Melusine

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Melusine
Melusine
Melusines Geheimnis enthĂŒllt, aus Le Roman de MĂ©lusine. Eins von sechzehn Bildern des Guillebert de Mets, circa 1410. Original im Besitz der BibliothĂšque nationale de France.
Literarische Zeugnisse

Melusine ist eine mythische Sagengestalt des Mittelalters. Im ErzÀhlkern handelt die Sage davon, dass Melusine einen Ritter unter der Bedingung eines speziellen Betrachtungstabus heiratet, wodurch er sie an einem bestimmten Tag nicht in ihrer wahren Gestalt sehen soll: der einer Wasserfee, meist mit Schlangenleib. Melusine wird zur Quelle seines Ansehens und Reichtums, bis der Ritter das Tabu bricht.

Melusine ist auch bekannt unter der Bezeichnung Melusina, in der französischen Literatur auch Merlusigne und Àhnlich.

Die Ă€ltesten Überlieferungen des Melusinenstoffes stammen aus dem 12. Jahrhundert. Mögliche UrsprĂŒnge finden sich bereits in den vorchristlichen Sagenwelten sowohl der hellenischen, keltischen wie auch der vorderasiatischen Kultur. Als historisch-genealogische Sage geht sie zurĂŒck auf die Familie Lusignan aus der französischen Region Poitou.

Im Laufe der Zeit haben sich die Texte stark verĂ€ndert. Erschien Melusine frĂŒh noch als DĂ€monin, wurde sie in den höfischen Romanen des Mittelalters als Ahnfrau mancher Familien immer stĂ€rker verchristlicht. Seit der Neuzeit verschwanden dann die Elemente der Familiengeschichte, es wurde mehr Wert auf die tragische Liebesbeziehung gelegt. Bis in das 20. Jahrhundert hinein gehörte Melusine so zu den außerordentlich populĂ€ren Geschichten der europĂ€ischen Kulturen. Adaptionen existieren in vielen europĂ€ischen Sprachen. Seit dem 20. Jahrhundert hat sie allerdings sehr stark an PrĂ€senz verloren.

Inhaltsverzeichnis

Ursprung des Melusinenmythos

Antike MĂŒnze der mit Derketo gleichgesetzten Atargatis (r.)
Melusine in der Darstellung von Julius HĂŒbner (19. Jhdt.)
Amor und Psyche
François-Édouard Picot (1819)
Susanna im Bade
Sebastiano Ricci, Susanna und die beiden Alten (1713)

Die Geschichten der Melusine gehören zu den populĂ€ren, alten, europĂ€ischen Mythen. Ihre Quellen reichen auf das 12. Jahrhundert zurĂŒck, wĂ€hrend ihre tatsĂ€chlichen UrsprĂŒnge weitgehend im Dunkeln liegen. Das liegt einerseits daran, dass Geschichten frĂŒher nur mĂŒndlich tradiert wurden und andererseits eine genauere Verortung dadurch erschwert wird, dass das ErzĂ€hlmotiv in den europĂ€ischen Kulturen bis heute weit verbreitet ist: Ein Mensch verbindet sich mit einem ĂŒberirdischen Wesen. Man spricht hier von der sogenannten „Mahrtenehe“.

Die antike, hellenische Sagenwelt kennt Ă€hnliche Geschichten von Verbindungen eines ĂŒbermenschlichen Wesens mit einem Menschen. So die von Zeus und Semele, in der Semele nach einem Hinweis durch die eifersĂŒchtige Hera, Zeus' Gattin, den Geliebten, der sich in der Gestalt eines Sterblichen verbirgt, unablĂ€ssig bittet, sich ihr in vollem Glanz zu zeigen. Schließlich gibt Zeus nach, sein Glanz aber verbrennt Semele. Eine andere Geschichte dieser Art ist die von Amor und Psyche: Weil die sterbliche Psyche um ihre Schönheit mehr bewundert wird als Venus, soll deren Sohn Amor sie mit einem hĂ€sslichen Wesen vermĂ€hlen. Der aber verliebt sich in sie und lĂ€sst sie an einen sicheren Ort bringen, an dem er sie besuchen kommt, jedoch nur Nachts, um sich ihr zu verbergen. Als Psyches Schwestern sie besuchen dĂŒrfen, werden sie neidisch und reden ihr ein, sie habe eine Schlange geheiratet. Darauf bricht Psyche das Tabu, indem sie, als Amor wiederkommt, eine Öllampe entzĂŒndet. Venus erfĂ€hrt vom Betrug, ist erbost und lĂ€sst Psyche verschiedene Aufgaben erfĂŒllen. Schließlich erlöst Zeus sie.

Andere Geschichten, welche das Motiv der Mahrtenehe bedienen, sind die des Friedrich von Schwaben, Peter von Staufenberg, Lohengrin (Schwanenritter) und der Undine.[1]

Aufgrund ihrer Verwandlung in ein Schlangen-, Fisch- oder Drachenwesen sind auch mögliche Verbindungen zu anderen Sagenkreisen erkennbar. Schlangenfrauen sind aus vorderasiatischen Mythen bekannt.[2] Eine mögliche Beziehung besteht auch zur Göttin Derketo, einer Hauptgöttin von Askalon, deren Geschichte von Zypern oder aus Jerusalem importiert worden sein könnte. Herodot erzĂ€hlt in seinen Historien (I, 105) [3] davon, dass ihr Fische heilig gewesen sein sollen und die Bewohner Askalons diese darum nicht aßen, eine totemistische Vorstellung, welche auf die Motive Meerwesen und Tabu zu weisen scheint. FĂŒr eine solche Verortung wĂŒrde auch die Tatsache sprechen, dass in dieser Zeit viele arabische Texte ins Latein ĂŒbersetzt wurden, wodurch noch heute EuropĂ€er und Araber ĂŒber ein Ă€hnliches ErzĂ€hlgut im Bereich der MĂ€rchen, Sagen und Mythen verfĂŒgen.

