Memelland

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Memelland
Die Landesfarben des Memellandes
Abtrennung des Memellandes vom Deutschen Reich. „Deutsche Germania“, 10-Pfennig-Briefmarke des Deutschen Reiches, ĂŒberstempelt „Memelgebiet“ (1920)
Französisches Mandatsgebiet. „Die SĂ€erin“, französische Briefmarke, ĂŒberstempelt „Memel 1 Mark“ (1920)
Briefmarken vom Memelland, 1920–1925
Das Memelland 1923 bis 1939 unter litauischer Hoheit.

Als Memelland beziehungsweise Memelgebiet, litauisch Klaipėdos kraĆĄtas, wurde in der Zwischenkriegszeit jener Landesteil Ostpreußens bezeichnet, der nördlich der Memel gelegen ist, 1920 von den alliierten und assoziierten HauptmĂ€chten unter französische Verwaltung gestellt und 1923 von Litauen annektiert wurde. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff auch heute noch fĂŒr diese Region verwendet.

Der 140 km lange und bis zu 20 km breite Landstreifen hatte 1939 145.000 Einwohner. GrĂ¶ĂŸte Stadt war Memel (Klaipėda) mit 40.000 Einwohnern, gefolgt von Heydekrug (Ć ilutė) mit 5.000 Einwohnern und Pogegen (Pagėgiai) mit 2.800 Einwohnern.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Vor der Zugehörigkeit des spĂ€teren Memellandes zu einem Staat waren die baltischen StĂ€mme der Schalauer, Kuren und Karschauer dort sesshaft. Die Kuren (der Name bedeutet „schnell zur See”) galten als die versiertesten Seefahrer der Ostsee und wurden in den Island-Sagas erwĂ€hnt. DĂ€nische Überlieferungen bezeugen, dass sie als Piraten gefĂŒrchtet waren. Es gab jedoch auch Handels- und Heiratsbeziehungen der Schalauer mit DĂ€nemark. Die Schalauerburg Ruß an der Memel galt als Ausgangspunkt dieser Beziehungen. DarĂŒber hinaus gab es Beziehungen zu den ĂŒbrigen Balten im Norden und Osten und zu den Slawen im SĂŒden.

Nach der Eroberung durch den SchwertbrĂŒderorden ab 1200 und dem Bau der Festung Memelburg bzw. der Stadt Memel ab 1250 durch den Deutschen Orden wurde das Memelland ab 1328 dem Ordensstaat zugeteilt. Im Vertrag von Melnosee erfolgte 1422 eine Grenzziehung zu Litauen, die 500 Jahre Bestand hatte.

In der Eroberungszeit war die einheimische Bevölkerung aus den Randgebieten des damaligen Preußens dezimiert und teilweise in besser kontrollierbare Gebiete umgesiedelt worden. Als der Zustrom von Siedlern aus Deutschland wegen dortiger Bevölkerungsverluste durch die Pest versiegte, wurden Ende des 15. Jahrhunderts und im 16. Jahrhundert in den Nordosten Preußens beiderseits der Memel und nördlich des kurischen Haffs Siedler aus Litauen geholt.

Nach der Reformation wurde das Deutschordensland ab 1525 zum protestantischen Herzogtum Preußen, 1701 erhöht zum Königreich Preußen. Ostpreußen befand sich (außer kurz wĂ€hrend der Zeit der Frankfurter Nationalversammlung 1848–51) bis 1871 stets außerhalb der Grenzen des Heiligen Römischen Reiches bzw. des Deutschen Bundes und war verfassungsrechtlich kein Teil Deutschlands. Es war bis 1815 ein unabhĂ€ngiger deutscher Staat in Personalunion mit dem KurfĂŒrstentum Brandenburg und danach durch Realunion eine Provinz des Königreich Preußens außerhalb der Reichsgrenzen. Erst mit der GrĂŒndung des Deutschen Kaiserreichs wurde Ostpreußen zum nördlichsten Territorium Deutschlands. Die Grenze zwischen dem ostpreußischen Landesteil um die Memel und Litauen (das ab dem 16. Jahrhundert zunĂ€chst unter polnischer, dann russischer Herrschaft stand) blieb von 1422 bis 1920 weitgehend unverĂ€ndert.

