Marienverehrung

ï»ż
Marienverehrung

Marienverehrung bezeichnet die Verehrung Marias, der Mutter Jesu Christi, die in den unterschiedlichen Konfessionen des Christentums eine höchst unterschiedliche Stellung einnimmt.

Martin Schongauer, Maria im Rosenhag, Tempera auf Holz, gemalt 1473, Colmar, Dominikanerkirche

Inhaltsverzeichnis

Entwicklung

Bereits im 2. Jahrhundert gab es Tendenzen einer HochschĂ€tzung fĂŒr MĂ€rtyrer und Asketen, vereinzelt auch fĂŒr eine besondere Verehrung Marias, der Mutter Jesu. Das zeigt sich in einigen Apokryphen der frĂŒhchristlichen Zeit, die von der Kirche nicht in den Kanon der biblischen Schriften aufgenommen wurden, aber beliebt waren. Diese apokryphen Texte ĂŒber Maria haben die Glaubenslehre der römisch-katholischen Kirche sowie der Ostkirche beeinflusst (insbesondere das Protevangelium des Jakobus).

391 n. Chr. wurde das Christentum im Römischen Reich zur Staatsreligion. Seitdem bekam die Verehrung der MĂ€rtyrer und Mariens zunehmend Bedeutung. 431 n. Chr. wurde Maria durch das Konzil von Ephesus als „GottesgebĂ€rerin“ (gr. Theotokos bzw. lat. Dei Genetrix) bezeichnet und dogmatisiert; dabei ging es ursprĂŒnglich weniger um die Frage, wer Maria sei, sondern vielmehr um die Frage, ob Jesus von Nazareth Gott sei. Der Begriff „GottesgebĂ€rerin“ oder „Gottesmutter“ sollte klarstellen, dass Jesus Christus „wahrer Mensch und wahrer Gott“ sei. Nach diesem Konzil entwickelte sich eine intensivere Verehrung Marias, die – wie Kritiker behaupten â€“ der Verehrung der „Himmelskönigin“ des Alten Testaments Ă€hnelt.

Im fĂŒnften und sechsten Jahrhundert versuchte man versteckte Hinweise auf Maria in der Bibel zu finden, und ein Jahrhundert spĂ€ter entstanden die ersten Marienfeste und -gebete, wie das „Ave Maria“.

Die seit dem Konzil von Ephesus erhabene Stellung Marias begĂŒnstigte im Zuge der Missionierung auch die Umdeutung bereits vorhandener Muttergottheiten zur christlichen Gottesmutter, sichtbar geblieben in den archaisch-vertrauten ZĂŒgen der frĂŒhchristlichen Ikonografie (siehe hierzu auch Schwarze Madonna).

Entscheidend fĂŒr die Entwicklung einer ausgeprĂ€gten Marienverehrung waren die christologischen Streitigkeiten, an deren Ende die göttliche Natur Christi stark betont wurde, wodurch im Bewusstsein des Volkes die Mittlerstellung Christi praktisch ausfiel. Zu der menschlich so nahen und religiös ansprechenden Gestalt Mariens fanden die GlĂ€ubigen dann viel leichter Zugang.[1]

Nach der Reformation begann in der römisch-katholischen Kirche die Gegenreformation, in der die Marienverehrung zwei gegenlĂ€ufige Tendenzen erfuhr: Einerseits wurde versucht, möglichst viele unbiblische Texte zu verbieten, wodurch die volkstĂŒmliche Marienverehrung theoretisch hĂ€tte Schaden nehmen mĂŒssen; auf der anderen Seite wurde der Marienkult seit den 1580er Jahren zu einem Instrument insbesondere der jesuitischen Gegenreformation. So wurde beispielsweise in Bayern die Marienverehrung (Patrona Bavariae) vom Staat und den Jesuiten stark gefördert, zahlreiche Marienwallfahrten nahmen hier ihren Anfang (zum Beispiel zur Wallfahrtskirche Maria im Sand (Dettelbach) und zur Gnadenkapelle (Altötting)).

Die Einstellung zu Maria war gerade wĂ€hrend der Gegenreformation eines der offenkundigsten Kriterien, das die Katholiken einerseits von Lutheranern, andererseits von Calvinisten unterschied. So gehörte in Verhören die Frage, ob man seine FĂŒrbitten auch an Maria und die Heiligen richte, zu den Mitteln, um heimliche Protestanten zu erkennen.[2]

Eine neue BlĂŒte erlebte die Marienverehrung in der Romantik.

Vorchristliche Parallelen

Nach einigen Autoren lassen sich bereits in vorchristlichen Jahrhunderten Elemente erkennen, die spĂ€ter in den Marienkult eingehen sollten, etwa zur Zeit des Alten Testaments, als die Babylonier die Göttin IĆĄtar verehrten. Viele Eigenschaften dieser „Himmelskönigin“ (Jeremia 7,18) seien von anderen Kulturen ĂŒbernommen, auf viele verschiedene Göttinnen aufgeteilt und spĂ€ter wieder zu einer Person zusammengefasst worden. So wechselten von Zeit zu Zeit und von Kulturraum zu Kulturraum die Art und Anzahl der Namen fĂŒr die Göttin, aber nicht die WesenszĂŒge und deren Verehrung. Als Beispiele werden die altĂ€gyptische Isis oder die altgriechischen Artemis, Demeter und Athene angefĂŒhrt sowie besonders die ursprĂŒnglich phrygische „Große Gottesmutter“ Kybele, deren Magna Mater-Kult zunĂ€chst im griechischen Kulturraum adaptiert wurde (Verehrung auf der Agora von Athen), spĂ€ter im römischen Reich verbreitet war und noch Jahrhunderte nach Christus AnhĂ€nger fand.[3]

Sonderstellung Marias

→ Hauptartikel: Mariologie

Mutter Jesu

→ Hauptartikel: Maria (Mutter Jesu)

