Maria Stuart

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Maria Stuart
Maria Stuart
Unterschrift von Maria I. von Schottland

Maria Stuart (* 8. Dezember 1542 in Linlithgow; ‚Ć 8. Februarjul./ 18. Februar 1587greg. in Schloss Fotheringhay) war vom 14. Dezember 1542 bis zum 24. Juli 1567 als Maria I. K√∂nigin von Schottland sowie durch ihre Ehe mit Franz II. von 1559 bis 1560 auch K√∂nigin von Frankreich, sie entstammte dem Haus Stuart.

Da Schottland zur Zeit ihrer Geburt von politischen und religi√∂sen Unruhen ersch√ľttert war, wurde Maria Stuart im Kindesalter nach Frankreich gebracht und an der Seite ihres k√ľnftigen Ehemanns Franz II. erzogen. Durch den fr√ľhen Tod des K√∂nigs wurde sie bereits im Alter von 17 Jahren zur Witwe und kehrte nach dem langj√§hrigen Aufenthalt in Frankreich 1561 nach Schottland zur√ľck. Dort gelang es ihr nicht, die zahlreichen Spannungen unter den konkurrierenden Adelsfamilien zu befrieden. Nach der Ermordung ihres zweiten Gemahls Lord Darnley, an der ihr eine Mitschuld angelastet wurde, dankte sie 1567 zugunsten ihres Sohnes Jakob I. ab und ging ins Exil nach England. Ihre zweite Lebensh√§lfte war gepr√§gt von einem fortw√§hrenden Konflikt mit K√∂nigin Elisabeth I., der sich unter anderem auf einen Anspruch auf den englischen K√∂nigsthron zur√ľckf√ľhren lie√ü. Nachdem Maria Stuart verd√§chtigt worden war, an einem geplanten Attentat auf die englische K√∂nigin beteiligt gewesen zu sein, wurde sie wegen Hochverrats 1587 hingerichtet.

Aufgrund der zahlreichen k√ľnstlerischen Bearbeitungen ihrer Lebensgeschichte gilt sie neben Macbeth als eine der bekanntesten schottischen Monarchengestalten.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Fr√ľhe Kindheit

Maria Stuart im Alter von 13 Jahren

Maria war die Tochter König Jakobs V. von Schottland und seiner zweiten Ehefrau Marie de Guise. Ihre Großmutter väterlicherseits war die englische Prinzessin Margaret Tudor, ältere Schwester von Heinrich VIII., weshalb Maria Stuart einen Anspruch auf den englischen Thron hatte. Diese Tatsache und besonders ihr Selbstverständnis als Erbin der englischen Krone sollte sie zur gefährlichsten Gegenspielerin von Königin Elisabeth machen, die die Cousine ihres Vaters und somit ihre Tante 2. Grades war.

K√∂nig Jakob V. starb im Alter von 30 Jahren im Falkland Palace. Schottland war gerade vernichtend in der Schlacht am Solway Moss von den Engl√§ndern geschlagen worden und Marias Vater betrauerte auf dem Sterbebett noch seine beiden im Jahr zuvor verstorbenen S√∂hne, als ihn die Nachricht von der Geburt einer Tochter ereilte. Er soll das Ereignis mit den Worten kommentiert haben: ‚ÄěMit einem M√§dchen hat es begonnen, mit einem M√§dchen wird es enden! (It began with a lass, and it will end with a lass!)‚Äú. Dies war eine Anspielung auf die Stewart-Dynastie, die durch eine Heirat mit Marjorie Bruce, der Tochter von Robert I., den Thron bestiegen hatte, und nun mit einer neugeborenen K√∂nigin unterzugehen drohte.

Die erst sechs Tage alte Maria war nun K√∂nigin von Schottland. James Hamilton, 2. Earl of Arran, der N√§chste in der Thronfolge, war bis 1554 Regent und wurde dann durch die K√∂niginmutter abgel√∂st, die bis zu ihrem eigenen Tod im Jahr 1560 herrschte. Im Juli 1543, sechs Monate nach Marias Geburt, wurde vertraglich vereinbart, dass sie neun Jahre sp√§ter mit dem zuk√ľnftigen englischen K√∂nig Eduard VI. verm√§hlt werden sollte und dass ihre Erben in Personalunion √ľber England und Schottland herrschen sollten. Am 9. September 1543 wurde Maria Stuart formell im Stirling Castle gekr√∂nt, wobei sie k√∂nigliche Roben trug, die speziell auf ihre K√∂rpergr√∂√üe abgestimmt worden waren, sonst aber weitgehend dem Original entsprachen.

Der Vertrag mit England wurde Ende 1543, wenige Wochen nach der Kr√∂nung, durch das schottische Parlament aufgel√∂st. Heinrich VIII. hatte verlangt, dass Schottland seine traditionelle Auld Alliance mit Frankreich (Defensivb√ľndnis der beiden L√§nder gegen England) aufl√∂sen sollte, was abgelehnt wurde. Daraufhin befahl Heinrich, Schottland anzugreifen. Im Mai 1544 erreichte Edward Seymour, 1. Duke of Somerset, mit seiner Flotte den Hafen von Leith. Seine Aufgabe war es, Edinburgh einzunehmen und die junge K√∂nigin zu entf√ľhren. Doch Marie de Guise versteckte ihre Tochter in den geheimen R√§umen von Stirling Castle.

