Marseille

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Marseille
Marseille
Wappen von Marseille
Marseille (Frankreich)
Marseille
Region Provence-Alpes-CĂŽte d’Azur (PrĂ€fektur)
DĂ©partement Bouches-du-RhĂŽne
Arrondissement Marseille
Kanton Chef-lieu von 25 Kantonen
Gemeindeverband Communauté urbaine Marseille Provence Métropole.
Koordinaten 43° 18â€Č N, 5° 23â€Č O43.2966666666675.37638888888897Koordinaten: 43° 18â€Č N, 5° 23â€Č O
Höhe 7 m (0–640 m)
FlĂ€che 240,62 kmÂČ
Einwohner
– UnitĂ© urbaine
851.420 (1. Jan. 2008)
1.349.772
Bevölkerungsdichte 3.538 Einw./kmÂČ
Postleitzahl 13001–13016
(Die letzten beiden Ziffern stehen fĂŒr die Nummer des stĂ€dtischen Arrondissements)
INSEE-Code
Website http://www.mairie-marseille.fr/

Marseille [maʀˈsɛj] (deutsch veraltet: Massilien, okzitanisch: Marselha) ist die wichtigste französische und eine bedeutende europĂ€ische Hafenstadt. Sie liegt am Golfe du Lion, einer Mittelmeerbucht. Die Stadt, deren Einwohner sich Marseillais nennen, ist Hauptstadt des DĂ©partements Bouches-du-RhĂŽne in der Region Provence-Alpes-CĂŽte d’Azur. Marseille ist mit 851.420 Einwohnern (Stand 1. Januar 2008) nach Paris die zweitgrĂ¶ĂŸte Stadt Frankreichs. Das Ballungsgebiet Marseille hat, wenn man die unmittelbar angrenzenden StĂ€dte wie Allauch, Aubagne und Penne-sur-Huveaune hinzuzĂ€hlt, ungefĂ€hr 1,35 Millionen Einwohner und ist damit nach Paris und Lyon die drittgrĂ¶ĂŸte Agglomeration Frankreichs. Marseille ist Sitz eines Großmuftis und das Zentrum des Islam in Frankreich.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Marseille liegt zwischen 0 und 646 m (12 m am offiziellen Zentrum Noailles) hoch. Das Hinterland ist gebirgig und findet seine höchste Erhebung im 710 m hohen Croix de Garlaban. Im Nordwesten grenzt die Stadt an die ChaĂźne de l’Estaque, eine aus Kalkfelsen bestehende Bergkette hinter l’Estaque, die den Étang de Berre, ein großes salzhaltiges BinnengewĂ€sser, in dem Muschelzucht betrieben wird, vom Meer abgetrennt. SĂŒdwestlich des Étang de Berre befindet sich der fĂŒr SĂŒdfrankreich bedeutende, da zentral gelegene Flughafen Marignane. Durch die Lage herrscht in Marseille ein mediterranes Klima.

Marseille
Klimadiagramm (ErklÀrung)
J F M A M J J A S O N D
 
 
54
 
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4
 
 
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18
9
 
 
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26
16
 
 
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31
 
29
19
 
 
61
 
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16
 
 
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12
 
 
51
 
15
7
 
 
52
 
12
4
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Météo-France
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschlĂ€ge fĂŒr Marseille
Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 11,2 12,6 15,3 17,7 22,2 26,1 29,5 29,2 25,3 20,3 14,7 12,0 Ø 19,7
Min. Temperatur (°C) 3,0 3,9 6,0 8,5 12,6 16,0 18,7 18,7 15,5 11,6 6,8 4,1 Ø 10,5
Niederschlag (mm) 53,6 43,5 40,4 57,9 41,2 25,4 12,6 31,4 60,6 85,4 50,6 52,0 ÎŁ 554,6
Regentage (d) 6,1 5,1 4,8 6,3 4,9 3,5 1,4 3,1 4,1 6,3 5,2 5,6 ÎŁ 56,4
T
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p
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11,2
3,0
12,6
3,9
15,3
6,0
17,7
8,5
22,2
12,6
26,1
16,0
29,5
18,7
29,2
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25,3
15,5
20,3
11,6
14,7
6,8
12,0
4,1
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53,6 43,5 40,4 57,9 41,2 25,4 12,6 31,4 60,6 85,4 50,6 52,0
  Jan Feb MĂ€r Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez


Geschichte

Antiker HandelsstĂŒtzpunkt

Marseille im Jahre 1575

Griechische SeehĂ€ndler aus PhokĂ€a in Kleinasien besuchten im 7. Jahrhundert v. Chr. die SĂŒdkĂŒste Frankreichs nahe der MĂŒndung der RhĂŽne, um mit den ligurischen StĂ€mmen Handel zu treiben. Vor allem Zinn, als Bestandteil der Bronze bei den Griechen begehrt, im Gegenzug fanden feine Töpferwaren und Schmuck den Weg in die HĂ€user der lokalen FĂŒrsten. An der schroffen und felsigen KĂŒste waren geschĂŒtzte LandeplĂ€tze rar, und so steuerte man mit der Zeit immer wieder den natĂŒrlichen Hafen des heutigen Marseille an, wo die Galeeren vor Wind und Wellen geschĂŒtzt waren.

