Marxist

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Karl Marx (1818–1883)
Friedrich Engels (1820–1895)
Karl Kautsky (1854–1938)
Lenin (1870–1924)

Der Marxismus ist eine einflussreiche Strömung innerhalb des Sozialismus und Kommunismus. Als Marxisten werden seit der zweiten HĂ€lfte des 19. Jahrhunderts die AnhĂ€nger von Karl Marx und Friedrich Engels bezeichnet. Im weiteren Sinne ist Marxismus eine Sammelbezeichnung fĂŒr die von Marx und Engels entwickelte Wirtschafts- und Gesellschaftstheorie, sowie fĂŒr unterschiedliche damit verbundene philosophische und politische Ansichten. Ferner werden verschiedene Personen und Denkrichtungen zum Marxismus gerechnet, die in spezifischer Weise an das Werk von Marx und Engels anschließen. Bekannte marxistische Strömungen sind der Orthodoxe Marxismus der klassischen Sozialdemokratie, der Marxismus-Leninismus sowie verschiedene Formen des Neomarxismus; darunter die Frankfurter Schule, der italienische Operaismus und der Postmarxismus.

Seine theoretischen Wurzeln hat der Marxismus unter anderem in der kritischen Auseinandersetzung mit der klassischen deutschen Philosophie (Kant, Hegel, Feuerbach), der klassischen Nationalökonomie (Smith, Ricardo) dem französischen FrĂŒhsozialismus (Fourier, Blanqui, Proudhon), sowie den Historikern der französischen Restauration (Thierry, Guizot, Mignet). Vor allem Engels, Karl Kautsky und Lenin haben die Entwicklung des Marxismus nachhaltig beeinflusst.

Mit der Zeit entwickelten sich in allen Disziplinen der Wissenschaft mit gesellschaftlichem Bezug eigene marxistische Strömungen – wie beispielsweise in der Psychologie die des Freudomarxismus – sowie eine eigenstĂ€ndige marxistische Philosophie, eine marxistische Soziologie, eine marxistische Wirtschaftstheorie, eine marxistische Literaturtheorie und so weiter.

Inhaltsverzeichnis

Überblick

Begriffsgeschichte

Der Begriff Marxismus wurde zunĂ€chst von politischen Gegnern abwertend verwendet. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wurde er von den AnhĂ€ngern von Marx und Engels ĂŒbernommen. Noch in den spĂ€ten 1870er Jahren soll Marx – in Anlehnung an Martin Luther – zu einer Jugendfraktion französischer Sozialisten, die sich als marxistisch bezeichnete, gesagt haben, er sei kein Marxist.[1] Marx und Engels wiederum fĂŒhrten das Begriffspaar „Wissenschaftlicher Sozialismus“ als Alternative zu „Marxismus“ ein. Damit grenzten sie sich von anderen Staats- und GesellschaftsentwĂŒrfen ab, die sie dem „Utopischen Sozialismus“ oder dem Anarchismus zuordneten. [2]

Marx und Engels warfen diesen VorlĂ€ufern und Zeitgenossen vor, eine gerechte und den Idealen der Französischen Revolution verpflichtete Gesellschaft nur zu „ertrĂ€umen“, ohne die Bedingungen fĂŒr ihre Verwirklichung wissenschaftlich zu erforschen und sie mit praktikablen Erfolgsaussichten anzustreben. Allerdings gelang es Engels und seinen AnhĂ€ngern nicht, den Begriff „Wissenschaftlicher Sozialismus“ außerhalb der Sozialdemokratie fĂŒr ihre Anschauungen zu verankern, da der Begriff Marxismus sich bereits etabliert hatte. Schließlich hatten viele Kritiker dem Marxismus bereits zu Marx’ Lebzeiten ebenso Unwissenschaftlichkeit und utopischen Romantizismus vorgeworfen wie dieser zuvor den Vertretern nichtmarxistischer Strömungen des Sozialismus.

Theoriebildung

Marx und Engels setzten sich mit verschiedenen Denktraditionen „wissenschaftlich-kritisch“ auseinander. Ihre Grundgedanken wurden erst nach ihrem Tod systematisiert. Eine solche Kanonisierung des Marxismus zu einer einheitlichen Lehre findet sich ansatzweise in den Schriften von Franz Mehring, Karl Kautsky, Antonio Labriola und Georgi W. Plechanow.[3] Die Einordnung der Anschauungen von Marx und Engels in eine konsistente Theorie steht unter einem doppelten Vorbehalt:

  • Marx verstand sein Werk zunĂ€chst als stĂ€ndig ĂŒberprĂŒf- und revidierbare Analyse der jeweiligen VerhĂ€ltnisse und als eine daraus abgeleitete Zukunftsprognose.
  • Engels wollte die Theorie in allgemeinverstĂ€ndlicher Form verbreiten und trug damit nach manchen Sichtweisen auch zu ihrer Schematisierung und Vulgarisierung bei.

Vor allem in den letzten Jahren ihrer Schaffensperiode fĂŒhrte zunehmend Engels vor allem mit Zeitungsartikeln eine öffentliche Auseinandersetzung mit Kritikern ihrer Theorien, und setzte sich fĂŒr die Verbreitung ihrer Ideen in der Arbeiterbewegung ein. Im Gegenzug dazu arbeitete Marx – oftmals in gesundheitlich schlechter Verfassung und in seinen letzten Lebensjahren begriffen – an seinem ökonomischen SpĂ€t- und Hauptwerk Das Kapital. Auf Grund ihrer engen Zusammenarbeit und der gegenseitigen Kenntnis ihrer Schriften ist anzunehmen, dass diese „Arbeitsteilung“ von beiden Seiten gewollt war.[4]

Vor allem die „Orthodoxie“ der klassischen Sozialdemokratie und im Anschluss daran der Marxismus-Leninismus versteht den Marxismus als theoretisches und praxisorientiertes System und als Weltanschauung. Die marxistische Theorie kann zum besseren VerstĂ€ndnis in drei große Kernbereiche unterschieden werden, die jedoch bei Marx und Engels untrennbar miteinander verflochten sind:

Um die Grundlagen des Marxismus besser zu verstehen, schlĂ€gt Lenin eine Einteilung der dafĂŒr wichtigsten theoretischen Auseinandersetzungen mit Denkern vor, die Marx und Engels wesentlich beeinflussten[5]:

In seinem bekannten Essay Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus schreibt Lenin[5]:

„Die ganze GenialitĂ€t Marx’ besteht gerade darin, dass er auf die Fragen Antworten gegeben hat, die das fortgeschrittene Denken der Menschheit bereits gestellt hatte. Seine Lehre entstand als direkte und unmittelbare Fortsetzung der Lehren der grĂ¶ĂŸten Vertreter der Philosophie, der politischen Ökonomie und des Sozialismus.“

Die konsequente Fortsetzung des Marxismus durch die Sozialdemokratie und den Marxismus-Leninismus ist umstritten. So lehnten Marx und Engels nationalistische Konzepte laut eigener Aussage ab. GegenĂŒber dem nationalstaatlichen Denken vieler Zeitgenossen vertraten sie internationalistische Positionen, wĂ€hrend die meisten FĂŒhrer der Sozialdemokratie bekanntlich dem Ersten Weltkrieg zustimmten. Nachdem der Kapitalismus mit seinem Weltmarkt ein international agierendes System ist, sei nach Marx und Engels auch seine Überwindung nur im internationalen Rahmen zu verwirklichen. Diese Ansicht wurde jedoch spĂ€ter vom Marxismus-Leninismus durch die Theorie vom Sozialismus in einem Land revidiert.

Strömungen

siehe: Liste marxistischer Theoretiker

Seit der BegrĂŒndung des Marxismus durch Marx und Engels haben sich verschiedene marxistisch beeinflusste Richtungen entwickelt, die jeweils das Erbe der „Klassiker“ beanspruchten und sich voneinander abgrenzten. Heute firmieren unter der Bezeichnung Marxismus inzwischen sehr verschiedene Strömungen, die teilweise nur noch entfernt mit dem Fundament der Werke von Marx und Engels verbunden sind. Diese Strömungen des Marxismus wurden wiederum durch verschiedene Theoretiker vertreten und weiterentwickelt, die sich von unterschiedlichen DenkansĂ€tzen her dem vielschichtigen Werk von Marx und Engels genĂ€hert und eigene Strömungen des Marxismus begrĂŒndet oder vorhandene Strömungen nachhaltig beeinflusst haben. Am stĂ€rksten innerhalb der universitĂ€ren Wissenschaft verankert ist der Marxismus zur Zeit in den USA (Stand: November 2006).[6]

Orthodoxer Marxismus

Der orthodoxe Marxismus der klassischen Sozialdemokratie (etwa bis zum Ersten Weltkrieg) orientierte sich eng an den Schriften von Marx und Engels. Mit der Spaltung der russischen Sozialdemokratie in Menschewiki und Bolschewiki und der GrĂŒndung des „marxistischen Zentrums“ (Zentrismus) um Karl Kautsky Anfang des 20. Jahrhunderts spaltete sich der orthodoxe Marxismus in einen reformistischen und einen revolutionĂ€ren FlĂŒgel. Letzter konzentriert sich als revolutionĂ€rer Marxismus auf die Weiterentwicklung und revolutionĂ€re Umsetzung des Marxismus. Eine besondere Ausformung des orthodoxen Marxismus ist der Austromarxismus, der zwischen Sozialreform und Revolution schwankt und dadurch die Herausbildung (und Abspaltung) eines starken revolutionĂ€r-marxistischen FlĂŒgels im Österreich der Zwischenkriegszeit verhindern konnte.

Revisionismus

Der Revisionismus um Eduard Bernstein lehnte im Gegensatz zum orthodoxen Marxismus alle radikalen und revolutionĂ€ren Aspekte des Marxismus ab und erachtete auf Grund der verĂ€nderten ökonomischen Bedingungen (Imperialismus) einen gemĂ€ĂŸigten Weg zum Sozialismus als möglich. SpĂ€testens nach der Spaltung der sozialdemokratischen Parteien in sozialistische und kommunistische Parteien nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Revisionismus mit seiner politischen Praxis des Reformismus zur Hauptströmung innerhalb der Sozialistischen Internationale, deren Sektionen sich in den meisten LĂ€ndern inzwischen vollkommen von einer marxistischen Weltanschauung losgesagt haben.

Sowjetmarxismus

siehe auch: Leninismus

Der Sowjetmarxismus oder Marxismus-Leninismus (von Kritikern meist als Stalinismus bezeichnet) berief sich auf den orthodoxen Marxismus und beanspruchte, diesen an die neuen Gegebenheiten (Imperialismus und Monopolkapitalismus) angepasst zu haben. Denselben Anspruch erhebt der Trotzkismus, der mit seiner Theorie der permanenten Revolution die Theorie vom Sozialismus in einem Land ablehnt und eine kritische Distanz zum Realsozialismus bewahrt. Sowohl der Marxismus-Leninismus als auch der Trotzkismus sehen sich in der Nachfolge der Bolschewiki unter Lenin.[7] Auf den Marxismus-Leninismus beriefen sich auch viele Befreiungsbewegungen in der „Dritten Welt“, aus denen sich oftmals eigenstĂ€ndige politische Systeme entwickelten, wie zum Beispiel die heute noch bestehenden Systeme Chinas (Maoismus), Nordkoreas (Chuch'e-Ideologie), Kubas oder Vietnams.