Maria ist die Mutter Jesu Christi, der im Christentum der Sohn Gottes ist. Das dritte Ökumenische Konzil in Ephesos A.D. 431erklĂ€rte, nach einem Streit mit Bischof Nestorius, Maria zur Î˜Î”ÎżÏ„ÏŒÎșÎżÏ‚ (theotokos), zur GottesgebĂ€rerin (gegen die Position einer Î‘ÎœÎžÏÏ‰Ï€ÎżÏ„ÏŒÎșÎżÏ‚, anthropotokos, MenschengebĂ€rerin). Dadurch sollte nicht Maria hervorgehoben, sondern betont werden, dass Jesus Christus bereits als Gott geboren und nicht spĂ€ter zu Gott erhöht worden sei.[4] Laut Lukas 11,27–28 ist es nicht allein die körperliche Mutterschaft, die Maria auszeichnet, sondern ihr vollkommener Gehorsam gegenĂŒber Gott.

Jungfrau

Die Stuppacher Madonna von Matthias GrĂŒnewald – die verwendete Symbolsprache betont in besonderer Weise die JungfrĂ€ulichkeit Marias

Die JungfrÀulichkeit wird in zwei AusprÀgungen gesehen:

  1. Die Jungfrau Maria hat nach der biblischen Überlieferung Jesus vom Heiligen Geist empfangen.
  2. Nach katholischer und orthodoxer Lehre blieb Maria auch bei und nach der Geburt Jesu Jungfrau. In diesen Kirchen wird JungfrÀulichkeit um des Himmelreiches willen als besonders lobenswerte Tugend gewertet.

Sicht der Konfessionen und Religionen

Römisch-katholische Kirche

Die römisch-katholische Kirche lehrt, dass der Mensch bei der Taufe von der ErbsĂŒnde, bei der zweiten Auferstehung am Ende seines Lebens von den Folgen dieser ErbsĂŒnde befreit wird und so zu einer vollkommenen Gemeinschaft mit Gott gelangen kann (biblisch: Himmel). Maria war schon im Moment ihrer eigenen EmpfĂ€ngnis im Leib ihrer Mutter Anna von der ErbsĂŒnde befreit. Das heißt, Maria, die Frau, die Gott als Mensch geboren hat, hat zu Lebzeiten an der ErbsĂŒnde keinen Anteil gehabt. (sogenannte Unbefleckte EmpfĂ€ngnis, das Hochfest wird am 8. Dezember begangen).

Die Sixtinische Madonna von Raffael aus dem Jahr 1512/1513, eine der bekanntesten katholischen Mariendarstellungen

Verwechselt wird diese Thematik oft mit der Art und Weise der Zeugung Marias selbst: Sie hatte einen gewöhnlichen menschlichen Vater, nach der Tradition hieß er Joachim. Auch das Dogma der Jungfrauengeburt wird manchmal mit dem der Unbefleckten EmpfĂ€ngnis verwechselt.

In der römisch-katholischen Kirche nimmt die Verehrung Marias eine wichtige Rolle ein, die Dogmen der leiblichen Aufnahme Marias in den Himmel und der unbefleckten EmpfĂ€ngnis gibt es ausschließlich in der römisch-katholischen Kirche, auch wenn orthodoxe und syrische Kirchen Ă€hnliche Auffassungen vertreten. Die Mariendogmen der römisch-katholischen Kirche sind in ihrem Kern Aussagen ĂŒber Jesus Christus. Maria ist bereits bei Gott vollendet, wie alle Menschen einmal vollendet werden sollen. Maria ist somit der „Prototyp“ des durch Jesus Christus erlösten Menschen.

Die VerkĂŒndigungszene wird hĂ€ufig auf dem Tabernakel abgebildet: Im Tabernakel ist Jesus Christus, nach katholischer Lehre im Allerheiligsten wahrhaft gegenwĂ€rtig. Durch die Jungfrau Maria kam Gott in der Gestalt Jesu Christi in die Welt. Maria wird deshalb in einigen Marienliedern und in der Lauretanischen Litanei als „der Gottheit Tabernakel“ bezeichnet.

Innerhalb der römisch-katholischen Kirche, insbesondere in Deutschland, divergieren die Ansichten ĂŒber dieses Thema zum Teil erheblich: In der Volksfrömmigkeit gab es manchmal Tendenzen zur ĂŒbersteigerten, nicht mehr christus-zentrierten, Marienverehrung. Zeitgenössische Betrachtungen betonen gern Marias StĂ€rke, wie sie sich vor allem in ihrem Jubellied, dem Magnificat (Lk 1,46-55 EU)), widerspiegelt.

Im Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ wird Maria als Mutter und Schwester der GlĂ€ubigen bezeichnet, die den Weg des Menschen zu Gott bereits gegangen ist. Deshalb kann sie auch Vorbild sein und um Hilfe auf dem Weg zu Gott angerufen werden. Maria ist daher nach kirchlicher Auffassung keine Mittlerin zwischen Gott und Mensch, sondern kann zu Jesus Christus fĂŒhren.

Votivbild in Monte del Sasso

Ausdrucksformen der Marienverehrung in der katholischen Kirche sind Marienwallfahrten – etwa nach Lourdes, Fátima, Tschenstochau und Kevelaer –, ihre Verehrung als Schutzheilige wie in der Patrona Bavariae, zahlreiche Marienfeste, die Maiandachten, Litaneien (vor allem die Lauretanische Litanei) und das Rosenkranzgebet.

Berichte von Marienerscheinungen, auch dort, wo sie von der Kirche nach kritischer PrĂŒfung als echt anerkannt sind, sind nicht verpflichtender Bestandteil des katholischen Glaubensgutes, da nach katholischer Lehre die Offenbarung mit den Aposteln abgeschlossen ist und solche Privatoffenbarungen der Lehre dieser Kirche nichts hinzufĂŒgen. Jeder Katholik ist daher frei, an Marienerscheinungen zu glauben oder nicht.

