Marie Curie

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Marie Curie
Marie Curie, 1920

Marie SkƂodowska Curie (* 7. November 1867 in Warschau, Russisches Kaiserreich; † 4. Juli 1934 in Sancellemoz; geborene Maria Salomea SkƂodowska) war eine französische Physikerin polnischer Herkunft.[1] Sie untersuchte die 1896 von Henri Becquerel beobachtete Strahlung von Uranverbindungen und prĂ€gte fĂŒr diese das Wort „radioaktiv“. Im Rahmen ihrer Forschungen, fĂŒr die ihr 1903 ein anteiliger Nobelpreis fĂŒr Physik und 1911 der Nobelpreis fĂŒr Chemie zugesprochen wurde, entdeckte sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Pierre Curie die chemischen Elemente Polonium und Radium. Marie Curie ist bisher die einzige Frau unter den vier Mehrfach-NobelpreistrĂ€gern und neben Linus Pauling die einzige Person, die Nobelpreise auf zwei unterschiedlichen Gebieten erhalten hat (Stand November 2009).

Marie Curie wuchs in der damals zum Russischen Kaiserreich gehörigen Provinz Weichselland auf.[2] Da Frauen dort nicht zum Studium zugelassen wurden, zog sie nach Paris und begann Ende 1891 ein Studium an der Sorbonne, das sie mit Lizenziaten in Physik und Mathematik beendete. Im Dezember 1897 begann sie die Erforschung radioaktiver Substanzen, die seitdem den Schwerpunkt ihrer wissenschaftlichen TĂ€tigkeit bildeten. Nach dem Unfalltod Pierre Curies wurden ihr 1906 zunĂ€chst seine Lehrverpflichtungen ĂŒbertragen. Zwei Jahre spĂ€ter wurde sie schließlich auf den fĂŒr ihn geschaffenen Lehrstuhl fĂŒr Allgemeine Physik berufen. Sie war die erste Frau und die erste Professorin, die an der Sorbonne lehrte. Als sich Marie Curie 1911 um einen Sitz in der AcadĂ©mie des sciences bewarb und im selben Jahr ihr VerhĂ€ltnis mit Paul Langevin bekannt wurde, erschienen in der Boulevardpresse Artikel, in denen sie persönlich angegriffen und als Fremde, Intellektuelle, JĂŒdin und sonderbare Frau bezeichnet wurde.

Die Urkunde von Marie Curies Chemienobelpreis von 1911

WĂ€hrend des Ersten Weltkrieges widmete sich Marie Curie als Radiologin der Behandlung verwundeter Soldaten. Sie entwickelte einen Röntgenwagen, der es ermöglichte, radiologische Untersuchungen in unmittelbarer NĂ€he der Front vorzunehmen, und beteiligte sich an der Qualifizierung der notwendigen Techniker und Krankenschwestern. Nach dem Krieg engagierte sie sich in der Internationalen Kommission fĂŒr Geistige Zusammenarbeit des Völkerbundes fĂŒr bessere Arbeitsbedingungen von Wissenschaftlern. An dem von ihr geleiteten Pariser Radium-Institut setzte sie sich fĂŒr die Förderung von weiblichen und auslĂ€ndischen Studierenden ein.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Kindheit und Jugend

Das Geburtshaus von Marie Curie in Warschau

Maria SkƂodowska war das jĂŒngste von fĂŒnf Kindern des Lehrerehepaares BronisƂawa und WƂadysƂaw SkƂodowski, die beide dem niederen polnischen Landadel, der Szlachta, entstammten und zur polnischen Intelligenzija zĂ€hlten. Ihr Vater WƂadysƂaw hatte an der UniversitĂ€t Sankt Petersburg studiert und als Lehrer fĂŒr Mathematik und Physik an verschiedenen staatlichen und privaten Schulen unterrichtet. Ihre Mutter BronisƂawa wurde am MĂ€dchenpensionat in der Fretastraße (Ulica Freta), der einzigen privaten MĂ€dchenschule in Warschau, ausgebildet, wo sie anschließend erst als Lehrerin und spĂ€ter als Schulleiterin tĂ€tig war und wo die Familie zum Zeitpunkt von Marias Geburt wohnte. 1868 wurde ihr Vater zum stellvertretenden Direktor einer öffentlichen Schule befördert, woraufhin die Familie in die mit der Stellung verbundene grĂ¶ĂŸere Dienstwohnung in der Nowolipki-Straße (Ulica Nowolipki) zog. Etwa zu dieser Zeit erkrankte Marias Mutter an Tuberkulose und musste ihren Posten aufgeben. Als ihr Vater 1873 aus dem Schuldienst entlassen wurde, war die Familie aus finanziellen GrĂŒnden gezwungen, ein Pensionat zu eröffnen, das anfangs zwei und spĂ€ter bis zu zehn SchĂŒler beherbergte.[3] Maria wurde mit sechs Jahren eingeschult und besuchte zunĂ€chst die von ihrer Mutter geleitete MĂ€dchenschule in der Fretastraße. Zwei Jahre spĂ€ter wechselte sie auf die nĂ€her gelegene Privatschule von Jadwiga Sikorska. Nach dem gescheiterten Januaraufstand von 1863 wurde im russisch kontrollierten Teil Polens eine zunehmende Russifizierung betrieben. Unterricht durfte nur in russischer Sprache erteilt, polnische Geschichte und Kultur konnte nur heimlich unterrichtet werden, was gleichermaßen eine Herausforderung fĂŒr Lehrer wie SchĂŒler war. Im Herbst 1878 wechselte Maria an das öffentliche Gymnasium Nr. 3. Kurz zuvor war ihre Mutter an den Folgen ihrer Erkrankung gestorben. 1883 bestand Maria im Alter von 15 Jahren ihr Abitur als Klassenbeste. Das darauf folgende Jahr verbrachte sie bei Verwandten auf dem Land, da sie Anzeichen von Erschöpfung zeigte.[4]

Wladyslaw SkƂodowski mit seinen drei Töchtern Marie, BronisƂawa und Helena (um 1890, v.l.n.r.)

In Polen durfte Maria nicht studieren, weil Frauen an UniversitĂ€ten nicht zugelassen waren. Die finanzielle Situation ihres Vaters ließ eine UnterstĂŒtzung wĂ€hrend eines Auslandsstudiums nicht zu. Im SpĂ€tsommer 1884 begann Maria in der Wohnung ihres Vaters Privatunterricht zu erteilen. WĂ€hrend dieser Zeit nahm sie gemeinsam mit ihrer Schwester Bronia an Kursen der von Jadwiga SzczawiƄska-Dawidowa heimlich organisierten „Fliegenden UniversitĂ€t“ (Uniwersytet Latający) teil, die eine akademische Bildung ermöglichte.[5]

Ab September 1885 arbeitete Maria kurze Zeit als Hauslehrerin bei einer Anwaltsfamilie. Ende 1885 ĂŒbernahm sie fĂŒr dreieinhalb Jahre eine Stelle als Hauslehrerin auf dem Land in Szczuki bei Przasnysz mit der Aufgabe, die beiden Ă€ltesten Töchter der Familie Ć»orawski zu unterrichten. An ihren freien Abenden las sie BĂŒcher ĂŒber Physik, Soziologie, Anatomie und Physiologie, um ihre Neigungen auszuloten und sich auf das Studium vorzubereiten. Mit dem EinverstĂ€ndnis des Hausherren und mit UnterstĂŒtzung von dessen Ă€ltester Tochter gab Maria tĂ€glich einem Dutzend Bauernkindern Unterricht im Lesen und Schreiben. Als im Sommer des ersten Jahres ihres Aufenthaltes der Ă€lteste Sohn der Familie Kazimierz Ć»orawski von der UniversitĂ€t nach Hause zurĂŒckkehrte, verliebten sich beide ineinander. Ihre HeiratsplĂ€ne scheiterten jedoch am Widerstand von Kazimierz' Familie. Im FrĂŒhjahr 1889 endete Marias TĂ€tigkeit bei den Ć»orawskis. Sie fand eine weitere Hauslehrerinnenstelle in einem Badeort an der OstseekĂŒste. Um seine Töchter besser finanziell unterstĂŒtzen zu können, hatte ihr Vater im April 1888 nach seiner Pensionierung fĂŒr zwei Jahre die Leitung einer landwirtschaftlichen Erziehungsanstalt in Studzieniec in der NĂ€he von Warschau ĂŒbernommen.

Seit 1890 wohnte Maria wieder mit ihrem Vater in Warschau zusammen. Ihrem Cousin JĂłzef Boguski (1853–1933), einem ehemaligen Assistenten von Dmitri Mendelejew, wurde die Leitung des Warschauer Industrie- und Landwirtschaftsmuseums (Muzeum PrzemysƂu i Rolnictwa) ĂŒbertragen. In den RĂ€umlichkeiten des Museums, das ĂŒber ein eigenes Laboratorium verfĂŒgte, bekam Maria zum ersten Mal die Gelegenheit, eigene chemische und physikalische Experimente durchzufĂŒhren, die ihre „Neigung zur experimentellen Forschung auf dem Gebiet der Physik und Chemie“[6] festigte und sie in ihrem Wunsch, ein naturwissenschaftliches Studium in Paris aufzunehmen, bestĂ€rkte.