Aufgrund dieser Erscheinung sind Beziehungen auch zu anderen ErzÀhlungen, welche von der Melusine Àhnelnden Figuren handeln, vorstellbar, insbesondere der Undine, aber auch anderen Wasserwesen wie Nixen, Meerjungfrauen und Sirenen.

Beziehungen der Sage lassen sich auch erkennen zu den Lais des 12. und 13. Jahrhunderts, welche aus dem keltischen ErzĂ€hlgut stammen.[4] Außerdem zur biblischen ErzĂ€hlung ĂŒber die Susanna im Bade,[5] in welcher sich wie bei Melusine die Verbindung der Motive des Bades und des Verdachts des Betrugs an zentraler Stelle wiederfinden.

Es lĂ€sst sich nicht nachweisen, welche ErzĂ€hlungen aus welchen Kulturkreisen zu der Geschichte der Melusine und deren VerĂ€nderungen direkt oder indirekt beigetragen haben. Dass es Beziehungen und Ähnlichkeiten gibt, belegt noch nicht, dass es sich dabei tatsĂ€chlich um UrsprĂŒnge handelt.

FrĂŒhe Überlieferungen

Walter Map

Eine sehr frĂŒhe Überlieferung stammt von Walter Map (* um 1140; † zwischen 1208 und 1210) aus dem 12. Jahrhundert. In seinem Buch De nugis curialium findet sich neben keltischen Sagen die Geschichte Henno cum dentibus (Henno mit dem Zahn).[6]

Henno trifft darin im Wald auf eine schöne Frau, welche er heiratet. Hennos Mutter spioniert ihr allerdings nach und sieht, wie sie sich im Bad bald in einen Drachen verwandelt, worauf sie beide, Sohn und Frau, in das Bett setzt und von einem Priester den DÀmon mit Weihwasser vertreiben lÀsst.[7]

Dass diese Sage sich neben keltischen findet, ist in diesem Fall nicht unbedingt ungewöhnlich. Walter Map stammte zwar aus Wales, hatte aber auch in Paris Theologie studiert, wodurch er möglicherweise von dieser Sage hörte.

Gervasius von Tilbury

Die literarische Fassung des Melusinenstoffes, welche denen der spÀteren mittelalterlichen Romane aber deutlich nÀher steht, findet sich in Gervasius von Tilburys Otia imperialia,[8] einer Art mittelalterlicher Beschreibung und ErklÀrung der Welt. Der Text entstand 1211/14, ist Kaiser Otto IV. gewidmet.

Darin wird beschrieben, dass Raymund als Herr von Castrum Russetum, in der NĂ€he von Aix-en-Provence am Fluss Lar auf eine sehr schöne Frau auf einem reich geschmĂŒckten Pferd trifft, welche er grĂŒĂŸt und die den Gruß erwidert und ihn beim Namen nennt. Darauf versucht er sie mit seinen Worten zu erobern, sie aber verweigert sich ihm, da sie außerhalb der Ehe niemandem angehören will. Sollte er sie heiraten, verspricht sie ihm das höchste irdische GlĂŒck, jedenfalls solange er sie nicht nackt erblickt. Sobald er diese Bedingung jedoch nicht einhĂ€lt, wĂŒrde er alles GlĂŒck wieder verlieren. Er willigt ein, sie heiraten und tatsĂ€chlich mehrt sich das GlĂŒck des Ritters, er wird berĂŒhmt fĂŒr seinen Ruhm und seine Tapferkeit. Er ist freigiebig, gebildet und seine Töchter und Söhne sind von höchster Schönheit. Erst einige Jahre spĂ€ter, als er von der Jagd heimkommt und seine Frau noch badet, ĂŒberkommt ihn, wĂ€hrend gerade das Essen zubereitet wird, der Wunsch, sie nackt zu sehen. Trotz ihrer Bitten zieht er das Leinentuch vor der Wanne fort und sieht sie nackt, bevor sie sich in eine Schlange verwandelt, im Wasser des Beckens untertaucht und fĂŒr immer verschwindet. Nur um ihre Kinder von Zeit zu Zeit zu sehen, erscheint sie. Die WĂ€rterinnen hören sie aber nur, ohne sie erkennen zu können. Der Ritter aber verliert viel von seinem GlĂŒck und Ansehen.[9]

Es gibt verschiedene Deutungen dieser Version der Geschichte. Einerseits wird das mythische Wesen in dieser frommen, christlichen Auffassung, wie sie bei Gervasius und anderen Gelehrten seiner Zeit sehr aktuell war, dĂ€monisiert. Die Bekehrung ist darum wichtiger Teil der Geschichte. Andererseits erzĂ€hlt sie auch von den mythischen, ĂŒbermenschlichen UrsprĂŒngen der Adelsgeschlechter, da schon in den klerikalen Texten dieser Zeit betont wird, dass diese Wesen bis in die ErzĂ€hlzeit weiterlebten. Man findet nicht wenige dieser Familien, die sich auf diesen Mythos berufen. In einer Chronik der Freiherren von Zimmern[10] aus dem 16. Jahrhundert ist davon zu lesen oder in der Sage des Ritter von Staufenberg.[11] Diese Strategien dienten aber auch der Stigmatisierung. Das versuchte beispielsweise Giraldus von Cambrai mit der englischen Königsfamilie der Plantagenet.[12] Die Geschichte ist aber auch eine Allegorie auf das „ritterliche“ Verhalten. Moralische Bedingungen sollen hier unbedingt dem GlĂŒck, zu dem ganz klar Ruhm und Tapferkeit gehören, vorausgehen. Eine Verletzung der Prinzipien, die ihre GĂŒltigkeit nie verlieren, fĂŒhrt zum Schlimmsten: Die Liebe verwandelt sich in eine Schlange und auch alles andere GlĂŒck verschwindet damit.

