Mexikanisch-amerikanischer Krieg

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Mexikanisch-amerikanischer Krieg

Der Mexikanisch-Amerikanische Krieg zwischen Mexiko und USA fand zwischen 1846 und 1848 statt und wurde ma√ügeblich vom amerikanischen Pr√§sidenten James K. Polk vorangetrieben. Der anschlie√üende Friedensvertrag f√ľhrte zu einem gro√üen Gebietszuwachs f√ľr die Vereinigten Staaten und dehnte ihr Territorium bis zum Pazifischen Ozean aus. Der Streit dar√ľber ob in diesen Gebieten Sklaverei erlaubt sein sollte spaltete die Politiker.

Karte des umstrittenen Gebietes. Die heutigen Grenzen der US-Staaten sind in weiß gehalten

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

James K. Polk, der 11. Präsident der Vereinigten Staaten
Karte des Kriegsgebiets
Antonio López de Santa Anna

Die US-Regierung hatte seit 1835 versucht Kalifornien k√§uflich zu erwerben, ein Ansinnen das mehrmals von Mexiko abgelehnt wurde und die Beziehungen der beiden Staaten schwer belastete. Am 19. Oktober 1842 hatte Kommodore Thomas ap Catesby Jones, im Glauben ein Krieg mit Mexiko sei ausgebrochen, das kalifornische Monterey besetzt, zog sich aber am 20. Oktober nach anderslautenden Nachrichten zur√ľck.[1] Mit der Annexion von Texas am 19. Februar 1845 ging der Anspruch, der Rio Grande stelle sowohl die s√ľdliche, als auch die westliche Grenze dar, auf die Vereinigten Staaten √ľber. Dieser Anspruch war jedoch keinesfalls gesichert. Unter mexikanischer Verwaltung war die Grenze zwischen den Staaten Texas und Coahuila der Nueces River gewesen und Mexikos Standpunkt war, dass trotz der Unabh√§ngigkeit Texas dieser weiterhin die Grenze bildete. [2] Auch in den Vereinigten Staaten war die Forderung nach dem Rio Grande als Grenze umstritten. Selbst Au√üenminister James Buchanan fand den Anspruch zweifelhaft.[3]

F√ľr Mexiko war diese Grenzziehung nicht annehmbar, h√§tte sie doch lange bestehende mexikanische Siedlungen in und um Santa Fe unter die Kontrolle der Vereinigten Staaten gebracht. Dar√ľber hinaus w√§re die gr√∂√üte Stadt der Gegend, Matamoros, zur Grenzstadt geworden.

Trotz des heimischen und mexikanischen Widerstandes bestand Pr√§sident James Polk auf diesen Forderungen und befahl General Zachary Taylor, seine Armee in die N√§he des Rio Grande zu verlegen. Taylor bezog knapp s√ľdlich des Nueces River, weit entfernt vom Rio Grande, ein Lager. Die Verlegung US-amerikanischer Truppen auf von Mexiko beanspruchtes Gebiet s√ľdlich des Nueces River stellte eine Provokation dar, die mexikanische Regierung unternahm jedoch keine Gegenma√ünahmen. [4] Polk forderte Taylor wiederholt auf, n√§her an den Rio Grande heranzur√ľcken, zuletzt am 13. Januar 1846.[5] Taylor verz√∂gerte allerdings den Abmarsch und erreichte den Rio Grande erst am 28. M√§rz 1846. General Pedro de Ampudia verlangte, dass Taylor sich auf den Nueces River zur√ľckziehen sollte. Taylor lehnte ab und begann, gegen√ľber von Matamoros ein Fort zu errichten und den Rio Grande abzuriegeln. Als Mexiko nicht sofort reagierte, entschloss sich Polk, den Kongress um eine Kriegserkl√§rung gegen Mexiko zu bitten.[6] Bevor dies geschah, erreichte Polk die Nachricht, feindliche Truppen h√§tten am 25. April 1846 den Rio Grande √ľberquert und 63 US-Soldaten √ľberfallen. Polk trat nun vor den Kongress und argumentierte, eine Kriegserkl√§rung sei nicht n√∂tig, es reiche festzustellen, dass durch Mexikos Handlung der Kriegszustand bestehe.[7] Um Widerstand seitens des Kongresses gegen seine Politik zu verhindern, verband Polk den Entscheid √ľber die Konstatierung des Kriegszustandes mit einem Gesetz zur Bewilligung von Geldern f√ľr Taylors Armee. Wer gegen den Krieg war musste so auch gegen die Unterst√ľtzung der eigenen Truppen stimmen.[8] Polk sorgte auch daf√ľr, dass die Beratungen √ľber das Gesetz in zwei Stunden abgeschlossen sein mussten. Ein Gro√üteil dieser Zeit wurde mit dem Verlesen einer Nachricht des Pr√§sidenten verbracht, erst ganz am Ende wurde die Erkl√§rung des Kriegszustandes eingebracht. Eine Debatte war so verhindert worden. Nur 14 von 190 Kongressabgeordneten versagten ihre Zustimmung. Gegen die gemeinsame Abstimmung √ľber die Finanzierung von Taylors Armee und Erkl√§rung des Kriegszustandes hatten noch 67 Abgeordnete gestimmt. Der Senat stimmte mit 40 zu 2 Stimmen f√ľr die Annahme und so unterzeichnete Pr√§sident Polk am 13. Mai 1846 das Gesetz.