Am 10. September 1547 erlitten die Schotten in der Schlacht von Pinkie Cleugh eine verheerende Niederlage. Marie de Guise brachte ihre Tochter zunächst in der Priorei von Inchmahome in Sicherheit und wandte sich dann an den französischen Botschafter. Der neue französische König Heinrich II. schlug die Vereinigung Schottlands mit Frankreich vor, indem Maria seinen erstgeborenen Sohn Franz heiraten sollte.

Im Februar 1548 schickte Marie de Guise ihre Tochter nach Dumbarton Castle. Mittlerweile hatten die Engl√§nder zahlreiche √úberf√§lle auf schottisches Gebiet durchgef√ľhrt. Sie eroberten die strategisch wichtige Stadt Haddington, wurden dort aber im Juni von der franz√∂sischen Armee vertrieben. Am 7. Juli wurde in einem Nonnenkloster bei Haddington die Heiratsvereinbarung zwischen Maria und Franz II. unterzeichnet. Am 7. August 1548 legte die franz√∂sische Flotte in Dumbarton ab und brachte die f√ľnfj√§hrige K√∂nigin nach Frankreich. Die √úberf√§lle der Engl√§nder dauerten bis Juni 1551 an und schw√§chten das Land empfindlich.

Franz II. und Maria von Frankreich

Heirat in Frankreich

Zeitgen√∂ssischen Berichten zufolge war Maria w√§hrend ihrer Kindheit lebhaft, h√ľbsch und intelligent. In ihr Exil nach Frankreich wurde sie von ihrem eigenen kleinen Hofstaat begleitet, bestehend aus zwei Lords, zwei Halbbr√ľdern und den ‚Äěvier Marys‚Äú, vier M√§dchen gleichen Alters, die alle den Namen Mary trugen und T√∂chter der angesehensten adligen Familien Schottlands waren: Beaton, Seton, Fleming und Livingston. Am franz√∂sischen Hof erhielt sie die bestm√∂gliche Erziehung und Unterricht in ihrem heimischen Scots, Latein, Spanisch, Italienisch und m√∂glicherweise Griechisch.[1] Die Franz√∂sische Sprache war zeitlebens ihre Muttersprache. Sie erlernte auch zwei Musikinstrumente sowie Reiten, die Falknerei und Nadelarbeiten. W√§hrend dieser Zeit nahm sie den Nachnamen Stuart an, die franz√∂sische Schreibweise von Stewart.

Am 24. April 1558 heiratete sie vertragsgem√§√ü den ein Jahr j√ľngeren Dauphin, den franz√∂sischen Thronfolger. Die prachtvolle Hochzeitszeremonie fand in der Kathedrale Notre-Dame de Paris statt.

1559 starb ihr Schwiegervater Heinrich II. und Marias Ehemann wurde als Franz II. inthronisiert. Damit wurde sie auch K√∂nigin von Frankreich. Der f√ľnfzehnj√§hrige K√∂nig war schwach und die Regierungsgesch√§fte in Frankreich gingen effektiv √ľber Maria in die H√§nde ihrer Verwandten √ľber, der schon vorher sehr m√§chtigen Familie der Guisen. Doch dieses Arrangement war nur von kurzer Dauer; der junge K√∂nig erkrankte und starb wenig sp√§ter am 5. Dezember 1560.

Marias Schwiegermutter Katharina von Medici wurde Regentin f√ľr ihren dritten Sohn Karl IX., einen Bruder Franz‚Äô II. Schon damit war das Ende von Marias Zeit in Frankreich sichtbar, da sich die Regentin Katharina von Medici und ihre Schwiegertochter nicht gut verstanden. Maria bezeichnete Katharina ver√§chtlich als ‚ÄěKr√§merstochter aus Florenz‚Äú, eine Anspielung auf deren italienische Wurzeln. Nach den Klauseln des Vertrages von Edinburgh, der im Juni 1560 nach dem Tod von Marie de Guise geschlossen wurde, zog Frankreich seine Truppen aus Schottland ab und erkannte die Herrschaft Elisabeths √ľber England an. Die achtzehnj√§hrige Maria Stuart, die in Frankreich verblieben war, weigerte sich, den Vertrag zu unterzeichnen.

Maria Stuart als 18jährige Witwe

R√ľckkehr nach Schottland

Die junge Witwe kehrte bald darauf √ľber Calais nach Schottland zur√ľck und betrat am 19. August 1561 in Leith schottischen Boden. Sie beabsichtigte, alles so zu belassen, wie sie es vorgefunden hatte. Gleichzeitig nahm sie aber f√ľr sich die Freiheit in Anspruch, ihre eigene Religion aus√ľben zu d√ľrfen. Trotz ihrer Talente war sie nicht auf die gef√§hrliche und komplexe politische Situation vorbereitet, die in Schottland herrschte. Die Reformation spaltete das Volk. Ihr illegitimer Halbbruder James Stewart, 1. Earl of Moray, war Anf√ľhrer der Protestanten. Viele ihrer Untertanen wie auch Elisabeth I., die Monarchin des protestantischen Nachbarlandes England, begegneten der strenggl√§ubigen Katholikin Maria mit Misstrauen. Der Reformator John Knox wetterte √∂ffentlich gegen sie und ihren Lebenswandel. Sie hatte einige st√ľrmische pers√∂nliche Begegnungen mit ihm.

