Biedenkopf wurde zwischen 1980 und 2005 alle zwei Jahre vergeben. Im Jahre 2006 entschieden der Landrat des Kreises Marburg-Biedenkopf und der OberbĂŒrgermeister der Stadt Marburg, den Preis einzustellen. Stattdessen wolle die Stadt Marburg zukĂŒnftig stĂ€rker als bisher Kinder- und Jugendliteratur fördern.[51]

SehenswĂŒrdigkeiten und Tourismus

Marburger Schloss (Übersicht)
Das historische Rathaus
Blick von der Biegenstraße zur Oberstadt
GrĂŒner MĂŒhle vom Wehr aus
Das „Michelchen“
Spiegelslustturm (alias Kaiser-Wilhelm-Turm)

Marburg und seine Umgebung bieten zahlreiche SehenswĂŒrdigkeiten.[52][53] Der Tourismus stellt in der UniversitĂ€tsstadt einen nicht unerheblichen Wirtschaftsfaktor dar. Hauptanziehungspunkte sind die Elisabethkirche, das Schloss sowie die historische Altstadt. FĂŒr Übernachtungen bietet Marburg außer dem Campingplatz und einer ganzen Reihe Hotels und Pensionen in allen Preisklassen die Jugendherberge in der Jahnstraße, die 167 Betten bietet und in unmittelbarer NĂ€he zur Lahn und zum UniversitĂ€tsstadion liegt. 2009 konnte die Stadt bei einem Angebot von 5.974 Betten 562.653 Übernachtungen vorweisen.[54] StadtfĂŒhrungen (auch zu Sonderthemen wie MĂ€rchen, Romantikepoche etc.) sowie MĂ€rchenrundfahrten in die Umgebung zu den SchauplĂ€tzen der Grimmschen MĂ€rchen und der Deutschen MĂ€rchenstraße lassen sich bei der Touristen-Information buchen. Von April bis Oktober gibt es jeden Samstag Kasematten-FĂŒhrungen durch die unterirdischen Festungsanlagen des Schlosses. Der Ă€lteste Sakralbau Marburgs, die romanische Martinskirche befindet sich im Ortsteil Michelbach.

Elisabethkirche

→ Hauptartikel: Elisabethkirche (Marburg)

Die Elisabethkirche, vom Volksmund gewöhnlich „E-Kirche“ genannt, ist der frĂŒheste rein gotische Kirchenbau auf deutschem Boden und wahrscheinlich das bekannteste GebĂ€ude Marburgs. Sie wurde vom Deutschen Orden zu Ehren der Heiligen Elisabeth von ThĂŒringen gebaut, deren Grabmal sich in der Kirche befand. Der Bau wurde im Jahr ihrer Heiligsprechung (1235) begonnen und 1283 vollendet. Marburg wurde dadurch im SpĂ€tmittelalter zu einem bedeutenden Wallfahrtsort.

Die Kirche gilt als Meisterwerk der deutschen FrĂŒhgotik. Sie zĂ€hlt zu den ersten rein gotischen Hallenkirchen im deutschen Kulturgebiet. Mit der Liebfrauenkirche in Trier ist sie die erste rein gotische Kirche im deutschen Sprachraum. FĂŒr den Kölner Dom gilt sie als Vorbild.

Landgrafenschloss

→ Hauptartikel: Marburger Schloss

Das Landgrafenschloss erhebt sich weithin sichtbar westlich ĂŒber der Stadt und dem in nord-sĂŒdlicher Richtung verlaufenden Lahntal. Der Schlossberg hat eine Höhe von 287 m ĂŒ. NN und bildet einen AuslĂ€ufer des Marburger RĂŒckens – einem Buntsandstein-Hochland. Durch die relativ steilen Talflanken bestand hier eine sehr gute fortifikatorische Ausgangslage fĂŒr die Errichtung einer mittelalterlichen Burg, die in der Folgezeit und bis in die Gegenwart zahlreiche bauliche VerĂ€nderungen erfuhr.

Neben seiner historischen Bedeutung als erste Residenz der Landgrafschaft Hessen ist das Schloss von großem kunst- bzw. bauhistorischem Interesse. Dies betrifft neben den Bauteilen aus dem 11./12. Jahrhundert vor allem das Schloss aus der zweiten HĂ€lfte des 13. Jahrhunderts, das noch heute den Gesamteindruck der Anlage wesentlich bestimmt. Die Schlosskapelle und der Saalbau mit dem Großen Saal beziehungsweise FĂŒrstensaal, der zu den grĂ¶ĂŸten und qualitĂ€tvollsten profanen gotischen SĂ€len in Mitteleuropa gehört, sind herausragende Leistungen der europĂ€ischen Burgenarchitektur.[55]

Heute wird das Schloss in Teilen vom Marburger UniversitĂ€tsmuseum fĂŒr Kulturgeschichte genutzt, das eine große Sammlung von Exponaten zur Geschichte der Region seit der Steinzeit beherbergt. Außerdem finden hier auch TheaterauffĂŒhrungen, Konzerte sowie weitere kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel mittelalterliche MĂ€rkte usw. statt. Sehr beliebt ist auch das zwischen Mai und September stattfindende Open-Air-Kino auf der FreiluftbĂŒhne im Schlosspark.

GebÀude der Kugelherren

In der Oberstadt zwischen der BarfĂŒĂŸer- und der Ritterstraße befinden sich in der Kugelgasse zwei GebĂ€ude, die im 15. Jahrhundert im Auftrag des Ordens „BrĂŒder zum gemeinsamen Leben“ erbaut wurden. Die so genannten Kugelherren, die wegen ihrer Kopfbedeckung, der Gugel, so genannt wurden, waren ab 1477 in Marburg ansĂ€ssig. Möglich wurde der Bau der GebĂ€ude durch eine Schenkung eines reichen Marburgers, des Patriziers Heinrich Imhof.

Das Kugelhaus ist ein im spĂ€tgotischen Stil erbautes Stift, das 1491 fertig gestellt wurde. Heute ist dort die Völkerkundliche Sammlung des Institut fĂŒr Vergleichende Kulturforschung: Religionswissenschaft und Völkerkunde untergebracht. 1527 ging das Haus, in dem auch eine Lateinschule untergebracht war, an die UniversitĂ€t ĂŒber, nachdem Landgraf Philipp den Orden und die Schule, in der er selbst SchĂŒler war, aufgelöst hatte. Die UniversitĂ€t möchte das GebĂ€ude im Laufe des Jahres 2011 aufgeben; es soll an die Kugelkirchen-Gemeinde verkauft werden, die darin ein Gemeindezentrum einrichten will.