Mexiko hatte Hoffnungen auf einen Kriegseintritt Großbritanniens wegen der Oregonfrage. Polk schloss aber bald einen Kompromiss und die Grenzstreitigkeit konnte friedlich beigelegt werde.

Kriegsverlauf

Nach der Er√∂ffnung von Feindseligkeiten traf General Taylor am 8. Mai 1846 bei der Schlacht von Palo Alto mit seinen 2.300 Mann auf 4.000 Mexikaner unter General Mariano Arista. Die Mexikaner unterlagen und zogen sich, von Taylor verfolgt, zur√ľck. Bereits am folgenden Tag kam es zur Schlacht von Resaca de Palma. Die Mexikaner wurden wiederum geschlagen und zogen sich ungeordnet √ľber den Rio Grande zur√ľck. H√§tte Taylor nachgesetzt, w√§re es ihm vielleicht gelungen, Aristas demoralisierte Armee gefangen zu nehmen. Taylor hatte aber keine Vorbereitungen f√ľr eine Fluss√ľberquerung getroffen und so entkam der Gegner. [9]

Inzwischen hatte der Kongress die Existenz des Kriegszustandes zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten festgestellt. Die St√§rke der US-Armee wurde von 8.500 Mann auf 15.540 angehoben und der Pr√§sident erhielt das Recht, 50.000 Freiwillige zu verpflichten. Polk und General Winfield Scott vereinbarten drei Sto√ürichtungen in mexikanisches Gebiet. General Taylor sollte √ľber Matamoros auf Monterrey vorr√ľcken. Brigadegeneral John E. Wool von San Antonio auf Chihuahua vorsto√üen, wurde aber sp√§ter von Parras nach Saltillo umgelenkt. Oberst Stephen W. Kearny sollte von Fort Leavenworth √ľber Santa Fe das kalifornische San Diego besetzen. Sp√§ter kam ein weiterer Vorsto√ü unter dem Befehl Oberst Alexander Doniphans hinzu, der √ľber Chihuahua nach Parras marschieren sollte.[10] Erst sp√§ter wurde auch eine Landung bei Veracruz geplant.