Um 620–600 v. Chr. grĂŒndeten die Griechen dank einer Landschenkung des ligurischen FĂŒrsten an diesem Hafen eine dauerhaft bewohnte HandelsprĂ€senz und nannten sie ÎœÎ±ÏƒÏƒÎ±Î»ÎŻÎ± Massalia (auch Massilia genannt), das heutige Marseille. Der Legende nach hatte sich eine Tochter des FĂŒrsten bei einem großen Fest in einen der EhrengĂ€ste, den AnfĂŒhrer der griechischen HĂ€ndler, Protis, verliebt. Die beiden wurden vermĂ€hlt, und sie brachte als Mitgift das Land um den heutigen Alten Hafen mit in die Ehe ein.

Legende der StadtgrĂŒndung

Der Legende nach ist die Stadt wie folgt entstanden:

Nachdem Protis an Land gegangen war, um sich mit der schönen Ligurerin Gyptis zu vereinen, wird Marseille gegrĂŒndet. Protis war PhĂ€ake, und die PhĂ€aken, dieses Seefahrervolk von der Insel Scheria, hatten nicht nur einen gastfreundlichen König namens Alkinoos, der den schiffbrĂŒchigen Odysseus aufnahm, um ihn dann in seine Heimat Ithaka zu geleiten. Er hatte auch eine schöne Tochter. Nausikaa war es, die den gestrandeten Odysseus fand und ins Haus ihres Vaters fĂŒhrte. Marseille wurde also von der Liebe gegrĂŒndet.

Kolonialisierung

Historische Karte von Marseille

Mit der Zeit wuchs diese Siedlung zu einer großen griechischen Kolonie empor. Durch seine gĂŒnstige Lage als Endpunkt der rhĂŽneabwĂ€rts fĂŒhrenden Handelsstraße wurde Massalia bald zur reichsten und grĂ¶ĂŸten Griechenstadt am westlichen Mittelmeer. Ihr Kultureinfluss erstreckte sich weit in das Hinterland hinein, und wenn sich die Helvetier zu CĂ€sars Zeiten der griechischen Buchstaben bedienten, so steht hinter dieser Schriftrezeption der Massaliotische Einfluss. Auch in einigen sĂŒdfranzösischen Dialekten scheinen sich Spuren der alten phokĂ€ischen GrĂ€zitĂ€t erhalten zu haben.

Auch Malaga, Korsika und Nizza wurden von ZuzĂŒglern aus PhokĂ€a besiedelt, die eine Kolonie nach der anderen grĂŒndeten. Mit der Zeit wurde Massalia so groß und bedeutend, dass es selbst Siedler ausschickte, um Handelsposten und Kolonien im Westen bis hin nach Spanien zu grĂŒnden. Fast schien es so, als ob das Westbecken des Mittelmeers ein Binnensee der Phokaier und der Massalioten werden sollte, als die Koalition der Etrusker und Karthager der griechischen Expansion in der Seeschlacht bei Alalia ein Ende setzten.

Stephanos von Byzanz erwĂ€hnt mehrere von Massalia gegrĂŒndete StĂ€dte oder Siedlungen im Umland,[1] die sonst nicht bezeugt sind:

  • Alonis (â€™Î‘Î»Ï‰ÎœÎŻÏ‚)
  • Azania (â€™Î‘Î¶Î±ÎœÎŻÎ±)
  • Kyrene (ÎšÏ…ÏÎźÎœÎ·), möglicherweise La Couronne bei Martigues
  • Sekoanos (ΣηÎșÎżÎ±ÎœÏŒÏ‚), vermutlich ein Fluss, möglicherweise Arc oder Touloubre[2]

Um das Jahr 545 v. Chr. erfolgte – nach der Flucht aus Phokaia durch Harpagos (einen Meder bzw. Perser, Statthalter des Königs Kyros) – ein erneuter Zuzug aus der Mutterstadt. (Hdt. 1,163,1-1,165,4, Solin. II,77, Liv. V,34,7-8).

Es gab immer wieder Konflikte mit den Gallien beherrschenden keltischen StÀmmen.

125 v. Chr. rief Massalia die Truppen des Römischen Reiches um Hilfe gegen die Angriffe gallischer StĂ€mme (Ligurer, Allobroger, Salluvier, Arverner und Vokontier). Im Laufe der Kriegshandlungen wurde das gesamte Gebiet des sĂŒdlichen Galliens von den Römern als Provinz Gallia Narbonensis annektiert. Die Stadt selbst jedoch konnte ihre UnabhĂ€ngigkeit noch einige Jahrzehnte bewahren. In den Jahren des BĂŒrgerkrieges zwischen Julius CĂ€sar und Gnaeus Pompeius wollte sich Massalia neutral verhalten, doch dies wurde von CĂ€sar nicht geduldet. Im Jahr 49 v. Chr. wurde sie schließlich nach 6monatiger Belagerung erobert und in die Provinz Narbonensis integriert.[3] Als solches blieb sie bis zum Ende des Römischen Reiches dessen Bestandteil.

Mittelalter und FrĂŒhe Neuzeit

Anfang des 5. Jahrhunderts wurde am SĂŒdufer des Alten Hafens das Kloster Saint-Victor gegrĂŒndet, das von 750 bis 960 die Residenz der Bischöfe von Marseille war. 481 fiel die Stadt an die Westgoten, 508 an die Ostgoten, 536 an die Franken und 879 an Niederburgund. Nachdem die Sarazenen sie zerstört hatten, wurde die Stadt im 10. Jahrhundert wiederaufgebaut und den Vicomtes de Marseille unterstellt. Zwischen 1216 und 1218 wurde Marseille zur selbststĂ€ndigen Republik und schließlich 1481 mit Frankreich vereinigt.