Die Kugelkirche, die 1485 von Johannes Bonemilch von Laasphe geweiht wurde, ist das zweite GebÀude des Ordens. Sie wurde zwischen 1478 und 1520 erbaut. Die Kirche besitzt Spitzbogenfenster und einen Dachreiter. Das Netzgewölbe zieren spÀtgotische Rankenmalereien. Orgel, Kanzel und Hochaltar stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert.

Weitere innerstÀdtische Bauwerke

In der Marburger Oberstadt ist eine große Zahl von Fachwerk-Bauten rund um das historische Rathaus von 1527 durch ein langjĂ€hriges, planmĂ€ĂŸiges Restaurierungskonzept erhalten geblieben. Die Reste einer mittelalterlichen Synagoge oberhalb des Marktplatzes neben dem Haus Markt 23 sind unter einem Glaskubus von außen einsehbar. Die ehemalige Kilianskapelle (heute Kilian) wurde zwischen 1180 und 1200 als Marktkapelle im romanischen Stil erbaut. Nach der Reformation wurde die Kapelle nicht mehr als solche genutzt. Der nicht mehr vorhandene Ostturm wurde 1552 bis 1554 niedergerissen und zum Wiederaufbau der eingestĂŒrzten WeidenhĂ€user BrĂŒcke verwendet. Nachdem auch Giebel und Gewölbe abgebrochen wurden, erhielt der Kilian 1580/81 dann mit einem Fachwerkobergeschoss weitestgehend sein heutiges Erscheinungsbild. Die erstmals 1248 urkundlich erwĂ€hnte GrĂŒner MĂŒhle ist eine ehemals als ÖlmĂŒhle genutzte WassermĂŒhle am Wehr unterhalb der WeidenhĂ€user BrĂŒcke.

BrĂŒcken

→ Hauptartikel: BrĂŒcken in Marburg

Marburg hat durch seine exponierte Lage am engen Flusslauf der Lahn und den vergleichsweisen steilen HĂ€ngen neben vielen Treppen und den AufzĂŒgen eine Vielzahl an BrĂŒcken und ÜberfĂŒhrungen in seinem Stadtgebiet.

Das Michelchen, St. Michaelskapelle

Unweit der Elisabethkirche inmitten eines ehemaligen Totenhofes liegt die kleine mittelalterliche St. Michaelskapelle, „Michelchen“ genannt. BrĂŒder des Deutschen Hauses erbauten sie 1268 in dem Totenhof, wo die zum Grabe der Heiligen Elisabeth gekommenen und in Marburg verstorbenen Pilger und die in ihrem Hospital verstorbenen PfrĂŒndner ihre letzte RuhestĂ€tte fanden. In ihr versahen die Ordenspriester ebenso wie in der Elisabethkirche den Gottesdienst. Mehrere zum Besuch der Kapelle ausgestellte Ablassbriefe sind aus dem 13. Jahrhundert bekannt. In der Reformationszeit ging das Michelchen in den Besitz der Stadt ĂŒber. Als notwendige Arbeiten und Aufsicht unterlassen wurden, verkam es zur Ruine. Erst nach 1583 wurden Renovierungsarbeiten am Dachstuhl vorgenommen, neue TĂŒren und Fenster eingesetzt sowie eine Kanzel und eine Empore errichtet. Auch die Mauer um den Friedhof wurde erneuert. Heute wird der Totenhof nicht mehr benutzt. Die noch vorhandenen etwa fĂŒnfzig Grabsteine stammen sĂ€mtlich aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Sie geben einen guten Überblick ĂŒber den Wandel der kĂŒnstlerischen Auffassung von Figurengrabsteinen der Renaissance ĂŒber den Inschriftgrabstein des Barock bis zum klassizistischen Grab-Denkmal. Letzte Restaurierungsarbeiten im Michelchen wurden 2009 beendet. Heute ist der Totenhof ein Park und Ruhepunkt im Nordviertel von Marburg.

Spiegelslust

→ Hauptartikel: Spiegelslustturm

Der Name „Spiegelslust“ geht auf Werner Freiherr von Spiegel zum Desenberg zurĂŒck, der im 19. Jahrhundert in Marburg studierte und diesen Platz, der frĂŒher „Köhlers Ruhe“ hieß, zu einem Ausflugsziel ausbaute. Der Ort ist seit der Zeit der Romantik ein beliebtes Ausflugsziel und wird bewirtschaftet. ZunĂ€chst wurde dort ein Pavillon errichtet, spĂ€ter folgte der Aufbau eines Gasthauses. Dieses blieb bis 1989 Eigentum der Stadt, wurde dann vom damaligen PĂ€chter der Stadt abgekauft und wird bis heute durch diesen bewirtschaftet.

„Spiegelslust“ liegt 200 Meter entfernt vom Kaiser-Wilhelm-Turm (nach Wilhelm I. (Deutsches Reich)). Der Turm, der auch als Spiegelslustturm bekannt ist, ist ein Aussichtsturm auf den Lahnbergen. 1872 hatte ein Verein Geld gesammelt, um den Turm als Erinnerung an die ReichsgrĂŒndung und den Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) zu finanzieren. In der Nacht vom 12. auf den 13. MĂ€rz 1876 brachte ein Sturm den fast fertigen Turm zum Einsturz. Erst 14 Jahre spĂ€ter wurde das 36 Meter hohe Bauwerk fertiggestellt; die feierliche Einweihung fand am 2. September 1890 statt.