Neomarxismus

Der Westliche Marxismus oder Neomarxismus ist ein Sammelbegriff fĂŒr Theorien insbesondere der Neuen Linken, die in Abgrenzung zum Realsozialismus versuchen, die Kernaussagen des Marxismus an die inzwischen geĂ€nderten sozialen und ökonomischen Bedingungen anzupassen. Es existieren hier die verschiedensten Ausformungen wie zum Beispiel jene des Reform- und Eurokommunismus, des Operaismus sowie der Frankfurter Schule. Wegen der Kritik am traditionellen Marxismus wird hĂ€ufig auch der Begriff Postmarxismus verwendet, zu welchem auch die Antideutschen oder die Wertkritiker zĂ€hlen. Gelegentlich wird auch der Titoismus zum Neomarxismus gezĂ€hlt. Zentral fĂŒr den Neomarxismus waren die Schriften von Karl Korsch, Georg LukĂĄcs, Ernst Bloch, Antonio Gramsci, Louis Althusser, Roman Rosdolsky und anderer.

Theorie

Philosophie

Hauptartikel: Marxistische Philosophie

Obwohl Marx und Engels in erster Linie eine Philosophiekritik und Ideologiekritik betrieben, wird der Marxismus selbst gelegentlich als humanistisch geprĂ€gte philosophische Lehre verstanden, welche die Emanzipation des Menschen anstrebt. Erkenntnis- und wissenschaftstheoretisch ist der Marxismus von zwei wesentlichen Elementen geprĂ€gt: Von der Dialektik Hegels und vom erkenntnistheoretischen Materialismus (Feuerbachs). Lenin bezeichnet den Materialismus als die Philosophie des Marxismus[5]. Marx hingegen hat bereits 1845 die Philosophie in seinem berĂŒhmt gewordenen Satz kritisiert:

„Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert; es kömmt drauf an, sie zu verĂ€ndern.[8]“

Im Gegensatz zum philosophischen Idealismus, der den Erkenntnissen der Naturwissenschaften zum Trotz stets auf eine UnterstĂŒtzung von Aberglaube und Religion hinauslaufe, vertritt der Marxismus die Ansicht, dass alle Ideen, Vorstellungen und Gedanken Abbilder der komplexen, insbesondere gesellschaftlichen RealitĂ€t und MachtverhĂ€ltnisse sind, die sich „in letzter Instanz“ aus den jeweils historisch-geographischen ProduktionsverhĂ€ltnissen und materiellen Gegebenheiten entwickeln wĂŒrden. Marx und Engels ĂŒbernahmen – von den Junghegelianern beeinflusst – das materialistische Weltbild Feuerbachs, und ergĂ€nzten aus dem Werk Hegels die Dialektik und den damit verbundenen Gedanken stĂ€ndiger Entwicklung. Marx und Engels ĂŒberwanden somit die einseitige Sichtweise der mechanischen Materialisten, die die Welt als unverĂ€nderlich verstanden.[5]

Lenin bezeichnet die philosophischen Anschauungen von Marx und Engels als dialektischen Materialismus, obwohl sie diesen Begriff selbst nicht benutzten. Lenin bezeichnet die materialistische Dialektik von Marx und Engels als

„die Lehre von der RelativitĂ€t des menschlichen Wissens, das uns eine Widerspiegelung der sich ewig entwickelnden Materie gibt.[5]“

In der Entdeckung des Radiums, des Elektrons, sowie der Verwandlung der Elemente sieht Lenin eine BestĂ€tigung dieser Ansichten, die das idealistische Postulat des ewigen Stillstands widerlegen wĂŒrden.[5] Nach der Hegelschen Dialektik ist das Abbild der Welt im tĂ€tigen Begreifen ihrer ZusammenhĂ€nge von aufeinander bezogenen GegensĂ€tzen – Thesen und Antithesen – geprĂ€gt, die sich gegenseitig im dialektischen Dreischritt zu Synthesen vorwĂ€rtsentwickeln. Diese Synthesen treiben die „objektive Wirklichkeit“ voran und „bestimmen“ damit die Zukunft, bis diese keine WidersprĂŒche mehr enthĂ€lt und im Begriff des „Absoluten“ „aufgehoben“ ist. FĂŒr den idealistischen Philosophen ist dieser Fortschritt, der die materielle Welt insgesamt durchwirkt, ein Produkt des menschlichen Geistes, der im Begreifen seiner selbst mit dem absoluten „Weltgeist“ identisch wird.

Marx betrachtet die Hegelsche Dialektik aus Sicht des Materialismus: Er stellt sie „vom Kopf auf die FĂŒĂŸe“ und postuliert, dass sich die objektive Wirklichkeit aus ihrer materiellen Existenz und deren Entwicklung erklĂ€ren lĂ€sst und nicht als Verwirklichung einer göttlichen absoluten Idee oder als Produkt des menschlichen Denkens.

Meine dialektische Methode ist der Grundlage nach von der Hegelschen nicht nur verschieden, sondern ihr direktes Gegenteil. FĂŒr Hegel ist der Denkprozeß, den er sogar unter dem Namen Idee in ein selbstĂ€ndiges Subjekt verwandelt, der Demiurg des wirklichen, das nur seine Ă€ußere Erscheinung bildet. Bei mir ist umgekehrt das Ideelle nichts andres als das im Menschenkopf umgesetzte und ĂŒbersetzte Materielle. - Marx, „Das Kapital“, Nachwort zur zweiten Auflage

Das Universum wird wie in der universalhistorischen Philosophie Hegels als eine TotalitĂ€t, also als objektiv zusammenhĂ€ngendes Ganzes gesehen. Aber Marx versteht die im Idealismus bloß geistigen GegensĂ€tze als Ausdruck und Abbild realer, materieller GegensĂ€tze: Auch diese hĂ€ngen gegenseitig voneinander ab und befinden sich in einer stĂ€ndigen Bewegung wechselseitiger Beeinflussung. Diese ist insgesamt aufsteigend, d.h. sie verlĂ€uft im Ganzen [9] vom Einfachen zum Komplexen und durchlĂ€uft dabei bestimmte Ebenen, denen bestimmte qualitative VerĂ€nderungen entsprechen, so dass sie die Entwicklung vorantreiben.