1720 und 1721 wĂŒtete die Pest, an der die HĂ€lfte der Bevölkerung starb (50.000).

Die Bevölkerung von Marseille war seit jeher stolz und unabhĂ€ngig und im ganzen Land bekannt, sich gerne gegen die Obrigkeit und den König aufzulehnen. So schickte die Stadt im Jahr 1792 500 freiwillige KĂ€mpfer, um die neue Regierung der AufstĂ€ndischen wĂ€hrend der Französischen Revolution zu unterstĂŒtzen. Das von den KĂ€mpfern aus Marseille in den Straßen von Paris gesungene Lied wurde als die Marseillaise bekannt. Am 14. Juli 1795 wurde die Marseillaise zur französischen Nationalhymne erklĂ€rt.

Neuzeit

Im 19. Jahrhundert wuchs Marseille zum bedeutendsten Hafen des französischen Kaiserreiches, vor allem auch dank der französischen Kolonialisierung in Afrika und Indochina. Die Entwicklung und Bedeutung des Hafens verstÀrkte sich noch mit dem Beginn der Industrialisierung und erst recht mit der Eröffnung des Sueskanals 1869.

Am 9. Oktober 1934 fielen der jugoslawische König Alexander I. und der französische Außenminister Louis Barthou vor der Börse einem Mordanschlag zum Opfer.

Bekanntmachungen vom 4. Januar 1943 des Kommandanten ĂŒber den Belagerungszustand
Notre Dame De La Garde
Zerstörung des alten Hafenviertels 1943

Nach der Kapitulation Frankreichs vor der Wehrmacht gehörte Marseille zunĂ€chst zur Zone libre, die unter Verwaltung des Vichy-Regimes stand. Im Januar und Februar 1943 wurde nach Himmlers Anweisung ein Großteil der historischen Altstadt (Vieux Port) von deutschen Truppen und der SS unter Beteiligung von Rolf MĂŒhler und GĂŒnter Hellwing (spĂ€ter SPD-Parteivorstand) gesprengt. 27.000 Einwohner wurden aus der Altstadt, die den Nazis als eine BrutstĂ€tte der RĂ©sistance galt, zwangsumgesiedelt (Himmler hatte 100.000 Deportierte verlangt). 1.640 Bewohner der Stadt, darunter etwa 800 Juden, wurden als „unerwĂŒnschte und antisoziale Elemente“ festgesetzt und spĂ€ter ins Reichsgebiet bzw. nach Polen deportiert.[4]

Zerstört wurden bei der Sprengung der Altstadt 1924 GebĂ€ude. Ein Teil der TĂ€ter wurde 1954 in den Prozessen gegen MĂŒhler u. a. sowie gegen Carl Oberg u. a. wegen dieser Kriegsverbrechen angeklagt, etliche wurden in Abwesenheit zum Tod verurteilt, ohne dass die französische Justiz ihrer habhaft werden konnte: Die Bundesrepublik lieferte sie nicht aus, klagten sie selbst aber auch nicht an. So wurde das Kriegsverbrechen der vernichteten Altstadt nie gesĂŒhnt.

Am 27. Mai 1944 griffen amerikanische Bomber die deutschen MilitĂ€ranlagen in Marseille an. Am 28. August kapitulierten nach einwöchigem Kampf die deutschen Besatzer gegenĂŒber den Truppen des Freien Frankreich.[5]

Gegenwart

Der alte Hafen von Marseille, 2005
Marseille (2004)

In der Nachkriegszeit, auch in Frankreich Zeit eines starken wirtschaftlichen Aufschwungs (trentes glorieuses) wuchs die Stadt unaufhörlich weiter, bis es dann Ende der 1970er Jahre zu erheblichen Problemen mit zunehmender KriminalitĂ€t, Verschmutzung und wachsendem Verkehr kam. Marseille verlor innerhalb von zehn Jahren 10 % seiner Bevölkerung durch Abwanderung, u. a. in die VorstĂ€dte. Die BĂŒrgermeister unternahmen in dieser Zeit große Anstrengungen, um der KriminalitĂ€t sowie der großen Zahl der illegalen Zuwanderer aus Nordafrika sowie dem Verfall der Stadt Herr zu werden.

Seit den 90er Jahren wandelt sich das Bild der Stadt langsam, die Wirtschaft wĂ€chst wieder, neue Industrien siedeln sich an und die Stadt unternimmt große Anstrengungen, um das Stadtbild zu verschönern.

Entwicklung der Einwohnerzahl

1750 bis 1910

  • 1750 – 68.000
  • 1800 – 111.000
  • 1850 – 195.000
  • 1880 – 360.000
  • 1910 – 551.000

1920 bis 1962

  • 1920 – 586.000
  • 1930 – 610.000
  • 1936 – 620.000
  • 1954 – 661.410
  • 1962 – 783.701

1968 bis 2006

  • 1968 – 889.029
  • 1975 – 914.400
  • 1982 – 878.689 (4. MĂ€rz)
  • 1990 – 800.550 (5. MĂ€rz)
  • 1999 – 798.430 (8. MĂ€rz)
  • 2006 – 820.000 (1. MĂ€rz)

Marseille ist als Frankreichs „Tor zum Mittelmeer“ wie kaum eine andere Stadt neben Paris durch Einwanderer geprĂ€gt. In der Zeit um 1900 waren dies v. a. Italiener, nach dem Zweiten Weltkrieg kamen europĂ€ischstĂ€mmige Algerienfranzosen (pieds-noirs) sowie Bewohner der ehemaligen französischen Kolonien aus dem Maghreb und Schwarzafrika hinzu.