Parks

Alter Botanischer Garten

→ Hauptartikel: Alter Botanischer Garten (Marburg)

Wenige hundert Meter sĂŒdlich der Elisabethkirche liegt am Pilgrimstein der 3,6 Hektar große Alte Botanische Garten der UniversitĂ€t Marburg. 1811 gegrĂŒndet, beruht bis heute die Einmaligkeit dieses Gartendenkmals auf der gelungenen VerknĂŒpfung eines „Wissenschaftsgartens“ mit der „englischen Gartenkunst“. Noch heute zeigt er wichtige Spuren seiner Geschichte. Diese betrifft sowohl die Geschichte der Gartenkunst als auch die Geschichte der Naturwissenschaften von den Zeiten der „nur“ beschreibenden „Naturgeschichtler“ nach Carl von LinnĂ©, dann der „Pflanzengeographie“ Alexander von Humboldts ĂŒber die Zeit der evolutorischen ErklĂ€rungsversuche Charles Darwins oder Ernst Haeckels bis zur Labor-Botanik. Mit der Errichtung der neuen Zentralen UniversitĂ€tsbibliothek auf dem angrenzenden Streifen zur Elisabethkirche hin und dem Umzug zahlreicher Institute der UniversitĂ€t in die nahgelegenen alten KlinikgebĂ€ude soll der Alte Botanische Garten zum Mittelpunkt des geisteswissenschaftlichen „Campus Firmanei“ werden.

Botanischer Garten

→ Hauptartikel: Botanischer Garten (Marburg)

Der Botanische Garten Marburg liegt auf den Lahnbergen. Gegen Ende der 1960er Jahre wurden die naturwissenschaftlichen FĂ€cher der Philipps-UniversitĂ€t Marburg dorthin verlegt, da in der Innenstadt kein Platz fĂŒr umfangreiche Neubauten vorhanden war. In der rĂ€umlichen NĂ€he zum Botanischen und Zoologischen Institut des Fachbereichs Biologie wurde dort ein vom Landschaftsarchitekten GĂŒnther Grzimek geplanter neuer botanischer Garten angelegt und im Jahr 1977 eröffnet. Mit 20 ha ist er einer der grĂ¶ĂŸeren Botanischen GĂ€rten Deutschlands. Neben einer großen Baumsammlung (Arboretum) hat er eine systematische Abteilung, eine Abteilung mit Heil- und Nutzpflanzen, die Farnschlucht, den FrĂŒhlingswald, ein Alpinum und einen Heidegarten. In SchaugewĂ€chshĂ€usern mit einer GrundflĂ€che von 1.700 mÂČ sind zahlreiche Pflanzen der Tropen und Subtropen zu sehen, darunter die Riesenseerose Victoria amazonica. Der Botanische Garten kĂ€mpft seit Jahren gegen die Unterfinanzierung und war mehrfach schließungsbedroht. Die Orchideensammlung musste aus KostengrĂŒnden bereits geschlossen werden, fĂŒr die Rhododendronsammlung ist dasselbe Schicksal zu befĂŒrchten.

Schlosspark

Nach der Aufgabe des Landgrafenschlosses im 17. Jahrhundert wurde das sĂŒdlich gelegene Gebiet des Schlossbereichs, das zuvor wahrscheinlich als militĂ€risches Übungsgebiet genutzt wurde, zu Gartenland. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begann die Stadt Marburg die GartenflĂ€chen zu einer Parkanlage umzugestalten. WĂ€hrend des Zweiten Weltkriegs wurden hieraus jedoch NutzgĂ€rten. Gegen Ende des Krieges wurde die FlĂ€che erneut umgestaltet, es wurde ein Rosengarten angelegt. Im Jahre 1981 begann die Umgestaltung zum heutigen Schlosspark. Die letzte umfassende Neugestaltung fand 2009/2010 statt. Die Anlage ist nun ein öffentlicher Erholungs- und Freizeitpark auf der SĂŒdseite des Landgrafenschlosses. In dem nach wie vor vorhandenen Rosengarten sind heute rund 7000 Rosen in 65 VarietĂ€ten[56] zu finden. Unter anderem finden hier auch Veranstaltungen wie bei dem Stadtfest 3-Tage-Marburg statt. Inmitten des Schlossparks liegt eine FreilichtbĂŒhne, die fĂŒr diverse kulturelle Ereignisse genutzt wird.

Natur und Freizeit

Marburgs Kernstadtgebiet wird im Osten durch die bewaldeten Lahnberge begrenzt. Die Berge im Westen sind mit dem Schloss und der Altstadt bebaut und bewohnt; dahinter liegen sich der Stadtwald und der Wehrdaer Wald. Im Norden und im SĂŒden werden die Ebenen im Lahntal vorwiegend landwirtschaftlich genutzt. Durch Marburg fließt die Lahn; im Stadtgebiet ist diese nicht schiffbar. Durch die Innenstadt fĂŒhrt ein Lahnnebenarm, der am Wehrdaer Wehr beginnt und in der Mitte der Uferstraße wieder in den Hauptlauf mĂŒndet.

Im Bereich des SĂŒdviertels teilt sich die Lahn ein zweites Mal und bildet hier eine kleine Insel (Auf der Weide). Im Stadtbereich wurden durch umfangreiche Renaturierungsmaßnahmen in den letzten Jahren die Lahnwiesen teilweise in Lahnauen zurĂŒckverwandelt. In die Lahn mĂŒnden zahlreiche kleinere BĂ€che; die bekanntesten sind die Ketzerbach und der GefĂ€llebach. Über die Lahnberge zieht sich ein gut ausgebautes Netz von Wanderwegen. Im Norden und SĂŒden befinden sich in LahnnĂ€he Baggerseen, die ĂŒberwiegend der Öffentlichkeit zum Schwimmen offen stehen.

Auf einer Strecke von sechs Kilometern verlÀuft entlang des Radwegs an der Lahn der Marburger Planetenlehrpfad.[57] Er wurde 1995 als erster Planetenlehrpfad der Welt eröffnet, der auch blinden Menschen einen Zugang ermöglicht.