Erste Jahre in Paris

Pierre, IrĂšne und Marie Curie

1891 reiste Maria SkƂodowska nach Paris, wo sie anfangs bei ihrer Schwester Bronia und deren Mann Kazimierz DƂuski in der Rue d'Allemagne unweit des Gare du Nord wohnte. Am 3. November schrieb sie sich als Marie SkƂodowska fĂŒr ein Studium der Physik an der Sorbonne ein. Unter den 9000 Studenten der UniversitĂ€t in diesem Jahr befanden sich 210 Frauen. Von den mehr als 1825 Studenten der FacultĂ© des sciences waren 23 weiblich.[7] Ihre wenigen Mitstudentinnen kamen meist aus dem Ausland, da an den französischen MĂ€dchenschulen die zur BaccalaurĂ©at-PrĂŒfung notwendigen FĂ€cher Physik, Biologie, Latein und Griechisch nicht gelehrt wurden.[8] Marie hatte schlechtere Vorkenntnisse als ihre französischen Kommilitonen, und die sprachlichen Probleme bildeten eine zusĂ€tzliche Herausforderung. Im Winter 1891/92 spielte sie bei einem von Exilpolen inszenierten russlandfeindlichen TheaterstĂŒck mit, was ihren Vater sehr verĂ€rgerte.[9]

Im MĂ€rz 1892 zog Marie SkƂodowska in ein kleines möbliertes Zimmer in der Rue Flatters im Quartier Latin um, da sie mehr Ruhe fĂŒr ihr Studium benötigte und nĂ€her bei den Einrichtungen der UniversitĂ€t wohnen wollte. In ihrem ersten Studienjahr gehörten unter anderem der Mathematiker Paul Appell und die Physiker Gabriel Lippmann und Edmond Bouty (1846–1922) zu ihren Lehrern. Die PrĂŒfungen fĂŒr das Lizenziat der Physik (licence des sciences physiques) schloss sie im Juli 1893 als Beste ab. Im Sommer wurde ihr das Alexandrowitsch-Stipendium in Höhe von 600 Rubeln zugesprochen, das es ihr ermöglichte, ihr Studium in Paris fortzusetzen. Den Abschluss fĂŒr das Lizenziat in Mathematik (licence des sciences mathĂ©matiques) machte sie im Juli 1894 als Zweitbeste.[10]

Die Gesellschaft zur Förderung der Nationalindustrie (SociĂ©tĂ© d'Encouragement pour l'Industrie Nationale) beauftragte Marie SkƂodowska Anfang 1894, eine Studie ĂŒber die magnetischen Eigenschaften verschiedener Stahlsorten durchzufĂŒhren. Sie arbeitete unter sehr beengten VerhĂ€ltnissen im Labor ihres Lehrers Gabriel Lippmann und war auf der Suche nach einem geeigneteren Platz fĂŒr ihre Experimente, worĂŒber sie dem Physiker JĂłzef Kowalski, Professor an der UniversitĂ€t Freiburg, berichtete. Kowalski machte sie im FrĂŒhjahr mit Pierre Curie bekannt, der an der École municipale de physique et de chimie industrielles (ESPCI) unterrichtete und das dortige Laboratorium leitete. Im Sommer 1894 suchte Marie in Polen nach einer interessanten ForschungstĂ€tigkeit. Da sie kein geeignetes Angebot erhielt, beschloss sie, fĂŒr ein weiteres Jahr nach Paris zurĂŒckzukehren.[11] Dort entwickelte sich aus der beruflichen Zusammenarbeit mit Pierre Curie eine gegenseitige Zuneigung. Am 26. Juli 1895 heiratete Marie SkƂodowska im Rathaus von Sceaux Pierre Curie. Das Paar zog in eine Dreizimmerwohnung in der Rue de la GlaciĂšre.

In ihrem ersten Ehejahr bereitete sich Marie Curie auf die AgrĂ©gation vor, die sie berechtigte, an einer höheren MĂ€dchenschule zu unterrichten und ihr ein eigenes Einkommen verschaffen wĂŒrde. Die PrĂŒfungen im Sommer 1896 bestand sie erneut als Beste ihres Kurses. Nebenher setzte Marie Curie ihre physikalischen Studien fort. Sie besuchte unter anderem Vorlesungen von Marcel Brillouin und dokumentierte ihre Untersuchungen ĂŒber die Magnetisierung von gehĂ€rtetem Stahl, was ihre erste wissenschaftliche Veröffentlichung war. Am 12. September 1897 brachte sie ihre erste Tochter IrĂšne zu Welt.

Wissenschaftliche Erfolge

Neue Elemente

Anordnung zur Messung der RadioaktivitÀt:
A, B Plattenkondensator
C Schalter
E Elektrometer
H Schale fĂŒr Gewichte
P Batterie
Q Piezoelektrischer Quarz
Pierre und Marie Curie in ihrem Laboratorium in der Rue Cuvier
Eine Pechblendenprobe aus Sankt Joachimsthal

Die Entdeckung der Röntgenstrahlung Ende 1895 erregte weltweit Aufsehen und löste zahlreiche ForschungsaktivitĂ€ten aus. Die im FrĂŒhjahr 1896 von Antoine Henri Becquerel zufĂ€llig entdeckte FĂ€higkeit von Urankaliumsulfat, eine fotografische Platte zu schwĂ€rzen, blieb hingegen nahezu unbeachtet.[12] Marie Curie, die auf der Suche nach einem Thema fĂŒr ihre Doktorarbeit war, beschloss, sich den „Becquerel-Strahlen“ zuzuwenden.

ZunĂ€chst beabsichtigte sie, die IonisationsfĂ€higkeit der von Uransalzen ausgehenden Strahlung zu quantifizieren und knĂŒpfte mit ihren Versuchen an die Ende 1897 im Labor von Lord Kelvin[13][14] durchgefĂŒhrten Messungen an. In den ersten Wochen ihrer am 16. Dezember 1897[15] begonnenen Experimente entwickelte sie gemeinsam mit ihrem Mann Pierre ein Verfahren, das auf einem von Pierre entwickelten piezoelektrischen Elektrometer beruhte und mit dem sie die von den Strahlen verursachte Änderung der elektrischen LeitfĂ€higkeit der Luft sehr genau messen konnte.

Auf diese Weise untersuchte Marie Curie zahlreiche uranhaltige Metalle, Salze, Oxide und Mineralien, die ihr von Henri Moissan, Alexandre LĂ©on Étard (1852–1910), Antoine Lacroix und EugĂšne-Anatole Demarçay zur VerfĂŒgung gestellt wurden. Sie stellte dabei fest, dass Pechblende viermal aktiver und natĂŒrliches Chalcolit doppelt so aktiv wie Uran ist. Die gemessene AktivitĂ€t der uranhaltigen Stoffe erwies sich als unabhĂ€ngig von ihrem Aggregatzustand und war proportional zu ihrem Urananteil. Eine Kontrollmessung an kĂŒnstlich hergestellten Chalcolit, das sie mit Hilfe des Debray-Verfahrens aus Urannitrat, Kupferphosphat und PhosphorsĂ€ure gewonnen hatte, bestĂ€tigte diese Erkenntnis. Marie Curie schlussfolgerte daraus, dass die „Becquerel-Strahlung“ eine Eigenschaft der Atome und keine chemische Eigenschaft ist.

Ihre Forschungsergebnisse wurden am 12. April 1898 von Gabriel Lippmann vor der AcadĂ©mie des sciences in Paris vorgetragen, da Marie Curie kein Mitglied der Akademie war. Ihre wĂ€hrend dieser ersten Untersuchungen gemachte Beobachtung, dass Thorium Ă€hnlich wie Uran strahlt, war bereits Anfang Februar 1898 unabhĂ€ngig von ihr durch Gerhard Schmidt (1865–1949) entdeckt und bei einem Treffen der Physikalischen Gesellschaft zu Berlin publiziert worden.[16][17]

Marie Curie und ihr Mann gingen davon aus, dass die hohe AktivitĂ€t der Pechblende von einem unbekannten chemischen Element verursacht wird. In den folgenden Wochen versuchten sie, dieses Element mit chemischen Verfahren zu isolieren. Bald hatten sie Zwischenprodukte erzeugt, die viel aktiver als Pechblende waren, und gelangten zu dem Schluss, dass es sich nicht nur um ein neues Element handeln mĂŒsse, sondern um zwei verschiedene, von denen eines chemisch Bismut und das andere Barium Ă€hneln mĂŒsse. Der spektroskopische Nachweis des ersten neuen Elementes, das sie am 13. Juni 1898[18] zu Ehren von Marie Curies Heimat Polonium getauft hatten, misslang jedoch. Dennoch ließen sie fĂŒnf Tage spĂ€ter Henri Becquerel ihre Ergebnisse vor der AcadĂ©mie des sciences prĂ€sentieren. In der Überschrift des Berichtes wurde erstmalig das Wort „radioaktiv“ verwendet. Im Juli wurde Marie Curie fĂŒr ihre Arbeiten ĂŒber die magnetischen Eigenschaften von Stahl und die RadioaktivitĂ€t der mit 3800 Francs dotierte Prix Gegner der AcadĂ©mie des sciences zuerkannt.[19]

Im Herbst 1898 litt Marie Curie an EntzĂŒndungen der Fingerspitzen, welches die ersten bekannten Symptome der Strahlenkrankheit waren, an der sie spĂ€ter litt.[20] Nach einem ausgedehnten Sommerurlaub in der Auvergne nahm das Paar am 11. November die Suche nach dem zweiten unbekannten Element wieder auf. Mit der Hilfe von Gustave BĂ©mont gelang es ihnen schnell, eine Probe herzustellen, die 900-mal stĂ€rker als Uran strahlte. Am 20. Dezember[21] erhielt das neue Element im Laborbuch der Curies den Namen Radium. Diesmal ergab die von EugĂšne-Anatole Demarçay an der Probe vorgenommene spektroskopische Untersuchung eine Spektrallinie, die sich keinem bisher bekannten Element zuordnen ließ. Am 26. Dezember 1898 war es erneut Becquerel, der vor der Akademie von den Forschungsergebnissen der Curies berichtete.