Politik

Wappen

Beschreibung: In Weiß ein blaues durchgehendes gemeines Kreuz.

Das alte Rathaus von Marseille

BĂŒrgermeister

BĂŒrgermeister von Marseille sind oder waren:

  • von 1953 bis 1986 Gaston Defferre (war schon zwischen 1944 und 1946 BĂŒrgermeister, wiedergewĂ€hlt 1959, 1965, 1971, 1977 und 1983),
  • von 1986 bis 1995 Robert Vigouroux (wiedergewĂ€hlt 1989) und
  • seit 1995 Jean-Claude Gaudin (wiedergewĂ€hlt 2001 und 2008).

StÀdtepartnerschaften

Derzeit gibt es 13 PartnerstÀdte von Marseille:[6]

Kultur und SehenswĂŒrdigkeiten

Museen

Das MusĂ©e des Beaux-Arts mit seinen Malereien aus dem 18. und 19. Jahrhundert und das MusĂ©e d’Histoire Naturelle mit seinen zoologischen und geologischen Ausstellungen befindet sich in den SeitenflĂŒgeln des Palais Longchamp (siehe Bauwerke). Das MusĂ©e d’ArchĂ©ologie MĂ©diterrannĂ©enne und MusĂ©e d’arts Africains, OcĂ©aniens et AmĂ©rindiens befinden sich in der Vieille CharitĂ©, dem ehemaligen Krankenhaus der Armen. Die bildende Kunst der ersten HĂ€lfte des 20. Jahrhunderts ist mit einer beachtenswerten Sammlung im MusĂ©e Cantini vertreten, gelegen im bĂŒrgerlichen 6. Arrondissement, wo auch die PrĂ€fektur ihren Sitz hat. Auch finden dort kontinuierlich Wechselausstellungen zur zeitgenössischen Kunst statt. Im 1852 bis 1860 am unteren Teil der CanebiĂšre, nahe dem Alten Hafen von Pascal Coste erbauten Palais de la Bourse (Börse) befindet sich heute das MusĂ©e de la Marine et de l’Economie de Marseille, eine kommunale Institution zur Förderung der Wirtschaft. Dort finden auch Ausstellungen zu Handel, Wirtschaft und Verkehr statt.

Bauwerke

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Marseille

Notre-Dame de la Garde

Notre-Dame de la Garde

SĂŒdlich des Stadtkerns befindet sich die von Henri-Jacques EspĂ©randieu im neobyzantinischen Stil entworfene Notre-Dame de la Garde, an der Stelle einer mittelalterlichen Wallfahrtskapelle in den Jahren 1853 bis 1864 erbaut. Sie befindet sich auf einem 147 m hohen Kalkfelsen und ist neben dem vor dem Hafen liegenden ChĂąteau d’If das Wahrzeichen von Marseille. „La Bonne MĂšre“, wie sie im Volksmund genannt wird, birgt eine monumentale Sammlung an Votivbildern. Von den Aussichtsplattformen hat man einen spektakulĂ€ren Blick ĂŒber die Stadt.

Vieux Port

Alter Hafen mit Blick auf Notre-Dame de la Garde

Der im Zentrum gelegene Alte Hafen Vieux Port bzw. am Quai des Belges gelegene Fischmarkt ist entgegen Berichten von ReisebĂŒros und Journalisten nicht der zentrale Treffpunkt der Stadt; es sei denn, man bewertet die Tatsache als entscheidend, dass von dort aus die (kleinen, also alltĂ€glich versorgenden oder AusflĂŒgler transportierenden) Schiffe zu den Inseln, den Îles d’Frioul hinausfahren, also nach ChĂąteau d’If oder die durch einen Deich (Digue Berry) miteinander verbundenen, zwischen einem kleinen Hafen gelegenen Île Ratonneau und Île PomĂšgues sowie vorbei an den Calanques ins etwa fĂŒnfzehn Kilometer entfernte Cassis (Bouches-du-RhĂŽne) mit Europas höchster Klippe. Hier findet zwar tatsĂ€chlich und tĂ€glich ein Treffen zwischen Hausfrauen und Fischern bzw. deren Fisch verkaufenden Frauen insofern statt, als die einen einkaufen und die anderen verkaufen (vor allem an Samstagen, da an Wochenenden in der Familie gegessen wird). Die Marseillais kaufen ihren Fisch sonst lieber im Supermarkt (frisch aus dem Atlantik oder sonst woher), möglicherweise am Markt, an dem lĂ€ngst nicht mehr nur die örtlichen Maghrebiner einkaufen, in der Rue Longue des Capucins, wo es nahezu alles und höchst preiswert gibt) oder aber die MeeresfrĂŒchte (Muscheln, Schnecken usw.) bei Toinou am Cours Saint-Louis. Unweit des Vieux Port, etwa zur Mitte der Strecke zum Cours Saint-Louis hin, leicht schrĂ€g gegenĂŒber der Place du GĂ©nĂ©ral de Gaulle (ein paar Meter von der Stadtinformation Office du Tourisme) befindet sich auch die Börse (Palais de la Bourse), wo das MusĂ©e de la Marine et de l’Économie de Marseille untergebracht ist. Beim MusĂ©e des Docks Romains ist die Stelle, wo sich die Hafenanlagen aus dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung befanden, und das MusĂ©e d’Histoire de Marseille wurde um einige Überreste des antiken Hafens herum angelegt.