Die MariensĂ€ule in MĂŒnchen

Die Marienverehrung hat in den letzten Jahrzehnten eine Neubelebung erfahren, insbesondere durch die neuen geistlichen Bewegungen, aber auch durch Papst Johannes Paul II., der ein großer Marienverehrer war und bei seinen Auslandsreisen zahlreiche Marienwallfahrtsorte besucht hat.

In der christlichen Kunst wird Maria oft – in Anlehnung an (Offb 12,EU EU) – als die „apokalyptische Frau“ bzw. Herrscherin mit Sternenkranz, Krone, Zepter bzw. auf dem Mond (oder einer Mondsichel) stehend – mit dem (meist ebenfalls mit Krone und Zepter ausgestatteten) Kind auf dem Arm – dargestellt. Maria wird als die „Königin des Himmels und der Erde“ (s. o.: vollendeter Mensch bei Gott) dargestellt, die den GlĂ€ubigen durch ihre FĂŒrbitte vor Gott helfen kann. In ĂŒberwiegend katholischen Gegenden sind an vielen Orten – oft in der Ortsmitte – sogenannte MariensĂ€ulen aufgestellt, etwa in MĂŒnchen auf dem Marienplatz.

Manche Religionswissenschaftler vertreten die Auffassung, Maria habe im katholischen Christentum die Funktion einer Göttin inne. Der ZĂŒrcher Christoph Uehlinger hĂ€lt die Lehrmeinung, Maria werde als Heilige verehrt, aber nicht als Göttin angebetet, fĂŒr eine bloße „Sprachregelung“:

„Unter UmstĂ€nden verehren sie die Gottesmutter stĂ€rker als Gott selbst, der so fern und entrĂŒckt scheint, dass die Menschen gar nicht wissen, wie sie mit ihm kommunizieren sollen“.[5]“

Ähnlich urteilt auch der Amerikaner Steven Benko in seinem Buch The Virgin Goddess:

„In seiner Verehrung der Jungfrau Maria absorbierte das katholische Christentum nicht nur viele Kultelemente der griechischen und römischen Göttinnen, sondern im Endeffekt ersetze Maria diese Gottheiten und setzte sie in christlicher Form fort.[6]“

Siehe auch: Marientitel und Mariensymbol

Orthodoxe Kirche

Die orthodoxen Kirchen verehren Maria als die Mutter Gottes und als Jungfrau. Sie sehen sie als heilig und sĂŒndlos. Die orthodoxen Kirchen haben jedoch in Bezug auf die ErbsĂŒnde eine unterschiedliche Auffassung und vertreten daher nicht die Lehre von der unbefleckten EmpfĂ€ngnis. Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel wird in den Ostkirchen als „Entschlafung der GottesgebĂ€rerin“ gefeiert.

Altkatholische Kirche

Die hl. Maria wird in der altkatholischen Kirche als die jungfrĂ€uliche Mutter Gottes und als Erste der Heiligen verehrt und um ihre FĂŒrbitte fĂŒr die Kirche auf Erden angerufen. Die altkirchlichen Glaubensaussagen ĂŒber die Hl. Jungfrau und GottesgebĂ€rerin, also die Lehre ĂŒber die Gottesmutterschaft und die ewige JungfrĂ€ulichkeit, werden vollumfĂ€nglich anerkannt. In altkatholischen Kirchen sind Statuen und Bilder der hl. Gottesmutter ĂŒblich, auch wird ihrer in der christkatholischen Kirche in jeder Eucharistiefeier gedacht.

In der Utrechter ErklÀrung wird hingegen das Dogma der Unbefleckten EmpfÀngnis der römisch-katholischen Kirche als im Widerspruch zur Lehre der alten Kirche verworfen. Auch die Dogmatisierung der Leiblichen Himmelfahrt MariÀ wurde per ErklÀrung der Internationalen Bischofskonferenz der Utrechter Union verworfen.[7] Es wurde aber allein die Dogmatisierung dieser Lehre verworfen, der Glauben an die Himmelfahrt MariÀ ist gestattet, wie sich am Beispiel der polnisch-katholischen Kirche, die sich durch eine starke Marienverehrung auszeichnet, zeigt. Gewöhnlicherweise wird sonst aber ihr Entschlafen, nicht ihre leibliche Himmelfahrt, gefeiert.

In den westeuropĂ€ischen altkatholischen Kirchen ist das Rosenkranzgebet nicht ĂŒblich, in Polen wird die Tradition hingegen gepflegt.

Anglikanische Kirche

Die anglikanischen Kirchen weisen ein breites Spektrum an Lehren und Praxen in Bezug auf Maria auf, mit einigem Wandel durch die Jahrhunderte. WĂ€hrend der Englischen Reformation und unter dem Einfluss von Puritanern, die innerhalb der anglikanischen Kirche wirksam sein wollten, wurden viele Aspekte der Lehren und Praxen bezĂŒglich Maria in Frage gestellt oder abgelehnt. Ab dem 19. Jahrhundert, mit dem Aufkommen der Oxford-Bewegung, wurden sie fĂŒr einige Anglikaner, oft in modifizierter Form, wieder bedeutsam, blieben jedoch fĂŒr andere verpönt.