SpezialitÀten, kulinarische und andere

  • „Marburger NachtwĂ€chter“, einen KrĂ€uterlikör, gibt es seit 1799. Die aktuelle Rezeptur datiert aus dem Jahre 1949, die Herstellung geschieht mittlerweile im Nachbarort Weimar.
  • ElisabethbrĂ€u, Bier einer kleinen Privatbrauerei
  • Elisabethkaffee, (Marburger Weltladen, fair gehandelt)
  • Keramiktassen mit Blindenschrift (Töpferei Schneider in der Oberstadt)

Wirtschaft und Infrastruktur

UniversitÀt Marburg

Alte UniversitÀt
HörsaalgebÀude mit Audimax

→ Hauptartikel: Philipps-UniversitĂ€t Marburg

GrĂ¶ĂŸter Arbeitgeber der Stadt ist die Philipps-UniversitĂ€t, welche 1527 durch Landgraf Philipp den GroßmĂŒtigen als erste evangelische UniversitĂ€t gegrĂŒndet wurde. Durch den auf die Einwohnerzahl gerechnet hohen Anteil an Studenten und Mitarbeiten (21.833 Studierende, 3.948 Angestellte ohne Klinikum) entwickelte sich der Spruch: „Andere StĂ€dte haben eine UniversitĂ€t – Marburg ist eine“. Dies bringt zum Ausdruck, wie eng verknĂŒpft die Geschichten von UniversitĂ€t und Stadt sind. Die UniversitĂ€t bietet ein ĂŒberdurchschnittlich breit gefĂ€chertes Studienangebot mit vielen außergewöhnlichen StudiengĂ€ngen.

Wirtschaft

Klinikum Marburg

Die drei grĂ¶ĂŸten Arbeitgeber der Stadt sind die Philipps-UniversitĂ€t Marburg, das privatisierte und zum Rhön-Klinikum gehörende UniversitĂ€tsklinikum Gießen und Marburg und die teilweise zu den internationalen Konzernen CSL Behring, Siemens Healthcare Diagnostics und Novartis Behring (ehem. Chiron Behring) gehörenden ehemaligen Behringwerke (Pharma- und Medizintechnikbranche). Dicht darauf folgt auf Platz vier die Deutsche Blindenstudienanstalt (Blista).

Rund 81,7 Prozent der versicherungspflichtig beschĂ€ftigten Arbeitnehmer Marburgs arbeiteten 1998 im Dienstleistungsbereich, 18,1 Prozent im produzierenden Gewerbe. Die höchsten BeschĂ€ftigungsanteile in Marburg hatten die Bereiche Gesundheit (UniversitĂ€tskliniken) und Wissenschaft (UniversitĂ€t, Blista) aufzuweisen. Insgesamt arbeiteten in diesen beiden Wirtschaftszweigen ĂŒber 10.000 Menschen.

Die fĂŒr eine Stadt dieser GrĂ¶ĂŸe recht beeindruckende Zahl von ĂŒber 300 Restaurants, GaststĂ€tten, CafĂ©s und Kneipen machen die Ausrichtung der Gastronomie auf die Zielgruppe Studenten deutlich.

Verkehr

Eisenbahn

Bahnhof Marburg Lahn

Der Bahnhof Marburg ist InterCity-Halt auf der Linie 26 Stralsund–Hamburg–Hannover–Frankfurt–Karlsruhe(–Konstanz) und lĂ€sst sich mit ZĂŒgen des Nahverkehrs ĂŒber die Main-Weser-Bahn in der Relation Kassel – Frankfurt am Main erreichen. In Marburg beginnen zudem die Nebenstrecken der Kurhessenbahn nach Frankenberg (Burgwaldbahn) und ĂŒber Biedenkopf ĂŒber Bad Laasphe nach ErndtebrĂŒck (Obere Lahntalbahn). Durch den Mittelhessen-Express, der zwischen Treysa und Frankfurt eingesetzt wird, erhielt Marburg 2007 eine Anbindung ans Rhein-Main-Gebiet in dichterem Takt. Die Verkehrsanlagen, das EmpfangsgebĂ€ude und das gesamte stĂ€dtebauliche Umfeld des Hauptbahnhofs werden seit 2010 vollstĂ€ndig umgestaltet.

Im Zusammenhang mit dem „MittelhessenExpress“ ist langfristig der Neubau eines Nahverkehrshaltepunktes Marburg-Mitte geplant, der auf Höhe der UniversitĂ€tsbibliothek entstehen soll.

Am ehemaligen SĂŒdbahnhof war die Marburger Kreisbahn nach Ebsdorfergrund an das Schienennetz angeschlossen. Nach der Stilllegung und der Demontage der Gleise wurde der Bahnhof zum einfachen Haltepunkt Marburg-SĂŒd.

Von 1903 bis 1911 besaß Marburg zunĂ€chst eine von Pferden betriebene, ab 1911 eine elektrische Straßenbahn. Diese wurde 1951 durch Oberleitungsbusse ersetzt, die bis 1968 fuhren.

Siehe auch: Nahverkehr in Marburg

Bundesstraßen

Die Marburger Stadtautobahn (B 3a) auf Höhe der Ausfahrt „Marburg Mitte“
Untergasse: die Straße folgt der historischen Ost-West-Fernverkehrs-Verbindung, die von Gladenbach ins Amöneburger Becken fĂŒhrte

Mit dem Auto ist Marburg ĂŒber die Bundesstraßen 3, 62, 252 und 255 zu erreichen.

Die B 3 verlĂ€uft quer durch das Stadtgebiet (Stadtautobahn B 3a), grĂ¶ĂŸtenteils parallel der Bahnstrecke. Dadurch wird einerseits das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt verringert; andererseits wird die LĂ€rmbelastung durch viele Anwohner kritisiert.

Das letzte zwischen der Kreuzung mit der B 62 bei Cölbe und dem Gießener Nordkreuz noch fehlende AusbauteilstĂŒck zwischen Niederweimar und Roth wurde am 11.Mai 2011 in Betrieb genommen. Die Strecke ist nun durchgehend vierspurig befahrbar und dient als Verbindung zum Gießener Ring (A 485) und weiter ins Rhein-Main-Gebiet. Die Arbeiten zum LĂŒckenschluss begannen im FrĂŒhjahr 2007, die im gleichen Jahr begonnenen BrĂŒckenbauwerke der UnterfĂŒhrung der K 42 bei Wolfshausen und der ÜberfĂŒhrung der B 255 am Kieswerk von Niederweimar wurden bereits im Jahr 2008 fertiggestellt. Die Errichtung der neuen LahnbrĂŒcke bei Argenstein war im FrĂŒhjahr des Jahres 2010 beendet.