CanebiĂšre

Vom Alten Hafen aus zieht sich die etwa ein Kilometer lange CanebiĂšre (von provenzal. Canabiero, Cannabis sativa; Hanf wurde hier gehandelt) – eine ehemalige Prachtstraße des 19. und anfĂ€nglichen 20. Jahrhunderts, endgĂŒltig verblichen wĂ€hrend der sechziger und siebziger Jahre - zur Kirche St-Vincent-de-Paul, der Kirche der Reformierten, hin. An ihrem Ende, leicht nordwestlich der Kirche wird sie mit dem Boulevard Longchamp (zunĂ€chst Cours Joseph Thierry) fortgesetzt, die zum GelĂ€nde mit dem Palais Longchamp und seiner Brunnenanlage sowie dem dahinter liegenden (ehemaligen Zoologischen Garten) Park fĂŒhrt. Die CanebiĂšre wurde von GeschĂ€ftshĂ€usern und CafĂ©s gesĂ€umt und frĂŒher oft mit der Pariser Avenue des Champs-ÉlysĂ©es verglichen. Die einstige Prachtstraße hat sich seit den 1970er-Jahren im Zuge der Zunahme des Straßenverkehrs in eine stark befahrene Straße gewandelt. Zwischen Cours Belsunce beziehungsweise Cours Saint-Louis und Boulevard Dugommier/Boulevard Garibaldi ĂŒberwiegen bereits verfallende oder vernachlĂ€ssigte Fassaden.

Die Erneuerung der alten Straßenbahnstrecke mitsamt neuen Wagen der „Tramway 68“ von der an der CanebiĂšre gelegenen Metro-Station Noailles nach St-Pierre soll unter anderem dazu beitragen, die Straße wieder lebenswerter zu gestalten. Das wird fĂŒr die Alteingesessenen und EinkommensschwĂ€cheren allerdings immer problematischer, da die ganze Stadt seit den 1990er Jahren recht rigide „saniert“ bzw. erneuert wird. Dazu beigetragen hat auch der TGV, mit dem die Stadt seit Beginn des 21. Jahrhunderts von Paris aus in drei Stunden zu erreichen ist. So wurde beispielsweise das unweit des Bahnhofs St-Charles gelegene Belsunce-Viertel stark saniert: Über ein nicht unumstrittenes Sanierungsprogramm wurden die in den – allerdings tatsĂ€chlich verkommenen, damit jedoch extrem mietpreisgĂŒnstigen – dort gelegenen HĂ€usern lebenden, ĂŒberwiegend aus den nordafrikanischen LĂ€ndern stammenden Anwohner vertrieben. So heißt es im Amtsblatt der EuropĂ€ischen Union (Stand September 2006):

„Die fĂŒnf Einzelprojekte sind: Zac Joliette, wo bereits die Docks umgebaut und 80.000 Quadratmeter GewerbeflĂ€che geschaffen wurde; rue de la RĂ©publique, in der 4.000 Wohnungen zu renovieren sind; der Stadtteil Saint-Charles-Porte d’Aix mit seinem TGV-Bahnhof; Belle de mai, wo die Tabakmanufakturen (120.000 mÂČ) umgebaut werden zu GewerbeflĂ€che sowie Kultur- und Kommunikationseinrichtungen, einschließlich audiovisueller Studios; und schließlich die CitĂ© de la MĂ©diterranĂ©e (110 Hektar), mit einem 2,7 Kilometer langen KĂŒstenstreifen, auf dem der Umbau des Bootshafens, ein Museum usw. geplant sind.“

Quartier du Panier

Das nördlich, oberhalb des Alten Hafens gelegene Quartier du Panier, von den Einheimischen knapp „Panier“ genannte, im 2. Arrondissement gelegene Viertel, ist der Ort der ersten Besiedelung Marseilles. Im Zweiten Weltkrieg zum Teil gesprengt, am nördlichen Ufer des alten Hafens in den 1950ern mit Neubauten wiederaufgebaut, beginnt der restliche, einigermaßen unberĂŒhrte alte Kern unweit hinter dem barocken HĂŽtel de ville (Rathaus), in dem die Mairie, das BĂŒrgermeisteramt, untergebracht ist. Die Bevölkerung dort stammt historisch aus dem gesamten Mittelmeerraum, vor allem jedoch aus nordafrikanischen LĂ€ndern. Hinter den Neubauten liegt das alte Panier. Auf der Place des Moulins, einer der beiden HĂŒgel des antiken Marseille, standen seit der FrĂŒhzeit die WindmĂŒhlen der Stadt. Die Umrisse der Straßen und Treppen sind zum großen Teil seit der Zeit der Griechen gleich geblieben, neue HĂ€user wurden auf den GrundstĂŒcken und Mauern der alten HĂ€user erbaut. Auf dem anderen hohen HĂŒgel der antiken Stadt erbauten die Griechen eine Agora; heute sĂ€umen alte Bistros den an der Rue Saint-Pons gelegenen Platz.

