Maria I. (England)

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Maria I. (England)
Maria I. (Porträt von Anthonis Mor) 1554
Unterschrift Marias

Maria I. Tudor (englisch Mary Tudor), auch Maria die Katholische (* 18. Februar 1516 in Greenwich; ‚Ć 17. November 1558 im St. James's Palace), war von 1553 bis 1558 K√∂nigin von England und Irland.

Die erste Monarchin und vierte Person in der K√∂nigsliste aus dem Haus Tudor regierte in einer Zeit gro√üer religi√∂ser Spannungen. Sie war die Tochter von K√∂nig Heinrich VIII. und seiner ersten Frau Katharina von Aragon. Heinrich VIII. hatte die englische Kirche von der r√∂misch-katholischen getrennt. Maria hingegen versuchte in Anlehnung an ihre Mutter den Katholizismus erneut als Staatsreligion zu etablieren. Dabei kam es zur Hinrichtung von fast dreihundert Protestanten. Die Nachwelt bezeichnete sie daher, je nach religi√∂sem Standpunkt, mit den Beinamen ‚Äědie Katholische‚Äú oder ‚Äědie Blutige‚Äú (engl. ‚ÄěBloody Mary‚Äú). Marias protestantische Halbschwester und Nachfolgerin Elisabeth I. machte ihre religionspolitischen Ma√ünahmen wieder r√ľckg√§ngig.

Mary Tudor ist nicht zu verwechseln mit ihrer Tante Maria Tudor, der Schwester ihres Vaters, und mit ihrer schottischen Cousine Maria Stuart.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Fr√ľhe Jahre

Kardinal Thomas Wolsey

Maria Tudor wurde am 18. Februar 1516 als f√ľnftes Kind K√∂nig Heinrichs VIII. und seiner ersten Frau Katharina von Aragon im Palace of Placentia bei Greenwich geboren. Anders als die √ľbrigen Kinder Katharinas √ľberstand sie die ersten Lebensmonate. Ihr Taufpate wurde der einflussreiche Kardinal Thomas Wolsey, ihre Namenspatronin war ihre Tante Maria.

Kindheit und Jugend

In ihren fr√ľhen Jahren galt Maria als kr√§nkliches Kind und litt unter einer Sehschw√§che, Stimmungsschwankungen und schweren Kopfschmerzen. Unter manchen Historikern wird vermutet, dass ihre schwache Konstitution auf eine Syphiliserkrankung ihres Vaters Heinrich zur√ľckzuf√ľhren ist, mit der ihre Mutter sie wom√∂glich schon bei der Geburt infiziert hatte.

Als Prinzessin genoss Maria eine fundierte Ausbildung unter der Leitung ihrer Erzieherin Margaret Pole, 8. Countess of Salisbury. Neben ihrer Muttersprache (Englisch) lernte sie Latein, Franz√∂sisch und Italienisch. Au√üerdem wurde die junge Maria in Musik unterrichtet und durch Gelehrte wie Erasmus von Rotterdam mit den Wissenschaften vertraut gemacht. Gro√üen Anteil an ihrer fr√ľhen Erziehung hatte ihre Mutter, die sie pers√∂nlich in Latein unterrichtete und der es gelang, den spanischen Humanisten Juan Lu√≠s Vives an den englischen Hof zu holen.

Der K√∂nig gew√§hrte Maria 1525 das Privileg eines eigenen Hofstaats im Schloss Ludlow im F√ľrstentum Wales. Der Hof in Ludlow war das Machtzentrum des F√ľrstentums und diente den jeweiligen Thronfolgern, den F√ľrsten [engl. ‚ÄěPrince‚Äú] von Wales, als Regierungssitz. Sie wurde damit also behandelt wie der Thronfolger, allerdings wurde sie nicht offiziell zur F√ľrstin von Wales ernannt, wie eigentlich √ľblich, und ihr Vater erhob gleichzeitig seinen Bastardsohn Henry Fitzroy zum Herzog, √ľberh√§ufte ihn mit k√∂niglichen √Ąmtern und schickte ihn an die n√∂rdlichen Grenzen des Reiches wie einen Prinzen. Hoffnung auf einen legitimen m√§nnlichen Thronfolger hatte der K√∂nig nicht mehr, denn Marias Mutter war nun zu alt, um weitere Kinder zu geb√§ren. Die K√∂nigin war √§u√üerst ver√§rgert √ľber die Erhebung Fitzroys und Stimmen wurden laut, der K√∂nig erw√§ge vielleicht, ihn statt Maria zum Thronfolger zu machen. Der K√∂nig verhielt sich aber zweideutig und traf zun√§chst keine Entscheidung betreffs der Thronfolge.