Zur Entt√§uschung der Katholiken setzte sich Maria Stuart aber nicht aktiv f√ľr deren Anliegen ein. Sie tolerierte die neue protestantische Mehrheit und machte ihren protestantischen Halbbruder James Stewart zu ihrem wichtigsten Berater. Unter seiner F√ľhrung bereiste sie auch den Norden ihres Reichs und unterwarf dort ihren Cousin George Gordon, 4. Earl of Huntly, den Anf√ľhrer der katholischen Opposition.

Elisabeth I., Königin von England und Irland

Gespannte Beziehungen mit England

Elisabeth Tudor war 1558 nach dem Tod ihres j√ľngeren Halbbruders Edward VI. und ihrer √§lteren Halbschwester Maria I. (‚ÄěBloody Mary‚ÄĚ) K√∂nigin von England geworden. Ihr Vater Heinrich VIII. hatte ihre Mutter Anne Boleyn noch zu Lebzeiten seiner ersten Frau Katharina von Aragon geheiratet. Die katholische Kirche erkannte Heinrichs Scheidung von Katharina nicht an, betrachtete die Ehe mit Anna Boleyn als ung√ľltig und Elisabeth somit als uneheliches Kind. Uneheliche Kinder waren jedoch nicht erbberechtigt, weshalb aus katholischer Sicht die Krone nach dem Aussterben von Heinrichs legitimen Nachkommen auf die Nachkommen seiner Schwester Margaret Tudor √ľbergehen sollte. Entsprechend hatte Heinrich II. von Frankreich nach dem Tod von Maria I. von England 1558 seine Schwiegertochter Maria Stuart zur K√∂nigin von England proklamieren lassen. Maria f√ľhrte von nun an das k√∂nigliche Wappen Englands neben dem schottischen und franz√∂sischen.[2] Sie weigerte sich auch sp√§ter stets, ihren Anspruch auf den englischen Thron aufzugeben, was auch durch ihr Festhalten an der Ablehnung des Vertrags von Edinburgh zum Ausdruck kam. Viele Katholiken in England betrachteten Elisabeth als unrechtm√§√üige Thronfolgerin. Sie glaubten, dass Maria als legitime Urenkelin Heinrichs VII. rechtm√§√üig auf den englischen Thron geh√∂re. Da sie obendrein von Heinrichs √§lterer Schwester abstammte, stand sie dem Thron n√§her als die Nachkommen von Heinrichs j√ľngerer Schwester Mary Tudor, wie zum Beispiel die protestantischen Schwestern Mary und Catherine Grey. Aus diesen Gr√ľnden war die katholische Maria f√ľr Elisabeth und ihren protestantischen Hof eine st√§ndige Bedrohung. Dies vor allem, nachdem Papst Pius V. Elisabeth I. 1570 exkommuniziert hatte und die katholische Minderheit in England aufforderte, sich der ‚ÄěKetzerin‚Äú auf dem Thron zu entledigen, um mit Hilfe Maria Stuarts die alte katholische Kirche wieder einzusetzen (Bulle Regnans in Excelsis).

Maria Stuart versuchte, die Spannungen zwischen sich und Elisabeth mit einer Einladung nach Edinburgh auszur√§umen. Elisabeth weigerte sich jedoch, und die Spannungen blieben. Sir William Maitland (Maitland of Lethington) wurde mit dem Hintergedanken als Botschafter an den englischen Hof gesandt, ihr Vorteile auf den englischen Thron zu sichern. Elisabeths Antwort wird wie folgt √ľberliefert: ‚ÄěBei der W√ľrde der Krone glaube ich, dass sie sie in meiner Zeit niemals erlangen wird.‚Äú In einem Brief an ihren Onkel m√ľtterlicherseits, Fran√ßois de Lorraine, schreibt Maria Stuart jedoch, Maitland habe ihr berichtet, dass Elisabeths w√∂rtliche Ansicht war, dass ‚Äěich meiner √úberzeugung nach niemanden besseres kenne, noch w√ľrde ich ihr jemanden vorziehen.‚Äú

Im Dezember 1561 wurde ein Treffen beider in England vorbereitet, doch Elisabeth √§nderte kurzfristig ihre Meinung. Das Treffen h√§tte in York ‚Äěoder einer anderen Stadt‚Äú im August oder September stattfinden sollen. Im Juli jedoch schickte Elisabeth Sir Henry Sidney nach Edinburgh, um das Treffen wegen des franz√∂sischen B√ľrgerkriegs abzusagen. 1563 versuchte Elisabeth erneut, Maria Stuart zu neutralisieren, indem sie eine Heirat mit Robert Dudley, 1. Earl of Leicester vorschlug, ihrem eigenen Favoriten und Vertrauten. Dudley war Engl√§nder und Protestant und h√§tte so beide Probleme gel√∂st. Elisabeth schickte einen weiteren Botschafter zu Maria Stuart mit der Nachricht, dass, wenn sie jemanden nach der Wahl Elisabeths (gemeint war Lord Robert Dudley) heiraten w√ľrde, sie selbst ‚Äď Elisabeth ‚Äď ‚Äědaf√ľr sorgen w√ľrde, dass sie [Maria Stuart] die verbriefte Best√§tigung als n√§chste Cousine und Erbin des Thrones bek√§me‚Äú. Dieser Vorschlag verlief im Sande, nicht zuletzt, weil Robert Dudley selbst alles tat, um das Heiratsprojekt zu verhindern.[3]

Maria Stuart (rechts) und ihr Gemahl Lord Darnley

Ehe mit Lord Darnley

Der verwitweten Maria Stuart wurden die K√∂nige von Schweden, D√§nemark und Frankreich, Erzherzog Karl von √Ėsterreich, Don Carlos von Spanien, die Herz√∂ge von Ferrara, Namur und Anjou, der Earl of Arran und der Earl of Leicester als potentielle Ehem√§nner angetragen. An Don Carlos, dem spanischen Thronfolger, zeigte sie ernsthaftes Interesse, doch entschied Philipp II. schlie√ülich gegen eine solche Verbindung, die ihn zu sehr in Gegensatz zu England gebracht h√§tte.