Erster Weltkrieg und seine Folgen

Im Ersten Weltkrieg wurde unter deutscher Besatzung Litauen fĂŒr unabhĂ€ngig erklĂ€rt, im MĂ€rz 1918 vom Deutschen Reich anerkannt, im November aus einem Königreich in eine Republik umgewandelt. Im Sommer 1919 wurde per Unterzeichnung des Vertrag von Versailles durch Festlegung der neuen Grenzen Ostpreußens (Artikel 28) das von nun an in Deutschland „Memelland” genannte Gebiet ohne Abstimmung vom Deutschen Reich abgetrennt und dem Mandat des mit Abschluss des Vertrages gegrĂŒndeten Völkerbundes unterstellt. Der Versailler Vertrag beinhaltete auch die internationale Anerkennung Litauens.[1] Deutschland musste sich bereit erklĂ€ren, eine spĂ€ter von den Alliierten zu treffende staatliche Zugehörigkeit des Memellandes anzuerkennen (Artikel 99). Das Mandatsgebiet wurde unter französische Verwaltung gestellt.

Mit Inkrafttreten des Vertrages zum 10. Januar 1920 wurde diese Schutzherrschaft eingerichtet. Am 4. Oktober 1920 erhielt das Memelland unter einem französischen PrÀfekten einen eigenen Staatsrat.

Die Abtrennung des Memellandes wurde mit dem dortigen litauischsprachigen Bevölkerungsteil begrĂŒndet, der jedoch tatsĂ€chlich keinen litauischen Dialekt sprach, sondern einen Mischdialekt aus Prußisch, Kurisch und Ćœemaitisch, welcher sich erheblich vom polnisch beeinflussten hochlitauischen Aukschtaitsch unterschied und eine VerstĂ€ndigung mit den Hochlitauern fast unmöglich machte. Ein minimaler Teil dieser Minderheit hatte im Akt von Tilsit eine Angliederung an Litauen gefordert. Große Teile auch der einen baltischen Dialekt sprechenden Bevölkerung des Memellandes fĂŒhlten sich jedoch eher zu Ostpreußen als zum neuen litauischen Nationalstaat zugehörig. Dazu kam ein starker kultureller Gegensatz: Die MemellĂ€nder waren zu mehr als 95 % evangelisch, wĂ€hrend das ĂŒbrige Litauen katholisch war und lange Zeit unter polnischer beziehungsweise russischer Herrschaft gestanden hatte. Wirtschaftlich war das Memelland weiter entwickelt als Litauen.

Die junge Republik Litauen war bis zum Friedensvertrag von Moskau im Juli 1920 in den russischen BĂŒrgerkrieg verwickelt. Außer wegen der Sprache erhob sie AnsprĂŒche auf Memel (litauisch Klaipėda), um einen fertig entwickelten Seehafen zu bekommen. Litauen verfĂŒgte nur ĂŒber den kleinen Ostseehafen von Palanga (dt. Polangen).

Ab 1922 grassierte in Deutschland die Inflation, die auch das Memelgebiet betraf.

Nach dem Ergebnis einer von den Franzosen genehmigten Unterschriftenaktion sowie einer vorlĂ€ufigen Entscheidung der Botschafterkonferenz sollte das Memelland auf mindestens zehn Jahre in einen „Freistaat Memelland“ umgewandelt werden.

Jean Gabriel PetisnĂ©, der seit dem 31. MĂ€rz 1920 in Memel als Verwaltungsbeamter der französischen MilitĂ€rmission arbeitete, wurde am 8. Juni 1920 zum Zivilkommissar des Memellandes ernannt und erhielt am 1. Mai 1921 nach RĂŒckkehr von General D. Odry nach Frankreich den Status eines Hochkommissars.