Nobelpreis fĂŒr Physik

In diesem Schuppen isolierte Marie Curie das Radium.
Titelblatt von Marie Curies Doktorarbeit

Anfang 1899 verlagerte das Forscherpaar seine Arbeitsschwerpunkte. Gemeinsam mit Georges Sagnac und AndrĂ©-Louis Debierne beschĂ€ftigte sich Pierre Curie mit den physikalischen Wirkungen der RadioaktivitĂ€t. Marie Curie konzentrierte sich vollstĂ€ndig auf die chemische Isolierung des Radiums. DafĂŒr benötigte sie große Mengen Pechblende. Durch die Vermittlung von Eduard Suess, dem amtierenden PrĂ€sidenten der Akademie der Wissenschaften in Wien, erhielt sie eine Tonne PechblendenabfĂ€lle aus Sankt Joachimsthal, fĂŒr die sie nur die Transportkosten ĂŒbernehmen musste. Vom EPCI bekam sie die Erlaubnis, einen zugigen Schuppen, der vorher als Sezierraum diente, fĂŒr ihre langwierige und physisch anstrengende Arbeit zu benutzen.

Im MĂ€rz 1900 zogen Marie und Pierre Curie in eine Wohnung am Boulevard Kellermann. Im selben Jahr wurde Marie als erste Frau an die École normale supĂ©rieure in SĂšvres berufen, die als Frankreichs renommierteste AusbildungsstĂ€tte fĂŒr zukĂŒnftige Lehrerinnen galt,[22] um dort Physik zu lehren. Auf einem Physikerkongress anlĂ€sslich der Pariser Weltausstellung stellten die Curies ihre Forschungsergebnisse ĂŒber RadioaktivitĂ€t zahlreichen auslĂ€ndischen Physikern vor und verfassten aus diesem Anlass ihre bis dahin umfangreichste Abhandlung mit dem Titel „Die neuen radioaktiven Substanzen und die von ihnen emittierten Strahlen“.

Die AcadĂ©mie des sciences unterstĂŒtzte Maries Curies Arbeit finanziell. Noch zweimal, 1900 und 1902, wurde ihr der Prix Gegner verliehen. 1903 erhielt sie den mit 10.000 Francs[23] dotierten Prix La Caze. Die Fortsetzung ihrer Radium-Forschung sicherte die Akademie im MĂ€rz 1902 mit einem Kredit ĂŒber 20.000 Francs. Im Juli 1902 hatte Marie Curie ein Dezigramm Radiumchlorid gewonnen und konnte damit die Atommasse des Radium sehr genau bestimmen.

Sie wandte sich anschließend ihrer Dissertation mit dem Titel „Recherches sur les substances radioactives“ (deutsch: Untersuchungen ĂŒber die radioaktiven Substanzen) zu. Die von Dekan Paul Appell am 11. Mai 1903 zugelassene Doktorarbeit verteidigte sie am 25. Juni vor Gabriel Lippmann, Henri Moissan und Edmond Bouty. Die Dissertation wurde innerhalb eines Jahres in fĂŒnf Sprachen ĂŒbersetzt und 17 mal abgedruckt[24], darunter in den von William Crookes herausgegebenen Chemical News und den Annales de physique et chimie.

Anfang 1903 traten bei Marie und Pierre Curie erste gesundheitliche Probleme auf, die sie jedoch auf Überarbeitung zurĂŒckfĂŒhrten.[25] Marie Curie hatte im August 1903 eine Fehlgeburt, die sie gesundheitlich weiter schwĂ€chte. Als die Royal Society dem Ehepaar am 5. November 1903 die Davy-Medaille zusprach, die jĂ€hrlich fĂŒr die wichtigste Entdeckung auf dem Gebiet der Chemie vergeben wird, musste Pierre Curie allein nach London reisen, um den Preis entgegenzunehmen.

Mitte November erhielten die Curies einen Brief von der Schwedischen Akademie der Wissenschaften, in dem ihnen mitgeteilt wurde, dass sie „in Anerkennung der außerordentlichen Leistungen, die sie sich durch ihre gemeinsame Forschung ĂŒber die von Professor Henri Becquerel entdeckten StrahlungsphĂ€nomene erworben haben“[26] gemeinsam mit Henri Becquerel den Nobelpreis fĂŒr Physik erhalten sollten. Die Einladung zum offiziellen Festakt im Dezember 1903 nahmen sie unter Hinweis auf ihre Unterrichtsverpflichtungen und Maries schlechte Gesundheit nicht wahr. Die Reise nach Stockholm, wĂ€hrend der Pierre Curie einen Nobel-Vortrag ĂŒber radioaktive Substanzen und speziell Radium hielt, traten sie erst im Juni 1905 an.

Professorin an der Sorbonne

Marie Curies Ehemann Pierre Curie starb 1906 bei einem Verkehrsunfall.

Nach der Zuerkennung des Nobelpreises gerieten Marie und Pierre Curie in die Schlagzeilen der französischen Presse. So schrieb beispielsweise Les Dimanches: „Der Fall von Monsieur und Madame Curie, die auf dem Gebiet der Wissenschaft zusammenarbeiten, ist gewiss nicht das Übliche. Eine Idylle im Physiklabor, das hat die Welt noch nicht gesehen.“[27] Marie Curies Rolle bei der Erforschung des Radiums wurde wechselweise unterschĂ€tzt oder ĂŒbertrieben und ihre polnische Herkunft gern ĂŒbersehen. Durch das Eindringen der Reporter in ihre PrivatsphĂ€re fĂŒhlten sich die Curies mehr und mehr bedrĂ€ngt.[28]

Am 1. Oktober 1904 trat Pierre Curie seine Professur auf dem eigens fĂŒr ihn geschaffenen Lehrstuhl fĂŒr allgemeine Physik an der Sorbonne an, und Marie Curie wurde die Leitung der wissenschaftlichen Arbeiten (chef des travaux) des Laboratoriums ĂŒbertragen.

Anfang Dezember 1904 wurde ihre zweite Tochter Ève geboren.

Am 19. April 1906 geriet Pierre Curie unter die RĂ€der eines Lastfuhrwerkes und starb noch am Unfallort. Marie Curie traf der Verlust schwer, hatte sie doch sowohl ihren geliebten Lebenspartner als auch ihren wissenschaftlichen Mitstreiter verloren.[29] In den folgenden Jahren, in denen sie an Depressionen litt[30], waren Pierres Vater EugĂšne Curie und sein Bruder Jacques Curie ihr und ihren Kindern eine große UnterstĂŒtzung. Im FrĂŒhjahr 1907 zog sie in die Rue Chemin de fer in Sceaux, um nĂ€her an Pierres Grab zu sein.

Die naturwissenschaftliche FakultĂ€t der UniversitĂ€t musste entscheiden, wer Pierre Curies Lehrstuhl ĂŒbernehmen sollte. Da Marie Curie die geeignetste Kandidatin war, um seine Vorlesungen fortzusetzen, schlug eine Kommission am 3. Mai vor, ihr die Kursverantwortung (chargĂ© de cours) und die Leitung des Laboratoriums zu ĂŒbertragen, den Lehrstuhl jedoch unbesetzt zu lassen. Marie Curie gab ihre LehrtĂ€tigkeit an der MĂ€dchenschule in SĂšvres auf und hielt unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit am 5. November 1906 ihre erste Vorlesung. Sie war die erste Frau, die an der Sorbonne lehrte.[31] Die ordentliche Professur fĂŒr Physik wurde ihr erst zwei Jahre spĂ€ter ĂŒbertragen, am 16. November 1908.

Der internationale Radiumstandard

Über die Schaffung eines internationalen Radiumstandards verstĂ€ndigten sich Marie Curie und Ernest Rutherford erstmals im FrĂŒhjahr 1910. Insbesondere der vermehrte Einsatz des Radiums in der Medizin erforderte genaue und vergleichbare Messwerte. Auf dem im Herbst in BrĂŒssel tagenden Kongress fĂŒr Radiologie und ElektrizitĂ€t wurde die zehnköpfige Internationale Radium-Standard-Kommission gebildet, der auch Marie Curie angehörte.[32] Die Kommission legte fest, dass die Maßeinheit fĂŒr die AktivitĂ€t „Curie“ genannt werden sollte und beauftragte Marie Curie mit der Herstellung einer 20 Milligramm schweren Radium-Probe aus kristallwasserfreiem Radiumchlorid, die als Standard dienen sollte.[33] Weitere Proben sollten am von Stefan Meyer geleiteten Wiener Radiuminstitut hergestellt werden. Der Vergleich der Proben sollte mittels aktinometrischer Messung der von den PrĂ€paraten ausgesandten Gammastrahlung erfolgen.

Im August 1911 hatte Marie Curies Labor eine 22 Milligramm schwere Probe aus Radiumchlorid fertiggestellt, die bei einem Treffen der Radiumstandard-Kommission Ende MÀrz 1912 in Paris offiziell zum internationalen Standard erklÀrt wurde. Gemeinsam mit André-Louis Debierne hinterlegte sie das Glasröhrchen mit dem Radium-Standard am 21. Februar 1913 beim Bureau International des Poids et Mesures in SÚvres.