Die Eroberung der mexikanischen Nordprovinzen

Taylor r√ľckte √ľber Camargo auf Monterrey vor und erreichte die Stadt am 19. September 1846. Monterrey war befestigt worden und wurde von 7.000 Mann verteidigt. Am 21. September er√∂ffnete General Taylor die Schlacht von Monterrey. Am 24. September ersuchten die Mexikaner um einen Waffenstillstand und zogen ab. Taylor besetzte das westlich gelegene Saltillo, dass die einzige brauchbare Stra√üe beherrschte, die er f√ľr einen Vormarsch auf Mexiko-Stadt verwenden konnte. Nachdem General Wool erfahren hatte, dass Chihuahua nicht vom Gegner verteidigt wurde, vereinigte er sich, nach Erlaubnis Taylors, im Dezember mit dessen Armee. Mittlerweile hatte man sich in Washington entschieden, eine Landung bei Veracruz zu unternehmen. Taylor wurde befohlen, 8.000 Mann daf√ľr abzugeben. Sie wurden an der M√ľndung des Brazos River und in Tampico, die Stadt war am 14. November 1846 von der Navy eingenommen worden, verschifft. Scott befahl Taylor, sich auf Monterrey zur√ľckzuziehen. Dieser ignorierte aber den Befehl und bewegte 4.650 seiner 7.000 Mann 29 Kilometer s√ľdlich von Saltillo. [11] Weitere 322 Kilometer s√ľdlich versammelte General Antonio L√≥pez de Santa Anna eine Armee von 20.000 Mann. Taylor hielt das W√ľstengebiet f√ľr unpassierbar und erwartete, Santa Anna w√ľrde sich der erwarteten Landung bei Veracruz zuwenden. Am Morgen des 22. Februar begann die Schlacht von Buena Vista. Die Schlacht war ein knapper Sieg f√ľr Taylor und beendete die Gef√§hrdung des unteren Rio Grande durch die mexikanischen Truppen.

Zachary Taylor
Winfield Scott

Der Vormarsch Kearnys und Doniphans

Noch vor Kriegsausbruch war Brevet-Hauptmann John Charles Frémont, ohne bekannte Autorisierung seitens der US-Regierung, in Kalifornien erschienen.[12] Bei Ausbruch der sogenannten Bärenflaggen-Revolte der US-amerikanischen Siedler gegen die mexikanische Oberhoheit schloss er sich ihnen an. Am 4. Juli 1846 proklamierte Kalifornien seine Unabhängigkeit nachdem es zu kleineren Kampfhandlungen mit mexikanischen Siedlern unter dem Befehl General Jose Maria Castros gekommen war.

Oberst Kearny verließ Santa Fe am 25. September 1845 und erreichte im Dezember 1846 nach einem Gefecht bei San Pascual San Diego, musste aber feststellen, dass die Häfen bereits von der Marine unter Kommodore John Sloat besetzt worden waren. Ein Aufstand der Kalifornier wurde mit der Schlacht von San Gabriel am 8. Januar 1847 niedergeschlagen.

Oberst Doniphan traf bei Brazito auf mexikanischen Widerstand, konnte den Rio Bravo aber bei El Paso √ľberqueren und schlug eine Woche nach Buena Vista mexikanische Miliz bei Chihuahua. Am 22. Mai 1847 vereinigte er sich mit Wool bei Buena Vista. Somit waren die Nordprovinzen Mexikos bis M√§rz 1847 fest in Hand der Vereinigten Staaten.

Landung bei Veracruz und Vormarsch auf Mexiko-Stadt

Veracruz bis Cerro Gordo

Von Lobos Island, 80 Kilometer s√ľdlich von Tampico segelte General Scott mit 13.660 Mann Richtung Veracruz ab. Am Abend des 9. M√§rz 1847 begann Scott f√ľnf Kilometer s√ľdlich von Vera Cruz mit der Landung. Innerhalb von vier Stunden wurden √ľber 10.000 Soldaten angelandet. Am 22. M√§rz 1847 nahm General Scott Veracruz unter Feuer. F√ľnf Tage sp√§ter kapitulierte die 4.300 Mann starke Besatzung. General Scott f√ľrchtete die bald anstehende Gelbfiebersaison und wollte den Strand so schnell wie m√∂glich verlassen. Am 8. April r√ľckte eine erste Abteilung unter Brevet-Generalmajor David E. Twiggs mit 2.600 Mann ins mexikanische Hochland ab und stie√ü vier Tage sp√§ter in einem Scharm√ľtzel auf eine 12.000 Mann starke Armee unter General Santa Anna. Zwei Tage sp√§ter erreichte ihn Scott mit Verst√§rkungen, die die Armee auf 8.500 Mann brachten. Am 18. April trafen in der Schlacht von Cerro Gordo Scott und Santa Anna aufeinander. Die Mexikaner erlitten eine Niederlage. Die Dienstzeit von sieben Freiwilligen-Regimentern war abgelaufen und Scotts Armee schrumpfte auf 5.820 Mann. Scott r√ľckte trotzdem weiter vor und nahm am 15. Mai kampflos Puebla ein. Hier wartete er bis August auf Verst√§rkung und den Ausgang der Friedensverhandlungen. Nachdem die Armee durch die Verst√§rkungen nun eine Mannst√§rke von √ľber 10.000 hatte und die Friedensverhandlungen gescheitert waren, begann der weitere Vorsto√ü.