1565 verliebte sie sich Hals √ľber Kopf in ihren neunzehnj√§hrigen Cousin ersten Grades Henry Stewart, Lord Darnley, den Sohn des Earl of Lennox. Dieser h√§tte durch seine Ehe als Sohn von Margaret Douglas, Marias Tante und Nichte Heinrichs VIII., seinen Sohn in die unmittelbare N√§he des englischen Throns gebracht. Doch au√üer diesem Thronanspruch und seinem guten Aussehen gab es nichts, was f√ľr Darnley sprach. Er war von wankelm√ľtigem Charakter und neigte zu jugendlichen Eskapaden. Zudem war er drei Jahre j√ľnger als Maria. Die Hochzeit wurde jedoch eilig f√ľr den 29. Juli 1565 anberaumt (im Holyrood Palace).

Diese Eheschlie√üung mit einem Katholiken f√ľhrte dazu, dass sich Marias Halbbruder James Stewart, 1. Earl of Moray mit anderen protestantischen Adligen zusammentat und offen rebellierte. Maria begab sich am 26. August 1565 nach Stirling, um den Rebellen entgegenzutreten und kehrte im darauf folgenden Monat nach Edinburgh zur√ľck, um weitere Truppen zu organisieren. Die Rebellion wurde rasch niedergeschlagen und Moray floh mit seinen Anh√§ngern ins Exil.

Die Ehe ver√§rgerte auch Elisabeth; sie war der Ansicht, dass die Heirat nur mit ihrer Erlaubnis h√§tte stattfinden d√ľrfen, weil Darnley ein englischer Untertan war. Die Ehe stellte aufgrund des k√∂niglichen Blutes von Darnley eine Bedrohung f√ľr Elisabeth dar; jegliches Kind aus dieser Ehe h√§tte einen gerechtfertigten Anspruch sowohl auf den schottischen als auch auf den englischen Thron gehabt.

Jakob, Sohn von Maria Stuart und Lord Darnley

Schon wenige Monate nach der Hochzeit berichtet der englische Botschafter von zunehmenden Spannungen zwischen dem jungverm√§hlten Herrscherpaar. Lord Darnleys Lebenswandel sorgte in Edinburgh f√ľr Skandale und Marias Desinteresse war un√ľbersehbar. Darnley forderte immer deutlicher die Gew√§hrung der tats√§chlichen Rechte eines K√∂nigs seitens des Parlaments. Maria gew√§hrte ihm zwar den k√∂niglichen Titel (crown matrimonial), wollte ihm aber keine damit verbundene Macht einr√§umen.

Die enge Freundschaft und Vertrautheit zwischen Maria und ihrem Privatsekret√§r David Rizzio sch√ľrte Darnleys Eifersucht. Er schien Ger√ľchten Geh√∂r zu schenken, dass Rizzio Marias Liebhaber sei. So ging er einen Pakt mit f√ľhrenden protestantischen Adligen ein. Es war vermutlich Darnleys Ziel, die Macht und Titel eines K√∂nigs von Schottland zu ergreifen. Die Ziele der Mitverschw√∂rer sind nicht recht klar, auch waren Gewalttaten von seiten schottischer Lords √ľblich, und politische Seitenwechsel waren an der Tagesordnung.

Am Abend des 9. M√§rz 1566 drangen sie unter F√ľhrung Darnleys gemeinsam in das kleine Esszimmer der K√∂nigin im Holyrood Palace ein. Darnley hielt die schwangere K√∂nigin fest, w√§hrend die anderen Rizzio im Vorzimmer erstachen. Als einer der Verschw√∂rer sich gegen die K√∂nigin wenden wollte, stellte sich Darnley sch√ľtzend vor sie. Die Verschw√∂rer stellten die K√∂nigin unter Hausarrest, doch sie entkam mit der Hilfe ihres Mannes, dem sie eingeredet hatte, sie w√ľrde seinen Forderungen nachkommen. In Sicherheit gelangt, entfernte sich Maria jedoch von ihrem Mann, der sich durch seine Handlungen nicht nur von ihr entfremdet hatte, sondern auch von den schottischen Adeligen, die an dem Komplott beteiligt waren.

Am 19. Juni 1566 wurde ihr Sohn, der zuk√ľnftige K√∂nig Jakob VI. im Edinburgh Castle geboren. Darnley zog zunehmend den Hass der schottischen Lords auf sich und floh nach Glasgow zu seinem Vater, wo er schwer erkrankte (vermutlich an Syphilis oder den Pocken). Auf Marias Wunsch hin kehrte er aus Glasgow zur√ľck nach Edinburgh und erholte sich im Haus Kirk o‚ÄôField, wo Maria ihn h√§ufig besuchte. So entstand der Eindruck, die Vers√∂hnung zwischen den Eheleuten stehe bevor.