Öffentliche Wahrnehmung 1910/1911

Gescheiterte Aufnahme in die Académie des sciences

Bei einer Abstimmung ĂŒber die Besetzung eines freien Platzes in der AcadĂ©mie des sciences unterlag Curie im Januar 1911 knapp dem Physiker Édouard Branly. Der Platz war am 31. Oktober 1910 durch den Tod des Chemikers und Physikers DĂ©sirĂ© Gernez (1834–1910) frei geworden. Schon bald danach spekulierte die französische Presse ĂŒber eine Kandidatur Curies.[34] Sie war bereits Mitglied der Schwedischen (1910), Tschechischen (1909) und Polnischen Akademie (1909), der Amerikanischen Philosophischen Gesellschaft (1910) und der Kaiserlichen Akademie in St. Petersburg (1908) sowie Ehrenmitglied zahlreicher weiterer wissenschaftlicher Vereinigungen. In einem umfangreichen Artikel in der Zeitung Le Temps, der am 31. Dezember 1910 erschien, setzte sich Jean Gaston Darboux, der SekretĂ€r der Akademie, öffentlich fĂŒr eine Kandidatur von Marie Curie ein.[35]

Am 4. Januar 1911 kamen zur planmĂ€ĂŸigen Plenarsitzung des Institut de France im Palais Mazarin doppelt so viele Mitglieder wie ĂŒblich, um unter der Leitung von Arthur Chuquet ĂŒber die Kandidatur Marie Curies zu diskutieren. Nach kontroverser Diskussion erhielt ein Antrag, an den Traditionen des Institutes festzuhalten und keine weiblichen Mitglieder zuzulassen, eine Mehrheit von 85 zu 60 Stimmen.[36] FĂŒnf Tage nach dieser Entscheidung trat ein Komitee der AcadĂ©mie des sciences in einer geheimen Sitzung zusammen, um die Nominierungen fĂŒr den vakanten Sitz vorzunehmen.[37] Entgegen dem Beschluss des Institutes wurde Marie Curie an die erste Stelle der Nominierungsliste gesetzt, die am 17. Januar offiziell bekanntgegeben wurde. Ihr schĂ€rfster Konkurrent unter den sechs weiteren Nominierten war der Physiker Édouard Branly, mit dem sie 1903 gemeinsam den Prix Osiris erhalten hatte. Am 24. Januar 1911 fand die endgĂŒltige Abstimmung statt. FĂŒr die Wahl in die Akademie war die absolute Stimmenmehrheit der anwesenden 58 Mitglieder notwendig, also 30 Stimmen. Bei der ersten Abstimmung erhielt Edouard Branly 29 Stimmen, Marie Curie 28 Stimmen und Marcel Brillouin eine Stimme. Im zweiten Wahlgang entfielen 30 Stimmen auf Branly und 28 Stimmen auf Marie Curie, die damit die Wahl verloren hatte.

An der begleitenden Pressedebatte beteiligte sich das gesamte politische Spektrum der Pariser TagesblĂ€tter. Die sozialistische Zeitung L’HumanitĂ© verspottete das Institut de France als „frauenfeindliches Institut“.[38] Le Figaro schrieb dagegen, „man solle nicht versuchen 
 die Frau dem Manne gleich zu machen!“[39] Die schĂ€rfsten Angriffe kamen von den rechtsgerichteten Tageszeitungen Action française von LĂ©on Daudet und L’Intransigeant.

Marie Curie bewarb sich nie wieder um einen Platz in der Akademie. Erst 51 Jahre nach ihrem vergeblichen Versuch wÀhlte die Académie des sciences mit der Entdeckerin des Franciums, Marguerite Perey, eine Frau in ihre Reihen.[40]

Die „Langevin-AffĂ€re“

Ende 1911 beschĂ€ftigte sich die französische Presse mit Curies Beziehung zu Paul Langevin. Paul Langevin war ein SchĂŒler von Pierre Curie. Die Familien waren miteinander befreundet und verbrachten gelegentlich den Sommerurlaub miteinander. Wohl spĂ€testens seit Mitte Juli 1910[41] hatten Marie Curie und Paul Langevin eine Liebesbeziehung. Sie trafen sich in einer gemeinsam angemieteten Wohnung, in der sie auch ihren Briefwechsel aufbewahrten. Langevins Frau wurde bald auf die Vertrautheit der beiden aufmerksam und drohte Marie Curie mit Mord.[42] Um Ostern 1911 wurden die Briefe, die sich Marie Curie und Paul Langevin geschrieben hatten, aus ihrer gemeinsamen Wohnung entwendet.[43] Im August 1911 reichte Langevins Frau die Scheidung ein und verklagte ihren Ehemann wegen „Verkehrs mit einer Konkubine in der ehelichen Wohnung“.[44] Um fĂŒr die öffentliche Gerichtsverhandlung und die drohende Veröffentlichung der Briefe gewappnet zu sein, versicherte sich Marie Curie der Hilfe des Anwalts Alexandre Millerand, der in den 1920er Jahren französischer StaatsprĂ€sident werden sollte.

Einen Tag nach dem Ende der ersten Solvay-Konferenz, die vom 30. Oktober bis zum 3. November 1911 stattfand und an der Curie als einzige Frau teilnahm, veröffentlichte Fernand Hauser (1869–1941) in der Zeitschrift Le Journal einen Artikel mit der Schlagzeile „Eine Liebesgeschichte. Madame Curie und Professor Langevin“. Die Zeitung Le Petit Journal folgte am darauf folgenden Tag mit der gleichen Geschichte[45] und drohte am 6. November mit der Veröffentlichung von Liebesbriefen.[46] Vier Tage nach den ersten VorwĂŒrfen veröffentlichte Le Temps eine Gegendarstellung Curies, in der sie die Anschuldigungen energisch bestritt.[47] Linke Zeitschriften und Zeitungen wie Gil Blas oder L’HumanitĂ©[48] verteidigten Curie, wĂ€hrend die gemĂ€ĂŸigte Presse schwieg. Wissenschaftler wie Perrin, PoincarĂ©, Borel, Einstein und Pierres Bruder Jacques unterstĂŒtzten sie.

Ab dem 18. November 1911 griff Maurice Pujo (1872–1955), MitgrĂŒnder der Zeitschrift L’Action française, in einer Artikelserie mit dem Titel Pour une mĂšre (deutsch: FĂŒr eine Mutter) Marie Curie fast tĂ€glich an. L’Action française und L’Intransigeant drohten mit einer Veröffentlichung ihres Briefwechsels mit Paul Langevin. FĂŒnf Tage spĂ€ter veröffentlichte Gustave TĂ©ry in L’ƒuvre einen zehnseitigen Auszug aus der Korrespondenz vom Sommer 1910.[49] TĂ©ry bezeichnete sie als „eine Fremde, eine Intellektuelle, eine Emanze“[50] und als eine AuslĂ€nderin, die ein französisches Heim zerstöre. In der Folge kam es zu fĂŒnf Duellen, darunter am 26. November eines zwischen Paul Langevin und Gustave TĂ©ry. Bei diesem Pistolenduell kam es jedoch zu keinem Schusswechsel.[51]

Die Anfeindungen erreichten ihren Höhepunkt, als die Zeitung L’ƒuvre Marie Curies zweiten Vornamen Salomea „entdeckte“ und in ihrer Ausgabe vom 20. Dezember 1911 fragte: „Ist Madame Curie JĂŒdin?“ und behauptete: „Ihr Vater ist in der Tat ein konvertierter Jude“.[52] Nachdem sich Paul Langevin und seine Frau außergerichtlich geeinigt hatten, ebbten die Angriffe schließlich ab.[53] Die wĂ€hrend der „Langevin-AffĂ€re“ erhobenen VorwĂŒrfe und der damit verbundene „Makel“ begleiteten Marie Curie fĂŒr den Rest ihres Lebens.[54]

Nobelpreis fĂŒr Chemie und weitere Forschungen

Als die Veröffentlichungen ĂŒber die „Langevin-AffĂ€re“ in der französischen Presse begannen, wurde in Stockholm ĂŒber die Vergabe des Nobelpreises fĂŒr Chemie beraten. Das ĂŒber die Berichte besorgte Nobelkomitee beauftragte August Gyldenstolpe (1849–1928), den Botschafter Schwedens in Frankreich, Curie und Langevin zu den VorwĂŒrfen zu befragen.[55] Mit der Entscheidung der Akademie vom 7. November 1911, Marie Curie den Chemiepreis zuzuerkennen, die ihr Christopher Aurivillius, der damalige StĂ€ndige SekretĂ€r der Schwedischen Akademie der Wissenschaften telegraphisch mitteilte, wurde erstmals einer Person zum zweiten Mal ein Nobelpreis zuerkannt.

Die französischen Medien berichteten allerdings nur spĂ€rlich ĂŒber diese Auszeichnung. Die anschließende Veröffentlichung des Briefwechsels und das Duell Langevins versetzte die Schwedische Akademie der Wissenschaften in Unruhe: Das Akademiemitglied Svante Arrhenius, Chemie-NobelpreistrĂ€ger von 1903, schrieb ihr einen Brief, in dem er versuchte, sie von einer Reise zur Preisverleihung abzubringen, was sie allerdings bestimmt zurĂŒckwies.[56] Allen WiderstĂ€nden zum Trotz reiste Marie Curie gemeinsam mit ihrer Schwester Bronia und ihrer Tochter IrĂšne zur Nobelpreis-Zeremonie nach Stockholm, wo sie am 10. Dezember den Nobelpreis fĂŒr Chemie „in Anerkennung ihrer Verdienste um den Fortschritt der Chemie durch die Entdeckung der Elemente Radium und Polonium, durch Isolierung des Radiums und die Untersuchung der Natur und der Verbindungen dieses bemerkenswerten Elementes“ entgegennahm. Besonders hervorgehoben wurde die ihr gemeinsam mit AndrĂ©-Louis Debierne gelungene Herstellung von metallischem Radium. Am darauffolgenden Tag hielt sie ihre Nobelvorlesung.[57]

Nach der RĂŒckkehr aus Stockholm verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand. Sie litt an einer NierenbeckenentzĂŒndung, die operativ behandelt werden musste. Sie zog von ihrem Haus in Sceaux, wo sie von Nachbarn beschimpft wurde, in den vierten Stock eines Apartmenthauses am Quai de BĂ©thune auf der Île Saint-Louis um. 1912 und 1913 reiste sie meist unter falschem Namen und bat Freunde und Verwandte, keine Auskunft ĂŒber ihren Aufenthaltsort zu geben.[58] Im Juli 1912 hielt sie sich in England bei Hertha Marks Ayrton (1854–1923), der Frau von William Edward Ayrton, auf, die sich vergeblich um eine Aufnahme in die Royal Society bemĂŒht hatte und die ihr eine wichtige Freundin wurde. Elf Jahre lang veröffentlichte sie ihre Artikel nicht mehr in den Comptes rendus, dem Publikationsorgan der Akademie der Wissenschaften, sondern bevorzugte stattdessen Zeitschriften wie Le Radium und das Journal d’physique.