Geschichte der anglikanischen Marienverehrung

Marienverehrung in anglikanischer Tradition geht auf die AnfĂ€nge des Christentums in England zurĂŒck. Einer Legende zufolge hat Josef von ArimathĂ€a das Christentum nach England gebracht und die erste keltische Kirche bei Glastonbury im Jahr 65 nach Chr. gegrĂŒndet, die der Jungfrau Maria geweiht war. Seit Ende des 6. Jahrhunderts gibt es in den meisten Kathedralen Englands Lady Chapels, oft als Teil der Apsis. Traditionell ist eine Lady Chapel die grĂ¶ĂŸte Kapelle in einer Kathedrale. Oftmals wurden sie östlich des Hochaltars gebaut, als herausragendes GebĂ€udeteil, das die Kurve der Apsis durchbricht. Bereits in der angelsĂ€chsischen Zeit war Marienfrömmigkeit im Lande so verbreitet, dass England auch als Marias Mitgift bezeichnet wurde. Schon im Jahr 1060 war England das erste Land der Westkirche, in dem das Fest MariĂ€ Himmelfahrt gefeiert wurde.

Viele der großen englischen Heiligen, wie etwa Edmund von Canterbury, Richard von Chichester und Thomas Becket, waren Mariaverehrer und haben Mariengebete verfasst. Der Heilige, der ihr wohl am meisten ergeben war, war Anselm von Canterbury, der viele Gebete und BĂŒcher ĂŒber die Marienverehrung schrieb und sie der "makellosen, immer jungfrĂ€ulichen Mutter Christi" widmete.

Ein weiterer Aspekt der englischen Reformation war eine weit verbreitete Bewegung gegen das Konzept von Maria als Mittlerin oder gar als Miterlöserin. Solche ĂŒbertriebene Betrachtungen, die zum Teil durch Darstellungen Jesu Christi als unzugĂ€nglicher Richter inspiriert waren, wurden von Erasmus von Rotterdam und dem heiligen Thomas More kritisiert und von der englischen Kirche abgelehnt. Einhergehend mit Gedankengut der Reformation, dass die Heilige Schrift das Fundament des Glaubens sei (Sola scriptura), vertraten die Reformatoren verstĂ€rkt die Ansicht, dass Jesus Christus der einzige Mittler zwischen Gott und der Menschheit sei. Eine explizite Verehrung Marias wurde daher abgelehnt und fĂŒhrte zu einer Verminderung ihrer Bedeutung im Leben der Kirche.

Die englischen Reformatoren behielten die Doktrin der Urkirche in Bezug auf Maria jedoch bei. Ihre Lehre ĂŒber Maria war auf ihre Rolle in der Inkarnation konzentriert: dies wird zusammengefasst in der Akzeptanz ihres Status’ als Gottesmutter, weil sie dies sowohl fĂŒr schriftgemĂ€ĂŸ als auch traditionsgemĂ€ĂŸ hielten. Im Einklang mit den Traditionen der Urkirche und mit anderen Reformatoren wie Martin Luther, akzeptierten die englische Reformatoren wie Hugh Latimer, Thomas Cranmer und John Jewel auch, dass Maria ewig jungfrĂ€ulich blieb. Die Möglichkeit, dass Maria durch Gnade vor der SĂŒnde bewahrt wurde, haben sie weder bestĂ€tigt noch abgelehnt. In dieser Hinsicht ist bemerkenswert, dass das Book of Common Prayer im Proprium fĂŒr Weihnachten (Tagesgebet und PrĂ€fation) Maria als eine reine Jungfrau bezeichnet.

Ab 1561 enthielt der Kalender der Church of England nur noch fĂŒnf Marienfeste: MariĂ€ EmpfĂ€ngnis, MariĂ€ Geburt, MariĂ€ VerkĂŒndigung, MariĂ€ Heimsuchung und MariĂ€ Reinigung. Der Festtag MariĂ€ Himmelfahrt wurde jedoch gestrichen. Die schottischen und kanadischen Ausgaben des Book of Common Prayer haben den 15. August als Entschlafung MariĂ€ wieder zum Festtag gemacht; im Gebetbuch der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika wird ebenfalls als Festtag der „Heiligen Maria, der Jungfrau, Mutter unseres Herrn Jesus Christus“ begangen.

Trotz der abnehmenden Marienverehrung seit dem 16. Jahrhundert blieb einiges erhalten: der Gebrauch des Magnificats beim Abendgebet, sowie in der Benennung von Kirchen und Kapellen. Im 17. Jahrhundert ĂŒbernahmen Schriftsteller wie Lancelot Andrewes, Jeremy Taylor und Thomas Ken eine vollere WertschĂ€tzung der Stellung Mariens aus den Gebeten katholischen Tradition. So lehnte sich Andrewes in seinem Preces privatae an ostkirchliche Liturgien an, da er eine Marienverehrung hegte. Diese Wiederzuneigung setzte sich bis ins nĂ€chste Jahrhundert und bis in die Oxford-Bewegung des 19. Jahrhunderts hinein fort.

Gegenwart

Marienstatue in der Nische einer Hausfassade in CastellĂł d’EmpĂșries

Durch die Liturgische Bewegung des 19. und 20. Jahrhunderts ist Maria in der anglikanischen Gebetspraxis zu erneuter Beliebtheit gekommen. In den meisten anglikanischen GebetsbĂŒchern wird Maria in den liturgischen Gebeten wieder namentlich erwĂ€hnt. Anglikaner sehen in Maria ein Beispiel fĂŒr Heiligkeit, Glauben und Gehorsam fĂŒr alle Christen; sie kann auch als prophetische Figur gesehen werden. Aus diesen GrĂŒnden wird sie als wichtigstes Mitglied der Gemeinschaft der Heiligen betrachtet, und viele anglo-katholische Anglikaner verehren sie. DarĂŒber hinaus wird der 15. August weithin als Principal feast zu Ehren Mariens mit eigenem Proprium gefeiert. Auch andere urkirchliche Feste, die mit Maria in Verbindung stehen, wurden erneuert, und es gibt eigene liturgische Texte fĂŒr diese Tage. Marianische Andachtsformen wie der Angelus, das Regina Coeli und der Rosenkranz werden am ehesten mit der anglokatholischen Bewegung innerhalb des Anglikanismus in Verbindung gebracht.