Die Lusignan

TatsĂ€chlich wird die Geschichte aber bereits im 13./14. Jahrhundert mit dem Geschlecht der Herren von Lusignan in Verbindung gebracht. Diese lebten in der NĂ€he von Poitiers und fĂŒhrten angeblich ein Wappen mit einem Schlangenweib. Gleichzeitig, seit 1192, waren sie einige Jahrhunderte lang die Herren ĂŒber die Insel Zypern, nachdem Guy de Lusignan sie von Richard Löwenherz abgekauft hatte. Mitunter wird darum vermutet, dass der Mythos oder Elemente davon durch die Beziehungen der Lusignan mit Zypern nach SĂŒdfrankreich gelangte.[13]

Die Lusignans betrieben eine Mythisierung ihres Geschlechts, Melusine sollte dieses verherrlichen, was nicht ungewöhnlich ist. Ungewöhnlich ist allein, dass sie, anders als andere Geschlechter, dazu ein eher heidnisch-dÀmonisches Wesen nutzten.

Volksetymologisch wurde erklĂ€rt, dass Melusine aus Mere und Lusignan entstanden ist.[14] Gleichzeitig wurde Historisches und Fiktives vereinigt, also historisiert. So die Geschichte des Grafen Geoffroy I. de Lusignan, der 1232 das Kloster Maillezais[15] niederbrannte, bevor er dann eine Bußfahrt nach Rom unternahm.

Die Quellen, die Sage mit dem Geschlecht Lusignan zu verbinden, reichen zurĂŒck in das 14. Jahrhundert zu dem Buch Reductorium morale von Petrus Berchorius. Darin ist die Sage ĂŒberliefert, dass sich die Meerfee Melusine jedes mal zeigen wĂŒrde, sobald ein neuer Herr in die Burg Lusignan einzieht. Berichte ĂŒber solche angeblichen Erscheinungen sind beispielsweise vom Herzog Jean de Berry belegt.

Als Ahnfrau dieses Geschlechts, musste das offensichtliche Stigma des DĂ€monischen außerdem behoben werden, weshalb dann auch eine christliche Umwertung der Melusine stattfand zur „Mutter und Urbarmacherin“.[16]

Die Melusinenromane des Mittelalters

Das Schloss, welches Melusine erbaut haben soll, als Monatsbild „MĂ€rz“ des TrĂšs Riches Heures der BrĂŒder von Limburg fĂŒr den Herzogs von Berry (1413/16)
Der Bruch des Tabus: Raymond ĂŒberrascht seine Frau Melusine im Bad und entdeckt ihren Schlangenleib. Illustration aus Le livre de MĂ©lusine, Jean d'Arras, 1478.
Seite aus der deutschen Fassung der Melusinen-Historie (Augsburg: Johann BÀmler, 1474), die Druckausgabe erzÀhlt noch einmal, wie die handschriftliche Vorlage als Auftragswerk entstand.

Erst im SpĂ€tmittelalter wird der Melusinenmythos stark verchristlicht. Ein heidnischer DĂ€mon als Ahnfrau einer Familie passte nicht mehr in das gesellschaftliche Bild. Dieses musste auch literarisch korrigiert und manifestiert werden. Melusine erscheint von da an als eine christliche, gottestreue FĂŒrstin, die in diesem Rahmen stark positiviert wird. Sie errichtet Schlösser, vermehrt Besitz und Reichtum, bekĂ€mpft Heiden und ruft zu den christlichen Tugenden auf. Durch diese starke Apostrophierung wird deutlich, dass es dabei gerade darum geht, einen möglichen heidnischen Verdacht ganz zu demontieren.[16] Sie soll als diejenige erscheinen, welche den Willen Gottes ausfĂŒhrt. Das haben die Texte der drei Autoren gemein, welche die großen Melusinenromane dieser Zeit verfassten und zugleich die ersten ĂŒberlieferten Romane zu diesem Stoff. Gemein haben sie aber auch, dass sie alle eigene ErzĂ€hlstrategien verfolgen, sie bieten also nicht einfach Varianten der gleichen Geschichte.

Jean d'Arras

Jean d'Arras schrieb die erste Geschichte Melusines in der Form des Romans, den er in Prosaform verfasst. Er erhielt den Auftrag hierzu vom Herzog von Berry, dem Bruder des Königs von Frankreich, Karl V.. Dieser Herzog ist durchaus bekannt fĂŒr solcherart AuftrĂ€ge, so geht auf ihn beispielsweise das TrĂšs Riches Heures zurĂŒck. Auf einem der Monatsbilder darin ist auch das Schloss zu sehen, welches Melusine der Sage nach erbaut haben soll. Als Drache schwebt sie dazu ĂŒber dem Dach des Turms. (Siehe Abb.)

Marie[17], die Schwester des Herzogs von Berry hatte ihren Bruder, angeblich um die Erforschung der „Wahrheit“ bemĂŒht, um die Geschichte gebeten, wie d'Arras erwĂ€hnt. Sowohl ihr Großvater Johann von Luxemburg, wie ihr Mann Robert I., ein Herzog von Bar, beriefen sich auf die Abstammung von Melusine. Der Auftraggeber, Jean de Berry selbst, war Graf von Poitou, dem Gebiet, von dem der Aufstieg des Hauses Lusignan ausging. Er hatte Lusignan wĂ€hrend des HundertjĂ€hrigen Krieges, als die EnglĂ€nder das Schloss besetzt hatten, belagert. Es heißt, als er es eroberte, soll ihm, wie die Legende vorgab, Melusine begegnet sein.