Im Verlauf des Jahres 1913 besserte sich ihr Gesundheitszustand, und sie konnte gemeinsam mit Heike Kamerlingh Onnes die Eigenschaften der Radiumstrahlung bei tiefen Temperaturen untersuchen. Im MĂ€rz 1913 erhielt sie Besuch von Albert Einstein, mit dem sie einen Sommerausflug in das Schweizer Engadin unternahm. Im Oktober nahm sie an der zweiten Solvay-Konferenz teil, und im November reiste sie nach Warschau, um das zu ihren Ehren erbaute Radium-Institut einzuweihen.

Radiologin im Ersten Weltkrieg

Marie Curie am Steuer eines Röntgenwagens

Bereits in der zweiten Kriegswoche des Ersten Weltkrieges fand Marie Curie in der Radiologie ein neues BetĂ€tigungsfeld.[59] Vom Radiologen Henri BĂ©clĂšre, einem Cousin von Antoine BĂ©clĂšre (1856–1939), erlernte sie die Grundlagen der Strahlenbehandlung und vermittelte das Wissen umgehend an Freiwillige weiter.

In den KrankenhĂ€usern, in denen sie arbeitete, herrschte ein akuter Mangel an Personal sowie an geeigneten Röntgenapparaten, und es gab nur eine unzureichende Stromversorgung. Diese UmstĂ€nde brachten sie auf die Idee, eine mobile Röntgeneinrichtung zu schaffen, mit der verwundete Soldaten in unmittelbarer NĂ€he der Front untersucht werden könnten. Mit der UnterstĂŒtzung der Französischen Frauenunion gelang es Marie Curie, einen ersten Röntgenwagen auszustatten. FĂŒr einen Einsatz an der Front benötigte sie die Genehmigung des MilitĂ€rgesundheitsdienstes Service de SantĂ©. Dort fand sich jedoch niemand, der bereit war, ihren Antrag zu bearbeiten, bis er schließlich an den Kriegsminister Alexandre Millerand gelangte, ihren ehemaligen Anwalt in der „Langevin-AffĂ€re“. Er leitete ihren Antrag an General Joseph Joffre weiter, den Kommandierenden an der Front, der Marie Curies Antrag schließlich genehmigte. In Begleitung ihrer Tochter IrĂšne und eines Mechanikers fuhr sie am 1. November 1914 zum ersten Mal mit ihrem Röntgenwagen zu einem Lazarett der Zweiten Armee in Creil, das sich 30 Kilometer hinter der Frontlinie befand.[60] WĂ€hrend des Krieges rĂŒstete Marie Curie insgesamt 20 radiologische Fahrzeuge aus. Im Juli 1916 machte sie den FĂŒhrerschein, um die Fahrzeuge selbst steuern zu können.

Mit Hilfe privater Spenden und der UnterstĂŒtzung des Komitees Le Patronage National des BlessĂ©s entstanden unter Mitwirkung Marie Curies etwa 200 neue oder verbesserte radiologische Zentren.[61] Gemeinsam mit ihrer achtzehnjĂ€hrigen Tochter IrĂšne gab sie ab Oktober 1916 sechswöchige Intensivkurse am neuen, nach der von den Deutschen hingerichteten britischen Krankenschwester Edith Cavell benannten Ausbildungskrankenhaus, bei denen Frauen zu Röntgentechnikern (manipulatrices) ausgebildet wurden. Bis Kriegsende schlossen etwa 150 Frauen diese Kurse erfolgreich ab. Die wĂ€hrend des Krieges mit dem Einsatz von radiologischen Methoden gemachten Erfahrungen beschrieb Marie Curie in ihrem Buch La Radiologie et la Guerre, das 1921 veröffentlicht wurde.

Aufenthalt in Amerika

Marie Curie beim Besuch der Standard Chemical Company

Im Mai 1920 gewĂ€hrte Marie Curie Marie Melony (1878–1943), der Herausgeberin des amerikanischen Frauenmagazins The Delineator, ein Interview. Das schlichte Auftreten Marie Curies und die kĂ€rglichen Bedingungen am Institute du Radium, unter denen sie arbeitete, beeindruckten Melony. Im Verlauf des GesprĂ€chs erfuhr sie, dass es Curies dringlichster Wunsch war, ein Gramm Radium fĂŒr die Fortsetzung ihrer Forschungsarbeiten zu erhalten. Die VorrĂ€te des Institutes waren infolge der Therapiebehandlungen im Ersten Weltkrieg stark zurĂŒckgegangen und der Handelspreis fĂŒr ein Gramm Radium betrug zu dieser Zeit fĂŒr das Institut unerschwingliche 100.000 Dollar.[62]

Nach ihrer RĂŒckkehr grĂŒndete Melony in den Vereinigten Staaten das Marie Curie Radium Fund Committee mit dem Ziel, 100.000 Dollar fĂŒr die Beschaffung von einem Gramm Radium zu sammeln. Am 3. Mai 1921 vergab das Komitee, das bis dahin 82.000 Dollar[62] gesammelt hatte, den Auftrag fĂŒr die Herstellung des gewĂŒnschten Radiums an die Standard Chemical Company in Pittsburgh, die seit 1911 Radium in grĂ¶ĂŸeren Mengen produzierte.[63] Melony ĂŒberzeugte Marie Curie von der Notwendigkeit einer lĂ€ngeren Amerikareise. Sie bereitete diese unter anderem mit der fast ausschließlich Marie Curie gewidmeten Ausgabe des Delineators im April 1921 vor.

Am 4. Mai 1921 ging Marie Curie gemeinsam mit ihren beiden Töchtern und in Begleitung von Marie Melony an Bord der RMS Olympic.[64] Sieben Tage spĂ€ter traf sie in New York City ein, wo sie von einer großen Menschenmenge begrĂŒĂŸt wurde. Über ihre Ankunft berichtete die New York Times auf ihrer Titelseite unter der Schlagzeile „Madame Curie hat vor, dem Krebs ein Ende zu bereiten“.[65] Curies Entgegnung, dass „Radium kein Heilmittel gegen jede Art von Krebs“ sei, brachte die New York Times hingegen erst auf Seite 22.[66] WĂ€hrend ihres Aufenthaltes wurde ihre Rolle als Wissenschaftlerin in den Hintergrund gerĂŒckt und sie vornehmlich als „weibliche Heilende“ dargestellt.[67] Marie Curie besuchte zunĂ€chst verschiedene Frauencolleges, die fĂŒr sie im Rahmen von Melonys Kampagne gespendet hatten. Höhepunkt war eine am 18. Mai von der American Association of University Women organisierte Veranstaltung, bei der sie vor 3500 Frauen sprach.

Nachdem ihr am 20. Mai durch PrĂ€sident Warren G. Harding im Blauen Zimmer des Weißen Hauses symbolisch das fĂŒr sie gesammelte Gramm Radium ĂŒbergeben worden war,[68] begann Curie eine Rundreise durch die Vereinigten Staaten. Ihre Ziele waren das Labor von Bertram Boltwood, die Fabriken der Standard Chemical Company in Oakland und Canonsburg, aber auch die NiagarafĂ€lle und der Grand Canyon. Die zahlreichen öffentlichen Auftritte erschöpften sie,[69] und sie ließ sich immer öfter durch ihre Töchter vertreten.

WĂ€hrend ihres Aufenthaltes wurden ihr neun Ehrendoktorate[70] verliehen. Der Bereich Physik der Harvard University verweigerte ihr diese Ehrenbezeugung jedoch mit der BegrĂŒndung, „sie habe seit 1906 nichts Wichtiges geleistet“.[71] Vor ihrer RĂŒckreise am 25. Juni an Bord der R.M.S. Olympic entschuldigte sich Curie fĂŒr ihre gesundheitliche SchwĂ€che: „Meine Arbeit mit dem Radium 
 vor allem wĂ€hrend des Krieges hat meine Gesundheit so sehr geschĂ€digt, dass es mir nicht möglich ist, alle Laboratorien und Colleges zu sehen, fĂŒr die ich ein tiefes Interesse hege.“[72]

Im Oktober 1929 reiste Marie Curie ein zweites Mal nach Amerika. WĂ€hrend dieses zweiten Aufenthaltes ĂŒberreichte PrĂ€sident Herbert C. Hoover ihr einen Scheck ĂŒber 50.000 Dollar, der fĂŒr den Ankauf von Radium fĂŒr das Radium-Institut in Warschau gedacht war.[73]