Am 16. Mai 2005 gaben die römisch-katholische und die anglikanische Kirche eine gemeinsame 43-seitige ErklĂ€rung heraus, "Mary: Hope and Grace in Christ"[8] (die ebenfalls als "Seattle Statement" bezeichnet wird), ĂŒber die Rolle der Jungfrau Maria im Christentum. Diese ErklĂ€rung erfĂŒllte den Zweck, die ökumenische Zusammenarbeit aufrechtzuerhalten. Das Dokument wurde in Seattle von Erzbischof Alexander Brunett, dem römisch-katholischen Diözesanbischof, und Peter Carnley, dem anglikanischen Erzbischof von Perth, veröffentlicht, weil diese beiden Kleriker die Mitvorsitzenden der Anglican-Roman Catholic International Commission (ARCIC) waren.

Es wird viel ĂŒber die vermeintlichen Unterschiede zwischen anglikanischer und römisch-katholischer Mariologie behauptet. Da der Anglikanismus kein Lehramt hat, das dazu Stellung nimmt, ist eine prĂ€zise Wiedergabe der anglikanischen Position schwierig.

ZusĂ€tzlich zur Anbetung (latria), die nur Gott gebĂŒhrt, geht die Marienverehrung in der katholischen Kirche davon aus, dass Maria unter den Heiligen eine erhabene Stellung (hyperdulia) einnimmt. Anglikaner hingegen stimmen zwar damit ĂŒberein, dass nur Gott allein anzubeten ist, viele sind jedoch der Meinung, dass der Gottesmutter kein höherer Grad an Verehrung im Vergleich zu anderen Heiligen zuteil werden sollte. Viele Anglikaner teilen wiederum die Meinung, die unter den Orthodoxen verbreitet ist, dass Maria die bedeutendste Heilige und als solche zu verehren ist.

Der Anglikanismus hĂ€lt die römisch-katholischen Dogmen der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel und der unbefleckten EmpfĂ€ngnis nicht fĂŒr bindend, obwohl einzelne Anglikaner manche Aspekte dieser Dogmen persönlich akzeptieren, insbesondere in Bezug auf die Himmelfahrt, die auch dem orthodoxen VerstĂ€ndnis der Entschlafung der GottesgebĂ€rerin ĂŒbereinstimmt. Viele Anglikaner stimmen vielmehr mit der orthodoxen Ansicht ĂŒberein, es habe keine unbefleckte EmpfĂ€ngnis gegeben, auch wenn Maria wĂ€hrend ihres Lebens keine SĂŒnde begangen habe.

Lutherische Kirchen

Mariendarstellung am Portal der Marienkirche in MĂŒhlhausen

In den lutherischen Kirchen spielt die Marienverehrung in der Praxis kaum eine Rolle. Luther wandte sich entschieden gegen die katholische Vorstellung von Maria als „Himmelskönigin“ sowie gegen landlĂ€ufige Vorstellungen von Maria als Mittlerin, die Christus erst gnĂ€dig stimmen mĂŒsse. Hingegen betonte Luther, dass durch den Opfertod Christi das Erlösungswerk vollkommen ist und keiner ErgĂ€nzung bedĂŒrfe. Dabei berief er sich auf die Bibel. Christen brauchten keinerlei FĂŒrsprache und Vermittlung durch Menschen, sei es Maria oder seien es Heilige. Doch Luther hielt selbst Marienpredigten und schĂ€tzte in seinen Auslegungen (etwa des Magnificats) Maria als Beispiel menschlicher Demut und Reinheit. Darum wird eine gewisse Form von Marienverehrung in manchen lutherischen Kirchen geĂŒbt. Maria gilt als Vorbild des Glaubens.

Die lutherische Kirche kennt traditionell drei Marienfeste (dies gilt zumindest fĂŒr die SELK), die aber genau genommen Christusfeste sind:

Reformierte und baptistische Kirchen

In der reformierten Kirche akzeptierte Zwingli die Marienverehrung, soweit sie biblisch begrĂŒndet ist. Calvin lehnte jegliche evangelische Marienverehrung ab, da sie immer in der Gefahr sei, zum Götzendienst zu werden. Mit ihm stimmen auch die evangelisch-freikirchlichen Gemeinden (Baptisten und BrĂŒdergemeinden) ĂŒberein. Maria ist zwar – wie viele andere biblische Personen auch – ein Vorbild des Glaubens und der Hingabe, kann und darf aber nicht im Gebet angerufen werden. Sie wartet mit allen in Christus Entschlafenen (1 Thess 4,16 EU) auf den Tag der sichtbaren Wiederkunft Jesu, an dem die verstorbenen und die zu diesem Zeitpunkt lebenden Christen gemeinsam Jesus Christus „entgegengefĂŒhrt“ werden. Außerdem ist aus freikirchlicher Sicht nach Deuteronomium (Dtn 18,11 EU) die Kontaktaufnahme zu Verstorbenen verboten. Das gilt auch im Blick auf Verstorbene, die im Glauben Außergewöhnliches geleistet haben (siehe (1 Sam 28,EU EU).

Andere Glaubensgemeinschaften

Verschiedene Glaubensgemeinschaften, darunter Evangelikale, die Zeugen Jehovas und die Siebenten-Tags-Adventisten, ĂŒben scharfe Kritik an allen Formen der Marienverehrung, lehnen sie als unbiblisch ab und sehen ihre Praktizierung als Götzendienst an.

Die unterschiedliche Sicht am Beispiel

Ein Beispiel fĂŒr die Unterschiede in der Haltung zur Marienverehrung in römisch-katholischer und evangelischer Tradition ist die zweite Strophe des Weihnachtsliedes „Es ist ein Ros entsprungen“. Das Lied, dessen Ursprung vermutlich in einer Eifeler Kartause im 15./16. Jahrhundert liegen und dessen erste beide Strophen erstmals bei Frater Conradus, der von 1582 bis 1588 Prokurator der Mainzer Kartause war, bezeugt sind, findet sich heute im katholischen „Gotteslob“ und im „Evangelischen Gesangbuch“ in zwei Versionen.