D'Arras erzĂ€hlt, wie Elynas, der König von Albany (Schottland), bei der Jagd auf Presine trifft, die Mutter der Melusine. Er ĂŒberzeugt sie, ihn zu heiraten, doch sie nimmt ihm das Versprechen ab, niemals ihr Zimmer zu betreten, wĂ€hrend sie ihre Kinder gebiert oder badet. Sie schenkt ihm Drillinge. Als er das Tabu bricht, verlĂ€sst sie ihn und geht mit ihren Töchtern Melusine, Melior und Palestine nach Avalon. FĂŒnfzehn Jahre spĂ€ter nehmen die Töchter Rache – sie begraben Elynas lebendig in einem Berg. Zur Strafe werden die Schwestern durch ihre Mutter verflucht, Melior wird ein Sperber auf Zypern, Palestine ein Drache, um auf dem Mont Canigou (in den PyrenĂ€en) den Schatz des Vaters zu hĂŒten. Melusine dagegen muss sich jeden Sonnabend[18] von der Taille abwĂ€rts in eine Schlange verwandeln, bis sie einen Mann findet, der sie heiratet und verspricht, sie an diesem Tag nicht zu sehen. Raymond von Poitou begegnet ihr schließlich in einem Wald in Frankreich, und die Geschichte wiederholt sich: Melusine heiratet Raymond unter der Bedingung, dass er niemals an einem Samstag ihr Badezimmer betritt. Melusine errichtet darauf die Burg Lusignan, Raymond erhĂ€lt Mut und Ansehen und sie bekommen zehn Söhne, welche sich ritterlichen Ruhm und Ehre erwerben, zum Teil werden sie zu Königen. Alle haben sie aber Male ihrer Abstammung. ThĂŒring beschreibt, sie seien ungestalt unter dem Angesicht / und sonst von Leib gantz vollkommen. Als Raymond das Tabu bricht, weil sein eifersĂŒchtiger Bruder ihm einredet, sie wĂŒrde ihn in dieser Zeit betrĂŒgen, findet er sie als ein Wesen halb Mensch, halb Schlange. ZunĂ€chst verzeiht sie ihm, seinen Bruder jagt Raymond davon, doch als er sie vor seinem Hofstaat eine „Schlange“ nennt, ist sie verflucht, sie verwandelt sich in einen Drachen und fliegt fort.

Der Text stellt eine Verbindung dar zwischen der klassischen Heldensage des Mittelalters und dem höfischen Roman. Die Mutter der Melusine, nach d'Arras eine Schwester der Fee Morgan, entstammt daher der Feenwelt des Berges Avalon (dieser befindet sich nach der Geschichte in Frankreich, ist aber identisch mit der mythischen Insel), einer der beliebtesten ErzĂ€hlwelten dieser Zeit. Es wird so die Verbindung hergestellt, zwischen den Geschlechtern, welche sich auf die Melusine berufen und der Sagenwelt des König Arthus. Wichtiger Teil der Handlung und populĂ€res Thema der französischen Heldenepik, sind außerdem die HeidenkĂ€mpfe der Söhne der Melusine. D'Arras bringt also verschiedenste literarische Motive zusammen: die heldenhaften Abenteuer der Ritter, die Politik der Dynastien und deren höfisches Leben, wie auch die bekannten Zauberwelten.[19]

Couldrette

Couldrette, der die Sage, fĂŒr die allein er heute noch bekannt ist, um 1400 in der Form des französischen Versromans schrieb, ist deutlich historischer als D'Arras, der seinen Prosaroman nur etwas frĂŒher verfasste. Einerseits stammte Couldrette selbst aus dem Poitou und war sicherlich darauf aus, die Genealogie der Familie wiederzugeben, die ihn unterstĂŒtzte, und andererseits gibt er auch an sich auf verschiedene Quellen zu stĂŒtzen. Das sind eine Ă€ltere Reimfassung der Sage, zwei lateinische BĂŒcher in französischer Übersetzung und ein Buch eines Grafen von Salisbury (es ist nicht auszuschließen, dass es sich bei diesem auch um Gervasius von Tilbury handelte). Auch Couldrette schrieb das Buch im Auftrag, nĂ€mlich der Familie Parthenay,[20] die sich wie viele andere auf Melusine berief. Guillaume VII. LarchevĂȘque, der Couldrette dazu beauftragte, starb vorzeitig im Jahr 1401, sein Sohn Jean II., Seigneur de Mathefelon († 1427) wollte aber, dass die Arbeit beendet wĂŒrde. Das muss wahrscheinlich vor 1405 geschehen sein, da in diesem Jahr die Herrschaft Parthenay an den Herzog von Berry verkauft wurde, was in dem Text Couldrettes nicht mehr erwĂ€hnt ist.

Was in dieser Ausgabe der Melusine immer wieder betont wird, ist die rechtmĂ€ĂŸige Herrschaft der Familie. Ebenso aber werden nun entsprechend der adligen Kriegergesellschaft auch die fantastischen Elemente, stĂ€rker als noch bei d'Arras, zurĂŒckgedrĂ€ngt zugunsten der geschilderten Taten der Söhne, die keine heidnische Zauberei benötigen fĂŒr den ritterlichen Erwerb von Frau und Land.

Hierdurch erhĂ€lt das Buch die Form eines höfischen Herrendienstes: Die spĂ€tmittelalterliche Adelswelt von Frankreich und Burgund feiert sich selbst und erkennt sich in den Geschichten wieder. Obgleich auch hier die heidnischen UrsprĂŒnge christliche Korrekturen erfahren, ist durchaus fraglich, ob diese Sage der Melusine insbesondere fĂŒr die Auftraggeber tatsĂ€chlich noch authentisch gewesen ist, also nicht nur als reine Fiktion gelesen wurde. Das rĂŒckt letztlich auch die scheinbar beabsichtigte HistorizitĂ€t in ein anderes Licht.

ThĂŒring von Ringoltingen

Eine deutsche Fassung musste sich in diesem Kontext von der Vorlage deutlich abheben. Sie stammt von dem Berner Patrizier ThĂŒring von Ringoltingen (1415–1483). Dieser stammte selbst aus adeligen Kreisen, seine Familie war in den Stadtadel Berns aufgestiegen.[21] Sein Text stellt eine Übersetzung der Versfassung von Couldrette in Prosaform dar, gleichzeitig handelt es sich um eine inhaltlich sehr stark bearbeitete Fassung,[22] fĂŒr welche ThĂŒring zwischen Sinn und Substanz unterscheidet: und ob ich den synn der materyen nit gantz nach dem welschen buoch gesetzt hab. So hab ich doch die substantz der materyen so best ich kond begriffen.[23] Er widmet den Text zuo eren und zuo dienste des Markgrafen Rudolf von Hochberg, Graf von NeuchĂątel (womöglich wurde ThĂŒring die Fassung von Couldrette auch von diesem Rudolf von Hochberg vermittelt). Dieser hatte enge Verbindungen zum Hof Herzog Philipps des Guten von Burgund. Burgund war damals das Zentrum der ritterlich höfischen Kultur ĂŒberhaupt. So dokumentiert die Widmung einerseits die politischen Allianzen und Beziehungen der hohen Berner Gesellschaft mit den angesehenen Höfen Europas und deren exklusivem Leben. Andererseits deren ZugehörigkeitsbedĂŒrfnis: Bern war kein Ort europĂ€ischen Hochadels, aber ThĂŒring hĂ€lt die höfischen Normen in viel stĂ€rkerer Weise fest als Couldrette: Etikette, Dialoge als Muster der vornehmen Rede, Normen wie Herkunft, Ehre, Erziehung. Bei ThĂŒring wird so Melusine zum Ursprung einer ganzen, bis in seine Gegenwart fortdauernden Adelswelt, welche nun den niedrigen Adel, ihn selbst also, mit einschließt.