Eine objektive RealitĂ€t existiert nach dieser Sichtweise auch außerhalb und unabhĂ€ngig des menschlichen Bewusstseins in den materiellen Bewegungen, auf die jedoch die Menschen (selbst ein Teil des Materiellen) bewusst zurĂŒckwirken. Dies bedeutet aber keineswegs, dass die Menschen ihre Umwelt objektiv richtig erfassen; Marx und Engels wollen gerade der ideologischen SelbsttĂ€uschung [dem falschen Bewusstsein von der Umwelt, daher der Problematik der Subjekt-Objekt-Spaltung], entkommen:

  • Das richtige VerstĂ€ndnis der Bewegungsgesetze von PhĂ€nomenen und Ereignissen kann daher immer nur von der Analyse der Praxis ausgehen und nie von einer idealistischen „Schrulle“, da diese letztere ein PhĂ€nomen nicht aus seinen materiellen UrsprĂŒngen [10] herleiten kann.
Nicht in der getrĂ€umten UnabhĂ€ngigkeit von den Naturgesetzen [11] liegt die Freiheit, sondern in der Erkenntnis dieser Gesetze, und in der damit gegebnen Möglichkeit, sie planmĂ€ĂŸig zu bestimmten Zwecken wirken zu lassen. - Engels, Anti-DĂŒhring
  • Damit ist auch bereits das VerhĂ€ltnis von Abstraktem und Konkretem angesprochen (aus der Praxis abstrakte SchlĂŒsse ziehen, aus den abstrakten SchlĂŒssen wieder konkrete Praxis entwickeln):
Das Konkrete ist konkret, weil es die Zusammenfassung vieler Bestimmungen ist, also Einheit des Mannigfaltigen. Im Denken erscheint es daher als Prozeß der Zusammenfassung, als Resultat, nicht als Ausgangspunkt, obgleich es der wirkliche Ausgangspunkt und daher auch der Ausgangspunkt der Anschauung und der Vorstellung ist. Im ersten Weg wurde die volle Vorstellung zu abstrakter Bestimmung verflĂŒchtigt; im zweiten fĂŒhren die abstrakten Bestimmungen zur Reproduktion des Konkreten im Weg des Denkens. [12]
  • PrĂŒfstein fĂŒr die Richtigkeit von Annahmen oder Theorien [= Relative Wahrheit] ist dann wiederum die eigene Praxis, in der sich die Theorie als richtig oder falsch erweist.
Die Frage, ob dem menschlichen Denken gegenstĂ€ndliche Wahrheit zukomme - ist keine Frage der Theorie, sondern eine praktische Frage. In der Praxis muß der Mensch die Wahrheit ... seines Denkens beweisen. - Marx, 2. These ĂŒber Feuerbach
Diese ÜberprĂŒfung ist notwendig, da das Bewusstsein des Menschen immer durch seine Interaktionen mit der Umwelt, dem Sein, bestimmt wird.

Diese Annahme erfĂ€hrt ihre stĂ€rkste Wirkung, wenn man ĂŒber zukĂŒnftige gesellschaftliche Entwicklungen Überlegungen anstellt; in diesem Sinne wird jeglichem Utopismus eine Absage erteilt. [13] Nach einer materialistischen Weltanschauung muss „die Produktion und Reproduktion des wirklichen Lebens“ das „bestimmende Moment in der Geschichte“ [14], die Arbeit daher eine zentrale Kategorie fĂŒr das Individuum selbst und die gesellschaftliche Entwicklung sein. Daher werden alle Gesellschaftsordnungen maßgebend durch ökonomische Bewegungsgesetze bestimmt:

In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhĂ€ngige VerhĂ€ltnisse ein, ProduktionsverhĂ€ltnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen ProduktivkrĂ€fte entsprechen. Die Gesamtheit dieser ProduktionsverhĂ€ltnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewußtseinsformen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozeß ĂŒberhaupt. Es ist nicht das Bewusstsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewusstsein bestimmt. - Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Vorwort. MEW 13, S. 9, 1859.

Die Konsequenz dieser Sichtweise ist eine umfassende Kritik an Religion, Recht und Moral. Diese begreift Marx als Produkte der betreffenden materiellen VerhĂ€ltnisse, deren Wandel auch sie unterworfen sind. Religion, Recht und Moral hĂ€tten also nicht die universelle GĂŒltigkeit, die sie beanspruchen.

Historischer Materialismus

Hauptartikel: Historischer Materialismus

Der historische Materialismus ist die Anwendung der LeitsĂ€tze des dialektischen Materialismus auf die Erforschung der Gesellschaft und ihre Geschichte. Demnach lĂ€sst sich auch die Entwicklung einer Gesellschaft wissenschaftlich erklĂ€ren: durch den Klassenkampf befinden sich die sozialen VerhĂ€ltnisse zwischen den Klassen in einer ununterbrochenen Bewegung. Die ProduktivkrĂ€fte (ArbeitskrĂ€fte und Produktionsmittel) entwickeln sich im Laufe der Zeit, bis sie mit den ProduktionsverhĂ€ltnissen (Arbeitsteilung und Besitzverteilung) in Widerspruch geraten. Marx sieht die ProduktionsverhĂ€ltnisse als „Fesseln“, welche ein Hindernis fĂŒr die weitere Entwicklung der ProduktivkrĂ€fte bilden. Die Unterklassen sind stets darauf bedacht, die ProduktionsverhĂ€ltnisse zu ihrem Vorteil zu verĂ€ndern. Dies hat zur Folge, dass neue herrschende Klassen zustande kommen und der Klassenkampf erneut anfĂ€ngt.