James Hepburn, Earl of Bothwell

Am 10. Februar 1567 ereignete sich im Haus eine gewaltige Explosion und Darnley wurde tot im Garten gefunden. Da er unbekleidet war und keine Verletzungen aufwies, nimmt man an, dass er auf der Flucht erdrosselt wurde. Es war klar, dass er im Rahmen eines Komplotts ermordet worden war: Bereits im November 1566 hatten wichtige Adlige in Anwesenheit Marias auf Schloss Craigmillar einen Bond geschworen, dass sie Darnley zum Wohle des Staates beseitigen w√ľrden.[4] Marias Mitwisserschaft an dem Plan wird oft bestritten, ist jedoch kaum ernsthaft zu bezweifeln.

Darnleys Ermordung beschädigte ihr Ansehen enorm. Hauptdrahtzieher war sehr wahrscheinlich James Hepburn, 4. Earl of Bothwell, den sie bereits im Oktober zuvor auf seiner Burg Hermitage Castle spontan besucht hatte, als sie von seiner Erkrankung erfuhr. Es fand ein Scheinprozess gegen Bothwell statt, in dem er am 12. April freigesprochen wurde. Die Bevölkerung Edinburghs war dadurch aber nicht zu befriedigen.

Heirat mit Lord Bothwell

Am 24. April besuchte Maria im Stirling Castle zum letzten Mal ihren Sohn. Auf dem Weg zur√ľck nach Edinburgh lie√ü sie sich offenbar ohne Widerstand von Hepburn und seinen M√§nnern ‚Äěentf√ľhren‚Äú und verbrachte einige Tage im Schloss von Dunbar. Nun √ľberschlugen sich die Ereignisse: Am 3. Mai lie√ü sich Bothwell von seiner Frau scheiden und kehrte drei Tage sp√§ter mit Maria nach Edinburgh zur√ľck. Am 12. Mai vergab Maria ihrem Entf√ľhrer √∂ffentlich, indem sie ihn zum Herzog von Orkney erhob. Am 15. Mai, gerade einmal drei Monate nach der Ermordung Darnleys, heiratete sie im Holyrood Palace denjenigen Mann, den viele f√ľr den M√∂rder hielten. Diese Heirat erwies sich sehr bald als gro√üer Fehler, denn es kam zu einem Aufstand der ihr zuvor treu ergebenen Adligen, die ihre Abdankung forderten.

Am 15. Juni 1567 versuchte Maria zwar nochmals bei Carberry, in der N√§he von Edinburgh, das Ruder zu ihren Gunsten herumzurei√üen. Doch selbst das Heer, das sie mit Bothwell um sich geschart hatte, weigerte sich, f√ľr sie zu k√§mpfen. Es blieb ihr nichts anderes √ľbrig, als sich den F√ľrsten ihres Landes zu ergeben. Sie wurde im Loch Leven Castle gefangen gesetzt, auf einer Insel im Loch Leven. Dort zwang ihr Halbbruder sie, am 24. Juli ihre Abdankung zugunsten ihres Sohns zu unterzeichnen. Das knapp einj√§hrige Kind wurde nur f√ľnf Tage sp√§ter in der Holy Rude Church in Stirling als K√∂nig Jakob VI. gekr√∂nt.

Maria Stuarts Flucht aus Loch Leven Castle von William Craig Shirreff (1805)

Flucht nach England

Im Loch Leven Castle erlitt Maria nach eigenen Angaben[5] auch eine Fehlgeburt von Zwillingen. Angeblich soll sich ihr junger Gef√§ngnisw√§rter Willie Douglas in sie verliebt haben. Mit seiner Hilfe gelang ihr am 2. Mai 1568, knapp ein Jahr nach ihrer Gefangennahme, die Flucht. Wenige Tage danach f√ľhrte Maria nochmals eine Armee von 6.000 Getreuen an. Diese wurde jedoch am 13. Mai bei Langside (heute ein Stadtteil von Glasgow) vernichtend geschlagen. Maria floh und erreichte sechs Tage sp√§ter Carlisle. Dort ersuchte sie ihre Tante 2. Grades, K√∂nigin Elisabeth I. von England, um Unterst√ľtzung gegen die rebellierenden schottischen Adligen.

Elisabeth war im Prinzip nicht abgeneigt, Maria wieder auf ihren schottischen Thron zu helfen, jedoch war Maria immer noch nicht bereit, den Vertrag von Edinburgh zu akzeptieren, und auf ihren englischen Thronanspruch formell zu verzichten. Elisabeth schwankte also weiter zwischen der Anerkennung des Regimes der antimarianischen Lords in Schottland, und ihrer eventuellen Hilfe f√ľr Maria. Zun√§chst wollte sie pro forma kl√§ren lassen, ob Maria f√ľr den Mord an Lord Darnley verurteilt werden sollte. Elisabeth ordnete eine Untersuchung an, die zwischen Oktober 1568 und Januar 1569 in York durchgef√ľhrt wurde. Die Untersuchung war politisch beeinflusst: Elisabeth w√ľnschte weder eine Verurteilung wegen Mordes, noch einen Freispruch.