Ein wichtiges Leitmotiv der Geschichten, insbesondere bei ThĂŒring, ist die Schuld. Reymund, der Protagonist des Romans, macht sich schon zu Beginn des Totschlags an seinem Ziehvater schuldig, auch wenn es sich dabei nur um einen Jagdunfall handelte. Alles folgende Geschehen muss sich (fĂŒr ihn!) als logisches ErklĂ€rungsmuster daraus ergeben. Nur darum verbindet sich der DĂ€mon mit ihm, zeugt einen Sohn wie Geffroy, der ein Kloster mitsamt Mönchen und Abt niederbrennt. Nur darum kommt es zur Tragödie. Eine Form individueller Verantwortung erscheint erst denkbar durch einen ErklĂ€rungskonflikt in der Geschichte zwischen göttlicher Lenkung und fantastisch-mythologischen Ursachen. Obwohl ThĂŒring die Taten der nun frommen Christin und eher weisen Beraterin (denn Fee) Melusine enorm einschrĂ€nkt, wird auch die personifizierte GlĂŒcksgöttin Fortuna genannt, welche erklĂ€rt, dass das UnglĂŒck dem GlĂŒck folgen muss.[24]

Geschichten der Melusine in der Neuzeit

Die Melusine von Ludwig Schwanthaler von 1845

Seit der Neuzeit finden sich Adaptionen des Melusinenstoffes in einer recht umfangreichen Anzahl, und das nicht bloß im deutsch-französischen Raum. Es existieren Versionen der Geschichte im Russischen, Englischen (nach Couldrette und d'Arras), NiederlĂ€ndischen, FlĂ€mischen (beide nach dem deutschen Volksbuch) und Spanischen (nach dem französischen Volksbuch). Sogar im IslĂ€ndischen gibt es eine junge Handschrift von 1824, RĂ©mundar saga og Melusine.[25]

In Deutschland war das deutsche Volksbuch die Vorlage fĂŒr einige Texte. So fĂŒr Dramen von Hans Sachs (Die Melusina, 1556) und Jakob Ayrer (1598). Einen galanten, barocken Roman machte Jean Nodot aus dem französischen Stoff (1698), indem er die ursprĂŒnglich nur lose verbundenen Bestandteile des MĂ€rchens und Ritterabenteuers aufteilte. Eine weitere Bearbeitung findet sich von Just Friedrich Wilhelm Zachariae (1772), in dessen trivialer VerserzĂ€hlung ein Streit um Melusines LieblingskĂ€tzchen zur Trennung von Raimund fĂŒhrt. Weitere stammen von Ludwig Tieck (1800, 1807), der aus dem Volksbuch eine Art Chantefable gestaltete, sowie von Gustav Schwab.[26] Fragmente existieren außerdem von Achim von Arnim, Carl Zuckmayer (Versspiel, 1920) und Casimir Delavigne.

Auch Goethe schrieb von Melusine. Bei ihm hat das aber nur noch wenig mit dem Melusinenstoff des Mittelalters zu tun. 1807 erschien das MĂ€rchen Die neue Melusine[27] als Teil von Wilhelm Meisters Wanderjahren. Der stĂ€rkste Hinweis auf diesen Stoff ist womöglich der Titel der kleinen Geschichte. Ein Schlangenweib kommt nicht vor, dafĂŒr eine Frau, welche sich von Zeit zu Zeit in einen Zwerg verwandelt und wĂ€hrenddessen in einem KĂ€stchen lebt. Sie besteht darauf, dass das KĂ€stchen von dem Mann, der sie liebt, nicht geöffnet wird. Nachdem dieser sie aber eines Tages durch einen Spalt im KĂ€stchen erkennt, verzeiht sie ihm, besteht allerdings darauf, dass er vor niemandem davon spricht. Nachdem er sie betrunken und eifersĂŒchtig in einer Gesellschaft Zwerg nennt, verzeiht sie ihm letztlich jedoch erneut, als er sich entscheidet, mit in ihre Zwergenwelt zu kommen. Nachdem er sie aber dort heiraten muss, lĂ€uft er fort. Einen weiteren Hinweis liefert die Melusine selbst am Ende der Geschichte, als sie sich ihrem Geliebten offenbart. Von Zeit zu Zeit braucht ihre gering an Zahl gewordene Art frisches Blut und sendet zu diesem Behuf eine Prinzessin aus - und tatsĂ€chlich ist die Melusine am Ende der Geschichte hoch schwanger. Doch sie kann sich nur einem Ritter hingeben, wie sie erzĂ€hlt, und sie hat den ErzĂ€hler der Geschichte als solchen erwĂ€hlt. Dies allerdings steht im Gegensatz sowohl zur Handlung des ErzĂ€hlers, der eher ein Spieler und Tunichtgut ist, als auch zu seiner SelbsteinschĂ€tzung, da er sich selbst gar als jemanden beschreibt, der sein Leben lang nichts Rechtes getan hĂ€tte.