Mexiko-Stadt

Am 7. August r√ľckten die Truppen f√ľr den Angriff auf Mexiko-Stadt ab und erreichten kampflos Ayolta. Die voraus liegende Stra√üe, die Mexiko-Stadt von Osten erreichte, war durch starke Befestigungen gesichert und so entschied Scott, die Hauptstadt s√ľdlich zu umgehen und von Westen anzugreifen. Bei Contreras stie√üen die US-Truppen auf Mexikaner unter dem Befehl General Valencias und schlugen sie nach 17 Minuten Kampf in der gleichnamigen Schlacht.[13] Obwohl Scott sofort nachsetzte, gelang es Santa Anna, seine Truppen bei der Br√ľcke von Churubusco zu sammeln Am 20. August 1847 erzwang Scott den √úbergang unter schweren Verlusten.

Auf Santa Annas Bitten hin wurde ein Waffenstillstand vereinbart, um die Friedensverhandlungen wieder aufzunehmen. Nach zwei Wochen wurden die Verhandlungen ergebnislos abgebrochen und Scott nahm den Angriff auf Mexiko-Stadt wieder auf. Das Schloss Chapultepec sch√ľtzte den westlichen Zugang zur Stadt und musste als erstes eingenommen werden. Am 8. September wurde zur Vorbereitung die Kanonengie√üerei El Molino del Rey eingenommen. Am Morgen des 13. Septembers begann der Angriff auf Chapultepec. Das Schloss fiel schnell und General Scott befahl sofort den Angriff auf die Stadt selber. Bei Einbruch der Nacht hatten die US-Truppen zwei Stadttore unter ihre Kontrolle gebracht. Nach H√§userk√§mpfen kapitulierte die Hauptstadt am 14. September.

Die Schlacht von Monterrey

Die US-Truppen √ľbten nun f√ľr zwei Monate eine Milit√§rregierung aus. Als die Mexikaner eine Regierung gebildet hatten, mit der Unterh√§ndler Nicholas P. Trist verhandeln konnte, erreichte ihn die Order aus Washington die Unterredungen abzubrechen und die Kampfhandlungen wieder aufzunehmen. Scott und Trist entschieden aber weiter zu verhandeln, da sie glaubten kurz vor einer Einigung zu stehen. [14]

Die Schlacht von Cerro Gordo

Seekrieg

Die Landung bei Veracruz

Mexiko besa√ü keine nennenswerte Marine, die zwei einzigen Schiffe von Bedeutung, die Moctezuma und die Guadaluppe waren bei Ausbruch der K√§mpfe an britische H√§ndler √ľbereignet worden. Die Home Squadron der United States Navy unter Kommodore David Conner konnte also ohne gro√üen Widerstand die H√§fen entlang des Golfs von Mexiko blockieren. Der Hafen von Ciudad del Carmen bildete eine Ausnahme, da Yucat√°n sich im Aufstand gegen die mexikanischen Zentralgewalt befand. Abgesehen von der Landung bei Veracruz konnte sie wenig dar√ľber hinaus unternehmen, um die K√§mpfe zu unterst√ľtzen. Am 15. Juni 1846 rief die mexikanische Regierung den Kaperkrieg aus, der Aufruf blieb aber wirkungslos. [15] Nach erfolglosen Versuchen, den Fluss bei Alvarado zu sichern, entschied Kommodore Matthew Perry einen √úberfall auf Villahermosa zu wagen. Die Stadt wurde am 23. Oktober besetzt, am n√§chsten Tag aber wieder aufgegeben. Am 12. November 1846 wurde Tampico, der zweitgr√∂√üte mexikanische Hafen am Golf, eingenommen. Tampico konnte nun zur Verschiffung eines Teils von Taylors Armee f√ľr die Landung bei Veracruz dienen. Am 21. Dezember 1846 wurde Ciudad del Carmen doch noch besetzt, um die Lieferung von Konterbanden nach Mexiko zu unterbinden. Die gr√∂√üte Operation der Home Squadron blieb die Landung bei Veracruz am 9. M√§rz 1847, die erste gro√üe amphibische Landung in der Geschichte der US-Army.[16]