Die ursprĂŒngliche Fassung lautet:

Das Röslein, das ich meine
Alß vns Zacharias beschreibt
Das ist Maria die reine
Die vns das blumlein hat bracht
Der Engel gab ir den radt
Sie solt en kindlein geberen
Vnd bleiben ein reine maigt.
zitiert nach: Martin RĂ¶ĂŸler: Es ist ein Ros entsprungen; in Liederkunde zum Evangelischen Gesangbuch, Heft 2; Göttingen 2001; Seite 17

In Bezug auf Maria klingt in der Version des Gotteslobs die gleiche Tendenz an:

Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaja sagt,
ist Maria, die Reine,
die uns das BlĂŒmlein bracht.
Aus Gottes ewgen Rat
hat sie ein Kind geboren
und blieb doch reine Magd.
zitiert nach Gotteslob. Ausgabe Trier; 26. Auflage, 1997; Nr. 132

Deutlich anders hingegen ist der Text im Evangelischen Gesangbuch, der Michael Praetorius’ im Jahr 1609 veröffentlichter Textfassung im Wesentlichen folgt:

Das BlĂŒmlein, das ich meine,
davon Jesaja sagt,
hat uns gebracht alleine
Marie, die reine Magd;
aus Gottes ewgem Rat
hat sie ein Kind geboren,
welches uns selig macht.
(Evangelisches Gesangbuch. Ausgabe West; 1997; Nr. 30)

Maria wird in der ursprĂŒnglichen Textfassung mit dem Rosenstock (lat.: virga) verglichen, aus dem das BlĂŒmlein Jesus hervorging. Das Besondere dieser Geburt ist, dass die Mutter „reine Magd“ war und auch jungfrĂ€ulich blieb (lat. fĂŒr Jungfrau: Virgo). Dem Theologen und Musiker Michael Praetorius ist dieser Gedanke ob seines lutherischen SchriftverstĂ€ndnisses fremd, er lehnt ihn ab. Er sieht die Gefahr, dass hier Marienverehrung einziehen könnte.

Die Arbeitsgemeinschaft fĂŒr ökumenisches Liedgut fand fĂŒr dieses Lied einen Kompromiss:

Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaja sagt,
ist Maria, die Reine,
die uns das BlĂŒmlein bracht.
Aus Gottes ewgem Rat
hat sie ein Kind geboren,
welches uns selig macht.
(Gotteslob. Ausgabe Trier; 26. Auflage, 1997; Nr. 133)

Islam

Auch im Islam wird Maria (Maryam, Meriem) vielfach als Mutter des Propheten Jesus (Isa) verehrt und im Koran Ă€ußerst positiv beschrieben. Maria wird von Seiten der Muslime hohe WertschĂ€tzung entgegengebracht und als die reinste und rechtschaffenste Frau dargestellt. Auch glaubt man an die jungfrĂ€uliche EmpfĂ€ngnis Jesu, jedoch nicht im Sinne eines Zeugungsaktes, sondern einer Erschaffung Jesu im Mutterleib Marias.

Maria ist die einzige Frau, die der Koran namentlich erwĂ€hnt und nach der er eine Sure – die 19. â€“ benennt[9].

Kritik

Marianismo ist ein Schlagwort der vorrangig in der feministischen Literatur verwendeten Kritik am religiösen Konzept der Marienverehrung.

Formen der Marienverehrung

Gebete und Anrufungen der Mutter Gottes

Marienfeste und Brauchtum

Marienverehrung in der Kunst

„Maria im Rosenhag“ (Hortus conclusus), Stefan Lochner, um 1448, Köln, Wallraf-Richartz-Museum

Die frĂŒhesten Marienbilder stammen aus dem 2. bis 3. Jahrhundert. Bereits in den Katakomben sieht man Maria mit dem Kind auf dem Schoß in Anlehnung an heidnische Bilder der Isis mit dem Horusknaben gestaltet. Seit dem Konzil von Ephesos, das im Jahre 431 die Gottesmutterschaft dogmatisierte, nahmen die Darstellungen an HĂ€ufigkeit zu.

Auf griechischen Ikonen erscheint Maria in streng festgelegten Typologien, wogegen sich in der westlichen Kunst die Bildfindung im Lauf der Jahrhunderte zunehmend freier gestaltet. Trotzdem haben sich auch hier bestimmte Typen wie die Schutzmantelmadonna, die Mondsichelmadonna, die Schwarze Madonna oder die Jungfrau im Ährenkleid entwickelt. Diese Bilder enthalten oft auch marianische Symbole, wie etwa den Hortus conclusus, dem verschlossenen Garten aus dem Hohen Lied als Sinnbild der JungfrĂ€ulichkeit. Viele Szenen sind nicht der Bibel entnommen, sondern apokryphen Schriften oder der Legenda aurea.

Bildhauerisch wurde Maria vor allem mit dem Jesuskind dargestellt. In der Romanik war die Darstellung als Sitz der Weisheit (Sedes sapientiae), mit dem Jesuskind auf dem Schoß, weit verbreitet. Seit der Gegenreformation sind Marienstatuen nahezu ausschließlich entweder als Himmelskönigin (Regina Coeli) oder – ohne Kind â€“ als Immaculata gestaltet. Darstellungen, die Maria auf eine Schlange tretend darstellen, beziehen sich auf Gen 3,15 im Alten Testament, wo die „Feindschaft“ zwischen der Frau und der Schlange vorausgesagt wird.

Nach den Marienerscheinungen des 19. und 20. Jahrhunderts (insb. Lourdes und Fatima) kamen Mariendarstellungen hinzu, die sich auf diese Ereignisse beziehen, wie etwa Lourdesgrotten.