Zun√§chst verfolgte Heinrich andere Pl√§ne mit Maria: Wie damals √ľblich sollte seine Tochter eine Ehe eingehen, um die politischen B√ľndnisse ihres Vaters zu festigen. So wurde sie im Alter von zwei Jahren dem Dauphin Franz versprochen, dem Sohn des franz√∂sischen K√∂nigs Franz I.. Nach drei Jahren wurde die Verbindung jedoch wieder gel√∂st. Schon im Jahr 1522 schmiedete Heinrich VIII. mit dem Vertrag von Windsor ein zweites Eheb√ľndnis. Marias neuer Ehemann in spe war ihr Cousin ersten Grades und Kaiser des Heiligen R√∂mischen Reichs Karl V. Auch dieses Eheversprechen verlor wenige Jahre sp√§ter seine Bedeutung. Als Maria 1526 in Wales einem Konzil vorstand, wurde der Vorschlag unterbreitet, die Prinzessin nicht mit dem Dauphin zu verheiraten, sondern mit dessen Vater, dem K√∂nig Franz I. von Frankreich. Eine solche Verbindung sollte in einer Allianz beider L√§nder m√ľnden. Ein neues Eheversprechen wurde unterzeichnet, welches eine Heirat Marias mit Franz I. oder dessen zweitem Sohn Heinrich, dem Herzog von Orl√©ans, vorsah. Kardinal Wolsey, Chefunterh√§ndler Heinrichs VIII., konnte England jedoch die Allianz mit Frankreich ohne eine derartige Heirat sichern, da der franz√∂sische K√∂nig das B√ľndnis mit England um jeden Preis eingehen wollte.

Verlust der Thronfolge

Maria kehrte 1527 an den englischen Hof zur√ľck, wo die Ehe ihrer Eltern gerade zerbrach. Da Katharina von Aragon und K√∂nig Heinrich keinen m√§nnlichen Thronerben hatten, strebte Heinrich eine Annullierung seiner Ehe an und trennte sich schlie√ülich im Juli 1531 von seiner ersten Frau. Unter dem Einfluss von Katharinas Neffen, Kaiser Karl V., lehnte Papst Clemens VII. die Nichtigkeitserkl√§rung der Ehe jedoch strikt ab.

Heinrich VIII. erkannte daraufhin die Suprematie des Papstes √ľber die englische Kirche nicht mehr an und erkl√§rte sich mit Zustimmung des Parlaments selbst zum Oberhaupt der Anglikanischen Staatskirche. Der Erzbischof von Canterbury, Thomas Cranmer, stellte nach einer Anh√∂rung die Ung√ľltigkeit der Ehe zwischen Heinrich VIII. und Katharina von Aragon fest. Im Januar 1533 heiratete der K√∂nig seine langj√§hrige Geliebte Anne Boleyn.

Heinrich VIII. und seine Familie, links und rechts allegorische Gestalten

Nachdem seine erste Ehe f√ľr nichtig erkl√§rt worden war, erkannte Heinrich VIII. Maria nicht mehr als legitime Tochter an. Sie verlor folglich ihren Status als Prinzessin von Wales und trug als Bastard des K√∂nigs nur noch den Titel einer Lady. Au√üerdem wurde sie des k√∂niglichen Hofes verwiesen und gezwungen, als Hofdame unter Lady Shelton, einer Tante der neuen K√∂nigin Anne, zu dienen, um ihre neugeborene Halbschwester Elisabeth zu versorgen.

Maria musste nach Hatfield umziehen. Obwohl es ihr streng untersagt war, unterhielt sie eine geheime Korrespondenz mit ihrer Mutter. Als diese 1536 starb, durfte Maria nicht an ihrem Begr√§bnis teilnehmen. Die Bev√∂lkerung schrieb diese Behandlung dem Einfluss der unpopul√§ren K√∂nigin Anne zu. Die schlechte Behandlung der fr√ľheren Prinzessin durch K√∂nig und K√∂nigin brachte Maria Sympathien unter den einfachen Menschen, die in ihr weiterhin die legitime Thronerbin sahen.

Als 1536 auch Anne Boleyn die Gunst des K√∂nigs verlor, hoffte Maria auf eine Verbesserung ihrer Lage. Allerdings ging es nun ihrer Halbschwester Elisabeth √§hnlich wie ihr wenige Jahre zuvor: Sie verlor ihren Platz in der Thronfolge und wurde zur Lady herabgestuft. Dies machte deutlich, dass Marias schwierige Lage vor allem von ihrem Vater und nicht allein von K√∂nigin Anne herbeigef√ľhrt worden war.

Ausgleich mit Heinrich VIII.

Um die Gunst Heinrichs VIII. wiederzuerlangen, war Maria zu Zugest√§ndnissen bereit: Sie schwor, dem K√∂nig ‚Äětreu zu dienen‚Äú, wie es ihr Gewissen erlaubte, weigerte sich aber, den Eid auf ihn als Oberhaupt der Kirche von England zu leisten. Als sie dar√ľber informiert wurde, dass der K√∂nig plante, sie der Ketzerei anzuklagen und hinrichten zu lassen, falls sie sich weiter widersetzen w√ľrde, plante sie zun√§chst eine Flucht auf den Kontinent. Schlie√ülich akzeptierte sie Heinrich jedoch als Oberhaupt der Kirche, obwohl dies ihrem Glauben widersprach und gegen die p√§pstliche Autorit√§t verstie√ü. Au√üerdem erkannte sie die Annullierung der Ehe ihrer Mutter Katharina als rechtm√§√üig an, wodurch sie ihren eigenen illegitimen Status best√§tigte. Die unter Zwang erfolgte Verleugnung ihrer katholischen √úberzeugungen lie√ü sie w√§hrend ihrer eigenen Herrschaft umso konsequenter f√ľr die katholische Sache eintreten.