Eine kurze Beschreibung des Abrisses und der neuen Bebauung eines Teils des Quartier du Panier:

Der Alte Hafen von Marseille vom Quai du Port, der Panier-Seite aus fotografiert

Es entstanden an der nördlichen Seite des Alten Hafens, am Quai du Port, gegenĂŒber von Notre-Dame de la Garde, in den sechziger/siebziger Jahren fĂŒnfstöckige Neubauten. Dahinter befindet sich eine weitere Reihe WohnhĂ€user: Werkbund-NachlĂ€ufer, eine Art in die LĂ€nge und die Höhe gezogener Kleinteiligkeit, die sich in erkerförmigen Backsteinapplikationen ausdrĂŒckt. Vorher befand sich dort das eigentliche Hafenviertel, ein verzweigtes Netz aus WohnhĂ€usern aus dem 17. Jahrhundert, vielen kleinen Gassen und Treppen. Die im November 1942 in Marseille einmarschierten Deutschen sahen darin einen Unsicherheitsfaktor sowie einen „Hort“ der RĂ©sistance. Im Januar 1943 begannen deutsche Truppen nach der sogenannten „Évacuation“ von fast 27.000 Einwohnern in ein Gefangenenlager bei FrĂ©jus unter Befehl des Generalfeldmarschalls von Rundstedt mit der Sprengung des Hafenviertels (1924 GebĂ€ude).

Hinter den Neubaublöcken liegt das Panier mit HĂ€usern, ĂŒberwiegend aus dem 18. Jahrhundert, einige der HĂ€user stammen sogar aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Dieses Viertel ist der alte Kern von Marseille. Noch im Panier, ebenfalls westlich des Alten Hafens befindet sich die wie Notre-Dame de la Garde im neobyzantinischen Stil erbaute CathĂ©drale de la Major. Sie entstand zwischen 1852 und 1893 und besitzt zwei kuppelgekrönte TĂŒrme sowie eine 16 Meter hohe Vierungskuppel. Etwas weiter westlich, hinter der Place la Joliette erstreckt sich der Neue Hafen (Port Moderne). Die hier gelegenen GebĂ€ude sind oder werden zu großen Teilen aufwendig zu BĂŒros, Wohnungen oder VeranstaltungsstĂ€tten (z. B. ein neues Museum) umgewandelt – les docks: Teil des neuen Marseille.

Von der ab 1844 angelegten Anlage legen heute die meisten FĂ€hren ab, darunter auch die Passagierschiffe nach Korsika. Die fĂŒr den GĂŒterverkehr wesentlich bedeutenderen Hafenanlagen des „port autonome de Marseille“, – der örtlichen Hafenbetreibergesellschaft – liegen in dem ca. 50 Kilometer westlich gelegenen Fos-sur-Mer.

Panoramablick auf Marseille, von Notre Dame de la Garde aus gesehen
Panoramablick auf Marseille, von Notre Dame de la Garde aus gesehen

Kulinarisches

Die KĂŒche von Marseille ist zwar in erster Linie provenzalisch beeinflusst, da die Stadt das Zentrum der Provence ist, jedoch auch vom gesamten Mittelmeerraum. Dazu zĂ€hlen auch levantinische und maghrebinische EinflĂŒsse, da ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung von dort her eingewandert ist. Weiterhin wird auch griechisch, italienisch, korsisch, spanisch, jĂŒdisch-sephardisch oder armenisch gekocht.

ErwĂ€hnenswert die Bouillabaisse, ein aus Marseille stammendes Gericht, das in ganz Frankreich und ĂŒber das Land hinaus bekannt ist. In den Restaurants von Marseille gehört diese ursprĂŒnglich von Fischern aus nicht verkauften Fischen, Crevetten und Muscheln gekochte Suppe zum Standard.

In der traditionellen Marseiller KĂŒche wird (wie ĂŒberall in Frankreich) frisch und mit Zutaten aus der Region gekocht. Fisch und MeeresfrĂŒchte werden bevorzugt, allerdings auch Fleisch und GeflĂŒgel oft zubereitet.

Veranstaltungen

In Marseille findet alljĂ€hrlich mit der „Mondial La Marseillaise Ă  PĂ©tanque“ das grĂ¶ĂŸte PĂ©tanque-Turnier der Welt statt. 2006 waren zum Beispiel 4.112 Mannschaften mit 12.336 Spielern am Start.

Seit 1979 ist Marseille am letzten Oktobersonntag Startort von Marseille – Cassis, einem der populĂ€rsten StraßenlĂ€ufe Frankreichs.

Musik

Neben den typischen französischen Chansons ist Marseille vor allem eine feste GrĂ¶ĂŸe im französischen Hip Hop. Mitte der 80er Jahre begannen Gruppen wie IAM vor allem die Jugendlichen aus Migrantenfamilien fĂŒr den neuen Musikstil zu begeistern. Heute ist der französische Hip-Hop-Markt, vor allem auch dank der KĂŒnstler aus Marseille, nach dem der USA der zweitgrĂ¶ĂŸte der Welt.

NaturdenkmÀler

Sehenswert sind die bis zu 400 m hohen Klippen des Massif des Calanques.

Die auf dem Rand der Klippen bis zu 20 Meter ĂŒber dem Meer erbaute Corniche President J. F. Kennedy ist ein toller Startpunkt fĂŒr eine Fahrt ins GrĂŒne. Die herrliche Höhenstraße am Meeresufer beginnt bei der kleinen Bucht „Anse des Catalans“ (Strandbad). Sie fĂŒhrt durch das malerische kleine Tal „Vallon des Auffes“, lĂ€sst mit einer AbkĂŒrzung die Landzunge „Pointe d’Endoume‘‚ auf der das Aquarium liegt, außerhalb ihres Bereichs und gelangt dann zu dem weitlĂ€ufigen „Parc Borely“. Nach dem „Prado“ geht sie in eine Straße ĂŒber, die um das „Cap Croisette“ lĂ€uft und nach 12,5 km in Callelongue endet.