Besetzung durch Litauische KrĂ€fte 1923: „Klaipėda-Revolte”

Ab 10. Januar 1923, gleichzeitig mit der Besetzung des Ruhrgebiets durch Frankreich und Belgien, besetzten ĂŒber 1.000 bewaffnete Litauer im Handstreich („Klaipėda-Revolte”) das Memelland und die Stadt Memel. Offiziell wurde dies als interner memellĂ€ndischer Aufstand bezeichnet, die Aktion wurde jedoch von Litauen aus mit einem „SchĂŒtzenbund” und Mitgliedern regulĂ€rer Truppen durchgefĂŒhrt, in Zivilkleidung, aber markiert mit Armbinden (MLS, lit. MaĆŸosios Lietuvos sukilėlis, kleinlitauischer AufstĂ€ndischer). UnterstĂŒtzung aus dem Memelland war dabei vernachlĂ€ssigbar. Die in zahlreichen litauischen Veröffentlichungen erwĂ€hnten 300 MemellĂ€nder schlossen sich der Bewegung erst an, nachdem diese erfolgreich beendet war.[2] Bekannte Einheimische ließen sich nicht als „AnfĂŒhrer” anwerben, sodass der AnfĂŒhrer Jonas Polovinskas unter dem Namen eines ehemaligen deutschen Offiziers (Budrys) auftrat.

Die 200 französischen AlpenjĂ€ger, von der Ausbildung und AusrĂŒstung her den FreischĂ€rlern ĂŒberlegen, wurden zwar durch einige Hundert deutsche Polizisten und FreischĂ€rler unterstĂŒtzt, ließen sich aber nach zwei Tagen in ihre Kaserne und die PrĂ€fektur zurĂŒckdrĂ€ngen. Auch diese wurde gestĂŒrmt, nach französischen Angaben von ĂŒber 5.000 Gegnern. Als Verluste gelten zwölf litauische FreischĂ€rler, zwei Franzosen und ein deutscher Gendarm, dessen Familie vom FĂŒhrer der litauischen FreischĂ€rler finanziell entschĂ€digt wurde.

SpĂ€ter per Schiff anreisende Truppen aus Frankreich und England traten angesichts der neuen HerrschaftsverhĂ€ltnisse unverrichteter Dinge wieder die Heimreise an. Es gibt ein sehr umstrittenes GerĂŒcht, die litauische Besetzung des französisch verwalteten Gebietes sei mit Billigung der deutschen Regierung bzw. von Reichswehrchef General Hans von Seeckt unter Tolerierung der ostpreußischen Grenzpolizei geschehen, um Litauen gegenĂŒber dem gemeinsamen Gegner Polen zu stĂ€rken. Bekannt ist dagegen, dass die FreischĂ€rler Waffen aus deutscher Produktion besaßen. Die Litauer hatten von Deutschland 1500 deutsche Gewehre, 5 leichte Maschinengewehre und viel Munition zu gĂŒnstigen Bedingungen erhalten, fĂŒr die Ernestas Galvanauskas aus einem geheimen Fonds (MaĆŸosios Lietuvos Fondas) zahlte. Beim Aufmarsch der litauischen KĂ€mpfer mischte sich die deutsche Polizei nicht ein.

Diplomatisch konnte Litauen glaubhaft machen, dass es sich um einen Aufstand örtlicher KrĂ€fte handelte, die den Anschluss suchten, und dass nicht auf Befehl der litauischen Regierung gehandelt wurde. Am 19. Januar 1923 verließen die französischen Truppen und VerwaltungskrĂ€fte das Land. Am 16. Februar 1923 erkannte die Botschafterkonferenz die Angliederung des Memelgebietes an Litauen als Faktum an und ĂŒbergab formell die Hoheit ĂŒber das Gebiet an Litauen.

Der Anschluss wurde 1924 in der Memelkonvention vom Völkerbund anerkannt; allerdings wurde eine Autonomie des Memellandes innerhalb Litauens verlangt. Das Autonomiestatut wurde vom litauischen Parlament am 8. Mai 1924 beschlossen.[3]

Die Wahl zum Landtag 1925 erbrachte hohe Stimmenanteile (> 80 %) fĂŒr die deutschsprachigen, die Autonomie vertretenden Parteien. 1926 wurde per Kriegsrecht die Autonomie weitgehend aufgehoben, die weiteren Wahlergebnisse fielen aber weiter eindeutig gegen die Litauer MilitĂ€rdiktatur von Antanas Smetona aus.