Maria berief sich darauf, dass sie eine rechtm√§√üige K√∂nigin sei und daher von keinem Gericht verurteilt werden k√∂nne. Ihr Halbbruder, der Earl of Moray, hatte inzwischen die Regierungsgesch√§fte √ľbernommen und war bestrebt, Maria aus Schottland herauszuhalten und ihre Anh√§nger zu kontrollieren.

Um sie zu belasten, pr√§sentierten Marias schottische Gegner der Kommission die sogenannten Kassettenbriefe (Casket Letters), acht Briefe, die Maria angeblich an den Earl of Bothwell geschrieben haben sollte. James Douglas, 4. Earl of Morton, behauptete, sie seien in Edinburgh in einer silbernen Schatulle mit einem eingravierten F (angeblich f√ľr Franz II.) gefunden worden, zusammen mit anderen Dokumenten (darunter die Heiratsurkunde von Maria und Hepburn). Maria weigerte sich, vor Gericht zu erscheinen. Sie wollte erst dann eine schriftliche Verteidigung abgeben, wenn Elisabeth ihr den Freispruch garantierte; dieser Vorschlag wurde abgelehnt. Obwohl die Casket Letters nach einer Untersuchung der Handschrift und des Inhalts als echt befunden wurden, kam die Kommission zu dem Schluss, dass damit der Mord an Lord Darnley nicht bewiesen werden konnte. Dieses Ergebnis entsprach genau den W√ľnschen Elisabeths.

Die Authentizit√§t der Casket Letters ist bis heute unter Historikern umstritten, da die Originale 1584 vernichtet wurden und keine der vorhandenen Kopien einen kompletten Satz bildet. Auch handelt es sich bei den Kopien bis auf einen Fall um √úbersetzungen aus dem franz√∂sischen Original. Maria argumentierte, es sei nicht schwierig, ihre Handschrift zu imitieren. In sp√§teren Jahrhunderten wurde vermutet, dass die Briefe komplette F√§lschungen seien, dass verd√§chtige Passagen vor der Konferenz von York eingef√ľgt worden sind, oder dass die Briefe an Bothwell von einer anderen Person geschrieben worden sind. Es ist heute unm√∂glich, die Echtheit oder F√§lschung der Briefe eindeutig festzustellen. Auch ist die Bedeutung dieser Briefe f√ľr die Frage nach Marias Mitschuld an der Ermordung ihres Gemahls Lord Darnley ma√ülos √ľbersch√§tzt worden

Bolton Castle, Maria Stuarts Gefängnis 1568/69
Die Hinrichtung Maria Stuarts

Gefangenschaft und Hinrichtung

Es folgten 18 Jahre Haft, zum Teil unter angenehmen Bedingungen, in den verschiedenen englischen Burgen und Schl√∂ssern (z. B. Bolton Castle, Chatsworth House, Sheffield, Buxton, Tutbury, Chartley und schlie√ülich Fotheringhay). Diese Anlagen wurden deshalb gew√§hlt, weil sie weit genug sowohl von Schottland als auch von London entfernt waren. Die meiste Zeit befand sich Maria unter der Obhut von George Talbot, 6. Earl of Shrewsbury und seiner Ehefrau Bess of Hardwick. Marias dritter Ehemann, der Earl of Bothwell, war in Norwegen verhaftet und nach D√§nemark gebracht worden, wo er eingekerkert wurde und dem Wahnsinn anheim fiel. Er starb 1578.

1570 wurde Elisabeth durch die Repr√§sentanten Karls IX. von Frankreich erneut √ľberzeugt, Maria wieder auf den schottischen Thron zu bringen. Ihre Vorbedingung war jedoch die Ratifikation des Vertrages von Edinburgh, den Maria aber noch immer nicht unterschreiben w√ľrde. Dennoch verhandelte William Cecil auf Weisung Elisabeths hin weiter mit Maria. Elisabeth wich einer pers√∂nlichen Begegnung mit Maria, die letztere stets herbeisehnte, immer aus. Die Ridolfi-Verschw√∂rung (ein Plan zur Ermordung Elisabeths und zur Einsetzung Maria Stuarts als englische K√∂nigin durch spanische Truppen, in den Maria eindeutig verwickelt war) lie√ü Elisabeth erneut ihr Vorgehen √ľberdenken. 1572 verabschiedete das Parlament auf Veranlassung der K√∂nigin ein Gesetz, das Maria von der englischen Thronfolge ausschloss. Unerwartet verweigerte Elisabeth jedoch die Zustimmung zu dem Gesetz, da sie erneut ihre Meinung ge√§ndert hatte.

Maria wurde f√ľr Elisabeth zu einer untolerierbaren Last, da sich Maria in immer mehr Komplotte verwickeln lie√ü, was ihre abgefangenen Briefe bewiesen. Nach der Hinrichtung der Babington-Verschw√∂rer (20.‚Äď21. September 1586) wurde Maria Stuart Ende September 1586 nach Fotheringhay verbracht. Vom 15.‚Äď16. Oktober befand eine Kommission aus 40 (teils katholischen) Adeligen √ľber Marias Schuld. Am 25. Oktober wurde Maria Stuart wegen Hochverrats f√ľr schuldig befunden, da sie an der Babington-Verschw√∂rung ‚Äď einem geplanten Anschlag auf Elisabeths Leben ‚Äď beteiligt war. Auf der Parlamentsversammlung vom 29. Oktober forderten Ober- und Unterhaus per Petition einstimmig die sofortige Hinrichtung. Diese Petition wurde Elisabeth I. am 12. November in Richmond √ľberreicht. Maria Stuart erfuhr am 16. November von der Entscheidung des Parlaments und der drohenden Hinrichtung.