Heinrich VIII. heiratete noch 1536 die ehemalige Hofdame Jane Seymour, die ihm mit Eduard schließlich den lang ersehnten männlichen Thronfolger schenkte. Jane Seymour versuchte, Maria mit ihrem Vater zu versöhnen. Deren Zugeständnisse ließen diesen schließlich einlenken. Maria durfte Patin ihres Halbbruders Eduard werden und wieder in den königlichen Palästen wohnen. Königin Jane verstarb jedoch bald darauf an Komplikationen in Folge der Geburt. Maria wurde die Ehre zuteil, als Hauptleidtragende auf einem schwarzen Pferd dem Trauerzug voran zu reiten.

Von seiner vierten Ehefrau, Anna von Kleve, lie√ü sich ihr Vater schon nach kurzer Zeit wieder scheiden; die f√ľnfte, Catherine Howard, endete 1542 wie zuvor Anne Boleyn auf dem Schafott. Catherine Parr, die sechste und letzte Frau Heinrichs, verbesserte Marias Lage am Hof weiter und f√ľhrte Vater und Tochter enger zusammen. Der Act of Parliament von 1544 setzte beide T√∂chter Heinrichs VIII. wieder in ihre Rechte als Prinzessinnen ein (an zweiter und dritter Stelle der Thronfolge nach Eduard), obwohl sie offiziell illegitim blieben.

Maria unter Eduard VI.

Maria I. (1544)

Nachdem König Heinrich VIII. am 28. Januar 1547 gestorben war, erbte sein noch minderjähriger Sohn Eduard den Thron. In den ersten Jahren seiner Kindheit hatten sich Eduard und seine Halbschwestern sehr nahe gestanden, dies änderte sich mit Eduards Thronbesteigung. Der erst neun Jahre alte König stand unter dem Einfluss seines Vormunds Edward Seymour, der einen strikt protestantischen Kurs verfolgte.

Maria erkannte, dass neue Gesetze es ihr als √ľberzeugter Katholikin unm√∂glich machten, am k√∂niglichen Hof zu bleiben. Daher zog sie nach Kenninghall, wo sie eine eigene Kapelle unterhielt und versuchte, nach den Regeln des katholischen Glaubens zu leben. Von Seymour dazu gedr√§ngt, verbot Eduard VI. Maria die privaten Messen. Daraufhin wandte sie sich mit Erfolg an ihren Cousin Kaiser Karl V., der England mit Krieg drohte, falls Maria an der Aus√ľbung ihrer Religion gehindert w√ľrde. So konnte sie weiter an ihren religi√∂sen Praktiken festhalten.

Thomas Seymour, der Bruder des Vormunds des K√∂nigs, wurde 1549 im Tower hingerichtet, nachdem sein Plan, den jungen K√∂nig mit Maria von Schottland zu verheiraten, gescheitert war. Infolgedessen verlor Edward Seymour zunehmend seinen Einfluss und wurde schlie√ülich untragbar f√ľr den K√∂nig. Als neuer Vormund erlangte der machthungrige John Dudley, 1. Herzog von Northumberland, entscheidenden Einfluss auf den K√∂nig. Auch Dudley war Maria, die ihn als politischen Gegner f√ľrchtete, nicht wohlgesinnt.

Die Thronbesteigung

Wie berechtigt Marias Vorbehalte gegen Dudley waren, zeigte sich, als ihr Halbbruder am 6. Juli 1553 im Alter von nicht einmal 16 Jahren starb. Unter dem Einfluss des Herzogs hatte Eduard VI. unter Bruch des Act of Parliament von 1544 Maria und Elisabeth testamentarisch wieder von der Thronfolge ausgeschlossen.

Um eine protestantische Thronfolge zu sichern, sollte die Krone nach dem letzten Willen Eduards auf Lady Jane Grey √ľbergehen. Sie stammte von der Schwester Heinrichs VIII., Mary Tudor, der Herzogin von Suffolk, ab und war die Schwiegertochter des Herzogs von Northumberland. Noch am Todestag Eduards wurde Jane Grey zur K√∂nigin Johanna proklamiert.

Die Herrscher
des Hauses Tudor 1485‚Äď1603
1485‚Äď1509 Heinrich VII.
1509‚Äď1547 Heinrich VIII.
1547‚Äď1553 Eduard VI.
1553‚Äď1553 Lady Jane Grey
1553‚Äď1558 Maria I.
1558‚Äď1603 Elisabeth I.

Dudley versuchte Maria, die sich zum Zeitpunkt von K√∂nig Eduards Tod in Suffolk aufhielt, in seine Gewalt zu bringen. Truppen wurden ausgesandt, um sie gefangen zu nehmen oder zu t√∂ten. Maria konnte sich dem Zugriff des Herzogs durch eine Flucht nach Norfolk entziehen, wo sich ihre Anh√§nger um sie versammelten. F√ľr die Mehrheit der Bev√∂lkerung war Maria ungeachtet der religi√∂sen Bedenken die rechtm√§√üige Thronerbin. Obwohl der Herzog von Northumberland gewaltsam gegen Unruhen vorgehen lie√ü, unterst√ľtzte die Bev√∂lkerung Maria. Das Regime des Herzogs von Northumberland brach gro√üteils am 18. Juli zusammen. Der Staatsrat in London st√ľrzte ihn trotz seiner zahlreichen im Rat sitzenden G√ľnstlinge. Die Ratsmitglieder wollten sich rechtzeitig auf die Seite von Maria schlagen, deren Zuspruch in der Bev√∂lkerung stetig anstieg. Am 19. Juli schwand der Zuspruch f√ľr den Herzog g√§nzlich und es gelang Maria, sich endg√ľltig gegen Jane Grey durchzusetzen. Die fr√ľhere Proklamation wurde aufgehoben und Maria zur K√∂nigin von England und Irland ausgerufen. Am 3. August zog sie zusammen mit ihrer Schwester Elisabeth, die ihren Thronanspruch unterst√ľtzt hatte, triumphierend in London ein.