Das Tabu des Mittelalters hat bei Goethe keine Kraft mehr. DarĂŒber hinaus ist die Bedingung der Ehe, die ganz am Anfang stand, erst am Ende der Grund fĂŒr seine Flucht, denn nun kann diese nur in der Zwergenwelt stattfinden. Dadurch scheint die kleine Geschichte den historischen Stoff zu parodieren, steht aber auch fĂŒr den freien Willen, der sich durch keine Tabus, keine Schranken binden lĂ€sst. Bezeichnend ist außerdem, dass schon hier die Geschichte allein auf die persönliche Beziehung beschrĂ€nkt wird. DarĂŒber hinaus ist interessant, dass Goethe die Beziehung zu der Geschichte von Amor und Psyche ohne Hinweise aus der historischen Fassung der Melusine herstellt. Das geschieht einerseits durch das KĂ€stchen, welches der Ich-ErzĂ€hler hĂŒten, aber keinesfalls öffnen soll. Dies erinnert an die letzte Aufgabe, welche Psyche durch Venus gestellt wird, nachdem Venus erkannte, dass Psyche von Amor, ihrem Sohn, ein Kind (Voluptas) erwartet. Bei Psyche befindet sich in dem KĂ€stchen eine Schönheitssalbe (fĂŒr Proserpina), welche sie dann selbst in einen todesĂ€hnlichen Schlaf wirft. Andererseits konnte Psyche frĂŒhere Aufgaben unter anderem mit der Hilfe von Ameisen lösen. Auch der ErzĂ€hler in der Geschichte Goethes trifft als Zwerg auf Ameisen.

Zum Kernmotiv des Undine-Themas wurde Melusine in zwei FĂ€llen: Friedrich Baron de la Motte FouquĂ©s Undine (1811) und Jean Giraudouxs Ondine (1939). Dabei ist der Unterschied zur Melusine, dass der Mann um die ÜbernatĂŒrlichkeit weiß und der Treuebruch, nicht die Entdeckung des Geheimnisses, zur Trennung, sowie zum Tod fĂŒhrt.[28]

1833 schrieb Conradin Kreutzer die Musik zu Melusina – Romantische Oper in drei Akten, welche Franz Grillparzer als Opernlibretto-Version von Goethes MĂ€rchen 1863 auf die BĂŒhne brachte. Im Unterschied zum Goethetext stĂŒrzt sich Raimund nach der Flucht aus dem Feenreich in einen Brunnen. Melusine wurde so dem TannhĂ€user (UrauffĂŒhrung 1845) angenĂ€hert, der sich schließlich in das Reich der Venus zurĂŒcksehnt.[29] Auch Felix Mendelssohn Bartholdy nannte eine OuvertĂŒre Das MĂ€rchen von der schönen Melusine (Opus 32). Im 20. Jahrhundert verfasste der tschechische Komponist Jan Evangelista Zelinka die Oper MeluzĂ­na nach einem Libretto von FrantiĆĄek KoĆŸĂ­k, die 1950 in Pilsen uraufgefĂŒhrt wurde. Der Komponist Aribert Reimann verfasste 1970 seine Oper Melusine auf ein Libretto von Claus H. Henneberg, das auf dem gleichnamigen Schauspiel von Yvan Goll (1922) beruht.

Aus dem 19. Jahrhundert dann stammt Gustav Schwabs Die schöne Melusine[30] und, als Variante des Stoffes, Eddystone, ein Roman von Wilhelm Jensen.

Seit der Romantik hat sich das Melusinenmotiv mehr und mehr zersetzt, so dass im 20. Jahrhundert sich nicht einmal mehr die Kernfabel, eher nur Verweise in der Kultur wiederfinden: 1895–1897 schrieb Theodor Fontane den Roman Der Stechlin,[31] in dem er eine Figur Melusine nannte.[32] Sein Hauptinteresse an dem Stoff galt dem gefĂŒhlsamen Frauentypus.

Zwei Gedichte von Georg Trakl (1887-1914) tragen den Titel Melusine.

Jakob Wassermanns Erstlingswerk von 1896 war Melusine. Ein Liebesroman.'

Auch im surrealistischen Anti-Roman Nadja (1928) von Andre Breton wird das Motiv der Melusine aufgegriffen. Die Protagonistin Nadja identifiziert sich vollstĂ€ndig mit dem Bild der Melusine, sowohl in ihrem Wesen als auch in ihrem Ă€ußeren Erscheinungsbild, und poetisiert sich dadurch.

Richard Billinger verfasste 1941 das Drama Melusine, er modernisierte den Stoff zu einem Ehedrama. Dabei gestaltete Billinger das Tableau wie im Heimatfilm, indem er die Wechselhaftigkeit des Wetters auf menschliche Schicksale und Befindlichkeiten ĂŒbertrug, mit Metaphern und Vergleichen, welche seelisches Ringen und die Gefahren sinnlicher VerfĂŒhrung markieren.

Hans Steinhoff[33] drehte 1943/1944 den Spielfilm Melusine fĂŒr die Terra Film: Nach einem Unfall verlieben sich Nora und Stefan ineinander, aber danach verlieren sie sich aus den Augen. SpĂ€ter rettet Stefan der jungen Christine, Noras Tochter, unwissend das Leben und verlobt sich mit ihr. Als diese jedoch von der Liebe zwischen Stefan und ihrer Mutter erfĂ€hrt, fĂ€hrt sie unglĂŒcklich bei stĂŒrmischem Wetter auf den See hinaus. Doch das geahnte Unheil, das sich mit einer Bronzefigur namens „Melusine“ verbindet, trifft nicht ein. Stefan findet Christine wohlbehalten und bleibt bei ihr. Nora verzichtet jetzt auf Stefan und geht zu ihrem frĂŒheren Mann zurĂŒck. Der Film wurde nach der Fertigstellung von den Nazis verboten und daher nicht mehr aufgefĂŒhrt.

Die schöne Melusine ist die Bezeichnung eines Gerichts aus ĂŒberbackenem Blumenkohl, welches Clemens Wilmenrod (1906–1967) zugeschrieben wird.[34]

In dem Film Pappa ante Portas von 1991 rezitiert Loriot in seiner Rolle als Lothar Frohwein folgendes, an Trakls Poetik anknĂŒpfende Gedicht:

Melusine!
Kraweel, Kraweel!
TaubtrĂŒber Ginst am Musenhain!
TrĂŒbtauber Hain am Musenginst!
Kraweel, Kraweel!