Wirken fĂŒr den Völkerbund

Auf Empfehlung des PrĂ€sidenten des Völkerbundes, LĂ©on Bourgeois, forderte die Versammlung des Völkerbundes den Rat am 21. September 1921 auf, eine Kommission zu ernennen, die die Zusammenarbeit fördern sollte. Die Bildung der Internationalen Kommission fĂŒr Geistige Zusammenarbeit wurde am 14. Januar 1922 vom Völkerbundsrat offiziell beschlossen. Ihr sollten zwölf vom Rat ernannte Mitglieder angehören, die aufgrund ihres wissenschaftlichen Rufes und ohne RĂŒcksicht auf die Staatszugehörigkeit gewĂ€hlt wurden. Unter den aus einer Liste von 60 Kandidaten ausgewĂ€hlten Wissenschaftlern, deren Nominierung am 15. Mai 1922 bekanntgegeben wurde, befand sich auch Marie Curie.[74]

WĂ€hrend ihrer zwölfjĂ€hrigen TĂ€tigkeit fĂŒr die Kommission – eine Zeit lang war sie deren VizeprĂ€sidentin – setzte sie sich fĂŒr die GrĂŒndung einer internationalen Bibliografie wissenschaftlicher Publikationen ein, bemĂŒhte sich um die Ausarbeitung von Richtlinien fĂŒr eine lĂ€nderĂŒbergreifende Vergabe von Forschungsstipendien und versuchte einen einheitlichen Urheberschutz fĂŒr Wissenschaftler und deren Erfindungen zu etablieren.[75]

Das Radium-Institut Paris

Die GrĂŒndung des Institut du Radium in der Rue des Nourrices (der heutigen Rue Curie) ging auf eine Idee von Émile Roux, dem Leiter des Institut Pasteur, im Jahr 1909 zurĂŒck. Gemeinsam mit dem Vizerektor der UniversitĂ€t, Louis Liard (1846–1917), erarbeitete er einen Plan fĂŒr zwei separate Laboratorien. Eines sollte die Physik und Chemie radioaktiver Elemente erforschen und von Marie Curie geleitet werden, das andere hatte die Aufgabe, unter der Leitung von Claude Regaud (1870–1940) die medizinischen Anwendungsmöglichkeiten der RadioaktivitĂ€t zu studieren. Die Bauarbeiten nach den PlĂ€nen des Architekten Henri-Paul NĂ©not (1853–1934) begannen 1912.[76]

1914 wurde Marie Curie zur Leiterin des Radium-Instituts ernannt. Beim Ausbruch des Ersten Weltkrieges blieb sie in Paris, um ĂŒber den Radiumvorrat des Institutes zu wachen. Das im Auftrag der französischen Regierung aus SicherheitserwĂ€gungen am 3. September 1914 nach Bordeaux in BleibehĂ€ltern ausgelagerte Radium kehrte 1915 an das Institut zurĂŒck. In diesem Jahr vollzog sie schrittweise den Umzug aus ihrem alten Laboratorium in das neue GebĂ€ude.[77]

1916 wurde auf ihren Vorschlag hin am Institut die Abteilung „Emanation“ geschaffen. Die fĂŒr die sogenannte „Radiumtherapie“ hergestellten Radium- und Radonampullen wurden fĂŒr die Behandlung verwundeter Soldaten benutzt.[76] Henri de Rothschild (1872–1946) grĂŒndete 1920 die Curie-Stiftung, um die wissenschaftliche und medizinische Arbeit am Institut zu unterstĂŒtzen. Die AcadĂ©mie nationale de MĂ©decine nahm Marie Curie am 7. Februar 1922 „in Anerkennung ihrer Verdienste bei der Entdeckung des Radiums und einer neuen Methode zur Krebsbehandlung, der Curie-Therapie“[78] als freies Mitglied in ihre Reihen auf.

Im FrĂŒhjahr 1919 begannen die ersten Lehrveranstaltungen am Institut. Mitarbeiter des Radium-Institutes veröffentlichten von 1919 bis 1934 insgesamt 438 wissenschaftliche Artikel, darunter 34 Dissertationen. 31 Artikel stammten von Marie Curie.[79] Bedeutende Arbeiten stammten beispielsweise von Salomon Aminyu Rosenblum (1896–1959), der die Feinstruktur der Alphastrahlung nachwies, und von IrĂšne Joliot-Curie und FrĂ©dĂ©ric Joliot-Curie, denen es erstmals gelang, ein Radionuklid kĂŒnstlich herzustellen. Marie Curie förderte bewusst Frauen und aus dem Ausland stammende Studierende. 1931 waren zwölf von 37 Forschern am Institut Frauen, darunter Ellen Gleditsch (1879–1968), Eva Ramstedt (1879–1974) und Marguerite Perey, die bedeutende BeitrĂ€ge zur Erforschung der RadioaktivitĂ€t leisteten.[40]

Die Auszeichnung ihrer Tochter IrĂšne mit dem Nobelpreis fĂŒr Chemie, den diese 1935 gemeinsam mit ihrem Ehemann „in Anerkennung ihrer Synthese neuer radioaktiver Elemente“ erhielt, erlebte Marie Curie nicht mehr. Sie starb am 4. Juli 1934 im Sanatorium Sancellemoz bei Passy (Hochsavoyen) an einer „aplastischen perniziösen AnĂ€mie“[80], die vermutlich auf ihren langjĂ€hrigen Umgang mit radioaktiven Elementen zurĂŒckzufĂŒhren ist. Dieser Auffassung war Claude Regaud, Professor am Radium-Institut Paris, der schrieb, dass man sie zu den Opfern des Radiums zĂ€hlen könne.[80]

WĂŒrdigung und Rezeption

Briefmarke der Deutschen Post der DDR (1967) aus der Serie BerĂŒhmte Persönlichkeiten, entworfen von Margot Bitzer (* 1936)

Marie Curies wissenschaftliche Arbeit wurde mit zahlreichen Wissenschaftspreisen und -medaillen gewĂŒrdigt. Darunter befanden sich der Actonian Prize der Royal Institution of Great Britain (1907), der Ellen Richards Prize der American Association to Aid Scientific Research by Woman (1921), der Grand Prix du Marquis d'Argenteuil der SociĂ©tĂ© d’Encouragement pour l’Industrie Nationale (1923) und der Cameron Prize der UniversitĂ€t Edinburgh (1931). Sie ist bislang die einzige Frau, der zwei Nobelpreise verliehen wurden.[81] Sie war Mitglied und Ehrenmitglied einer Vielzahl von wissenschaftlichen Gesellschaften und erhielt Ehrendoktorate von UniversitĂ€ten auf der ganzen Welt, deren Auflistung in Ève Curies 1937 veröffentlichten Biografie ĂŒber ihre Mutter fĂŒnf Seiten umfasst.[82]

Zu Ehren von Marie und Pierre Curie sind die Bezeichnungen des chemischen Elements Curium und der Einheit Curie gewĂ€hlt worden, das Curie ist eine Maßeinheit fĂŒr die AktivitĂ€t eines radioaktiven Stoffes. Die UniversitĂ€t Pierre und Marie Curie in Paris, die Maria-Curie-SkƂodowska-UniversitĂ€t in Lublin und die Curie Metropolitan High School in Chicago sowie etliche Schulen, beispielsweise in Deutschland, tragen Marie Curies Namen. Unter der Bezeichnung „Marie-Curie-Programm“ (seit 2007 „Marie Curie Actions“) fördert die EuropĂ€ische Union in mehreren Forschungsausbildungs- und MobilitĂ€tsprogrammen Nachwuchswissenschaftler.[83]

Das Radium-Institut Paris und die Curie-Stiftung schlossen sich 1970 zum Institut Curie zusammen, das sich im Sinne Marie Curies der Forschung, Lehre und Krebsbehandlung verschrieben hat.[84] 1992 wurde das ehemalige Labor Marie Curies als Curie Museum der Öffentlichkeit zugĂ€nglich gemacht. Es dient zugleich als Archiv. Die Association Curie et Joliot-Curie pflegt den Nachlass der Curie-Familie. AnlĂ€sslich des 75. Jahrestages der GrĂŒndung der Curie-Stiftung wurden 1995 die sterblichen Überreste von Marie und Pierre Curie in das Pariser PanthĂ©on ĂŒberfĂŒhrt.

Aufgrund ihrer Biografie wurde Marie Curie noch zu ihren Lebzeiten von der polnischen Frauenbewegung fĂŒr deren Ziele vereinnahmt. Marie Curie engagierte sich jedoch nicht fĂŒr diese Bewegung und setzte sich nicht fĂŒr deren Ziele ein.[85]

Marie Curies Bild in der Öffentlichkeit wurde lange Zeit maßgeblich durch die von ihrer Tochter Eve verfasste ĂŒberhöhte biografische Darstellung bestimmt. Eve Curie stellte eine Frau dar, die sich ganz der Wissenschaft gewidmet hatte und der persönliche Niederlagen nichts anhaben konnten. Die Ablehnung der Aufnahme Marie Curies in die französische Akademie der Wissenschaften und die „Langevin-AffĂ€re“ wurden beispielsweise nur beilĂ€ufig erwĂ€hnt.[86][87] Die in der Französischen Nationalbibliothek aufbewahrten TagebĂŒcher, die Marie Curie nach dem Tod ihres Mannes begonnen hatte, wurden der Forschung erst 1990 zugĂ€nglich. Susan Quinn (* 1940) konnte bei ihren siebenjĂ€hrigen Recherchen fĂŒr ihr Buch Marie Curie. Eine Biographie bisher unzugĂ€ngliche Dokumente ĂŒber die „Langevin-AffĂ€re“ auswerten und so ein sehr differenziertes Bild der Persönlichkeit Marie Curies zeichnen.