Im Pazifik begannen die Kampfhandlungen, nach langem z√∂gern Kommodore Sloats, am 7. Juli 1845 mit der Besetzung Montereys durch 225 Seeleute und Marines. Am 9. Juli erfolgte eine Landung bei Yerba Buena, dem heutigen San Francisco. Die zwei wichtigsten H√§fen Kaliforniens waren kampflos eingenommen worden. Am 23. Juli 1845 √ľbergab Sloat das Kommando an Robert Field Stockton. Am 13. Oktober besetzte er Los Angeles von Land aus. Stocktons Pl√§ne f√ľr eine Landung bei Acapulco wurden nicht verwirklicht. Am 19. Juli 1846 √ľnernahm Kommodore William Shubrick das Kommand o von Stockton. Shubrick entsandte Leutnant Samuel Francis Du Pont mit der Cyane um den Handel im Golf von Kalifornien zu st√∂ren. Du Pont unternahm eine kleine Landung bei Guaymas und blockierte Mazatl√°n bis die Stadt am 10. November 1847 schlie√ülich von angelandeten Truppen eingenommen wurde.

√úbergriffe und Desertionen

Der Angriff auf Chapultepec
Der Fall von Mexiko-Stadt in einem Gemälde von 1851

√úbergriffe

Erste Kriegsverbrechen gab es bereits nach der Schlacht von Monterrey. Nach den K√§mpfen erschoss ein US-Soldat einen mexikanischen Lanzenreiter. Da Kriegsgerichte keine Autorit√§t √ľber F√§lle hatte, die in den Vereinigten Staaten von zivilen Gerichten verhandelt w√ľrden, hatte Taylor bereits im Mai 1846 einen Gesetzesentwurf vorbereitet, um diesen Missstand zu beheben. Der Kongress unternahm jedoch keine weiteren Schritte. Auf Anfrage Taylors, was er in diesem Fall des ermordeten Lanzenreiters unternehmen sollte, antwortete Kriegsminister William L. Marcy, er solle den T√§ter aus der Armee entfernen. Mexikaner beschwerten sich, US-Soldaten k√∂nnten straflos morden.[17] √úbergriffe gegen die Zivilbev√∂lkerung kamen weiter vor. General Wool beschwerte sich vor allem √ľber das aus Freiwilligen bestehende Arkansas-Regiment, das die schlimmsten Verst√∂√üe zu verantworten hatte.[18] Als an Weihnachten 1846 Soldaten Frauen beim Anwesen Agua Nueva beleidigten, ermordeten Einheimische einen US-Soldaten. Als Vergeltung zogen ungef√§hr 100 Angeh√∂rige des Arkansas-Regiments los und schossen auf Mexikaner, bis andere US-Soldaten eingreifen konnten. Eine Untersuchungskommission stellte vier Ermordete fest, w√§hrend Augenzeugen von 20 bis 30 Toten sprachen. Der Kommission war es nur gelungen, die Schuldigen Kompanien festzustellen, worauf General Taylor die B- und G-Kompanie an den Rio Grande zur√ľck verlegte.[19] Guerilla-Aktivit√§ten der Mexikaner f√ľhrten oft zu wahllosen Vergeltungsaktionen. Ein weiteres Problem stellten entlassene Freiwillige dar, die auf dem Weg zur√ľck in die Vereinigten Staaten pl√ľnderten, vergewaltigten und mordeten. Freiwillige, die in Formation zur√ľckmarschierten, waren weniger in Gewalttaten involviert. Besonders unr√ľhmlich taten sich die Texaner hervor.[20]Am 28 M√§rz 1847 ermordeten Texas Rangers 24 Mexikaner f√ľr einen f√ľnf Wochen zur√ľckliegenden √úberfall auf US-Truppen.