Busverkehr

→ Hauptartikel: Nahverkehr in Marburg

Der öffentliche Nahverkehr in Marburg wird von den Stadtwerken mit 19 Stadtbuslinien bedient. TagsĂŒber besteht ein dichter Takt innerhalb der Kernstadt und den nĂ€heren Stadtteilen; einige Linien fahren bis in den Abend und bedienen dann nur noch die Kernstadt mit den inneren Stadtteilen. ZusĂ€tzlich gibt es Anrufsammeltaxen in Form von Vans und Kleinbussen sowie eine Nachtbuslinie (N8Express), die am Wochenende bis 4 Uhr die Kernstadt bedient. Zu Anfang des 20. Jahrhunderts gab es eine Straßenbahn, die 1951 durch den Oberleitungsbus Marburg abgelöst wurde, bevor auch dieses System 1968 stillgelegt wurde. Heute verkehren Diesel- und seit Anfang 2005 auch moderne Erdgasbusse, darunter spezielle besonders kleine Busse, die die engen und steilen Straßen in der Oberstadt und am Ortenberg befahren können. Marburg und der Landkreis sind seit 1995 Mitglied im Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2006 wurde eine komplette Neuordnung des Busnetzes vorgenommen, wobei sich auf die EinfĂŒhrung von drei Hauptlinien bezogen wurde, welche vom Hauptbahnhof ĂŒber die Innenstadt zum SĂŒdbahnhof im FĂŒnf-Minuten-Takt verkehren. Die anderen Stadtbuslinien sollen sinnvoll an die Hauptachse anknĂŒpfen und nicht zentral durch die Innenstadt verkehren. Es wurde eine erhebliche Entlastung der Marburger Innenstadt durch dieses Vorhaben erwartet.

Seilbahn

Überlegungen, die Tallagen der Stadt entweder mit dem Schlossberg oder mit dem UniversitĂ€ts-Neubaugebiet auf den Lahnbergen durch eine Seilbahn zu verbinden, datieren bereits aus den 1960er Jahren. Seit 2009 wird erneut diskutiert, ob die Innenstadt mittels einer Seilbahn mit dem Standort Lahnberge (Klinikum, UniversitĂ€tsstandort und Neuer Botanischer Garten) verbunden werden und so der öffentliche Personennahverkehr verbessert werden kann[58]. BĂŒrgermeister Franz Kahle (BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen) hatte sich fĂŒr die PrĂŒfung einer solchen Verbindung ausgesprochen. Die Seilbahnhersteller Leitner AG und Doppelmayr/Garaventa haben im Herbst 2010 bei Informationsveranstaltungen in Marburg die grundsĂ€tzliche Machbarkeit einer Seilbahnverbindung dargestellt. Zuletzt hatten sich im Marburger Stadtparlament aber CDU und SPD gegen eine weitere PrĂŒfung, BĂŒndnis 90/Die GrĂŒnen[59], FDP[60] und Teile der Linken fĂŒr die nĂ€here PrĂŒfung einer Seilbahn ausgesprochen. Das Stadtparlament hat im Juni 2011 ein Verkehrsgutachten zu den Beziehungen Innenstadt/Lahnberge unter Einbeziehung der PrĂŒfung einer Seilbahn beschlossen[61].

AufzĂŒge

Neben Bad Schandau, Engen und Helgoland gehört Marburg zu den deutschen Gemeinden, in denen AufzĂŒge Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs sind. Besonders zu erwĂ€hnen sind der Oberstadtaufzug, der den Rudolphsplatz mit der Reitgasse verbindet, die AufzĂŒge des Parkhauses Oberstadt, die den hinteren Pilgrimstein mit der Wettergasse verbinden, sowie der Aufzug im Neuen Ortenbergsteg, welcher den Hauptbahnhof mit dem Ortenbergplatz verbindet.

Medien

Einzige regionale Tageszeitung ist heute die Oberhessische Presse mit einer Auflage von ĂŒber 30.000 Exemplaren. Daneben gab es bis zum 30. September 2010 die Marburger Neue Zeitung, eine Regionalausgabe der Zeitungsgruppe Lahn-Dill mit eigener Lokalredaktion in Marburg und einer Auflage von rund 2.500 StĂŒck. Der kostenlose Marburger Express ist ein Stadtmagazin mit Veranstaltungskalender und erscheint wöchentlich im Marbuch-Verlag des „Marbuchs“ fĂŒr NeubĂŒrger. Der Verlag der Oberhessischen Presse gibt mittwochs mit Marburg extra und samstags mit "Mein Samstag" (bis Juni 2011win – Die Wocheninfo) zwei kostenlose WochenblĂ€tter heraus. Aus Gießener VerlagshĂ€usern kommen die Gratis-Wochenzeitungen Mittelhessische Anzeigen-Zeitung am Mittwoch, Marburger Freitagszeitung und Sonntag-Morgenmagazin. Unter das Marburger firmieren ein lokales Nachrichtenblog und ein kostenloses Stadtmagazin.

Weiterhin existieren freie Medien, unter anderem der freie Radiosender Radio Unerhört Marburg (RUM) und Kirche in Marburg (KIM), ein monatliches Programm der evangelischen und katholischen Gemeinden.

Bildung

Neben der Philipps-UniversitĂ€t befindet sich in Marburg die Deutsche Blindenstudienanstalt, das Max-Planck-Institut fĂŒr terrestrische Mikrobiologie und Forschungsabteilungen diverser Pharmafirmen, die aus den ehemaligen Behringwerken hervorgegangen sind.

Die Archivschule Marburg ist eine staatliche AusbildungsstĂ€tte von Archivaren mit Status einer Fachhochschule. Die Technische Hochschule Mittelhessen kooperiert breit mit der Philipps-UniversitĂ€t und plant die Einrichtung eines Standorts in Marburg, womit die Stadt dann auch zu einem ingenieurwissenschaftlich-technischen Hochschulstandort ausgebaut wĂŒrde.

Medizinern ist Marburg durch das UniversitĂ€tsklinikum, das Marburg-Virus, die Gewerkschaft der klinikangestellten Ärzte und besonders durch den Marburger Bund bekannt.

In Marburg gibt es diverse Schulen jeder Art, darunter mit der Elisabethschule, der Martin-Luther-Schule und dem Gymnasium Philippinum drei reine Gymnasien sowie das berufliche Gymnasium an der Adolf-Reichwein-Schule. Hinzu kommt die integrierte Gesamtschule am Richtsberg, einige Grundschulen, Haupt- und Realschulen sowie Berufliche Schulen. Mit der Otto-Ubbelohde-Schule verfĂŒgt Marburg ĂŒber die einzige sechsjĂ€hrige Grundschule Hessens.