Musik

In der Musik gehören marianische Hymnen zu den Ă€ltesten Marienliedern. Vertonungen des Ave Maria, Litaneien und zahlreiche andere Lieder entstanden fĂŒr den tĂ€glichen Gebrauch, zu Wallfahrten und fĂŒr Marienfeiertage. Das Motiv der Stella Maris – lateinisch fĂŒr Meerstern, erfreute sich seit dem SpĂ€tmittelalter besonderer Beliebtheit.

Sinnbilder

Die einzige bekannte Darstellung eines Einhorns, welches das Jesuskind trĂ€gt und in den Schoß Mariens gejagt wird (Frauenkirche in Memmingen)

Maria wird seit dem Mittelalter oft unter verschiedenen Sinnbildern gesehen. Solche Mariensymbole sind beispielsweise:

die Sonne, der Mond, der Stern (des Meeres), die Zeder, der Zweig aus der Wurzel des Jesse, die Lilie unter Dornen, die Rose, die immer volle Quelle, der versiegelte Brunnen, die verschlossene Pforte, der verschlossene Garten, das versiegelte Buch, der makellose Spiegel, der brennende Busch Moses, die Rute, der Stab Aarons, das Vlies Gideons, der Turm Davids, die Stadt Davids, der Tempel Salomos und die Himmelspforte.

Diese Beispiele sind vor allem dem Alten Testament, vorzugsweise dem an solchen dichterischen Bezeichnungen reichen Hohen Lied entlehnt, das manchmal auch geradezu auf die Heilige Jungfrau bezogen wurde. Einige symbolische Bilder gibt es aber auch, die nicht der Bibel, sondern den Vorstellungen entlehnt sind, welche das Mittelalter auf naturkundlichem Gebiet hegte:

der Phönix, der Pelikan, der Löwe und das Einhorn.

Das Einhorn konnte in der mittelalterlichen Naturwissenschaft nur dadurch gefangen werden, dass es in den Schoß einer Jungfrau gejagt wird. Auch hier wurde wiederum auf Maria bezug genommen.[10]

Der Analytischen Psychologie in der Tradition Carl Gustav Jungs gilt Maria als Gottesmutter und Schutzfrau der Menschheit als besonders deutliche AusprÀgung des sogenannten Mutterarchetyps.

Wappen

Wappen Marias, Weiße Rose als Sinnbild der JungfrĂ€ulichkeit
Regina Confessorum; Königin der Beichte, Emailbild aus Österreich um 1300

Im Mittelalter war es bei der Darstellung von Personen ĂŒblich das entsprechende Wappen zur besseren Identifikation beizufĂŒgen. So erhielt auch Maria ein eigenes Wappen mit unterschiedlicher Symboliken wie z. B. der Ölbaum/Ölzweig,[11] den Stern des Meeres (stella maris)[12] sowie einer Rose.[13] Bei dem rechts angfĂŒgten Beispiel aus dem Messbuch "Regina Confessorum" aus der Zeit um 1300 ist im Wappen eine weiße Rose auf rotem Grund dargestellt. Die weiße Rose wird gleich der Lilie Sinnbild der JungfrĂ€ulichkeit und Reinheit Marias, das Rot zitiert ihr Martyrium und Anteils am Passionsleiden ihres Sohnes.[14]

Die Mutter Jesu erscheint auch in folgenden Gemeindewappen:

Siehe auch

Literatur

  • Remigius BĂ€umer, Leo Scheffczyk (Hrsg.): Marienlexikon. Eos, St. Ottilien 1988–1994 (6 BĂ€nde).
  • Wolfgang Beinert, Heinrich Petri (Hrsg.): Handbuch der Marienkunde. Pustet, Regensburg 1996 (2 BĂ€nde).
  • Wolfgang Beinert u. a.: Maria – eine ökumenische Herausforderung. Pustet, Regensburg 1984.
  • Stefano de Fiores: Auf einer WellenlĂ€nge mit Maria. Betrachtungen ĂŒber das geistliche Leben mit Maria nach dem heiligen Ludwig-Maria Grignion von Montfort. Butzon & Bercker, Kevelaer 1988, ISBN 3-7666-9587-8.
  • Hilda Graef: Maria. Eine Geschichte der Lehre und Verehrung. Herder, Freiburg im Breisgau 1964.
  • Ludwig-Maria Grignion von Montfort: Abhandlung ĂŒber die wahre Marienverehrung. Patris, Vallendar-Schönstatt 1988, ISBN 3-87620-135-7.
  • Herbert Haag u. a.: Maria. Kunst, Brauchtum und Religion in Bild und Text. Freiburg 1997.
  • Johannes Heil, Rainer Kampling (Hrsg.): Maria – Tochter Sion? Mariologie, Marienfrömmigkeit und Judenfeindschaft. Schöningh Verlag, Paderborn 2001 (Rezension des Fritz Bauer Instituts fritz-bauer-institut.de)
  • Lothar Heiser: Maria in der Christus-VerkĂŒndigung des orthodoxen Kirchenjahres. Trier 1981.
  • Hans-Eduard Hengstenberg: Die Marienverehrung. Röll, Dettelbach 1996, ISBN 3-927522-59-7 (Nachdruck der Erstausgabe von 1948).
  • Johannes Paul II.: Maria – Gottes Ja zum Menschen. Herder, Freiburg im Breisgau 1987, ISBN 3-451-21107-6.
  • Johannes Paul II.: Mutter der Kirche. Die marianische Botschaft des Papstes. Patris, Vallendar-Schönstatt 1980.
  • Josef Kentenich: Mit Maria ins neue Jahrtausend. Schönstatt, Vallendar-Schönstatt 2000, ISBN 3-920849-99-X.
  • Christa Mulack: Maria. Die geheime Göttin im Christentum, Stuttgart ÂČ1986.
  • Friedrich Opitz: Marienweihe. 3. Auflage. Schmitz, MĂŒnster 1993, ISBN 3-922054-08-0.
  • Friedrich Opitz: Auf Maria schauen. Weggeleit ins dritte Jahrtausend. Schmitz, MĂŒnster 1990–1992 (3 BĂ€nde).
  • Rainer Scherschel: Der Rosenkranz – das Jesusgebet des Westens. Freiburg 1982.
  • Thomas Schipflinger: Sophia – Maria. Eine ganzheitliche Vision der Schöpfung. Neue Stadt, MĂŒnchen 1988, ISBN 3-87996-227-8
  • Elvira Maria Slade: Maria. Die unbekannten Seiten der „Mutter Gottes“. Verlag fĂŒr Reformatorische Erneuerung, Wuppertal 2003, ISBN 3-87857-318-9.
  • Emil Valasek: Kleines Marienlexikon 1. Auflage. Bernardus-Verlag, Aachen 2009, ISBN 978-3-8107-9304-1.