Nach dem offiziellen Ende des Krieges kam es noch zu einigen Kampfhandlungen. Im September 1847 lie√ü Brigadegeneral Joseph Lane als Vergeltung f√ľr die Ermordung eines Majors durch einen Zivilisten in Huamantla seinem 1.700 Mann starken Kontingent freien Lauf. Die Soldaten pl√ľnderten und zerst√∂rten die Stadt und ermordeten und vergewaltigten Einwohner. Dies war der einzige Vorfall, in dem eine gro√üe Einheit US-Soldaten verwickelt war.[21] Einige √úbergriffe gegen die Bev√∂lkerung wurden geahndet, Generalmajor Robert Patterson lie√ü mehrere verurteilte US-Amerikaner zur Abschreckung hinrichten.

Desertionen

Sobald Taylors Armee den Rio Grande erreicht hatte, begannen Soldaten zu desertieren und √ľber den Rio Grande zu fliehen. Dies wird oft auf Ermunterung zur√ľckgef√ľhrt, hatte seinen Grund aber eher an der Fluchtm√∂glichkeit auf feindliches Gebiet. Der Dienst in der Armee war beschwerlich, sozial nicht hoch angesehen und schlecht bezahlt. Die Mexikaner versuchten Deserteure in das Batall√≥n de San Patricio zu rekrutieren. Es waren aber nicht vor allem Iren, die desertierten, wie der Name des nahelegt. Die Mehrzahl der Angeh√∂rigen waren aber vermutlich Immigranten und Katholiken.[22] Die Mexikaner versuchten, die Desertion zu f√∂rdern. Pedro de Ampudia hatte bereits am 2. April 1846 einen Anruf an die US-Soldaten gerichtet, der sie zur Desertion aufforderte, und Mexikaner boten jedem Deserteur, der die mexikanische Staatsb√ľrgerschaft annehmen w√ľrde, 129,5 ha Land. Nach der Schlacht von Churubusco gerieten 85 Angeh√∂rige der San Patricios in Gefangenschaft. Diese wurden am 28. August 1847 in zwei Kriegsgerichten in der Umgebung Mexiko-Stadts unter Brevet-Oberst Bennet Riley in San Angel und Brevet-Oberst John Garland in Tacubaya abgeurteilt. Garland verurteilte 36 Mann zum Tod durch den Strang, zwei weitere zum Tod durch Erschie√üen und drei zu 50 Peitschenhieben. Riley verurteilte alle zum Strang. Scott verringerte die Strafe von sieben Mann auf 50 Peitschenhiebe und erlie√ü zweien ihre Strafe zur G√§nze. Der Rest wurde an verschiedenen Orten und Tagen erh√§ngt.[23] Insgesamt desertierten 9.207 Soldaten, davon 3.876 Freiwillige.[24]

Folgen

Die von Mexiko abgetretenen Gebiete. Die in Folge der Anerkennung des Rio Grande als Grenze verlorenen Gebiete sind nicht dargestellt