Maria regierte aufgrund der Thronfolgeregelung von 1544 de jure vom 6. Juli an, de facto aber erst seit dem 19. Juli. Maria wurde am 1. Oktober 1553 zur Königin gekrönt.

Herrschaft

Nach ihrer Thronbesteigung lie√ü Maria als erstes die Ehe ihres Vaters Heinrich VIII. mit Katharina von Arag√≥n wieder f√ľr g√ľltig erkl√§ren. Au√üerdem begnadigte sie zahlreiche im Tower of London inhaftierte Katholiken, unter anderem Thomas Howard, 3. Herzog von Norfolk, und Stephen Gardiner; letzteren ernannte sie zu ihrem Lordkanzler. Jane Grey, deren Vater Henry Grey, 1. Herzog von Suffolk, sowie Schwiegervater John Dudley wurden verhaftet. Da Maria sich aber √ľberzeugen lie√ü, dass Lady Jane die Krone nur auf Druck Dudleys angenommen hatte, begnadigte sie ihre Gro√ücousine und deren Vater zun√§chst. Der Herzog von Northumberland dagegen wurde des Hochverrats angeklagt und hingerichtet.

Aufstand der Protestanten

Elisabeth I. auf einem zeitgenössischen Gemälde von William Segar

Um eine erneute protestantische Thronfolge durch ihre Halbschwester Elisabeth zu verhindern, suchte Maria nach einem katholischen Ehemann. Nachdem sie Edward Courtenay, 1. Earl of Devon zur√ľckgewiesen hatte, fiel ihre Wahl auf den spanischen Kronprinzen Philipp, den sein Vater, der r√∂misch-deutsche Kaiser Karl V., ihr vorgeschlagen hatte. Der Br√§utigam stie√ü bei den Engl√§ndern auf gro√üe Ablehnung. Sogar Marias eigener Lordkanzler Gardiner und das House of Commons f√ľrchteten, dass England unter starken spanischen Einfluss geraten k√∂nnte.

Da Maria jedoch an ihrer Wahl festhielt, brachen Revolten aus. Der Herzog von Suffolk, Henry Grey, verk√ľndete, seine Tochter Jane sei die eigentliche K√∂nigin von England. Sir Thomas Wyatt versammelte Anfang 1554 eine Streitmacht bei Kent, um gegen die K√∂nigin zu k√§mpfen, der er selbst auf den Thron verholfen hatte. Die k√∂nigliche Armee besiegte Wyatts Truppen erst vor den Toren Londons, und der Aufstand wurde g√§nzlich niedergeschlagen. Henry Grey und seine Tochter Jane, die am Aufstand nicht beteiligt war, wurden des Hochverrats f√ľr schuldig befunden und enthauptet. Maria sah ihre Pl√§ne auch durch ihre Schwester Elisabeth und deren protestantischen Glauben bedroht; daher nutzte sie den Aufstand f√ľr ihre Zwecke. Sie beschuldigte ihre Schwester Elisabeth, die Revolte gegen sie unterst√ľtzt zu haben, und lie√ü sie in den Tower von London sperren. Erst als sich die inhaftierte Elisabeth offen zum Katholizismus bekannte, lie√ü Maria Gnade walten und wandelte die Strafe nach zwei Monaten in einen Hausarrest um.

Marias Religionspolitik

Reginald Pole, Porträt von Sebastiano del Piombo, 1540

Maria hatte die Entscheidung ihres Vaters, die englische Kirche von der r√∂misch-katholischen abzuspalten, immer abgelehnt. Als K√∂nigin widmete sie sich daher vor allem der Religionspolitik. Ihr wichtigster Berater wurde Kardinal Reginald Pole, der Sohn ihrer Erzieherin Margaret Pole, der zur Zeit ihrer Thronbesteigung in Rom weilte, 1554 aber nach England zur√ľckkehrte. Ihn ernannte sie zum Erzbischof von Canterbury. Mit Poles Hilfe versuchte Maria, England zu rekatholisieren, die von ihrem Vater geschaffene anglikanische Staatskirche wieder mit der r√∂misch-katholischen zu vereinigen und sie erneut der Autorit√§t des Papstes zu unterstellen.

Dabei stie√ü sie jedoch auf den wachsenden Widerstand des Parlaments. Zwar schaffte es die stark vom Protestantismus gepr√§gten Religionsgesetze aus der Zeit Eduards VI. wieder ab. Aber es verweigerte die R√ľckgabe des beschlagnahmten Kirchenguts, insbesondere der L√§ndereien, die in den Besitz des niederen Adels, der Gentry, √ľbergegangen war, aus dem die meisten Parlamentarier stammten. So gab Maria zun√§chst die von Heinrich VIII. beschlagnahmten kl√∂sterlichen L√§ndereien, die sich noch im Besitz der Krone befanden, an Franziskaner und Dominikaner zur√ľck.