Sport

Stade VĂ©lodrome

Olympique de Marseille

In Marseille ist der 1899 gegrĂŒndete und national und international sehr erfolgreiche Fußballclub Olympique de Marseille beheimatet.

Die Heimspiele werden im 60.000 Zuschauer fassenden Stade VĂ©lodrome ausgetragen.

Vereinsfarben sind weiß und azurblau.

Bisherige Erfolge:

Mondial la Marseillaise à pétanque

In Marseille findet alljĂ€hrlich mit der „Mondial la Marseillaise Ă  pĂ©tanque“ das grĂ¶ĂŸte PĂ©tanque-Turnier der Welt statt. Es ist ein fĂŒr alle PĂ©tanque-Spieler offenes Turnier. Eine Lizenz ist zur Teilnahme nicht erforderlich. 2006 waren zum Beispiel 4.112 Équipes (Mannschaften) mit 12.336 Spielern am Start. Es wird im unweit des Strandes gelegenen Parc BorĂ©ly und den angrenzenden GelĂ€nden ausgetragen, das Finale immer am Alten Hafen. Vor diesem Turnier finden im Parc Borely auch die ebenfalls jĂ€hrlich stattfindenden Meisterschaften des Jeu Provençal statt. Dabei handelt es sich um die alte, historische Version des Boule (PĂ©tanque)-Spiels, das seinen Ursprung in der Provence hat. Auch hier nehmen tausende von Spielern teil, die jedoch naturgemĂ€ĂŸ aus den sĂŒdlichen Region (Frankreich) kommen.

Wirtschaft und Infrastruktur

Bedeutende Industriezweige sind die Fahrzeug-, Maschinen-, Metall- und Nahrungsmittelindustrie. In Marseille befindet sich das GefÀngnis Les Baumettes.

Kunsthandwerk

Marseille ist auch ein Schwerpunkt in der kunsthandwerklichen Herstellung von Santons. 35 Hersteller (von 200 der Provence) leben in Marseille.[7] In der Weihnachtszeit findet ein fast ausschließlich diesem Thema gewidmeter Markt auf der Canebiùre statt.

Verkehr

Marseille verfĂŒgt ĂŒber einen umfangreichen industriellen Ballungsraum sowie den grĂ¶ĂŸten Hafen im Mittelmeer. FĂŒr den dadurch aufkommenden EisenbahngĂŒterverkehr dient der Bahnknotenpunkt mit Rangierbahnhof in der zwischen Marseille und Avignon gelegenen Kleinstadt Miramas. Unter der sĂŒdlichen Altstadt hindurch fĂŒhrt der mautpflichtige Straßentunnel St-Laurent. Mitte 2008 soll die Umgehungsstraße im Osten Marseilles fertiggestellt sein. Die Autobahnen Marseille-Lyon und Marseille-Toulon werden durch einen Tunnel verbunden.

Bahnverkehr

TGV im Hauptbahnhof St. Charles
Die Große Freitreppe zum Bahnhof St. Charles
Metro- und Straßenbahnnetz
Metrostation Vieux-Port
Straßenbahn fĂŒr Marseille in Wien bei der Inbetriebnahme am Testgleis der Wiener Linien

Marseille ist ĂŒber die 2001 in Betrieb genommene Schnellfahrstrecke MĂ©diterranĂ©e mit dem TGV in etwa drei Stunden vom 750 km entfernten Paris (Gare de Lyon) zu erreichen. Der Ankunftsbahnhof dieser ZĂŒge ist der auf einer Anhöhe liegende Kopfbahnhof Saint-Charles. Der am 8. Januar 1848 eröffnete, mittlerweile auf 14 Gleise ausgebaute Bahnhof bildet den zentralen Verkehrsknotenpunkt der Stadt. Neben den TGV-ZĂŒgen fahren dort auch zahlreiche andere FernzĂŒge und RegionalzĂŒge ab, außerdem verkehrt in den Sommermonaten ein Thalys-Zugpaar direkt nach Amsterdam.

Die 1977 eröffnete und spĂ€ter mehrmals erweiterte und ausgebaute U-Bahn Marseille verfĂŒgt ĂŒber zwei Linien. Die beiden Linien kreuzen sich zweimal, an der Station Castellane und am Hauptbahnhof Saint Charles. Die StreckenfĂŒhrung ist in der Innenstadt unterirdisch, außerhalb der Stadt fahren die Bahnen oberirdisch oder als Hochbahn auf Pfeilern. Die Wagen verfĂŒgen ĂŒber luftgefĂŒllte, schienengefĂŒhrte Reifen mit Stromversorgung mittels dritter Stromschiene. Vorbild war hier die Pariser Metro.