Die UniversitÀt Hamburg zog 1985 in ihrem Begleitheft zur Ausstellung Frauen in den Naturwissenschaften das folgende Fazit:

„Marie Curie ist wegen der von ihr erhaltenen Nobelpreise in Physik (1903, gemeinsam mit Pierre Curie und Becquerel) und Chemie (1911) die wohl bekannteste Physikerin. Weniger bekannt pflegen die Schwierigkeiten zu sein, auf die sie stieß: sie wurde nicht zum Studium an der Warschauer UniversitĂ€t zugelassen, verdiente das Geld fĂŒr ihre ersten Forschungen als MĂ€dchenschullehrerin, und noch 1911 (!) wurde ihr die Aufnahme in die französische Akademie der Wissenschaften verweigert. Ähnlich unbekannt scheint auch ihr Engagement beim Völkerbund zu sein: Von 1922 bis 1934 war sie VizeprĂ€sidentin der internationalen Kommission fĂŒr geistige Zusammenarbeit beim Völkerbund. Auch die Möglichkeiten einer medizinischen Nutzung ihrer Entdeckungen interessierten sie stark.[88]“

Schriften (Auswahl)

Denkmal in Warschau, 1935

BĂŒcher

  • Recherches sur les substances radioactives. Gauthier-Villars: Paris 1903; online (deutsche Ausgabe: Untersuchungen ĂŒber die radioaktiven Substanzen. Vieweg und Sohn: Braunschweig 1903, ĂŒbersetzt von Walter Kaufmann; archive.org, gutenberg.org)
  • TraitĂ© de RadioactivitĂ©. 2 BĂ€nde, Gauthier-Villars: Paris 1910 (deutsche Ausgabe: Die RadioaktivitĂ€t. Akademische Verlagsgesellschaft: Leipzig 1911–1912, ĂŒbersetzt von B. Finkelstein)
  • La Radiologie et la Guerre. FĂ©lix Alcan: Paris 1921; online
  • Pierre Curie. Ins Englische ĂŒbersetzt von Charlotte und Vernon Kellogg. Macmillan Co.: New York 1923; Französische Ausgabe online
  • L'Isotopie et les Ă©lĂ©ments isotopes. Albert Blanchard: Paris 1924
  • Les rayons α, ÎČ, Îł des corps radioactifs en relation avec la structure nuclĂ©aire, Hermann & Cie: Paris 1933; online
  • RadioactivitĂ©. Hermann & Cie: Paris 1935 – posthum
  • IrĂ©ne Joliot-Curie (Hrsg.): Prace Marii Sklodowskiej-Curie. Panstwowe Wydawn Naukowe: Warschau 1954 (Werke in Polnisch und Französisch)
  • Autobiografia. Panstwowe Wydawnictwo Naukowe: Warschau 1959 (deutsche Ausgabe: Selbstbiographie. B. G. Teubner, Leipzig: 1962) – posthum

ZeitschriftenaufsÀtze

  • PropriĂ©tĂ©s magnĂ©tiques des aciers trempĂ©s. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 125, S. 1165–1168, 1897; online
  • PropriĂ©tĂ©s magnĂ©tiques des aciers trempĂ©s. In: Bulletin de la Societe d'Encouragement pour l'Industrie Nationale. Januar 1898, 5th Series, Vol. 3, S. 36–76
  • Rayons Ă©mis par les composĂ©s de l’uranium et du thorium. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 126, S. 1101–1103, 1898; online
  • Sur une substance nouvelle radio-active, contenue dans la pechblende. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 127, S. 175–178, 1898; online – mit Pierre (Entdeckung von Polonium)
  • Sur une nouvelle substance fortement radio-active contenue dans la pechblende. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 127, S. 1215–1217, 1898; online – mit Pierre und Gustave BĂ©mont, vorgetragen von Henri Becquerel (Entdeckung von Radium)
  • Sur la radio-activitĂ© provoquĂ©e par les rayons de Becquerel. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 129, S. 714–716, 1899; online
  • Effets chimiques produits par les rayons de Becquerel. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 129, S. 823–825, 1899; online
  • Sur la charge Ă©lectrique des rayons dĂ©viables du radium. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 130, S. 647–650, 1900; online
  • Les nouvelles substances radioactives et les rayons qu’elles emettent. In: Rapports prĂ©sentĂ©s au congrĂšs International de Physique rĂ©uni Ă  Paris en 1900 sous les auspices de La SociĂ©tĂ© Française de Physique. Gauthier-Villars, Paris 1900, Band 3, S. 79–114 – mit Pierre
  • Sur les corps radioactifs. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 134, S. 85–87, 1902; online
  • Sur le poids atomique du radium. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 135, S. 161–163, 1902; online – vorgetragen von EleuthĂšre Mascart (Atomgewicht von Radium 225 +/- 1)
  • Sur la diminution de la radioactivitĂ© du polonium avec le temps. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 142, S. 273–276, 1906; online – vorgetragen von Pierre Curie (Halbwertszeit von Polonium)
  • Sur le poids atomique du radium. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 145, S. 422–425, 1907; online (Atomgewicht von Radium 226,45)
  • Action de la pesanteur sur le dĂ©pĂŽt de la radioactivitĂ© induite. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 145, S. 477–480, 1907; online
  • Action de l’émanation du radium sur les solutions de sels de cuivre. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 147, S. 345–349, 1908; online – mit Ellen Gleditsch (1879–1968)
  • Sur le radium mĂ©tallique. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 151, S. 523–525, 1910; online – mit AndrĂ©-Louis Debierne (metallisches Radium)
  • The radiation of radium at the temperature of liquid hydrogen. In: Proceedings of the Koninklijke Nederlandse Akademie van Wetenschappen. Band 15 II, S. 1406–1430, Amsterdam 1913 online – mit Heike Kamerlingh Onnes
  • Sur la vie moyenne de l’ionium. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 190, S. 1289–1292, 1930; online – mit Sonia Cotelle
  • Sur une relation entre la constante de dĂ©sintĂ©gration des radioĂ©lĂ©ments Ă©mettant des rayons et leur capacitĂ© de filiation. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 191, S. 326–329, 1930; online – mit Georges Fournier
  • Sur la relation entre l’émission de rayons de long parcours et de rayons. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 191, S. 1055–1058, 1930; online
  • Spectre magnĂ©tique des rayons du dĂ©pĂŽt actif de l’actinon. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 193, S. 33–35, 1931; online – Salomon Aminyu Rosenblum (1896–1959)
  • Sur la structure fine du spectre magnĂ©tique des rayons du radioactinium. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 194, S. 1232–1235, 1932; online – mit Salomon Aminyu Rosenblum
  • Sur la structure fine du spectre magnĂ©tique des rayons du radioactinium et de ses dĂ©rivĂ©s. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 196, S. 1598–1600, 1933; online – mit Salomon Aminyu Rosenblum

Nachweise

Literatur

  • P. Adloff, K. Lieser, G. Stöcklin (Hrsg.): 100 Years after the Discovery of Radiochemistry. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, 1996, ISBN 3-486-64252-9
  • Christophe Charle, Eva Telkes: Les professeurs de la facultĂ© des sciences de Paris. Dictionnaire biographique 1901–1939. INRP, Paris 1989, ISBN 2-222-04336-0
  • Eve Curie: Madame Curie. William Heinemann Ltd, London Toronto 1947 online
  • Marie SkƂodowska Curie: Selbstbiographie. Nachdruck der ersten Auflage, B. G. Teubner Verlagsgesellschaft, Leipzig 1962
  • Barbara Czarniawska, Guje SevĂłn: The Thin End of the Wedge: Foreign Women Professors as Double Strangers in Academia. In: Gender, Work & Organization. Band 15, Nr. 3, S. 235–287, 2008; doi:10.1111/j.1468–0432.2008.00392.x, PDF online
  • Françoise Giroud: „Die Menschheit braucht auch TrĂ€umer“ Marie Curie. Econ & List Taschenbuchverlag, MĂŒnchen 1999, ISBN 3-612-26602-0
  • Peter Ksoll, Fritz Vögtle: Marie Curie. Rowohlt 1988
  • Otto Hittmair: Ernest Rutherford und das Wiener Radiuminstitut: Ein Kommentar zu einem Briefwechsel, wesentlich Marie Curie betreffend, mit dem Institutsdirektor Stefan Meyer. In: Sitzungsberichte und Anzeiger der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse. Abteilung II: Mathematische, Physikalische und Technische Wissenschaften. Band 211, 2002, S. 175–190; online
  • Ann M. Lewicki: Marie Sklodowska Curie in America. In: Radiology. Band 223, S. 299–303, 2002; doi:10.1148/radiol.2232011319
  • Milorad Mlađenović: The History of Early Nuclear Physics (1896–1931). World Scientific, 1992, ISBN 981-02-0807-3
  • Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. Insel-Verlag, Frankfurt/M 1999, ISBN 3-458-16942-3.
  • Sara Rockwell: The Life and Legacy of Marie Curie. In: Yale Journal of Biology and Medicine. Band 76, S. 167–180, 2003; Online PDF
  • Natalie Stegmann: Marie Curie: Eine Naturwissenschaftlerin im Dickicht historischer Möglichkeiten. In: Bea Lundt, BĂ€rbel Völkel (Hrsg.): Outfit und Coming-out: Geschlechterwelten zwischen Mode, Labor und Strich. LIT Verlag, Berlin-Hamburg-MĂŒnster 2007, S. 37–74, ISBN 3-8258-0491-7
  • Gilette Ziegler (Hrsg.): Correspondance: Choix de lettres (1905–1934). Éditeurs français rĂ©nuis, Paris 1974