Nach dem Aufstand Wyatts f√ľrchtete Maria weitere protestantische Aufst√§nde, die sie mit allen Mitteln zu verhindern suchte. Die ersten Protestanten wurden wegen Ketzerei verurteilt und verbrannt. Einige der protestantischen Bisch√∂fe, die nicht ins Ausland geflohen waren, fanden ihr Ende auf dem Scheiterhaufen, allen voran Erzbischof Thomas Cranmer. Zu den weiteren Opfern der Verfolgung geh√∂rten unter anderem der verheiratete Priester John Rogers und der Bischof von Gloucester, John Hooper. Der √ľberwiegende Teil der Verurteilten waren einfache Menschen aus dem Volk.

Die mit den √∂ffentlichen Verbrennungen bezweckte Abschreckung setzte jedoch nicht ein. Stattdessen empfand die Bev√∂lkerung zunehmend Sympathie f√ľr die protestantischen M√§rtyrer, deren Verfolgung √ľber drei Jahre anhielt. Die Zahl der Verbrennungen stieg nach einem Jahr noch an, nachdem die K√∂nigin das Recht auf Widerruf nach einer Verurteilung abgeschafft hatte. Innerhalb wie au√üerhalb Englands wuchs die Zahl der Gegner Marias. Die Gewalt, mit der sie gegen Anh√§nger des Protestantismus vorging, brachte ihr schlie√ülich den Beinamen Bloody Mary ein. In Irland dagegen stie√ü die Rekatholisierung auf weit weniger Gegenwehr als in England.

Heirats- und Außenpolitik

König Philipp II. von Spanien (Porträt von Anthonis Mor)

Die Königin setzte die Außenpolitik ihrer Vorgänger fort. Die Tudorkönige strebten eine Annäherung Englands an Spanien an, um so ein starkes Gegengewicht gegen Frankreich aufzubauen. Der Plan Marias, den spanischen Thronfolger zu heiraten, ging vielen Engländern dennoch zu weit.

Die K√∂nigin lie√ü sich jedoch nicht beirren und heiratete schlie√ülich auf Gehei√ü ihres Vetters Karl V., den sie sehr verehrte und als ihren Retter und Unterst√ľtzer ansah, am 25. Juli 1554 dessen Sohn Philipp II. von Spanien in der Kathedrale von Winchester. Philipp erhielt durch den Ehevertrag auch den Titel ‚ÄěK√∂nig von England‚Äú. Alle Dokumente und Abkommen des Parlaments mussten fortan von beiden Ehepartnern unterzeichnet werden. Die reale Macht Philipps war jedoch eher begrenzt auf die Funktionen eines Prinzgemahls. Zudem sicherte eine Klausel im Ehevertrag England gegen m√∂gliche Forderungen zur Heerfolge oder Subsidienzahlungen gegen√ľber Philipps Vater Karl V. ab.

König Philipp II. von Spanien und Maria Tudor

Der Wunsch Marias nach einem m√§nnlichen Erben, der die katholische Thronfolge in England gesichert h√§tte, blieb unerf√ľllt. Philipp fand seine Frau unattraktiv und sah seine Ehe als reines dynastisches B√ľndnis an. Bereits vierzehn Monate nach der Hochzeit, im September 1555, verlie√ü er daher England unter Angabe falscher Gr√ľnde, w√§hrend Maria unter einer von mehreren Phantomschwangerschaften litt.

Im M√§rz des Jahres 1557 kehrte Philipp II., mittlerweile nach der Abdankung Karls K√∂nig von Spanien, zu seiner Ehefrau Maria nach England zur√ľck. Er blieb bis Juli und √ľberredete Maria, Spanien im Krieg gegen Frankreich beizustehen. Maria sicherte den katholischen Spaniern gegen den Willen der englischen Bev√∂lkerung ihre Unterst√ľtzung zu. In Folge der im Juni 1557 begonnenen Mobilmachungen kam es daher zu vereinzelten Ausschreitungen. Zahlreiche protestantische Splittergruppen sorgten f√ľr Unruhe und die Bev√∂lkerung wurde durch Pamphlete gegen die Spanier aufgebracht. Selbst Papst Paul IV. stellte sich gegen Maria auf die Seite der Franzosen. Der Krieg endete f√ľr England in einem Desaster und die Stadt Calais, Englands letzte Bastion auf dem Festland, fiel im Januar 1558 an Frankreich. ‚ÄěWenn ich tot bin, werdet ihr Calais in meinem Herzen finden,‚Äú soll Maria nach diesem schweren Schlag f√ľr England gesagt haben.

Wirtschaftspolitik

Innenpolitisch hatte Maria mit einer ernsten Wirtschaftskrise zu k√§mpfen. Ein √úberangebot an Wolle hatte zu einem massiven Preisverfall gef√ľhrt, der England schwer zu schaffen machte. Da der Exporthandel des K√∂nigreiches zu einem gro√üen Teil aus Wollwaren bestand, brach eine wichtige Einnahmequelle des Landes weg.

