Maxdorf


Maxdorf
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Maxdorf
Maxdorf
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Maxdorf hervorgehoben
49.482048.2900195
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Rhein-Pfalz-Kreis
Verbandsgemeinde: Maxdorf
Höhe: 95 m ü. NN
Fläche: 7,35 km²
Einwohner:

7.009 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 954 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67133
Vorwahl: 06237
Kfz-Kennzeichen: RP (bis 31. Aug. 2005: LU)
Gemeindeschlüssel: 07 3 38 018
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 79
67133 Maxdorf
Webpräsenz: www.vg-maxdorf.de
Ortsbürgermeister: Werner Baumann (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Maxdorf im Rhein-Pfalz-Kreis
Frankenthal (Pfalz) Kreis Bergstraße Landkreis Alzey-Worms Landkreis Bad Dürkheim Landkreis Germersheim Landkreis Karlsruhe Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Ludwigshafen am Rhein Mannheim Rhein-Neckar-Kreis Speyer Worms Altrip Beindersheim Birkenheide Bobenheim-Roxheim Böhl-Iggelheim Dannstadt-Schauernheim Dudenhofen Fußgönheim Großniedesheim Hanhofen Harthausen Heßheim Heuchelheim bei Frankenthal Hochdorf-Assenheim Kleinniedesheim Lambsheim Limburgerhof Maxdorf Mutterstadt Neuhofen (Pfalz) Otterstadt Rödersheim-Gronau Römerberg (Pfalz) Schifferstadt Waldsee (Pfalz)Karte
Über dieses Bild

Maxdorf ist eine Ortsgemeinde im rheinland-pfälzischen Rhein-Pfalz-Kreis mit der Funktion eines Unterzentrums. Es ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographische Lage

Maxdorf liegt westlich der Großstadt Ludwigshafen in der nördlichen Vorderpfalz. Durch den Ort fließt von Süd nach Nord der Floßbach, ein rechter Zufluss der Isenach.

Geologie

Maxdorf liegt in der Oberrheinebene. Der Grabenbruch bildet hier eine Staffelbruchzone mit mehreren Schollen. Maxdorf liegt auf der westlichen Grabenscholle, die hier etwa 10 km breit ist und vom Rhein bis zur Haardt reicht. Mitten durch Maxdorf verläuft in Nord-Süd-Richtung ein Geländeanstieg von wenigen Metern. Es handelt sich um den Übergang von der Niederterrasse, auch Frankenthaler Terrasse genannt, zu der westlich liegenden Hochterrasse. Die Geländestufe wurde in der letzten Eiszeit gebildet, als der Rhein die Niederterrasse überflutete. Dadurch erklären sich auch die Unterschiede der Bodenstruktur: Im östlichen Teil von Maxdorf, wo der Ursprung des Siedlungsgebietes liegt, findet sich ein fast lössfreier, sehr fruchtbarer Schwarzerde-Boden, im Westen ein lockerer Flugsandboden, der nur wenig ertragreiche Landwirtschaft ermöglicht.

Geschichte

Besiedelungen im Gebiet des heutigen Maxdorf konnten bereits für die Antike nachgewiesen werden, die Geschichte der Gemeinde Maxdorf begann aber erst im 18. Jahrhundert. 1736 ließ Kurfürst Karl Philipp III. ein Salinarium bei Bad Dürkheim erbauen, konnte aber das in leiningischem Besitz befindliche Holz der Bad Dürkheimer Wälder nicht verwenden, sondern musste aus südlicher gelegenen Wäldern Holz heranflößen. An der Stelle, wo der Floßbach die Landstraße nach Bad Dürkheim kreuzte, wurde ein Holzlagerplatz mit Wärterhaus eingerichtet, der 1750 erstmals erwähnte Holzhof. Auf diesem zuvor unbewohnten, zu Lambsheim gehörenden Gebiet siedelten ab 1816 einige Lambsheimer Familien.