Doch erst am 1. Februar 1587 unterzeichnete Elisabeth die Hinrichtungsurkunde; sie hatte vorher noch versucht, den Gef√§ngnisw√§rter Sir Amyas Paulet dazu zu bringen, Maria zu ermorden (f√ľr die herrschende Klasse war der Gedanke unertr√§glich, eine gesalbte K√∂nigin vor Gericht abzuurteilen und hinzurichten ‚Äď man bevorzugte Mord), um die Hinrichtung zu umgehen. Am 7. Februar wurde Maria Stuart √ľber das Todesurteil und den Hinrichtungstermin unterrichtet. Einen Tag sp√§ter (fast auf den Tag 20 Jahre nach der Ermordung ihres 2. Ehemannes Lord Darnley), am Mittwoch den 8. Februar 1587 (laut heutigem Gregorianischen Kalender 18. Februar) wurde Maria Stuart um 10 Uhr im Schloss Fotheringhay hingerichtet.

Marias persönliches Stundenbuch (mit handschriftlichen Notizen), das sie mit auf das Schafott nahm, ist heute in der Saltykow-Schtschedrin-Bibliothek in Sankt Petersburg zu sehen.

Der Ablauf der Hinrichtung ist √ľberliefert. Sie erschien wie eine Nonne an der Hinrichtungsst√§tte in einem schwarzen Satinkleid, das mit schwarzem Samt ges√§umt war. Am G√ľrtel trug sie zwei Rosenkr√§nze. Ein wei√üer Schleier bedeckte ihr Haar. Als sie am Schafott den Schleier und die dunkle √úberbekleidung ablegte, sah man, dass sie darunter einen dunkelroten Samtunterrock und ein dunkelrotes Satinmieder trug. Die rote Farbe ihrer Unterkleidung war vermutlich bewusst gew√§hlt. Im europ√§ischen Kulturkreis symbolisierte Rot M√§rtyrertum, Mut und k√∂nigliches Blut.[6]

Der Scharfrichter war unerfahren und nerv√∂s; er ben√∂tigte drei Schl√§ge mit der Axt, um Marias Kopf vom K√∂rper zu trennen. Der erste Schlag traf den Hinterkopf. Da Maria keine Reaktion zeigte f√ľhrte der erste Schlag vermutlich schon zu Bewusstlosigkeit oder Tod. Erst nach zwei weiteren Schl√§gen war der Kopf vom Rumpf getrennt. Legenden berichten, dass der Henker, als er den Kopf nach der Hinrichtung hochhalten wollte, nur eine Per√ľcke ergriff. Der Kopf, mit kurzgeschorenem grauen Haar, fiel herunter und rollte auf das Schafott. Viel zitiert ist auch, dass der Scho√ühund (ein King Charles Spaniel) der K√∂nigin sich in ihren Gew√§ndern versteckt hatte und nach der Hinrichtung blut√ľberstr√∂mt von der Leiche entfernt wurde.

Maria Stuart wurde am 31. Juli 1587 zuerst in der Kathedrale von Peterborough beigesetzt. Doch die Leiche wurde im September 1612 exhumiert, als ihr Sohn, der als Jakob I. in Personalunion auch √ľber England herrschte, die Beisetzung in der Westminster Abbey anordnete. Dort ruht sie neun Meter vom Grab ihrer Tante zweiten Grades Elisabeth I. entfernt.

Vorfahren

 
 
Jakob III.
 
Margarethe von Dänemark
 
Heinrich VII.
 
Elizabeth of York
 
René II., Herzog von Lothringen
 
Philippine von Geldern
 
François de Bourbon
 
Marie von Luxembourg-Saint Paul
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Jakob IV.
 
 
 
 
 
Margaret Tudor
 
 
 
 
 
Claude I. de Lorraine
 
 
 
 
 
Antoinette de Bourbon
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Jakob V.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Marie de Guise
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Mary Stuart
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 


Verwandtschaftsverhältnisse

Stammbaum von Maria Stuart

Maria Stuart in Literatur, Musik und Film

Flugschrift zu Execution Oder Todt Marien Stuarts, Erfurt 1587 (Volltext)
Thomas Edisons fr√ľhe Verfilmung der Hinrichtung im Jahre 1895

Ihr Leben wurde in Friedrich Schillers Trag√∂die Maria Stuart (1800) und in der Biografie Maria Stuart von Stefan Zweig (1935) behandelt. Von Elfriede Jelinek gibt es das Theaterst√ľck Ulrike Maria Stuart (2006).

Sehr frei nach Friedrich Schillers Trag√∂die entstand Gaetano Donizettis Oper Maria Stuarda (1835). Auf der Opernb√ľhne erscheint Maria Stuart au√üerdem in Maria Stuarda, regina di Scozia von Pietro Casella (1811), der gleichnamigen Oper von Carlo Coccia (1827) und in Mary Queen of Scots von Thea Musgrave (1977).