Auf Grund polnischen Drucks gelangten verantwortliche litauische Politiker zu der Überzeugung, das VerhĂ€ltnis zu Deutschland zu verbessern: „So war Mitte September 1938 Legationsrat von Grundherr im AuswĂ€rtigen Amt zweimal von dem litauischen Journalisten – Chefredakteur des halbamtlichen ‚Lietuvas Aidas‘ – Gustainas, der gute Beziehungen zum StaatsprĂ€sidenten Smetona, zum MinisterprĂ€sidenten Mironas und auch zum litauischen Außenminister hatte, besucht worden. Von Grundherr berichtete, daß Gustainis sehr offenherzig die BefĂŒrchtung Ă€ußerte, die Memelbevölkerung könne das Selbstbestimmungsrecht und die Volksabstimmung verlangen. FĂŒr die Behaltung des Memelgebietes könne Litauen nicht seine ganze Existenz aufs Spiel setzen. Es sei besser, sich mit der deutschen Regierung ins Benehmen zu setzen, falls sie den Litauern Rechte am Memeler Hafen belassen wĂŒrde. Deutliche Anzeichen, daß litauischerseits eine Bereitwilligkeit bestand, auch ĂŒber das Memelgebiet hinaus Konzessionen zu machen, ergaben sich Anfang Dezember 1938. So wurde am 1. Dezember 1938 Dr. Kleist von der Dienststelle Ribbentrop, einem PrivatbĂŒro des Außenministers in seiner Eigenschaft als Ratgeber Hitlers in außenpolitischen Angelegenheiten, von dem litauischen Generalkonsul in Königsberg Dymscha aufgesucht, um ĂŒber das deutsch-litauische VerhĂ€ltnis und insbesondere ĂŒber das Memelgebiet zu sprechen.“[4]

Noch heute werden die damals populĂ€ren Argumente wiederholt, obwohl das Gegenteil beweisende litauische Archive seit 1990 öffentlich zugĂ€nglich sind und internationale Konferenzen zu diesem Thema stattfanden. 1965 waren die damals noch lebenden FĂŒhrer der Annexion nicht bereit, die Wahrheit zu sagen, aus Furcht, Litauen könnte wegen des Skandals von Betrug und Konspiration kompromittiert werden.[5]

Zweiter Weltkrieg und die Folgen

Am 22. MĂ€rz 1939, eine Woche nach dem Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Prag und der Errichtung des Protektorats Böhmen und MĂ€hren, schloss die litauische Regierung mit dem Deutschen Reich einen Übergabevertrag (Deutsch-litauischer Staatsvertrag), da sowohl Großbritannien als auch Frankreich der Annexion des Memellandes nicht zustimmten und die Forderung der litauischen Regierung nach Garantierung ihres Herrschaftsanspruchs ablehnten. Litauen war gezwungen, auf das deutsche Ultimatum an Litauen vom 20. MĂ€rz 1939 zu reagieren und zog daraufhin seine Truppen und Behörden ab und erhielt im Gegenzug eine Freihandelszone in Memel sowie freies Wegerecht fĂŒr 99 Jahre. Die RĂŒckkehr des Gebiets nach Deutschland wurde sowohl von der sich mit Ostpreußen verbundenen deutschen Bevölkerung als auch von den meisten einen litauischen Dialekt sprechenden MemellĂ€ndern, die von der Politik Litauens enttĂ€uscht waren, unterstĂŒtzt.[6]

Im Oktober 1944 marschierte die Rote Armee ein und das Memelland wurde Teil der Sowjetunion. 1948 wurde es von der Russischen SFSR, Oblast Kaliningrad, abgetrennt und gemĂ€ĂŸ der Lage vor 1939 der Litauischen SSR angegliedert.