Stark ausgeprĂ€gt ist in Marburg die Schullandschaft in freier TrĂ€gerschaft. Abgesehen von der Blindenstudienanstalt gibt es sieben solcher Schulen mit besonderem pĂ€dagogischen Profil, die nicht von Staat und Stadt veranstaltet werden. Neben Förderschulen sind darunter eine Freie Waldorfschule, eine Montessori-Schule, die sechsjĂ€hrige Grundschule mit Kindergarten Freie Schule Marburg und das Gymnasium und Internat Landschulheim SteinmĂŒhle.

Zudem hat eines der wichtigsten Zentren fĂŒr historische Ostmitteleuropa-Forschung, das Herder-Institut, seinen Sitz in Marburg. Unter den Landesbehörden sind das Hessische Staatsarchiv Marburg sowie das Hessische Landesamt fĂŒr geschichtliche Landeskunde zu nennen.

Auszeichnungen

1984

  • Goldmedaille im Bundeswettbewerb "Bauen und Wohnen in alter Umgebung"

2005

  • Einer von 15 PreistrĂ€gern beim Wettbewerb "Ab in die Mitte! Die Innenstadt-Offensive Hessen" (Hessische Wirtschaftsministerium) [62]

2006

2007

2008

2009

2010

2011

  • Sonderpreis "Umweltbildung und Umweltgerechtigkeit" beim Bundeswettbewerb "Bundeshauptstadt der BiodiversitĂ€t" (Deutsche Umwelthilfe)
  • Außerdem gehört Marburg zu den acht Finalisten des europaweiten Wettbewerbs "Barrierefreie Stadt 2012", dessen Sieger am 1.Dezember in BrĂŒssel bekannt gegeben wird.[77][78]

Persönlichkeiten

Philipp der GroßmĂŒtige

→ Hauptartikel: Liste von Persönlichkeiten der Stadt Marburg

Die bekannteste Persönlichkeit und Patronin der Stadt ist die Heilige Elisabeth. Auf ihre Heiligsprechung grĂŒndet sich die Bedeutung der Stadt. Eine weitere wichtige Gestalt ist Philipp von Hessen, der fĂŒr die GrĂŒndung der UniversitĂ€t verantwortlich ist. Seitdem haben in der lange Zeit recht kleinen Stadt, die noch zu Anfang des 20. Jahrhunderts lediglich ungefĂ€hr 20.000 Einwohner hatte, viele große Persönlichkeiten gelebt, als Lehrende der UniversitĂ€t, wie etwa Denis Papin, Alfred Wegener, Erwin Piscator und Wolfgang Abendroth, ein noch grĂ¶ĂŸerer Teil als Studenten. Zu nennen sind etwa die BrĂŒder Grimm, Friedrich Carl von Savigny, Gustav Heinemann, Otto Hahn oder Ulrike Meinhof. Daneben gibt es auch eine Reihe von Persönlichkeiten des Zeitgeschehens, die aus Marburg stammen oder lĂ€ngere Zeit in Marburg gewirkt haben. Hierzu zĂ€hlen etwa Martin Schneider oder Margot KĂ€ĂŸmann.

Siehe auch

 Portal:Mittelhessen – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Mittelhessen

Literatur

  • Christian Schönholz, Karl Braun (Hrsg.): Marburg. StreifzĂŒge durch die jĂŒngere Stadtgeschichte. Ein Lesebuch 1960-2010. Jonas, Marburg 2010, ISBN 978-3-89445-437-1.
  • Erhart Dettmering, Rudolf Grenz (Hrsg.): Marburger Geschichte. RĂŒckblick auf die Stadtgeschichte in EinzelbeitrĂ€gen Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 1982, ISBN 3-9800490-0-0.
  • Anke StĂ¶ĂŸer: Marburg im ausgehenden Mittelalter. Stadt und Schloss, Hauptort und Residenz. Schriften des Hessischen Landesamtes fĂŒr geschichtliche Landeskunde 41, Selbstverlag des Hessischen Landesamtes fĂŒr geschichtliche Landeskunde, Marburg 2011, ISBN 978-3-921254-80-6.
  • Marbuch. 7. Auflage. Marbuch, Marburg 2003, ISBN 3-9806487-1-0 (umfassend, mit Stadtplan).
  • Nils Folckers, Ambros Waibel (Hrsg.): Marburganderlahnbuch. Verbrecher-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-935843-33-X.
  • Wilmfried Brand: WanderfĂŒhrer Marburg. 2. Auflage. Hitzeroth, Marburg 2005, ISBN 3-89616-195-4.
  • Hermann Bauer: Alt-Marburger Geschichten und Gestalten. Rathaus-Verlag, Marburg 1986, ISBN 3-923820-16-X.
  • Walter Bernsdorff, Jutta Buchner-Fuhs, Gabriele Clement: Marburg in den Nachkriegsjahren. Rathaus-Verlag, Marburg 1998, ISBN 3-923820-65-8.
  • Carsten Beckmann: Marburg und das Marburger Land in den 1950er Jahren. Historische Aufnahmen. Wartberg, Gudensberg 2002, ISBN 3-8313-1033-5.
  • Ursula Braasch-Schwersmann: Das Deutschordenshaus Marburg, Wirtschaft und Verwaltung einer spĂ€tmittelalterlichen Grundherrschaft. Elwert, Marburg 1989, ISBN 3-7708-0907-6.
  • Winfried Wolf: Die autofreie Stadt. Der Autowahn am Beispiel der Stadt Marburg an der Lahn. Geschichte, Perspektive und Alternative. Neuer ISP-Verlag, Köln 1993, ISBN 3-929008-41-6.
  • Christiane David: Buntsandstein – Bausandstein. Marburger Bausandstein unter der Lupe. Marburger Geowissenschaftliche Vereinigung, Marburg 2006, ISBN 3-934546-02-1 (Marburger Geowissenschaften. Band 3).
  • Erhart Dettmering: Kleine Marburger Stadtgeschichte. Pustet, Regensburg 2007, ISBN 978-3-7917-2086-9.
  • Hans GĂŒnther Bickert, Norbert Nail: „Es stand ein Wirtshaus an der Lahn 
“. Der alte Gasthof zum SchĂŒtzenpfuhl in Marburg. Mit einem Beitrag ĂŒber „Himmelsbriefe“. Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 2008, ISBN 978-3-923820-90-0 (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur. 90).
  • IG Marburg (Hrsg.): Marburg. Abbruch und Wandel. StĂ€dtebauliche Planungen in einer mittelalterlichen Stadt. Jonas, Marburg 2009, ISBN 978-3-89445-393-0.
  • Arbeitsgruppe des Kunstgeschichtlichen Instituts der Philipps-UniversitĂ€t in Zusammenarbeit mit der Stadtplanungsabteilung der Stadt Marburg (Hrsg.): Die Stadt Marburg. Jonas, Marburg, 1976–1981 (2 BĂ€nde).
  • Historistischer Fachwerkbau in Marburg. In: Jahrbuch fĂŒr Hausforschung. 32, 1981, S. 305–320.
  • Klaus Laaser (Fotograf): Marburg. Laaser, Marburg 2001, ISBN 3-9808062-0-0.
  • Angus Fowler, Dieter Woischke: Marburg 1849–1920. Laaser, Marburg 1989, ISBN 3-9800115-9-3.
  • Ellen Kemp, Katharina Krause, Ulrich SchĂŒtte (Hrsg.): Marburg. ArchitekturfĂŒhrer. Imhof, Petersberg 2002, ISBN 3-935590-67-9.
  • Catharina Graepler, Richard Stumm: Marburg fĂŒr Kinder. Jonas, Marburg 2008, ISBN 978-3-89445-408-1.
  • Karl-Heinz Gimbel: Das Michelchen, St. Michaelskapelle in Marburg an der Lahn. Marburg 2010, aus: Kleine Reihe von Marburg, Band 1. ISBN 978-3-89703-748-9.