Mitte der 90er Jahre kam es in Marseille aufgrund von stark zunehmenden Straßenverkehr zu Überlegungen, die aus dem Stadtbild verschwundenen Straßenbahnen wieder einzufĂŒhren. Bis dahin waren Straßenbahnen verpönt und galten als nicht zeitgemĂ€ĂŸ und unbequem, hatte man doch die seit 1876 existierenden und ehemals zahlreichen Strecken ab Mitte des 20. Jahrhunderts bis auf eine Linie eingestellt. Man entschloss sich, die bestehende Linie zu sanieren sowie weitere neu zu bauen. Seit Juli 2007 ist die erste der beiden neuen Trambahnlinien auf dem Abschnitt EuromĂ©diterranĂ©e-Les Caillols in Betrieb. Die Fahrzeuge fĂŒr diese Linien werden seit 2006 in Wien von Bombardier Transportation Österreich produziert. Die Inbetriebnahme der Straßenbahnen erfolgte auf dem Testgleis der Wiener Linien.

Flugverkehr

Der Flughafen AĂ©roport Marseille Provence befindet sich 20 km nordwestlich von Marseille bei der Stadt Marignane. Er wird von zahlreichen internationalen Fluglinien bedient. Mehrere deutsche FlughĂ€fen sind mit DirektflĂŒgen an den AĂ©roport Marseille Provence angebunden.

Schiffsverkehr

Der FĂ€hrhafen von Marseille ist eine der wichtigsten Verbindungen fĂŒr Reisende in den Maghreb und nach Korsika. Mehrere Linien tĂ€glich verbinden Marseille mit den grĂ¶ĂŸten FĂ€hrhĂ€fen Nordafrikas. In Korsika werden Ajaccio und Bastia tĂ€glich, Calvi, Propriano (mit Weiterfahrt nach Porto Torres auf Sardinien und Porto Vecchio) mehrmals wöchentlich angelaufen.

Söhne und Töchter der Stadt

Literatur

  • Monique Clavel-LĂ©vĂȘque: Das Griechische Marseille. Entwicklungsstufen und Dynamik einer Handelsstadt. In Elisabeth C. Welskopf Hg.: Hellenische Poleis. Krise, Wandlung, Wirkung. Darmstadt 1974
  • Ralf Nestmeyer: Provence & CĂŽte d’Azur. Ein Reisehandbuch. Michael MĂŒller, Erlangen 2006. ISBN 3-89953-226-0
    • dsb.: Provence und CĂŽte d’Azur. Literarische Reisebilder aus dem Midi. Klett Cotta, Stuttgart 2005. ISBN 3-608-93654-8
  • Dominique Garcia: La Celtique mĂ©diterranĂ©enne. Errance, Paris 2004. ISBN 2-87772-286-4
  • Donna F. Ryan: The Holocaust & the Jews of Marseille: The Enforcement of Anti-Semitic Policies in Vichy France. UP Illinois, 1996 ISBN 0-252-06530-1
  • Ahlrich Meyer Hg.: Der Blick des Besatzers. Propagandaphotographie der Wehrmacht aus Marseille 1942–1944. Vorwort: Serge Klarsfeld, Übers. Dominique Pamart-Swoboda & BĂ©atrice Zimmermann. Edition Temmen, Bremen 1999 (Zweisprachig) ISBN 3-86108-725-1
    • ders.: Die Razzien in M. 1943 und die Propagandaphotographie der deutschen Wehrmacht. Francia. Forschungen zur westeuropĂ€ischen Geschichte. Nr. 22-3, 1995 [1] (nur online, deutsch) S. 127–154
  • Daniel Winkler: Transit Marseille. Eine Mittelmeermetropole im Film. Transcript, Bielefeld 2007
    • ders.: Marseille im '(post-)kolonialen' Kontext. Walter Benjamin, die 'Cahiers du Sud' und ein GrĂŒndungsmythos. In: Wolfgang MĂŒller-Funk & Birgit Wagner Hgg.: Eigene und andere Fremde. 'Postkoloniale' Konflikte im europĂ€ischen Kontext. Turia & Kant, Wien 2005. S. 129–139

Fußnoten und Einzelnachweise

  1. ↑ G. Barruol: Les peuples pre-romains du sud-est de la Gaule: Ă©tude de gĂ©ographie historique. RAN Suppl. 1, Paris 1969, S. 224, Nr. 1
  2. ↑ G. Barruol: Les peuples pre-romains du sud-est de la Gaule: Ă©tude de gĂ©ographie historique. RAN Suppl. 1, Paris 1969, S. 199
  3. ↑ Hermann Bengtson: Römische Geschichte – Republik und Kaiserzeit bis 284 n. Chr., 8. Auflage, C.H. Beck, MĂŒnchen 2001, ISBN 3-406-02505-6, S 192f.
  4. ↑ Michael Curtis: Verdict on Vichy. Power and prejudice in the Vichy France regime. Arcade, New York 2003 ISBN 1-55970-689-9, S. 194f.
  5. ↑ Chemins de mĂ©moire: Provence August 1944, abgefragt am 27. August 2009. Hellwing wurde 1954 in Abwesenheit in Marseille zum Tode verurteilt, wurde aber dennoch SPD-Landtagsmitglied in Nordrhein-Westfalen sowie Mitglied des Bundesvorstands der SPD
  6. ↑ PartnerstĂ€dte Marseilles (in Französisch)
  7. ↑ http://www.zeit.de/2010/52/Frankreich-Santons

Weblinks

 Commons: Marseille â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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  • Marseille — [mȧr seâ€Čy ; ] E [ mĂ€r sāâ€Č] seaport in SE France, on the Gulf of Lions: pop. 801,000 * * * Mar·seille also Mar·seilles (mĂ€r sāÊč) A city of southeast France on an arm of the Mediterranean Sea west northwest of Toulon. The oldest city of France, it… 
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