Die deutschsprachigen MemellĂ€nder flohen grĂ¶ĂŸtenteils vor der Roten Armee. Von den zweisprachigen MemellĂ€ndern flohen ĂŒber 40.000, aber eine nennenswerte Zahl blieb. So war Klaipeda zunĂ€chst menschenleer -der sowjetische Stadtkommandant registrierte nach vier Wochen nur 28 Deutsche in der Stadt-, wĂ€hrend viele Bauern auf ihren Höfen geblieben waren. Sehr viele wurden direkt nach der sowjetischen Besetzung zur Zwangsarbeit eingesetzt, um die Infrastruktur instand zu setzen. Neben NSDAP-Mitgliedern und Leuten, die Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter beschĂ€ftigt hatten, wurden auch solche Bauernfamilien nach Sibirien deportiert, die wegen ihrer HofgrĂ¶ĂŸe als „Kulaken“ angesehen wurden. Die Bewohner der Memelniederung mussten im Januar, als die Front noch in der NĂ€he war, ihre Höfe verlassen, durften aber im Februar zurĂŒckkehren. Im Laufe des Jahres wurden Menschen aus Litauen angesiedelt. Oft handelte es sich bei diesen Neubesitzern um ehemalige Land- und Saisonarbeiter aus Zemaiten, die den Hof zwar aus ihrer vorherigen Arbeit kannten, ihn jedoch nicht leitend zu bewirtschaften wussten, so dass hier recht schnell Misswirtschaft herrschte, die sich auch auf die ErnĂ€hrungslage der Bevölkerung auswirkte. Die rĂŒckkehrenden Altbesitzer wurden von ihnen vertrieben, sobald sie auf ihren Hof zurĂŒckkehrten, auch kam es nicht selten vor, dass sie erschlagen wurden. Erst 1947 konnten die alteingesessenen MemellĂ€nder die sowjetische StaatsbĂŒrgerschaft erwerben, was ihnen zwar Rechte, nicht jedoch ihr altes Eigentum verschaffte.

Durch Flucht oder Vertreibung und Neuzuzug ist das seit der Reformation evangelisch geprÀgte Gebiet heute vorwiegend katholisch.

Politik

Oberkommissare

(vom Völkerbund eingesetzt)

Gouverneure

(von der litauischen Regierung eingesetzt)

  • 1924–1925: Jonas Polovinskas-Budrys (Budrys war ein memellĂ€ndischer Bauer, unter dessen Namen sich Polovinskas als MemellĂ€nder darstellen wollte)
  • 1925–1926: Jonas Ćœilius
  • 1926–1927: Karolis Ćœalkauskas
  • 1927–1932: Anton Merkys
  • 1932–1933: Witold Gylys
  • 1933–1935: Jonas Navakas
  • 1935–1936: Vladas Kukauskas
  • 1936–1938: Jurgis Kubilius
  • 1938–1939: Viktor Gailius

LandesprÀsidenten

  • 1920–1921: Arthur Altenberg, litauisiert Arturas Altenbergas
  • 1921–1923: Wilhelm Stepputat, litauisiert Vilius Steputaitis
  • 1923: Erdmann Simoneit, litauisiert Erdmonas Simonaitis
  • 1923–1925: Viktor Gailus, litauisiert Viktoras Gailius
  • 1925: Heinrich Borchert, litauisiert Endrius Borchertas
  • 1925–1926 Gustav Josupeit, litauisiert Gustavas Juozupaitis
  • 1926–1926: Erdmann Simoneit, litauisiert Erdmonas Simonaitis
  • 1926–1927: Wilhelm Falk (LandesprĂ€sident), litauisiert Vilius Falkas
  • 1927: Wilhelm Schwellnus, litauisiert Vilius Ć velnys
  • 1927–1930: Otto Kadgiehn, litauisiert Otonas Kadgienas
  • 1930: Martin Reisgys, litauisiert Martinas Reizgys
  • 1931–1932: Otto Böttcher, litauisiert Otonas Betcheris
  • 1932: Eduardas Simaitis
  • 1932–1934: Ottomar Schreiber, litauisiert Otomaras Ć reiberis
  • 1934: Martin Reisgys, litauisiert Martinas Reizgys
  • 1934–1935: Georg Bruweleit, litauisiert Jurgis Bruvelaitis
  • 1935–1939: August Baldszus, litauisiert Augustas BaldĆŸius
  • 1939: Wilhelm Bartuleit, litauisiert Vilius Bartulaitas

Landesdirektoren

  • 1920–1921: zunĂ€chst sieben, neun seit 12.1920, meist deutsche Mitglieder
  • 1923: Martinas Reizgys (Martin Reisgys), Toleikis
  • 1926–1926: Scharffetter, Kairies, Stumber, Augustas Baldzius (August Baldschus)
  • 1926–1927: Scharffetter, Endrius Borchertas (Heinrich Borchert)
  • 1927: Czeskleba, Endrius Borchertas (Heinrich Borchert)
  • 1927–1930: Vorbeck, Martinas Reizgys (Martin Reisgys), Sziegaud
  • 1930: Dugnus (14.8.–9.10.); Czeskleba (14.8.–9.10.); Sziegaud (9.–29.10.); Schult (9.–29.10.)
  • 1931–1932: Podszus
  • 1932: Toleikis (ab 14.3.), nahm die Ernennung nicht an; Vongehr (ab 14.3.), nahm die Ernennung nicht an;