Der Wertverlust des Geldes, der bereits in den letzten Jahren der Regierungszeit Heinrichs VIII. begonnen hatte, beg√ľnstigte die Krise noch. Die Inflation wurde von Heinrichs Finanzier Thomas Gresham nicht entschieden bek√§mpft und versch√§rfte sich unter Eduard VI. noch. Maria versuchte, durch eine W√§hrungsreform dem dramatischen Wertverlust des Geldes entgegenzuwirken. Die Ma√ünahmen erwiesen sich aber als ungeeignet. Erst Elisabeth I. konnte w√§hrend ihrer Herrschaft die wirtschaftliche Katastrophe abwenden. Die Wirtschaftskrise nahm bedrohliche Ausma√üe an, als zu der Inflation in Marias Herrschaft einige Missernten kamen und die Bev√∂lkerung von einer schweren Grippewelle geplagt wurde. Aufgrund ihrer tiefen christlichen √úberzeugung versuchte Maria, durch soziale Reformen das Leid unter den Armen zu lindern, jedoch blieben die Ma√ünahmen weitestgehend erfolglos. Maria verbesserte die Verwaltung richtungsweisend und f√ľhrte neue Zollregelungen zur Verbesserung der k√∂niglichen Finanzlage ein. Ihre Nachfolgerin Elisabeth profitierte nachhaltig von den begonnenen Finanz- und Verwaltungsreformen.

Tod und Nachfolge

Haupttor des St. James's Palace

W√§hrend ihrer Herrschaft musste Maria mehrere Scheinschwangerschaften durchstehen, die ihre ohnehin angeschlagene Gesundheit weiter schw√§chten. Sie hoffte weiterhin, einen m√§nnlichen Nachkommen zur Welt zu bringen. Eine erneute Scheinschwangerschaft veranlasste sie 1558 in ihrem Testament, ihren Mann Philipp als Regenten f√ľr ihr minderj√§hriges Kind einzusetzen. Als ihr Bauch schlie√ülich anschwoll, dachte man, dass sie nun geb√§ren w√ľrde, doch sie war nicht schwanger, sondern litt vielmehr an einer unheilbaren Krankheit ‚Äď h√∂chstwahrscheinlich an Eierstockkrebs. Maria starb am 17. November 1558 im St. James's Palace mit zweiundvierzig Jahren wahrscheinlich an einer Influenza sowie an den Folgen der Krebserkrankung.

Zeitlebens wollte Maria verhindern, dass ihre protestantische Halbschwester Elisabeth ihre Nachfolge antrat, um eine katholische Thronfolge in England zu gew√§hrleisten. Da Marias Ehe mit dem spanischen K√∂nig aber kinderlos blieb, bestieg ihre Schwester als Elisabeth I. den englischen Thron und herrschte bis ins Jahr 1603. K√∂nigin Maria ist neben ihrer Schwester Elisabeth in Westminster Abbey begraben. Die Bestattung fand ohne den sonst √ľblichen Aufwand statt, weder ihr Gemahl noch ihre Halbschwester Elisabeth nahmen daran teil. Einige wenige ihrer Allergetreuesten folgten dem Sarg. Der Bischof von Winchester, der sie und Philipp getraut hatte, hielt einen warmherzigen Nachruf √ľber ihre St√§rken und Verdienste, ihre Tapferkeit in kritischen Situationen und ihr soziales Gewissen den Benachteiligten gegen√ľber. Elisabeth I. lie√ü den Bischof am n√§chsten Tag unter Hausarrest stellen.

Die √úbersetzung der lateinischen Inschrift auf ihren Grabsteinen lautet:

‚ÄěPartner beide in Thron und Grab,
hier ruhen wir die beiden Schwestern,
Elisabeth und Maria,
in der Hoffnung auf eine Auferstehung.“

Persönlichkeit

Maria Tudor war eine Prinzessin, wie es sich f√ľr die damalige Zeit schickte. Sie hatte Freude an den Annehmlichkeiten ihres Standes, so machte sie leidenschaftlich gerne Musik und las B√ľcher. Au√üerdem war sie eine begnadete Reiterin und ging gerne mit auf die Jagd, des Weiteren war sie sprachbegabt und hatte ein Talent f√ľr Handarbeiten, besonders gut konnte sie sticken und n√§hen.

Marias Wesen wurde stark durch die Erlebnisse der Kindheit sowie der fr√ľhen Jugendjahre gepr√§gt. Ihre sp√§tere H√§rte gegen den protestantischen Glauben hat ohne Zweifel dort ihren Ursprung. Der Wunsch Heinrichs VIII., einen m√§nnlichen Thronfolger zu zeugen, f√ľhrte zur Spaltung mit der r√∂mischen Kirche, in deren Folge Maria zum Bastard wurde und ihr zudem noch der Kontakt zur Mutter verwehrt wurde. Sie lehnte den protestantischen Glauben entschieden ab. Sie galt als starrk√∂pfig und besa√ü gro√ües Durchsetzungsverm√∂gen. Einst sah sie sich gezwungen, ihre religi√∂sen √úberzeugungen zu verraten, um ihr Leben zu retten, konnte sich diesen Schritt aber nie verzeihen. Kompromisse waren daher f√ľr sie ein Zeichen der Schw√§che, und sie regierte w√§hrend ihrer Herrschaft dementsprechend mit harter Hand.