Am 6. Mai 1819 wurde die inzwischen auf 227 Einwohner angewachsene Ansiedlung nach dem damaligen Landesherrn, König Maximilian Joseph von Bayern, „Maxdorf“ genannt. Die selbständige Gemeinde verlor jedoch im Jahr 1865 ihre Unabhängigkeit und wurde in die Gemeinde Lambsheim eingegliedert.[2] Es gab schon recht bald Bestrebungen der Bewohner, die Unabhängigkeit zu erreichen, aber erst am 1. Oktober 1952 erhielt Maxdorf durch Landesgesetz die Eigenständigkeit und ein eigenes Wappen.

BASF-Siedlung

Ab 1934 wurde von Werktätigen der BASF die damals zu Fußgönheim gehörende Arbeitersiedlung aufgebaut. Die Siedler hatten sich für ein Jahr von der Arbeit freistellen lassen und in gemeinsamer Eigenarbeit die Häuser errichtet. Die Grundstücke waren ursprünglich sehr groß bemessen (ca. 1000 m²), da ein politisches Ziel der damaligen Zeit die Eigenversorgung der Bürger mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen war.

1938 wurde als Ortsmittelpunkt und Veranstaltungsort für Feste und Aufführungen das Feierabendhaus (heute: Carl-Bosch-Haus) gebaut. Es bildet zusammen mit der im gleichen Jahr errichteten Grundschule (heute: Haidwaldschule) einen Gebäudekomplex.

War die Grundschule früher ausschließlich den Kindern der BASF-Siedlung vorbehalten, wurden später auch Kinder aus Maxdorf aufgenommen, da die Kapazitäten der Maxdorfer Bürgermeister-Kraft-Schule nicht mehr ausreichten. Zwischenzeitlich ist die Haidwaldschule alleinige Grundschule für den ganzen Ort. 2004 wurde beschlossen, sie in eine Ganztagsschule umzuwandeln.

Erst während des Zweiten Weltkrieges wurde im Ort die Kanalisation verlegt, teilweise durch französische Gefangene. Zwischen 2000 und 2004 wurde dieses inzwischen stark erneuerungsbedürftige Abwassersystem durch ein neues ersetzt, dabei wurde auch der Straßenraum neu aufgeteilt (z.B. Parkplätze und Radwege angelegt, Gehwege verbreitert) und die Oberflächen der Straßen gepflastert.

Am 7. Juni 1969 wurde im Zuge der rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform die BASF-Siedlung mit damals 4770 Einwohnern an Maxdorf angegliedert, mit dem sie inzwischen räumlich zusammengewachsen war.[3]

Flugzeugunglück

Am Vormittag des 18. Dezember 1989 wurde der Ort von einem Flugzeugunglück betroffen. Dabei kam es zur Kollision zweier Kampfjets der amerikanischen Luftwaffe im hohen Luftraum von Frankenthal.

Beide Maschinen stürzten in einer noch einige Kilometer nach Südwest verlaufenden parabolischen Kurve ab. Das eine Flugzeug schlug auf freiem Feld auf, aber nur 200 m neben den Häusern des Ludwigshafener Stadtteils Oggersheim und unmittelbar westlich der vierspurigen Bundesstraße 9. Das zweite Flugzeug stürzte mitten in eine Halle des Großmarktes der benachbarten Gemeinde Maxdorf. Die Markthalle war zur Unglückszeit leer, so dass es nicht zu Toten oder Verletzten kam.

Der Pilot der in Maxdorf abgestürzten Maschine konnte sich mit dem Schleudersitz retten und ging am Fallschirm 11 km nordöstlich, zwischen Frankenthal und Bobenheim-Roxheim, nieder. Der andere Flugzeugführer starb in seinem Cockpit.

Aufgrund des Absturzes wurde am 7. Februar 1990 eine Bürgerinitiative gegen militärische Flugübungen gegründet, die sich später als Ortsgruppe dem Verein Mittelhaardter gegen Fluglärm anschloss. Sie machte seither bis zur Auflösung des Vereins mit Mahnwachen, ökumenischen Gottesdiensten und Demonstrationen auf das Unglück aufmerksam. Im gleichen Jahr wurde beim pfälzischen Mundartwettbewerb Dannstadter Höhe das Gedicht Fluuchiewung (Flugübung), das sich mit dem Vorfall befasste, mit einem Preis ausgezeichnet.[4]

Politik

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Maxdorf besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Sitzverteilung im gewählten Gemeinderat:[5]

  SPD CDU FDP GRÜNE Gesamt
2009 9 9 4 - 22 Sitze
2004 10 8 3 1 22 Sitze

Bürgermeister

Bei der Wahl zum Ortsbürgermeister 2009 gewann Werner Baumann (CDU) mit 61,7 Prozent der Stimmen.