Weblinks

Wikinews Wikinews: Marburg â€“ in den Nachrichten
 Commons: Marburg â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
 Wikisource: Marburg â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ Bevölkerung der hessischen Gemeinden am 31. Dezember 2010 (Hilfe dazu)
  2. ↑ die Namensgeschichte von Marburg
  3. ↑ a b Karte und Beschreibung des Marburg-Gießener Lahntals (348) im Umweltatlas Hessen (in neuem Fenster öffnen!)
  4. ↑ Karl Heinz MĂŒller: Geologische Übersichtskarte von Hessen, ErlĂ€uterungen. (PDF) Hessisches Landesamt fĂŒr Bodenforschung, Wiesbaden.
  5. ↑ Sven Bökenschmidt: Die FossillagerstĂ€tte Korbacher Spalte – ihre Entstehung und Einordnung in den Zechstein Nord-Hessens. UniversitĂ€t Marburg, Marburg 2006 (Dissertation, Zusammenfassung hier).
  6. ↑ Roland Walter unter anderem: Geologie von Mitteleuropa. 5. Auflage. Schweizerbart, Stuttgart 1992, ISBN 3-510-65149-9, S. 329 ff.
  7. ↑ MSN Weather – Marburg an der Lahn DEU
  8. ↑ DWD-Klimadaten Temperatur
  9. ↑ DWD Klimadaten Sonnenscheindauer
  10. ↑ DWD-Klimadaten Niederschlag
  11. ↑ Karl Anton MĂŒller: Kurmainzisch Land am Lahnberg. Bauerbach und Ginseldorf. Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 1975.
  12. ↑ Rudolf Grenz: Die Vor- und FrĂŒhgeschichte von Marburg an der Lahn. In: Erhart Dettmering, Rudolf Grenz (Hrsg.): Marburger Geschichte, RĂŒckblick auf die Stadtgeschichte in EinzelbeitrĂ€gen. Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 1982, ISBN 3-9800490-0-0.
  13. ↑ Karl E. Demandt: Geschichte des Landes Hessen. 2. Auflage. Stauda, Kassel 1980, ISBN 3-7982-0400-4.
  14. ↑ Alfred Pletsch: Marburg. Entwicklungen – Strukturen – Funktionen – Vergleiche. Marburg 1990
  15. ↑ Friedrich KĂŒch: Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg. Elwert, Marburg 1918, S. 5 f.
  16. ↑ Karl Friedrich Creuzer: Beitrag zu einer Geschichte und Beschreibung der lutherischen Pfarrkirche in Marburg. Marburg 1827, S. 6 f.
  17. ↑ Marburg Garnison der JĂ€ger
  18. ↑ Alfred Pletsch: GrundzĂŒge der kulturlandschaftlichen Entwicklung. In: Erhart Dettmering, Rudolf Grenz (Hrsg.): Marburger Geschichte, RĂŒckblick auf die Stadtgeschichte in EinzelbeitrĂ€gen. Magistrat der Stadt Marburg, Marburg 1982, ISBN 3-9800490-0-0.
  19. ↑ Geschichte der Katholiken in Marburg auf credobox.de
  20. ↑ Evangelische Kirche in Marburg: Gemeinden; eingesehen am 30. April 2011
  21. ↑ Rudolf Donat: Wie das Werk begann. Entstehung der deutschen Baptistengemeinden, Kassel 1958, S. 468
  22. ↑ EFG Marburg: Zur Geschichte: 50 Jahre Kapelle der EFG Marburg - 50 Jahre Uferkirche; eingesehen am 30. April 2011
  23. ↑ Verfassungsschutzbericht 2009
  24. ↑ Moscheesuche.de
  25. ↑ EndgĂŒltiges Ergebnis der Gemeindewahl am 27. MĂ€rz 2011, Marburg, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 11. April 2011.
  26. ↑ BĂŒrgermeisterwahl in Marburg, Hessisches Statistisches Landesamt. Abgerufen am 4. April 2011.
  27. ↑ Das Marburger Stadtwappen auf den Webseiten der Stadt Marburg (abgerufen am 28. Juni 2009).
  28. ↑ Heinz Ritt: Hessische Kommunalwappen: Marburg, Gießener Allgemeine Zeitung vom 2. Juni 2001; vgl. Abbildung und Geschichte des Stadtwappens auf den Webseiten der UniversitĂ€t Marburg.(abgerufen am 28. Juni 2009).
  29. ↑ Marburger Stadtschriften: MSS Nr. 70 Freundschaft ohne Grenzen
  30. ↑ Presseinformation vom 14. Februar 2006: Wilhelmsplatz im SĂŒdviertel wird in Hanno-Drechsler-Platz umbenannt
  31. ↑ Presseinformation vom 25. Oktober 2005: Die StĂ€dtepartnerschaftsurkunde mit Sibiu/Hermannstadt ist unterzeichnet
  32. ↑ Liste der WĂŒrdigungen des Europarats (PDF)
  33. ↑ Wortlaut der Marburger Solarsatzung
  34. ↑ Pressemitteilung: Marburg: RegierungsprĂ€sidium hebt Beschluss ĂŒber die Solarsatzung auf.
  35. ↑ Pressemitteilung der Stadt Marburg
  36. ↑ Streit um Marburger Solarsatzung dauert an. In: giessener-allgemeine.de. 30. MĂ€rz 2010.
  37. ↑ Pressemitteilung der Stadt Marburg
  38. ↑ http://www.svmr.de/bi382/allris.net.asp
  39. ↑ Theater in Marburg auf philosophia-online.de
  40. ↑ http://theater-marburg.com/tm/JungesTheater/HessischeTheaterWoche