Weblinks

Einzelbelege

  1. ↑ Vgl. Paulus Rusch: Mariologische Wertungen. In: Zeitschrift fĂŒr katholische Theologie 85 (2/1963), S. 131, 133, 149, 158. Rusch spricht auf S. 133, 140, 149, 159 ferner vom Ausfall der Ecclesia-mater-Vorstellung im Hinblick auf die Kirche, die wegen der Auseinandersetzung zwischen Papst und Kaiser mehr als Herrscherin gesehen wurde, was die Verehrung Mariens ebenfalls verstĂ€rkte.
  2. ↑ Arno Herzig: Der Zwang zum wahren Glauben, Rekatholisierungspolitik vom 16. bis zum 18. Jahrhundert. Göttingen 2000
  3. ↑ M. H. Hansen, K. Raaflaub (Hrsg.): Studies in ancient greek polis. Stuttgart 1995.
  4. ↑ Piet Smulders: Dogmengeschichtliche und lehramtliche Entfaltung der Christologie. In: Johannes Feiner, Magnus Löhrer (Hrsg.): Mysterium Salutis. Grundriss heilsgeschichtlicher Dogmatik, Band III/1. Einsiedeln / ZĂŒrich / Köln 1970, S, 451–457
  5. ↑ Kai Michel: Gott Mutter. In: Die Zeit, Nr. 13/2007, S. 31, zur Ausstellung
  6. ↑ Steven Benko: The Virgin Goddess. Studies in the Pagan and Christian Roots of Mariology. Brill, Leiden / Boston 2004, S. 2
  7. ↑ IBK: ErklĂ€rung zur Leiblichen Himmelfahrt Mariens "alt-katholisch.de"
  8. ↑ Mary: Hope and Grace in Christ "Mary: Grace and Hope in Christ"
  9. ↑ The Holy Qur’an/Maryam: Sure 19 in der Übersetzung von A. Yusuf Ali (engl.) auf Wikisource
  10. ↑ Dr. th. Friedrich Braun: Die Stadtpfarrkirche zu Unser Frauen in Memmingen - Ein Beitrag zur Geschichte des oberschwĂ€bischen Kirchenbaues, Seite 82. Köselsche Buchhandlung, MĂŒnchen 1914.
  11. ↑ BĂ€umer, Scheffczyk (Hrsg.): Marienlexikon, 4. Band 1988, Seite 673–675
  12. ↑ BĂ€umer, Scheffczyk (Hrsg.): Marienlexikon, 4. Band 1988, Seite 384
  13. ↑ BĂ€umer, Scheffczyk (Hrsg.): Marienlexikon, 4. Band 1988, Seite 548f
  14. ↑ "Bote von Fatima" Juni 2009, S. 72f., Regensburg, Institutum Marianum

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen WörterbĂŒchern nach:

  • Marienverehrung — Ma|ri|en|ver|eh|rung, die: Verehrung Marias in der katholischen Kirche u. in den Ostkirchen. * * * Marienverehrung,   Sammelbezeichnung fĂŒr alle Formen der privaten oder öffentlichen Verehrung Marias, v. a. in der katholischen Kirche und in den… 
   Universal-Lexikon

  • Marienverehrung — ↑Mariolatrie 
   Das große Fremdwörterbuch

  • Marienverehrung — Ma|ri|en|ver|eh|rung 
   Die deutsche Rechtschreibung

  • Marienkult — Marienverehrung bezeichnet die Verehrung von Maria, der Mutter des Jesus von Nazaret im Christentum, die in den unterschiedlichen Konfessionen eine höchst unterschiedliche Stellung einnimmt. Martin Schongauer, Maria im Rosenhag, Tempera auf Holz 
   Deutsch Wikipedia

  • Barmherzige Maria — Die Sixtinische Madonna von Raffael aus dem Jahr 1512/1513, eine der bekanntesten Mariendarstellungen 
   Deutsch Wikipedia

  • Heilige Jungfrau — Die Sixtinische Madonna von Raffael aus dem Jahr 1512/1513, eine der bekanntesten Mariendarstellungen 
   Deutsch Wikipedia

  • Jungfrau Maria — Die Sixtinische Madonna von Raffael aus dem Jahr 1512/1513, eine der bekanntesten Mariendarstellungen 
   Deutsch Wikipedia

  • Maria, Mutter Jesu — Die Sixtinische Madonna von Raffael aus dem Jahr 1512/1513, eine der bekanntesten Mariendarstellungen 
   Deutsch Wikipedia

  • Maria von Nazaret — Die Sixtinische Madonna von Raffael aus dem Jahr 1512/1513, eine der bekanntesten Mariendarstellungen 
   Deutsch Wikipedia

  • Maria von Nazareth — Die Sixtinische Madonna von Raffael aus dem Jahr 1512/1513, eine der bekanntesten Mariendarstellungen 
   Deutsch Wikipedia


Share the article and excerpts

Direct link

 Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.