Maria war eine zutiefst religiöse Frau. Der Ursprung dieser Einstellung lag in der katholischen Erziehung ihrer spanischen Mutter Katharina. Ihr Beiname die Katholische zeugt von diesem starken Glauben sowie von ihrer konfliktgeladenen Religionspolitik. Neben dem Beinamen die Blutige, der aus ihrer Brutalität gegen die Protestanten resultierte, wurde sie auch die spanische Maria genannt. Schließlich war Maria Halbspanierin und Ehefrau des spanischen Königs. Das englische Volk blieb ihr dagegen zeitlebens fremd.

Bedeutung

Maria I. 1554, Porträt von Hans Eworth

Mit ihrem Namen ist fast ausschlie√ülich die brutale Verfolgung der Protestanten verbunden. W√§hrend der f√ľnf Jahre ihrer Herrschaft fanden fast 300 Menschen den Tod auf dem Scheiterhaufen. Im marianischen England des 16. Jahrhunderts waren Verfolgungen keine Seltenheit; unter Eduard VI. sowie Elisabeth I. wurden Katholiken verfolgt und hingerichtet, w√§hrend es in den ersten Jahren Heinrichs VIII. Protestanten waren. Kein Monarch ging aber mit der H√§rte Marias vor. Obwohl Maria nicht ganz allein f√ľr die Verbrennungen der Ketzer verantwortlich gemacht werden kann ‚Äď massiv unterst√ľtzt wurde sie unter anderem von Reginald Pole, dem Lordkanzler Stephen Gardiner und dem Bischof von London, Edmund Bonner ‚Äď wird die Schuld ausschlie√ülich ihr zugeschrieben. Dies spiegelt sich auch in dem Namen Blutige Maria (Bloody Mary) wider, den Marias Nachfolgerin Elisabeth pr√§gte und der bis heute gel√§ufig geblieben ist. In einer Phase des religi√∂sen Umbruchs verfolgte Maria eine rein katholische Politik. Marias Ziel, die alte Religion wieder einzuf√ľhren, scheiterte, denn ihre H√§rte gegen Protestanten beschleunigte die Abkehr vom Katholizismus nur noch mehr. Die K√∂nigin verspielte die Sympathien der Untertanen zusehends und verlor sie g√§nzlich, nachdem sie den spanischen Kronprinzen Philipp geheiratet hatte. Eine Heirat mit einem Habsburger sollte England vom Rand der europ√§ischen Politik in deren Zentrum r√ľcken, doch Philipp verfolgte eigene Ziele. F√ľr ihn war England nur ein politischer und milit√§rischer Verb√ľndeter. Der Tiefpunkt in Marias Herrschaft war der Kriegseintritt auf Seiten der Spanier gegen die Franzosen, der mit dem Verlust von Calais an Frankreich endete. Der Verlust Englands letzter Bastion auf dem Festland versetzte dem aufkeimenden Nationalgef√ľhl einen geh√∂rigen R√ľckschlag, von dem sich die Engl√§nder erst sp√§t erholen sollten.

Marias Herrschaft scheiterte in weiten Teilen ihrer Politik, jedoch hat auch diese Periode England gepr√§gt und ver√§ndert. Der Katholizismus wurde nicht v√∂llig ausgel√∂scht, und der englische Protestantismus entwickelte sich zum Puritanismus weiter. Mit Marias Tod war die katholische Restauration beendet, und Elisabeth I. machte sie in weiten Teilen wieder r√ľckg√§ngig. Die englische Geschichtsschreibung sieht die gr√∂√üte Bedeutung Marias darin, dass sie mit ihrem Scheitern erst das elisabethanische Zeitalter erm√∂glichte.

Abstammung

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Edmund Tudor (1430‚Äď1456)
 
 
 
 
 
 
 
Heinrich VII. (1457‚Äď1509)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Margaret Beaufort (1443‚Äď1509)
 
 
 
 
 
 
 
Heinrich VIII. (1491‚Äď1547)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Eduard IV. (1442‚Äď1483)
 
 
 
 
 
 
 
Elizabeth von York (1466‚Äď1503)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Elizabeth Woodville (1437‚Äď1492)
 
 
 
 
 
 
 
Mary Tudor (1516‚Äď1558)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann II. von Arag√≥n (1397‚Äď1479)
 
 
 
 
 
 
 
Ferdinand II. (1452‚Äď1516)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Juana Enr√≠quez (1425‚Äď1468)
 
 
 
 
 
 
 
Katharina von Arag√≥n (1485‚Äď1536)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Johann II. von Kastilien(1405‚Äď1454)
 
 
 
 
 
 
 
Isabella I. (1451‚Äď1504)
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Isabella von Portugal (1428‚Äď1496)
 
 
 
 
 
 

Maria in Kunst und Literatur

Literatur

Die historische Figur Maria, K√∂nigin von England, ist Gegenstand historischer, englischer Romane, von denen einige auch ins Deutsche √ľbersetzt wurden:

  • Philippa Gregory: The Queen‚Äôs Fool (2003)
  • Jean Plaidys: The Shadow of the Crown (Mary Tudor) (1988), (dt. Im Schatten der Krone)
  • Carolyn Meyer: Mary, Bloody Mary (1999), (dt. Das Gift der K√∂nigin; 2001)