Marx unterscheidet zwischen folgenden geschichtlichen Entwicklungsstufen der Gesellschaft:

  • Stammes- oder Urgesellschaft, auch Urkommunismus
  • Sklavenhaltergesellschaft
  • Feudale Gesellschaft
  • Kapitalistische Gesellschaft

Nach der Überwindung des Kapitalismus folgen zwangslĂ€ufig:

Die Geschichte einer Gesellschaft ist eine (naturgesetzliche) Entwicklung vom Einfachen zum Komplexen, von Niederem zu Höherem. Deshalb sei der Kommunismus zukĂŒnftig unvermeidbar. Der Kapitalismus fĂŒhre nach MarxÂŽ Ansicht in immer grĂ¶ĂŸere Krisen. Die sozialistische Gesellschaft wird demzufolge die kapitalistische Gesellschaft ersetzen, genauso wie die kapitalistische Gesellschaft die feudale Ordnung ersetzt habe. Der Klassenkampf ende erst in der kommunistischen Ordnung, in der der Gegensatz von Herr und Diener aufgehoben sei.

Politische Ökonomie (Kapitalismusanalyse)

Hauptartikel: Marxistische Wirtschaftstheorie

Nachdem mit dem dialektischen Materialismus eine erkenntnistheoretische Position entwickelt wurde, und mit dem Historischen Materialismus eine allgemeine Geschichts- und Gesellschaftstheorie, war Marx seiner Analyse der gegenwĂ€rtigen, konkreten Gesellschaft bedeutend nĂ€her gekommen. Der nĂ€chste notwendige Schritt war nun fĂŒr ihn, die ökonomischen Bewegungsgesetze in kapitalistischen Gesellschaften zu studieren, da nach der Theorie des historischen Materialismus die Produktionsweise einer Gesellschaft bedeutend fĂŒr ihre Entwicklung ist. HerzstĂŒck seines Werks ist die „Kritik der politischen Ökonomie“ in den drei BĂ€nden des „Kapitals“. Die GesetzmĂ€ĂŸigkeiten der Ausbeutung im herrschenden Kapitalismus, die Entstehung der modernen Klassengesellschaft und der Konzentrationsprozess des Kapitals werden sowohl mikro- wie makroökonomisch differenziert analysiert. Dabei griff Marx auf Vorarbeiten der Nationalökonomie, z.B. von Adam Smith und David Ricardo, zurĂŒck. Werttheorie, Verelendungs- und Krisentheorie sind wichtige Bestandteile dieser Analyse.

Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Marxismus

Das von Marx und Engels entworfene TheoriegebĂ€ude war und ist Bezugspunkt fĂŒr verschiedenste politische und wissenschaftliche Denkrichtungen. Praktische Anwendung fand der Marxismus zuerst in der Arbeiterbewegung des 19. Jahrhunderts, vor allem der deutschen Sozialdemokratie, welche die Theorien von Marx und Engels zur Grundlage ihrer ersten Programme und Mitgliederschulungen machte. Sodann entwickelte Lenin im Anschluss an Marx seine Imperialismustheorie, die nach der Oktoberrevolution 1917, zusammen mit den Ideen von Marx und Engels, zur neuen Staatsideologie der Sowjetunion wurde. Lenin verstand sich selbst jedoch nicht als BegrĂŒnder einer neuen Strömung, sondern als Verteidiger des Marxismus. Nach Lenins Tod sprach man dann aber allgemein vom Leninismus, der einen an die russischen VerhĂ€ltnisse angepassten Marxismus darstellt. SpĂ€ter verĂ€nderte Josef Stalin den Leninismus mit der Theorie des "Sozialismus in einem Land" zum sogenannten Konstrukt des Marxismus-Leninismus.

Dieser Marxismus-Leninismus bestimmte den so genannten real existierenden Sozialismus nach 1945 in weiten Teilen der Welt, vor allem in Ost- und Mitteleuropa, und wirkte auch mit starkem Einfluss auf China, Kuba, Nordkorea, oder Vietnam. Ob und wie weit dieser sich noch aus den Grundideen der „Klassiker“ herleiten lĂ€sst oder eine „Fehlentwicklung“ darstellt, ist eine der umstrittensten Fragen innerhalb der marxistischen Theoriebildung. Die praktische Politik dieser LĂ€nder wird insbesondere in Nordkorea bis heute vom Stalinismus beherrscht. Heute wird das Gulag-Regime weitgehend als totalitĂ€res System eingeordnet und von fast allen Marxisten abgelehnt. Gegen die unterschiedlichen Ideologien von Stalin und Mao beansprucht auch der von Leo Trotzki entwickelte Trotzkismus mit seiner Theorie der „permanenten Revolution“ das wahre Erbe von Marx bzw. Lenin.

In Abgrenzung zu Stalinismus und Faschismus entstanden seit den frĂŒhen 1930er Jahren die Arbeiten der Frankfurter Schule, die versuchten, die Ideen von Marx auf die verĂ€nderten politisch-ökonomischen Bedingungen der Moderne anzuwenden und teils mit der Psychoanalyse zu verbinden.

Aus den Befreiungsbewegungen in der „Dritten Welt“ entwickelten sich oftmals politische Systeme, wie zum Beispiel die heute noch bestehenden Systeme Chinas (frĂŒher Maoismus), Vietnams oder Kubas.

In den 1960er Jahren entstanden besonders im Zusammenhang mit der weltweiten Studentenbewegung, den westeuropĂ€ischen Arbeiterstreiks und den so genannten Befreiungsbewegungen in der „Dritten Welt“ verschiedene Formen des Neomarxismus, des Eurokommunismus (insbesondere des Operaismus und Titoismus) und des demokratischen Sozialismus.

Geschichte marxistischer Organisationen

siehe: Kommunistische Partei

Die Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels sind bis heute theoretisches GerĂŒst fĂŒr verschiedene Organisationen und Parteien in allen Teilen der Welt.