Seit 1995 erscheint außerdem bei Depuis Publishing eine französische Comicreihe unter dem Titel MĂ©lusine,[35] in der auch kein Bezug zu der Sage der Melusine hergestellt ist. Sie ist reduziert auf die Figur einer Hexe. Ebenfalls reduziert, in diesem Fall auf eine Darstellung, findet sich eine Melusine Ă€hnelnde Figur als Firmenlogo von Starbucks.[36]

Rezeptionsgeschichte

Die Deutungsversuche zur Melusine reichen weit zurĂŒck. Schon Paracelsus (1493–1541) deutete sie als einen der Elementargeister im Kontext der Problematik des Seelenerwerbs.[37]

Nach jĂŒngeren Forschungen wird sie als abgewandelte Form von Echidna beziehungsweise Kekrops[38] betrachtet (vgl. Hamadryas). Außerdem wird in ihr eine Ă€ußerliche Verwandtschaft zu Semele, der Göttin Lucina und Frau Venus gesehen.

Die Interpretationen der Gestalt werden dominiert durch psychoanalytische, politische und feministische AnsĂ€tze. So wurde sie als die im Mittelalter vom Mann unterdrĂŒckte Frau gesehen.[39] Weitere Deutungen sehen eine DĂ€monisierung der Frau im SpĂ€tmittelalter.[40] Es ist nicht unwahrscheinlich, dass auch die Autoren des Mittelalters bemerkten, dass die weibliche Position in der Geschichte unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig dominiert und sie nicht zuletzt darum den Heldentaten der MĂ€nner mehr erzĂ€hlerischen Raum gaben.

Einzelnachweise

  1. ↑ Vgl.: Claude Lecouteux: Melusine. In: EnzyklopĂ€die des MĂ€rchens. Band 9, S. 556.
  2. ↑ Vgl.: Jan-Dirk MĂŒller (Hrsg.): Romane des 15. und 16. Jahrhunderts, S. 1023.
  3. ↑ Siehe auch: Historien in Wikisource
  4. ↑ Vgl.: Lecouteux: Melusine, S. 556
  5. ↑ Siehe auch: Text (Daniel, 13) in der EinheitsĂŒbersetzung auf bibelwerk.de
  6. ↑ Siehe auch: De nugis curialium: Distinctio quarta: XI. Item de apparicionibus in der Transkription der bibliotheca Augustana (lat.)
  7. ↑ Vgl.: MĂŒller: Romane des 15. und 16. Jahrhunderts, S.1023.
  8. ↑ Siehe auch: Transkription des lateinischen Textes auf: www.fh-augsburg.de und 12koerbe.de
  9. ↑ Vgl.: Karl Heisig: Melusinensage , S. 171 f.
  10. ↑ Siehe auch: Zimmern (Adelsgeschlecht) und der Bericht in der Chronik in Wikisource
  11. ↑ Siehe: Die Sage in der Fassung der BrĂŒder Grimm auf gutenberg.de. Auch die Zimmersche Chronik berichtet im ĂŒbrigen davon: „Dergleichen ist vor . . . . jaren herr Pettern dem Ringen von Staufenberg, rittern, mit ainer solchen faiin auch begegnet“ (Vgl.: Wikisource)
  12. ↑ Vgl.: MĂŒller: Romane des 15. und 16. Jahrhunderts, S. 1023 ff.
  13. ↑ Vgl.: Hans-Gert Roloff: Melusine, S. 158 ff.
  14. ↑ Der Romanist Jean Firges meint, dass die 2. WorthĂ€lfte von „lusen“, bretonisch fĂŒr Schlange, kommt. Siehe unten Literatur, Belletristik: Hannes Anderer, Melusine. Buch 2. Seite 87
  15. ↑ Siehe auch: Liste der Bischöfe von La Rochelle
  16. ↑ a b Vgl.: MĂŒller: Romane des 15. und 16. Jahrhunderts, S. 1025.
  17. ↑ Marie (* 12. September 1344; † 1404) - verheiratet mit Robert I., Herzog von Bar. Siehe auch: Johann II. (Frankreich)
  18. ↑ Der Sonnabend plausibilisiert als Tag des Sabbat das Tabu noch zusĂ€tzlich.
  19. ↑ Vgl.: MĂŒller: Romane des 15. und 16. Jahrhunderts, S. 1025 ff.
  20. ↑ Siehe auch: Seigneurs de Parthenay (frz.)
  21. ↑ Vgl. z. B.: MĂŒller, Jan-Dirk: ThĂŒring von Ringoltingen. In: Die deutsche Literatur des Mittelalters: Verfasserlexikon, S. 908–914.
  22. ↑ Vgl.: MĂŒller: Romane des 15. und 16. Jahrhunderts, S. 1021 f.
  23. ↑ Aus der Einleitung zur Melusine. Vgl.: ThĂŒring von Ringoltingen: Melusine. Hrsg. von Hans-Gert Roloff. Stuttgart 2000, S. 148.
  24. ↑ Vgl.: MĂŒller: Romane des 15. und 16. Jahrhunderts, S. 1035.
  25. ↑ Vgl.: Claude Lecouteux: Melusine. In: EnzyklopĂ€die des MĂ€rchens. Band 9, S. 557.
  26. ↑ Elisabeth Frenzel: Stoffe der Weltliteratur. Ein Lexikon dichtungsgeschichtlicher LĂ€ngsschnitte. Stuttgart 1998, S. 515. ISBN 3-520-30009-5
  27. ↑ Siehe auch: Johann Wolfgang von Goethe: Die neue Melusine. Online-Text, Projekt Gutenberg-DE.
  28. ↑ Vgl.: Claude Lecouteux: Melusine. In: EnzyklopĂ€die des MĂ€rchens. Band 9, S. 558.
  29. ↑ Elisabeth Frenzel: Stoffe der Weltliteratur. Ein Lexikon dichtungsgeschichtlicher LĂ€ngsschnitte. Stuttgart 1998, S. 516.
  30. ↑ Siehe auch: Schwabs schöne Melusine auf gutenberg.de)
  31. ↑ Siehe auch: Fontane: Der Stechlin in Wikisource
  32. ↑ zur Bedeutung des Melusinen-Motivs im Stechlin siehe den dortigen Artikel unter dem Weblink zu Mi-Ae Chon: Charakter und Funktion Melusines in Fontanes Altersroman „Der Stechlin“.
  33. ↑ zugleich war er der Drehbuchautor
  34. ↑ Vgl.: www.artfond.de
  35. ↑ Siehe: www.depuis.com
  36. ↑ Siehe v. a. auch die Abbildung des frĂŒheren Logos: en.wikipedia.org
  37. ↑ Vgl.: Paracelsus' Werke. 3. ed. Darmstadt 1967. S. 462–498.
  38. ↑ Vgl.: Aly, W.: VolksmĂ€rche, Sage und Novelle bei Herodot und seinen Zeitgenossen. Göttingen 1921.
  39. ↑ Vgl.: Junk, Ulrike: So mĂŒssen Weiber sein! Zur Analyse eines Deutungsmusters von Weiblichkeit am Beispiel der Melusine des ThĂŒring von Ringoltingen. In: Bennewitz, Ingrid.: Der frauwen buoch. Göppingen 1989, S. 327–352. ISBN 3-87452-756-5
    Außerdem: Lundt, Bea: Melusine und Merlin im Mittelalter. EntwĂŒrfe und Modelle weiblicher Existenz im Beziehungs-Diskurs der Geschlechter; ein Beitrag zur historischen ErzĂ€hlforschung. MĂŒnchen 1991.
  40. ↑ Vgl.: Albrecht Classen: Geschlechts- und Ehebeziehungen im 15. Jahrhunderts: Der Fall „Melusine“ von Thuring von Ringoltingen. Eine sozial- und literarhistorische Studie aus mentalitatsgeschichtlicher Sicht. In: German Studies Review, Vol. 17, No. 2 (May, 1994), pp. 233-268. (Siehe auch: jstor.org)