Am 26. M√§rz 1840 komponierte Richard Wagner (1813‚Äď1883) in Paris das Lied Adieux de Marie Stuart auf einen Text von Pierre Jean de B√©ranger (1780‚ąí1857).[7]

1852 komponierte Robert Schumann (1810‚ąí1856) f√ľnf Lieder auf Gedichte von Maria Stuart, op. 135 und schenkte sie im selben Jahr seiner Frau Clara zum Weihnachtsfest. Die Lieder auf √úbersetzungen von Gisbert Freiherr Vincke tragen die Titel: Abschied von Frankreich, Nach der Geburt ihres Sohnes, An die K√∂nigin Elisabeth, Abschied von der Welt und Gebet,[8] wobei nur das dritte und vierte als authentisch gelten.[9]

1899 wurde in der von Dr. Max Runze besorgten Gesamtausgabe s√§mtlicher Lieder und Balladen von Carl Loewe (1796‚Äď1869) zum ersten Mal ein Lied mit dem Titel Gesang der K√∂nigin Maria Stuart auf den Tod Franz II. (Nach Art der altfranz√∂sischen Volkslieder) ver√∂ffentlicht. Im Vorwort zum zweiten Band der Gesamtausgabe, in dem sich das Lied befindet, hei√üt es: ‚ÄěDen Text des 1560 gedichteten Liedes hat der franz√∂sische Historiker Pierre de Brant√īme (1540‚ąí1614) in seinen Dames illustres (Oeuvres 5,88) √ľberliefert; danach Le Roux de Lincy, Recueil de chants historiques francais 2, 225 (1842).‚Äú Gewidmet hat Loewe das Lied seiner Tochter Julie von Bothwell. Der Herausgeber bemerkt au√üerdem: ‚ÄěOffenbar st√ľtzt sich Loewe in diesem Gesang auf altfranz√∂sische Melodien und Rhythmen. Komponiert vermutlich in sp√§terer Zeit.‚Äú Die Ausgabe des Liedes bei Breitkopf & H√§rtel in Leipzig ist zweisprachig ‚Äď ein deutscher Text stammt aus der Feder von A. R. Zu den Verfilmungen ihres Lebens geh√∂ren The Execution of Mary Stuart von Thomas Edison aus dem Jahre 1895, Maria Stuart mit Fritz Kortner, Maria Stuart (1927) von Friedrich Feh√©r mit Magda Sonja, Maria Stuart (1936) mit Katharine Hepburn und Fredric March, Das Herz der K√∂nigin mit Zarah Leander und Willy Birgel sowie Maria Stuart, K√∂nigin von Schottland (1971) mit Vanessa Redgrave und Glenda Jackson.

Maggie Reilly sang das Lied To France auf Mike Oldfields Album Discovery aus der Sicht von Maria.

Am 4. April 2008 fand im Waldau-Theater in Bremen die Urauff√ľhrung des Musicals ‚ÄěMaria Stuart, K√∂nigin der Schotten‚Äú als Inszenierung der ‚ÄěBremer Musical Company‚Äú statt. Die Musik stammt von Thomas Blaeschke, das Libretto von Kerstin T√∂lle.

Literatur

Weblinks

 Wikisource: Execution Oder Todt Marien Stuarts ‚Äď Quellen und Volltexte
 Commons: Mary, Queen of Scots ‚Äď Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ‚ÜĎ Antonia Fraser: Mary Queen of Scots Panther Books, London 1970, S.75.
  2. ‚ÜĎ Antonia Fraser: Mary Queen of Scots Panther Books (London) 1970: S.113-115
  3. ‚ÜĎ Frederick Chamberlin: Elizabeth and Leycester Dodd, Mead & Co. (New York) 1939: S.136-164,445-447
  4. ‚ÜĎ ‚ÄěIt was thought expedient and most profitable for the common wealth ‚Ķ that such a young fool and proud tyrant should not reign or bear rule over them; ‚Ķthat he should be put off by one way or another; and whosoever should take the deed in hand or do it, they should defend‚Äú (Book of Articles): Antonia Fraser: Mary Queen of Scots Panther Books (London) 1970: S.335f.
  5. ‚ÜĎ Claude Nau: History of Mary Stuart from the murder of Rizzio to her flight into England, herausgegeben von J. Stevenson 1883, S. 264
  6. ‚ÜĎ Amy Butler Greenfield: A Perfect Red ‚Äď Empire, Espionage and the Qest for the Color of Desire, HarperCollins Publisher, New York 2004, ISBN 0-06-052275-5, S. 18 und S. 19
  7. ‚ÜĎ Wagner-Chronik. Daten zu Leben und Werk zusammengestellt von Martin Gregor-Dellin, dtv-B√§renreiter 1983; Richard Wagner: S√§mtliche Lieder mit Klavierbegleitung, Schott Mainz
  8. ‚ÜĎ Robert Schumann: Lieder f√ľr Singstimme und Klavier, Band III, herausgegeben von Alfred D√∂rffel. Edition Peters, Leipzig
  9. ‚ÜĎ Hans-Joachim Zimmermann: Die Gedichte der K√∂nigin Maria Stuart. Gisbert Vincke, Robert Schumann und eine sentimentale Tradition, in: Archiv f√ľr das Studium der neuren Sprachen und Literaturen, herausgegeben von S√ľhnel et al., westermann-Verlag 1977. S.308-319
Vorgänger Amt Nachfolger
Jakob V. König von Schottland
1542‚Äď1567
Jakob VI.
Caterina de’ Medici (Titular-)Königin von Frankreich
1559‚Äď1560
Elisabeth von √Ėsterreich

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