Am 2. Februar 1848 unterzeichneten die Vereinigten Staaten und Mexiko den Vertrag von Guadalupe Hidalgo, in dem die Mexikaner gegen die Zahlung von 15 Millionen Dollar (in heutiger Kaufkraft 422 Mio US $) und die √úbernahme mexikanischer Schulden bei Amerikanern den Rio Grande als Grenze von Texas akzeptierten und ein 1.36 million km¬≤ Gebiet abtraten, das im Westen die heutigen Staaten Arizona, Kalifornien, Nevada, New Mexico, Utah sowie einen kleinen Teil Wyomings umfasst. Die Vereinigten Staaten erstreckten sich nun von Ozean zu Ozean. Mexiko verlor durch die Abtretungen die H√§lfte seines damaligen Staatsgebietes. Ein kleiner Teil New Mexikos und Arizonas wurde 1853 durch den Gadsden-Kauf erworben. Die letzten US-Soldaten verlie√üen am 1. August 1848 mexikanischen Boden. Der Krieg war von vielen Politikern abgelehnt worden. Unter ihnen waren M√§nner wie Abraham Lincoln und Alexander Stephens.[25] Die Frage, ob die Sklaverei auf die eroberten, Gebiete ausgedehnt werden sollte, spaltete die Parteien und Jefferson Davis sprach sich bereits zu diesem Zeitpunkt f√ľr die Aufl√∂sung der Union aus.[26] Bereits 1846 war der Wilmot Proviso erstmals zur Abstimmung gestellt worden. Er sah vor, dass in den von Mexiko eroberten Gebieten die Sklaverei nicht eingef√ľhrt werden d√ľrfe, war aber mehrmals abgelehnt worden. An ihm entz√ľndete sich ein Streit um die Sklaverei, der zu ersten Rufen nach Sezession f√ľhrte. Erst der Kompromiss von 1850 beendete die Gefahr einer Sezession. Neben weiteren Bestimmungen sah der Kompromiss vor, Kalifornien als freien Staat in die Union aufzunehmen, w√§hrend die Utah- und New Mexiko-Territorien selber entscheiden konnten, ob sie die Sklaverei zulassen wollten. Abgesehen von diesen politischen Schwierigkeiten mussten jetzt riesige Gebiete ‚Äď durch den Oregon-Kompromiss war im Juni 1846 noch ein gro√ües Gebiet an die Vereinigten Staaten gefallen ‚Äď erkundet, gesichert und erschlossen werden. Au√üenpolitisch schadete der Krieg dem ansehen der Vereinigten Staaten in Lateinamerika. Anf√§nglich als Vorbild wahrgenommen erschienen die Vereinigten Staaten nun in schlechterem Licht.[27]


Insgesamt verloren die Vereinigten Staaten 12.876 Mann, 11.155 davon durch Krankheiten.[28] Die mexikanischen Verluste lagen um vieles h√∂her. W√§hrend des Krieges wurden das erste Mal der Telegraf und An√§sthesierung mittels Ether verwendet. Der Einsatz von Raketen ging wegen den schlechten Erfahrungen w√§hrend des Krieges zur√ľck. Viele sp√§tere Gener√§le des Sezessionskriegs sammelten auf den Schlachtfeldern Mexikos erste Erfahrungen, unter anderem Robert E. Lee, William T. Sherman, George McClellan, Joseph Hooker und George Gordon Meade.

Die Ni√Īos H√©roes

Denkmal zu Ehren der Ni√Īos H√©roes

Bei den Ni√Īos H√©roes (Spanisch: Heldenkinder) handelt es sich um sechs Kadetten der Milit√§rakademie im Schloss Chapultepec im Alter von 13 bis 19 deren in Mexiko noch immer gedacht wird. Sie wurden bei der Verteidigung des Schlosses in der Schlacht von Chapultepec get√∂tet. Es handelt sich um Juan de la Barrera, Juan Francisco Escutia, Francisco M√°rquez, August√≠n Melgar, Fernando Montes de Oca und Vicente Su√°rez.

Ihnen zu Ehren wurden zwei Denkm√§ler errichtet. 1879 ein kleiner Obelisk am Fu√ü des Chapultepec-H√ľgels wo der K√∂rper Juan Escutias gefunden wurde. Ebenfalls am Fu√ü des H√ľgels befindet sich ein gro√ües, 1947 errichtetes Denkmal. Es besteht aus sechs S√§ulen. In ihm befinden sich die sterblichen √úberreste der sechs Kinder und Oberst Felipe Santiago Xicot√©ncatls.

1994 und 95 wurde eine 50 Peso Gedenkm√ľnze zu Ehren der Kinder gepr√§gt. Lange Jahre erschienen sie auch auf dem 5.000 Peso Schein. Eine Station der U-Bahn von Mexiko-Stadt, die Metro Ni√Īos H√©roes, ist ebenfalls nach Ihnen benannt.

Einzelnachweise

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