Es sei angemerkt, dass die Texte auf gutenberg.de aufgrund von hÀufigen Fehlern nicht als wissenschaftliche Quelle benutzt und zitiert werden sollen.

Literatur

Ausgaben

  • Jean d'Arras: MĂ©lusine. Roman du XIVe siĂšcle par Jean d'Arras, publiĂ© [
] par Luis Stouff, Dijon und Paris 1932.
  • Jean d'Arras: L'Histoire de la Belle MĂ©lusine de Jean d'Arras. Reproduction en fac-similĂ© de l'edition de GenĂšve, imprimĂ©e par A. Steinschaber en 1478 [
], Ă©ditĂ©e avec une prĂ©face par W.-J. Meyer, Bern 1923/24.
  • Couldrette: Le Roman de MĂ©lusine ou Histoire de Lusignan par Coudrette, Ă©d. par Eleanor Roach, Paris 1982.
  • ThĂŒring von Ringoltingen: Melusine. Nach den Handschriften kritisch hrsg. von Karin Schneider. Berlin 1958. (Texte des spĂ€ten Mittelalters; 9)
  • ThĂŒring von Ringoltingen: Melusine [Nach Überlieferungen ab 1467]. In: Jan-Dirk MĂŒller (Hrsg.): Romane des 15. und 16. Jahrhunderts. Nach den Erstdrucken mit sĂ€mtlichen Holzschnitten. In: Bibliothek der frĂŒhen Neuzeit. Vierundzwanzig BĂ€nde. Mit Illustrationen. Herausgegeben von Wolfgang Harms, Conrad Wiedemann und Franz-Josef Worstbrock. Erste Abteilung. Literatur im Zeitalter des Humanismus und der Reformation. Zwölf BĂ€nde. Herausgegeben von Wolfgang Harms und Franz-Josef Worstbrock. Band 1. Deutscher Klassiker Verlag: Frankfurt am Main 1990. ISBN 3-618-66310-2 (Leinenbezug), ISBN 3-618-66315-3 (Lederbezug).
  • ThĂŒring von Ringoltingen: Melusine. [In der Fassung des Buches der Liebe von 1587]. Herausgegeben von Hans-Gert Roloff. Stuttgart: Philipp Reclam Jun, 2000. ISBN 3-15-001484-0.
  • ThĂŒring von Ringoltingen: Melusine [1456]. Nach dem Erstdruck Basel: Richel um 1473/74. Herausgegeben von AndrĂ© Schnyder in Verbindung mit Ursula Rautenberg. 2 Bd. (Edition, Übersetzung und Faksimile der Bildseiten; Kommentar und AufsĂ€tze). Wiesbaden: Reichert 2006, ISBN 3-89500-508-8.
  • Melusine - Ein Deutsches Volksbuch - Geschichte von der edlen und schönen Melusine, welche ein Meerwunder und König Helmas’ Tochter war. Lesen und Freizeit Verlag, Ravensburg, ISBN 3-88884-216-6

SekundÀrliteratur

Belletristik

  • Hannes Anderer: Unterwegs zu Melusine. Buch 1. Annweiler 2006
    • dsb.: Begegnung mit Melusine. Buch 2. ebd. 2007
  • Jakob Wassermann: Melusine. Ein Liebesroman. Reihe (2009): Die große Wassermann-Bibliothek in 25 BĂ€nden. Zuerst Querido Verlag, Amsterdam 1935; wieder Greifen, Rudolstadt 2009 ISBN 3897932113 2. Aufl. ebd. 2009 ISBN 3869392916
  • Franz Hellens: MĂ©lusine. Roman. La Voile rouge-Emile-Paul frĂšres, Paris & BrĂŒssel 1920 (in Franz.)
    • dsb.: MĂ©lusine ou La Robe de saphir. Roman d’aventures. Éditions Gallimard, Paris 1952 & Les Eperonniers, BrĂŒssel 1987 (Aufl. ohne Untertitel; diese Hellens-Romane: Besprechung siehe Weblinks)

Weblinks

 Commons: Melusine â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien
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   Herders Conversations-Lexikon


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