Tolischus (ab 14.3.); Martinas Reizgys (Martin Reisgys), Kadgiehn

  • 1932–1934: Sziegaud, Fritz Walgahn
  • 1934–1935: Ludwig Buttgereit, Martin Anysas, Martin Grigat
  • 1935–1939: Sziegaud, Willy Betke, Ernst Suarau
  • 1939: Sziegaud, Herbert Böttcher, Monien

Landtagswahlen

→ Hauptartikel zum MemellĂ€ndischen Landtag: Seimelis

Der Landtag hatte 29 Sitze, einen fĂŒr jeweils 5000 Einwohner. Frauen und MĂ€nner ab 24 hatten das Wahlrecht.[7][8]

Jahr MLP
MemellÀndische
Landwirtschaftspartei
MVP
MemellÀndische
Volkspartei
SPM
Sozialdemokratische
Partei des Memelgebietes
AP
Arbeiterpartei des Memellandes
KPM
Kommunistische Partei
des Memelgebietes
andere LVP
Litauische
Volkspartei
1925 38,1 % – 11 Sitze 36,9 % – 11 Sitze 16,0 % – 5 Sitze Andere 9,0 % – 2 Sitze
1927 33,6 % – 10 Sitze 32,7 % – 10 Sitze 10,1 % – 3 Sitze 7,2 % – 2 Sitze 13,6 % – 4 Sitze
1930 31,8 % – 10 Sitze 27,6 % – 8 Sitze 13,8 % – 4 Sitze 4,2 % – 2 Sitze 22,7 % – 5 Sitze
1932 37,1 % – 11 Sitze 27,2 % – 8 Sitze 7,8 % – 2 Sitze 8,2 % – 3 Sitze 19,7 % – 5 Sitze

An 100 % fehlende = nicht im Landtag vertretene WahlvorschlĂ€ge

Jahr Deutsche Einheitsliste Großlitauische Parteien
1935 81,2 % – 24 Sitze 18,8 % – 5 Sitze
1938 87,2 % – 25 Sitze 12,8 % – 4 Sitze

Geographie

Die grĂ¶ĂŸte Stadt des Memellandes war Memel, das heutige Klaipėda.

Als neuer Kreisort im durch die Abtrennung der sĂŒdlich der Memel gelegenen KreisstĂ€dte Tilsit, Ragnit und Heinrichswalde neu zu strukturierenden Memelland wurde Pogegen (Kreis Pogegen) ausgewiesen. Die litauischen Machtinhaber ab 1923 ĂŒbernahmen diese Struktur.

Von den heutigen Bewohnern wird das Gebiet vielfach auch als Kleinlitauen bezeichnet, wobei diese Begriffe nicht deckungsgleich sind, da auch Gebiete sĂŒdlich der Memel dazuzĂ€hlen (heute Kaliningrad Oblast).

Einzelnachweise

  1. ↑ www.laender-lexikon.de: Litauens Geschichte
  2. ↑ Vygantas Vareikis, Ein zĂ€hlebiger Mythos oder wer hat das Memelgebiet befreit?, S. 201; in: Annaberger Annalen
  3. ↑ Autonomiestatut vom 8. Mai 1924
  4. ↑ Zitiert nach Hans Hopf, Auswirkungen des VerhĂ€ltnisses Litauens zu seinen Nachbarn auf das Memelgebiet, in: Jahrbuch der Albertus-UniversitĂ€t zu Königsberg/Pr. 1962, Bd. 12, S. 262 f.
  5. ↑ Vygantas Vareikis, Ein zĂ€hlebiger Mythos oder wer hat das Memelgebiet befreit?, S. 195; in: Annaberger Annalen
  6. ↑ Im November 1999 wurde im Bundesarchiv Berlin eine Liste mit 584 „Litauenoptanten“ gefunden. Arune Arbusauskaite, MemellĂ€ndische Litauenoptanten – Geiseln zweier totalitĂ€rer Regime (PDF)
  7. ↑ Wahlen in der Weimarer Republik – Memelgebiet
  8. ↑ World Statesmen.org – Lithuania

Weblinks

 Commons: Memel â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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