  41. ↑ http://www.theater-gegenstand.de/hauptmenu/spielplan.html
  42. ↑ http://www.radestocks-kleine-komödie.de/
  43. ↑ http://www.marburgerfilmkunst.de/2air-prog2010.htm
  44. ↑ http://www.marburg.de/de/58955
  45. ↑ http://www.online.uni-marburg.de/kamerapreis/der-marburger-kamerapreis/veranstaltungsprogramm-marburger-kamerapreis-2011/
  46. ↑ Museum anatomicum – Medizinhistorisches Museum der Philipps-UniversitĂ€t Marburg
  47. ↑ literatur-um-11.de
  48. ↑ Eintrag auf der Website der Stadt Marburg
  49. ↑ http://www.michelbach.de/pdf/mize45.pdf
  50. ↑ UniversitĂ€tsstadt Marburg Kultur in MR: III. Musik & Gesang
  51. ↑ Webseite des Landkreises Marburg-Biedenkopf
  52. ↑ Lutz MĂŒnzer: Marburg an der Lahn: ein StadtfĂŒhrer. Druckhaus Marburg, Marburg 2005, ISBN 3-00-013807-2.
  53. ↑ Ulrich Grossmann: Marburg an der Lahn. FĂŒhrer durch die Stadt und ihre Geschichte. Trautvetter und Fischer, Marburg 1976, ISBN 3-87822-094-4.
  54. ↑ Statistik-Hessen.de: Tourismus
  55. ↑ Ulrich Großmann (Redaktion): Der Saalbau im Marburger Schloß. Deutscher Kunstverlag, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-422-06361-7 (Forschungen zu Burgen und Schlössern. Band 7).
  56. ↑ UniversitĂ€tsstadt Marburg: Schlosspark, offizielle Informationen zum Schlosspark der Stadt Marburg
  57. ↑ planetenlehrpfad-marburg.de
  58. ↑ http://www.seilbahn-marburg.de/
  59. ↑ http://www.gruene-marburg.de/userspace/HE/marburg/Texte/Seilbahn-Einleger.pdf
  60. ↑ http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/FDP-Fraktionschefin-ist-fuer-eine-Seilbahn
  61. ↑ http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/100.000-Euro-sollen-in-Verkehrskonzept-fliessen
  62. ↑ http://www.marburg.de/de/31400
  63. ↑ http://www.marburg.de/de/56884
  64. ↑ http://www.marburg.de/de/58346
  65. ↑ http://www.marburg.de/de/58346
  66. ↑ http://83.137.66.18/de/64187
  67. ↑ http://www.marburg.de/de/66355?vt=wettbewerb sieger
  68. ↑ http://www.marburg.de/de/83221?vt=auszeichnung
  69. ↑ http://www.missionolympic.de/initiativen/initiativen-des-jahres-2009/kategorie-3/
  70. ↑ http://www.marburg.de/de/84104
  71. ↑ http://www.marburg.de/de/83250
  72. ↑ Siehe Rubrik „Die bisherigen TiteltrĂ€ger“
  73. ↑ http://www.marburg.de/detail/66307
  74. ↑ http://www.marburg.de/de/97738
  75. ↑ http://www.das-marburger.de/2011/01/marburger-suppenfest-erhalt-anerkennung-im-wettbewerb-soziale-stadt/
  76. ↑ http://www.sozialestadt.de/termine/preis-sozialestadt/2010/
  77. ↑ http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/Marburg-ist-unter-den-besten-acht
  78. ↑ http://www.marburg.de/de/111875
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   Encyclopedia of Judaism

  • Marburg — Marburg, 1) Kreisstadt im preuß. Regbez. Kassel, zu beiden Seiten der Lahn und an der Staatsbahnlinie Kassel Niederwalgern, 182 m ĂŒ. M., liegt zum grĂ¶ĂŸern Teil auf den Terrassen eines bis zum Flußufer sich abdachenden, mit einem altertĂŒmlichen… 
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   Kleines Konversations-Lexikon

  • Marburg [1] — Marburg, kurhess. Stadt an der Lahn und der Main Weser Bahn, mit 9500 E., der Elisabethenkirche (s. Elisabeth, St.), einem alten Schlosse, einer reich dotirten, von dem Landgrafen Philipp 1527 gestifteten UniversitĂ€t. ReligionsgesprĂ€ch zwischen… 
   Herders Conversations-Lexikon

  • Marburg [2] — Marburg, österr. Stadt in Steyermark, Hauptort des gleichnamigen Kreises, an der Drau u. der Wien Triestiner Bahn, mit 5500 E., Handel mit Eisenwaaren. Eisenbahntunnel 
   Herders Conversations-Lexikon

  • Marburg — This article is about the city in Germany. For other meanings, see Marburg (disambiguation). Marburg Marburg: the castle, old city, and St Elisabeth s Church 
   Wikipedia

  • Marburg — Mar|burg: hessische UniversitĂ€tsstadt an der Lahn. * * * Marburg,   1) UniversitĂ€tsstadt in Hessen, Kreisstadt des Landkreises Marburg Biedenkopf, auf beiden Seiten der Lahn, am Fuß und an den HĂ€ngen der Lahnberge (im Osten) und des Marburger… 
   Universal-Lexikon


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