Einzelnachweise

  1. ↑ Marie Curie. Encyclopedia Britannica
  2. ↑ Marie Curie: A Patriot without a Nation. American Institute of Physics
  3. ↑ Françoise Giroud: „Die Menschheit braucht auch TrĂ€umer“ Marie Curie. S. 22.
  4. ↑ Marie SkƂodowska Curie: Selbstbiographie. S. 15.
  5. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 71.
  6. ↑ Marie SkƂodowska Curie: Selbstbiographie. S. 18.
  7. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 109.
  8. ↑ Barbara Czarniawska, Guje Sevón: The Thin End of the Wedge: Foreign Women Professors as Double Strangers in Academia. S. 170.
  9. ↑ Ksöll, Vögtler; S. 37–38.
  10. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 116.
  11. ↑ Ksöll, Vögtler; S. 48–49.
  12. ↑ Milorad Mlađenović: The History of Early Nuclear Physics (1896–1931). S. 4.
  13. ↑ Lord Kelvin, John Carruthers Beattie, Marian Smoluchowski de Smolan: Electrification of Air by Röntgen Rays. In: Nature. Band 55, S. 199–200, (gelesen am 21. Dezember 1896); doi:doi:10.1038/055199a0.
  14. ↑ John Carruthers Beattie: On the Electrification of Air by Uranium and Its Compounds. In: Proceedings of the Royal Society of Edinburgh. Band 21, S. 466–472, Edinburgh 1897.
  15. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 166.
  16. ↑ Gerhard Carl Schmidt: Über die von den Thorverbindungen und einigen anderen Substanzen ausgehende Strahlung. In: Annalen der Physik und Chemie. Neue Folge, Band 65, Nr. 5, S. 141–151, Johann Ambrosius Barth, Leipzig 1898, (15. April 1898); doi:10.1002/andp.18983010512.
  17. ↑ Gerhard Carl Schmidt: Sur les radiations Ă©mises par le thorium et ses composĂ©s. In: Comptes rendus hebdomadaires des sĂ©ances de l'AcadĂ©mie des sciences. Band 126, S. 1264, 1898; online.
  18. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 174.
  19. ↑ Eve Curie: Madame Curie. S. 375.
  20. ↑ Ksöll, Vögtler; S. 61.
  21. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 176.
  22. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 208.
  23. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 205.
  24. ↑ Sara Rockwell: The Life and Legacy of Marie Curie. S. 174.
  25. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 210.
  26. ↑ Informationen der Nobelstiftung zur Preisverleihung 1903 an Marie Curie (englisch)
  27. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 226.
  28. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 229–230.
  29. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 274.
  30. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 293.
  31. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 289–292.
  32. ↑ Bertram B. Boltwood: The International Congress of Radiology and Electricity, Brussels, September 13-15, 1910. In: Science. Band 32, Nr. 831, S. 788–791, 1910; doi:10.1126/science.32.831.788.
  33. ↑ E. Rutherford: Radium standards and nomenclature. In: Nature. Band 84, S. 430–431, 6. Oktober 1910; doi:doi:10.1038/084430a0.
  34. ↑ Une AcadĂ©micienne?. In: Le Figaro. 16. November 1910, S. 2, Sp. 6, (abgerufen am 2. MĂ€rz 2009).
  35. ↑ Jean Gaston Darboux: Mme. Curie et l'acadĂ©mie des sciences. In: Le Temps. 31. Dezember 1910, S. 2, (abgerufen am 5. MĂ€rz 2009).
  36. ↑ Susan Quinn. Marie Curie. Eine Biographie. S. 341.
  37. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 341–342.
  38. ↑ L'Institut misogyne a Mme. Curie. In: L’HumanitĂ©. 5. Januar 1911, S. 1, (abgerufen am 5. MĂ€rz 2009).
  39. ↑ GĂ©rard d'Houville: La Travesti vert. In: Le Figaro. 21. Januar 1911, S. 1, (abgerufen am 5. MĂ€rz 2009).
  40. ↑ a b Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 486.
  41. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 312.
  42. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 317.
  43. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 352.
  44. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 374.
  45. ↑ Un roman dans un laboratoire: l’aventure de Madame Curie et de Monsieur Langevin. In: Le Petit Journal. 5. November 1911, S. 1, (abgerufen am 2. MĂ€rz 2009).
  46. ↑ Mme. Curie et le professeur Langevin In: Le Petit Journal. 6. November 1911, S. 1.
  47. ↑ In: Le Temps. 8. November 1911, S. 4, (abgerufen am 2. MĂ€rz 2009).
  48. ↑ L'Affaire Curie-Langevin renvoyĂše. In: L’HumanitĂ©. 9. Dezember 1911, (abgerufen am 2. MĂ€rz 2009).
  49. ↑ Gustave TĂ©ry: La vĂ©ritĂ© sur le scandale Curie. Pour une MĂšre. In: L’ƒuvre. 23. November 1911. S. 1–10.
  50. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 380.
  51. ↑ Le Duel D'Hier. In: Le Petit Journal. 26. November 1911, S. 2, (abgerufen am 2. MĂ€rz 2009).
  52. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 395.
  53. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 393.
  54. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 396.
  55. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 369.
  56. ↑ Vgl. hierzu den Abschnitt The Langevin Affair in Nanny Fröman: Marie and Pierre Curie and the Discovery of Polonium and Radium (nobelprize.org, abgerufen am 7. November 2011)
  57. ↑ Marie Curie: Radium and the New Concepts in Chemistry. Nobelpreisvorlesung vom 11. Dezember 1911, (abgerufen am 7. November 2011).
  58. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 399–400.
  59. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 431.
  60. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 436.
  61. ↑ Marie SkƂodowska Curie: Selbstbiographie. S. 56.
  62. ↑ a b Ann M. Lewicki: Marie Sklodowska Curie in America. S. 299.
  63. ↑ Joel O. Lubenau: A Brief History of Standard Chemical Company (abgerufen am 2. MĂ€rz 2009).
  64. ↑ MME. CURIE SAILS TO RECEIVE RADIUM GIFT; Papers Glad She Is Accompanied Because of Forgetfulness in Ordinary Affairs. In: The New York Times. 4. Mai 1921, S. 14. (Abgerufen am 1. MĂ€rz 2009).
  65. ↑ MME. CURIE PLANS TO END ALL CANCERS; Says Radium Is Sure Cure, Even in Deep-Rooted Cases, if Properly Treated. GETS TRIBUTE ON ARRIVAL Motherly Looking Scientist in Plain Black Frock Gives Thanks to Americans. Wanted to Come Here. Poles Great Scientist. In: The New York Times. 21. Mai 1921, S. 1. (Abgerufen am 1. MĂ€rz 2009).
  66. ↑ RADIUM NOT A CURE FOR EVERY CANCER; But Mme. Curie Holds That Substance Is a Specific for Many Forms. GUEST OF MRS. CARNEGIE Vassar, Smith, American Chemical Society and Academy of Sciences Plan Receptions. In: The New York Times. 13. Mai 1921, S. 22. (Abgerufen am 3. MĂ€rz 2009).
  67. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 472.
  68. ↑ RADIUM PRESENTED TO MADAME CURIE; Vial Containing Gram, Given by American Women, Is Handed to Her by President. NOTABLE GROUP ATTENDS Harding in White House Ceremony Pays Tribute to Her as the World's Foremost Scientist. In: The New York Times. 21. Mai 1921, S. 12. (Abgerufen am 1. MĂ€rz 2009).
  69. ↑ Mme. Curie's Brain Fagged By 'Small Talk' of Americans. In: The New York Times. 28. Mai 1921, S. 1. (Abgerufen am 1. MĂ€rz 2009).
  70. ↑ Eve Curie: Madame Curie. S. 379.
  71. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 476.
  72. ↑ MME. CURIE FINDS AMERICA A MARVEL; Generosity, Care for the Young and for People's Pleasures Impress Her in New York. PRAISES OUR INSTITUTIONS On Eve of Departure the Scientist Tells What She Thinks of Various Cities. In: The New York Times. 25. Juni 1921, S. 11. (Abgerufen am 1. MĂ€rz 2009).
  73. ↑ Françoise Giroud: „Die Menschheit braucht auch TrĂ€umer“ Marie Curie. S. 322.
  74. ↑ Eberhardt Gering: Die TĂ€tigkeit von Albert Einstein in Zusammenarbeit mit Hugo Andres KrĂŒĂŸ in der Völkerbundkommission fĂŒr Geistige Zusammenarbeit. 2006; PDF Online.
  75. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 457.
  76. ↑ a b Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 484–485.
  77. ↑ Marie SkƂodowska Curie: Selbstbiographie. S. 61–62.
  78. ↑ Françoise Giroud: „Die Menschheit braucht auch TrĂ€umer“ Marie Curie. S. 318.
  79. ↑ Ève Curie: Madame Curie. S. 354.
  80. ↑ a b Ève Curie: Madame Curie. S. 372–373.
  81. ↑ Nanny Fröman: Marie and Pierre Curie and the Discovery of Polonium and Radium. Artikel bei nobelprize.org (abgerufen am 31. MĂ€rz 2009).
  82. ↑ Eve Curie: Madame Curie. S. 376–381.
  83. ↑ Koordinierungsstelle EG der Wissenschaftorganisationen Marie Curie. (Abgerufen am 22. April 2009).
  84. ↑ History of the Institut Curie. Abgerufen am 22. April 2009.
  85. ↑ Natalie Stegmann: Marie Curie: Eine Naturwissenschaftlerin im Dickicht historischer Möglichkeiten. In: Bea Lundt, BĂ€rbel Völkel (Hrsg.): Outfit und Coming-out: Geschlechterwelten zwischen Mode, Labor und Strich. LIT Verlag, Berlin-Hamburg-MĂŒnster 2007, S. 37–74, ISBN 3-8258-0491-7.
  86. ↑ Susan Quinn: Marie Curie. Eine Biographie. S. 9.
  87. ↑ Natalie Stegmann: Marie Curie: Eine Naturwissenschaftlerin im Dickicht historischer Möglichkeiten. S. 37.
  88. ↑ Frauen in den Naturwissenschaften. Hamburg 1985; PDF-Online.

Weblinks

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