Theater und Oper

Im 19. Jahrhundert diente das Leben von Maria Tudor als Vorlage f√ľr Victor Hugos Theaterst√ľck Mary Tudor, welches von Rudolf Wagner-R√©geny unter dem Titel Der G√ľnstling vertont und 1935 in Dresden uraufgef√ľhrt wurde (Libretto von Caspar Neher unter Verwendung der √úbersetzung von Georg B√ľchner). Das St√ľck Queen Mary von Alfred Tennyson entstand ann√§hernd zur selben Zeit. Ebenfalls auf der Vorlage Hugos basiert die Oper Maria Tudor von Antonio Carlos Gomes, die am 27. M√§rz 1879 an der Scala in Mailand uraufgef√ľhrt wurde. Das Libretto zu dieser Oper stammt von Emilio Praga. Giovanni Pacini schrieb eine Oper √ľber die K√∂nigin Maria im Jahre 1847 mit dem Titel Maria Regina d'Inghilterra.

Film und Fernsehen

Die Person Maria Tudor tritt in zahlreichen Filmen auf, zu den bekanntesten z√§hlen unter anderem die Filme Elizabeth von 1998 oder Lady Jane von 1985. Die BBC zeigte 1971 die sechsteilige Serie Die Frauen von Heinrich VIII. Auch in der erfolgreichen Serie Die Tudors (2007-2010) spielt sie als Tochter Heinrichs VIII. eine tragende Rolle.

Goldmedaille

Im Jahre 1554 vergab der sp√§tere Philipp II. den Auftrag an den Medailleur Jacopo Nizzola da Trezzo, eine Goldmedaille von Maria anzufertigen. Die Medaille hatte einen Durchmesser von 6,7 Zentimetern und eine Masse von 183 Gramm. Das Bild der Maria war auf der Vorderseite der Medaille, wo sie in einem Gewand mit einem gro√üen Perlenanh√§ger an einer Kette abgebildet ist. Dieser Perlenanh√§nger wurde ihr von Philipp geschenkt. Auf der R√ľckseite wird Maria als eine Gestalt dargestellt, die Waffen verbrennt. Diese Seite der Medaille tr√§gt die Umschrift CECIS VISUS - TIMIDIS QUIES (deutsch: den Blinden die Sehkraft - den √Ąngstlichen die Ruhe). Ein Exemplar dieser Medaille befindet sich im British Museum, ein anderes Exemplar ist in privater Hand in den USA (Stand: Januar 2010).[1]

Titel

Mit der Thronbesteigung wurde Maria mit demselben Titel zur K√∂nigin proklamiert wie ihre direkten Vorg√§nger Heinrich VIII. und Eduard VI:
Maria, durch Gottes Gnaden, Königin von England, Frankreich und Irland, Bewahrer des Glaubens und Oberhaupt der Kirche von England und Irland.

Nach der Heirat mit Philipp von Spanien wurde das Ehepaar mit König und Königin betitelt. Der offizielle Name lautete:
Maria und Philipp, durch Gottes Gnaden, K√∂nig und K√∂nigin von England, Frankreich, Neapel, Jerusalem und Irland, Bewahrer des Glaubens, Prinzen von Spanien und Sizilien, Erzherz√∂ge von √Ėsterreich, Herz√∂ge von Mailand und Brabant, Grafen von Habsburg, Flandern und Tirol.

Mit der Thronbesteigung Philipps änderte sich der Titel erneut:
Maria und Philipp, durch Gottes Gnaden, K√∂nig und K√∂nigin von England, Spanien, Frankreich, Beider Sizilien, Jerusalem und Irland, Bewahrer des Glaubens, Erzherz√∂ge von √Ėsterreich, Herz√∂ge von Mailand und Brabant, Grafen von Habsburg, Flandern und Tirol.

Literatur

  • Marie von Bunsen: Maria Tudor. Das Lebensschicksal einer englischen K√∂nigin (1516‚Äď1558). Berlin 1941
  • Jane Dunn: Elizabeth and Mary. Cousins, Rivals, Queens. London 2003, ISBN 0-00-257150-1
  • Raingard E√üer: Die Tudors und die Stuarts (1485‚Äď1714). Kohlhammer, Stuttgart 2004, ISBN 3-17-015488-5
  • David Michael Loades: Maria Tudor (1516‚Äď1558). England unter Maria der Katholischen. M√ľnchen 1982, ISBN 3-7667-0638-1
  • Peter Marshall: Reformation England 1480‚Äď1642. London 2003, ISBN 0-340-70623-6 (englisch)
  • H. F. M. Prescott: Maria Tudor, die Blutige. Kohlhammer, Stuttgart 1966
  • Peter Wende (Hrsg.): Englische K√∂nige und K√∂niginnen. Von Heinrich VII. bis Elisabeth II. Beck, M√ľnchen 1998, ISBN 3-406-43391-X

Weblinks

 Commons: Maria I. ‚Äď Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ [Lisa Zeitz,Goldene Medaille f√ľr die blutige K√∂nigin,in: Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 2. Januar 2010]
Vorgänger Amt Nachfolger
Jane Grey Königin von England
1553‚Äď1558
Elisabeth I.
Königin von Irland
1553‚Äď1558
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