  • 1996–2009: Theo Hauck (SPD)
  • 2009–: Werner Baumann (CDU)

Wappen

1952 wurde Maxdorf das Wappen mit folgender amtlicher Beschreibung verliehen:

Unter von Silber und Blau gerautetem gesenktem Schildhaupt, belegt mit einer goldenen Königskrone, von Silber und Rot geviert, belegt mit einem blauen Wellenbalken, darin ein goldener Baumstamm.

Die Rauten stehen für das Königreich Bayern, unter dessen Herrschaft die Gründung Maxdorfs fällt, die Königskrone symbolisiert die Genehmigung des Ortsnamens durch König Maximilian. Aus dem Lambsheimer Ortswappen stammt der silbern-rot gevierte Schildteil, der Wellenbalken mit Baumstamm erinnert an die Entstehung des Ortes aus dem Holzhof, der für die Flößerei angelegt wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

  • Die katholische Pfarrkirche St. Maximilian wurde in den Jahren 1904/05 im neuromanischen Stil erbaut.
  • Die protestantische Pfarrkirche wurde in den Jahren 1914–1921 im neugotischen Stil erbaut. Außerdem wurde 1953 eine weitere protestantische Pfarrkirche in der BASF-Siedlung erbaut.
  • Die 1993 gebaute Pyramide Maxdorf ist eine dreiseitige Glaspyramide, in der kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden.

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Maxdorf

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Unmittelbar östlich von Maxdorf führt als Nord-Süd-Verbindung die A 61 (KoblenzHockenheim) vorbei, 4 km weiter östlich parallel dazu die B 9 (Ludwigshafen–Speyer). Als West-Ost-Verbindung dient die A 650 (Bad Dürkheim–Ludwigshafen), die südlich des Ortes verläuft.

Durch die Bahnlinie 4 (Mannheim bzw. Heddesheim–Bad Dürkheim), eine Überlandstraßenbahn, ist Maxdorf mit zwei Haltestellen an das Schienennetz angebunden. Der Ort gehört zum Tarifgebiet des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar. Zusätzlich gibt es die Buslinie 483, die Maxdorf mit Birkenheide verbindet. Außerdem gibt es eine nur sehr selten bediente Busverbindung nach Bad Dürkheim.

Bildung

Schule Maxdorf

In Maxdorf gibt es eine Grundschule, eine Realschule und seit 2008 ein Gymnasium:

  • Gymnasium Maxdorf
  • Justus-von-Liebig-Realschule
  • Haidwaldschule BASF-Siedlung (Grundschule)

Außerdem betreibt die Gemeinde eine öffentliche Gemeindebücherei und bietet Volkshochschulkurse an.

Literatur

  • Wilhelm Becker: Maxdorf Chronik einer jungen Gemeinde. Emil Sommer Verlag, Grünstadt 1987
  • Otto Reis: Bilder eines Dorfes. Kunstverein Maxdorf (Hrsg.), Maxdorf 1986
  • Walter Sattel: Die Maxdorfer Ortsgeschichte. Grafik & Werbung Faulhaber, Neuhofen 2006
  • Walter Sattel: Familien und Personen in Maxdorf, ein Ortssippenbuch von 1748-1900. Grafik & Werbung Faulhaber, Neuhofen

Weblinks

 Commons: Maxdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Bevölkerung der Gemeinden am 31. Dezember 2010 (PDF; 727 KB) (Hilfe dazu)
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7. Seite 463
  3. Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz, Seite 186 (PDF)
  4. Website des Mundartwettbewerbs Dannstadter Höhe
  5. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat

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