In vielen Staaten Europas formierten sich erst kleinere Organisationen und daraus spĂ€ter, Parteien, deren Geschichte Parallelen aufweist. Mit Aufkommen des Nationalsozialismus wurden viele Organisationen aufgelöst und in den Widerstand gedrĂ€ngt, nach 1945 befanden sich marxistische Organisationen vor allem in einer Auseinandersetzung mit der pluralistischen Demokratie des Westens und der Sozialdemokratie auf der einen Seite, und dem „Realsozialismus“ und der KPdSU auf der anderen. Der Zerfall der Sowjetunion fĂŒhrte oftmals zu einer inhaltlichen Neuausrichtung marxistischer Organisationen und Parteien.

Kontroversen um den Marxismus

Hauptartikel: Kritik am Marxismus

Seit der Veröffentlichung der ersten marxistischen Schriften formierte sich Kritik an fast jedem Teilbereich der Theorie. Das liegt vor allem an der UnvollstĂ€ndigkeit von Marx letztem Werk und daran, dass er seine Theorien auf begrĂŒndete Kritik hin auch korrigierte („Jedes Urteil wissenschaftlicher Kritik ist mir willkommen.“ [15]). Z.B. gibt es widersprĂŒchliche Aussagen ĂŒber die gesellschaftlichen Voraussetzungen fĂŒr eine sozialistische Revolution, wie Marx in seinem Brief an Wera Sassulitsch schreibt. Auch sind manche Formulierungen nicht eindeutig und/oder wurden falsch interpretiert. So schloss Marx aus den Erfahrungen der Pariser Kommune, dass „die Arbeiterklasse nicht die fertige Staatsmaschine einfach in Besitz nehmen und sie fĂŒr ihre eigenen Zwecke in Bewegung setzen kann“ [16] und in „Der Achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“ hatte er bereits geschrieben: „Alle UmwĂ€lzungen“ [= der Gesellschaft] „vervollkommneten diese Maschine statt sie zu brechen.“ [17] Nach Lenins Interpretation bestand deshalb „Der Marx'sche Gedanke (...) gerade darin, dass die Arbeiterklasse ‚die fertige Staatsmaschine‘ ZERSCHLAGEN, ZERBRECHEN muss und sich nicht einfach auf ihre Besitzergreifung beschrĂ€nken darf. (...) In diesen Worten: ‚die bĂŒrokratisch-militĂ€rische Maschinerie zu zerbrechen‘, ist“, nach Lenins Interpretation, „kurz ausgedrĂŒckt, die Hauptlehre des Marxismus von den Aufgaben des Proletariats in der Revolution gegenĂŒber dem Staat enthalten.“ [18]. Marx machte keine konkreten Angaben zur politischen Ordnung eines kommunistischen Staates. Die Kritik am Marxismus hat sich im 20. Jahrhundert im Laufe der Entstehung der sich auf Marx berufenden Staatssysteme verschĂ€rft. Sie greift vor allem inhumane Politik und ökonomische Ineffizienz im „Realsozialismus“ als Ergebnis marxistischer Theorie an. Marxistische Kritiker dagegen wenden die marxsche Theorie auf diese Systeme selber an, um ihre Entwicklung und das praktische Scheitern der behaupteten Gesellschaftsziele zu erklĂ€ren. VollstĂ€ndige, grundlegende Ablehnung hegen viele AnhĂ€nger von grundlegend verschiedenen Organisationen oder Philosophien.

Siehe auch

Literatur

PrimÀrliteratur
SekundÀrliteratur
  • Louis Althusser / Etienne Balibar: Lire le Capital. Nouv. Ă©d. revue, Paris (PUF) 1996.
  • Perry Anderson: Über den westlichen Marxismus. Syndikat, Frankfurt am Main 1978, ISBN 3-8108-0074-0
  • Hans-Georg Backhaus: Dialektik der Wertform. Untersuchungen zur Marxschen Ökonomiekritik, Freiburg i. Br. 1997.
  • Eberhard Braun: Aufhebung der Philosophie: Karl Marx und die Folgen. Metzler Verlag, Stuttgart 1992
  • Cajo Brendel, Anton Pannekoek: Denker der Revolution. Ça Ira, Freiburg im Breisgau 2001, ISBN 3-924627-75-4
  • Alex Callinicos: Die revolutionĂ€ren Ideen von Karl Marx. VZGA, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-9806019-2-7
  • Jacques Derrida: Marx' Gespenster. Der verschuldete Staat, die Trauerarbeit und die neue Internationale. Fischer-TaschenbĂŒcher, Frankfurt a. Main 1995, ISBN 3-596-12380-1
  • Jacques Derrida: Marx & Sons. Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-518-29260-9
  • Iring Fetscher (Hrsg.): Der Marxismus: seine Geschichte in Dokumenten; Philosophie - Ideologie - Ökonomie - Soziologie - Politik, 5. Auflage der einbĂ€ndigen Ausgabe, Piper-Verlag MĂŒnchen, ZĂŒrich 1989, 959 Seiten, ISBN 3-492-10296-4
  • Iring Fetscher: Marx. Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 1999, ISBN 3-451-04728-4
  • Iring Fetscher: Marx-Engels-Studienausgabe. Fischer-TaschenbĂŒcher, Frankfurt am Main 1966, ISBN 3-596-26059-0
  • Helmut Fleischer: Marxismus und Geschichte. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1969, ISBN 3-518-00323-2
  • Michael Heinrich: Kritik der politischen Ökonomie. Eine EinfĂŒhrung. 2. durchgesehene und erweiterte Auflage. Schmetterling Verlag, Stuttgart 2004, ISBN 3-89657-588-0
  • Lars Hennings, Marx, Engels und die Teilung der Arbeit. Ein einfĂŒhrendes Lesebuch in Gesellschaftstheorie und Geschichte, 2 Bd. ISBN 978-3-63894546-2 / ISBN 978-3-63894547-9, Berlin 2007
  • Michael R. KrĂ€tke, Marxismus als Sozialwissenschaft, In: Frigga Haug / Michael R. KrĂ€tke (Hrsg), Materialien zum Historisch-Kritischen Wörterbuch des Marxismus, Argument Verlag, Hamburg 1996, S. 69 - 122, ISBN 3-88619-396-9
  • Rosa Luxemburg: Sozialreform oder Revolution? Leipzig 1899
  • Rosa Luxemburg: Die Akkumulation des Kapitals (1.Auflage 1913) und: Antikritik in: Gesammelte Werke V
  • Ernest Mandel: EinfĂŒhrung in den Marxismus. 6. Auflage. Internationale Sozialistische Publikationen, Köln 1998, ISBN 3-929008-04-1
  • Ernst Theodor Mohl, Werner Hofmann, Joan Robinson und andere: Folgen einer Theorie: Essays ĂŒber Das Kapital von Karl Marx. Suhrkamp, Frankfurt am Main 1967, ISBN 3-518-10226-5
  • Oskar Negt: Kant und Marx: ein EpochengesprĂ€ch. Steidl Verlag, Göttingen 2003, ISBN 3-88243-897-5
  • Arnhelm NeusĂŒĂŸ: Marxismus. Ein Grundriss der Großen Methode, MĂŒnchen 1981 (UTB 1033)
  • Anton Pannekoek, Paul Mattick und andere: Marxistischer Anti-Leninismus. Ça Ira, Freiburg im Breisgau 1990, ISBN 3-924627-22-3
  • Moishe Postone: Zeit, Arbeit und gesellschaftliche Herrschaft. Eine neue Interpretation der kritischen Theorie von Marx, Ça Ira, Freiburg im Breisgau 2003, ISBN 3-924627-58-4
  • Helmut Reichelt: Zur logischen Struktur des Kapitalbegriffs bei Karl Marx, Freiburg i. Br. 2001. UrsprĂŒnglich erschienen 1970 in Frankfurt am Main und Wien mit einem Vorwort von Iring Fetscher, zugl. Diss. Johann-Wolfgang-Goethe-UniversitĂ€t Frankfurt am Main.
  • Thomas T. Sekine: The Dialectic of Capital. A Study of the Inner Logic of Capitalism, 2 Bde., Tokio 1986.
  • Werner Sombart: Der proletarische Sozialismus („Marxismus“). 1. Bd., 1924
  • Dieter Wolf, Auswahl aus: Der dialektische Widerspruch im Kapital" Der dialektische Widerspruch im Kapital. Ein Beitrag zur Marxschen Werttheorie. Hamburg, 2002, ISBN 3-87975-889-1

Weblinks

  • Portal
     Portal: Marxismus – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Marxismus
„Klassische“ Marxistische Texte
GegenwÀrtige Texte mit Bezugnahme auf marxistische Theorie

Einzelnachweise

  1. ↑ Der einzige erhaltene Hinweis auf diese ironische Aussage von Karl Marx findet sich in einem Brief von Friedrich Engels an Eduard Bernstein vom 2.–3. November 1882 (Online-Version; engl.; ĂŒberprĂŒft am 15. Mai 2008) und in abgeĂ€nderter Form in einem weiteren Brief an Conrad Schmidt vom 5. August 1890. MEW 37, S. 436 (Online-Version; engl.; ĂŒberprĂŒft am 15. Mai 2008).
    Version an Bernstein:
    französisch „Ce qu'il y a de certain c'est que moi, je ne suis pas Marxiste.“
    dt. „Eines ist sicher (was mich betrifft), ich bin kein Marxist.“
    Version an Schmidt:
    französisch „Tout ce que je sais, c'est que je ne suis pas Marxiste.“
    dt. „Alles, was ich weiß, ist, dass ich kein Marxist bin.“
  2. ↑ Karl Marx: Konspekt von Bakunins Buch ‚Staatlichkeit und Anarchie‘. 1874/75, MEW 18, S. 635 f. (Online-Version; ĂŒberprĂŒft am 3. Mai 2009).
    Karl Marx: Vorbemerkung zur französischen Ausgabe von Die Entwicklung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. 4./5. Mai 1880, MEW 19, S. 181–185 (Online-Version; ĂŒberprĂŒft am 3. Mai 2009).
  3. ↑ Vgl. Karl VorlĂ€nder: JĂŒngere Marxisten. In: Ders.: Geschichte der Philosophie. 1903, 3. Auflage 1911 (Online-Version; geprĂŒft am 26. Mai 2008).
  4. ↑ Engels selbst bemerkte, dass „der grĂ¶ĂŸte Teil der leitenden Grundgedanken, besonders auf ökonomischem und geschichtlichem Gebiet, und speziell ihre schließliche scharfe Fassung Marx gehört.“
    Friedrich Engels: Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie. 1886. MEW Bd. 21, Dietz-Verlag, Berlin (Ost), 5. Auflage 1975, unverĂ€nderter Nachdruck der 1. Auflage 1962, Berlin/DDR. S. 291/307 (Online-Version; geprĂŒft am 26. Mai 2008).
  5. ↑ a b c d e f Lenin: Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus. In: Proswenschtschenije Nr. 3, MĂ€rz 1913. Lenin Werke, Bd. 19, S. 3–9 (Online-Version; geprĂŒft am 14. Mai 2008).
  6. ↑ Rainer Rilling bemerkte hierzu in seinem Bericht zur Marxismus-Konferenz 2006 an der University of Massachusetts:

    „Die Tagung gibt Grund fĂŒr die Annahme, dass es in keinem kapitalistischen Land der Gegenwart einen solch starken akademischen Marxismus gibt, der im Übrigen keineswegs nur aus mobil gebliebenen Alt-68â€Čern besteht – ganz im Gegenteil. Umso bemerkenswerter ist es, dass es den Erfindern und Machern der Zeitschrift ‚Rethinking Marxism‘ gelungen ist, ihr Konferenzprojekt bis hin zur Finanzierung im akademischen Normalraum fest zu verankern. Schließlich ist akademischer Marxismus keine politische Gefahr, wenn die Gesellschaft und ihre Subjekte nicht zu ihm hin treiben.“

    Rainer Rilling: Rethinking Marxism. Ein Bericht, November 2006 (Online-Version; geprĂŒft am 15. Mai 2008).
  7. ↑ Vgl. Josef Stalin: Auf dem Wege zum Oktober. Sowjetischer Staatsverlag, 1925; insbesondere die Teile:
    Josef Stalin: Trotzkismus oder Leninismus? Rede auf dem Plenum der kommunistischen Fraktion des Zentralrats der Gewerkschaften der Sowjetunion. 19. November 1924 (Online-Version; geprĂŒft am 15. Mai 2008) und
    Josef Stalin: Über zwei Besonderheiten der Oktoberrevolution, oder der Oktober und Trotzkis Theorie der „Permanenten“ Revolution. In: Ders.: Die Oktoberrevolution und die Taktik der russischen Kommunisten. (Online-Version; geprĂŒft am 15. Mai 2008. Vorwort zu dem Buch „Auf dem Wege zum Oktober“).
    Beide in: Stalin Werke, Bd. 6, 1924.
    Leo Trotzki: Was ist nun die Permanente Revolution? GrundsĂ€tze (Schlussfolgerungen). In: Ders.: Die permanente Revolution. Arbeiterpresse Verlag, Essen 1993, S. 183–189 (Online-Version; geprĂŒft am 15. Mai 2008).
    Bill Van Auken: Sozialismus in einem Land oder Permanente Revolution. Internationales Komitee der Vierten Internationale (IKVI), 27. September 2005 (Online-Version; geprĂŒft am 15. Mai 2008).
  8. ↑ Karl Marx: Thesen ĂŒber Feuerbach in MEW, Bd. 3, S. 5ff, 1888 durch Engels ĂŒberarbeitet und erstveröffentlicht.
  9. ↑ Also abgesehen von etwaigen Stagnationen, RĂŒckschlĂ€gen oder auch Niederlagen.
  10. ↑ Zum Beispiel der gesellschaftlichen Praxis oder einem naturwissenschaftlichen Versuch
  11. ↑ Der Begriff sollte nicht fĂ€lschlicherweise mit der modernen Begriffsnutzung gleichgesetzt werden
  12. ↑ Karl Marx Einleitung zur Kritik der Politischen Ökonomie (MEW 13) Seite 632
  13. ↑ SelbstverstĂ€ndlich bilden utopische Gedanken eine wichtige Basis fĂŒr die Theorien von Marx und Engels, ihr Ziel war es aber, deren soziale Grundgedanken auf eine wissenschaftliche Basis zu stellen.
  14. ↑ Brief von Engels an Joseph Bloch, 1890
  15. ↑ Das Kapital, Vorwort zur ersten Auflage
  16. ↑ Marx; Engels, Vorwort zum „Manifest der Kommunistischen Partei“ (deutsche Ausgabe 1872)
  17. ↑ Karl Marx „Der Achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“ (MEW 8), Seite 196f.
  18. ↑ Lenin, Staat und Revolution. Lenin Werke, Band 25, Seite 393 - 507


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  • Marxist — Ⅰ. Marxist UK US /ˈmɑːksÉȘst/ noun [C] â–ș POLITICS, ECONOMICS someone who supports the ideas of Marxism: »Though still a Marxist he was disillusioned with the Communist Party. Ⅱ. Marxist UK US /ˈmɑːksÉȘst/ adjective â–ș POLITICS, ECONOMICS based on or 
   Financial and business terms

  • marxist — MARXÍST, Ă, marxiƟti, e, s.m. Ɵi f., adj. 1. s.m. Ɵi f. Adept al marxismului. 2. adj. Care aparĆŁine marxismului, privitor la marxism. – Din fr. marxiste, rus. marksist. Trimis de claudia, 13.09.2007. Sursa: DEX 98 
   Dicționar RomĂąn

  • Marxist — Marx ist, prop. n. One who believes in the theories of Karl Marx. [PJC] 
   The Collaborative International Dictionary of English

  • Marxist — Marx ist, prop. a. Of or pertaining to Marx or Marxism. [PJC] 
   The Collaborative International Dictionary of English

  • Marxist — (n.) 1886, devotee of the teachings of Marx, from Fr. marxiste, from Karl Marx (1818 1883), German political theorist. The adjective is attested from 1884. The adjectival form Marxian (1940) sometimes is used (e.g. by Groucho) to distinguish the… 
   Etymology dictionary

  • Marxist — [[t]mɑ͟ː(r)ksÉȘst[/t]] Marxists 1) ADJ Marxist means based on Marxism or relating to Marxism. ...a Marxist state. ...Marxist ideology. 2) N COUNT A Marxist is a person who believes in Marxism or who is a member of a Marxist party 
   English dictionary

  • Marxist — Marx|ist1 [ˈma:ksıst US ˈma:r ] adj relating to or based on Marxism â–Ș a Marxist perspective Marxist 2 Marxist2 n someone who agrees with Marxism 
   Dictionary of contemporary English

  • Marxist — I UK [ˈmɑː(r)ksÉȘst] / US [ˈmɑrksÉȘst] noun [countable] Word forms Marxist : singular Marxist plural Marxists someone who supports Marxism or that policies that are based on it II UK [ˈmɑː(r)ksÉȘst] / US [ˈmɑrksÉȘst] adjective relating to or based on 
   English dictionary

  • Marxist — adj. Marxist is used with these nouns: ↑criticism, ↑dogma, ↑economics, ↑ideology, ↑socialism, ↑theory 
   Collocations dictionary

  • Marxist — Synonyms and related words: Bolshevik, Bolshevist, Bolshie, Carbonarist, Carbonaro, Castroist, Castroite, Charley, Communist, Communist sympathizer, Cong, Fabian, Fabian socialist, Fenian, Fourierist, Guevarist, Jacobin, Jacobinic, Leninist,… 
   Moby Thesaurus


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